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JVs. 7
Zweites Blatt
Bismarck Wandel schuf und damit die polnische Frage am richtigsten Ende anfaßte. Im Verein mit dieser polnisch redenden Landbevölkerung also vermochte der neue polnische Mittelstand jenen wuchtigen Schlag des Geschäftsbohkottes gegen das Deutschtum zu führen — besonders aber hat er insofern eine bedeutende nationale Werbekraft entfaltet, als er alle Stände seines Volkes zusammeijscharte unter seinem führenden Banner zum gemeinsamen Kampfe gegen den deutschen Feind, während gerade wir Deutsche rn den Oftmarken am allerwenigsten die Gegensätze zwischen Land- und Stadtbevölkerung einerseits und zwischen den einzelnen Berufsständen andererseits haben ausgleichen können oder wollen. Vor allem ist das Beamtentum, in erster Reihe das höhere, mit der Provinz noch zu wenig verwachsen. Vermag hier schon die Ostmarkenzulage ein engeres Band zwischen Land und Leuten zu knüpfen, so hat doch in der allgemeinen Arbeit am Zusammenschlüsse der VolkS- ger-offen seit den 10 Jahren seines Bestehens der Oll merken, verein das Beste geleistet. "~'
Umschau.
Neber de« Rücktritt des Herrn d. «e r l a ch.
von der Hauptleitung der .Berliner Zeitung" schreibt unter der Spitzmarke: „Ach wie bald, ach wie bald! die .Freie Deutsch« « 1 e 1®'' bie ^here .Freisinnige Zeitung* Eugen RrchterS folgende svöttische Abschiedsworte:
„Der Verlag der „Berliner Zeitung" kündigt cm, daß mit dem Jahresschluß Herr v. Gcrlach die Chef» redaktion der „Berliner Zeitung" niederlege. Gerade
leben mit General Fukuschima zusammen in einem ganz einfachen Chinesenhäuschen in einem kleinen Dorf. .'General KurokiS Haup'quartier ist ähnlich untergebracht. Die fremdländischen Attaches leben verhältnismäßig luxuriös in einem russischen Gebäude. Die Soldaten, die hinter der ersten Linie liegen, sind entweder in chinesischen Hütten oder in kunstreichen Gebilden auS Stroh und Erde untergebracht.
Zur Ucbkrgabe P«rt Arthurs
lieeen noch folgende Nachrichten vor: Nur 80 russische O'fiziere haben daS Ehrenwort gegeben, nicht mehr am'Kriege teilzunehmen. Alle regulären russischen Truppen find aus der Festung ausmarschiert und gehen heute nach Dalnij. Eine japanische Abteilung ist gestern in die Stadt eingerückt, nm die Ordnung aufrecht zu erhalten. Nichtkombattanten können nach freier Wahl in der Stadt bleiben. Die japanischen Matrosen find beim Aufräumen der Minen im Hafen und Entfernung der bei der Hafeneinfahrt gesunkenen japanischen Schiffe beschäftigt. ES find jetzt alle FortS von den Japanern besetzt.
Tokio, 6. Jan. Mehrere hundert japanische Fachleute unter dem Befehl eines KontreadmiralS find von Safebo nach Port Arthur in See gegangen, um den Hafen und die benachbarten Gewäffer von Minen zu säubern.
Laut Mitteltung der japanischen Marineverwaltung sind durch die Japaner vor der Kapitulation Port Arthurs die russischen Torpedoboote „Gaidamak" und „Vsatmik" sowie die Torpedodootszerstörer „Jetirich" „Sesy" und „Boiroi" zum Sinken gebracht worden. Der Kreuzer „Bajan" liegt schwer beschädigt an der Südseite des Osthafens. Das Kanonenboot -Bobr" ist durch japanisches Granatfeuer völlig zerstört.
„Petit Journal* meldet aus Petersburg: Gestern sand in ZarSkoje Selo unter dem Vorsitze des Zaren ein Ministerrat statt. Die Beschlüsse werden der Oeffentlichkeit nicht mitgeteilt. Indessen will der Berichterstatter des Blattes folgendes erfahren haben. Die militärische Lage Stöffels fei geprüft worden. Angesichts der großen Omer, welche der General und seine Mannschaften dem Lande gebracht, werde Stöffel nach seiner Rückkehr nicht vor ein Kriegsgericht, sondern vor einen Rat von Generalen gestellt werden, welche über seine Haltung urteilen solle. Es fei nicht unmöglich, daß die Zeugenaussagen der Generale Fock und und Smirnow Komplikationen herbeiführen werden. (?) Der Ministerrat habe weiter beschlossen, Kuropatkin zu ersuchen, die sofortige Offensive zu ergreifen. Dieser Beschluß bedeute eine unzweideutige Mißbilligung des Verhaltens Kurovotkins.
Die Geschichte der Festung Port Arthur.
Die jetzt so berühmt gewordene Festung ist eine Schöpfung aus neuerer Zeit. Bis zum Jahre 1870
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Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmvcrsitätZ-Buchbruckerei 40.
Marburg, Markt 21. — Telephon “
Marburg
Sonntag, 8. Januar 1905.
Der russisch-japanische Krieg.
In dem russischen Hauptquartier bei
Mulden
war, wie aus den letzten Telgrammen hervorgeht, von der Uebergabe Port Arthurs noch nichts Bestimmtes bekannt. Vermutlich wird man die Mandschurei-Armee allmählich mit der traurigen Tatsache vertraut machen. Dem „Bureau Reuter" geht auS dem Hauptquartier des Generals Kuroki eine interessante Schilderung der Lage am Schaho zu. Die feindlichen Armeen haben ihre Stellungen südlich Mukden in den letzten beiden Monaten fast gar nicht geändert. Es kommt vor, daß an einem Tage über hundert Granaten verschossen werden, ohne den geringsten Schaden anzurichten. Hier und da wird gelegentlich ein unvorfichtlger Soldat durch eine Granate getötet. Vollständige Ruhe tritt fast niemals ein, man.hört entweder Artillerie- oder Jnfanterieseuer. Die russischen Batterien schießen in der Reael von 12 Uhr mittag- bis zum Sonnenuntergang. Häufig nehmen sie das Feuer um Mitternacht wieder auf und führen eS bis zum Tagesanbruch durch. Kompagnien oder kleinere Detachements machen oft Ausfälle, und der Kampf wird dann lebhaft. Beide Armeen verwenden Handgranaten beimNah- kampf. RekognoSzirungSabteilungen patrouillieren ohne Unterbrechung in dem Gelände auf beiden Flügeln, um auf diese Weise gegen feindliche Bewegungen Schutz zu bieten. ES herrscht stets Kälte. Plötzliche Temperaturwechsel treten nicht ein. Dir Soldaten in der vordersten Linie leben in Gruben unter der Erde, die mit Holzkohlen erwärmt werden. Feldmarschall Ojama und sein Generalstabschef Generalmajor Kodama
wußte man bon Port Arthur so gut wie nichts, dec Ort führte den chinesischen Namen Luschunkon. Al» dann Lihungtschang nach der Niedermchelung einiger französischer Nonnen und christlicher Chinesen ia Tientsin zum Generalgouverneur von Tschili ernannt wurde, machte derselbe sich daran, das Gebiet, in welchem die Hauptstadt des Landes liegt, zu be- ftstigen. Lihungtschang befestigte Taku, er schuf eine Swtte und beschloß, in Port Arthur einen befestigten Platz zu schaffen. Damit sollte jeder Angriff im Golf von Tschili verhindert werden. Die Ausführung der Befestigungen wurde dem deutschen Artillerie- ma,or b. Hannecken übertragen und dieser führte sie so schnell aus, daß in dem offiziösen Kriege zwischen Frankreich und China im Jahre 1884 Admiral Eourbet cs ablehnte, gegen Port Arthur vorziigehen, fQ® er nicht eine stärkere Flotte und mindestens 20 000 Mann erhalte. Lihungtschang sah einen Konflikt mit Japan voraus, und als dieser 1894 ? r r rrOU$$ra<$' befand sich Port Arthur in einem viel besseren Verteidigungszustand als zu der Zeit des Krieges mit Frankreich.
Schon vor zehn Jahren haben die Japaner, wie dre „Frankfurter Zeitung" erinnert, im chinesischjapanischen Kriege in der gleichen Weise operiert wie heute. Am 21. November 1894 bei Tagesanbruch begann der Angriff der Japaner und bald nach Mit- .9 wten sie alle Außenforts genommen. Dan» ruckten die Japaner gegen die Küstenforts vor und »«4 Uhr wurde der mit Artillerie stark besetzte Goldene Berg gewonnen. Die westlichen Fort? f?/,, am anderen Tage erobert werden, aber el Urute sich bald heraus, daß die 20 000 Mann starke chinesische Besatzung geflohen war.
Im Frieden von Sbimonoseki (17. April 1895) wurde Port Arthur nebst der ganzen Liaulung« Halbinsel und den Jeseln von China an Japan abgetreten, aber Rußland, unterstützt von Frankreich und Deuffchland, zwang den Mikado, auf nffe Er-' oberungen auf dem Festlande zu verzichten und bis zum 31. Dezember 1895 wurden die letzten japanischen Soldaten aus dem Gebiete zurückgezogen. !
Zwei und einhalb Jahre später „pachtete" Ruß«! land Port Arthur, nachdem Kiautschou in ähnlicher' Weise von Deuffcbland beseht worden war. Enalaudö ^pachtete" das Port Arthur gegenüber gelegene' Weihaiwei und Frankreich wurde in Saigon für feine. Vermittlerdienste von Cbina entschädigt. Mit Port Arthur glaubte Rußland endlich einen eisfreien Hafen erlangt zu haben und es begann in fieber Hafter Eile die Bahn durch die Mandschurei nach Port Arthur zu bauen und dieses selbst stark zu befestigen, demi man traute Javan nicht, wenn mait1 auch in Petersburg es nicht für möglich hielt, daß Japan allein Rußland angreifen würbe. Bis zum Sommer 1905 glaubte der Statthalter Alexejew völlig gerüstet zu sein. Wahrscheinlich wäre dies dann auch' der Fall gewesen, aber die Japaner hielten cs doch! für geraten, die Ruflen nicht ihre Kriegsvorberei- tungen weiter führen und vollenden zu lasten.
Die ^age des Deutschtums in Westpreußen.
Die Bevölkerung Westpreußens ist bedeutend weniger als die posensche mit slawischem Blute vermischt. Dieser allerwesentlichste Unterschied ,findet seine geschichtliche Begründung in der Zugehörigkeit der Provinz zum Gebiete des deutschen Ritterordens: ouS jener Zeit hat sich ein mächtiger Stamm kerndeutscher Bevölkerung durch die Periode der polnischen Herrschaft mit ihrer natürlichen starken polnischen Eiwanderung hindurch bis in die Gegenwart erhalten und dieses wird nun durch die zweite deutsche Ein- tvanderung seit den polnischen Teilungen immer neu verstärkt.
3n erster Linie haben die Städte, und unter ihnen wieder besonders die an der Weichsel das Deutschtum treu bewahrt: war und blieb doch alles Gewerbe ausschließlich in deutschen Händen. Aber auch auf dem platten Lande hielt sich da8 deutsche Element — am ehesten dort, wo deutsch!'-' Fleiß und deutsche Fähigkeit sich erst hatte de«> Boden schaffen müssen für bett Anbau — so vor allem in der Weichfeiniederung, deren Besitz vnS Areitig zu machen Polen nicht einmal verbucht haben. Und f ließlich habe? ganze Striche der Provinz — die Kreift Rosenberg und Marienwerder — niemals zum polnischen Reiche ^gehört und sind so von aller polnischen Einwanderung verschont geblieben. Dre Germani- sierungsarbeit verlief dann wie it Pofen: in den ersten drei Jahrzehnten nach der Einverleibung (1772) eine starke, planmäßig von her Ikegierung geleitete deutsche Kolonisation, die dann aber auf volle 80 Jahre ins Stocke?' geriet. bis zur Errichtung der Anfiedelungskom- misfion durch Bismarck (1885). Inzwischen aber war den Deutschen noch ein# neue Gefahr erstanden: unter dem Einflüsse der höheren deutschen Kultur hatte sich allmählich auch ein polnisches Handwerk und Gcwerör. entwickelt Md gerade dieser neue polnische Mittelstand Hat sich zum Träger der polnischen Propaganda aufgeworfen. Unterstützt wird er darin von der »olnisch redenden Landbevölkerung, die ja wie
Pokenschen keineswegs rein polnisch, sondern vielmehr zum großen Teile ursprünglich deutsch wt und diese ihre deutsche Abstammung und Sprache nur unter dem ungeheueren Drucke des Klerus verlor, dessen Polonifierungstendenzen sie verfiel, soweit sie katholisch war ober wurde — d>as berüchtigte Beispiel der Bamberger Dörfer Um Posen steht durchaus nicht als Unikum da:
die preußische Regierung aber unterstellte Unbegreiflicherweise die Schulen der Aufsicht Dieser selben Geistlichkeit, bis auch hier wieder
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27 (Nachdruck verboten.),
„Mgeunerliebe".
Bon O. Olster.
(Fortsetzung.)
An einem klaren Wintertage rückte das Detachement in der Stärke von dreißig Jägern ;unter Führung des Premierleutnants von Usedom in Finstingen ein und ward bei den Bauern einquartiert. Die Einwohner von .Finstingen machten sehr erstaunte Gesichter, als sie mitten int Winter Einquartierung bekamen, aber sie wagten doch keine lauten Aeußerungen, sie ahnten, weshalb man die Soldaten hierher verlegt habe.
Am unterwürfigsten den Soldaten und hauptsächlich dem Premierleutnant gegenüber war Maitre Bonrgeos, der Gastwirt. Leutnant von Usedom hatte im „Goldnen Löwen' selbst Oiiartier aufgeschlagen und als Ordonnanz den Oberjäger Schröder bei fich. Den letzteren befrachtete der Wirt mit betrnlichem Mißtrauen und bezeigte ihm noch größere Ehrerbietung als dem O fizier.
Leutnant von Usedom hatte kurz nach seiner Ankunft eine längere Unterredung mit dem Bürgermeister von Finstingen und dem Gendarmen Fuchs. Dann rief er den Oberjäger Schröder zu sich ins Zimmer.
. .Ich habe Sie aus besonderen Gründen zu mir genommen, Schröder/ sagte er zu dem Oberjäger. „Sie kennen die Gegend ganz genau, ebenso kennen Sie die Leute hier herum *Be, und dann — Sie haben dem Auditeur flegenabet einen ganz bestimmten Verdacht ge
äußert — haben Sie irdeno welche Anzeichen, daß Ihr Verdacht begründet ist?"
„Noch nicht, Herr Leutnant. Aber wenn der Herr Leutnant mir vertrauen und mir gestatten wollen, daß ich selbständig vorgehen kann, so hoffte ich, binnen wenigen Tagen dem Herrn ßeutnant sichere Beweise bringen zu können, daß man dem Unteroffizier Berger Unrecht getan hat."
„Gut, ich will Ihnen die Nachforschungeu überlassen. Vorläufig habe ich einen regelmäßigen Patrouillengang die Grenze entlang angeordnet. Die Patrouillen gehen hauptsächlich des Nachts. Wir wollen doch einmal sehen, ob wir das verdächtige Gesindel, das sich hier herumtreiben soll, nicht abfaffen können."
„Darf ich den Herrn Leutnant für heute und morgen um Urlaub bitten? Ich möchte sofort meine Nachforschungen beginnen, das Wetter ist günstig, der Schnee ist geschmolzen und klarer Frost eingetreten. Da finden sich manche Spuren wieder, die der Schnee bislang verdeckt hatte."
„Ich sehe, Sie gehen klug und rasch zu Werke. Den Urlaub sollen Sie haben. Morgen gegen Abend erwarte ich Sie zum Rapport."
„Zu Befehl, Herr Leutnant!"
Der brave Bursche entfette sich. Premier- levtnant von Usedom trat ans Fenster und blickte gedankenvoll zu der Villa des Herrn Markwardt hinüber, die ihm gar einladend entgegenschimmerte.
„Geh ich oder geh ich nicht? so flüsterte er und zupfte in ärgerlicher Ungewißheit an seinem langen, blonden Schnurrbart. Dann murmelte er: „Dummes Zeug, Herr Mark
wardt hat ja in seinem Briefe besonders betont, baß er und feine Tochter fich freuen würden, mich wiederzusehen; das Mädel weiß wahrscheinlich noch nicht, wie eS mit seinem Herzchen steht, will fich noch etwas zieren und sperren — geben wir also und setzen die Belagerung der Festung fort."
Premierleutnant von Usedom ging mit langen Schritten ben wohlgepflegten Weg zur Markwardtschen Villa hinauf. Als er auS dem Gasthause trat, sah er in einiger Entfernung Henri de Fenetrange vorübergehen, der ihn auch gesehen haben mußte. Dem Osfifier fiel eS auf, derselbe rasch zur Seite blickte, als ob er es vermeiden wollte, den Deutschen zu grüßen.
„Na," brummte Herr von Usedom, „Höflichkeit scheint auch nicht Sitte mehr bei diesem Franzosen zu sein."
In diesem Augenblick tauchte vor seinem Geist da8 Bild jenes festlichen Abends in der Markwardtschen Billa wieder auf, als er Gisela mit Henri de fenetrange in dem einsamen Gemach zusammen erblickt hart.
„Hm," murmelte er vor fich hin, „sollte der dunkeläugige Franzmann etwa Eindruck auf Giselas Herz gemacht haben? Unmörlrch wäre eS nicht. Er ist ein verteufelt hübscher Bursche — interessante Erscheinung, wie die Damen eS nennen. Will doch mal sondieren."
Mit raschen Schritten ging er hinter Henri her, den er bald eingeholt hatte.
„Guten Tag, Herr de Fenetrange," redete er Henri an, der sich erstaunt umwandte und den deutschen Offizier höflich aber zurückhaltend grüßte.
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„Glaubte nicht, da« Vergnügen, Finstingen wiederzusehen, so bald wieder zu haben," fuhr Kurt von Usedom lächelnd fort. „Sie wissen vielleicht schon, Herr Kapitän, weshalb man mich hierhergeschickt hat?
„Allerdings," entgegnete Henri, „die Nachricht lief ja mit Windesschnelligkeit durch Finstingen und Umgegend."
„Ich hoffe, Herr Kapitän, Sie werden mich unterstützen, die Schufte, welche dem Lande so viel Unannehmlichkeiten bereiten, zu entdecken."
„Jh glaube kaum, daß ich Ihnen viel nützen kann. Ich lebe sehr zurückgezogen." ,
Leutnant von Usedom glaubte ein seltsames, fcheueS Wesen an Henri zu bemerken, das et^ fich nicht erklären konnte. Henris Augen suchten den Boden, kaum daß er fie erhob,' wenn er mit dem deutschen Offizier sprach. Es war ihm fichtlich unangenehm, fich mit dem Offizier unterhalten zu müssen. Oder sollte der Gegenstand des Gespräches ihn so peinlich berühren. In Kurts Geist tauchte ein leiser Verdacht auf, den er indessen im nächsten Augenblick zurückwies. Wie kam er nur dazu, den jungen Baron, den er als Ehrenmann kennen gelernt, mit dem gesetzlosen Treiben jener geheimen Verbrecher in Verbindung za bringen! Es lag nicht der gettngste Anlaß dazu vor.
„ Haben Sie Herrn und Fräulein Markwardt öfter wiedergesehen, Herr Kavitän?"
„Nein, ich habe die Herrschaften feit jene« Fest, an welchem ich das Vergnügen hatte, S« kennen zu lernen, nicht wieder gesehen."
(Fortsetzung folgt.)