mit dem Meisblatt für die Kreise Marburg und
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Marburg
Dienstag, 24. Dezember 1907.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, UmvcrsitStSÄnchdruckeret Marburg, Markt 21. — Telephon 55,
42. Jahrg.
Erstes Blatt.
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regten Szene, die durch das energische Verlangen der Frau von Heyden veranlaßt wurde, endgültig entlasten zu werden. Die Zeugin machte über die Art, wie sie vernommen worden sei, eine Bemerkung, die der Vorsitzende in einer scharfen Rüge zurückwies.
Nach Schluß der Sitzung erlitt Harden einen Anfall von Schwäche, der aber durch di» Hilfe der anwesenden Aerzte behoben wurde.
Morgen werden keine Verhandlungen stattfinden, sodaß der Prozeß erst nach Weihnachten zu Ende geführt werden wird, da die heutigen Verhandlungen noch nicht die Plaidoyers bringen werden.
Karde» dar der
Staatsanwaltschaft.
! Die Sonnabendsitzung währte von 10 Uhr morgens bis abends halb 7 Uhr. Es wurde nur unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Der Oberstaatsanwalt und der Vorsitzende betonen es als Pflicht der an der Verhandlung beteiligten Personen, ihrerseits nichts über den Gang der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Vernehmungen verlauten zu lassen.
Rach einem Wolffschen Telegramm teilten wir bereits am Samstag mit, daß nach r^stünd. Vernehmung des Grafen Moltke eine Pause cintutt, die Vergleichsverhandlungen dienen soll. Stach der Pause wird Fürst Eulenburg von seinen beiden Söhnen in den Saal geführt, um vernommen zu werden. Die Ver- nehinung der Frau von Elbe wird fortgesetzt. Die „Franks. Ztg." will wisten, und zwar zuverlässig, „daß das Zeugnis der Frau von Elbe, deren Vernehmung auch heute wieder stundenlang gedauert hat, wesentlich anders ausgefallen ist, als in der ersten Vernehmung, in welcher diesem Zeugnis von dem Grafen Moltke und seinem Verteidiger gar nicht entgegengetreten wurde."
Dis Vernehmung der Frau von Elbe berührte alle Einzelheiten ihrer Aussage aus der Schoffengerichtsverhandlung. Hierauf tritt eins kurze Mittagspause ein. Die Vergleichsverhandlungen sind gescheitert. In der Mittagspause will Justizrat Dr. Sello einen umfangreichen Beweisantrag formulieren, der sich auf die objektive Glaubwürdigkeit der Frau v. Elbe bezieht. Falls diese Beweise erhoben werden, wird die Verhandlung bis zum Weihnachtsfeste nicht beendet werden können.
Nach der Mittagspause wird zunächst die Vernehmung der Frau v. Elbe beendet und dann zur Vernehmung der Frau v. Heyden, der Mutter der Frau v. Elbe, sowie ihres Sohnes, Leutnant v. Kruse, geschritten.
Nachdem noch die frühere Gesellschafterin der Frau v. Elbe, Fräulein Nosenbauer, ferner der Haushofmeister Geeritz und Freiherr Adolf v. Berger, der Direktor des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, vernommen worden sind, wird die Weiterverhandlung euf Montag 10 Ilhr vertagt.
Man berichtet außerdem noch von einer er-
j Nachdruck verboten.
Kismet.
Wcihnachts-Novellclte von Hedda von Schmid. (Schluß.)
Kaum war Dirkens unter Dach und Fach und saß rauchend in Fredenhalls Schreibstube, als der Wind in Sturm umschlug und mit rasender Geschwindigkeit den dicht und grohslockig herabwirbelnden Schnee vor sich hertrieb. Inga hatte Dirkens flüchtig und frostig begrüßt — was wollte der nur? So kurz vor dem Fest macht man doch auf dem Lande keine nachbarlichen Besuche. Da gab es im Hause genug zu tun. Aber freilich — für die kleine Marrit Dirkens putzte wohl irgend eine gleichgültige warum ihr Herz plötzlich so schnell pochte.
Hand das Christbüumchen . . . Merkwürdig, warum ihr Herz plötzlich so schnell pochte.
Dirkens stand hinter ihr. „Darf ich helfen, Fräulein Inga?"
„Ach nein. Danke sehr" — verbesserte sie sich, denn ihre Ablehnung hatte doch zu schroff ge- ‘lungcn.
„Ja— ich bin wohl aus der Hebung gekommen — seit mein Haus so einsam ist."
Er 'brach verlegen ab. „Um Eotteswillen," dachre Inga und wurde glühend rot. Vor Aerger natürlich. Was dachte sich dieser Mann eigentlich, der an einer Annie Leisewitz Gefallen gefunden hatte . . .? Dirkens gab sich innerlich «inen Ruck — weit kam er nicht mit seinen Worten; denn Inga fiel ihm in die Rede. „Was er sich eigentlich einbilde. Ob er meine, seinem Kinde was Gutes zu tun, wenn er von Haus iu Haus zöge auf der Suche nach einer Stiefmutter für das beklagenswerte Wurm. Ob's 5ie Rechte sei, daraus sehe er einfach nicht, Er
Deutsches Reich.
— Der Kaiser traf Samstag abend wieder im Neuen Palais zu Potsdam im Automobil von Wusterhausen ein. Sonntag morgen traf Prinz Heinrich von Preußen in Potsdam ein. Vormittags unternahmen die Majestäten mit den anwesenden Söhnen und der Prinzestin Viktoria Luise einen Spazierritt. Später hörte der Kaiser die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarineamts und des Chefs des Militärkabinetts; empfing den Prinzen Joachim Albrecht und zur Abmeldung den sächsischen Geh. Staatsrat Dr. Paulßen und den Gesandten Dr. Michahelles.
— Die Taufe des jüngsten Hohenzollern- sprostes. Samstag nachmittag fand im Marmorpalais in Anwesenheit der kaiserlichen Herrschaften die Taufe des jüngstgeborenen Sohnes des Kronprinzen statt. Dis Taufe wurde durch den Oberhofprediger Schloßpfarrer D. Dryander vollzogen. Der Täufling erhielt die Namen Louis-Ferdinand, Viktor, Eduard, Adalbert, Michael, Hubertus.
— Prinz Ruprecht von Bayern zur Neujahrsgratulation in Berlin. Aus München wird berichtet: Prinz Ruprecht von Bayern kommt als kommandierender General des ersten bayrischen Armeekorps mit den beiden anderen kom- mandierendne Generalen und den Kommandeuren der beiden bayrischen Regimenter des Kaisers zur Beglückwünschung des Kaisers am Neujahrstage nach Berlin. Die Begegnung des Prinzen Ruprecht mit dem Kaiser wird in Hinblick auf die Sache des Flottenvereins diesmal begreiflicherweise mit besonderem Interests entgegengesehen.
— Der Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg, der am Samstag in Stuttgart vom König von Württemberg in Audienz empfangen worden war, ist Sonntag vormittag in Darmstadt eingetroffen. Er wurde um 1 Uhr vom Großherzog empfangen und sodann zur Hoftafel gezogen.
— Ernennung. Der „Reichsanz." veröffentlicht die Ernennung des Wirkt. Legationsrates v. Jagow zum Gesandten in Luxemburg.
— Vortrag des Gouverneurs von Deutsch- Ostafrika Graf Götzen in Paris. Im Vereinssaale der Zivilingenieure hielt der Gouverneur
möge doch mal in sich gehen — und ein Mädchen, das etwas auf sich hielte, nähme nie und nimmer einen Mann, der überall schon angeklopft habe."
Damit war Inga aus dem Zimmer und Dirkens stand allein im Zwielicht vor dem halbfertigen Chriftbaum. Nun hatte er ja seine Lektion dahin und konnte seinen Schlitten bestellen. Und der Korb, den er heute heimfahren mußte, war ein Ding aus recht grobem Geflecht.
Doch am Heimfahrt war vorerst nicht zu denken. „Teuerster, das wäre ja heller Wahnsinn bei dem Unroctter,“ sagte der alte Freden- hall gemütlich. „Nein — nein, Sie bleiben zum Abendbrot da — nachher sehen wir uns an, wie Inga die Dorfkrabben beschenkt." Daß die Tanne halb geschmückt war, fiel nicht weiter auf, auch die Tränenspuren auf Ingas Gesicht waren nicht mehr sichtbar. Die Kinder jubelten um den Baum. Da kam ein Kleinchen unversehens einer tief herabgebrannten Wachskerze zu nahe und blitzesschnell fing das Schürzchen Feuer. In seiner Angst rannte das Kind um den Baum — das Weihnachtslied auf den Lippen der anderen verstummte, ein jähes Jammergeschrei erhob sich. Ehe man sich dessen versah, hatte Dirkens zugegriffen, das Kind in seine Arme ge- risten — unter seinen Lodenrock und die Flamme mit seinen Händen erstickt. Das brüllende Jungchen kam mit dem bloßen Schrecken davon, aber Dirkens Linke wies eine Brandwunde auf. Da war Inga schon neben ihm. „Um Gott — Sie haben sich verletzt, ich will sie gleich verbinden — wir haben immer Brandsalbe in unserer Hausapotheke vorrätig."
„Es sei ja nicht der Rede wert" — meinte er — aber Inga war ganz verändert und kleinlaut und ließ nicht nach. „Er sollte doch nicht eigensinnig sein." Da tat er ihr den Willen unb ließ sich den Verband anlegen.
von Deutsch-Ostafrika, Graf Götzen, auf Einladung der französischen Kolonialliga am 21. ds. Mts. einen Vortrag über Deutsch-Ostafrika. Dem Vortrage wohnten bei der deutsche Botschafter Fürst Radolin, der frühere Gouverneur von Französisch-Westafrika, Reume, der Präsident der geographischen Gesellschaft und frühere Ceneralgouverneur Lemyre de Villers, der Deputierte Lucien Hubert und andere hervorragende Kolonialpolittker sowie Kolonialbeamte, der bayrische Geschäftsträger Graf Ortenburg, die Mitglieder der deutschen Botschaft und ein überaus zahlreiches Publikum, darunter auch viele in Paris wohnende Deutsche. Der Senator Saint Germain, welcher an Stelle des erkrankten Debütierten und früheren Ministers Etienne den Vorsitz führte, begrüßte in herzlichen Worten den Grafen Götzen, welcher mit lebhaftem Beifall empfangen wurde und zunächst an den vom Deputierten Lucien Herbert in Berlin gehaltenen Vortrag erinnerte, worauf er einen Heberblick über die deutsche Kolonisation in Afrika gab, mit welcher ein wahrhaft nationales Werk geschaffen worden sei. Nachdem er auch der harten Kämpfe gedacht hatte, welche die jungen Kolonialtruppen Deutschlands so ehrenvoll bestanden haben, zog er einen interessanten Vergleich zwischen Deutsch-Ostafrika und Französtsch-Westafrika. Der Redner betonte die Bedeutung des Rastenpröblems und bemerkte, daß weder die deutsche noch die französische Kolonisationsmethode eine Ausrottung der Schwarzen und deren Ersetzung durch Weiße beabsichtige, und dies nicht nur aus Menschlichkeit, sondern auch vom Standpunkte der Nützlichkeit aus. Die Schwarzen sollen zur Hnterstützung des Kolonisationswerkes herangezogen werden. Der Vortragende gab hierauf eine lebendige Schilderung Deuisch-Ostafrikas in volkswirtschaftlicher und administrativer Hinsicht und wies darauf hin, daß die deutschen Kolonien im Vergleiche mit den französischen eine viel geringere Beamtenzahl aüfweisen, ebenso wie auch die Zahl der Truppen in den deutschen Kolonien außerordentlich klein sei, ein Hmstand, welcher den deutschen Politikern allerdings zu denken geben sollte. In eingehender Weise erörterte Graf Götzen die ethnographische Eigenart Deutsch-Ostafrikas und bemerkte, man müsse die wachsende Solidarität der Neger überwachen und tu dieser Hinsicht im gemeinsamen Interests der Europäer manche Maßnahme ergreifen, wie z. V. Einfchränkung der Einfuhr von Feuerwaffen. Graf Götzen hob zum Schluß die Wichtigkeit der Eisenbahnen für die Kolonien in wirtschaftlicher, zivilisatorischer und militärischer Beziehung hervor und betonte nochmals unter lebhaftem Beifall das gemeinsame Jntereste der Franzosen und der Deutschen wie aller Europäer an dem Kolonisationswerke. Der Vorsitzende, Senator Saint Germain, sprach dem Vortragenden in herzlichen Worten insbesondere auch für die Anerkennung, die er der kolonisatorischen
Der Schneesturm tobte unentwegt weiter, so als gehöre ihm die ganze Welt und als wäre es eine unerhörte Anmaßung von der Menschheit, nach stillem, frostklarem Weihnachtswctter zu verlangen. So peinlich es Dirkens auch berührte — et mußte als abgewiesener Freier in Vroswig über Nacht bleiben.
„Kismet," war fein letzter Gedanke, bevor er in der behaglich durchwärmten Fremdenstube eiiifchlief. Der Wind sang nun ein neues Lied — es hatte nichts Weihnachtliches — cs klang beinahe wie „Du Tor — Du Tor."
In aller Frühe wollte sich Dirkens wie ein Dieb fortschleichen. Das schlimme Wetter wat vorüber. Ganz leise auftretend verließ et feine Logietstube und schritt durch den Korridor. Et mußte durch das Eßzimmer, um durch den Flut hinaus zu gelangen. In der Tüt prallte et fast zurück. Hebet dem großen runden Tisch brannte dis Hängelampe und neben der Kaffemaschiue, in der das Master brodelte, saß Inga und strich Butterbrote. So wat es also doch spät geworden — aber nein — die Wanduhr zeigte erst halb Sechs.
„Guten Morgen," sagte Inga und bot Dirkens, ohne ihn dabei anzusehen, ihre Hand. „Ich dechle es mit, daß Sie früh aufbrechen würden, da habe ich ein bischen zeitiger wie sonst den Kaffe gekocht. Auch möchte ich den Verband erneuern."
„Es ist ja nichts," murmelte er ganz verstört. Das wat ja bet reine Unfug, den dieses Mädchen mit ihm trieb. Dis scharfen, verletzenden Worte gestern und nun — Kaffee — Butterbrode — Wunde verbinden ....
„Doch — doch," widersprach Inga eifrig, „es muß durchaus ein neuer Verband heran, halten Sie nut ein wenig still."
Sie blickte auf und in {eine fest auf sie ge-
Arbeit Frankreichs in Westafrika gespendet, den Dank aus. „Ihr Werk und das unsere", schloß Saint Germain, „ist ein gemeinsames Werk der Brüderlichkeit und Menschlichkeit. Auf diese» Gebiete mllsten wir ein offenes Einvernehmen zwischen den beiden Nationen wünschen." Den Worten folgte lebhafter Beifall.
— Zur Krisis im Flottenverein. Der am 21« Dezember zu Frankfurt a. M. tagende Landesausschuß des Deutschen Flottenvereins für das Croßherzogtum Hessen hat einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: Der Landesausschuß erkennt vertrauensvoll an, daß dem Präsidium bei der Wahl des geschäftsführenden Vorsitzende» satzungsgemätz verfahren ist und daß es bei seiner Entschließung nut von dem Bestreben, dem Wohle der Gesamtheit des Flottenvereins zu dienen, geleitet wat. Der Landesausschuß bedauert die im Verein hervorgetretenen Miß- Helligkeiten und hofft, daß es auf der bevorstehenden Hauptversammlung in Castel gelingt, diese Gegensätze wieder auszugleichen zum Wohle des Flottenvereins und des Vaterlandes«
— Einbringung der Eewerbeordnungs- Novelle. Dem Reichstage ging die Novelle zur Gewerbeordnung zu. Dieselbe enthält u. a. Vorschriften über die Einführung von Lohnbüchern oder Arbeitszetteln, über dis Arbeitszeit, die Gehaltszahlungen, die Verhällniste der Arbeiterinnen und der jugendlichen Arbeiter, sowie über Haus- oder Heimarbeit.
— Polnischer Boykott deutscher Waren in Rußland. Aus Kiew meldet die St. Petersburger Telegr.-Agentur: Polnischs Vertreter von Handels- und Jndustrieanstalten gründeten ein aus 16 Personen bestehendes Komitee behufs Aufstellung eines Programms zur Förderung der einheimischen Industrie. Zur Teilnahme werden auch andere Nationalitäten des Reiches herangezogen. Zur Verdrängung der Waren deutscher Herkunft beabsichtigt das Komitee, Waren einheimischer Produktion aus anderen Bezirken Rußlands zu beziehen.
— Bon der Eisenbahn. Wie das „B. Tgbl." erfährt, werden jetzt neue Maßnahmen ergriffen, um das Heberfahren der Bahnhofsabschluß- signale zu verhüten. Zahlreiche Fälle von Gefährdung der Züge werden durch das heftige oder unvorsichtige Heberfahren der Sperrsignale herbeigeführt. Diese Signale lasten sich kaum anders einrichten, wohl aber kann das Spcrr- signal leicht mit einer Anzeigevorrichtung auf b:r Station verbunden werden, sodaß der Zug selbst anzeigt, wenn ein verbotenes Heberfahren des Signals ftattgefunben hat. Die von Siemens u. Halske konstruierte Einrichtung wird jetzt in größerer Anzahl probeweise in alle» Direktionsbezirken eingebaut.
— Die Deutschen in Rußland. Der am 2L Dezember in St. Petersburg stattgehabten Feier des Stiftungsfestes des Vereins der deutschen Reichsangehörigen wohnte erstmalig bet neue Botschafter Graf Pourtalös bei.
richtete Augen. Es lag ein so tiefer, stummer Vorwurf in ihnen. So als wollte er sagen: „Warum quälst Du mich noch obendrein?"
Inga ließ bie Verbandgaze, die sie aus ihrem Nähkorb hervorgesucht hatte, fallen: „Lie. der Herr Dirkens — Ernst Dirkens — so hören Sie doch — Ernst — cs ist ja alles gor nicht wahr . . ."
„Was denn?" fragte er wie geistesabwesend.
„Daß ich so denke, wie ich gestern geredet habe, ich war so bitterböse, weil Sie immer ju den Hnrechten gingen, bie nichts für Ihre kleine, süße Marrit übrig hatten. Hnb da hatte ich mirs gelobt: Wenn bie Reihe an Dich kommen follte — bann sagst Du ihm tüchtig Bescheib. Hnb nachher habe ich gemeint und kein Auge in der Nacht geschlossen. Hnb — ja — bas wollt« ich Ihnen bloß sagen, Ernst Dirkens."
„Hnb nun laste tzh mich nicht ein zweites Mal fortschicken. Inga — Liebstes, ich wagte mich ja nur nicht an Dich heran. Das war es. Hnb bann kannte ich mich selber schlecht. Jetzt weiß ich, baß cs mein Kismet war, ben Schnee- sturm hier abroarten zu müssen."
„Kismet," lachte sie und wehrte ihm nicht, als er sie an sich zog. „Kismet klingt so heid- nisch — ein Weihnachtsgeschenk ist es für uns beide. Wenn der Himmel aus erster Hand spendet, bann knausert er erst recht nicht."
Als am Abend des Tages der Weihnachls- bäum in Vroswig, festlicher geschmückt, wieder- um strahlte, jauchzte Klein-Marrit unter ben Zweigen. . Ä
„Dich laste ich nun nicht mehr von mir, D» armes, kleines Herz," murmelte Inga, das Kind an sich pressend. „Wie man's auch wendet und ansieht, — daß ich Deinen Vater längst schon ja lieb habe, ist doch mein Kismet,"