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Erstes Blatt

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flefunbeuen Methoden

nämlich mit Hilfe dcS

Volkskrankheiten konnte aber erst geschlagen werden auf Grund der Erkenntnis, daß die alte Lehre vom Zustandekommen einer Gift-Immunität auf einer grundsätzlich falschen Voraussetzung beruht.

Ucberall in der Welt hatte man angenommen, daß die erworbene Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Gift darauf beruht, ursprünglich giftcmpfind- liche Teile des Gesamtorganismus, als welche seit dem sieghaften Vordringen von Virchows Zellulartheorie lebende Zellen angesehen werden, durch allmählich verstärkte Zufuhr von anfänglich kleinen, dann immer größer werdenden Giftdoscn giftunempfindlich wer­den; mit anderen Worten nusgedrückt, das; die Zellen abgestumpft werden gegen Gifte.

R. Koch hatte diese Annahme modifiziert, indem er lehrte, daß speziell der tuberkulinempfindliche Or­ganismus eine auf daS Gift eingestellte lebende Sub­stanz besitze, und daß diese Substanz unter dem Ein­fluß der systematischen Tuberkulinzufuhr abgetötet werde, wonach die Tnberkulinempfindlichkeit auf­höre.*)

Eine ähnliche Lehre batte Pasteur für den Ein­tritt der Immunität gegenüber dem Milzbrand- und Pockenvirus schon vor Koch vertreten; nur daß es sich bei Pasteurs Hypothese um lebendes Virus handelte, das eine spezifische Substanz aufzehrt, die zum Le­ben und Gedeihen der nachgewiesenen Milzbrand­erreger und der hypothetischen Pockenerreger absolut notwendig ist. Nach meiner Lehre von der Jmmuni-

*) R. Koch hat über jeden Zweifel sichergestellt, daß man bei Tieren und beim Menschen willkürlich eine Tuberkulin-Immunität erzeugen kann. R. Koch hat aber auch den weitergehendcn Schluß gezogen, daß mit der Tuberkulin-Immunität gleichzeitig Tu-' berkulose-Jmmunität erworben werde. Diese letztere Schlußfolgerung hat sich als irrig erwiesen, und ge- genlvärtig wird die entgegengesetzt« Hypothese von mir experimentell auf ihre Richtigkeit geprüft, die Hypothese nämlich, ob nicht in jedem Fall von ein­wandsfrei bewiesener Tuberkulose-Immunität ganz gesetzmäßig eine Tuberkulin-Ueberemtzfindlichkeit nach-

Erscheint ivöchentlich sieben mal.

Drück imb Verlag' Joh. Aug. Koch, Umorrsitäts-Bnchdruckerei 40. Jahrq, Marburg, Markt 21. Telephon a5.

Ienncr-Pasteurschen Prinzips der iso- und homöo- therapeutischen Schutzimpfung,*) oder mit Hilfe mei<

*) Das isotherapeutische Prinzip, demzufolge das­selbe Ilgens zur Immunisierung benutzt wird (ison, das heißt Gleiche), welches die zu bekämpfende Krank« heit erzeugt, wird von der Natur im epidemiologi­schen und evizootischen Experiment verwirklicht, wen« beispielsweise Menschen, die mit Pockenbirus, Ma­laria-, Scharlach-, Masern-, Syphilis-, Typhus-. Cholera-, Pest- usw.-Virus ohne unser Zutun infi­ziert worden sind, mit dem Leben davonkommen unb hinterher ungestraft neuen Infektionen ausgesetzt werden können. Dieses isotherapeuKsche Prinzip läuft aber häufig genug übel aus. indem e§ zahl­reiche Menschenleben kostet. Es ist das unsterbliche Verdienst Jenners, daß er das homöotherapeutische Prinzip (von homoion, d. h. gleichartig) bei beit Pocken an die Stelle des isotherapeutischen Prinzip» gesetzt hat. Da? homöotherapeutische JmmunisierungS» Prinzip ist bekanntlich von Hahnemann im Äomöor

tät liegt aber die Sache ganz anders. Ich behaupte, daß bei jeder Erzeugung von Immunität d. leben­den Zellen in ihrer Giftempfindlichkeit nicht bloß nicht abgestumpft, sondern daß sie sogar in hohem Grade giftüberempfindlich werden unter dem Einfluß der immunisierenden Behandlung. Wenn trotzdem der GesamtorganiSmus gift-immun wird, so ist das einzig und allein dem Umstande zu verdanken, daß im Blute Antikörper auftreten, die das neu einge­führte Virus unschädlich machen, bevor cs zu den empfindlichen Zellen vordringen kann.

Marburg

Sonntag. 8. Januar 1905

in.

Es spricht für die Wichtigkeit einer Erfindung auf dem Gebiete des Denkens, des Könnens und des Seins welche letztere Art von Erfindung man als Ent­deckung bezeichnet, wenn Urheberrechte von vielen Seiten angemeldet werden. So darf ich es wobl auch als günstiges Zeichen betrachten, wenn meine Mittei­lung von der Auffindung eines zur Tuberkulose- Schutzimpfung von Rindern geeigneten JmpfstofseS nicht bloß das Interesse der Fachgenossen und der Laienkreise in Anspruch nimmt, sondern auch allerlei Prioritätsanmeldungen gezeitigt hat. Nach meiner Kenntnis der Sachlage würde ein Gerichtshof voll der Art der Patentämter keine dieser Prioritätsan­meldungen berücksichtigen können. Um späteren Le- geildenbildungen auf diesem Gebiet vorzubcugen, habe ich mir die Mühe gemacht, aktenmüßig das hierher­gehörige Material zusammenzustellen. Kurz zusam­mengefaßt gestaltet sich das Ergebnis folgendermaßen:

Mit dem Ciedanken, die Rindertnberkulose mit Hilfe der bei andern Infektionskrankheiten wirksam

Vierteljährlicher Bezugspreis: tm vn Exxrdition 2 Mk., bei allen Postämtenl 2,25 Mk. ^excl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebührr Äe gespaltene Zeile oder deren Ramn 10 Psg, Reclamen: die Zelle 25 Psg.

Marokko.

gewissen kolonialpolitischen Kreisen Deutschlands hat es schmerzlich berührt, daß die deutsche Regierung dem englisch-franzö- Men Abkommen wegen Marokkos untätig zu- izeschaut hat ohne ihrerseits Kompensationen zu fordern. Insbesondere haben einige Kolonial- polUKer darauf hingewiesen, daß die Westküste Marokkos ein fruchtbares Land fei, in dem deutsche Land- und Gartenbauer gleich den al­gerischen Franzosen ein blühendes Paradies fchaAn könnten und daß die westlichen Häfen für unsere Flotte auf der Reise nach den afri- sanifcheu Kolonien einen guten Stützpunkt bilden. Gewiß hat dies alles viel Verführerisches, wenn auch die Beschaffenheit der Häfen einstweilen jedenfalls durchaus nicht den gebegten großen Erwartungen zu entsprechen schernt. Aber gerade wer e8 out meint mit der Entwickelung Unserer KolKumpolitik, mußte diesen deutschen Ansprüchen auf Marokko sehr kühl gegenüber- stehen. Zunächst bietet uns Südwestafrika eine s» fchwierige Aufgabe, daß es nicht wünschens­wert erscheint, unsere Kräfte auf kolonial- politischem Gebiete zu zersplittern und es ist doch bis zur Stunde noch nicht gelungen, diese seit nunmehr 21 Jahren in deutschem Besitz befindliche Kolonie mit Ansiedlern zu besetzen.

Und auch in Ostafrika liegen der wirtschaft­lichen Aufgaben noch so viele vor uns. Dem­gegenüber könnte man ja nun sagen, daß wir auch an die späteren Geschlechter denken müssen und daß es dringend notwendig erscheint, mög­lichst viel überseeisches Land mit der deutschen Flagge zu decken. Diese Auffassung würde aber nur berechtigt erscheinen, wenn unsere äußere «Politik sich noch in der Gefamtstellung befände, die sie zu Bismarck« Zeit einnahm. Das ist jüber nicht der Fall, und es wäre ein Ver­brechen am Daterlande, um einiger kolonialer ZukunstSträume willen inDeutschlands derzeitiger Lage außerpolitische Verwickelungen herbeizu- fführen. Man muß der Regierung deshalb zu Danke verpflichtet sein, daß sie in der marokkani­schen Angelegenheit die Haltung eingenommen hat, die nach Lage der Sache allein richtig er­scheint; nämlich sich weder vorzudrängen noch

Es ist leicht begreiflich, daß eine derartige Lehre, die tiefeingewurzelte Ideen und Dogmen als irrig hinstellte und viele wissenschaftliche Autoritäten ersten Ranges vor den Kopf stieß, heftigen Widerstand fand. Mit dem für die Wissenschaft leider zu früh verstor­benen Münchener Bakteriologen Hans Buchner, der nicht lassen wollte von seiner vorgefaßten Zellular­theorie, und mit Zellulartheraveuten verschiedenster Schattierung, mußte ich heftige Kämpfe ausiechten. Meine Lebre Ivürde auch jetzt noch nicht zur allgemei- uen Anerkennung gekomnien fein, wenn sie nicht eines ftir sich gebabt hätte, was neuen Ideen in der Mensch­heitsgeschichte zu allen Zeiten einen dauernden Wert verliehen hat das ist die Kraft, nützlich umgestal- tend zu wirken aus bis dabin vergeblich bekämpfte Plagen des Menschengeschlechts.

Seitdem ich anerkanntermaßen zur wirksamen Bekämpfung der Divhtherievlage durch die Nuüan- wendnng meiner Idee in der Praxis einiges beige­tragen habe, hat der Widerstand aufgehört. Jetzt sieht man das umgekehrte Schauspiel: Wie um den Vorzug, die Geburtsstätte der Odyssee gewsen zu fein, sich viele griechische Städte gestritten haben, und wie man schließlich dahin gekommen ist, diese einheit­lichste und persönlichste aller Dichtungen für das Werk einer societas anonyma zu erklären, so soll auch die Idee der Antikörper-Immunität in verfcyie- denen Köpfen gleichzeitig aufgetaucht sein, und die Dyphtherieserum-Entdeckung wird in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Namen verknüpft zum Teil trotz des Protestes der Träger dieser Namen.

RechnungSer«ev«isse der Ber- sicherungsan st alten.

Nach der dem Reichstage zugegangenen Nachweis suug der Rechnungsergebnisse der Versicherungsan­stalten für 1903 sind in dem genannten Jahre 152 871 Invalidenrenten, 9215 Krankenrenten, 12 438 Altersrenten, 154 305 Beitragserstattungea hei Heicatsmkien, 778 Bei Unfällen und 32 584 bei Todesfällen' festgesetzt worden. Der Erlös auS,de« Beitragsmarken betrug 134,6 Millionen Mark. Dieser Erlös machte im Jahre 1891, dem ersten der Gel­tung des Jnvalidenversicherungsgesetzes, 88,9 Mlll. aus, war 1894 auf 92,7 Millionen, 1897 auf 104,7. Millionen, 1900 auf 117,9 Millionen Mark gestie­gen, um dann in den letzten drei Jahren sich um weitere 14 Millionen Mark zu erhöhen. Die Steige­rung ist einmal durch die erhöhte Zahl der entrichte­ten Wochenbeiträge diese stiegen von 427,2 Mill, im Jahre 1891 auf 575,3 Millionen in 1903. dann aber auch durch die zunehmende Verwendung von Beiträgen höherer Lohnklassen bedingt. Es zeigt sich auch fast überall eine Abnahme der Verwendung von Beitragsmarken in Lohnklasse I und eine Zu­nahme in den höheren Lohnklassen. An Renten sind im Jahre 1903 rund 117,1 Millionen Mark gezahlt, wovon 75,3 Millionen Mark auf die Anstalten und 41,7 Millionen Mark auf das Reich entfielen. Die Steigerung gegen das Vorjahr belief sich auf nahezu 13,3 Millionen Mark. An den Steigerungen der Rentenzahlungen von Jahr zu Jahr kann man er­kennen, wie schnell der Kreis der Rentner wächst. In den ersten Jahren betrug die Steigerung 5, 6 und 7 Millionen Mark, von 1899 auf 1900 machte sie 11,3, voll 1900 auf 1901 10,5, von 1901 auf 1902 12,9 und, wie schon gesagt, von 1902 auf 1903 sogar 13,3 Millionen Mark au5. Das Gesamtver­mögen aller Versicherungsträger stellte sich am Schluffe des Jahres 1903 aus 1084,3 Mllione« Mark, wovon auf Wertpapiere und Darlehen 1024,8 Millionen, auf Grundbesitz 44,1 Millionen und auf Barbestand 15,4 Millionen Mark entfielen. Vier von den vierzig Versicherungsträgern hatten keine« Grundbesitz. Bei der Mehrzahl der Versicherungs­träger ist der jährliche Zinsertrag gesunken.

Frauenarbeit in Fabriken.

Die Frauenarbeit in den Fabriken hat im Jahre 1903 nach der amtlichen Statistik wieder ein wesent­liche Zunahme erfahren. Es wurden in Deutschland 899 338 erwachsene Fabrikarbeiterinnen gezählt gegen 860 087 im Jahre 1902 und 847 987 im Jahre 1901, so daß die Zahl tm Jahre 1903 um 39 251 oder 4,6

überflüsfiige Anerkenntnisse fremder Ansprüche zu geben. Dies war sicherlich um so richtiger als das französisch-englische Abkommen viel zu wenig mit der marokkanischen Sprödigkeit ge­rechnet hatte. Wie schwer dieser Fehler für Frankreich sich rächen wird, läßt sich heute be­reits klar erkennen. Frankreich wird gerade infolge des von ihm mit England getroffenen Abkommens zu einer Aktion mit Marokko ge­drängt, die ihm außerordentlich schwere Opfer auferlegen wird. Von einem ausgezeichneten Kenner der Verhältnisse ist demStandard" darüber eine Zuschrift zugegangen, die sich sehr lebhaft gegen den europäischerseits dem Sultan von Marokko gemachten Tadel wendet. Dieser sei den Europäern so wohlgesinnt wie nur irgend jemand im Lande. Die wahren Regenten des Landes aber seien die UlemaS d. h. die theologischen Gelehrten für die strenggläubigen MoSlim, die unbestreitbaren Autoritäten und Hüter der Ueberlieferung. Diese verurteilen selbstverständlich grundsätzlich alles, was von Christen kommt und dies ist von schwer­wiegendster Bedeutung in dem fanatischen Marokko. Die französische Hoffnung, auf friedlichem Wege in Marokko einzudringen, sei genau so töricht als wenn ein Bär friedlich einen Bienenstock auslecken wolle.

AlS der junge Sultan vor einigen Jahren sich europäischen Sitten und Anschauungen näherte, verlor er allen Einfluß im Lande, und der Prätendent mit seinem Reichtum an fran­zösischem Golde entfremdete dem als ausländisch gesinnt geltenden Sultan die Mehrzahl seiner Untertanen.

Nun sei aber das einzige, was auf den Sultan Eindruck machte, die Geschlossenheit der europäischen Mächte gewesen, und so seltsam es klingt, so sei es doch Tatsache, daß man in Marokko nunmehr auf Grund des englisch- französischen Abkommens Frankreich für gänzlich isoliert halte und auS der bekannten islamiti­schen Ueberschätzunq der eigenen Kraft heraus glaubt, mit den Franzosen fertig werden zu können. So falsch diese marokkanische Hoffnung sei, so würden die Franzosen doch mit dieser An­schauung zu rechnen haben und zweifellos schwere Opfer bringen müssen. Das ist natürlich Sache der Franzosen. Nicht ohne Wert aber ist es für Deutschland zu sehen, daß die französischen Nationalisten der Regierung bittere Vorwürfe deswegen machen, daß sie so viel französische Kraft an Marokko verschwenden in einem Augen­blicke da England alles daran setze, um Deutsch­land mit Krieg zu überziehen und die prächtigste hierzu sich bietende Gelegenheit sich entgehen lasse. Wenn man ferner den Eifer sieht, mit dem englische Blätter nach dem Falle von Port Arthur Rußland zum Frieden raten, um seine Kräfte gegen Westen frei zu bekommen, so wird mau verstehen, welche Fußangeln für unsere auswärtige Politik in Marokko liegen. B.

1. Oktober, Passau-Hauzenberg, 25,1 km, am 1. No­vember, sämtlich Staatsbahnen. Im Gebiete de» Pfälzischen Bahnen: Rohrbach-Homburg, 15,1 km, am 1. Januar, Homburg-Glanmünchweiler, 21,8 km, ferner Alfenplan-Lauterecken, 19,4 km, und Obern­heim-Bad Münster am Stein, 14,6 km, am 1. Mai, Biebermühle-Waldfischbach, 5,2 km, am 1. Juli. In Braunschweig: Braunschweig - (Nordbahnhof) - Brunsrode-Flechtorf-Fallersleben, 10 km, am f. Oktober, Privatbahn.

Oie Gesamtlänge der vorstehend aufgeführten Linien betrügt 1340 km, davon sind 825 km Staats­bahnen und 515 km Privatbahnen, von letzteren 70 km schmalspurig. Im Jahre 1903 wurden da­gegen eröffnet 820 km (570 km Staats-, 233 km Privatbahnen), 1902: 970 km (697 km Staats-, 273 km Privatbahnen), 1901: 1230 km (678 km Staats-, 552 Kilometer Privatbahnen). Das deutsche Bahnnetz hat also im Jahre 1904, abgesehen voll Linien, die nur dem Güterverkehr dienen, eine unge­wöhnlich große Verdichtung erfahren, namentlich ver­hältnismäßig in Bayern, das 228 km Staatsbahnen und in der Pfalz 78 Privatbahnen fertiggestellt hat.

mtt dem Kreisblatt sür die Kreise Marburg und Kirchymu.

Sanrttaasveilager ZlluMrttF AamÜMMM

Das Avounement aus dieOberheffische Zeitung", daS grützte, meistgelesenste «nd weit» urrfrreitctfU Blatt Marburg» «nd de* Umgegend kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate haben beste« Erfolg.

Immunität.

Von Emil v. Behrmg.

(Schluß.)

II.

Im Lause der letzten Jahrzehnte hat sich mehr und mehr die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß die epidemisch auftretenben Bolkskrankheiten ihren Ur­sprung pflanzlichen und tierischen Giften verdanken, die von kleinsten Lebewesen produziert werden. Diese Lebewesen (Mikroven oder Mikrokokken) sind z.:m Teil aber so klein, daß wir selbst mit den schärfsten Mikroskopen sie dem Auge nicht sichtbar machen kön- uen. Seit wenigen Jahren bin ich nun mit meiner Lehre durchgedrungen, daß die erworbene Immunität gegenüber der Diphtherie und dem Wundstarrkrampf ebenso zu beurteilen ist, wie die im Altertum be­kannten Jmmnnitätphänomene, die in der französi­schen Sprache unter dem NamenMithridatismc zusammengefaßt werden.

Gegenwärtig gibt es bloß noch wenige Mediziner, ^die nicht fest davon überzeugt sind, daß auch die er­worbene Immunität menschlicher Individuen gegen­über den Pocken, der Eholera, der Pest, den typhösen Erkrankungen, der Kokkenkrankheiten usw. unter den Begriff des Mithridatismus fallen, demzufolge die "(fache der Immunität in der Gewöhnung an den giftigen Krankheitsstoff zu suchen ist.

^chaa vor dem Jahre 1890, bevor ich meine erste MUteilung in Gemeinschaft mit dem Japaner Jfttafo über die willkürlich erzeugte Immunität bei gieren gegenüber dem Tiphtheriegift und gegenüber dem Tetanusgift veröffentlicht hatte, waren in der kmffenschaftlichcn Medizin verschiedene Fälle von Gift- gewöhnung diskutiert worden. Ich erinnere bloß an

Arsen-Immunität, die Morphium-Immunität, an verschiedene Pflanzengift-Im m uni täten und an »ie Jarg vor meiner eigenen Mitteilung über die »iphtheriegist-Jmmunität bekannt gewordene Tuber- ftniK-Immunität. Die Brücke von der Gift-Jmmu- nitnt zur Immunität gegenüber den gefürchteten

Umschau.

Neue deutsche Eisenbahnlinien.

Jnr verflossenen Jahre 1904 wurden innerhalb Deutschlands nachstehende Eisenbahnen dem Betrieb Übergeben:

In Provinz Pr e u ß e n: Pogegen-Langszargen, 22,1 km am 1. Mai, Staatsbahn. In Provinz Posen: Gostyn-Gostkowo, 27,4 km am 1. Oktober, Privatbahn. In Provinz Schlesien: Siegersdorf- Löwenberg, 28 km am 27. Juli, Christian siadt-Grün- berg, 29,8 km am 1. August, Schweidnitz Charlotten- brunn, 24,2 km, Gleiwitz-Jdaweiche, 20,7 km und Friedberg am Queis-Landesgrenze (Richtung auf Heinersdorf, 7,6 km am 1. Oktober, Lorenzdorf» Neuhammer am Queis (Teil von Lorenzdors-Sagan). 9,7 km, am 1. November, sämtlich Saatsb ihnen, Chrocpaezow-Lippine, 3,3 km, schmaspurig, am 1. tober, Privatbahn. In Provinz Brandenburg: die Brandenburger Städtebahn Treuenbriezen-Nauen- Neustadt an der Doffe, 125,6 Kilometer, am 25. März, Privatbahn, Forst-Guben, 30,6 Kilometer, am 1. Juni und Treuenbriezen-Beelitz, 20,1 km, am 1. Oktober, Staatsbahnen, Brandenburg-Roskow, 19,4 km, am 1. Oktober, Privatbahn. In Provinz Sachsen: Dankmarshausen-Heringen, 4,6 km, am 1. April, Querfurt-Bitzenburg, 15,9 km, am 1. Juli, Ilmenau-Stützerbach am 15. August und weiter bis Schleusingen, am 1. November, zusammen 31,9 km, sämtlich Staatsbahnen, Gardelegen-Calbe, 21,6 km, am 25. März, Privatbahn. In Provinz Schlesivig- Holstem: Kiel-Osterrönfeld, 30,8 km, am 15. Ok­tober, Staatsbahn, llstrup-Toftland, 36,4 km, schmal­spurig, am 2. April, Schleswig-Satrup, 81,5 km, am 15. April, Privatbahnen. In Provinz Hannover: (Münder)-Großnenndorf-Lauenau, 8,4 km, am 15. Oktober, Wahnebergen-Rethern, 15,8 km, am 20. Oktober, Staatsbahnen, Celle-Wittingen, 50,0 km, am 16. August, Privatbahn. In Provinz Westfalen: Hamm-Oestingbausen, 25,5 km, schmalspurig, am 1. April und Piesberge-Rheinc, 5,0 km, schalspurig, am 16. Mai. Privatbahnen, Herford-Kirchlengern, 9,5 km, am 1. Juli, Borken-Coesfeld, 31,4 km, und Oerlinghausen-Bielefeld (Rest von Lage-Bielefeld), 11,5 km. am 1. Oktober, Staatsbahnen. In der Rheinprobinz: Rheinhauseu-Trompet-Mörs, 9,4 km, am 6. April, und Mörs-Cleve, 54,3 km, am 15. August, Coblenz-Mayen, 37 km, am 1. Oktober, sämtlich Staatsbahnen, Kaldenkirchen-Brüggen, 12,5 km, am 1. April, Privatbahnen. In Provinz Hessen-Nassau: Wilhelmshöhe -Naumburg

(Hoffen), 33,6 km, am 1. April.

Im Großherzogtum Hessen: Butzbach-Lich, 19,3 km, am 28. März, Hetzbach-Beerfelden, 5,1 km, am 1. Mai, Freiweinheim-Nieberingelbenn-Partenheim, 21,5 km, am 24. Oktober, sämtlich Privätbahnen; BischofSheim-Mombach (Mainzer Umgehungsbahn), 13,1 mk, und Mainz-Kurve, 6,0 km, am 2. Mai. In den Reichslanden: Deutsch-Oth-Berg, 4,8 km, am 1. März, Chateau-Salins-Liocourt, am 1. März, und Lioeourt-Metz, am 1. Dezember, zusammen 58,1 km. In Baden: Billingen-Dürheim, 5,7 km, am 1. August, Staatsbahn. In Württemberg: Metzingen-Urach, 10,4 km, am 1. April, Laupheim- Schwendi, 16 km, am 17. Mai, Roßberg-Wurzach, 11 km, am 21. Juni, Staatsbahnen. In Bayern: Ranna-Auerbach, 8 km und Landau-Arnstorf, 25,5 km, am 1. Januar, Bayreuth-Hollfeld, 32,7 km, am 12. März, Frensdorf-Burgebrach, 9;7 km, am l.Mai, München-Giesing-Aying, 21,5 km, am 6. Juni, Mem­mingen-Legau, 16,9 km, am 23. Juni, Neustadt a. Aisch-Demantsfürth-Uhlfeld, 15,4 km, am 12. Juli, Preffath-Eschenbach (Oberpfalz), 11,4 km, am 20. Juli, fortgesetzt bis Kirchenthumbach» 9,8 km, am 7. Dezember, Nabburg-Ober-Viechtach, 29 km, am 18. August, Delling-Riedenburg, 23 km, am