mit »cm Krc-Matt für die Kreise Marburg und Kikchha,«.
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Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, Umversttats-Vuchdntckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Mittwoch, 11. Januar 1905.
Erstes Blatt.
Ter Wiederzusammentritt der Parlamente,
deS Reichstags und des preußischen Abgeordnetenhauses erfolgt am heutigen 10. Januar. Der Reichstag wird sich zunächst an seinem ersten Sitzungstage mit Petitionen beschäftigen. Vor Schluß des letzten TagungS- übschnittes hieß eS, daß dem Reichstage sofort ßach seinem Zusammentritte die Handelsverträge vorgelegt werden sollten. Jetzt tviederum verlautet, daß dies nicht eher geschehen soll, als bis der österreichische Handelsvertrag abgeschloffen sei. Dabei wird versichert, Latz aber jedenfalls im Laufe deS Monats Januar die Verträge vorgelegt werden würden. «8 gab nur eine Möglichkeit, Oesterreich zum Abschlüsse eines Vertrages zu bringen: nämlich, daß man den laufenden Vertrag am 1. Januar kündige. Die freihändlerischen Blätter versicherten jedoch, daß die deutsche Regierung von .dieser äußersten Maßnahme" Abstand genommen habe, weil sie aus die schweren inneren Verlegenheiten der habsburgischen Monarchie ge- toiffe Rücksichten zu nehmen habe. Tatsächlich .ist dies für das Verhalten der Regierung auch die einzig denkbare Erklärung; indessen ist diese tief beklagenswert vom Standpunkte unserer nationalen Jntereffen aus. Kann es etwa« politisch Verkehrteres geben, als daß ein in seiner Handelsbilanz so passiver Staat wie Deutschland dem in seiner Bilanz aktiven Partner gegenüber mädchenhaft zarte Rücksicht auf dessen Verlegenheiten nimmt? Freilich ist man in Wien jetzt so gütig, zu versichern, daß die Vertragsverhandlungen im Laufe dieses Monats zum Abschluffe gelangen werden.
Aber wenn nun diese Verhandlungen nach dem in Oesterreich mit Recht so beliebten Wahlspruche geführt werden: »Zeit lasten!" — wie dann? Sollen wir mit der Kündigung deS Vertrages vielleicht darauf warten, bis Gras Tisza feine ungarische Opposition sich niedergekämpft, oder Herr v. Gautsch die Quadratur des deutschtschechischen Zirkels erfunden hat.? In ReichS- tagskreilen herrscht über diese Verzögerung eine nur zu begreifliche Erbitterung. Leider aber fehlt dieser in einem wesentlichen Punkte doch jede Berechtigung. Als im Dezember 1902 der Abgeoronete Dr. Paasche den Antrag stellte, der Regierung die Bestimmung darüber zu Überlassen, wann der Zolltarif in Kraft treten solle, da war der Reichstag noch Herr seiner Lage. Mit der Annahme dieses unerledigten Antrages hat er selbst sich der Bestimmung über die wichtigste aller wirtschaftlich-politischen Entscheidungen begeben und den Bundesrat zum ausschließlichen Herrn der Lage gemacht. Er hat also keine Ursache sich zu beklagen.
Auch das preußische Abgeordnetenhaus nimmt heute seine Beratungen wieder auf. Ein außergewöhnlich reicher Arbeitsstoff
Erinnerungen an Alt-Marburg. Bruchstücke aus dem Leben des alten Dietrich auf der Weide.
A» feinem fünfzigjährigen Ehestandsjubiläum am 12. Dezember 1858, zum Besten des 79 jährigen Jubilars und seiner alten Frau von seinem Nachbar H. von Baden.
ES sind nun über fünfzig Jahr. Daß ich ein flinker Bursche war; Ich zog aus meinem Vaterhaus Als Wullknapp in die Welt hinaus. Gar manche reb'bepflanzte Hohn lind manche Stadt hab' ich geseh'n. Gar manches Meisterstöchterlein Kredenzte mir ein Gläschen Wein. So denk' ich öfters noch einmal Mit Freuden de^Stadt Frankenthal. Da Ivar doch meine schönste Zeit, Ein Mädel hab' ich dort gefreit. Es war in meinem Lebenslenz, Das Mädel war aus Pirmasens. Den Bündel hab' ich dann geschnürt Und hab' mein Weibchen heimgeführt; Doch von dem Spinnen und dem Weben Könnt' ich und meine Frau nicht leben. Da trat ich aus dem Wnlltnapp-Orden Und bin ein Bleicher hier geworden. Ich siedelt mich am Strand der Lahn, Hier auf der Weide rüstig an.
Wie manchen Tag, wie manche Nacht Bei Euren Hemden ich gewacht;
Ihr wißts am besten edle Frauen, Ihr schenktet mir stets viel Vertrauen. Wie trocknet' ich so schön die Windel Und sonst manch' luftiges Gesindel, Wie macht' ich manche Bütt' voll Lauge ;u ich jetzt nicht viel mehr tauge.
erwartet die Abgeordneten. Nach dem Verzeichnis der unerledigten Vorlagen, das während der Weihnachtspause zusammengestellt wurde, beziffern sich allein die im Abgeordnetenhause unerledigt liegenden Gesetzentwürfe der Staatsregierung auf ein Dutzend, dazu kommen noch drei Rechnungen bezw. Denkschriften. Die Zahl der von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses gestellten und noch unerledigten Anträge beläuft sich auf 39, davon befinden sich 16 im Stadium der Kommissionsberatung. An Petitionen find bis Ende Dezember v. I. dem Abgeordnetenhause 3548 zugegangen. Davon find 2100 in Kommission und Plenum erledigt und 381 in den Kommissionen zur Plenarberatung vorbereitet, worüber dem Plenum 68 schriftliche und mündliche Berichte vorliegen. Das ist also der Beratungsstoff, den das Abgeordnetenhaus außer dem Etat und noch einigen zu erwartenden Vorlagen und Anträgen bewältigen soll. Es wird starker Anstrengung und intensiver Arbeit bedürfen, um diesen Stoff wenigstens in der Hauptsache zu erledigen. Hoffentlich wird der bedrängten Geschäftslage bei der Etatsberatung durch möglichste Eindämmung der Debatten und durch regen Besuch der Sitzungen Rechnung getragen.
Der russisch-japanische Krieg.
Sowohl vom Kriegsschauplätze in der Mandschurei wie vor Port Arthur liegen nur wenige Nachrichten von Belang vor.
Am Schuhe werden die Japaner vermutlich bald eine größere Angriffsbewegung beginnen, nachdem sie weitere Verstärkungen dorthin entsandt haben. Aus Mulden wird gemeldet: Neue japanische Truppenabteilungen treffen, vom Süden kommend, ein, die hauptsächlich dazu dienen sollen, die Besatzungen von Liaujang und Jantai sowie anderer befestigter Stellungen zu verstärken. Die Japaner sollen am Stau und Jalu seit dem 18. Oktober mehr als 3000 Mann verloren haben. Ans Seiten der Rusten sind 7 Offiziere, 183 Mann gefallen, 44 Offiziere, 1032 Mann verwundet.
General Kurvpatkin meldet unter dem 8. Januar: In der Nacht auf den 7. Januar begannen die Japaner, die Front unserer Mittelstellung zu beunruhigen. Sie wurden aber von unseren Pasten bemerkt, mit Gewehrfeuer empfangen u o zogen sich zurück. Wir hatten 3 Tote und 18 Verwundete. In der Nacht zum 5. führte eine Abteilung Kavallerie auf unserer linken Flanke eine Erkundung des Tait- shkhe-Tales in der Richtung auf Tsiantfchan aus. Unsere Kavallerie griff dabei einen japanischen Vorvosten an. Ein japanischer Unteroffizier und 20 Soldaten wurden verwundet und 5 Mmn gelangen genommen.
Wie aus Tokio oemeldet wird, glaubt man dort, daß der Veriust der Russen in
Port Arthur
im Laufe der Belagerung gegen 25000 Mann betrage. In Nagasaki sind 1000 verwundete
Die Gießkann' und das Mangelholz, Die waren stets mein Ruhm und Stolz. Die schöne Arbeit zarter Hände Ter Liebe und der Freundschaftsspcnde. Gestickt, genäht mit Kunst und Fleiß, Wie macht ich sie so blendend weiß; .Cft hieß es da Herr Dieterich, Tas Seil hängt hier zu niederig. Ja, Marburg hat sehr edle Damen, Die nie mit leeren Händen kamen. Die eine brachte Brod und Schinken, Die andre brachte was zu trinken; Im Sommer hat's der Bleicher gut, Jedoch im Herbst entfloh der Mut. Wenn ich so oft mit schwul'ger Hand Begoß das feine Leinewand, Dann dacht' ich so an dies und das. Wer nie sein Brod mit Tränen aß. Kennt nickt des Lebens Schattenseite, Als wie der Dietrich auf der Weide. Nun ist der Nacken mir gebeugt. Das Alter hat mein Haar gebleicht. Die Kraft des Armes ist verdorrt Und alles Schöne ist nun fort. Des Alters Bürde drücket sehr Denn neunnndsiebzig wiegen schwer. Und wer dies nicht so glauben will. Frag mich und meine Jlsebill. Doch ebe es nun geht au' Rei'en, Ans bess're Land das Gott verbeißen. Da wollen wir noch einmal schön, ' Das goldne Hochzei^sfest begebn. Der alte Dietrich auf der Weide, Mit seiner Frau im Hochzeitskleide.
Die laden nun die Herrn und Damen, Zum goldnen Hockizeitsfeste. Amen. So machen wi< die Referenz, Ich und mein Weib, aus Pirmasens. .
Russen aus Port Arthur eingetroffen und im Hospital untergebracht worden.
Petersburg, 9. Jan. Nach hierher gelangter Meldung wird mit der Harnburg-Arnerika- ßinie verhandelt, eines ihrer besten Schiffe nach Port Arthur zu senden, um eine schnelle lieber- führung der Verwundeten nach Kiautschou zu veranlaffen, wo bereits die deutschen Hospitäler zu ihrer Aufnahme instaudgesetzt werden. Die Kosten will die Gesellschaft tragen. Da8 Schiff soll in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt werden. Die Ueberiahrt von Port Arthur nach Kiautschou dauert 22 Stunden. Diese Liebenswürdigkeit der deutschen Gesellschaft wird in Rußland hoch anerkannt. Die Verhandlungen sind roch nicht abgeschloffen.
Die zur Zeit auf der Höhe von Madagaskar liegende
russische Flotte wird größere Berstärkunger erhalten. Zwischen dem 28. Januar und dem 2. Februar verlassen, um sich mit dem Geschwader des Admirals Roschdjestwensky zu vereinigen, folgende Schiffe den Hafen von Libau: das Linienschiff „Imperator Nicolai I.", die Küstenpanzer „General- Admiral Apraxin", „Admiral Ssenjawin", „Admiral Uschakow" und der Panzerkreuzer „Wladimir Monomach."
London, 10. Jan. Nach dem „Morning Leader" wird dem am 28. Januar von Libau abgehenden dritten Geschwader das vierte Geschwader folgen, dessen Ausrüstung fieberhaft betrieben wird. In gut unterrichteten Kreisen werde geglaubt, Roschdjestwensky habe den Befehl erhalten, nach dem Mittelmeer zurückzukehren und dort das dritte und vierte Geschwader abzuwarten.
Umsckau.
Die Bergarbeiterbewegnng i« Ruhr- Revier.
Die schon seit Wochen aus dem Ruhrrevier ins Land gehende Mitteilungen über hohe Erregung unter den Kohlenarbeitern lauteten in den letzten Tagen immer b-denkiicher. Ohne Zweifel hängt diese Steigerung des Mißmuts mit den gewerkschaftlichen Oroanisationsagita- tionen zusammen, die unausgesetzt mit großem Eifer und auch mit Erfolg betrieben worden sind. Im Rubr-Revier besteht die Gesamtbelegschaft aus 260 000 Mann, davon ist jetzt bereits über ein Drittel organisiert und zwar zählt der sozialdemokratische alte Verband jetzt über 60 000 und ein neu gegründeter polnischer Geworkverein über 10000 Mitglieder.
Die Erregung hat aber anscheinend auch berechtigte Ursachen, und das ist um so bedauerlicher als gerade diese von den sozialdemokratischen Agitatoren zur Aufwiegelung der Arbeiterschaft ausaebeutet werden. Zunächst wird darüber geklagt, daß die Zeit für die Sei'fahrt um zusammen eine halbe Stunde verlängert werden soll. Die Seilfahrt, datz heisst die Förderung der Arbeiter unter die E'de und wieder zurück, wird auf die Arbeits zeit nicht angerechnet, folglich betrachten die Arbeiter die halbstündige Verlängerung der Seilfahrt als eine Verlängerung der Arbeitsdauer überhaupt. Ferner erschallen die alten Klagen über ungelerntes Vorgehen beim Wagen- Nullen, d. h. beim Ausschalten von Wagen, die i eben Kr hlen zu viel Steine enthalten, bei der Lohnberechnung. Endlich klagen Leute über schlechte Behandlung durch die Anssi htsbeamten.
Wie weit diese Klagen berechtigt find, kann natürlich nicht ohne weiteres beurteilt werden, gerade deshalb aber wäre es wichtig, sie gründlich zu prüfen. Das Oberbergamt zu Dortmund hat es abgelehnt, in Vermittlungsverhandlungen einzutreten, es hat jedoch auf bas EinigungS- amt des Berggewerbegerichts verwiesen und dieses wird hoffentlich Klarheit in die Sache bringen.
Ja der Belegschaft der Zeche „Bruchstraße" ist die Erregung am höchsten gestiegen, wie eS scheint, herrschen hier auch starke Mißstimmung und starkes Mißtrauen gegen leitende Persönlichkeiten in der Zechenverwaltung vor. Die Belegschaft ist in den Streik eingetreten, ohne die Entscheidung des Einigungsamtes abzuwarten. Die Aussichten des Ausstandes schlinen aber für die Arbeiter keine günsttgen zu fein; doch kann man aus der Haltung der Presse konstatieren, daß die Sympathien des Publikums nicht auf der Seite der Zechenverwaltung find. Es wäre sehr zu wünschen, daß der Streik durch gegenteilige Nachgiebigkeit möglichst rasch be
endet werden möchte. Sonst wäre mäglicher- toeife eine Ausdehnung der Ausstandsbewegung auf das ganze Ruhr-Revier wohl zu befürchten, obgleich die Gewerkschaftsführer — die sich nun in der Rolle des Zauberlehrlings sehr unbehaglich fühlen — dringend davor warnen, daß auch andere Zechen in den Streik hineingezogen werden sollen.
Hebei die weitere Entwickelung liegen folgende neueren Nachrichten vor:
Wie der „Frkf. Ztg." von gestern telegraphiert wird, hat die Streikbewegung noch viel schneller um sich gegriffen, als voraus- zusehen war. Seit gestern abend streiken im Dortmunder Revier bereits über 10 000 Mann. Beteiligt sind namentlich folgende bedeutende Zechen: „Kaiserstuhl" (Besitzer Hösch), „Achenbach" (Firma Stumm), „Preußen" und „Scharnhorst" von der Harpener Gesellschaft. Man erwartet für heute eine Ausdehnung des Streiks auf viele andere Zechen, auch in den Revieren von Essen, Oberhausen und Bochum. Auch die .Rheinisch-Westfälische Zeitung" konstatiert, daß dieser schnelle Ausbruch überraschend komme. Die gesamte organisierte Arbeiterschaft hat sich zu einem geschlossenen Vorgehen geeinigt unter vollständiger Beseitigung der politischen Gegensätze.
Dortmund, 9. Jan. Die Belegschaft von Zeche Kaiserstuhl II. streikt feit heute früh ohne Angabe von Gründen.
Dortmund, 9. Jan. Die Belegschaft auf Zeche Scharnhorst ist ebenfalls in Ausstand getreten. Weitere Streiks im Oberbergamtsbezirk find bis jetzt nicht gemeldet.
Essen, 9. Jan. Angesichts des Umsichgreifens des Ausstandes forderte daS Kohlensyndikat heute abend sämtliche Shndikatszechen auf, telegraphisch die Bestände anzugeben. DaS Kohlensyndikat hat in den Lagern bei Osterfeld 40000, bei Bottrop 15000, bei Friemersheim 8000 und bei Kettwig 3000 Doppelwagen.
Dortmund, 10. Januar. Die Harpener Bergbaugesellschaft fordert ihre streikenden Arbeiter zur sofortigen Aufnahme der Arbeit auf, widrigenfalls die Arbeitsordnung zur Anwendung gelangt, nach welcher solche, die drei Schichten willkürlich feiern, entlassen und als Schadenersatz den Lohn für sechs Schichten einbüßen.
Deutsche- Reich.
Berlin, 10. Januar.
— Seine Majestät der Kaiser hörte gestern vormittag den Vortrag des Chefs des ZivilkabinettS Wirkt. Geh. Rats Dr. von Lucanus. Zur Frühstücks« täfel war Reichskanzler Graf v. Bülow geladen.
— Wie die Kyffhäuker-Korrespondenz mitteilt, hat der Kaiser die vom Vorstande des Preußischen Landes » Kriegerverbandes übersandtes Glückwünsche zum neuen Jahre mit folgendem Telegramm beantwortet: .Ich habe die Glückwünsche öei Preußischen Landes »Kriegerverdandes zum neuen Jahre gern entgegengenommen und svreche Ihnen untz allen Gliedern des Verbandes meinen wärmsten Dani aus " — Der Kronprinz, derEhrenooriitzende bei Verbands-, hat die ihm von dessen Vorstände zumj Jahreswechsel gesandten Glückwünsche mit folgenden» Schreiben beantwortet: „Dem Vorstande des Preußischen Landes-Kriegerverbandes sage ich für die nur namens des Verbandes ausgesprochenen Glückwünsche zum Jahreswechsel meinen aufrichtigen Dank Mö"<l auch in dem kommenden Jahre der Preußische Landes« Kriegerverband weiterhin wachsen und erstarken, s» daß er — wie bisher — jederzeit imstande sein möge^ taitrdftige Beweise seiner edlen Opferfreudigkeit zu betätigen.'
— Die .Rordd. Allqem. Ztg." schreibt: ,Jn den letzten Tagen sind wieder Gerüchte über eine angebliche politische Spannung zwischen Deutschland und England aufgetaucht Unter vager Berufung auf auswärtige Blätter wurde sogar behauptet, es hätte ein gereizter Notenwechsel zwischen Lonoon und Berlin stattgefunden. Mehrere deutsche Zeitungen haben sich bereits das Verdienst erworben, die Ausstreuung als jeder Begründung entbehrend zu zeichnen. Zn einer Verwicklung mit Großbritannien fehlt und fehlte jeder Anlaß. Auf publizistischem Gebiet haben allerdings gewisse auffällige Aeußerungeiy wie । e vereinzelt in der englischen Presse — wir denken an ,Army und Navy Gazette' und „Vanith Sau* — aufgetauckt sind, bei uns Aufmerksamkeit erregt. Die aggrelsto klingenden Bemerkungen waren jedoch nicht imstande, eine Spannung zwischen Deutschland zu erzeugen.*
Deutsche Kvloniru.
Karolinen. Der interimistische Vize- gouoerreur Berg der Karolinen hat gemeldet, daß er mit Unterstützung des Kriegsschiffes „Kondor" die Truck-Inseln friedlich ganz entwaffnet hat. Den E ngeborenen wurden 436 Gewehre und 2531 Patronen abgenommen.
Südwestaf ifa, Major Meister meldet durch General v. Trotha, daß et am 2., 3. unk 4. Januar gegen Hendrik Witboi, die »rote