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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbaim

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Marburg Erscheint wöchentlich sieben mal.

, n , N ___ Druck und Verlage Joh. Ang.Koch, UmversttStS-Buchdruckmi 42. 3(ll)T(L

Donntag, 8. Dezember 1907. Marburg, Markt 21. Telephon 55*

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Zweites Blatt.

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Staatssekretär Dernburg auf der Tagung der Deutschen Kolorr'ialgeseüschast.

-- A» jrincr Ansprache auf der Hauptversamm- fung der Kolonialgesellschaft überbrachte der Staatssekretär zunächst die Glückwünsche der Neich-regierung und des Reichskanzlers, sowie vor allem des von ihm geleiteten Kolonialamtes zur 25jährigen Jubelfeier der Deutschen Kolo- ßiialgesellschaft und fuhr dann fort:

Es ist wahr, die Welt war ziemlich verteilt, als den Deutschen dis Möglichkeit der über­seeischen Ausdehnung erschien. Es war zweck­los, die Blicke auf Amerika, Asien oder Austra­lien zu richten. Aber cs ist ein Irrtum, dem «nicht genug entgegengetreten werden kann, weil «r. immer und überall wieder verbreitet wird, als ob wir in Afrika zu kurz' gekommen feien. Dem ist nicht so, die heutige Gestaltung der Ve- sitzverhältnisse und Machtverteilung im schWar- zen Kontinent ist die Folge der deutschen Ini­tiative, und die deutschen Erwerbungen waren es, die das Signal gaben auch für die anderen Nationen, noch freie Gebiete in Bofist zu nehmen. Mit Ehren kann der Deutschen Kolonial­gesellschaft und ihrer leitender Männer ge­dacht werden für das, was sie in der Vorbe­reitung der Afrika-Erwerbungen geleistet hat, mit Dank derjenigen Männer, die an Ort und Stelle die Besitzergreifung durchgeführt und in manchen Füllen Opfer ihrer Aufgabe geworden sind. Aber die spröde Natur eines damals kaum, ja heute noch nicht durchweg erforschten Lan- bes cinerfcits und der binnsnländifche Sinn eines großen Teiles unseres Volkes andererseits machten cs schwer, sehr schwer, in den Gedanken ',vd Empfindungen der Heimat dem Kolonial- ij-sitz diejenige Stelle zu erringen, denjenigen f'cben zu bereiten, auf dem die junge Pflanze sich entfalten kann. Nur unermüdliche Tätig­keit bei Regierung und Kolonialfreunden brachte es zuwege, daß allmählich das Bewußtsein von der Wichtigkeit unseres Besitzes sich weitere Schichten eroberte. Was hierbei die Deutsche Kolonialgesellschaft in mühevoller Arbeit gelei­stet hat, darf ihr nicht vergeffen werden. Und diese Arbeit war umso schwerer, als Rückschläge, Fehler und Mißerfolge nicht ausblieben. Wir konnten nicht wie die Engländer auf jahrhun­dertelange Erfahrung und ein Reservoir ge­schulter Kolonialbeamter zurückgreifen. Auch waren mir uns im Unklaren über die Macht- Mittel, dis erforderlich sind, um einen^ Kolonial­besitz zu verwalten, fünfmal so groß wie die Heimat mit 12 bis 14 Millionen Einwohnern, die zum Teil nie einem Fremden gehorcht, nahe­zu nirgends einem geordneten Staatswesen an­gehört hatten. Trotz aller Schwierigkeiten ist in den 20 Jahren vieles und gutes geleistet wor­den, das hinter den Leistungen anderer Natio­nen nicht zurückgcht, wie ich jetzt aus eigener Anschauung versichern kann. Und man kann sagen, daß kein Grund vorhanden ist, trotz man­cher ehrlich zugestandencr Mißgriffe, mancher unbehaglicher Vorkommnisse, dem deutschen- Volke dis Freuds an feinem Kolonialbesitz zu verleiden. Manchem allerdings ging und gelst noch heute die Entwicklung unseres Kolonialbe- . sitzes viel zu langsam, und der Wert der Kolo­nien wird vielfach herabgesetzt, weil sie keine Früchte bringen, sondern dauernde Opfer ver- langten, und es ist wahr, große und schwere Opfer an Geld und Blut hat die Nation helden­mütig gebracht, besonders in jener schweren Krise, die unser Südwestafrika-Schutzgebiet ge­troffen hat. Aber wenn Sie zum Vergleich die kolonialen Erfahrungen der anderen Nationen - heranziehen, sehen Sie, daß überall der gleiche Vorgang sich abspielt, daß Kolonien nicht nur besetzt, sondern auch erobert und verteidigt wer­den müssen. Den Vorwurf müssen mir uns allerdings machen, daß wir zu lange auf dis Mittel der friedlichen Eroberung und Verteidig­ung verzichtet haben, nämlich auf Eisenbah­nen und Verkehrswege, und deshalb mit groben Waffen und unverhältnismäßigen Kosten zu regieren war. Die Deutsche Kolonial- gefellschaft verdient aber einen Bor - wurf hieraus am allerwenigsten; denn sie hat nie aufgehört, auf die Wichtigkeit zuver­lässiger Verbindungen hinzuweisen und praktische Vorarbeit zu tun. Die Engländer rechnen nach langer Erfahrung einen Zeitraum von 30 Jahren, bis eine Kolonie aktiv werden kann. Diese 30 Jahre sind noch nicht vorüber. Aber daß wir in manchen unserer Kolonien diese 30 Jahre nicht werden abzuwarten brau­chen, zeigt neben dem Beispiel von Togo Ihnen Ostafrika, das da jetzt so stark im Mittel­punkte der Kolonialinterc-sien steht. Gewiß, wir haben noch einen Zuschuß von 4 730 000 <Ä in diesem Etat. Her Zeitpunkt aber ist heute

schon erkennbar, an dem das Land aktiv werden wird, und dieser Zeitpunkt rückt um so näher, je schneller wir die Erschließungsbah­nen bauen. Hier aber gebietet es dis Gerech­tigkeit, einer anderen Erwägung Raum zu geben.. Keine Erschließungsbahnen können einen umfangreichen Verwaltungsapparat und feine exekutiven Organe, d. h. die Polizei oder Schutztruppe ersetzen oder überflüssig machen. Man kann diese Truppen vermindern, aber ent­behren kann man sie nicht. So lange aber die eigenen Einnahmen und die Zuschüsse des Reiches für Verwaltung und Sicherung not­wendig sind, können und konnten sie kul­turellen Aufgaben nur in minderem Um­fangs zugeführt werden. Hier nun ist es ein Ruhmesblatt für dis Deutsche Kolo­nial g e s e l l s ch a f t, daß sie helfend und fördernd eingesprungen ist, daß sie alle Mittel, die sie besaß oder flüssig machen konnte, für solche kulturellen Aufgaben verwendet und unendlichen Fleiß und selbstlose Arbeit eingesetzt hat, wo die staatlichen Mittel nicht hinreichten, den ent­sprechenden-Apparat zu schaffen. Hierhin ge­hören die jekt-im 11. Jahre stehenden Arbeiten des Kolonialwirtschaftlichen Komitees, Wirt­schaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialge- scllschaft, die unter ihrem unermüdlichen Vor­sitzenden Vortreffliches geleistet hat, hierher ge­hören die Segnungen, die Cüdwestafrika aus der Woblfahrtslotterie in Wasiercrschließung und Neubcstockung erfährt, und die vielen wissen- schaftlichen und wirtschaftlichen Expeditionen, die zu zahlreich sind, um sie hier aufzuzählen. Und diese Tätigkeit ist um so anerkennens­werter, als auch sie nicht ohne Anfechtung ge­blieben ist, hat man doch noch vor kurzem in der Vccste versucht, dir Tätigkeit des Kolonial- wirtschaftlichen Komitees auf dem Gebiete des Baumwollbaues, der nahezu in allen unseren Schutzgebieten sicher eine crbebliche Zukunft hat, zu diskreditieren. Mutzten bisher, die Einkünfte der Cchutzaebiete im wesentlichen ter Verwalt­ung und Befriedigung derselben gewidmet wer­den, so darf man sich nicht wundern, daß der E e s a m t h a n d e l der Schutzgebiete v.och keine sehr hohe Ziffer erreicht hat. Mit Tintenfaß und Gewehr schafft und erschließt man keine wirtschaftlichen Werte, demungeachtet brauchen wir n i ch t unzufrieden zu sein. Der 'Ecsamthandel der Deutschen Schutzgebiete im

Jahre 1906 betrug ohne Regierungsgüter M 106 760 000, mehr gegen 190-5 M 20 811000 = 24,2 Proz. Scheidet man Siidwcstafrika aus, in dem zur Zeit noch anormale Zustände herrschen, so ist dis Zunahme noch 12,75 Proz. Was den deutschen Handel mit den Kolonien anbelengt, so sind folgende Indexziffern, auf 1898 bezogen, von Interesse:

Eesamt-Ein- und Ausfuhr (Spezialhandel) für 1906 141

Cesamtbandsl mit Europa für 1906 133

Eesamthandel mit Afrika für 1906 212

mit Deutsch-Ostafrika 349

mit Kamerun und Togo 232

Das sind keine schlechten Zahlen, wenn man be­denkt, daß sie seit Jahren die gleiche Richtung zeigen und einen wohlgesicherten Besitzstand dar­stellen. Und hier sind wir nun an einem großen Wendepunkt zumal in Ost-Afrika; denn über die anderen Kolonien will ich mich erst äußern, sabald ich sie selbst gesehen habe. Das soll mit Südwest im nächsten Frühjahr geschehen., Dieser Wendepunkt liegt darin, daß sowohl die Ver­waltung wie die Truppe genügende Stärke und Wirksamkeit erhalten haben, daß es gerechtfer­tigt ist, mancherlei Ersparniffs vorzunehmen. Diese kulturellen Aufgaben, die Erschließung der großen Schätze des Landes, die Hebung der Wirt­schaft und Produktion der Eingeborenen, die Erzeugung der Rohstoffe für dis Heimat, sind die eigentlichen Aufgaben, die wir jetzt zu betreiben haben. Dafür ist unser Verwaltungsapparat und unsere Truppe Mittel, sie sind kein Selbst­zweck. Mit diesen technisch-wirtschaftlichen Auf­gaben geht Hand in Hand und ist untrennbar verbunden die soziale und ethische Heb- h n g der Eingeborenen. Heben wir den Eingeborenen wirtschaftlich, so heben wir ihn sozial, und über diese Etappen führt der Wog zur Kultur und Humanität im Sinne der Heimat. Diese wirtschaftlichen Aufgaben der Erhöhung der Produktion und damit des Wohl­standes der Eingeborenen erforderte zunächst die Erschließung des Landes mit Verkehrswegen (Eisenbahnen). Ich?ann mich an dieser Stelle über Einzelheiten des Programms nicht äußern, zumal die gesetzgebenden Faktoren, die ein erstes Recht auf Information haben, noch nicht befaßt werben konnten. Aber so viel kann ich sagen, daß Ost-Afrika erschlossen werden kann, soweit wirtschaftlich auf absehbare Zeit erforder­lich, durch ein wohlausgedachtes Netz ohne Auf­wand der außerordentlichen Summen, die man hie und da nennt, und ohne die Ausgabe auch nur einet unproduktiven Mark. Mindestens

ebenso wichtig sind aber die Maßnahmen zur Steigerung und Hebung der Eingeborenen-Pro« duktion. Hier ist nur die große Frage, wag kann man von den Ostafrika-Eingeborenen er­warten. Abgesehen von den allerdings ziemlich degenerierten Küstennegern haben Sie eine nicht unintelligente, auf die Arbeit ihres Körpers an­gewiesene zahlreichere Bevölkerung als erwartet. Jeder dieser Leuts arbeitet, er muß es, will er existieren. Die Abneigung der Neger gegen einzelne Arbeiten will die Regierung, der alle Erwerbsstände des Schutzgebietes am Herzen liegen, gerne nach Kräften überwinden helfen; denn es ist dis einzige Schwierigkeit, die sich dem für gewisse Produktion unentbehrlichen Plantagenbau zur Zeit entgegenstellt. Also das Material ist gut, aber zur Zeit noch sehr roh, es ist für ein wirkliches Blühen des Landes weder dicht noch langlebig genug. Aus dieser Situation ergeben sich außerordentliche Aufga­ben für den Arzt und Wissenschaftler in der Be­kämpfung der Seuchen und Krankheiten, in der Hygiene und Kindererhaltung. Ebenso aber wird notwendig dis Verbesserung von Kultur- methodLn und Pflanzenarten, Schutz von Wald und Wasserstellen, vor allem Bekämpfung der Viehseuchen, die jährlich Millionen Werte Hin­wegraffen. und weite Gebiete für Last- und Rutzticre unpassierbar machen. Hier liegt die Hanptausgabe für lange Jahre. Sie ist es wert, daß dis deutsche Wissenschaft und Technik ihre besten Kräfte einsetzen. Hat die Deutsche Ko­lonialgesellschaft bisher für die Förderung des weißen Elementes schon viel getan, so wird sie, wie ich hoffe, in allen dicfen ihren Unternehm­ungen darin vollen Erfolg haben und weiter Segen ftenden, wie cs z. B. jenes schöne Haus in Windhuk tut, welches den Namen einer um die deutschen Kolonien unendlich verdienten Fürstin und Fran tragen darf, so öffnet sich auch für jene Gebiete, in denen Weiße nicht existieren -könne», ein großes fruchtbares Feld, auf dem die Gesellschaft wie bisher auch in Zukunft nicht versagen wird. Deshalb wünsche ich nicht nur im Interesse der Allgemeinheit, sondern auch aus einem verzeihlichen Ressortpartikularismus der Gesellschaft aus vollem Herzen ein weiteres glück­liches Gedeihen zum Nutzen der deutschen koloni­alen Sache und damit einer wahren vaterländi­schen Aufgabe.

Die Ansprache wurde mehrfach von lebhaftem Beifall unterbrochen. Der Präsident der Kolo- nialgescllschaft, Herzog Johann Albrecht, dankte sofort dem Staatssekretär und gab die Ver­sicherung ab, daß er die Deutsche Kolonialgesell­schaft stets zu treuer Mitarbeit für alle kolonia­len Aufgaben bereitfinden werde.

Trutsches Nerch.

Zum Qusllenschntzgesetzentwurs«, der dem preußischen Landtags von neuem zur Beratung vorliegt, ist zu bemerken: Preusten hat großen Reichtum an Mineral- und Thermalquellen. In einer von der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwssen aufgestellten Uebersicht werden nicht weniger als 193 Mineral- und Thermalquellen aufgeführt, die in Preußen ent­weder zu Heilzwecken oder zur Gewinnung von Tafelwasser in Benutzung stehen. Man braucht nur an die Namen Aachen-Burtscheid, Ems, Fachingen, Homburg, Neuenahr. Niederselters, Wiesbaden zu erinnern, um die Bedeutung die­ses Nationalschatzes und dis Unersetzlichkeit eines etwaigen Verlustes solcher Quellen er­kennen zu lassen. Leider aber kann ein Zweifel darüber nicht bestehen, daß die dauernde Er­haltung dieser Quellen schon mit Rücksicht auf ihre natürlichen Verhältnisse keineswegs völlig gesichert erscheint. Bei einzelnen derselben lie­gen die Wasseradern, welche sie speisen, der Oberfläche so nahe, daß schon die mit der gemein- üblichen wirtschaftlichen Benutzung des Grund­eigentums verbundenen Eingrabungen in den Grund und Boden, wie Ausschachtungen zu Fundamentierungen, Brunnen- und Kelleranla­gen, eine Gefährdung der Quellen einschließen. Jedenfalls liegt eine solche Gefährdung überall vor bei einem liefern Eindringen in den ge­wachsenen Boden in der Umgebung der Quellen durch eigentliche Tiefbohrbetriebe oder unter­irdische Mineralgewinnungen. Tatsächlich sind auch schon in früherer und neuerer Zeit wichtige und unzweifelhaft gemeinnützige Quellen durch Arbeiten der bezeichneten Art geschädigt wor­den. Allgemein läßt sich in neuerer Zeit, wohl in einem gewissen Zusammenhänge mit der außerordentlichen technischen Vervollkommnung des Bohrwesens eine Verstärkung der Neigung wahrnehmen, durch Bohrungen in der Nähe wichtiger und einttäglicher Mineralquellen, insbesondere auch solcher Quellen, welche zur Gewinnung von Tafelwasser dienen, den Ver« juch 8» machen, entweder eine der vorhandenen

Quelle gleichwertige neue Quelle zu erschließen ober erstere auf ein benachbartes Grundstück her­überzuziehen, Versuche, die leicht zur teil­weisen oder gänzlichen Zerstörung der vorhan­denen Quellen ausschlagen können, ohne die Ee- ipahr für die Erschließung neuer Quellen zu bieten. Die Frage ist hiernach unzweifelhaft von großer Bedeutung, ob die bestehenden gesetz­lichen Vorschriften ausreichen, um neben dem berechtigten Interesse des Eigentümers der Quelle, insbesondere auch das an ihrer Erhal­tung etwa beteiligte öffentliche Interesse in ge­nügender Weise zu schützen. Früher hatte sich das Abgeordnetenhaus in wiederholten Be- schlüssen auf den Standpunkt gestellt, daß ein ausreichender Schutz gegen das Abbohren ge­meinnütziger Mineralquellen in den bestehenden gesetzlichen Vorschriften gegeben sei. Später hat. es diesen Standpunkt verlassen und die Notwen­digkeit betont, dem Zustande grober Willkür»! der in den häufigen und zum Teil von Erfolg begleiteten Versuchen hervorgetreten, Heil­quellen sowie ergiebige Kohlensäurequellen unk» Mofetten durch Abbohrung auf bas Grundeigen­tum des Konkurrenten herüberzuziehen, int Wege der Gesetzgebung zu steuern. Auch das Herenhaus ist dieser Auffassung beigetreten. Die; Staatsregierung hat sich in dem neuen Gesetz­entwurf für ein gesetzgeberisches Vorgehen in dem angedeuteten Sinne entscheiden zu müssen geglaubt. Es ist zu hoffen, daß beide Hauser des Landtages dem Gesetzentwürfe über den Quellenschutz ihre Zustimmung geben werden.

Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberatung des Quellenschutzgesetzes traf am 6. Dezember unter dem Vorsitz des Abg. Linz (Ztr.) zu einer kurzen Sitzung zusammen uni beschloß, zunächst noch gutachtliche Aeußerungen der Stadtverwaltungen Wiesbaden und Hom­burg einzuholen, bis zum Eingang dieser Gut« achten aber ihre Verhandlungen auszusetzen.

Auslqnd.

** Die französische Kammer nahm die von Pichon gebilligte Resolutton an, durch die bii Regierung gebeten wird, Mittel zu suchen, uni den Gebrauch der französischen Sprache in bei Welt zu fördern. Hierauf wurde das Budgej des Auswärtigen angenommen.

Marburg rind ttmgrgeud.

(Nachdruck aller Ottginalarttkel ist gemäß § 18 dft Urheberrecht» nur mtt der deutlichen Ouellrncmgati

.Oberheff. Ztg." gestattet) |

Marburg, 7. Dezbr.

* Zn kritischen Zeiten. Wohl jedem Geschäfts, manne und jedem, der der Entwicklung unseres Wirtschaftslebens Interesse entgegenbringt, Hal sich wohl schon die Frage aufgedrängt, ob bif äußerlich in einem ungewöhnlich hohen Diskont«: satze zum Ausdruck kommende Ecldkalamttät bet reits ihren Höhepunkt erreicht hat oder ob noch eine Verschärfung zu erwarten ist. Allzu zuverc sichtlich wird wohl in den allerwenigsten Falles die Antwort lauten. Es fehlt aber auch nicht an durchaus beachtenswetten Stimmen, weicht der Meinung sind, daß die Versteifung des Geld* Marktes ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. So bedauerlich es wäre, wenn diese recht hätten, so muß doch zugegeben werden, daß die söget nanntenSchwarzseher" die Tatsachen bis jetzt leider für sich haben. Die Folge dieser Eeld^ falamität übt schon jetzt ihren lähmenden Eint fluß auf den Geschäftsverkehr aus. Das teuere Geld verschlingt einen großen Teil des Eeschästs- gewinnes oder macht den Betrieb gar unloh­nend. Zahlungsschwierigkeiten und Zusammen­brüche sind die Folgen. Mißtrauen und Unsicher­heit greifen Platz und naturgemäß haben diese eine weitere Zurückhaltung der Geldgeber, Kre- biteinschränkungen unb Kreditentziehungen im Gefolge. Bei der bedeutenden Rolle, die der Kredit heute in unserem Wirtschaftsleben spielt werden doch viele Existenzen leider lediglich auf der Basis des Kredits, ohne daß ausreichende, eigene Mittel vorhanden find, gegründet kön­nen natürlich Zahlungseinstellungen unb Zu­sammenbrüche nicht ausbleiben. Es kommt nun auch noch dazu, daß unsere Hochkonjunktur allem Anschein nach anfängt, sich auf absteigender Linie zu bewegen. Dieser Rückgang hat aller­dings nichts gemein mit den Folgen jener unge« funben Ueberspekulaüon unb Ueberproduktton, die sich am Anfang dieses Jahrhunderts in f4 unangenehmer Weife geltend machte. Doch ohne Einfluß auf die Verlustgefahr wirb er sicherlich nicht bleiben, zumal sich der Geschäftswelt wäh« rend der sogenannten fettet Jahre naturgeimU