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SormLagsveuaaer

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Jtz 290

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Znsertionrgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Kain» 15 Psg.

Reclamen: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

Mittwoch. 11. Dezember 1907.

Erscheint wücheutlich siebe» mal.

Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, UmversitätS-Buchdruckerel 42. 3(ti)T(L

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Abhängigkeit vom Auslande infolge Schutzlosigkeit der Landwirtschaft.

' In der sächsischen zweiten Kammer war vor Diniger Zeit eine freisinnige Interpellation über ! Maßnahmen der Regierung gegenüber den Hohen Eetreidepreisen und Wenigstens" zeit- tveiser Suspendierung der Eetreidezölle erörtert ! worden. In der Beantwortung der Jnterpella- i;tion führte Staatsminister Graf von Hohenthal »nd Bergen unter anderem folgendes aus: Während die Preise des deutschen Getreides immer mehr sanken, nahmen, insbesondere in­folge des stetig wachsenden Mangels an Arbeits­kräften, seine Produktionskosten immer mehr zu. Die Eetreidezölle sollen daher die Preisbildung auf den inländischen Märkten nach den ein­heimischen Erzeugungsverhältntssen ermöglichen. Eie sind das unentbehrliche Mittel, den Ge­treidebau auf dem heimischen Boden zu erhalten. And die Erhaltung des heimischen Getreidebaus ist ein Bedürfnis un­serer nationalen Selbständigkeit guf einem der wichtigsten Lebensgebtete.

DieLeipziger Zeitung" weist zur Bekräftig­ung dieser treffenden Ausführungen auf einen Aufsatz des landwirtschaftlichen Sachverstän- digen bei dem deutschen Generalkonsulat in Lon­don, Dr. Skalweit, hin, der in denMitteilun­gen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschast" sich über Englands Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse verbreitet. Wir entnehmen hier- vus, zur Bekräftigung der bekannten Tatsache, daß in England der Fortfall jedes Schutzes für die Landwirtschaft den Anbau von Getreide nur noch wo besonders günstige Vorbedingungen vorhanden sind, als lohnend betrieben wird. Jahr für Jahr ist die bebaute Fläche, ebenso wie die Viehzucht zurückgegangen, und in immer höherem Maße ist das Land hinsichtlich seiner Versorgung mit landwirtschaftlichen Erzeug­nissen vom Ausland abhängig geworden. Die Hauptbezugsländer haben einen bestimmenden Einfluß auf die Preisgestaltung gewonnen, die sich im wesentlichen nach dem Ausfall der Ernten und der Höhe und Regelmäßigkeit ihrer Ütefer« Ungen richtet.

Die Steigerung der Einfuhr zeigt sich na­mentlich, wenn man mit der Zufuhr im Jahre 1906 diejenige Ende der 60er Jahre vergleicht, ehe der überseeische Wettbewerb begann. So stiegen in dieser Zeit die Einfuhr-Mengen beim Weizen von 37,3 auf 112,7 Millionen engl. Zent­ner (1 engl. Zentner Cwt. gleich 50,8 Kilogramm), beim Fleische einschließlich des lebend eingeführten Schlachtviehes von 2% auf 22 Mill. Cwt., bei der Butter feit 1886 von 1,56 auf 4,24 Mill. Cwt. und beim Käse seit 1866/70 von 0,93 auf 2,64 Mill. Cwt. Die Eiereinfuhr stieg in derselben Zeit von 419 auf 2270 Mill. Stück.

Die wachsende Bedeutung der ausländischen Erzeugnisse für die Volksernährung erhellt aus der Tatsache, daß die Einfuhr fast aller wich­tigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse doppelt so schnell wie die Bevölkerungsziffer oder noch schneller zugenommen hat, nur die Kartoffeln machen eine Ausnahme, da etwa 95 Proz. des Bedarfs in England selbst gebaut werden.

Ende der 60er Jahre deckte der inländische Weizen noch 60 Proz. des Eesamtbedarfs, zehn Jahre später waren umgekehrt nur noch 38 Proz. im Inlands erzeugt und diese Menge verringerte sich noch weiterhin auf 19 Proz. ihn Durchschnitt der Jahre 1901/05.

Beim Fleisch ist eine Feststellung der inlän­dischen Produktion nur ganz schätzungsweise möglich. Die angestellten Erhebungen lassen je­denfalls mit Sicherheit erkennen, daß die eng­lische Viehzucht hinsichtlich der Flerschversorg- ung mit dem Bedarfs der Bevölkerung nicht im entferntesten Schritt gehalten hat. Einer Be- völkerungszunahme von 30 Proz. steht eine Ver­mehrung des Rindviehbestandes von nur 14 .Proz. gegenüber, während der Echafbestand um 11 Proz. abgenommen hat und die Zahl der Schweine ziemlich die gleiche geblieben ist. Es würde also auch bei Berücksichtigung größerer Frühreife und höheren Durchschnitts-Gewichts Din erheblicher Fehlbetrag in der Fleischversorg- Ang bleiben, der nur durch wachsende Einfuhr bedeckt werden konnte.

DieLeipziger Zeitung" bemertt zu diesen Ausführungen Dr. Skalweits:Die geschilderte Abhängigkeit Englands vom Auslande zwingt ,<s mehr denn je, darauf bedacht zu sein, sich die Herrschaft über die Meere zu erhalten. Das Aebergewicht zur See ist für das Land zu einer Lebensfrage im wahrsten Sinne des Wortes ge­worden; würden feine Zufahrtsstrcchen abge- tchnirten oder auch nur bedroht, so wären die Folgen unabsehbar

Für Deutschland ist aus dem Angeführten die Lebrs zu ziehen, daß es auch weiterhin auf den Schutz und die Kräftigung seiner Landwirt­schaft bedacht sein muß, um den inländischen Markt der wichtigsten Lebensbedürfnisse mög­lichst unabhängig vom Auslände zu gestalten. Unter dem Spitze der Eetreidezölle ist das auch der deutschen Landwirtschaft in immer steigen­dem Maße gelungen, ist doch, wie der Minister Graf von Hohenthal am Schlüsse seiner Rede hervorhob,, die Deckung des tnlänoischen Bedarfs durch deutsches Getreide seit 1895 beim Weizen von 69 Proz. auf 79 Proz. und beim Roggen von 89 Proz. auf 96 Proz. gestiegen. Man ver­gleiche damit die Tatsache, daß Englands Land- wirtschast nur noch 20 Proz. des heimischen Weizenoedarfs deckt."

Deutscher Reichstag.

Im Reichstag begann am Montag die erste Lesuna des Reichsvereinsgesetzent­wurfes. Die Beratung eröffnete Staatssek­retär v. Bethmann-Hollweg mit dem Bemerken, die verbündeten Regierungen haben sich auf praktische und ausführbare Vorschläge beschränkt. Die Bedenken gegen die Zulassung der Jugend­lichen seien vom Bundesrat sorgsam geprüft worden, er sei jedoch zu den Vorschlägen des Entwurfs gekommen. $)te deutsche Sprache in der Regel als Versammlungssprache festzusetzen, gebiete schon das nationale Selbstbewusstsein. Die Vorlage sei ein Beweis des Vertrauens der Regierung zum Volke, und das Haus möge zeigen, daß das deutsche Volk dies Vertrauen zu erwidern wisse. Abg. Dietrich (kons.) begrüßte die Einbringung der Vorlage, die er als eine ge­eignete Grundlage zur Verständigung aner­kannte. Er billigte die Gleichstellung der Frauen mit den Männern, erhob aber schwere Bedenken gegen die allgemeine Zulassung der D'gend- lichen. Die Festsetzung der deutsche s-rache

als Versammlungssprache sei wegen . .r groß- polnischen Agitation unerläßlich. Hingegen er­klärte Abg. Trimborn (Ztr.), seine Partei halte jeden Gesetzentwurf für unannehmbar, der Sprachbestimmungen wie die in Paragraph 7 des vorligegenden Entwurfes enthalte. Die Vorlage sei ein Ausnahmegesetz. Seine Partei erstrebe die Beseitigung des Svrachenparagra- & werde aber bemüht sein, im übrigen die ige im freiheitlichen Sinne auszugestalten. Abg. Dr. Hiebe» (natl.) begrüßte die Vorlage als unleugbaren Fortschritt in liberaler Bezieh­ung. Seine Partei werde bemüht sein, auf der Grundlage der Vorlage mit den anderen Mehr­heitsparteien zu einer Verständigung zu kom­men. Abg.Heine (Soz.) schätzte den in der Vor­lage liegenden Fortschritt gering ein und for­derte eine Umgestaltung der Vorlage, nament­lich nach der Richtung, daß alle polizeilichen Be­fugnisse, insbesondere die Ueberwachung der Versammlung, beseitigt werden.

Deutsches Reich.

Som Kaiser. London, 9. Dez. Bei dem heutigen Frühstück in Buckingham-Palast waren außer Kaiser Wilhelm und König Eduard der König von Norwegen und der Prinz von Wales zugegen. Am Nachmittag stattete der Kaiser der Prinzessin von Wales, der Herzogin von Argyll, der Prinzessin Heinrich von Battenberg, sowie der Herzogin von Fife und dem Prinzenpaar Christian von Schleswig-Holstein Besuche ab. Um 6 Uhr empfing der Kaiser in der deutschen Botschaft den Prinzen Napoleon. Abends war Diner auf der Botschaft, an dem das Gefolge, die Herren der Botschaft, Professor Waldstein, General Waine und Oberst Segge teilnahmen.

Zum Heimgang König Oskar» von Schwe­den. Berlin, 9. Dez. DieNordd. Allg. Ztg." widmet dem verstorbenen König Oskar von Schweden einen Nachruf, in dem es heißt: Die tiefe Trauer, die in das schwedische Volk um den Heimgegangenen Monarchen versetzt worden ist, wird in Deutschland weithin in warmem Mit­empfinden geteilt. Ist mit König Oskar II. doch ein Fürst von der irdischen Welt geschieden, der uns Deutschen nicht nur durch eine unge­trübte fteundschastliche Gestaltung und Erhalt­ung der Beziehungen zwischen der uns stamm­verwandten nordischen Nation und Deutschland stets eine sympathische Erscheinung gewesen ist. In 35jähriger, von Mühe und Sorge erfüllter Regierung hat König Oskar seine besten Kräfte für das Gemeinwohl eingesetzt und sich in glei­chem Maße der Festigung des Ansehens seines Reiches und der Förderung wirtschaftlicher Wohlfahrt wie der Pflege und Bereicherung der geistigen Interessen gewidmet. Blieb ihm auch manche bittere Enttäuschung nicht erspart, so vermochte er doch am Abend seines reichen Le­bens mit innerer Befriedigung auf die während

seiner Regierung vollbrachten Kulturwerke zu blicken. Die allgemeine menschliche Teilnahme erhält bei uns Deutschen besondere Vertiefung durch die herzliche Teilnahme und nahe Ver­wandtschaft, die den verewigten Monarchen mit unfern Kaiserhaus« verknüpften, wie durch die nationalen und kulturellen Bande, die beide Völker mit einander verbinden.

Der Wechsel im Reichsbankdirektorium. Berlin, 9. Dez. Der Präsident des Reichsbank­direktoriums, Wirk!. Geh. Rat Dr. Koch hat mit Rücksicht auf sein hohes Alter um seine dem- nächstige Entlastung gebeten. Wie dieNordd. Allg. Ztg." hört, soll im Bundesrat als Nach­folger der Präsident der Seehandlung, Haven- stein, in Vorschlag gebracht werden.

Der Wechsel in den Generalkommandos. In unterrichteten militärischen Kreisen werden als Nachfolger der zurücktretenden kommandie­renden Generale genannt: Für das Eardekorps Generalleutnant von Löwenseld (1- Garde-Divi­sion), für das 7. Korps General der Infanterie von Coßler (11. Division), für das 10. Korps General der Infanterie Graf von Hülsen- Haeseler (z. Z. Chef des Militärkabinetts) und für das 17. Korps Generalleutnant von Macken­sen (36. Division). Als Nachfolger des jetzigen Chefs des Militärkabinetts soll der General­leutnant Frhr. von und zu Egloffstein. Kom­mandeur der 20. Division, ausersehen sein.

Die Budgetkommission des Reichstags be­gann die Beratungen über den Etat einer Gene­raldebatte über die Flottenvorlage.

Kolonialkonferenz. Wie in kolonialen Kreisen von Paris verlautet, wird demnächst in Berlin eine Konferenz zwischen den deutschen und den französischen Bevollmächtigten stattfin­den, die auf Grund der kartographischen Arbei­ten der französischen und deutschen Kommissionen zur Abgrenzung von Kamerun und Französisch- Kongo endgültig die Grenze dieser beiden Ko­lonien feststellen soll.

Zum Fall Dominik. Berlin, 9. Dez. Dem Verl. Tgbl." zufolge wurde gegen den Haupt­mann Dominik, gegen den vor Jahresfrist im Reichstage wegen angeblicher Greueltaten in den Kolonien schwere Vorwürfe erhoben wur­den, das Disziplinar-Verfahren eingeleitet. Gleichzeitig wird dem Blatte von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß ein seitens der Reichs- Kolonialverwaltung gegen drei sozialdemokra­tische Agitatoren in Eotha anhängig gemachtes Strafverfahren wegen verleumderischer Belei­digung bis nach Erledigung des wider den Hauptmann Dominik schwebenden Disziplinar- Verfahrens ausgesetzt wurde.

Aufklärung über sexuelle Hygiene. Aus Dresden wird geschrieben: In seiner 25. Plenarsitzung beschäftigte sich das sächsische Landesmediznalkollegium auch mit der sexuellen Aufklärung der Abiturienten höherer Lehranstalten. Von der Leipziger Aerztekammer war folgender Antrag gestellt worden:

Die Königlichen Ministerien des Innern und des Kultus und öffentlichen Unterrichts zu ersuchen, in geeigneter Weise Einrichtungen zu treffen, welche die sexuelle Aufllärung der Abiturienten der höheren Schulen zum Zweck haben."

Nach eingehender Begründung des Antrages durch Dr. med. Goetz-Leipzig und nachdem ins­besondere durch Sanitätsrat Dr. Wernicke- Pfauen i. V. darauf hingcwiesen worden war, daß die A:.Mrung nicht sowohl Sache der Pchule, Lls vielmehr Sache des Elternhauses sei, erklärte der Vertreter des Ministeriums, Geh. Schulrat Dr. Seliger, daß voraussichtlich von Michaelis 1998 ab an den staatlichen höheren schulen Sachfens Schulärzte angestellt wer­den würden, die am besten Gelegenheit haben dürften, sich der sexuellen Belehrung zu unter­ziehen. Das Landesmedizinalkollegium nahm schließlich folgenden Antrag des Hofrats Dr. med. Haenel-Dresden an:

Das Königliche Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts wird ersucht, in geeignetter Weise Fürsorge zu treffen, daß durch Aerzte Aufklärung der Abiturienten der höheren Schulen über sexuelle Hygiene (Wert der Keuschheit und Gefahren der Geschlechts­krankheiten) bewirkt werde."

Als faule Ausrede charakterisiert ein na­tionales Berliner Blatt die Erklärung des so- ziawemokratischen Zentralorgans, desVor- w ä r t s", der sich von neuem dagegen verwahrt, an dem in der Parkstraße zu Berlin entdeckten Papiergeschäft" beteiligt gewesen zu sein. Der Besteller Günsel habe die Bestellung nicht für denVorwärts" gemacht, sondern als Ver­mittler für einen Herrn Andrejeff au» Sofia, der dann auch dirett mit der Papierfabrik verhandelt habe, Gesetzt selbst, die Darstellung

sei richtig, so bleibt doch bestehen, daß die Revo» lutionäre sich der bereitwilligen und verständ­nisvollen Unterstützung durch denVorwärt»" bezw. dessen Angestellte erfreuten. DerVor­wärts" war sozusagen da» Vermittel- ungsbureau für den Bedarf der russischenTerroristen. Und das genügt.

Sozialdemokratische Demonstrationen i» Chemnitz. Nach Schluß von zahlreichen sozial- demottatischen Wahlrechtsprotestversammlunge» kam es am Sonntag in Chemnitz zu Straßen- demonstrationen. Tausende durchzogen unter Lärmen und Johlen die Hauptstraßen, sodaß e» einem starken Aufgebote von berittener Schutz- Mannschaft erst nach einer Stunde gelang, die Demonstranten zu zerstreuen.

Aus Deutsch-Südwestafrika. Berlin, 9. Dez. In Deutsch-Südwestafrika wurde nach einer amtlichen Meldung vom 5. Dezember zwi­schen Arahoab und Kowisekolk von feindlichen Banden ein Ochsenwagen angegriffen. Dabei fielen deutscherseits drei Reiter; ein Reiter wurde schwer verwundet. Bei diesem lleberfall handelt es sich wohl um Raubgesindel, das sich aus Nahrungsmangel des Verpflegungswagen» bemächtigen wollte. Nicht ausgeschlossen aber ist auch, daß die Räuber zu der Bande von Simon Köpper gehören, der sich bisher noch nicht der deutschen Herrschaft unterworfen hat, son­dern in die äußerst schwer zugängliche Kalahari ausgewichen ist. Mehrfache Versuche, ihn dort zu fassen, mußten infolge Wassermangels auf­gegeben werden. Die Verfolgung kann erst im Frühjahr 1908 ausgenommen werden, da erst zu diesem Zeitpunkte die Wasser ersetzende Tzamas- frucht (Kürbisart) reif ist. Die Kapregierung sagte ihre Unterstützung bei der Unternehmung gegen Simon Köpper zu; gegenwärtig wird er von den am Westrand der Kalahari befindlichen Stationsbesatzungen durch Kamelreiterpatrouil­len beobachtet.

Ausland.

** Zur Seligsprechung Pius IX. Nom,. Dez. Ein Edikt der Kongrcgaticn der Riten befiehlt eine Nachforschung nach Schriften des Papstes Pius IX. Allen Geistlichen und Laien, Männern wie Frauen, wird unter Androhung von Kirchenstrafen geboten, die in ihrem Besitze befindlichen Schriftstücke in den Archiven der Kongregation niederzulegen oder solche Per­sonen, die derartige Schriftstücke besitzen, binnen zwei Monaten namhaft zu machen. Dieses Editt wird als erster Schritt zur Seligsprechung Pius IX. betrachtet.

** Haß gegen die Engländer in Indien. Cal- cutta, 8. Dez. In der Nähe von Khanpur wurde versucht, einen ug in die Luft zu sprengen, in welchem der Leutnant-Gouverneur von Ben­galen nebst Gemahlin und Begleitung reiste. In den Erdboden wurde ein tiefes Loch aufge­wühlt, der Zug blieb aber in den Schienen. Man nimmt an, daß es sich um einen Racheakt «eines Eisenbahnarbeiters handelt.

Marburg uud Umgegend.

«Nachdruck aller C-tgmalachtel ist gemäß $ Id det Urheberrecht» nur m't der deutlichen Quellenangab«

.Oberheg. Ztg." gesittet»

10. Dezbr.

)( Akademischer Gottesdienst. Am Sonntag, den 15. Dez., halb 10 Uhr früh, findet in der reformierten Stadt- und llniversitätskirche aka­demischer Gottesdienst statt. Die Predigt hält Konsistorialrat Prof. D. Achelis.

)( Universität. Dem Geh. Oberjustizrat Dr. Friedrich Renner in Cassel wurde anläßlich feines 50jähr. Dr.-Jubiläums das Dr.-Diplom erneuert. Dr. Renner ist bekannt aus dem Prozeß, den er für das kurfürstliche Haus gegen den preuß. Staat führte. Aus Breslau verlau­tet: Dr. med. Wilh. Danielsen, bisher Pri- Dr. med. Wilhelm Danielsen, bisher Pri- vatdozent für Chirurgie und Oberarzt an der chirurgischen Klinik zu Marburg, führt sich am 11. ds. mit einer Antrittsvorlesung ,/Die Ergebnisse der Resorptionsforschung für die Be­handlung akuter Entzündungen" in gleicher Eigenschaft in der medizinischen Fakultät der Universität Breslau ein.

)( Habilitation. Am 14. d. Mts., 12 Uhr mittags, habilitiert sich an der theologischen Fakultät Stadtpfarrer und Dekan a. D. Lic. Rudolf Günther mit einer Antrittsvorlesung über ,^vas deutsche Christuslied des 19. Jahr­hunderts".

Erinnerung. Wir weisen noch einmal ans die Mittwoch abend stattfindende Elisabethen» feiet hin. Die Festrede de, Herrn Prof. U