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Lirrteljährlicher Bezugspreis; der Dtt ErpKition 2 L'lL, bei allm Postämtem 2,25 Mk. (qd. Bestellgeld).

Donnerstag. 19. Dezember 1907.

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Erscheint wöchentlich ftetett mal.

Druck und Verlag: Joh. Äug. Noch, UmversMS-Buchdruckerri

Marburg, Markt 2L Telephon 56.

42. Jahrg.

Erstes Blatt.

Deutsches Reich.

Empfangsabend Beim Reichskanzler Ott» Mßlich der Museumsfeierlichkeiten. Berlin, 17. Dez. Der Reichskanzler hatte anläßlich der Iah» resversammlung des Deutschen Museums zum Abend an etwa 430 Gäste Einladungen ergehen lassen. Die Gäste wurden von dem Fürsten Bülow, der die Bonner Husarenuniform trug, sowie von der Fürstin willkommen geheißen. Außer dem Ehrenpräsidenten, dem bayerischen Staatsminister v. Brettreich, Staatsminister v. Bsthmann-Hollweg, Graf Zeppelin, Professor Koch und den Herren des Vorstandes, die am Mittag zu der kaiserlichen Tafel hinzugezogen waren, bemerkte man unter anderen die Mini­ster und Staatssekretäre v. Schön, v. Tirpitz, v. Moltke, Delbrück, v. Nieberding, v. Einem, Krätke, Frhr. v. Stengel, Frhr. v. Rheinbaben, Holle, Breitenbach und Dernburg, ferner Exzell. Lucanus, Oberhofmarschall Graf Eulenburg und zahlreiche Vertreter der Wissenschaft und Kunst und der Hochfinanz. Um 8^ Uhr erschien der Kaiser in Marineuniform, Prinz Ludwig von Bayern und der Kronprinz und nahmen im gro­ßen Saale gegenüber dem Rednerpult Platz, wo­rauf Professor Linde seinen Vortrag über die Schätze der Atmosphäre hielt, der von der Ver­sammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Der Kaiser unterhielt sich nach dem Vor­träge kurz mit dem Admiral v. Tirpitz. Für die allerhöchsten Herrschaften erfolgte sodann ein Souper, zu welchem Prinz Ludwig die Fürstin Bülow führte und an welchem 24 Personen teil­nahmen. Die übrigen Gäste nahmen die Er­frischungen an Buffets ein. Später hielt der Kaiser Cercle. Der Kaiser gedenkt später am Abend nach dem Reuen Palais zurückzukehren. Bei dem Cercle zeichnete Prinz Ludwig zahl­reiche Persönlichkeiten der hiesigen Gesellschaft, namentlich verschiedene Staatssekretäre und preußische Minister durch längere Ansprachen aus. Der Kaiser unterhielt sich zuerst mit Exz. | v. Koch, später während längerer Zeit mit Bür- gernzeister v. Borscht und anderen Münchener Herren, zuletzt mit dem Reichskanzler und mit dem Staatssekretär v. Schön. Der Kaiser und Prinz Ludwig verließen das Reichskanzlerpalais gegen liy2 Uhr.

Sitzung des Deutschen Museums. In der Aula der Technischen Hochschule zu Charlotten- burg fand in Anwesenheit des Kaisers eine Fest­sitzung des Ausschusses des Deutschen Museums in München statt. Der Vorsitzende Prinz Lud­wig von Bayern begrüßte den Kaiser. Er sagte, inan sei stolz darauf, daß diese bedeutsame na­tionale Anstalt gerade in München ihren Sitz habe. Sodann berichtetes der Vorsitzende des Vorstandsrates Dr.-Jng. Ehrensberger, sowie 'dis Vorstandsmitglieder Baurat v. Miller und Geh. Hofrat v. Dyck über die Fortschritte und die finanzielle Lage des Museums, v. Miller for­derte die deutsche Industrie zu reger Beteiligung auf, was sofortige Erklärungen namhafter Zu­wendungen hervorrief. Der Bürgermeister von München v. Borscht«stiftete namens der Stadt München ein Ehrendenkmal zum Andenken an die Grundsteinlegung durch den Kaiser. Schließ­lich verkündeten der Staatssekretär v. Beth- mann-Hollweg und der bayerische Minister des Innern v. Brettreich Auszeichnungen, welche der Kaiser und der Prinzregent anläßlich des Festes verliehen haben. Gestern Nachmittag um 3 Uhr fand auf Einladung des Ministers der i öffentlichen Arbeiten, Breitenbach, anläßlich der vierten Sitzung des deutschen Museums zu Mün­chen eine Besichtigung des in der Jnvaliden- straße belegenen Baues des Verkehrsmuseums statt, zu dessen Errichtung die Empfangshalle rrnd die Anlagen des alten Hamburger Bahn­hofs ausgebaut sind. Gegen y24 Uhr fuhr Prinz Ludwig vor, begleitet von einem militärischen Gefolge. Minister Breitenbach machte die Hon- s neurs und übernahm die Führung durch die Ausstellungshallen, in denen eine große Reihe k von Herren des Ministeriums die Spezialfüh- [ Zungen übernahmen. Vom Ministerium waren ferner anwesend Exzellenz Fleck und andere hohe i f Beamte. Unter den vielen Anwesenden befan­den sich außerdem noch der bayerische Minister - » Vrettreich und der hiesige bayerische Gesandte j [ Kraf Lerchenfeld. Prinz Ludwig zeigte sehr 1 t lebhafte, Interesse für die Sammlung und per«

ließ nach einem mchr als halbstündigen Aufent­halt das Museum.

Beisetzung der Königin-Witwe Carola. Dresden, 17. Dez. Kaiser Wilhelm hat mit seiner Vertretung bei der Beisetzung der Kö­nigin-Witwe Carola den Prinzen Friüirich Leopold beauftragt.

Zur Krisis im Flottenserein. Karlsruhe, 17. Dez. Der Vorstand des badischen Landesaus­schusses des Flottenvereins hat derSüddeut­schen Reichs-Korrespondenz" zufolge nachstehende Resolution beschlossen: Der Gesamt-Vorstand des Badischen Landesausschusses bedauert die vom Präsidium des Hauptvereins vollzogene Wahl des Generalmajors Keim zum geschäfts­führenden Vorsitzenden. Durch diese Wahl ist in die leitende Stelle des Vereins eine Persön­lichkeit getreten die als Träger der polittschen Agitation im Verein zu betrachten ist. Der durch die Satzungen gewährleistete unpolitische Charatter des Deutschen Flottenvereins ist da­durch in Frage gestellt und eine neue schwere Krisis über den Verein heraufbeschworen wor­den. Der Eesamtvorstand des Badischen Flot­tenvereins hofft, daß das Präsidium mit Rück­sicht auf die in weiten Kreisen des Vereins herr­schende Stimmung Mittel finden werde, um die sonst unausbleiblichen ernsten Folgen der Krisis abzuwenden.

Aus der deutschen Eesandtschast. Konstan­tinopel, 16. Dez. Der Gesandte v. Kiderlen ist über Constanza nach Bukarest abgereist. Der deutsche Botschafter Frhr. Marschall von Bieber­stein ist angekommen. Am Bahnhofe wurde er von einem Spezialgesandten des Sultans, sowie Vertretern der Pforte und des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten und einem großen Teile der deutschen Kolonie begrüßt.

Die ausländifchen Studenten an den ba­dischen Hochschulen. In der badischen Budget- kommisfion gab die Regierung die Erklärung ab, daß für die Zulassung ausländischer Studenten an den badischen Hochschulen neue Grundsätze aufgestellt worden feien. Es wird der Nachweis derjenigen Kenntnisse verlangt, welche die Stu- dierenden zum Besuche der Hochschulen ihrer Heimat berechtigten. Infolge der st r e n g e r e n Maßregeln war ein, wenn auch nur mäßiger Rückgang der russischen Studenten an der Tech­nischen Hochschule Karlsruhe zu verzeichnen. Auch für die weiblichen Studenten wurden strendere Bedingungen eingeführt. Ausländer müssen jetzt 50 M Beitrag für das Semester zahlen.

Arbeitssoldaten". Mit einem eigenarti­gen und doch vielleicht beachtenswerten Vor­schläge zur Hebung der Wehrkraft innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen der Wehrordnung tritt Major Bronsart von Schellendors in einem Aufsatze der Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine" in die Oeffentlichkeit. Er schreibt darin:Ein ganzes Heer von Mannschaften wird durch not­wendige Abkommandierungen und Arbeitsleist­ungen dem dauernden Waffendienst entzogen. Hier soll Wandel geschaffen werden, und zwar durch Einrichtung von Arbeitssoldaten. Wer sich an dem Namen stößt, der etwas unliebsam an die Straf-Arbeiterabteilungen erinnert, möge eine zweckmäßigere Bezeichnung erfinden! Die Arbeitssoldaten sollen innerhalb der Truppe alle die Dienstleistungen versehen, die zwar un­vermeidlich sind, aber mit der kriegsmäßi­gen Ausbildung nichts zu tun haben, als da sind: Burschen, Pferdepfleger, Ordonnanzen, Schreiber, Köche und das ganze Heer der sonst noch zu allerlei nötigen Wirtschaftszwecken herangezogenen Mannschaften. Sie find lediglich für diese Zwecke auszuheben und zu verwenden; sie brauchen weder mit der Schußwaffe noch für das Gefecht ausgebildet zu werden. Die Aus­hebung kann sich also jetzt auf eine große Anzahl von Leuten ausdehnen, die bi sh er wegen geringer Fehler vom Dienst mit der Waffe befreit werden mußten.

Ausland.

** Gegen die Spekulierlust. Wie demSeil. Lokalanz." aus dem Haag gemeldet wird, ist daselbst ein Bund zur Bekämpfung der Speku­lationslust ins Leben gerufen worden, die dort alljährlich sehr viele Opfer fordett.

** Französische Heeresfragen. Paris, 17. Dez. Die Senatskommtssion nahm die Regierungs­vorschläge über die Herabsetzung der Reserve- und Landwehrübungszett an, fügte jedoch der Uebungszeit zwei Tage, einen für die Ankunft, den andern für die Rückreise, hinzu. Die Kom­mission war allgemein der Ansicht, daß die Re­serve und die Landwehr während ihrer Uebungs­zeit gründlich zum Dienst herangezogen werden müsse.

Der italienisch-russischr Handelsvertrag. Rom, 17. Dez. Heute früh tauschten der italie­nische Minister des Aeußeren Tittoni und der russische Botschafter Murawjew die Ratifikatto- nen des italienisch-russischen Handelsvertrages aus. Der Botschafter übergab Tittoni im Namen des Kaisers von Rußland das Eroßkreuz des 6t Alexander Newski-Ordens. und der König von Italien verlieh dem russischen Minister des Aeußern Iswolski das Eroßkreuz des St. Mau- rittus-Ordens.

** Das atlantische Geschwader der Ver­einigten Staaten ist am Montag nach dem Stillen Ozean in See gegangen. Die Revue vor dem Präsidenten Roosevelt, die vor der Abfahrt stattfand und programmmäßig verlief, endete gegen Mittag. Eine charatteristische Meldung kommt hierzu aus London. Danach hat Admiral Evans von den Schiffen des Geschwaders sämt­liche Japaner entfernen lassen. Alle Köche und Diener wurden durch Weiße ersetzt Der Grund dieser Maßregel ist, daß neuerdings wieder eine Anzahl Japaner wegen Verrrates militärischer Geheimnisse verdächtig wurde.

** Russisches. St. Petersburg, 17. Dezember. Die hiesige Sicherheitspolizei, welche Nachrich­ten über das Bestehen einer weitverzweigten revolutionären Organisation erhalten hatte, nahm gestern unvermutet Haussuchungen in der Redaktion der ZeitungSegodnja" und in einer großen Druckerei, wo die ZeitungenTowa- rischtsch",Swobadnaja", "Mißl" undSowre- menoje Slowo" gedruckt werden, vor. Ein Re­dakteur desSowremeneoje Slowo" und fast der gesamte Redaktionsstab derSegodnja" wurden verhaftet, sodaß letztgenannteZeitung ge­stern nicht erscheinen konnte. Außerdem sind noch etwa 20 Personen, zumeist Journalisten und Schriftsteller srstgenommen worden; meh­rere Druckschriften wurden beschlagnahmt. Die größere Anzahl der Verhafteten wurde inzwi­schen wieder freigelassen.

** Die Einslußphiiren Rußlands und Japan» in der Mandschurei. London, 17. Dez. Wie das Reutersche Bureau" aus Peking meldet, find die Verhandlungen über die Einflußphären Ruß­lands und Japans in der Mandschurei soweit gediehen, daß, wenn keine Macht interveniert, Rußland die nördlichen, Japan die südlichen Teile der Provinz unter seine Kontrolle stellt China hat wegen der Eröffnung von 38 japani­schen Telegraphenämtern in der Südmandschurei» die dem internationalen Verkehr offen stehen, vergebliche Verhandlungen mit Japan gefühtt. Nunmehr teilte Rußland China mit, daß, wenn nicht binnen einer angemessenen Frist das Ueber- einkommen zwischen China und Japan, betref­fend die Telegraphenlinien und die südman­dschurische Eisenbahn, erfolgen werde, ähnlich dem russisch-chinesischen Abkommen von 1907, dann Rußland genötigt sei, die Aufhebung die­ses Abkommens zu beantragen, da es sich durch dasselbe Japan gegenüber in untergeord­neter Stellung befinde. Die Europäer, die über Sibirien in China eintresfen, beklagten sich bitter über die große Unhöflichkeit der japa­nischen Militärs und Beamten gegenüber den auf der südmandschurischen Eisenbahn reisenden Europäern.

** Marokkanische Kämpfe. General Liautey telegraphiett, daß Oberst Felineau am 15. De­zember die Schluchten von Ain Sfa und drei Dörfer erobert hat, welch« dieselben beherrschen. Nachdem am 13. Dezember Gewehrschüsse mit einer Pattouille von Gunners gewechsell worden waren, begann die Vorhut am 15. D^emver um 9 Uhr morgens den Angriff und eroberte einen Hügel am südlichen Ufer des Wet Bu Sir Chsbet Kniessa. Während eine Kolonne die Gärt«: und den Markt von Ain Sfa erstürmte, drang eine große Masse von Marokkanern aus Lei Talmulden westlich von Ain Sfa vor. Sie tour-» i den aber durch Kavallerie, die von Infanterie- ! staffeln unterstützt wurde, zurückgeworfen. Die i Artillereie konzentrierte ihr Feuer auf zwei S Dörfer in der Tiefe des Tales, die allmählich / erobert und zerstört wurden. Die Marokkanu, > die versuchten, die linke Flanke der französischen Truppen von hinten anzugreifen, wurden unter großen Verlusten zurückgeworfen. Das Schar­mützel wür 5 Uhr abends beendet Auf Seiten der Franzosen wurden 13 Mann verwundet, unter denen ein Leutnant war; drei Soldaten sind schwer verwundet. Die Franzosen besetzten augenblicklich den Markt und die Quellen von Ain Sfa sowie den Hügel, der den Eingang zu den Schluchten beherrscht. General Liautey telegraphiert weiter unterm 17 Dezember: Die Beni-Mengusch entsandten Delegierte, die über die Bedingungen der Unterwerfung verhandeln sollen. Die Kolonne BranliLres schlug ihr Hauptlager bei der Quelle Sidi Mohamed Bu Berkan auf, 10 Kilometer von Scheraa. Aus Casablanca wird vom 14. d. M. gemeldet, daß sämtliche eingeborenen Hafenarbeüer in den Ausstand getreten seien, obgleich ihre Löhne in­folge der Besetzung der Stadt durch die franzö­sischen Truvpen erhöht wurden. Eitte starke Auf- rlärungskolonne wurde nach Sidi Rumen in der

Richtung des Lagers von Muley Haftd entsandt, um dieStämme zu beschützen, welche Muley HafK untersagt hatten, nach Casablanca zu gehen. Aus Fez wird demJournal des DÄats" vorn 12. d. M. berichtet, daß die aufständische Beweg, ung in der Umgebung der Stadt sehr beun­ruhigende Fortschritte mache. Die Verbindung mit Rabat sei infolge der Raubzüge der Bena- bers völlig unterbrochen. Eine Karawane vo« jüdischen Handwerkern, welche unter militart- scher Begleitung auf Befehl des Sultans Abdul Asts nach Rabat aufgebrochen war, mußte nach stex zurückkebren.

** Aus Persien. Teheran, 17. Dez. In Ueber- einstimmung mit der gestern vom Parlament ge­faßten Resolution erklätt eine Kundgebung des persischen Volkes an die Mächte, daß der junge Schah von Personen beeinflußt ist, die gewöhnt an das otie despotische Regiment die Verfassung verletzen. In dieser Kundgebung werden alle Nationen der Welt aufgefordert, das persische Volk bei der Verteidigung seiner Rechte zu un­terstützen.

Marburg uud Umgegend.

tRachdruck aller Dctginalarhtrt ist gemäß § 18 W Urheberrecht- nut mit der deutlichen Quellenangabe ..Ddrichesi. Ztg." gefiattetj

ÄirdurL. 17. Tezbr.

Erwiderung.

Gegenüber der Erklärung des Herrn Dr. A. Huyskens im gestrigen Blatte stelle ich möglichst kurz folgendes fest:

1. Wer Ergebnisse seiner historischen Forsch­ung, die aller früheren Auffassung zuwiderlau» fen, zuerst durch eine öffentliche Ausstellung und eine poltttsche Zeitung veröffentlicht, möchte die Beschauer und Leser statt zur Nachprüfung zu stiller Andacht veranlassen und handelt so allem wissenschaftlichen Gebrauch zuwider.

2. Wer 56 Monate früher als Neuling auf demselben Gebiet Forschungen veröffentlicht har, welche die schwersten Bedenken eines Ve­teranen (das bin in diesem Falle ich!) erweckten, sollte die wohlmeinende mündliche oder brief­liche Darlegung dieser Bedenken seitens des Veteranen, zu dessen Wissenschaftlichkeit er sein Verttauen oft genug bekundet hatte, nicht mit einer milde gesagt gesteigerten Reizbarkeit beantworten.

3. Wer seine Aushängebogen nach mehreren Seiten austeilte und selbst wiederholt seine Ent» deckung an die breite Oeffentlichkeit brachte, darf sich nicht wundern, daß ein auswärtiger Fest­redner, der sich nicht als Fachmann auf diesem Gebiete fühlte, um sich nicht zu weit vorzu­wagen, das Urteil eines befreundeten Fachman­nes (das meinige) einholte, erst durch gelegent­liche briefliche Erzählung, dann durch lieber« sendung der betreffenden Bogen. '

In der Festnummer der Fuldaer Geschichte blätter zum Namenstage Elisabeths tritt Pater Leonh. Lemmens, wie er selbst sagt, aus Grund, von Druckbogen Dr. H.'s, sein Verdienst rüh-s mend, für die Vertreibung Elisabeths vo^ Schloß Marburg ein. l

4. Wer sich wundert, daß der Gegner lrebei Bezug nehmen möchte auf die im Buchhandel er­schienene Ausgabe der betr. Untersuchung eil auf Korrekturbogen, die ihm von anderer Setti zukamen, der scheint an die Eedankenlosigkei seiner Gegner zu glauben.

5. Wer in einer halbwissenschastlichen Zerll schrift, die keine wissenschaftliche Begründung aufnehmen kann (den Histor. polit. Stätten vom 15. Nov., am 3. Dez. mir zugegangen), dii zuletzt vorausgegangenen Forschungenal- schlecht begründete Hyperkrtttk bezeichnet, derer Ergebnisse heute zum größten Teil von uns (vor Dr. H.) überwunden sind", handelt wohl minbe^ stens eigentümlich und darf auf Schonung seft - ens eines von ihm so charakterisierten Forschers ^inen Anspruch erheben.

6. Wer aus einem Briefwechsel, der auf Mo­nate zurückgeht, einzelne Sätze aus dem 3m sammsnhang reißt, kann dies beweisen.

Herr Dr. H. hätte vor allem erwähne» sollen, daß ich ihm im Sommer d. I. einen Aus-, tausch meinet erst im November veröffentt lichten Elisabethbiographie des Wartburgbuch^ und seiner Quellenpublikation im Manu« skript vorgeschlagen habe, um, wie ich ihm schrick öffentliche Streitigkeiten zu vermeiden. Die;e: Austausch ist damals erfolgt, aber obwohl H.'s Empfindlichkeit aufs Aeußerste schonte, vo: ihm auf Mitteilung der Quellenausgabe bc schränkt geblieben. Dabei habe ich nur die Aus sicht, ohne eine gedruckte Widerlegung davon zukommen, verloren, denn in der Würdigung bei verschiedenen Handschriftentexte und entsprc chend der Vertreibungsgeschichte weiche ich gan von ihm ab. Für die Aufgaben, die meine Eli sabethsorschung in diesem Herbst verfolgte, bot durfte ich H.'s Untersuchungen nicht.

Ich verzichte darauf, was mein Gegner von brachte, noch mit anderen Einzelheiten zu 6t,