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mit dem ^eeisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, llmversitätS-Buchdruckerek 40. Jahrff.
Marburg, Markt 21. — Telephon ob.
Marburg
Sonntaff, 15. Januar 1905
Zweites Blatt
83
l Nachdruck Verbote m), Zigeunerttkbe".
Bon O. Dlfter.
(^urtfeeung.)
&0 muß er noch heute Nacht nach Fra: * reich Oep ojft werden."
.Glaubt Ihr," nahm Jo.'el mit hämischem Grinsen das Wort, „daß er dableiben wird? Wenn er wieder gesund ist, wird er zurucklaufen und ö,e ganze Geschichte seinen Offizieren erzählen."
. denke, er ist ganz vernarrt in die Marianne? Sie soll mit ihm gehens"
»3ch Habs dem Mädel auch schon gesagt, aber ;Ef "E.st sie könnte nichts ausrichten bei dem Unteroffizier, er sei noch gar so schwach"
-Ich wüßte schon ein Mittel." ; Ä .So sagts, Jockel!"
dabs dem Josef auch schon gesagt," er- »teerte mit teuflischem Aufleuchten seiner sin- steren Augen der rohe Bursche, „er soll dem »runrock ein Schlafpulverchen eingeben, daß er ^«nmermebr erwacht." : 0
-Die Marianne läßt? nicht zu."
^So tuts, wenn die Dirne nicht da ist." _®er Gastwirt saß schweigend da, sein Auge Wtfe umtat von einem zum andern, dann sagte «mit heiserer Stimme: „Es wäre schon das •efte. wenn der Unteroffizier stürbe."
„ dulds nicht, daß Ihr ihm etwas zu
Veto irrt!
Ueberrascht schauten die Manner auf. Vor ihnen stand Marianne, die sich leise in das Ge- «ach geschlichen hatte. Hochaufgerichtet stand sie ,*o. dunklen Augen strnkelten in dem halb- Mfleren Raume, wie die Lichter eines Wolfes •*** eurer Wildkatze.
Der »Block der Linken"'.
O Früher schwärmte man in bestimmten Uberalen Kreisen für die „große liberale Partei", letzt begeistert man sich zur Abwechselung für be» „Block der Linken". In auffälliger An» fpruchsloffgkeit gibt man dem alten Liede noch tzicht einmal. eine neue Melodie, sondern be» ewäflt sich mit einer neuen Ueberschrift. Schon W* zwanzig Jahren ein ständige« Thema in tzer liberalen Preffe, bat da« Sehnen nach einer großen liberalen Partei zur Zeit de« Kampfe« p« den Zedlitz'schen Schulgesetzentwurs seine Wiederauferstehung gefeiert. Während aber in »er Vergangenheit da« Rufen nach der großen «beralen Partei alljährlich gewöhnlich nur rinmal laut wurde, muß zur Zeit der liberale Blätterwald von dem beliebten Schlagwort mindesten« jede« Vierteljahr einmal widerhallen. Die „Vosfische Zeitung" ist hier aber sicherlich ans dem rechten Wege, wenn sie über da« »eueste Schlagwort „Block der Linken" wie §»lgt spottet; Gottlob, daß sie wieder eine Mue Phrase haben. Die Phrase sei zwar ^diglich den Franzosen nachgebildet, aber sie Kinge doch nach etwa«. Einmal habe man den W llen zur Macht, da« andere Mal spreche Man von der parteibildenden Kraft. So präge Man ein hohle« Schlagwort nach dem andern.
Sicher ist, daß der „Block der Linken" vanernd ebenso ein Traumgebrlde bleibt wie tzie große liberale Partei.
Welche Parteien sollen denn eigentlich in diesem Block zusammengeschmiedet oder zu «attischem Zusammengehen vereint werden? Die freisinnige Bereinigung und Richter« freisinnige Dolkspartei? Da« würde schon dre verschiedene Stellung beider Gruppen zu den wichtigsten gragen ausschließen. Gewiß find hier und da kale Zusammenschlüfie erfolgt, aber sobald man diesen rein örtlichen Vereinbarungen eine preitere BafiS schaffen und ern gemeinsame« Vorgehen, sei e« auch nur in einer einzelnen Provinz, herbeiführen wollte, stieß man nicht finr auf unüberwindbare Hindernisse, sondern tiß daaei auch noch da« in einzelnen Wahl» kreisen eben Aufqebaute wieder ein. Oder soll jkin Zusammengehen der Nationalliberalen mit einer freisinnigen Gruppe angebahnt werden? Derlei Vereinbarungen mit der freisinnigen volkspartet würden an der Haltung gegenüber Heer und Marine scheitern, und Vereinbarungen Mit der freisinnigen Vereinigung würde die kchntzzöllnerische Meinung der großen Mehrheit per Nationalliberalen einen unübersteigbaren Wall, entgegensetzen. Gerade der freisinnigen Bereinigung aber, in deren Reihen da« Gerede bvm „Block der Linken" und der großen liberalen
Partei am häufi .sten zu bören ist, muß und wird, so lange sie nicht eine tatsächliche Verschmelzung ihrer selbst in der Haltung zur Sozialdemokratie uneinigen Anhänger oder eine reinliche Scheidung herbeizuführen die Kraft hat, von allen Seiten mitleidig oder verächtlich zugerufen werden: Wa« kannst du armer Teufel bieten! So lange in dieser Gruppe noch der au« Reichstag und Landtag herausgewählte Dr. Barth und der in ein Parlament noch lange nicht hineingewählte Dr. Naumann da« große Wort führen, wird ihre Bündnisfähigkeit so gering wie irgend möglich eingeschätzt werden. Und selbst die Herren Barth nnd Naumann, die sich als Nachläufer oder Schrittmacher der Sozialdemokratie gegenseitig zu übertrumpfen suchen und deshalb in der sozialdemokratischen Preffe gelegentlich ein Wort der Anerkennung erhalten, haben bei ihrer Agitation verschiedene Beweggründe und Ziele. Dr. Barth erbost sich über die bösen „Junker" und möchte da« Agrakiertnm zerschmettern; der ehemalige Pastor Dr. N nimann aber bindet sich in erster Linie die „Pfaffen" vor und möchte mit einem Wortschwall der „Reattion" den Garaus machen. Vielleicht sorgen aber beide Herren mit ihrer Haltung gegenüber den Sozialdemokraten dafür, daß in der freisinnigen Vereinigung etn fö mliche« AuSeinandergehen durch allmählichen Auseinanderfall unnötig gemacht wird, und der Fernstehende erkennt aus ihrem trotz aller Fußtritte fortgesetzten Werben um die Gunst der Sozialdemokratie, tote nahe beide Herren der zweifel» haften Ehre find, im Staate Utopia zu Ehrenbürgern ernannt zu werden.
Dian vergesse aber auch nicht, daß die Bildung der großen liberalen Partei oder der „Block der Linken" durch da« auf Kosten der bürgerlichen Linken sich vollziehenden Vordringen der Sozialdemokratie unmöglich gemacht wird. Die Reichstagswahlen des Jahres 1903 haben eS deutlich genug gezeigt, wie die Sozialdemokratie den Liberalismus immer mehr an sich reißt. Man spricht ja offenbar Dou der großen liberalen Partei auch nur deshalb so häufig, um den Blinden zu verbergen, tote bedenklich der Liberalismus fortgesetzt den Boden verliert.
Der preußische Staatshaushaltsetat für 1905.
(Schluß.)
Der Etat der Kultusverwalturrg enthält in den Ausgaben zunächst die Forderung für die Schaffung zweier neuer Ministerialstellen für Vortragende Räte in der ersten Unterrlchlsabteiiung (Uniüeqitätcn und Technische Hochschulen) und in der Elcmentar-Unrer- richtsabreilung. Was die Universitäten betrifft, so sollen neu errichtet werden in Königsberg ein Extra- ordinariat in der luristischen, zwei Ersatz-Extra- ordinariate in der medizinischen und philosophischen Fakultät, in Berlin zwei Ersatzordinariate in der medizinischen und philosophischen Fakultät, die Stelle
„Ich dulds nicht, daß Ihr ihm etwas . ntut," wiederholte sie, „oder ich verrate Euch alle zusammen."
„Die Dirn hat den Teufel im Leib," brummte Jockel.
„Wo kommst her, Marianne?" Wt
„Gradewegs vom Turm, Großvater." Z
„llnb der Unteroffizier?"
„Er ist wieder bei klarem Verstand und will zu seinem Regiment zurück. Er will nicht den Schimpf der Verurteilung auf sich sitzen lassen, und ich denk, er ist im Recht; denn es ist eine Schmach für einen Mann und einen Soldaten."
„Bist verrückt geworden, Maidole?"
„Nein, nicht verrückt. Aber ich will nicht, daß der Fritz unrecht leidet, ich will nicht, daß er mich verachtet. Deshalb soll er wieder zu seinem Regiment zurück — ich selbst bring ihn zurück, ich selbst sag, daß das Urteil falsch ist."
„Nicht, so lang ich leb!" rief Jockel und wollte sich auf das Mädchen stürzen.
Doch der Gastwirt hielt den Burschen zurück und sagte:
„Ruhe, Jockel, Ruhe! Und Du, Marianne, antworte! Es kann Dein Ernst nicht sein, uns ins Gefängnis zu bringen, uns und Deinen Großvater."
„Nein," entgegnete die Zigeunerin, „Ihr sollt nicht ins Gefängnis. Grovater un* Jockel können noch heute Nacht über die Grenze, und auch, wer sonst noch will. Euch, Monsieur Bourgeois, kennt der Unteroffizier nicht als Schmuggler und ich verrate Euch nicht."
Schweigend überlegte der Gastwirt die Worte des Mädchens, während der alte Josef sagte:
„Und Du? Willst Du nicht mit über die Grenze?"
»Nein, ich bleib bei Fritz l"
für einen Leherer der russischen Sprache, in Greifswald zwei Ersah-Extraordinariate in der theologischen und medizinischen Fakultät, in Breslau ein medizinisches Ordinariat, ein philosophisches Ersatzordinariat, in Halle ein mediziniichesExtraordinariat, ein philosophisches Ordinariat und Extraordinariat, in Kiel zwei Extraordinariate in der theologischen und philosophischen Fakultät, in Göttingen ein Ersatzordinariat in der juristischen, ein Extraordinariat in der philosophischen Fakultät, in Marburg ein medizinisches und ein philosophisches Extraordinariat, in Bonn ein juristisches Ersatzordinariat, in Munster zwei Ersatz-Extraordinariate in der philosophischen Fakultät. — Für die jährlichen Zuschüsse an Professoren mit geringfügigen Nebenbezügen sind 25 000 Mark mehr ausgeworfen. — Ein Gymnasium soll neu errichtet werden in Königsberg i. Pr., eine Realschule in Wollstein. Die Gymnasien in Kattowih und Wandsbeck (Matthias-Claudius-Gymnasium) sollen auf den Staat übernommen werden. — Behufs Förderung des besonders nach seiner praktischen Seite dringend verbesserungsbedürftigen neusprachlichen Unterrichts an den höheren Schulen ist beabsichtigt, nach dem Vorbilde der in Frankreich bestehenden und bewäbrten Einrichtung Kandidaten und junge Lehrer aus Frankreich und England heranzuziehen, um an den diesseitigen höheren Schulen Konversationsübungen in den neueren Sprachen abzuhalten. Wie Ausländer an deutschen Schulen, so sollen deutsche Kandidaten und Lehrer an ausländischen Schulen die dort bereits eingerichteten deutschen Konversationsübungen abhalten und bei dieser Gelegenheft fta) auch m der Sprache ihres AulenthaltsorteS weiterbilden. Für beide Zwecke sind Forderungen eingestellt. — Die Seminare in Neustadt lWe^^reusien), Rogasen, Wonorowitz, Frankenstein, Herford und Koblenz erhalten im Jahre 1905 die dritten Klassen; die in Lissa (Polen), Löwenberg, Arnsberg und Gummersbach die zweiten. Für dauernde Deckung des Bedarfs an Volksschullebrern und -Lehrerinnen ist die weitere Errichtung eines evangelischen Schullehrer- Seminars in Liffa, je eines katholischen Schullehrer- Seminars in Thorn und Düren und eines katholischen Lehrerinnen-Seminars in Arnsberg von Ostern 1905 ab beabsichtigt. — Der dienstälteren Hälfte der Leiter, Lehrer und Lehrerinnen an den Seminaren und Präparandenanstalten sollen nichtpensionsfähige Zulagen in Höhe von 600 Mk., 400 Mk. und 200 Mk. bewilligt werden. — Zur Beschaffung einer ausreichenden Zahl von Seminaranwärtern ist für die Provinzen Westpreußen, Posen, Schlesien, Sachsen, Westfalen und die Rbeinvrovinz die Errichtung von acht neuen staatlichen Präparandenanstalten in Aussicht genommen nnd zwar von je vier für evangelische und für katholische Zöglinge. Die neuen Anstalten sollen in Elbing, Thorn, Schwerin a. W., Weferlingen, Myslowitz, Tarnowitz, Olpe und Merzig eingerichtet werden. — An hauptamtlichen Kreisschulinspektorstellen sollen 5 und zwar 2 für die Vororte Berlins, je 1 in Bonn, Völklingen und Gleiwitz ge« schufen werden. — 15 000 Mk. sind eingestellt, um die Gehaltsbezüge an den Mädchenschulen der ehemals polnischen Landesteile in ein angemessenes Verhältnis zu den infolge der Zulagen erhöhten Gehälter der Volksschullehrer zu bringen. — Der Fonds zur allgemeinen Erleichterung der Volksschullasten ist um 400 000 Mk. erhöht, der zu Beihilfen an Schulverbände um % Million Mk., namentlich um in Ostpreußen Härten in den Iahresgehältern auszuglei- chen. Auch der Fonds zu Zuschüssen zu Alterszulage- kosten der Volksschullehrer ist um Million Mk. gesteigert, der für Zulnaen in den östlichen Landesteilen um 120 000 Mk., der zu Rmunerasionen ebenda um 300 000 Mk.. der zu Witwen- und Waisengeldern um 402 000 Mk. — Die Zuschüsse der Provinz Posen zurUnterbaltung der Kaiser Wilhelm- Bibliothek und des Kaiser Friedrich-Museums sind
„Elendige Dirn!" rief Jockel, indem er ihr die Faust vor das Gesicht hielt.
Marianne ssieß kräftig die Hand z ück und rief:
„Rührt mich nicht an, Jockel, oder ich stoß Euch mein Mester in die Brust!"
Bei diesen Worten holte sie bsitzschnell ein breites Mester, einen sogenannten „Genickfänger", ans ihrem Gewände hervor nnd streckte es drohend dem gewalttätigen Burschen entgegen.
„Wilde Katze Tu!" schalt Jockel wütend, doch zog er sich scheu einige Schritte zurück: denn er kannte die leidenschaftliche Natur des Mädchens, das sich keinen Augenblick besonnen haben würde, ihm das Mester in die Brust zu stoßen.
Maitre Bourgeois war zu seinem Entschluß gekommen. Ter Vorschlag des Mädchens dünkte ihm nicht schlecht unter den obwaltenden Verhältnissen. Der Unteroffizier konnte nicht beiseite geschafft werden, ohne die wilde Rachsucht der ihn liebenden Zigeunerin zu entfesseln. Sicherlich würde sie in einem solchen Falle alles verraten haben. Und wenn sie auch den jetzt noch hilflosen Unteroffizier über die Grenze geschleppt hätten — war er wieder gesund, konnte er doch zurückkehren, oder brauchte sich nur an die nächste französische Behörde zu wenden, die ja auch ein Interesse daran hatte, die Schmnaglerbande zu entdecken, die nicht nur französische Ware über die deutsche Grenze, sondern auch umgekehrt deutsche Ware über die frawzösi'che Grenze brachte. In Frankreich war man also noch nicht sicher vor Entdeckung. Der Jockel und der alte Josef konnten sich in Frankreich leicht verbergen, sie liefen dort keine Gefahr, falls hier in Deutschland eine Untersuchung angestellt wurde. Anders lagen die Verhältnisse mit Maitre Bourgeois, der in den französischen Grenzlanden bekannter
um 10 000 Mk., der Dispositionsfond für die Zwecke der Denkmalspflege um 123 000 Mk. erhöht. — Neue Titel sind eingestellt in Höhe von 2200 Mk. zur Ausgestaltung des seismologischen Beobachtungsdienste« in Preußen, 20 000 Mk. Zuschuß an die Vereiniguntz für staatswiffenschaftliche Fortbildung in Berlin. — Im technischen Unterrichtswesen sollen neu begründet werden an der Hochschule zu Berlin etatsmäßige Professuren für Ornamentzeichnen, Formenlehre der Renaissance, konstruktiven Unterricht in der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde, für magnetische und elektrische Maßeinheiten und Meßmethoden, in Hannover eine solche für spezielle mechanische Technologie, in Aachen solche für Maschinenbau und für Elektrotechnik, in Danzig die gleichen wie für Berlin. — 50 000 Mk. sind eingestellt zur Unterstützung für Witwen und Waisen der vor dem 1. April 1895 verstorbenen Geistlichen; 44 000 Mk. für die Hafen- und Schiffsüberwachung zur Verhütung der Einschleppung von Pest und Cholera. —Im außerordentlichen Etat sind neue Mittel ausgeworfen für den Ankauf bei Grundstücks Behrenstraße 70 zur Erweiterung bei Kultusministeriums, die verschiedensten Artikel für Universitätszwecke, zum Neubau von Gymnasien in Aurich, Münster, von Schullehrer-Seminaren in 'Memel, Lyk, Danzig-Langfuhr, Neustadt (Westpr.), Friedeberg N.-M., Rogasen, Bromberg, Weißenfels. — 1 Million soll bewilligt werden zu Erwerbungen für die Samlungen deS Kaiser Friedrich-Museum« in Berlin, die erste Rate von 102 500 Mk. zum Neu. bau eines Kunstakademiegebäudes in Cassel, ebensoviel zum Neubau der Königlichen Akademie in Posen,, 50 000 Mk. zur Ausrüstung und Durchführung einer wissenschaftlichen Expedition nach Turfa» (Zentralasien), 170 000 Mk. zum Ankauf der Bau- nchkeiten der „Urania" im Ausstellungspark zu Berlin.
Ter russisch-japanische Krien.
Tokio, 13. Januar. (Reuter.) Russische Kavallerieabteilungen entfalten südwestlich von L'oujang eine lebhafte Tätigkeit. Sie wollen offenbar die Eisenbahnverbindung abschneiden und die Armee Nogi«, die Oyama« Armee verstärken soll, ermüden. Ein Bericht de« Hau' qiartier« in Liautung von gestern meldet: Mittwoch Vormittag um 10 Uhr traf ei japanische Kavallerieabteilung westlich von Tang tnafa« und südwestlich von Liaujang auf vier russische Kompanien. ES entspann sich ein heftiges Gefecht, da« bi« 21/i Uhr nachmittag« dauerte. Die Russen wurden mit starken Verlusten zurückgeschlagen. Am Mittwoch gelangten die Ruffen bi« zur Eisenbahn und zerstörten die Strecke zwischen Antschangtschanq und Hai» tschoeng und zwischen Jnkau und Taschitschiao. Nachdem die Strecke sofort ausgebessert worden war, wurde der Verkehr am Nachmittag wieder ausgenommen. Gleichfalls am Mittwoch griffe« 2000 Mann russische Kavallerie Niutschwanq an. Die Japaner zogen sich zunächst zurück, griffen aber, nachdem fie Verstärkungen erhilten hatten, die Rusten an und verfolgten fie bei Abgang de« Berichtes noch. Die Russen griffen auch Naitschiatun an, wurden aber ebenfafs zurückgeschlagen.
Tokio, 13.Jan. (Reuter) Der japanische Kreuzer „Tottwa" brachte den englischen Damp er
war als in den deutschen. Hier kannten ihn o.s Haupt der Schmugglerbande nur der alt. Jc- Jockel Schmidt und Marianne. Der einzige Cer Schmuggler, der ihn noch gekannt, der Jean cw- Finstingen, war tot, er lag verscharrt im Walde die anderen Schmuggler kannten ihn nur c - den „Herrn". In Frankreich dagegen, m V ä Mousson und Nancy, kannten ihn verschied- Leute, die auch an dem Schmugaelhaudel I teiligt waren. Also eine Untersuchung in Fra. reich mußte unter allen Umständen v-rrniedc werden. Hier in Deutschland konnte shm eine Untersuchung nichts schaden, wenn Josef, Jockel und Marianne ihn nicht verrieten. Entschlossen nahm er deshalb jetzt das Wort:
„Still jetzt mit Eurem Zank, der nichts nutzt. Die Marianne hat ganz recht, wir können den Unteroffizier nicht nach Frankreich verschlev- pen, es würde uns nichts nützen. Mag er wieder zu seinem Regiment zurückkehren: aber Ihr, Josef, und auch Ihr, Jockel, und Du, Marianne, Ihr müßt heute nacht noch über die Grenze. Ich werde Euch Geld geben."
„Ich gebe nicht über die Grenze," unterbrach ihn entschlossen Marianns.
„Aber weshalb nicht?"
„Ich bleib bei dem Fritz."
„Man wird Dich ins Gefängnis werfen."
„Das werden sie nicht tun, wenn ich di« Wahrheit rede. Ich muß aber bet dem Unter-. ofsizier bleiben, bis er gesund ist; denn bann hat er mein Zeugnis nötig."
„So willst Du mich betraten?"
„Nein, Monsieur Bourgeois, Euch betraf idj nicht. Euer Name wird gar nickt genannt in der Untersuchung; denn der Fritz kennt Euch nicht. Er kennt nur den Großvater und den Jockrk Schmidt. Ich brauch auch deren Namen nicht einmal zu nennen, da« besorgt der UnteroffizieH,