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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchhain.

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Erscheint wöchentlich fieben mal.

Druck und Beringt Joh. Äug. Soch, Umversitätr-Buchdruckerel 42.

Marburg, Markt 8L Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 15. Dezember 1907.

vierteljährlicher Bezugspreir» ba ser Exkedirion 2 ä/tt, H'o 9Q1 bei allen Postämtern 2,25 Mk. hexet. Bestellgeld).

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Zweites Blatt.

Die Kriegsbereitschaft der Sparkassen.

Auf der diesjährigen Mitgliederversamm- ffung des deutschen Sparkaffenverbandes, die am iletzten Samstag in Berlin abgehalten wurde, sprach nach Erledigung geschäftlicher Angelegen- iheiten General der Infanterie z. D. Blume- Berlin über die Kriegsbereitschaft der Spar­kassen. In seinem Vortrage legte er muh dem Bericht derKöln. Ztg." dar, daß in dieser Frage sehr wichtige volkswirtschaftliche Inter- essen sich nahe berühren mit solchen der Landes­verteidigung. Es sei wiederholt gesagt worden, die Erörterung solcher Fragen könne möglicher­weise Beunruhigung im Auslande Hervorrufen. Er teile diese Besorgnisse in keiner Weise. Man habe dann eingewendet, den Krieg von 1870 hätten die Sparkassen überstanden, ohne daß sie in Verlegenheit gekommen wären. Die Tatsache mag richtig sein. Aber man darf nicht vergessen, dass der Krieg von 1870 ein Krieg war von nahezu ununterbrochenen Erfolgen. Anders würden sich die Verhältnisse gestalten, wenn etwa in künftigen Kriegen Nachrichten von ver­lorenen Schlachten ins Land kämen oder wenn da der Feind in unser Land eindringen würde. Alle unsere Kriegsvorbcreitungen sind ja darauf gerichtet, ein solches Unheil fernzuhalten. Aber unsere Zukunft stände auf viel zu schwachen Füssen, wenn wir nicht imstande sein sollten, auch zeitweilige Mißgeschicke zu überwinden. Wir haben umsomehr Ursache, uns stark zu machen, als ein künftiger 'Krieg überhaupt für uns nur noch denkbar ist, wenn Lebensinteressen der Nation auf dem Spiele stehen, wenn es sich um, Sein, oder Nichtsein der Nation handelt. Ausserdem haben sich ja die Verhältnisse seitdem in vielen Punkten geändert. Bei Ausbruch des Krieges 1870 bestand die zwölfjährige Eesamt- dienstpflicht bei dreijähriger Präsenzdienstzeit. » Die Gesamtstärke der Streitmächte, die Deutsch­land bei Ausbruch des Krieges von 1870 ins Feld schickte, betrug einschließlich der Offiziere 98? 000. Gegenwärtig besteht eine 19jährige Dienstpflicht bei 2jähriger Präsenzdienstzeit. Die Zahl der Rekruten, die alljährlich ausge- hoben wird, beträgt eine viertel Million. Rech­nen wir also 17 mal ein viertel Million, so sind für den Kriegsfall viereinviertel Million Sol­daten bereit. Rechnen wir davon den vierten Teil ab, der wegen Krankheit oder aus andern Gründen verhindert ist, so stehen drei Millionen Soldaten im Fe*de. Zur Ordnung ihrer ge­werblichen Verhältnisse kann den Mannschaften nur eine knappe Zeit bemessen werden. Bei den

Marburg früher und heute.

Von L. Müller. (Fortsetzung).

In folgendem Gedicht begrüßt ein Wanderer bei ferner Heimkehr seine Vaterstadt:

Sei mir gegrüßt, Du heimatliches Tal. ' : Du Vaterstadt im Abendsonnenstrahl, Wie Purpur glüh'n im Abendrot die Höh'» Mein Heimattal, wie sah ich Dich so schönl Dem Dammelsberg und der Augustenruh'. Euch rüst der Wand'rer stille Grüße zu, Dir Wilhelmsturm, hoch auf der Spiegelslust, Wie schwellt ein Hochgefühl jetzt meine Brust! Du traute Lahn, die durch das Tal hinflicht, Mtt Blumen reich bekränzt, sei mir gegrüßt «n Deinem Strand weckt mancher Ärauch und _ Baum,

rnnnerungen an meinen Lebenstraum!

Du altes Schloß auf hohem Berg erbaut. Zu Dir empor mein Auge freudig scharrt. I Vom Landesfürst zur Strafanstalt entweiht. Birgst jetzt Erinnerungen aus alter Zettl I Dort unter diesem an des Bettes Rand, ' " I Da steht ein Haus, wo meine Wiege stand, I Doch all die Lieben, die mich drinn gepflegt, I Längst haben sie zur Ruhe sich gelegt. I Lte Kirch« dort ins stille Tal hinfchant, I Dor Landesahnfrau einst zur Ehr erbaut I «uf weißer Himmelsfolie hell und klar,' I

Zeigt sich Elksabethens Türmepaar. |

Ballen Türmen Deutschlands hört ich rite I

4nt sthönre Glockenharmonte, I

n hoch der Wind den Ton herüberweht, I still ich meine Hände zum Gebet! I Wo gibt'- im deutschen Lande eine Stadt, I

«ÖS Linen schön'ren Kranz von Bergen har, |

I meisten werden er wenige Tage, bei manchen vielleicht nur wenige Stunden sein. Sie bedür­fen für diesen Zweck baren Selbes, und bei der Unsicherheit der Zukunft sowie im Drange des Augenblicks werden sie sogar mehr Geld von den I Sparkassen erheben, als sie augenblicklich brau- I chen. Es wird also ein Sturm auf die Spar- I kaffen stattfinden. Was ist nun dagegen zu tun? I Es gibt nur ein Mittel, das die Reichsregierung I in Anwendung bringen muß und das schon in I frühem Fällen mit Erfolg angewendet worden I ist: die Errichtung von Darlehnskaffen, di» die I Berechtigung haben, Lombarddarlehen gegen I mäßigen Zins in Gestalt von Darlehens- I kassenscheinen zu gewähren, die das Reich I garantiert und die von allen öffentlichen I Kassen zum Nennwert in Zahlung genomm n I werden. Dieses Mittel ist bereits dreimal in I Preußen zur Anwendung gekommen, 1848, 1866. I und 1870. Es hat sich nach allen vorliegenden I Nachrichten trefflich bewährt. 1848 wurden 10 I Millionen, 1866 25 Millionen und 1870 I 30 000 000 Taler in solchen Reichskaffenscheinen I ausgegeben. Es ist nun die Frage,, ob eine I solche Masse von Darlehensschemen von Handel I und Industrie ohne erhebliche Schädigung aus- I genommen werden könnte. Wenn künftig bet I Ausbruch eines Krieges diese Darlehenskaffen I errichtet werden, so ist zu vermuten, daß sie »ich I für die Unterstützung der Sparkassen errichtet I werden, sondern überhaupt allgemeinen Zwecken I dienen. Freilich wird die Summe, die sie in I Kassenscheinen ausgeben, erheblich größer sein I als die Summen, die bei früheren Gelegenheiten I ausgegeben wurden. Rechnen wir nur, daß bei I Ausbruch eines Krieges zehn Prozent der Spar- I einlagen zurückgefordert werden, so macht das I allein 1309 Millionen aus. Der Redner brachte I zum Schluffe seines mit lebhaftem Beifall auf« I genommen Vortrages folgenden Leitsatz ein: I In der Zuversicht, daß im Kriegsfälle, dem Vor« I gehen von 1870 entsprechend, der Volkswirt- I schäft, besonders auch den Sparkaffen rechtzeittg I durch Errichtung von öffentlichen, unter staat- I licher Garantie stehenden Lombarddarlehens« I kaffen Hilfe geboten werden wird, und in der I Voraussicht, daß diese Darlehnskaffen Schuld- | Verschreibungen des deutschen Reiches und der I deutschen Bundesstaaten vor allen andern An- I lagewerten lombardieren werden, ist es für die I Sparkasse dringend empfehlenswert, in sol- I chen Schuldverschreibungen wenig« I stens dasDoppeltsdes Betrages anzulegen, I dem sie voraussichtlich beim Ausbruch eines

Krieges zur Befriedigung der Rückzahlungsfor­derungen nötig haben und nur mit Hilfe der Darlehenskassen rechtzeitig flüssig zu machen im­stande fein werden.

In der Debatte über den Antrag wurde von mehreren Rednern betont, daß man derzeit von

Wie Du, meinMarburg", Königin der Lahn,

Dir gilt mein Lied, o nimm es freundlich an!

Bei seiner Heimkehr nach Marburg hat schon gar Mancher einen anderen Eindruck erhalten, als er bei feiner Ausreise mitgenommen hatte, wo er die NaturschSnhsiten und Vorzüge von Marburg und seiner Umgebung erst richttg hat schätzen« lernen.

In nächster Umgebung Marburgs finden wir das Dorf Ockershausen mit feinem Pfannekuchen« häusche.: (welches wohl heure keiner mehr finden würde), wo di« Studenten hingingen, wenn sie Pfannekuchen essen wollten. In nächster Nähe liegt die Dreyersquelle, worauf sich das Gedicht bezieht;

Dreyers Quelle.

Ich weihe Dir die reinsten Töne, Zu des Liedes frohem Klang, Dreyers Quelle, reizend Schöne, Aus des Herzens ttefftem Drang.

Stilles Plätzchen, wenn am Morgen,

Von dem Schatten noch- umgraut, Einsam im Gebüsch verborgen Wo das Vöglein harmlos baut.

Dott in grüner Buchen Schatten,

Wo der Käfer lustig schwirrt. Und in dichter Kiefermatten, Sehnsuchtsvoll ein Täubchen girrt.

Hier aus anmutsvoller Höhe,

Die der Frühling rings umblüht. Wo die Ferne wie die Nähe Jedem Auge Luft erglüht.

Seht dio Stadt dort hochgetürmet, J" Altersgrau das Schloß sich zeigt, Und am Berg manch Haus beschirmet Von dem üppigen Gesträuch. __

einer Beschlußfassung Abstand nehmen möge. Die Frage der Ausgabe von Darlehnskaffen- fcheinen sei von so weittragender Bedeutung, daß man sie nicht ohne grundloses Studium und umfassende Vorbereitung beschließen solle. Ein dementsprechender Antrag, einen Ausschuß mit weiteren Erhebungen in dieser Frage zu betrauen, wurde mit großer Mehrheit angenom­men. Wie dem vom Geschäftsführer Eötting- Hannover erstatteten Geschäftsberichte zu ent­nehmen ist, gehören dem Verbände heute über 1500 Sparkassen mit über 9 Milliarden an. Ren beigetreten dem Verbände ist die große Sparkasse Leipzig. Würde es gelingen, auch die bayrischen, sächsischen und elsaß-lothrin­gischen Sparkaffenverbände dem Deutschen Ver­bände einzuverle.ben, so würden die Einlagen insgesamt wachsen auflOMilliarden879 Millionen Mark von 13 Milliarden Spareinlagen in Deutschland über­haupt. Der Verband würde damit also die überwiegende Mehrheit aller Spareinlagen um­fassen.

Deutsches Reich.

Ein Weihnachtsgeschenk für die altpen­sionierten Lehrer. Aus den Kreisen der alt­pensionierten Lehrer war vor einiger Zeit beim Kultusministerium der Wunsch nach Erhöhung ihrer Ruhegehälter ausgesprochen worden. Ins­besondere erstrebten sie die nachträgliche Zu­billigung der Vorteile der diesjährigen Novelle zum Lehrerpenstonsgesetz. In der Tat wird man anerkennen müssen, daß für die alten Leh­rer, die der Vorteile der neuen Gehalts- und der damit zusammenhängenden Pensionserhöhungen nicht teilhaftig geworden sind, insbesondere den noch vor dem Pensionsgesetz vom 6. Juli 1885 in Ruhestand getretenen Lehrern, eine Erhöh­ung ihrer Bezüge herzlich zu wünschen ist. frei­lich wird dies nicht im Wege einer gesetzlichen« Erhöhung ihrer Pension geschehen können; denn eine rückwirkende Kraft ist neuen Pensionsge­setzen niemals verliehen worden, und das wäre di« Voraussetzung der Erfüllung dieser Bitte. Die Staatsregierung will sich aber, wie der Hann. Kurier" von unterrichteter Seite er­fahrt, der Bitte der Altpensionäre nicht ver­schließen; es ist in Aussicht genommen, in dem Staatshaushalt für 1908 den Fonds für die Unterstützung der pensionierten Lehrer (Kap. 121 Tit. 40 des Etats) zu verstärken. Es sollen alsdann im Bedarfsfall« unter sinngemäßer An- nendung der für die Beamtenpenfionäre gelten­den Grundsätze den vor dem 1. April 1907 aus- geschiedenen Volksschullehrern und Lehrerinnen Beihilfen gewährt werden, die den Unter­schied zwischen oem bisherigen Einkommen und dem Ruhegehalt, das jene bei Anwendung des neuen Gesetzes erhalten haben würden, ausglei­chen. Es steht zu hoffen, daß sich die wohlmei­nende Absicht der Staatsregierung verwirklicht.

Rote Dächer, bunte Felder, Hier im lichten Wiesengrün, Bis der Berg« dunkle Wälder

i, Am Horizonte Grenzen ziehn.

,i Schaut dort Wildungs Ruhestätte,

Dis im Schutz des Waldes weilt, Und am weichen Rafenbette Sich in Licht und Farbe teilt.

Wo nun Weichmut KieferflLstern Sich der Notbuch Stille beugt. Das Eedächtnismal umdüstern. Das ihm Freundes Hand geweiht.

Wo mit ehrfurchtsvollem Gruße, Der Wanderer vorüberzieht, Und an Denkmals steinern Fuße Stelle manches Blümchen blüht.

Doch wer malet all die Plätze Die das Auge hier durchschwelft, Und wer zählet all die Schätze, Die hier die Natur gehäuft.

Die Dreyers-Quelltz, ist heute für die Besucher aus der Stadt etwas in Rückgang gekommen. Dahingegen hat man weiter oberhalb einen schönen AussichtspunktViolas Ruh" angelegt. Geht man hier durch den Stadtwald weiter, so gelangt man denRunden Baum", wo jetzt eine Schutzhütte errichtet ist.

Von da wandern mit nach der am Waldes­rande gelegenen Darmnmühle und zum Dorf Dag bettshausen, wo der fränkische König Da­gobert bereits «in festes Haus mit einer Kapelle erbaut haben soll. Di« ureilte Rieseneiche, welche die Trumme» jenes-Gebäudes beschattet haben soll, reichte wenigstens in diese Zeit zurück. Die­ser merkwürdige Baum, dessen hohles Innere von einem praktischen Landwitt als Schweine­stall eingerichtet war, blieb von der Axt ver­schont, bis der Orkan am 18. Juli 1841 seine Kraft brach.

Die steuerliche Belastung der Massen in England wird durch folgende, derKöln. Ztg." entnommen« Zusammenstellung beleuchtet: Da ist zunächst das Bier zu erwähnen, für das im freien England eine Eenußsteuer von 7 Sch. 9 P< ür das Barrel von 1,055 spezifisches Gewicht er« hoben wird, in metrisches Maß und in Mark umgerechnet 4,70 Mk. für das Hektoliter. Im norddeutschen Brausteuergebiet beträgt di« Steuer für das Hettoliter 72 Pfg. Dazu tont* men, wie auch für den Branntwein, die hohe» staatlichen Schanksteuern. Der Branntwein unterliegt in England einer Steuer von 11 Sch. für die Gallone oder etwas über 2 Mk. für das Liter Alkohol; Deutschland erhebt rund 66 Pfg. Kakao zahlt einen Eingangszoll von 1 Penny für das englische Pfund oder rund 17 Pfg. für das Kilogramm; Kaffee 14 Sch, für das Hund« redweight oder rund 28 Mk. für 100 Kilogramm. Der Tabak in Blättern wird in England mit 3 Sch. und einem halben Penny für das Pfund bei normalem Feuchtigkeitsgrade verzollt; ist die Feuchtigkeit geringer, so tritt eine entsprechende Erhöhung ein. Der Satz entspricht aber 6,68 Mk. für das Kilogramm. Geschnittener Tabak, fertig zum Verbrauch, zahlt 3 Sch. 10 P. bis 4 Sch. 4 P. für das Pfund oder 8,36 Mk. bis 9,50 Mk. für das Kilogramm, Zigarren 6 Sch. für das Pfund oder 13,20 Mk. für das Kilo­gramm. Auch für die Tabakverkäufer tritt noch eine besondere Staatsabgabe hinzu, die je nach­dem 105 Mk. für einen Absatz von 20 000 Pfund englisch bis 630 Mk. bei einem Absatz von über 100 000 Pfund beträgt. Dagegen beträgt in Deutschland die Tabakbelastung rund 75 Pfg. für das Kilogramm. Diese Zusammenstel­lung ist sehr lehrreich, sie verdient die weiteste Verbreitung; denn die darin aufgeführten Zah, len zeugen durchaus für die mäßige Höh« der deutschen Steuersätze im Vergleich« zu den englischen. Darum erscheint es auch ge­radezu unerfindlich, wenn immer wieder von freisinniger Seite auf das Beispiel Englands hingewiesen wird, wie cs erst jüngst wieder der freisinnige Abg. Schrader in der Reichstags­sitzung vom 21. v. M. tat, in der er behauptete: in England seien eigentlich nurLuxusartikel" Gegenstand indirekter Besteuerung. Das ist ein artiger Beweis dafür, wie wenig auf freisin­niger Seite auf gründliche Prüfung der wirk­lichen Verhältnisse Wert gelegt wird. Mit beißendem Sarkasmus bemertt darum auch das zitierte rheinische Weltblatt:Ein Vertreter des ausgesprochensten Freihandelsgedankens sollte doch eigentlich an Zollsätzen, wie sie England aufweist, den härtesten Anstoß nehmen, nicht aber eine Belastung nach diesem Vorbild fit Deutschland empfehlen."

Zur Elektrisierung der bayerische» Staates bahnen wird derKöln. Ztg." aus München

Auf dem hübschen Hofe zu Elnhausen, tri dessen Nähe Oberst Luckner im siebenjährigeri Kriege eine Abteilung Franzosen schlug, wohnte- nachdem er durch die französische Revolution seine Euter in Brabant ei »gebüßt hatte, bis zu« Lüneville Frieden der Herzog von Looy unN Loswaren. Noch lange lebte sein Andenken bek den Armen fort, die in ihm einen großen Wohl­täter verloren. Von dem hinter dem Weißen«; steine gelegenen Dorfe Sarnau, wohin die Be­wohner des ehemaligen Dorfes Elfringhause» Übersiedelten, erzählt die Sage:

Der Teufel habe dieses Dorf, weil es auf dem fruchtbaren Boden zu Üppig geworden, i» eine Kötze an das sandige Ufer der Lahn ge« tra.-en und dott sei ihm, als er angefangen, di« Häuser wieder aufzustellen, seine Trage umge« stürzt und alles durcheinander gefallen."

Ein weiterer amutiger Punkt ist der Elisa« bethenbrunnen, jenseits des Lahnberges an der Straße nach Schröck und vom Lichtenküppel leicht zu erreichen. Ein stattliches Brunnenhaus aus Quadersteinen, von Landgraf Ludwig 1596 er­baut und mit jonischen und dorischen Säule» und zahlreichen Wappenschildern, schirmt die er« krischende Quelle, die aus einem Felsspalt der Bergwand hervorbricht und als kleines Bächlein die Talebene hinabschießt. Bon den beiden la­teinische Tafeln, welche das Brunnengebäud« trägt, verkündet die eine dem Wanderer die Be­deutung des Brunnens, während die andere» zur Heilighaltung feiner Hallen und feines Was­sers mahnt, welches sich durch Wohlgeschmack und Kühls auszeichnet. Hierher soll die heilige Eli­sabeth oft gewandelt sein, um in der unweit des Brunnens stehenden heiligen Kreuzkaxelte zu beten. Landgraf Ludwig IV. aber feierte i mit dc: Edlen vom Hofe hier ost seinen ®e* butttta" Am Himmelfahrtstag war der sog. < Cchr ckerbrunnen et» beliebter Ausflugsort oct Marburger. ..

^Fortsetzung folgt.)