Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg imb Kirchkain.

< LontttaLsb-Uaaet ÄUuttrtrtes

JS298

Vierteljährlicher Bezugspreis- bet der EKckition 2 M, bei allen Postämtern 2,25 Ml. (ejcl. Bestellgeld).

AnsrrttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Kaum 15 Ps-, Reclmnen: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

tVreitiifl. 20. Dezember 1907.

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Berlage Joh.Aug.Koch, UniverMSÄuchdruckttch 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon ob.

Erstes Blatt.

Südwestaftikanlscher Brief.

r Aus Windhuk wird derDeutschen Kolonial- zeitung,, von Ende Oktober d. Js. folgendes ge­schrieben:

Der Zuzug von solchen, die in Südwest ihr Glück versuchen wollen, hält an, fast jeder Dampfer bringt neue Einwanderer. Es ist keine Lustige Frage, wenn wir die Kommenden fra­gen:Was suchet Ihr?" Wer hierher kommt, ßlm schnell reich zu werden und dann dem Lande wieder den Rücken zu kehren, der bleibe am besten zu Hause. Für Glücksritter wird unser Land fortan nur Enttäuschungen bieten. Wer Hierher kommt, mutz über ei r Kapital von Schaffensfreudigkeit und Arbeitskraft verfügen können und unser sonniges Land als seine Hei­rat ansehen lernen. Solche Leute braucht unser Land und solche Leute werden auch vorwärts kommen. Gehen sie später besuchsweise nach der Heimat, dann werden sie den Tag begrüßen, wo ihr Fuß wieder südwestafrikanischen Boden be­tritt. Sie werden sich hier zu Hause fühlen. Ein ijeder Südwestafrikaner wird das eben Gesagte .unterschreiben.

Im Laufe dieses Monats ist die Restsumme der Entschädigung gezahlt worden. Die Ent­schädigungskommission hat in der Tat den Dank aller Entsckädigten in reichem Maße verdient. Es war keine leichte Aufgabe, die ihr gestellt war, aber sie hat dieselbe treu und gewissenhaft gelöst. Die Zukunft wird es zeigen, daß der Reichstag ein gutes Werk getan hat, als er die Wünsche der Geschädigten erhörte.

Aber auch für die Zukunft darf an nötigen Ausgaben für unser Land nicht gespart werden. Die unselige Dreipfennigspolitik, die uns so teuer zu stehen kam, muß ein für allemal ein überwundener Standpunkt sein. Vor allem gilt es, die Verkehrsverhältnisie unseres Landes stetig zu heben. Dazu gehört in erster Linie die Schaffung eines Hafens in Swakopmund und dann die weitere Erschließung des Landes durch Eisenbahnen. Im Süden unserer Kolonie haben wir nach einstimmigem Urteil das beste Feld für Wollschafzucht. Als ein Land für Viehzucht ist Südwest in erster Line anzusehen. Kommt dann eine Minenindustrie dazu, um so bester. In dieser Beziehung werden wir noch manchs freudige Ueberraschung erleben; denn unser Land ist reich an Mineralien. Wenn es uns auch nicht gelingen sollte, Diamanten zu fin­den, so wäre das Auffinden der schwarzen Dia­manten, der Kohle, ungleich wertvoller.

Seit Morengas Tod ist es im Süden des Landes stille geworden, auch dort kann jetzt wie­der der Farmbetrieb in Angriff genommen wer­den. Ein Teil der Bondelzwarts, darunter auch der frühere Unterhäuptling Josef Christian, arbeiten an der Südbahn und steht so mit eige­nen Augen, wer fortan Herr im Lande sein will.

1 -....... E =5 * 8

25 «Nachdruck 6er boten. )j

Unter der Maske.

j Roman von Lady Georgina Robertson, f Sortierung.)

r Lady Chesleigh überlegte, was sie mit dem Briefe tun sollte. Sollte sie ihrem Manne sagen, daß sie denselben gefunden und gelesen hatte?

Nie kam es ihr in den Sinn, mit ihren Eltern zu sprechen, im Gegenteil, sie vermied alles, was diese veranlassen könnte, zu denken, sie sei nicht glücklich. Es würde sie zu tief ge­schmerzt haben.

Der Brief war der Höhepunkt ihres Kum­mers.

Sie war eine elastische Natur, sie meinte jetzt, daß sie es verschmerzt heben würde, daß Artur fie nicht liebte, aber zu wissen, daß er sich be­müht hatte, ihre Ehe zu lösen, das war zu hart.

Und jetzt war er für immer an sie gekettet, und das unlösbare Band würde fie quälen, so lange sie lebte. Sie mußte geduldig ihren Weg weiter gehen und hätte doch gern und fteudig ihr Leben hingegeben, um Artur und Mathilde glücklich zu machen. Das Schwerste von allem war, daß fie das Schicksal der beiden auf dem Gewissen hatte.

Ellen wurde täglich blasser und durchsichtiger. Ihr Herz wurde immer schwerer, und sie saß meistens allein in ihrem Zimmer und hing ihren trüben Gedanken nach. Ihre Eltern fingen an, sich zu beunruhigen; was konnte ihrem geliebten Kinde fehlen? Sie hatte alles, was ihr Herz wünschen konnte, alles, was Reichtum und Liebe verschaffen kann, weshalb schwand sie zusehends hin? Lady Marstone schrieb, ohne jemand etwas davon zu sagen, an Doktor Eibson und bat um seinen Besuch.

Ellen hatte den Brief eingeschlossen und sich vorgenommen, ihn nicht wieder zu lesen, aber

Gouverneur von Schuckmann hat in diesen Tagen eine Reise über Land nach dem Süden angetreten, die voraussichtlich zwei Monate dauern wird. Es ist erfreulich, daß der früher so vernachlässigte Süden jetzt immer mehr zu dem Ansehen kommt, das er von jeher ver­dient hat.

Das gute Einvernehmen, das sich jetzt mit unserem Nachbarlande, der Kapkvlonie, anbahnt, ist mit Freuden zu begrüßen. Es wird, dessen sind wir sicher, von weittragender Bedeutung für die Eingeborenenpolitik Südafrikas sein.

Als ein Beitrag zu dieser Eingeborenen­politik sind auch die seit dem 1. Oktober in Kraft getretenen Eingeborenen-Verordnungen betref­fend Paßpflicht, Kontrolle und Dienstverhältnis der Eingeborenen zu nennen. Es wäre ver­früht, heute schon ein Urteil über diese Neuein­richtungen abzugeben. Der Nutzen sowohl als auch die Mängel werden sich mit der Zeit zeigen. Wir haben aber alle Ursache, einer weisen Ein­geborenenpolitik Raum zu geben; denn nach der großen Dezimierung unserer Eingeborenen wird die Arbeiterfrage für unser Land eine brennende. Dazu kommt noch, daß wir noch gar nicht absehen können, wie sich die Ovambo- frage lösen wird. Die Portugiesen haben dem Ovambostamme, mit dem sie avzurechnen hatten, eine sehr empfindliche Niederlage bereitet. Die Häuptlinge der Aufständigen sind zu Rande, dem Oberhäuptling der Uakuanjama, geflüchtet. Diese kriegerischen Zustände werden zur Folge haben, daß der Arbeiterzuzug aus dem Ovam- bolande ins Stocken geraten wird.

Deutsches Reich.

Zur Krisis im Flottenverei«. Das Prä­sidium des Deutschen Flottenvereins ist am gestrigen Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, zu einer Sitzung zusammengetreten. Die Eefchäftsstelle unterbreitete nach derRh.-Westf. Zig." dem Präsidium den Vorschlag:

Die außerordentliche Hauptversammlung zur Entscheidung über den Streit am Sonntag, den 19. Januar, in Cassel stattfinden zu lassen. Die Verhandlung findet in voller Oeffentlich- keit ohne vorherige vertrauliche Besprechung statt. Das Präsidium wird auf der Hauptver­sammlung die Vertrauensfrage stellen und zurücktreten, falls die Vertrauensfrage nicht die Dreiviertelmehrheit finden sollte." Wie die Nationalzeitung" erfährt, dauerte die Sitzung gegen 5 Stunden. lieber die Versammlung einen Bericht zu veröffentlichen, wurde als in­opportun abgelehnt.

Gesetzentwurf über den unlauteren Wett­bewerb. Der vomReichsanzeiger" veröffent­lichte vorläufige Entwurf eines Gesetzes betref­fend Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs vom 27. Mai 1896 enthält gegenüber dem alten Gesetz folgende neue Bestimmungen:

Werden die bezeichneten unrichtigen Angaben von einem Angestellten zugunsten des Eeschäfts-

jedes Wort stand ihr beständig vor Augen und jeder Augenblick, den sie mit ";rem Manne zu­brachte, erinnerte sie wieder daran.

Wenn er ihr irgend eine kleine Aufmerksam­keit erwies, ihr ein Buch suchte, oder etwas für sie holte, wandte sie sich in einem Gefühl der Verzweiflung von ihm ab. Warum verstellte er sich? Sie wußte ja doch alles.

Einmal brachte er ihr einige schöne Rosen, die er sorgfältig zusammengestellt hatte. Sie nahm sie gleichgültig in Empfang und legte fie neben sich.

Mein Geschenk scheint keine Gnade zu fin­den," bemerkte Lord Chesleigh und sie erwiderte: Nein."

Ellen," sagte er ernsthaft,Du bist so ganz verändert in Deinem Wesen gegen mich."

Sie sah ihn an und in ihrem Blick lag ein unaussprechliches Weh.

Du bist so still," fuhr er fort,und stehst so unglücklich aus. Willst Du mir nicht sagen, was Dir fehlt?"

Ich kann es nicht," sagte fie und wandte sich ab. Sie wollte aller ertragen, ohne ihr Geheim­nis zu verraten.

Aber auf die Dauer ging es über ihre Kräfte. Ihr war eingefallen, daß, wenn auch keine Scheidung möglich sei, sie sich doch von Artur trennen könnte; selbst das würde besser sein, als die tägliche und stündliche Qual des Zusammenseins. Sie hätte ihn so gerne glück­lich gemacht, sie wollte ihm wenigstens so viel Freiheit zurückgeben, wie in ihrer Macht stand.

Sie bat ihn eines Morgens, in ihr Zimmer zu kommen, und als sie bleich und zitternd vor ihm stand, erfaßte ihn ein fieses Mitleid mit ihr.

Ich möchte gern ungestört etwas mit Dir besprechen, Artur," begann sie.Willst Drl Dich nicht setzen?'

Herrn gemacht, so ist der Unterlassungseinspruch auch gegen diesen begründet.

Eine Ankündigung, die den Anschein hervor- rust, daß es str um den Verkauf von Waren han­delt, die den Bestandteil einer Konkursmasse bitoen, gilt als unrichttge Angabe, wenn der Verkauf nicht für Rechnung der Konkursmasse vorgenommen wird.

Wer einen Ausverkauf ankündigt, ist gehal­ten, in der Ankündigung die Gründe anzugeben, die zu dem Ausverkauf Anlaß gegeben haben.

Mit Geldstrafe bis zu 600 M oder mit Ge­fängnis bis zu 1 Jahr wird bestraft, wer im Falle der Ankündigung rnes Ausverkaufs Waren zum Verkaufe stellt, die den durch die Ankündigung betroffenen Waren nachträglich hinzugefügr worden sind oder für deren Verkauf der bei der Ankündigung angegebene Grund des Ausverkaufs nicht zutrifft.

Dem Entwurf find ausführliche Erläuter­ungen beigegeben ,in denen es u. a. heißt, daß die Frage der Bestechung von Angestellten kauf­männischer oder industrieller Betriebe noch nickt berücksichtigt sei, weil bei den amtlichen Erheb­ungen die große Mehrzahl der befragten Han­delsvertretungen die Notwendigkeit besonderer strafrechtlicher Vorschriften zur Bekämpfung der allerdings vielfach beklagten Mißstände auf die­sem Gebiete zurzeit verneint habe. Die Auf­fassung dieser Kreise gehe im allgemeinen dahin, zunächst noch weitere Erfahrungen abzuwarten und die Bekämpfung inzwischen im wesentlichen der Selbsthilfe zu überlassen.

Die Erläuterungen geben zu, daß das Gesetz vom 1. Juli 1896 nicht ausreicht. Doch hat der Entwurf nur einen Teil der zahlreichen Bean­standungen der an den Grundlagen des bis­herigen Gesetzes festhalten zu sollen geglaubt. Dies gilt insbesondere von oen oben in erster Reihe aufgeführten Fragen, die in den §§ 2, 5, 6 bis 13 des Entwurfs Behandlung gefunden Haben. Daneben haben in den S§ 14 und 16 Vorschriften über die sogenannte Anschwärzung und über die mißbräuliche Benutzung fremder Geschäftsbezeichnungen eine sachgemäße Erwei­terung erfahren.

Dagegen waren von der Einbeziehung in die gesetzliche Regelung von vornherein solche Fra­gen auszuschließen, welche zwar Unlauterbar- keiten im Eeschäftsleben betreffen, sich aber über die Grenzen des Wettbewerbgebiets hinaus er­strecken. Wie die Prüfung ergeben hat, sind diese Fragen zu einer gesetzlichen Regelung auch noch nicht reif. Hierher gehört zunächst die Frage der Bestechung von Angestellten kaufmän­nischer oder industrieller Betriebe.

Ausgeschlossen von einer Neuregelung blie­ben ferner das Ausstellungswesen, sowie die Forderungen, die das Zugabewesen und die Rabattgewahrung betreffen, ebenso die üblichen Zugaben von Waren in den Eeschäftsläden der Kaufleute usw.

Montenegrinisch - Deutscher Handelsver­trag. Zetinje, 18. Dez. Die Skupschtina nahm heute den Handelsvertrag mit Deutschland on.

S .1 ".!!. __ S »

Sie war so anders als fönst, daß er fie erstaunt ansah. Sie schien ausgetauscht; diese ernst«, traurig blickende Frau war nicht Ellen, oder Ellen ohne ihre Frische und ohne ihre Liebe.

In ihrer aufrichtigen offenen Art kam fie gleich auf den Zweck der Unterredung.

Artur, ich muß es Dir sagen," begann Ellen.Ich schäme mich, wenn ich nur daran denke und möchte alles tun, es ungeschehen zu machen.... Ich bin so verzweifelt über unsere Heirat."

Lord Chesleigh sah fie erstaunt an,

Unsere Heirat?" wiederholte er.Was meinst Du?"

Es war so unrecht von mir," sagte fie ton­los,aber ich liebe Dich so sehr, das ist meine einzige Entschuldigung. Und dann glaubte ich doch bestimmt bald sterben zu müssen."

Warum kommst Du daraus zurück?" fragte er.Das ist ja lange vorbei!"

Ich war damals ein verwöhntes Kind, seit­dem habe ich manches gelernt. Ich glaubte, jeder hätte mich lieb, und Du darfst nie ver­gessen, daß es die Idee eines Kindes war, wel­ches sterbend Deinen Namen tragen wollte und nicht der Wunsch einer Frau, Dich fürs Leben an sich zu ketten."

Ich weiß das ja alles, Ellen, aber weshalb jetzt darauf zurückkommen, das liegt ja lange hinter uns."

Doch nicht ganz. Ich habe seitdem entdeckt, daß Du mich nicht liebst. Du hast mich nur geheiratet, um meine Laune zu beftiedigen und im festen Glauben, daß ich sterben würde. Ich kann es mir nicht vergeben."

Sie hatte sich fest vorgenommen, Mathilde nicht zu erwähnen.

Ich habe sehr darunter gelitten, daß Du Wich nicht liebtest, aber was war das gegen den

Bom Grafe» Ly«ar. Berlin, 18. Dez. Dich Rordd. Allg. Ztg." schreibt: Durch mehrer« Blätter ist in diesen Tagen die Nachricht gelau­fen, Major Graf Lynar habe sich dem Gericht nicht gestellt. Wie wir demgegenüber bestimmt hkören, und wie der Herr Kriegsminister bereit, im Reichstage erklärte, hat sich Graf Lynar de« zuständigen militärischen Gerichte in Potsdcn» gestellt und ist schon mehrfach vernommen toou den.

Tarifermäßigung. Stuttgart, 18. ®ej. Wie derStaatsanzeiger* erfährt, ist die würt- tembergische Eisenbahnverwaltung der in diese» Tagen auf den preußisch-hessischen Bahnen und den Reichseisenbahnen eingefühtten Tarifermä« ßigung beigetreten, nach welcher zunächst bl, zum 31. Dezember 1909 sämtliche Sendung«» von Feinkohlen, Feinkohlen-Briketts und Fein­kohlenkoks zu den Sätzen des Rohstofftarifes z» befördern find, soweit nicht noch billigere Aus« uahmetarife bestehen. Da für den Bezug vo» Kohlen von deutschen Zechen wie von den iw Betracht kommenden Umschlagplätzen heute scho» ermäßigte Frachtsätze zur Verfügung stehen, wird die Maßnahme den württembergische» Interessenten nur mittelbar zugutekommen, so­fern sie durch Erleichterung der Einfuhr die all­gemeine Kohlenkuappheit in Deutschland zu mil­dern geeignet ist.

Eine Kundgebung des Alldeutschen Ver­bandes zur Polenpolitik. Der geschästsführende Ausschuß des Alldeutschen Verbandes faßte in einer am 15. d. M. abgehaltenen Sitzung fol­gende Entschließung, von der dem Reichskanzler mit dem Ausdruck des Dankes für sein tatkräf­tiges (Eintreten für die nationalen Belangen in der Polenfrage Kenntnis gegeben wurde:Der geschäftsführende Ausschuß des Alldeutschen Ver­bandes begrüßt das tatkräftige Vorgehen der Reichsregierung und der preußischen Regierung in der Polenfrage, das in dem neuen Vereins­gesetz der Enteignungsvorlage seinen Ausdruck findet; er spricht sein Bedauern über die Ab­schwächung der Enteignungsvorlage aus und er« hofft unveränderte Annahme des § 7 des Ver­einsgesetzes durch den Reichstag.*

Alkohol und Treffsicherheit. Das bayerisch« Kriegsministerium hat, nach denLeipz. R< Rachr.", Massenversuche über die Alkoholwir­kung auf die Treffsicherheit der Schützen veran­laßt und bei einer in der Augsburger Schietz- schule vorgenommenen Reihe von 10 000 Schüsse» festgestellt, daß beim Einzelschießen die Treff­sicherheit nach Alkoholgenuß sogar etwa größer war, als bei den vollkommen nüchternen Mann­schaften. Bei dem für den Kriegsfall jedoch hauptsächlich in Betracht kommenden Schießen iw Kompagnien war die Treffsicherheit etwa, schlechter. Dem Vernehmen nach werden di, planmäßigen Versuche in Bayern fortgesetzt wer-

Schmerz, zu wissen, daß Du versuchtest, unser. Ehe wieder zu lösen."

Ihre bleichen Lippen zitterten vor Er« regung. i.

Woher weißt Du das?" fragte er.

Sie erzählt« es ihm und gab ihm den Brie^ dann sah sie ihn fest an:

Fuhrst Du eigens deshalb nach London, um zu sehen, ob Du frei werden könntest?"

Ja, das tat ich," erwiderte er, wohl ein­sehend, daß solchen Beweisen gegenüber alle Ausflüchte vergeblich waren.

Und willst Du mir auch sagest, weshalb DU unsere Ehe zu lösen wünschtest?"

Ja, auch das sollst Du wissen. Ich liebte eine andre und wollte frei sein, sie zu heiraten*

,T>u bist sehr offen. Und Du mutztest er­kennen, daß es keine Möglichkeit gab, unser. Ehe zu trennen?" ,

Ja," erwiderte er.

Ich möchte Deinen Wünscken so gerne ent­gegenkommen. Erst wollte id) Dir gar nicht« von diesem Briefe sagen, aber ich konnte es gar- nicht über mich gewinnen. Und Artur, wen» Dir soviel an der Scheidung liegt und sie möglich ist, bin ich bereit, einzuwilligen. Oder wolle» wir uns so trennen, es muß Dir ja schrecklich sein, mit mir zu leben."

Ich sehe nicht ein, was das bezwctte, Ellen. Denke an Deine Eltern, wie sie es be­kümmern würde und an unser Kind, was sollte aus ihm werden?"

Ich habe Dich unglücklich gemacht," ftupede. fie,Du würdest dann doch wenigstens getrennt von mir leben."

Das wünsche ich gar nicht," erwidette et, Rein, Ellcn, wir haben uns nun ausgespro­chen, laß jetzt alles beim alten bleiben. Willst Du?" ;

Ja," sagte sie müde,mit ist alles rech^ rote Du es haben will." Xgertf. folgt.)