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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und KirM^r«

__________________________________ SormtaaSbeillaaer ÄUuttrirtes SonntaoSblatt.

Erstes Blatt

17

sie auf ihnen lastet^ men werden. Auch

1899

1900

1901

1902

1908

1904

1915

1906

50 4 045 . 602 44 , 715 274 . 772 522 . d090i9 , 888017 , 9^6 201 ,

gehalten hatte. Er war nicht zärtlich gegen sie. ^rn ganzes Herz besaß sie nicht, aber er hatte C ** H? war ihm unentbehrlich geworden.

beiderseitige große Liebe zu dem Kinde «r ob ftjtfg Band zwischen ihnen, aber da»

391977 Mk. im Jahre 1898

475 785

«Nachdruck verboten.)

Unter der Maske.

Roman von Lady Georgina Robertson.

(Sortierung.)

I zusätzlich mit Freiheitsstrafe, gegen 12 464 und I 164 Personen im Vorjahre. Die bei den Hinter­ziehungen oder Einschwärzungen hinterzogenen einfachen Gefälle beliefen sich auf 93 055,62 Jk

I gegen 132 608,73 «M. im Vorjahre und die diefer- halb festgesetzten Geldstrafen auf 395 377 M ge-

I gen 298 564 M. im Vorjahre. Wegen Ordnungs- I Widrigkeiten wurden 12588 Personen bestraft

im Vorjahre 13 269 Personen, 1 Person wurde I zusätzlich mit Freiheitsstrafe belegt. Der Betrag I der wegen Ordnungswidrigkeit festgesetzten

Geldstrafen, stellte sich auf 50 889 M gegen 63580 1 im Vorjahre. Die Strafen wegen Verletzung I der Ein-, Aus- und Durchfuhrverbote sind nun­mehr nach den einzelnen in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmungen getrennt nachgewiesen. Wegen Bandenschmuggels und Mitsührung von

I Waffen behufs Widerstandes gegen die zur I Wahrnehmung des Zollinteresses verpflichteten

Beamten wurden verschärfte Strafen nebst zu- I latzlrcher Freiheitsstrafe gegen 36 Personen in I 21 Fallen verhängt,- im Vorjahre gegen 79 Per- IEn in 28 Fällen. Beim Zusammentreffen zwischen Zollaufsichtsbeamten und Schmugglern iw" ^ufsichtsbeamter körperlich verletzt wor- « « Weitere Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 werden im Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reiches 1907 IV mit- ßcteilt 5)611"°^ kommen unter Zugrundelegung 540 777*^9 0, ermittelten Fläche von

Quadratkilometern und einer Ee- samtbevolkerung von 60 641 278 Einwohnern °us em Quadratkilometer im Durchschnitt h?ML^r^et; öotn 10 Satiren tarnen auf dre gleiche Flache nur 96,70 Einwohner. Abae- burn §CtIin und den Hansestaaten Ham-

I SF1® ^fud Bremen weisen unter den größeren Verwaltungsbezirken die beträchtlichsten Dichten auf Regierungsbezirk Düsseldorf mit 54610 Einwohnern auf 1 Quadratkilometer, Kreis­hauptmannschaft Chemnitz mit 410,98 Einwoh­nern der Hansastaat Lübeck mit 355,57, die Kreishauptmannschaften Leipzig, Zwickau und Dresden mit 321,37, 314,06 und 290,16 die Regierungsbezirke Köln mit 287,09 und Ärns- «nh endlich Rheinhessen mit 268,86

und der Reckarkreis mit 243,71 Einwohnern uuj 1 Quadratkilometer. Die am geringsten be­völkerten Gebiete sind die IMgÄim Mecklenburg-Etrelitz und Mecklenburg-Schwerin sowie die Regierungsbezirke Köslin, Allenstein und Luneburg die alle im Durchschnitt weniger als 50 Einwohner auf ein 1 Quadratkilometer enthalten. Was die Größenklassen der Ee- I RnC^?e97C v wohnten von den

60 641278 Einwohnern des Reichs 2d 822 841 obei 42,58 v. H. in 72 811 Gemeinden mit we­niger als 2000 und 34 818 797 oder 57 42 v H rn 3580 Gemeinden mit 2000 und mehr Ein­wohnern. Beide Gruppen von Gemeinden sind m je vier Größenklassen eingeteilt. Zur ersteren Gruppe gehören 15 449 Gemeinden mit weniger I weiteren Ausflugs haben, so beschlossen sie, nach Afrika zu fahren und sich Tunis und die 1 Rumen von Karthago anzusehen. I

Sir John hatte ihnen einen hübschen Reise- I plan ausgearbeitet und als der Wagen vorfuhr der sie an's Dampfschiff bringen sollte, über-' I reichte er Ellen einen breiten römischen Shawl. I Gerührt von seiner Liebe und Fürsorge, brach I sie in Tränen aus. ' w j

Nun, Ellen," bemerkte ihr Vater,Du hast I doch keine Angst vor der Seefahrt?" I

.'Nein, Angst habe ich nicht," entgegnete sie, I »aber es liegt wie ein Alp auf mir. wenn ick I daran denke." I

Deutsches Reich.

Die Zoll, und Steuerstraffälle im Rech­nungsjahre 1906. Das Inkrafttreten des neuen Zolltarifs am 1. März 1906 sowie die Einfüh­rung der neuen Reichssteuern im Jahre 1906 wachte eine Aenderung der auf dem Bundes- ratsbeschlusse vom 26. Juni 1880 § 482 der Pro­tokolle und vom 7. Februar 1883 § 39 der Proto­kolle beruhenden Bestimmungen betreffend die Aufstellung von Nachweisungen der Straffälle bezüglich der Zölle und Reichssteuern notwendig In seiner Sitzung vom 27. Juni d. Js. hat der Bundesrat neuen Bestimmungen abgedruckt rmZentralblatt für das Deutsche Reich" Nr. 34 die Zustimmung erteilt mit der Maßgabe daß für das Rechnungsjahr 1906 der Termin zur E n endung der Nachweise an das Kaiserliche Statrstrsche Amt zum 1. August 1907 herausge-

Nach der im 4. Vierteljahrshefte zur ?!!£! r6v Datschen Reichs veröffentlichten Statchrk sind rm deutschen Zollgebiete während r-T Nechnungsjahres 1906 im ganzen 27848 Straffalle gegen 28166 im Vorjahre wegen llebertretung der Zoll- und Steuergesetze sowie der Em-, Aus- und Durchfuhrverbote anhängig 2745» L und 27 074 Straffälle haben gegen 4r58 lm Vorjahre ihre Erledigung gefunden. Wegen Hmterzrehung oder Einschwärzung wur- iri?e$nUnösilJ$rc 1906: 12 355 Personen 3it Geldstrafe verurteilt, darunter 49 Personen

Und wie eine Vision kam die Idee über wie alles werden würde, wenn sie jetzt stürbe, Ihre Eltern würden tief um sie trauern, aber die Sorge, die jetzt um sie auf ihnen lastet^ würde von ihnen genommen werden. Auch Mathilde und Artur würde ihr Tod treffen, ab« sie würden sich bald trösten und nach Ablauf der Trauerzeit durften sie sich ganz angehören. Wohl würden sie auch fernerhin ihr in Lieb« und Wehmut gedenken, aber sie stand ihre« Glücke nicht mehr im Wege, sie konnten sich ge­genseitig angehören und würden auch das Kind mit Liebe umfangen. Das Kind! Bei de«

Gedanken zog Ellens Herz sich krampfhaft zu» fammen. Nein, das Kino, die kleine Mau», wie Sir John es immer nannte, sollten sie nicht haben.

Eine Hand legte sich aus Ellens Schulter und Mathildens Stimme unterbrach den düstere« Traum mit den Worten:Ellen, liebstes Her^ Du stehst so trostlos, so verzweifelt aus, was fehlt Dir? Ich habe Deiner Mutter versprochen, über Dich zu wachen und beooachte Dich schm» eine Weile. Sage mir, was Dich drückt?"

Ich weiß es selbst kaum," entgegnete btt junge Frau ausweichend.

.versuche doch glücklich zu sein," fubr Ma­thilde fort,Du hast soviel Liebe im Leben ui* bitt unser aller Sonnenschein. Wir kenne« keinen höheren Wunsch, als den. Dich gesund i und kräftig wieder nach England zurückzu-i bringen."

Das kann ihr Ernst nicht sein," dacht« Ellen bitter;denn ich stehe ihrem Glück w Wege.".

(Fortsetzung folgt.)

Sie nahm zärtlich Abschied von ihren Eltern und druckte ihr Kind wieder und wieder an sich, das süße Gesicht mit Küssen bedeckend.

Weshalb wurde sie nur auf diese Reise ae- schickt? Nützen konnte sie ihr ja doch nichtl Ellen hatte gleich zugestimmt, als ihre Mutter vorschlug, daß Mathilde sie begleitete. Sie sah dann ihre Vergeltung. War sie die Ursache gewesen, daß Artur und Mathilde sich nicht fürs Leben angehören duften, so war es ihre Pflicht ihnen wenigstens Gelegenheit zu geben, vitt beisammen zu sein.

Es war ein sonniger Tag, an dem. der kleine DampferVilla Rocco" den Hafen verließ. Das blaue Meer lag spiegelglatt und die StraA len der Sonne spielten mit goldigem Glanz auf den Fluten. Langsam trat das Ufer zurück und allmählich entschwanden die weinbcpflanz- ten Hügel und grünen Abhänge dem Auge.

Lord Chesleigh stand mit den beiden Damen auf Deck und bewunderte die landschaftlichen Reize der Gegend. Mathilde war gleich ihm voller Bewunderung für die Szenerie, während Ellen sinnend in die blaue Flut starrte. Sie betrachtete die kleinen Wellen, die sich bildeten, indem das Schiff das Wasser durchschnttt, ste sah die Spiegelung des Himr els, dort am Horizont schien er sich mit dem Meere zu ver-

I "icht selbst zugeben. Sie trug

I In ßn Hrem Schicksal, daß sie alles was rhren Kummer mildern konnte zurückwtts

^2B Pe Ariur mit Liebkosungen über-' I schüttet jetzt war alles anders. Nie suchte ste I ßul fe vermied seine Gegenwart, lehnte es j nut ihm auszufahren oder spazieren zu be?t'ibm^^älli?^ ^^anken, daß ihre Anwesen- I lleit ihm lästig ,ein mußte.

Je mehr Ellens Zurückhaltung gegen ihren Gatten zunahm, um so mehr wuchs ihre Liebe zu ihrem Kinde. Es war ihr selbst nicht klar

le erfüllt 'un/sie Ä

Lady Marstone verzweifelte immer mehr | als eine Woche nach der anderen verging ohne irgend welchen Fortschritt im Befinden' ihrer

A'ngen Sie schrieb noch einmal an Do-tor Eibson, der immer denselben Rat gab Reisen und Anregung.

-kann ich das Vorschlägen?" sagte die unglückliche Mutter zu Mathilde.Wenn ich Ellen nur austordere, einen kleinen Spazie^ fiang mit mir zu machen, sieht sie mich traurig an und sagt, sie sei müde." 9

bl£nA y hßlte ich es für meine Pflicht, i vcn Rat des Arztes zu befolgen. Wie wäre es mit einer kleinen Seereise? Dora könnte unter Deiner Obhut hier bleiben."

Ellen war nicht abgeneigt, als ihr der Plan niitgeteilt wurde. Nur von dem Kinde wollte I he sich nicht trennen und es bedurfte der Ver­sicherung, daß die Fahrt der Kleinen schaden I konnte, um sie zu bewegen, dieselbe zu- I ruckzulassen. |

^on Neapel wollten sie nach Sizilien fahren I Lord Chesleigh hatte den Wunsch, Palermo zu besuchen und Mathilde wollte gerne den Dom I

dem Grabmal und dem silbernen Sarg der heiligen Rosalie, von dem ste ,o viel gelesen i fyitte, sehe«. Sollte Ellen spät« Lust zu einem I

rDas höchste Gut fehlt mir," sagte sie leise, »kannst Du nicht raten, welches?"

Nein, unmöglich. Laß mich wissen, was Du am höchsten stellst, was den größten Wert für Dich hat und Dir doch versagt ist."

Die Liebe meines Gatten," kam es zögernd über ihre Lippen.

Lord Chesleigh wollte etwas erwidern, aber sie hob bittend die Hand.

Nein, sage nichts mehr," fuhr sie schnell i«L.Es gibt Ding', auf oie jede Antwort unnütz ist, und zu denen gehört meine Aeußer- »ng. Komm', laß uns jene Statue der Galatea ansehen, Du kennst sie noch nicht und sie ist eines der hervorragendsten Kunstwerke hier."

Er folgte seiner Frau und teilte ihre Be­wunderung.

'Ellen," rief er plötzlich,die Statue er- stnnert mich an Dich. Du hast denselben an­mutig geformten Hals und die Art der Kopf­haltung." Fl

Wie gut, daß Du noch etwas an mir zu bewundern findest," entgegnete sie.Ich würde weit lieber eine Marmorstatue fein, als mein lebendes Ich." I

. Die Aeutzerung frappierte Lord Chesleigh Und sie blieb ihm tm Gedächtnis haften. Wenn aemanb ihm in dieser Zeit die Frage vorgelegt I Satte, so würde er offen eingeftanden haben, I daß seine Frau ihm im Laufe der Zeit näher I ^^eten war, als er es im Anfang für möglich

die Segnungen eines solchen Gesetzes Mitemp­finden und nicht bloß die schweren Saften zu tragen haben, unter denen sie heute seufzen. Wir müssen, auch im Interesse der Arbeiterfürsorge, verhüten, daß immer wieder neue Mittelstands- existenzen in das große Meer des Proletariats hinabsinken. Deshalb ist eine energische Mittel st andspolitik eine eminente Forderung an den modernen Staat. Der moderne Staat ist gar nicht, wie es durch ben Grafen Posadowsky wiederholt geschehen Jr ?!V!rten gewissen Gegensatz zum Mittel- standsschutz zu bringen.

Wenn es aber, wie nicht zu bestreiten ist, die Aufgabe der Regierung und die Aufgabe der staatserhaltenden Parteien sein muß, den Mit­telstand gesund und lebensfähig zr erhalten dann ist es auch die Pflicht dieser maßgebenden Faktoren, auch die Zunkunft des Mittelstandes und besonders des Handwerkerstandes sicher zu stellen durch den Ausbau der Gesetzgebung die dre Erwerbsunfähigkeit betrifft, die eintreten kann durch Alter oder Invalidität. Der Hand­werker ist heute zum großen Teile nicht mehr in der Lage, aus seinem Arbeitsverdienst sich noch einen Sparpfennig anzulegen für die Zeit wo et durch Alter und Krankheit invalide g<> worben ist. Deshalb müssen die Segnungen der ftzialen Gesetzgebung für ihn in umfangreicher Weise dienstbar gemacht werden.

zusammen also auf 6 uöc co4 pu.

lieber sechs Millionen Ausgaben für gewerk­schaftliche Zwecke innerhalb der letzten neu« Jahre bemerkt hierzu dieK«. n. Zig." ist eine recht bemerkenswette Leistung eines Arbeiter­vereinsetats, zumal all diese Summen b-tdj meistens ganz kleine Beiträge (5, 10, 15 Pfennig wöchentlich, nur einige Großstädte gehen darüb« hinaus) ? fammengetragen worden sind. Der Verband zählte am 31. Dezember 1906 48 355 Mitglieder.

Wirtschaftliche Fortschritte im Kiauischou« gebiete, lieber Kiel wird berichtet: Zur Heb- ung der Viehzucht im Schutzgebiet Kiautscho« wurden vor zwei Jahren Schritte unternommen, die gute Ergebnisse erzielten. Private Unter­nehmer ließen wertvolles Zuchtvieh üb« Deutschland nach Tsingtau befördern, und bte Verwaltung unterstützte diese Bestrebungen. Mit dem am 11. Januar 1908 nach Tsingtau ab- einigen. Wenn auch in Wirklichkeit der Ueöet* gang so leicht, so einfach wäre, wenn sie in bi« golbenen Tore hätte eingehen dürfen, ehe jl« den großen Fehler ihrer übereilten Heirat be­ging!

als 100 Einwohnern und einer Bevölkern«« von 850 231 Seelen; 40845 Gemeinden mit 166 bis 500 Einwohnern und einer Bevölkerung von 10307 747 Seelen, 11679 Gemeinden m3 500 bis 1000 Seelen und einer Bevölkerung von 8 073843 Seelen, endlich 4338 Gemeinden mtt 1000 bis 2000 Einwohnern und einer Bevölker­ung von 5 590 660 Seelen. Zur zweiten Grupp« gehören 2386 Gemeinden mit 2000 bis 5000 Einwohnern und einer Bevölkerung vo« 7 158 685 Seelen, 945 Gemeinden mit 5000 bi» 20 000 Einwohnern (Kleinstädte) und einer Be­völkerung von 8 334 478 Seelen, 208 Gemeinde« von 20 000 bis 100 000 Einwohnern (Mittel­städte) und einer Bevölkerung von 7816 630 Seelen, endlich 41 Gemeinden mit mehr als 100 000 Einwohnern (Großstädte) und ein« Bevölkerung von 11509 004 Seelen.

Die reichste Ardeitervereinigung. Der bestgestellte Arbeiter-Verband von allen in Deutschland bestehenden Arbeitervereinigungen und Gewerkschaften i,. 2er Voland 2 rutsch« Buchdrucker. Nach demKorrespondente..", be« Veröandsorgan, setzte sich bas Vermögen Enb« 1906 zusammen aus 5 217 414 <44 im Verbände, 465 572 M in der Zentralinvalidenkasse in Li­quidation und 2167551 <At in den Gauen, Be- zirken und Orten, zusammen c.,o 7 850 537 Jk oder 1 e 241 M mehr als 1905. Von diesem Gelds gaben aus: der Verband 1901 671 M, die Zentralinvalidenkasse in Liquidation 40 798 «Ä, die Gaue, Bezirke und Orte 926 201 J4, insge­samt demnach 2 868 670 «M. Ausgaben in eine« Jahre. Im einzeln beziffern sich die Ausgabe« der Gaue, Bezirke und Orte an Arbeitslos^ Kranke und andere Arbeiter auf

Fürsorge für den Mittelstand.

Die Fürsorge für den noch immer hart be- tzrängten gewerblichen Mittelstand betätigt sich auf zwei Gebieten: auf dem wirtschaftlichen und dem sozialpolitischem. Wie Handwerk und Kleingewerbe auf wirtschaftlichem Gebiete zu schützen ist, beispielsweise durch Einführung des Identitätsnachweises, durch schärfere Maß­nahmen gegen den illoyalen unb unlauteren Wettbewerb, gegen bie Auswüchse bes Auktions-, Ausverkaufs- unb Bazarswesens u. a. m., soll hier nicht erörtert werben. Hier hanbelt es sich um bie Fürsorge bes Mittelstanbes auf betn sozialpolitischem Gebiete, bas im großen unb ganzen bis jetzt nur zugunsten ber Lohnarbeiter bebaut worden ist.

So selbstverständlich an und für sich der Ar­beiterschutz und die Arbeiterfürsorge auch sind, so darf doch nicht vergessen werden, daß es kleine, selbständige Unternehmer gibt, deren soziale Lage von der der Arbeiter nicht sonderlich ver­schieden, ja, deren Lage manchmal noch viel schlechter ist, die in die Zukunft nur mit bangen Sorgen, ohne jede Sicherheit blicken können. Da ist wohl die Frage berchtigt: Weshalb hat man diese Kreise bisher so wenig in der sozialen Für­sorge erfaßt! Der Reichstag hat vor einigen Kahren auf das energische Drängen der Rechten mn die Selbstversicherung bei der Jnvaliden- -ersicherung ein wenig erweitert. Man erinnert sich vielleicht noch, mit welcher Entschiedenheit die Reichsregierung, die damals durch denGrafen Vssadowsky vertreten wurde, zuerst den aus der *vservativen Fraktion heraus kundgegevenen »et.nken einer Erweiterung der kleinen Be- nteosunternehmer bekämpfte. Aber auch das was bie Regierung schließlich zugestand, war »t l zu wenig.

Die selbständigen Handwerker, die von der Selbstversicherung Gebrauch machen, klagen be­sonders darüber, daß bie Wartezeit viel zu lange bemessen sei. Außerdem ist zu befürchten, daß von dieser Wohltat des Gesetzes um des­willen so wenig Gebrauch gemacht wird, weil sie I tn den weitesten Kreisen derer, für die sie be­stimmt ist, noch so gut wie unbekannt ist. Es ist deshalb auf bie zustänbigen Lanbesbshörben auch von oben herab immer aufs neue unb zwar Sanz energisch einzuwirken, baß die Handwerker auf die Möglichkeit der Selbstversicherung wie­derholt und ausdrücklich hingewiefen werden. Wenn aber demnächst was ja eine ge- I wissermaßen dem Reichstage vorgeschriebene I Aufgabe ist die soziale Reform weiter ausge- I dehnt werden wird in bezug auf die Witwen- I unb Waisenversicherung, bann bürste von vorn- I herein herauf hinzuwirken sein, baß man auf I diesem Gebiete bie kleinen selbstänbigen Mittel- I stanbsexiftenzen nicht herauslasse, bannt auch sie I

Vierteljährlicher Bezugspreis; bei oer Expedition 2 MH. ' ......

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