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Unter den dem Lande Entstammenden sind alle auf dem Lande Geborenen, ob in der Land­wirtschaft oder im Gewerbe Tätigen, sowie auch die wenigen inStädten" (Ackerstädten usw.) geborenen Landwirte zu verstehen. Zwi­schen diesen drei hier in einer Rubrik zusam­mengefaßten Gruppen, die zusammen noch heute volle zwei Drittel des Heeresersatzes liefern, be­stehen hinsichtlich ihrer Kriegstüchtigkeit wesent­liche Unterschieds nicht. Trotzdem haben wir

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mH dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

IM» dm Kkilagm: .Merorischer Anzeiger",z-ndwirtschastlich- Heil«,,« ««dMigrierte» S-«»t-g«l,l-U".

Dora wiederzusehen, wollte sie es tun. Aber konnte sie es nicht, ohne erkannt zu werden?"

Ich habe doch oft davon gelesen," dachte sie, daß Menschen sich so verkleiden, daß sie ganz unkenntlich sind." Was andere getan hatten, mußte auch sie können. Bon dem Augenblick an hatte diese Idee sich im Kopf festgesetzt und sie grübelte Tag und Nacht darüber nach, wie sie dieselbe ausführte.

Sie schaute eines Abends ihr Gesicht lange im Spiegel an. Es war fast unmöglich, daß jemand in ihr die schöne strahlende Ellen Ches- leigh früherer Jahre wiedererkannt hätte. Ihr starkes blondes Haar war alles fort, eine Mütze umschloß ihr Gesicht, welches blaß und mager war.

Ich bin völlig verändert," sagte sie halb­laut;meine eigene Mutter würde mich nicht er­kennen."

Immer qualvoller wurde die Sehnsucht nach ihrem Kinde und eines Tages kam der Zufall ihr zu Hilfe.

Sie brachte einer Krairken etwas Suppe und Wein und hörte dort von einem gräßlichen Mord erzählen. Es fei dem Mörder durch eine Ver­kleidung gelungen, sich längerer Zeit in der Nähe des Tatortes aufzuhalten.

Plötzlich warf Jemand ein:

Dann war er wohl bei Devaile gewesen?" Und die Antwort lautete:Ja."

Wer ist Devaile?" fragte Ellen inter­essiert.

Das ist ein Mann, zu dem die Leute gehen, wenn sie sich unkenntlich machen wollen," war die lachende Entgegnung,

Nur Männer natürlich?" fragte Ellen atemlos.

Männer und Frauen, das ist ganz gleich. Es ist der Mühe wert zu sehen, was er leistet."

Eine neue Hoffnung erfüllte die junge Frau. Sie wollte den Künstler heute noch aufsuchen. Verstand er seine Sache wirklich gut, so konnte jU ruhig nach England reisen und jhr Kind.

esse nicht einer Berufsklasse, sondern im Inter» esse der ganzen Nation Land und Mittelstai^ als Grundmauern aller wertvollen Kräfte auch vor dem langsamen Abbröckeln zu bewahren?, Oder wird der Dichter Horaz nicht nur sür die römische, sondern auch für unsere Nation recht behalten mit seiner Prophezeiung:

Der Vater, schlechter schon als der Ahn es war^ gab uns noch mindre Kraft. Bald folgen Erben, die ganz in Schwäche versinken?" CL

noch die auf dem Lande geborenen Landwirte m einer besonderen Spalte daneben aufgeftihrt. Es springt schon aus der Tabelle der nicht unbe­trächtliche Vorrang der Landbevölkerung deut­lich ins Auge.

Leider aber genügt diese Statistik nicht, um ein völlig richtiges Bild der deutschen Wehr- fähigkeit und ihrer Grundlagen zu gewinnen. Was nämlich unter den stadtgeborenen Eewerbs- tätigen von der Reichsstatistik in einer Rubrik, in obiger Tabelle in der dritten Spalte gegeben wird, das sind sehr verschiedene Volksterle. Hier- zu gehören nämlich alle in Orten geborenen Er­werbstätigen, die heute, nicht etwa vor 20 Jahren, nicht also im Geburtsjahre der Rekru­ten, mehr als 2000 Einwohner zählen. Hier­unter befinden sich also eine große Masse noch heute, sicher aber früher rein ländlicher Orte. Doch auch der wirklich von gewerbstätigen El­tern abstammende Teil dieser statistischen Gruppe birgt sehr verschiedene Elemente. Das Klein­gewerbe, die Handwerker, die Kaufleute kleiner und großer Städte und ländlicher Orte sind hier mit den Fabrikarbeitern usw. in einen Topf ge­worfen. In Wahrheit gehört nicht nur seinen Interessen, sondern auch seinem gesundheitlichen Charakter nach das Kleingewerbe mit dem Landbau zusammen. Dies ersehen wir indirekt, aber deutlich genug aus der letzten Spalte obiger Tabelle. So niedrig wie die Kriegstüch­tigkeit der geborenen Berliner danach ist, so niedrig ist auch die Kriegstüchtigkeit anderer Großstädte, wie Hamburg und Dresden. Dies zeigt u. a. die Untersuchung von Abelsdorff. Der wirkliche Gegensatz besteht also nicht zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher,, sondern zwischen landwirtschaftlicher und kleingewerb­licher (ländlicher und kleinstädtischer) Bevötrer- ung einer- und großindustrieller (großstädti­scher) Bevölkerung andererseits. Während aus den Reihen des ländlichen Mittel- und Arbei­terstandes, sowie aus-denen des städtischen Mit­telstandes ziemlich gleichviel Kriegstüchtige her­vorgehen, nämlich an 60 Prozent, reduziert sich diese Ziffer unter der Herrschaft des Großkapi­talismus auf 40 bis herab zu 34 Prozent.

Trotz der Unzulänglichkeit der Statistik aber können wir noch ein Zweites aus ihr mit Sicherheit erkennen. Von Jahr zu Jahr ver­schlechtert sich die Gesundheit und körperliche Brauchbarkeit der stadtgeborenen Bevölkerung, während die landwirtschaftliche die ihrige wenigstens nicht bis zu dem Grade zu verschlech­tern scheint, daß ihre Militärtauglichkeit herab­ginge. In drei Jahren hat sich die Quote der Tauglichen bei den Stadtgeborenen um 2/2 Proz. vermindert. Die vielen hoffnungsseligen Behauptungen von einer Besserung der Gesund­heit gehen gänzlich irre. Um wieviel stärker aber noch die Verminderung .der großindustri­ellen Kriegstüchtigkeit ist, das ersehen wir aus den Zahlen der Berliner Rekrutierungsstatistik. Von 1894/95 bis 1901/02 sank die Tauglich­keitsziffer der in Berlin wohnhaften Rekruten von 41,9 auf 35,8.

£>9,4

58,6

59,2

59.1

59,1

sehen. Sie ließ sich die Adresse geben und ver­lor keine Zeit, ihren Plan auszuführen.

Die Erfahrungen, die der Besuch bei Mon­sieur Devaile für Lady Chesleigh brachte, waren wohl die wunderbarsten, die sie je gemacht hatte. Daß die Kunst, Menschen zu entstellen und äußer­lich zu verwandeln, als ein Geschäft betrieben wurde, war ihr völlig unverständlich und beson­ders, daß ein solcher Geschäftszweig etwas etn- brachte. Wie viele Menschen mußten Grund haben, unerkannt in der Welt herumzugehen, wenn ein Mann sein Leben von solcher Kunst fristete.

Sie wurde in ein Empfangszimmer geführt und mußte eine Zeitlang warten, bis Monsieur Devaile erschien. Er musterte sie einige Augen-z blicke und erkannte sofort, daß sie nicht zu der Klasse Menschen gehörte, aus der seine Kund­schaft sonst stammte. Dies war eine feine Dame. Das schlichte Kleid und der einfache Hut täusch­ten ihn nicht, die elegante Figur, die gepflegten Hände, das ganze Auftreten verriet, in welchen Kreisen Ellen heimisch war.

Eie wünschen mich zu sprechen," sagte Mon- sieur Devaile,womit kann ich dienen?"

Ich möchte eine Maske haben," erwiderte Ellen,die mich so verändert, daß meine näch­sten Angehörigen mich nicht erkennen."

Das wird für Jhr Gesicht schwer zu machen sein."

Daran zweifle ich nicht, aber ich bitte Sie, den Versuch zu machen."

Er sah sie beobachtend an.

Es wird gehen," sagte er dann,aber Sie müssen alle persönlichen Reize darangeben."

Was liegt daran," sagte Ellen ungeduldig. Sie müssen mein Aussehen ganz verändern, mir ein zweites Ich geben. Ich habe meine Haare verloren," fügt sie fort, indem sie die eng anliegende Mütze abnahm.

Wie schönt" lief Monsieur Devaile bewun­dernd au«

5i,0 52,7

51,3

50.6

51,9

Nun beachte man aber weiter, um den zer­störenden Charakter der ungehemmten groß­kapitalistischen Entwicklung in vollem Umfang zu begreifen, daß es allemal die kräf­tigsten Elemente sind, die dem Lande den Rücken kehren. Nur diese Tatsache, die übrigens neben den deutlich sicht­baren Erfahrungen des täglichen Lebens auch mannigfach statistisch direkt erhärtet ist, erklärt es, warum die landgeborenen Erwerbstätigen nur um ganz Weniges in Kriegstüchtigkeit hin­ter den landgeborenen Landwirten zurückstehen. Die auf dem Lande Geborenen, von dort Abwan­dernden übertreffen eben die Zurückbleibenden bc' weitem an Körperkraft, freilich nur um schon in wenigen Jahren städtischen Daseins, bis zum Rekrutierungsalter, mehr als diese ganze Ueber- legenheit einzubüßen.

Die doch schon niedrigen Zahlen ländlicher Kriegstüchtigkeit, wie sie dis amtliche Statistik aufweist, sind eben das Ergebnis dieses zer­störenden Ausleseprozesses, der nun schon mehr als drei Generationen lang andauert. Das Land bleibt jedoch selbst bei ungehemmter Landflucht das einzige Reservoir der Verjüngung der Volks­kraft. Denn die ihm entführten besten Kräfte entarten in der Stadt weit rascher als die Land­bevölkerung an kräftigem Zuchtmaterial. Diese Tatsache ist aus den genannten Arbeiten von Abelsdorff und Wellmann sogar für mehrere Generationen zu erweisen. Die Tabellen beider zeigen zwar, daß von der gegenwärtigen Ge­neration von Arbeitern etwas mehr als von den vergangenen gedient haben. Jedoch hat man hier zu berücksichtigen, daß früher eben weit we­niger Taugliche ins Heer eingestellt wurden als beute. Die Zahl dieser Eingestellten ist ja in der Hauptsache (außer den 4 Prozent Einjähri­gen) durch den Etat festgelegt. Und ferner ist zu berücksichtigen, daß vor 1893 weit mehr Taug­liche als untauglich zum Ersatz usw. überwiesen wurden, als heute. Es ist erweislich, laß die Verstärkung der Friedensprüsenzstärke von 1893 allein die Quote de- als tauglich Bezeichneten seit dem um ca. 8 Prozent hob, nicht etwa weil plötzlich in einem Jahre eine solche Verbesserung der Gesundheit eingetreten wäre, sondern weil so viele Leute mit derselben Konstitution, die früher den Untauglichen beigezählt wurden, jctztx als tauglich eingestellt wurden, nur in­folge genauerer ärztlicher Untersuchung. Wenn man diese Tatsachen berücksichtigt, kommt man zu dem Schlüsse, daß die vorige Generation der städtischen Arbeiter, auch abgesehen von den noch auf dem Lande tätigen Vätern um etwa 20 Pro­zent kriegstüchtiger war als die gegenwärtige. Dies alles trotz der Fortschritte der Hygiene, trotz der Erhöhung des Einkommens der V"lks- massen, trotz der starken Verkürzung der Arbeits­zeit, wie sie gerade seit den siebziger Jahren allenthalben eingetreten ist.

Werden die in erster Linie dazu Berufenen aus diesen Tatsachen allmählich die notwen­digen Folgerungen ziehen, und werden diese alles tun, was in ihren Kräften, um im Jnter-

1903 57.1

1904 56,4

1905 56 3

3906 55 9

Durchichn. 5o,i

Unter der Maske.

Roman von Lady Georgina Robertson.

(Fori Setzung.)

Zu Zeiten vergaß sie ihren eigenen Kummer über dem ihrer Nebenmenschen und so verbrachte sie ein ganzes Jahr in solch' stillem Wohltun. Aber der Tag kam, an dem ihr Herz wieder er­wachte und ihre Vereinsamung ihr unerträglich wurde, an dem aller Stolz, alle Bitterkeit unter­ging .in der großen Liebe zu ihrem Kinde und der brennenden Sehnsucht, es nur noch einmal wicderzusehcn.

Ein Zufall erweckte diese Gefühle. Ellen sah eines Tages auf dem Platze vor der Madeleine ein kleines, blondlockiges Mädchen, das seine Mutter verloren hatte. Es lief weinend herum und rief:

Mama, Mama, ich Habs meine Mama ver­loren."

Jhr Herz neigte sich dem Kinde zu, sie nahm es auf den Arm, und es legte sein Köpfchen vertrauensvoll an sie.

Mama," wiederholte es leise.Willst Du mich zu Mama bringen?"

Diese Worte trafen Ellen wie ein Schlag, sie erweckten die schlafende Mutterliebe in ihr und die ganze Ergebung, zu der sie sich mühsam durchgerungen hatte, war mit einem Male dahin.

Dort in England war ihr Kind, nach dem sie sich sehnte und das vergeblich nach ihr ries. Was war ihr Stolz, ihr Kummer gegen die Liebe ihres Kindes! Hatte sie dies ganze Jahr geträumt? Hatte sie wirklich geglaubt, ohne dieselbe fortleben zu können?

Und doch kämpfte sie den alten Kamps noch einmal. Eie konnte und wollte nicht von ihrem einmal gefaßten Entschluß lassen. Er hatte sie zu viel gekostet, sie und andere, jetzt konnte sie Nicht mehr iutiia; selbst nicht um de» Preis,

oonden geb. Ber- linern

34,4 33,6 84,6

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Das Abotmemeut

flmf dieObertzesjifche Zeitung", vaS größte, meistgelesenste und weit- verdreitetste Blatt Marburgs und der Umgegend kostet vierteljährlich nur S.25 Mk. Inserate habe« besten Erfolg.

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Abstammung, Beruf und Heeres- Ersatz.

. Anter diesem Titel ist vor kurzem ein Buch von Dr. E. Wellmann (Leipzig) erschienen, das ebenso wie das 1905 erschienene von Abelsdorff: Die Wehrfähigkeit zweier Generationen" die Entwicklung der Kriegstüchtigkeit unseres $ol= kes durch längere Zeiträume hindurch zum Ee- aenstand hat. Beide untersuchen an der Hand der Musterungsergebnisse von 20003000 groß­städtischen Arbeitern diese Frage. Die amtliche Rekrutierungsstatistik gewährt uns einen sicheren Einblick nur in die Gegenwart, das heißt die letzten 4 Jahre, bis zu einem gewissen Grade zurück bis 1893. Die Ergebnisse dieser seien hier kurz wiedergegeben. ~

Es waren von 100 gemusterten Rekruten des Reiches im Jahresdurchschnitt tauglich 1893/95: 56,7/1896/1900: 54,3, 1901 bis 1905: 55,6. Diese Zahlen sind nicht ganz genau. Es fehlen ihnen die nur aus Rücksicht auf bürgerliche Verhält­nisse nicht ausgehobenen Tauglichen. Für, dre Zeit von 1903 an ergibt sich auf Grund einet korrekten Statistik folgendes Bild:

Von 100 endgiltig abgefertigten Rekruten waren volltauglich

Deutsches Reich.

__ Nähere Mitteilungen über den JnhaU der Eewerbeordnungsnovelle. Die im Reichs­tage, wie schon erwähnt, zur Verteilung gelangte Eewerbeordnungsnovelle behandelt eine ganze Anzahl von Bestimmungen über die gewerb­lichen Verhältnisse. Zunächst ist eine anbei» weite Fassung der Anordnung über die Aus­stellung von Zeugnissen für gewerbliche Arbeiter und eine Ergänzung der- Vorschriften über die Einführung von Lohnbüchern oder Arbeits­zetteln vorgesehen. Sodann werden Abänder­ungen betreffs der Verpflichtung zum Besuche von Fortbildungsschulen vorgeschlagen. Danach soll der ortsstatutarische Fortbildungsschulzwang für Arbeiterinnen unter achtzehn Jahren etnge» führt werden. Die Bestimmung, wonach der Bundesrat für Gewerbe, in denen durch über­mäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die sundheit der Arbeiter gefährdet wird, Vorschrif­ten über Dauer, Beginn und Ende der Arbeits­zeit erlassen kann, soll dahin erweitert werden, daß dem Bundesrate die Vollmacht gegeben wird, auch das Verhalten der Arbeiter im Be­triebe zu regeln. Ferner soll die sich auf den Paragraph 120e stützende Befugnis neben dem Bundesrate auch den Landes-Zentralbehörden und den Polizeibehörden übertragen werden, da sich herausgestellt hat, daß Vorschriften über Dauer, Beginn undLnde der Arbeitszeit auch für bestimmte Gegenden und einzelne Orte erlassen werden müssen. Weitere Aenderungen beziehen sich auf die möglichste Gleichgestaltung der Rechtsverhältnisse der Handlungsgehilfen einer, seits und der Werkmeister, Techniker usw. an- derseiis. Nur bei der Konkurrenzklausel soll die Beschränkung hinsichtlich des Zeitraumes dann keine Anwedung finden, wenn während der Dauer der Konkurrenzbeschränkung den Ange­stellten das zuletzt von ihnen bezogene Gehalt fortgezahlt wird. Auch soll die Anwendung der neuen Beschränkungen sich nur auf solche Ange­stellte erstrecken, die ein Gehalt von weniger als 8000 Mark für das Jahr beziehen. Diese Vor- behalte sind gemacht, weil cs sich in der Indu­strie mehr um die Wahrung von Vetriebsge- Heimnissen handelt, als in kaufmännischen Ge- schäften. Sodann sind einschneidende Aen­derungen in den Vorschriften über die Arbetts- verhältnisse in den Fabriken vorgeschlagen. Zu- nächst ist der bisher in die Gewerbeordnung aus­genommene Fabrikbegriff völlig ausgeschaltet.

Der ganze Kopf war mit kurzen, goldigen Locken bedeckt, die ihr das Aussehen eines Km- des gaben.

Kommen Sie mit mit, Madame," setzte er hinzu,ich weiß jetzt, in welcher Art ich Ihnen dienen kann." . , M

Schweigend folgte Ellen ihm in sein Arbeits­zimmer und während er feine Vorbereitungen machte, hatte sie Muse, sich umzusehen Der Raum glich einem automatischen Kabinett, man sah Perrücken von jeder Größe und Farbe, weiße und dunkle Bärte, falsche Augenbrauen und Schnurrbärte, aus Wachs geformte Glied­maßen, Arme und Hände, Glasaugen und falsche Zähne. Masken aller Art hingen an den Wän- den und Ellen ließ entsetzte Blicke über alles gleiten.

Monsieur Devaile war sehr höflich und zu­vorkommend. Er bat sie, sich nicht z» ängstigen und erzählte ihr so amüsante Ge­schichten von Menschen, die seine Kunst i» Anspruch genommen hatten, daß ihr Interesse geweckt wurde. Weich' eine wunderbare Welt war es doch'. Wie viele erschütternde Dinge passierten, während ihr Leben ruhig dahinfloß.

Sie hörte von Männern, die fliehen mutzten, um

ihr Leben zu retten, während Frauen zu Hause in Angst und Sorge vergingen. Andere gaben

ihr letztes Geld hin, um einen verirrten gelieb­

ten Sohn zu retten.

Ellen fing an zu begreifen, datz ihr Kummer

nichts war gegen den anderer. Wie unbe­

deutend kam sie sich vor gegen die große Menge und ihre Schicksale. Dort waren wirklich tröst- lose Verhältnisse: Mord, Aufruhr, Hochverrat, beständiger Kampf ums Leben. Sie batte in Southwald das Dasein einer Treibhauspflanze geführt, jeder rauhe Luftzug war ihr fetng* lüften und so hielt sie ihr Schicksal für bet; schwerste, das einen Menschen treffen könnte, (Fortsetzung folgt.).

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?em Lande | den Städter * l * * * * * *y^180e,b

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xJl2. tHH: A«fertl»N»gebühr: die gespaltene Zelle oder deren Slam» IS Pfg. gnnilfflti 29. 1907. Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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