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ja Dienstag, 17. Tumber 1907.
Zweites Blatt.
Deutscher Reich.
'e— Ein neuer Wassergesetzentwurf wird gegen- tvärtig ausgearbeitet. Dieser ist, wie zu erwarten stand, auf dem Entwurf ausgebaut, der im Jahre 1893 veröffentlicht wurde. Wie der „wasserwirtschaftliche Verband" in seinem Organe Writteilt, beziehen sich die Aenderungen de» freuen Entwurfs gegenüber dem alten besonders lauf die Einführung von Wasserbüchern nach Art sder Grundbücher, in denen die an den Gewässern gestehenden Rechte beurkundet werden sollen. Die Wasserbücher haben einen doppelten Zweck, zunächst den der Förderung der Gewässerkunde, sodann den der lleberwachung der Rechtsverhältnisse. Das Wasserbuch zerfällt in zwei inhaltlich von einander verschiedene, wenn auch zu einer Einheit verbundene Teile, den beschreibenden Teil, der einen Ueberblick über den tat- isächlichen Zustand des Wasserverbrauchs gemähten soll und den Rechtstes der die rechtlichen Verhältnisse darstellt. Der Rechtsteil soll möglichst alle bei dem Wasserbuch iin Betracht kommenden Rechtsverhältnisse, sowohl öffentlich- wie priqatrechtlicher Natur tzufnehmen. Rechtsverdunkelungen und Rechts- ftreitigkeiten werden dadurch vermindert werden, die bestehenden Rechtsverhältnisse jederzeit offenbar sein. Darüber hinaus ist die Eintragung für die Sicherstellung der Rechte insofern von großer Bedeutung, als bei neuen Unternehmungen der eingetragene Berechtigte im Ver- jeihungs-, Aufgebots- und Ausgleichsverfahren von Amtswegen auf die öffentliche Bekanntmachung hingewiesen oder ihm der Antrag beikant gemacht werden soll, um ihn vor den mit der leicht möglichen Versäumnis der Anmeldung seiner Rechte verknüpften Nachteilen zu be- Mahren.
— Zur Münznot. Berlin, 14. Dez. Der Abg. Graf von Kanitz hat mit Unterstützung der konservativen Fraktion im Reichstage folgenden Antrag eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: *• die seit dem 1. Oktober 1907 eingezogenen Taler, soweit noch keine Umprägung stattgefunden hat, wieder in den Verkehr zu setzen; II. dem Reichstage den Entwurf eines Gesetzes vorzu« liege», durch welches 1. der nach Artikel 9 des Reichs-Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 in Zahlung zu nehmende Höchstbetrag an Reichs-Sil- Lermünzen beträchtlich erhöht wird, 2. der durch Artikel IV des Gesetzes vom 1. Juni 1900 auf 15 Mark für den Kopf der Bevölkerung normierte Gesamtbetrag der Reichs-Silbermünzen
ß lRachvruck verboten.),
Unter der Maske.
. Roman von Lady Georgina Robertson.
jt (Sortierung.)
' Die alte Frau sah ihren Liebling erstaunt an und wunderte sich über den ernsten Zug in ihrem Gesicht. Liebevoll strich sie mit der Hand über die goldigen Haare.
„Sie haben aber doch alle Ursache, glücklich zu sein, Mylady," sagte sie. „Ihnen wird so viel Liebe entgegengebracht und Sie haben alles, was Sie wünschen."
„Habe ich das wirklich?" entgegnete Ellen itraurig und nahm ihre kleine Tochter auf den Schoß. „Barbara, Du hast mich von meinen ersten Lebenstagen an gewartet, dachtest Du je daran, daß ich heiraten und selbst solch kleinen Liebling haben würde?"
Barbara lächelte.
„Gewiß, Mylady, daran zweifelte ich gar glicht."
„Dann hast Du Dich auch nicht über meine Heirat gewundert?"
„Nein, das hat niemand getan, Re hat ja auch Ihr Leben gerettet."
„Das weiß ich, aber ich verlangte nicht danach, um zu genesen, sondern weil ich Lord Ches- leigh liebte." Ellen verbarg ihr Gesicht in den Locken des Kindes und fuhr nach einem Augen« blick fort: ^„Begriffst Du damals^daß ich ihn so ' »D ja, er ist ein freundlicher, vornehmer Herr. Solchen habe ich sonst noch nicht gesehen. jUnd als et in jener Nacht so besorgt um Sie war, hätte ich mein Leben für ihn gelassen. Nein darüber hat sich keiner verwundert."
Ellen fiel der Nachdruck auf dem Darüber" >uf.
„Unb was wunderte Euch denn Barbara?" fragte sie zögernd.
Die alte Kinderfrau lacht«.
auf zunächst 25 Mark pro Kopf herausgesetzt wird."
— Die Viehseuchengefahr im Osten. Wie aus Königsberg gemeldet ward, hat die Maul- und Klauenseuche in Ostpreußen gegenwärttg einen bedrohlichen Umfang angenommen. WähreÄ» sie anfangs nur in den Grenzdistrikten austrat, herrscht ste jetzt auch in verschißenen Binnenkreisen. Rach einer amtlichen Zusammenstellung find von der Seuche betroffen im Regierungsbezirk Gumbinnen Reben Kreise mit insgesamt 19 Gemeinden, im Regierungsbezirk Allenstein vier Kreise mit zusammen 22 Ortschaften und im Regierungsbezirk Königsberg 5 Kreise mit im ganzen 11 Gemeinden. Dar Einbringen der Seuche au» den Erenzkreisen in die inneren Kreise, die Entstehung zahlreicher Seuchenherde im Innern der Provinz ist im wesentlichen auf die fahr- lässige oder gar wissentliche Verletzung der Anzeigepflicht durch eine Reihe von Landwirten zu- rückzusühren. — Die letzte Veröffentlichung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes über den Stand der Maul- und Klauenseuche am 15. November d. I. zeigt ein höchst unerfreuliches Anwachsen dieser gefährlichen Seuche in Preußen, während das ganze übrige Deutschland, bis auf acht Gemeinden in Schwaben, von Maul- und Klauenseuche frei ist. Und zwar sind es lauter Erenz- kreise, in denen die Maul- und Klauenseuche neu aufgetreten ist. Von Sttasburg i. Westpr. bis nach Pillkallen L Ostpr. hinauf ist fast kein preußischer Kreis längs der russischen Grenze, in den nicht in den letzten Wochen die Maul- und Klauenseuche aus Rußland eingeschleppt worden wäre.
Marburg Md Uurgrgeud.
<Nachdruck aller Clgmalartittt ist gemäß $ 18 del Urheberrecht» nur mit der deutlichen Queüeuangab« „Oberhesj. Mg.» gekt-ttet)
Marburg, 16. Dezbr.
* Oeffentliche Danksagung. Mit Bezug auf die anläßlich seines 70. Geburtstages ihm auch aus Cassel und der Provinz Hessen-Nassau zugegangenen zahlreichen Beglückwünschungen gibt unser früherer Oberprästdent, der jetzige Ober- prästdent der Provinz Schlesien, Se. Exzellenz Herr Dr. D. Robert Graf Zedlitz und Trützschler die nachstehende Danksagung bekannt:
„An dem Tage, an welchem ich mein siebzigstes Lebensjahr vollendete, sind mir von Behörden, Korporationen, Vereine und Einzelpersonen viele Beweise steundlicher Erinnerung, wohltuender Teilnahme und treuer Wünsche zugegangen. Zahlreiche Telegramme und Briefe harren der dankenden Antwort. Aus bewegtem Herzen kommend, sei sie in diesen Zeilen niedergelegt. Gottes Gnade und der Mensche» gütige
„Da Mylady mich fragen," entgegnete sie, „kann ich eg wohl sagen, daß wir alle auf falscher Fährte waren. Wir hatten eine andere Verlobung vermutet."
„Und welche?"
„Es war ja ein Unsinn und ich sollte es vielleicht gar nicht aussprechen, aber wir dachten alle, daß Lord Chesleigh Miß Burton liebte."
Es war gut, daß die alte Frau nicht sah, wie bleich Ellen wurde. Sie war nicht imstande, auch nur ein Wort zu sagen und einige Zeit herrschte tiefes Schweigen. Dann fuhr Barbara ahnungslos fort: „Die Dienstboten glaubten, daß Lord Chesleigh Miß Burtons Bräuttgam wäre weil sie öfter zusammen im Park waren; ich dachte es auch, denn einmal sah ich, wie er ihre Hand küßte, nad)bem ste lang miteinander gesprochen hatten. Er folgte ihr überall hin, wahrscheinlich, um von Ihnen zu sprechen."
„Machten sie den Eindruck, als ob ste verlobt wären?" fragte Ellen angstvoll.
„Das kann ich wttklich nicht sagen," erwidette die Site, wir hatten uns es eben eingebildet und mußten einsehen, daß es ein großer Irrtum war."
„Und in der Nacht, Barbara, als ich ihn bitten ließ, zu kommen, war er gleich bereit?"
„Das weiß ich nicht, ich war zu taurig, um auf irgend etwas zu achten. Ich erinnere mich nur, daß Miß Burton fottging, um Lord Chesleigh zu holen und daß sie bitterlich weinend zurückkam."
„Und er war freundlich gegen mich?"
„Ja, das wer er. Wir sprachen alle davon. Ich habe nie eine solche Hingebung gesehen."
„Er dachte, daß ich sterben würde," sagte Ellen traurig.
„Um so mehr wird er sich gefreut haben, als Sie besser wurden. Sie glaubten nicht, Mylady, wie wir uns alle geängstigt haben. Miß Burton hat es heute noch nicht überwunden."
„Findest Du ste verändert Barbara?, In welcher Weist?" — ' .
Nachsicht, bi« sich am Wollen genügen ließ, auch wenn ich da» Vollbringen nicht erreichte, beglest teten mich auf meinem Lebenswege, der sich seinem Ziele naht. Ehe dies gewonnen ist, möge beide» mir bewahrt bleiben. Darum bitte ich von Herzen.
Dr. D. Robert Graf Zedlitz und Trützschstr Oberprästdent.
Breslau, im Dezember 1907."
* Forstliches. Der Titel Hegemeister ist folgenden Förstern im Regierungsbezirk Cassel verliehen worden: Freund in Mörshausen, Ober- försterei Spangenberg, Gute in Frielendorf, Obersörsterei Frielendorf, Lipphardt in Sand, Oberförsterei Sand, Sucker dr Rottebreite, Ober- försterei Oberkaufungen, Watte in HeisebeH Oberförsterei Oedelsheim.
H. Dreihausen, 14. Dez. Ein Riest von Birnbaum, wohl der größte im Ebsdorfer Grund, wenn nicht gar des ganzen Kreist», wurde kürzlich hier gefällt. Nach Mitteilung älterer Leute sollte derselbe etwa 200 Jahre alt sein. Trotzdem war der Baum noch kerngesund. In ftüheren günstigen Jahren brachte derselbe jährlich etwa 100 Körbe voll Birnen ein. Rechnet man nur jährlich einen durchschnittlichen Ertrag von 50 Körben und berechnet den Korb nur mit 1 «*, so ergibt sich in einem Zeitraum voMnur 100 Jahren ein Gewinn von 5000 M, ein hübsches Sümmchen! Der Daum fiel deshalb der Axt anheim, weil man ein Wohngebäude an feiner Stelle errichten will, auch war es nicht leicht, ihn zu besteigen.
(!) Battenhausen, 13. Dez. I» hiesiger Gemeinde ist unter den Schulkindern das Scharlachfieber ausgebrochen. Fast die Hälfte der Schulttnder mußte dem Unterricht fern bleiben.
-T- Buchenau, 14. Dez. Das Rittergut Elmshausen geht vom L Februar ab in Pachtung des Herrn E. Collmann in Hausen über.
□ Vöhl, 14. Dez. Die in der Eder gefundene Leiche ist jetzt als die des Schuhmachers Pohl- mann aus Mühlhausen (Waldeck) erkannt worden. Mißliche Familienoerhältnisse haben den Mann in den Tod getrieben. Die in einigen anderen Zeitungen ausgesprochenen Vermutungen entsprechen nicht den Tatsachen.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Eassel, 14. Dez. Neubesetzung des Landrats- amts für den Landkreis Cassel. Der gestern Vormittag einberufene Kreistag war vom Minister des Innern zu einer Aeußerung über die Neubesetzung des Landratsamtes aufgefordert worden. Der Herr Freiherr Waitz von Eschen, der schon den Geheimen Regierungsrat Freiherrn von Dörnberg am 1. Februar 1882
„Sie scheint alle ihre Fröhlichkeit verloren zu haben, sie ist still und traurig. Ich glaube, Miß Burton litt ebenso sehr, wie Sie selbst, ste hat Mylady auch sehr lieb. Aber was fehlt Ihnen, Herzchen? Sie sind sehr blaß und zittern. Geben Sie mir die Kleine, Sie lassen sie ja fallen. Ist Ihnen nicht wohl?"
„Es ist nichts. Ich bin müde," antwottete Ellen der besorgt fragenden Dienerin.
Einen Augenblick später hatte fie die Besinnung verloren.
Barbara hob die leichte Last auf und legte fie auf ein Ruhebett. Es fiel ihr nicht ein, daß ihr Ei schmatz die junge Frau oeuruhigt haben könnte. Sie war ohnmächtig geworden und das war ein Zeichen, wie sehr sie immer noch der Schonung bedurfte.
„Sage Mama nichts davon," gebot Lady Chesleigh, als fie erwachte, „fie sorgt stch immer gleich so sehr um mich."
„Mylord würde noch besorgter sein," meinte Barbara, aber Ellen wandte sich seufzend ab.
Es war Lady Chesleigh klar, nun ihr Verdacht sich bewahrheitet hatte, daß Artur und Mathilde verlobt waren, ehe ihre Laune fie trennte. Wie aber sollte fie die volle Wahrheit erfahren? Keines von beiden würde ihr Rede .stehen und Barbara Haie alles gesagt, was ste wußte. Auch war diese fest überzeugt von Lord Chesleighs Liebe zu seiner Frau.
Ellen kannte sich selbst nicht mehr. Nie zuvor hatte sie die Nächte durchgeweint und war mit dem Gefühl aufgestanden, daß wieder ein Tag durchlebt werde» müsse. Es war ihr neu, ihre Gefühle verbergen zu sollen und heiter zu scheinen, während ihr fast das Herz brach.
Sie war zu glücklich gewesen, ihr ganze» Leben lang, dann traf sie dieser Schlag doppelt. Sie fing an, sich btttere Vorwürfe übet ihre übereilte Heirat zu machen; es war eine Idee gewesen, die sie sich mit lausend lichten Bildern * ausgeschmückt hatte nnb Mit Poesie umwoben, (
namens des Kreistages den Willkommensgruß entbieten konnte, leitete diesen Att der Kreis- tagssttzung. Der Kreistag beschloß einstimmig, von seinem Recht des Vorschlags keinen Gebrauch zu machen, sondern den Herrn Regierungspräsidenten zu bitten, an Allerhöchster Stelle die Ernennung des derzeitigen Verweser» bes Landratsamtes, de» Herrn Regierungsassessors von Pappenheim, zum Landrat in Vor- schlag zu bringen da der Kreistag zu ihm d« Vettrauen hat, daß er die Amtsgeschäfte im Sinne seines Vorgängers zum Wohle des Kreises und seiner Bewohner führen wird.
Friedberg (Oberh.), 14. Dez. Das bekannte hiesige Hotel Trapp, mit Weinhandlung verbunden, ging zum Preise von 365 000 JC an den Hotelbesitzer Vogt aus Bad Soden über.
Dillenburg, 14. Dez. Am 16. d. M. findet im Kreishause zu Wiesbaden unter dem Vorsitze des Regierungspräsidenten Dr. v. Meister eine Besprechung dienstlicher Angelegenheiten zwischen den Königlichen Landräten des Regierungsbezirks statt. Abends werden sich die Landräte mit ihren Damen auf Einladung des Regierungspräsidenten und der Frau v. Meister in der Dienstwohnung de» Regierungspräsidenten gesellig vereinigen.
G. Bad Orb, 15. Dez. Die Kgl. Regierung hatte in einer Verfügung die Verstärkung des polizeilichen Schutzes in der Stadt Orb verlangt, infolgedessen verlangte der Magistrat von der Stadtverordnetenversammlung Anstellung eines weiteren Polizeibeamten und Abschaffung bet Nachtwächter. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte den Magistratsantrag ab und pro- teftierte gegen die Behauptung des Magistrats, daß die Roheiten seit der letzten Reichstagswahl zugenommen hätten.
Hurra, da fällt der erste Schnee!
So schreien die Kinder und freuen sich. Aber wenn der Schnee auch Wintersreuden an- kündigt so kündigt er noch mehr die Leiden der rauhen Jahreszeit an. Nun ift die .Seit der schweren Katarrhe mit all ihren quälenden und lästigen Erscheinungen und em schwerer Winter sieht einen Teil der Menschheit nie so recht gelund. Da muh man eben fleißig FayS ächte Sodener Mineral-Pastillen gevrauche». Die schützen die «rchieimhauie gegen die gefährlichen Reizungen, die beseitigen leben Husten, jede Heiserkeit und Äerschleimurg «nd bekommen dabei dem Magen ganz ausgezeichnet. FayS ächte Sodener, die man für 85 Psennig in allen Apotheken, Drogerien und Mineralwasserbandlungen tauft, sollte eigentlich jeder Mensch in der Tasche trauen.
Rotationsdruck.
Verantwottlich für die JWet^Hon- - Dr. Johannes Otto in Marburg.
Sie würde es nie getan haben, wenn ste nicht ge, glaubt, daß fie sterben müßte.
„Ach, wenn ich doch gestorben wäre," schluchzte sie laut, „bann ftänbe ich ihrem Glücke nicht im Wege. Wie müssen sie mich hassen, wenn ste wirklich verlobt waren, als ich krank mürbe.“
Dann kam wieder eine Zeit, in der fie sich einzureden versuchte, daß alles Täuschung sei, bis die Menge der Beweise ste erdrückte, denen sie Mathildens eigene Worte rechnen mußte. Hatte diese ihr doch gesagt, daß sie eine« Kummer hätte, den nur der Tod enden würde.
Derselbe Gedanke beschäftigte ste, welchem Lord Chesleigh gefolgt war. Sollte es leine' Möglichkeit geben, ihre Ehe zu trennen? Er hatte stch nur aus Mitleid mit ihr trauen laß, fen, hatte solche Heirat Giltigkeit?
„Wie wenige Menschen dürfen ihrem He« zen folgen!" — Diese Worte hatten ihr die Augen geöffnet. Wie hatte sie nur so lange blind Jein können! Ihre eigene Liebe und bet Wunsch, ihm anzugehören, hatten ihr eigenes Urteil verwirrt.
Jetzt verstand sie auch das Benehmen ihre» Mannes und bas Mathildens. Sie beobachtete ste noch genauer und fand heraus, daß unter der iußeren Kälte und Förmlichkeit doch ein Zug warmer Sympathie stch zeigt.
Warum war fie damals nicht gestorben! Artur würde ihr ein freundliche» Andenken bewahrt haben und ihre Liebe hätte ihm in der Erinnerung wohlgetan. Er und Mathilde würden eine Zeitlang um Jie getrauert haben, bann aber wären ste glücklich geworben und ihr wäre bie Qual erspart, unter der sie jetzt |» namenlos litt. 1
Ihr einziger Trost war ihr Kind; wenn sich es ans Herz drückte und sah, wie bie Kleine ihr die Aerrnchen entgegenstreckte und au ihr. oer»’ langte, dann konnte ste stch für AugenbUche Wieder vollkommen glücklich fühlen. j
------—. UMtsetzun- folgte