mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckb^i«
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denn
Haus
16
1 Nachdruck verboten.),
„Pflicht," das war das Wort, welches hinfort feine Devise sein mutzte und nie würde er fie verletzen.
Mathilde Burton hatte nicht weniger schwere Stunden durchlebt, und die Spuren der Tränen | auf ihrem Gesicht zeigten, wie auch sie gekämpft und gelitten hatte. Freude und Kummer traten im Laufe ihres Lebens an fie heran, und sie lernte beiden ihre volle Teilnahme zu schenken, aber sie war sich immer bewußt, datz der beste Teil ihres Wesens, ihre Jugend und ihr- Hoffnung, in dieser Nacht den Todesstoß erhalten hatten.
Und nur durch eine Wand von ihr getrennt lag Ellens blondes Haupt in den Kiffen, kein böser Traum störte ihren Frieden. Auch sie hatte sich im Gebet an Gott gewandt und gefleht, daß er fie lehren möchte, ihren Gatten glücklich zu machen. Sollte dies kindlich reine Gebet nicht doch noch zuletzt Erhörung finden?
Am folgenden Morgen schien die Herbstsonne klar in die Fenster und Lord und Lady Marstone hatten das Gefühl, als ob dies erst Ellens richtiger Hochzeitstag wäre. Kein Zweifel am Glück ihres Lieblings stieg in ihnen auf, nur der Schmerz der Trennung erfüllte fie.
Als Lord Chesleigh im Frühstückszimmer erschien, zeigte fein ruhiges, ernstes Geficht keine Spur mehr des Kampfes, der am Abend vorher in ihm getobt hatte. Mathilde kam später als die andern, fie hatte sich mit besonderer Sorgfalt gekleidet, um ihr müdes, blaffes Aussehen möglichst zu verdecken. Ellen war heiter und frisch, sie und ihr Vater führten die Unterhaltung, während die übrigen ihren eigenen Gedanken nachhingen.
„Es ist das erste Mal, datz ich mich von Ellen trenne," sagte Lady Marstone mit Tränen, »was soll ich ohne fie machen!"
seres Vaterlandes sollte aber den Mitglieder« der nationalen Mehrheit die Kraft verleihen, dre unleugbar vorhandenen Schwierigkeiten zu überwinden, um auch in diesem Punkte der Aufgabe, die sie sich selbst gestellt hat, voll gerecht zu werden.
— Der Reichstagsavgeordnete Träger (Justizrat und Notar) wurde zum Geheimen Justizrat ernannt.
— Weitere Maßnahmen zur Stärkung der Ostmark. Die Regierung ist weiter bemüht, in den Ostmarken Maßnahmen zur Stärkung des Deutschtums zu fördern. So schweben, wie wir hören, gegenwärtig Erwägungen wegen Fortentwicklung des höheren Schulwesens. Staatsseitig wird die Errichtung weiterer höherer Lehranstalten geplant. Die in dieser Richtung geführten Verhandlungen haben bereits ein günstiges Ergebnis gehabt, so daß der nächst« Staatshaushaltsetat bereits entsprechende An- sätze enthalten wird.
— Erhöhung der Zeugengebuhren. Von der Fraktion der Reichspartei ist zum Etat der Justizverwaltung im Reichstage eine Resolution eingebracht worden, baldtunlichst eine Vorlage zu machen, durch welche die Gebühren für Zeugen und 'Sachverständige angemeffen erhöht werden.
— Züriickgekehrt aus Deutsch-Südwestafrika. Cuxhaven, 8. Dez. Heute nacht ist der Dampfer „Eduard Woermann" mit einem Rücktransport der südwestasrikanischen Schutztruppe, in Stärke von 16 Offizieren und Beamten, 160 Unteroffizieren und 455 Mannschaften eingetroffen.
Montag 1 Uhr: Vereinsgesetz.
Schluß halb 4 Uhr.
Vierteljährlicher BezugSpreiSr bei oet ExMition 2 Mk» b« allen Postämtern 2,25 SW. <exct. Bestellgeld).
InsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder derer« Arm» IS Pfg.
______ Neclamen: die Zeile 80 Pfg.
Ausland.
** König Oskar von Schweden f. Wie bereits durch Extrablatt der „Oberheff. Ztg." mitgeteilt wurde, ist König Oskar von Schweden gestern (Sonntag) vormittag 9 Uhr 15 Min. im Schlöffe zu Stockholm nach schwerem Leiden verschieden. — Der Kronprinzregent nahm als König den Namen „Gustav V." an. — Weiter wird aus Stockholm vom 8. d. M. gemeldet: Heute mittag fand eine Sitzung des Staatsrates statt, in der der König den Eid auf die Verfassung leistete. Darauf legten die Prinzen den Eid der Treue ab. Als dann die Minister dem König ihre Portefeuilles zur Verfügung stellten, forderte dieser sie auf, im Amt zu bleiben, woraus die Minister dem König den Eid leisteten. Im Schlöffe hielt sodann der König an die Minister sowie an hohe Beamte und Offiziere eine Ansprache, in der er zunächst des großen Verlustes gedachte, den er und das Vaterland durch das Hinscheiden des Königs Oskar erlitten. Zum Schluß flehte der König Gottes Schutz für seine Regierung und das Volk herab und erklärte, daß sein Wahlspruch sein werde: „Mit dem Volk für das Vaterland!" Der Staars- minister brachte dann ein Hoch auf König
Deutsches Reich.
— Rach der Krisis. Nachdem die zu der nationalen Mehrheit des Reichstages gehörigen Parteien sich soeben feierlich für die Durchführung der Blockpolitik engagiert haben, wird es vor allem darauf ankommen, diese Erklärungen in die Tat umzusetzen. Die Bildung der jetzigen Mehrheit des Reichstages beruht auf dem gemeinsamen festen Willen, die großen nationalen Aufgaben der Zeit vollinhaltlich zu lösen. Die Heeres-, Flotten- und Kolonialfragsn sind auch der Erledigung in diesem Sinne durchaus sicher. Aber die nationale Kraft und Stärke beruht nicht darauf allein, sonderen mindestens in dem gleichen Matze aus die Herstellung einer festen und sicheren Finanzwirtschaft des Reiches. Un- ter der jetzigen Unzulänglichkeit der Mittel des Reiches zur Deckung seiner Ausgaben leidet nicht nur sein Verhältnis zu den Bundesstaaten, - sondern auch sein Ansehen nach außen empfindlich. Hier bald und in ausreichendem Maße Abhilfe zu schaffen, ist daher eine dringende Aufgabe nationaler Politik, und die Mehrheit des Reichstages, deren Existenzberechtigung in der Verfolgung einer entschieden nationalen Politik liegt, wird sich der Aufgabe nicht entziehen können, zur dauernden Herstellung des Gleichgewichts im Reichshaushaltsetat ihrerseits mitzuwirken. Unverkennbar bietet eine solche Betätigung der nationalen Mehrheit er- i hebliche Schwierigkeiten. Gerade auf dem Gebiete des Steuerwesens ist es eine besonders unglückliche Eigentümlichkeit der Deutschen, sich auf grundsätzliche Standpunkte festzulegen, wo doch nur Rücksichten der Zweckmäßigkeit entscheiden können. Für die Mitglieder des Reichstages kommt bei dem geltenden Wahlrecht überdies nur zu leicht die Rücksichtnahme auf die Jntereffen und Wünsche der großen Maffe der Bevölkerung mehr als gut in Betracht. Es wird I also allseitig ein nicht unerheblich» Maß von | Selbstüberwindung erforderlich sein, wenn auf j diesem Gebiete durch positive Mitarbeit der bis- I herigen Stagnation ein Ende gemacht werden I soll. Die hervorragende Bedeutung gesicherter I Finanzen für die Größe und das Ansehen un- I
Marburg
Dienstag. 10. Dezember 1907.
„Ich will versuchen, ihren Platz auszufüllen," bemerkte Mathilde sanft, indem sie die Hand ihrer Tante küßte. „Ich werde fie ja nie ersetzen können, aber ich will wie eine Tochter für Dich sorgen."
Lady Marstone strich dem jungen Mädchen sanft über das Gesicht, fie fühlte fich getröstet, aber ihr Schmerz erwachte von neuem, als der Wagen gemeldet wurde, der das junge Paar zur Bahn bringen sollte.
Lord Chesleigh trat zuerst heran, um Abschied zu nehmen. „Du wirst fie uns glücklich zurückbringen," bat die Mutter.
„Ihr könnt sie mir ruhig anvertrauen," war die ernste Entgegnung, „ich werde ihr mein ganzes Leben widmen."
Einen Augenblick zögerte er, dann reichte er Mathilde die Hand.
„Lebe wohl, Mathilde," fügte er und fie erwiderte: „Lebe wohl."
„Welch ein förmlicher Abschied!" rief Ellen aus. „Warum gibst Du ihr keinen Kuß, Artur? Sie ist mir immer eine Schwester gewesen und als solche sollst Du sie behandeln. Küsse sie und sage ihr so Adieu, wie es sich unter Verwandten gehört."
Aber Lord Chesleigh traute sich nicht die Kraft zu. Auch Mathiwe trat zurück, während Ellen lachte.
„Wie zurückhaltend Du bist gegen Herren," sagte sie. „Ich hoffe, ich werde nicht so kühl abgefertigt."
Warm schloß Mathilde ihre Cousine in die Arme und küßte sie herzlich.
„Gott segne Dich, mein Herz," flüsterte fie, „und mache Dich glücklich. Sage mir, datz Du es jetzt bist, das wird mich trösten, wenn Du uns verlassen hast." I
Ellen legte ihre« jhpf an Mathildens Schulter.. I
Deutscher Reichstaff.
f (68. Sitzung vom 7. Dez., 11 Uhr.) 5 Am Vundesratstisch: Kommissare.
1 Die Beratung des Zentrumsantrages auf Erhaltung und Förderung des Mittelstandes wird fortgesetzt.
Abg. Hoffmeister (frs. Vgg.) hält für Fabrik und Handwerk eine klare Begriffsumgrenzung für unmöglich und bittet auf den Meistertitel nicht zu großen Wert zu legen, da nicht der Titel, sondern die Befähigung entscheiden müsse. In der Frage der Handelsinspektoren find meine Freunde geteilter Meinung. Sicher aber sind in kleinen Städten und auf dem Lande so viele Mißstände vorhanden, datz die Handelsinspektoren reiche Arbeit finden würden. Aber auch diese Arbeit könnte von den Eewerbetnspektoren geleistet werden. Wir werden den Mittelständen am besten helfen, wenn wir ihre wissenschaftliche und technische Vorbildung heben.
Abg. Raab (wirtsch. Vgg.): Ich werde mich auf einige allgemeine Bemerkungen beschränken. Zwischen Produzenten- und Konsumenten-Ee- uossenschaften mutz geschieden werden. Erfreulich ist, datz auch dem Mittelstände einmal zwei Sitzungen gewidmet werden. Schlietzt sich der Mittelstand zusammen, so wird er gehört werden Müssen, genau wie der Arbeiter- und der Bauernstand. Hoffentlich stellt sich die Novelle zum Wettbewerbsgesetz bald ein. Wir brauchen Aufsichtsbeamte zur Kontrolle der Schutzgesetze im Handelsgewerbe. Handelsinspektoren mit geeigneter Vorbildung sind unerläßlich. Zu begrüßen ist, daß auch im nationalliberalen Lager immer öfter Wohlwollen für den Mittelstand betont wird. Hoffentlich versagt dieses Wohlwollen euch nicht bei den Abstimmungen. (Sehr gut! rechts.) Würden wir Deutschen unter uns sein, so würden wir mit viel weniger Gesetzen auskommen. Aber die Juden im Kaufmannsstande sind die Erfinder immer neuer Formen des unlauteren Wettbewerbs. (Zustimmung rechts und im Zentrum.) Professor Lachmann hat ausgerechnet, datz von 1740 Fällen des betrügerischen Bankrotts auf die Juden nach ihrer Kopfzahl 20 Fälle hätten kommen müssen^ statt der 20 i waren es aber 191, (hört! hört!) und beim einfachen Bankerott waren es statt 69 Fälle 1116! (Hott! Hört!) Ohne klare Kenntnis der Judenfrage läßt sich die Mittelstandsfrage nicht lösen. Mittelstandspolitik ist die beste Sozialpolitik, weil sie viele Arbeiter aus der Lohnsklaverei befreit. Abg. Schmidt fand gestern bei seinen sozialdemokratischen Freunden wenig Beifall Ich suchte das auszügleichen, indem ich selbst ab und zu „Bravo" und „sehr richtig" einschaltete. (Heiterkeit.) Sieht die Sozialdemo- I kratie, daß sich neben dem bäuerlichen auch der I gewerbliche Mittelstand behauptet, so mag sie I ihren Zukunftsstaatsträumen Valet sagen. I Werner v. Siemens hat gesagt: Dem Kleinbe- I trieb gehört die Zukunft. Wir vom Mittel- I
insolvent und bankerott ist. Wir werden auch für den Mittelstand stets unseren Mann stehen. (Beifall rechts.)
Abg. Kabelt (wildlib.) befürwortet die Einrichtung einer besonderen Handwerksabteilung im Reichsamt des Innern und empfiehlt alles zu tun, um die Konkurrenzfähigkeit der Kleinbetriebe zu heben.
Abg. Erzberger (Ztr.) mißbilligt das Fernbleiben des Bundesrats bei dieser Erörterung und empfiehlt zur Bankdiskontfrage ein Post- scheckgesetz. Der Erlaß des preußischen Handelsministers vom Jahre 1904, nach dem jeder Betrieb als Fabrik gilt, wenn er Arbeiter beschäftigt, hat die Unterscheidung zwischen Fabrik und Handwerk nur erhöht. Redner sucht einzelne Bedenken gegen den Zentrumsantrag zu zerstreuen.
Abg. Bruhne (Soz.) wirft dem Handwerk Lehrlingszüchterei vor. Im Großbetrieb ist die Ausbildung der Lehrlinge viel besser als im Handwerk. Die Handwerkerausstellungen beweisen in erster Linie die Intelligenz unserer Arbeiter. (Sehr richtig! bei den Soz.) Rechte und Zentrum versichern ihre Handwerkerfreundlichkeit. Daran hätten sie beim Zolltarife denken sollen, mit dem sie Lebensrnittel und Rohprodukte verteuert haben.
Abg. Rieseberg (wittsch. Vgg.): Die Hand- werksfreundlichkett des Reichstages wirkt bestechend. Hoffen wir auf ihr Hervortreten auch bei entsprechenden Vorlagen. Die Fabriken mit handwerksmäßig ausgebildeten Gesellen müssen zu den Kosten der Handwerkskammern herange- zogen werden. Der Vorredner machte dem Handwerk Lehrlingszüchteret zum Vorwurf. Er vergißt, datz die Lehrltngszüchterei nirgends grötzer ist als in den großen Fabriken. (Sehr richtig!) Wir wollen den Fabriken die Möglichkeit nicht nehmen, auch künftig Lehrlinge auszubilden. Aber diese Ausbildung mutz von Meistern überwacht werden. Die Schaffung eines Reichshandwerksblattes würde ich für zweckmäßig halten. Der Wunsch der Handlungsgehilfen auf Anstellung von Handelsinspektoren sollte Berückfichttgung finden. Die letzte Berufszählung zeigt, daß die selbständigen Betriebe seit 1900 um 100 000 abgenommen haben.
Abg. Bindewald (D. Rfp.) begrüßt die bei der Handwerkerfrage jetzt geleistete praktische Arbeit, die nach den Lärmszenen der letzten Tage besonders wohltuend berühre. Zwischen Handwerk und Landwirtschaft besteht Interessengemeinschaft, wenn diese auch in der Großstadt nicht immer empfunden wird.
„Ich bin namenlos glücklich," entgegnete sie. „Du weißt, ich habe Artur so lieb, daß ich ohne ihn gestorben wäre, seine Liebe bedingt mein Leben."
„Dann bin ich zufrieden," bemerkte Mathilde und ein so warmer Strahl leuchtete in ihrem Auge, daß Ellen sie erstaunt ansah.
Um den Wagen war die ganze Dienerschaft versammelt, alle wollten ihre junge Herrin noch einmal scheu, und Ellen lächelte unter Tränen, als ihr nach altem englischen Brauch Reis und Scherben nachgeworfen wurden.
„Latz mich weinen, Artur," bat fie, als der Wagen abfuhr, „es ist das erste Mal, daß ich meine Eltern verlasse, und fie haben mich immer so lieb gchabt."
In Southwald war die Lücke schr fühlbar. Lady Marstone war die erste Zeit untröstlich; fie klagte beständig über den Verlust ihrer Tochter, und Mathilde hatte es recht schwer. Aber fie tat, was sie konnte, und hatte die Genugtuung, daß ihre Tante endlich sagte:
„Du bist mir ein großer Trost, Mathilde, ich wüßte nicht, was ich ohne Dich angefangen hätte."
Die Freude der Eltern über Ellens ersten Brief war unbeschreiblich. Lady Marstone reicht ihn Mathilde.
„Lies ihn mir vor," und diese las mit fester Stimme von Ellens Glück, von Lord Chesleighs Liebe und Aufmerksamkeiten. Keiner merkte ihr an, wie fie litt.
Die Tage wurden kürzer und das Leben in Southwald einförmiger. Lady Marftone gewöhnte fich an die Abwesenheit ihrer Tochter, die fortlaufend guten Nachrichten beruhigten Jbt, und sie konnte sich des Glückes ihre« ßutonga freuen.
^Fortsetzung folgt.)
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Jsh. Ang. Koch, UnivcrsitStsAuchdruckerek 42.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. «OHB«
Unter der Maske.
Roman von Lady Georgina Robertson.
‘ - (Sortierung.)
Abschied! — Wie viele Herzen hat das Wort schon gebrochen, wie wenigen wird seine Schwere erspart! Gatten werden auseinandergerissen, Eltern müssen ihre Kinder hergeben. Liebende sich für immer trennen. Es ist das Los aller Menschen und doch meint jeder einzelne besonders tief darunter zu leiden 1
„Leb' wohl, Artur," sagte fie, und zu den Sternen hinaufweisend, fügte sie hinUi: „Dort droben dürfen wir uns angehören, laß uns in Geduld die Zeit abwarten."
Dann verließ sie ihn ynb ging ins Haus zurück.
Noch stundenlang ging Lord Chesleigh draußen auf und ab und kämpfte einen schweren Kampf mit seinem Kummer. Es kamen Momente, in denen er glaubte Mathilde Nacheilen zu müssen, um sie zu überreden, mit ihm zu fliehen; denn er könnte ohne fie nicht leben. Er lehnte fich gegen das Schicksal auf und nahm sich vor, demselben ein Ende zu machen. Nach und nach wurde er ruhiger, Mathildens Lieb- lingswott fiel ihm ein: „Lerne auf jedes eigene Glück verzichten, erst durch Selbstverleugnung gewinnt das Lehen an Wert." Ja, er wollte feinen Schmerz vergessen, indem er für das junge Wesen, welches ihm anvertraut war, ; sorgte. Ellen hatte ihm eine Liebe geschenkt, tote sie selten einem Manne zuteil wird. Er mußte sich mit Hingabe seines Lebensglückes daran genügen lassen.
. Der Morgen dämmerte, als Lord Chesleigh Vein Zimmer aufsuchte. Der schwere Kampf Drar durchgerungen und der Sieg gewonnen.
Abg. Dr. Arendt (Rp.) warnt, die schlechte Besetzung des Hauses als mangelndes Wohlwollen für das Handwerk auszulegen. Zu bedauern ist, datz die Interpellation des Grafe:'. Kanitz über den Bankdiskont vor Weihnachten nicht mehr beantwortet wird. Es handelt sich „ . _ nicht um eine Kapitalkrisis, sondern um eine
stände, die wir jetzt nach Staatshilfe rufen, I Eeldkrifis oder besser um eine Eoldkrisis. Hofhaben zuvor alle Quellen der Selbsthilfe er» I fentlich wird der Regierung klar, daß hier
schöpft. Der jetzige Bankdiskont ist eine schwere I schnelle Hilfe not tut.
Last für den Mittelstand. Allmählich wird wohl I Abg. Dove (frs. Vgg.): Der Vorredner scheint
überall erkannt werden, datz die Goldwährung I zu denken, unsere Zukunft liege in der Noten-
j presse. Für das Handwerk halte ich eine gute Schulbildung als das beste Hilfsmtttel.
L Abg. Albrecht (Soz.) me nt, auch feine Freunde haben es an Anträgen zu Gunsten des Handwerks nicht fehlen lassen. Wiederholt feien K Anträge später von bürgerlichen Parteien tommen worden. Die Mittelstandspolitik der Mehrheitsparteien sei widerspruchsvoll und erfolglos. Die Sozialdemokratie gebe den Handwerkern keine unerfüllbare Hoffnungen; sie treibe keine Demagogie. (Heiterkeit.)
Damit schließt die Erörterung. Das vertagt sich.