Sonntagsbeilage: Allnl
Städte und das flache Land
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die Bo- Finanz in de« artge- unter- kleine« in der
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unsicher machten, konnte man an ein verwegene- Vordringen einzelner Abteilun sführer glauben, ^ie p-' ef>len vorlieoewben Telegramme lasse«
und eilte hinaus, nicht eher in ihrem Laufo inne haltend, ^>ls bis sie am Bette des schlafenden Geliebten nieder''ank.
Ihr heißes, tränenübersträmtes Antlitz barg sie in die Decken des Lgoers und flüsterte:
..Ich verlasse Dich nichtI — Ich verlasse Dich nicht!"
Als vor einigen Ta en kurze Meldungen einliefen, daß russiswe Jagdko-nma, dos nutz flolakenabteilungen die im Besitz der Japaner befindliche Bahnlinie in der
»Ich danke, Herr Leutnant."
Karl Schröder trank das Glas auS und setzte eS auf den Tisch zurück.
, --^ch habe allerdings dem Herrn Leutnant erne wichtige Entdeckung zu melden." . „Alle Wetter, schon am ersten Abend?" . »Herr Leutnant werden sich erinnern, dass « der Untersuchung wegen des verschwundenen Unteroffiziers Fritz Berger öfter von der sogenannten „Grenwiche" bi; Rede gewesen ist . ."
Kurt Von llsedom nickte bestätigend mit dem Kopfe.
»Ich entsann mich," fuhr Karl Schröder fort .daß Berger mir gegenüber den Platz zuweilen erwähnt batte: es sei sein Lieblingsplatz, man habe von dort eine prächtige Aussicht auf. den französischen Teil der Vogesen. Ich sagte mir, vielleicht findest du dort, wo er zuletzt noch gesehen worden ist, noch eine Svur von ihm, die bislang der hohe Schnee verdeckt hat, deshalb gm, ich heut« sofort dorthin. Es find van hier
bische und deutsche Politik nicht wieder verfallen (Lebh. Zusfimmung.) Dafür bat es doch zu viel gelernt aus einer hundertjährigen Geschichte. Die Regierung wird der großpolnischen Agitation mit Konsequenz entgegentreten. sLebh. Beifall.) Der Herr Abg. Herold hat endlich zur Sprache gebracht den Streik im Ruhrgebiet. Der Herr ' Handel Minister will Ihnen die Sachlage im
Ruhrgebiet im einzelnen darlegen, die in eine ernste Phase eingetreten ist. Ich möchte aber tur meine Person schon heute das Nachstehende sagen:
In mißmutiger., ärgerlicher Stimmung ging Kiirt von Usedom in seinem flimmer im ersten Stock des „Goldenen Löwen" umher, dichte Damvfwolken aus seiner kurzen Pfeife blasend.
„Dummkopf, der ich war," so brummte er in den langen Bart, „daß ich mich zu diesem Kommando^ besonders gemeldet habe, um so wieder in die Nähe Giselas zu kommen. Jetzt aber habe ich mich schönstens blamiert! Aber die Schuld trägt doch nur der pfiffige Herr Markwardt mit feinem zweideutigen Brief! — Er wollte mich nicht ganz freilassen — wer weiß, wies kommt, dachte sich derSchloumeier! Aber an dieser Blamage habe ich genug —- ich will lieber eine Batterie erstür- wen, als mich noch einmal an die Eroberung Giselas wagen. Mag sie mit dem Franzosen glücklich werden!"
Er hielt in feinem Spaziergang inne und stürzte ein Glas von dem wirklich vortrefflichen Wein des Maitre Bourgeois hinunter. Dann zündete er seine Pfeife von neuem an und setzte fernen Spaziergang durch das Zimmer fort.
Nach einigen Minuten trat fei» Bursche ein.
»Was flibtä te
auf dem ordentlichen Wege, der durch das Tal läuft, gut anderthalb Stunden, durch den Wald, aber, auf kaum bekannten Pfaden, nicht dreiviertel Stunden. Ich ging also durch den Wald nach der Grenzeiche und fdjaute mich dort um. Zuerst suchte ich auf dem Boden. Zu meinem Erstaunen sehe ich deutlich die Svuren von vieles Füßen, es muß vor dem Schneefall hier ein* Menge Menschen versammelt gewesen sein. Di« Svuren lausen kreuz und quer durcheinander, den Berg hinab nach der französischen Grenze zu, in das Gebüsch rechts und links imb verliere« sich schließlich nach der Seite des alten Schlosses Fenetranoe zu. Ich verfolgte die Spuren bis zur französischen Grenze: über die Brücke hinaus darf ich nicht, da ich sonst die Grenze überschreiten mußte. Ich gehe alfo wieder zurück und suche im Gebüsch nach. An einer Stelle liegt ein großer Haufen Reisig, Fetzen von Kleidungs- stücken hier und da an den Dornen desselben, eine alte Mütze liegt daneben, wie sie hierzulande die iunaen Burschen tragen: das dürre G-as ist an einer Stelle ganz flach gedrückt, als habe ein schwerer Gegenstand, der Körper eines Menschen oder größeren Tieres längere Leit hier pflegen. Eine Menge Fußtritte sind an diesem Platze noch deutlich erkennbar. Vielleicht bat biet die Leiche des von den Schmugglern oder Wilddieben getöteten Berger gelegen, sag ich mir, iwd suche eifrig weiter in dem Gebüsch. An dieser Seit« konnte ich jedoch nichts mehr entdecken.
(Fortsetzung folgt). ,
mit dem Kteisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
den Mittelstand in Stadt und Land zu halte« und zu heben, die weniger Leistungsfähige« leistungsfähiger zu machen.
Kultusminister Dr. Stndt teilt mit, die Regierung habe in Aussicht genommen, den Landtag im Spätherbst dieses Jahres zur Beratung des Entwurfes eines VolksschnluntrrhaltungS- gesktzes einzuberufen.
Handelsminister Möller: Die Zabl der Streikenden in dem jetzigen Bergarbeiter streik betrügt 54—60 000, nach anderen Angaben sogar 70 bis 80 000. Es jedoch erfreulich, daß wenigstens schon auf einigen Zechen sich schon ein Einfahren bemerkbar macht. Der Streik sst zwar plötzlich und unerwartet gekommen, aber manche Zeche« haben doch schon früher bararf hingedeutet, bah eine neue Streikbewegung im Gange war. Di« llrfachen des Streiks sind mannigfacher Art. ES sind gewiß allgemeine Klagen vorhanden und daneben bestehen spezielle betreffs der einzelne« Zecken, und zu den allgemeinen Klagen '"höre« auch die über die Löhne.
Der Minister suchte eingehend darzulegen, daß nicht alle Forderungen der Bergarbeiter voll« Berechtigring besitzen und bemerkt schließlich, ee halte es im gegenwärtigenAngenbliick, in dem rin«
Marburg
Dienstag. 17. Januar 1905.
Erscheint wöchentlich neben nat.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, llmvertztätS-Buchdruckerek 40 cY(jfiT*rt Marburg, Markt 2L — Telephon 55. M
...Oberjäger Schröder ist da und möchte den Herrn Leutnant in einer wichtigen Angelegenheit sprechen."
„Soll eintreten."
Der Bursche entfernte sich und fieß Karl Schroder ein.
„Melde mich gehorsamst von der Patrouille zurück."
Weise an der Kulturentwickelung haben wie die großen Städte. Deshalb ist etz eine besondere Aufgabe des preußischen Staats.
I Die Domänenpachtpreise sind fortgesetzt gesunken. I Grund genug, der Landwirtschafl in iebcr Weise
3 »helfen. Gegenüber Oesterreich sollte es bald heißen: Jetzt muß es ein Ende haben. Eine kräf- I tige Landwirtschaft ist fiir uns unbedingte Rot- I Wendigkeit. Die innere Kolonisation zur Ver- I Mehrung des kleinen und mittleren ländlichen I dankenswer. Zur Beruhigung des
I Ruhrreviers sollte die Regierung mit allem Eiter wirken. Die jetzige Polenpolifik muß zur Stär- kunq des Volenturns führen. Die Regierung sollte
I inehr Nachgiebiakeit zeigen.
I Ministerpräsident Graf Bülow: Bei der Be- I ivrechung der Frage der Handelsverträge hat Graf Lrmburg-Stirum von einer Reihe bitterer
I Enttäuschungen gesprochen. . Seit ich das letzte Mal an dieser Stelle die Fraae berührte, ist es uns gelungen, mit sechs auswärtigen Staaten
I Handelsverträge zu vereinbaren, und in den I allernächsten Tagen wird sich entscheiden, ob wir I auch mit Oesterreich-Ungarn zu einem Vertrage gelangen. Der Abschluß der Handelsverträae ist fiir lange Zeit hinaus die beste Grundlage für unsere wirtschaftliche und Politische Stellung. Da darf ich die Fertigstellung des Werkes nicht gefährden, nur um die Parlamentarische Perhandlung der Handelsverträge 8 ober 14 Taae früher zu ermöglichen. Handelsverträge rasch abzu- schließen ist kein diplomafisches Kunststück, dazu braucht man nur Konzessionen zu machen Die Erfahrung der letzten zehn Jahre bat bewiesen, daß für die Landwirtschaft ein erhöhter Zollschutz unbedingt notwendig ist. Dieser erhöhte lanh- wirtschastfiche Schutz wird den neuen Handelsverträgen die Signatur gehen. (Lebh. Beifall.) Natürlich müssen wir auch die Interessen von Handel und Industrie wahrnehmen. (Sehr rich- tig! links.) Die Schwierigkeiten solcher Vertrags- verhandlungen werden von mancher Seite erheblich untertchätzt, und deshalb möchte ich an das Hans die Bitte richten, die Verhandlungen durch zu starkes^ssen nicht noch schwieriger zu gestalten. Nun ein Wort zur Ostmarkenfrnqe. Eine Beilegung der nationalen Gegensätze tn der gemischtsprachigen Provinz wäre auch der Staatsregie- rung willkommen. Die Ziele können aber nur erreicht werden, wenn die großpolnische Agitation auf den Kampf verzichtet und die Waffen streckt. Durch Entgegenkommen erreichen wir nichts, das zeigt die Vergangenheit nur zu deutlich. Zu einer solchen Politik der Nachgiebigkeit und Schwäche, zu einer Politik der Naivität, wird sich die Regierung niemals bestimmen lassen. (Lebh. Beifall. Der Herr Abg. Herold hat gemeint, wir müßten der polnischen Bevölkerung gegenüber mehr , Entgegenkommen zeigen. Darauf erwidere ich, eine hundertjährige Geschichte beweist, daß, sobald der preußische Staat diesen Weg eingeschlagen hat, den Weg der Schwäche gegenüber der großpolnischen Agitation, dies immer zu seinem größten Schaden ausgefchlagen hat. (lebhafte Zustimmung.) Eine solche Politik der Nachgiebiakeit, der Schwäche werden wir aber nicht wieder treiben. (Erneute Zusfimmung.) Während der Weihnochtstage blätterte ich in einem Buche, das vielleicht den älteren Herren unter Ihnen bekannt sein wird, in Laubes Geschichte von 1848. Da wird sehr anschaulich geschildert, wie in einer Sitzung in der Panlski-che die Abgeordneten von rechts und links eintraten für die volni'chen Schmerzen, wie man einen Teil aus dem Leihe des vreiißitchen Staates fchneidm wollte, um den polnischen Hunaer zu stillen. In eine solche Politik der Naipität wird das brcu-
eme Entdeckung aemacht, Schroder? Sie sehen ja ganz aufgeregt und er- hitzt aus, sind wohl gelaufen? — Da trinken. ~;e ein Glas Wein "
„SiflciHKrlifbc"
Von D. Dlftet. I
l Fortsetzung.! I
, --Marianne." sagte der alte Zigeuner „willst nicht lieber mit mir kommen? Ich geh nach dem | Süden von Frankreich, dort haben wir B konnte I «nn zieh ich vielleicht mit ihnen fort nach Spa- nien. _ Willst nicht mitfommen? Bist doch sonst I gern in die Welt gegangen. Kannst mit Deinem I «tonten und Wahrsagen viel Geld verdienen." I Einen Augenblick schwankte Marianne. Das I freie, ungebundene llmherziehen hatte, wie für I örte Stammesgenossen, auch für sie einen be- pnckendeil Reiz. Schon einmal war sie mit dem I «rogvater nach dem Süden gezogen. Sie sah I «n c'auen Himmel wieder, die tiefblaue, wogende
?,c duEen Enpressenwälder und goldig I gl übenden Orangenhaine. Eine beiße Sehnsucht MO) dem Glanz und der Pracht des Südens über-
— Wie cde, winterlich kalt und starr, Wle dnmvt und dunkel da unten w dem Gewölbe des Turmes — fast wä-e sie I Uirem Großvater zu Füßen gesunken und b^fe I ' : n*mm "uch mich mit nach dein
«oIMgen Süden — weit fort — weit fort —" ^.plötzlich tauchte vor ihren Augen la' bleiche £ «ff kranken Geliebten auf. und sie streckte «e Hande tote abwehrend gegen ihren Großvater
Dann warf sie sich weinend an seine Brust, «W »en alten Mann in leiöenschartlicher Hast
iebocu 'fl"en Zweifel, daß General Ku^o« pafft ■ im Rucken des Feindes eine neue Offensive zu beoinnen versucht. Es ü”b bis jetzt nur Berichte au6 javanischer QaeHe eingeg-ngen, aus denen aber doch hervor» geht, daß eS sich um eine gröbere Aktion handelt:
Im preußischen Abgeordnetenhause gestaltete sich die letzte Sitzung am 14. d. Mts ■» einer hoch interessanten durch die GmeralAs- !*?"'on, mit der die erste Lesung des MI a t s eröffnet wurde. Wir erhalten über den Merlaus der Verhandlungen von unserem Ber- *”neF„, *-Parlamentsberichterstatter folgenden Utsfuhrlichen Bericht:
Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.): Gleich dem Finauzminister wünschen auch wir eine recht- jeittge Fertigstellung des Etats, was durch eine Zroßere Konzentration der Debatte erreicht wer- 4«i kann. (Sehr richtig!) Der derzeitigen Zu- sammenballung des Großkapitals, das oft von £rtt>nten, manchmal sogar von ausländischen In- 5FeJlen geleitet wird, müssen wir entgegentreten. l^ebh. Zuifimmung.) Wir danken dem Essen- «hnminister, daß er mit großer Eneraie ein Ein- -ringen der Sozialdemokratie in die Eisenbahner verhindert. (Sehr wahr! rechts.) Wir billigen auch seine Fürsorge für die Beamten und Arbei- neuerdings besprochenen Eisenbahn- Betewbsmittelgemeinschaft wollen meine Freunde •mifer keinen Umständen den ersten Schritt zu Reichseisenhahnen sehen (Sehr richtig! rechts), Won Weil das die Selbständigkeit der Einzel- fiaaten vermindern und unsere Finanzen zer- «utfeii mußte. Auch bei der Reform der Eisen- taymarlfe müssen Mindereinnahmen vermieden »oerden. Wir begrüßen die Bildung des Landes- Mwerberats. Möge er ein Mittel fein, um alle Bedürfnisse des .Handwerks zu erkennen und seine »erechtigten Ansprüche erfü’fpn. (Beifall rechts.) Nutet muß werden, daß durch die Konzen- ft1?.”. Großkapitals allgemeine Interessen Seschad'gt werden. (Sehr wahr!) Wir wrnden 9em Staat die Mittel nicht verweigern, damit er «n unberechtigtes Vordringen des Großkapitals verhindern kann. , (Beifall.) Die im Reichstag flegen unseren Richterstand erhobenen Angriffe weisen wir mit Entschiedenheit zurück. (Beifall.) Der ^uifizminister tat recht, bei den letzten Debat- «n rm Reichstage nicht zu erfcheinen, denn es handelte sich um eine preußische Angeleoenhrit fBelsall ) Dringend notwendig ist der Schutz des Dei' wtiims in den Ostmarken. (Sehr wahr') I Lle Handelsverfragspolitik der Verbündeten Re- I gerungen hat uns eine Reihe bitterer Ent- I Muschiingen gebracht. (Lebh. Zusfimmung rechts.) I SSären nach unserem Rote arte Vevt^äoe recht- I seifig gekündigt worden, fo wäre b' - Neuordnung I Mnaff fertig. (Se^ wahr!) Jetzt sst die natur- gemäße Folge, daß das-A"Aand dir Verho»dl!in- I 0 verschleppt. Noch nicht einmal am Beoinn vergangenen Jahres ist der Vertrag mit
'.r reich gekündigt worden. Dabei wird die Motlage der Landwirts» ass immer schlimmer I »Sehr wahr!) Zum Schluß möchte ich namens «neiner Freunde unterer F-wudeAnsdruck gehen I urfern Kronvrinzen die Wahl seiner künf- ngen Lebensgefährtin in ein altes deutsches vor- I «ehmes Haus geführt hat, das dem Pre"sfisck'en I Itbrone schon eine Fürstin ariiofprf bat die fast I «k« unerreichbares Ideal dasteht. (Lebh.' Beifall.) Möge untere künftige Krauvrinzefsin zwar pi»t I M Leides, Wohl aber der BefiebBett der Könioin I Luise teilhaftig werden. (Lebhafter andauernder Weffart.)
Abg. Herold (Zent.): Den Wunsch auf recht. Seifige Ferimstellung des kßfats teilen auch wir 1 (Miusstervräsidenf Graf Bülow betritt den Saal ) I Hur Erleichterung der Steuer tollte ein Teil der Soinmuiialaufaaben vom Staate erfüllt werden I
Abg. Frhr. v. Zedlitz (skons.): Der Etat macht den Eindruck eines recht günstigen Standes unserer Finanzen. Was die Vorgänge im Ruh» revier angeht, so hoffe ich, daß es der Bergbehörde noch in letzter Stunde gelingen wird, " " wegung zu beruhigen. Die vom Herrn Minister angekündigten Erleichterungen Einkommensteuern entsprechen meinen unseren Wünschen, liegt keinem Zweifel, daß
5r' F"edberg (nl.) bemängelte die Absicht der Staatsregierung, auch die Gesellschaften M- h. H. zur Besteuerung heranzuziehen.
.. Finanzminister Frhr v. Rhrinbabrn bezeichnete dieie Besteuerung als eine Forderung der Gerechtigkeit.
Iustizminister Dr. Schönstedt betont die ^uinwerwaltuna bade der Kritik der Wabrsprüche der Geschworenen durch die Schwurgerichfsvor- stvenden niemals tvmpathisch gegenübergestanden.
Vierteljährlicher Bezugspreis, va oer Exxchition 2 2)iL M 14 allen Postämtern 2.25 Mt. .exci. Bestellgeld).
- Jusertionsgebuhr: die gespaltene Zeile over oerm Raum 10 Pfg.
_________________________ Reelamen: die Zeile 25 Pfg.
Bei den Streiks haben nach meiner Ansicht dm Behörden eine doppelte Pflicht. Sie haben vor allen Dingen die Aufgabe, dafür einzu- stehen, daß unter allen Dingen die Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten bleibt, daß die Gesetze gleichmäßig und gerecht zur Anwendung gebracht werden. Sie haben ferner alles zu tun, was in unteren Kräften steht, um eine Einigung herbeizuführen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Interesse des fokalen Friedens, im Interesse des Gedeihens der Industrie und des Wohles der Arbeiter. Deshalb bin ich auch gern bereit gewesen, die Behörden zu einer vermittelnden Tätigkeit zu veranlassen, und ich Hoffe, daß alle Beamten diefen meinen Weisungen im vollen Maße und mit voller Unparteilichkeit Nachkommen werden Das fetzt voraus, daß sich die Arbeitnehmer von Ausschreitungen fernhalten, daß sie sich im Rahmen der bestehenden Gesetze halten. Wir erwarten aber auch von den A teitaebem, daß fie den Beschwerden und Wünlch-n der Arbeitnehmer gegenüber Verständnis und Entgegen- kommen zeigen. (Sehr gut!) Ein allgemeiner Ausstand mürbe für unsere deutsche Kohlen- induftrie. die für infier Verkehrsleben eine fo grohe Bedeutung hat, eine fo große Rolle ftoejt, schwere Nachteile nach sich ziehen. Ein , m solcher Ausstand würde untere Konkurrenz- I Vermittelung etntreten Fann, und eine V--r- fähigkeit gegenüber dem Auslände beeinträch- I Mittelung eintreten fort, für absolut notwendig, tiaen und den nationalen Wohlswnd schädigen I feitenS der Verwaltung die strikte Neutralste Auf der anderen Seite wird jeher wahre I S.^ibt wird Nur dadurch kann es *u einer frieb- Freund hes ^-veiteritandes die schwerm Fol- I ^en Rötung der Frage kommen. Sollte die gen beklaaen, welche ein Ausstand zweifellos I friedliche Lösung nicht eintreten, so würde es eine fiir die Arbeiter nach ziehen müßte. Bei jeher I verhängnisvolle Bewegung werden, nicht nur solchen Kraftvrohe, möge sie nun von der einen I verhängnisvoll für den Bergbau nn allgemeine» oder anderen Seite horbeigeführt ober provo- | unf* Bergarbeiter im besonderen, sondern auch liert fein, ist in Oer Regel ober im besten Fall I verhängnisvoll für weite Kreise her In'nsslrie, jer Erfolg nur von zweifelhafter Dauer: fieber I ö'e ^burch gezwungen, ihre Betriebe still z» aber her augenblickliche große Schaden, die I ^aen. Auf jeden Arbestnr, der feiern würbe, großen Opfer eines solchen Kampfes, hier in I h',",r^e ’n solchem Fall viele Arbeiter der anderen dem Verlust großer Werte, dort im Familien- I Industrien kommen, die ibrerfests feiern nässen, elend und in sinkender Lebensführung. Und | ®et,e ®ott, daß das nicht ein tritt! lBeifall.) deshalb schließe ich mich von ganzem Herzen der Hoffnung des Herrn Abg. .Zerold an, die gewiß von diesem hoben Hanse ohne Aus- nähme geteilt wird, daß auf beiden Steifen die begonnene Neberlegunq die Oberhand behalten und ohne schwere Kalamitäten für beide Teile unö für das Land zu einer friedlichen Verständigung führen möge. (Allfeitiges lebhaftes Bravo.)