mit dem
Viertes Blatt
Wichtig für Eltern und ihre Söhne!
E
Hessen-Nassau und NachdargeLrete.
Alzenav, 6. Dez. In früher Morgenstunde wurde in hiesiger Gemarkung eine Schafherde von 230 Stück, welche eingepfercht war, von einem großen Hunde angcfallen und vertrieben. Die auseinandergetriebenen Tiere wurden im Felde, im Walde und in hiesiger Gemarkung eingefangen. Mehrere Schafe wurde« gebissen, man fürchtet, daß dieselben verenden. Dem Schäfer wurde ein beträchtlicher Schaden zu- gefügt
Auslaud.
** Zusammenstoß zweier englischer Kriegs- Portsmouth, 6. Dez. Das Schlacht- ichlff „Prince George" riß sich gestern Rächt im hiesigen Hafen los, und stieß mit dem Kreuzer „Shannvn" zusammen. Das Schlachtschiff wurde schwer beschädigt,- es stieß sich ein Loch in die Seite und ging heute in ein Deck.
„ "* Flucht aus Amerika. Hamburg, 6. Dez. Der Dampfer „Präsident Lincoln" der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern mit der bis- niemals erreichten Gesamtzahl von 3848 Passagieren von New-York nach Italien abgegangen.
i Vermischtes.
I Nadau-Szene. Auf dem Bahnhof Oderberg. I spielten sich dieser Tage beispiellose Radau- I Szenen ab. Zu vielen Tausenden sind an diese» | beiden Tagen österreichische und ungarische Rück- I wunderer aus Amerika daselbst eingetroffen, für I deren Aufnahme sich die Bahnhofs-Räumlich. I leiten zu klein erwiesen. Von 2400 Rückwan.
I derern konnten nur 1500 weiterbefördert wer- | den. 900 mußten 18 Stunden warten. Die Züge I wurden gestürmt und die diensttuenden Beamten I tätlich angegriffen. Die Gendarmerie wird für I die nächsten Tage erheblich verstärkt.
I Durch Elektrizität getötet. Ein.eigenartiger I Unfall hat sich vor kurzem in Monheim (Rhein. I land) an der elektrischen Bahn zugetragcn. Ein Isolator war gebrochen und der starke elektrische Strom drang in die Erde. Zwei Pferde, die di« Stelle betraten, wurden sofort getötet; der Strom war durch die Hufeisen in ihren Körper gedrungen. Die starken Tiere fielen wie vom
I Blitz getroffen um. Der Fuhrmann wußte nicht, was geschah und wollte dem einen Tiere auf- - helfen, blieb aber an dem mit Elektrizität geladenen Geschirr mit der Hand hängen und konnte nur durch einen Hinzukommenden losgerissen werden. Seine Lederschuhe haben ihn vor einem sichern Tode bewahrt.
Kleine Nachrichten. Im Wartesaal erster Klasse in Aschaffenburg versuchte der Zauber, künstler Benno Hartmann, welcher auch hier in Marburg nicht unbekannt ist, seine Geliebte, mit der er in Streit geraten war, zu erschießen. Da, herbeieilende Bahnpersonal, sowie die Schutz, leute empfing er mit Revolverschüssen, welche jedoch fehlgingen. Hartmann konnte erst über« wältigt werden, nachdem er seine Munition verschossen hatte. — München-Gladbach, L Dez. Beim Neubau des stÄitischen Elektrizitäts» Werkes stürzte gestern infolge zu frühen Weg. nehmens der Holzbekleidung eines Bogenfenster, eine Eiebelwand ein. Von fünf verschüttete» Arbeitern wurden zwei schwer, drei leicht wt» letzt- — Großfeuer. In dem Anwesen de» Wirt«, Lehnhardt zu Haibach brach vorgestern
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UnivcrsitätS-Buchdruckerch Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Sonntag, 8. Dezember 1907.
' für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntaasbeilaaer Muktrirtes GonntaaSblaÜ. - 7 *
Vierteljährlicher Bezugspreis; der oer ExxHition 2 L'lL, bei allen Postämtem 2,25 M. (.ejcl. Bestellgeld).
ZnsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder ocreu Raum 15 Pfg.
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Deutsches Reich.
f — Prinz Joachim Albrecht, zur Zeit Major N der Schutztruppe für Südwestafrika, ist, wie !as „Mil. Wochenblatt" amtlich meldet, durch aiserliche Ordre aus Highcliffe vom 30. v. M. iis auf weiteres zur Dienstleistung beim Kommando der Schutztruppen im Reichskolonialamt ommandiert worden. Der Prinz, der früher f* 1 * 3 Kaiser-Alexander-Regiment Bataillonskom- eandeur war, gehört der Schutztruppe für Siid- sestafrika feit einem Jahre an.
— Zur Ostmarkenpolitik. Wenn in parla- tontarischen Kreisen Bedenken gegen die Vor- fge zum Schutze de, Deutschtums laut geworden
Hochschulnachrichten.
X Eine „treue Studentenmutter". Der Universität Erlangen ist unlängst eine eigenartige Stiftung zugefallen, die um ihres Eefühlstons willen nicht alltäglich ist. Ein vor einiger Zeit dort verstorbenes älteres Fräulein, das seinen | Lebensunterhalt durch Nähen und Vermieten von Studentenbuden gewann, hatte ein kleines Vermögen hinterlassen und testamentarisch Bestimmungen über dessen Verteilung getroffen. U. o. fielen der hiesigen Universität 10 000 M zu, deren Zinsen zu Stipendien an Studenten verwendet werden sollen. Das wäre nichts Besonderes. Bemerkenswert aber ist die Bestimmung, es feie nin erster Linie solche Studenten zu berücksichtigen, deren Väter im Laufe der Jahre bei der Erblasserin gewohnt haben. Was aber spricht aus dieser kurzen Klausel! Welche Erinnerungen mögen die Seele der Alternden durchzogen haben, als sie dieses Legat aussetzte, und wie zeugt die Gabe von den vielleicht altfränkischen, aber um so herzlicheren Beziehungen, die in der kleinen Universitätsstadt noch immer zwischen Bruder Studio und den Philistern bestehen. Vielleicht erinnert sich mancher alte Elanger Student der Verstorbenen. Sie hieß: B. Münzer.
x Eine Bereinigung alter deutscher Studenten hat sich jetzt in den Vereinigten Staaten gebildet und in allen großen Städten des Lan- i des Zweigvereine gebildet. Alljährlich findet ein Kommers in Rewyork statt, auf dem die deutschen Ideale erneuert werden sollen. Wachsendes deutsches Nationalgefühl in den oberen Schichten der Deutsch-Amerikaner hat diese Vereinigung zustande gebracht.
Die heilige Elisabeth,
Landgräfin von Thüringen und Hessen, f
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! Aus Ungarland vor siebenhundert Jahren
Kam einst ein Königskind nach Deutschlands Eau'n,
Wo auf der Wartburg sangessreud'ge Scharen Sich stritten um die Liebe edler Frau'n, Dort schimmert hoch auf wald'gem Bergesgrate, Vom Zauber der Romantik rings umweht. Der Ungarn Königstocher Kemenate, - # — Der Ruhm der heiligen Elisabeth!
Des deutschen Kaisers Huldigung, Gedenken, Verehrt in Dir die Leuchte Deiner Zeit, — Im ew'gen Rom der heil'ge Vater lenken Den Blick der Welt auf Dein unsagbar Leid, Auf Dein Entsagen, Deine hohe Tugend, Die Dir den Ruf der Heiligkeit verlieh, — Unsterblichkeit in allzufrüher Jugend Als höchster Lohn für Deine Erdenmüh! —
Ern strahlend Vorbild glänzest Du noch heut« In öder, Ideale armer Welt,
Als eine Heilige im Schuldgebäude
Der Menschheit Rächt, die uns Dein Geist
Ä erhellt;
Du duldest, weil in edler Nächstenliebe Den Armen Deine Fürstengunst Du lieh'st, Entbehrung, und der Welt Verfolgung bliebe Der hohe Lohn, der Edle Dir »sprießt! — Jetzt wölbt im Hesscnland als sichtbar Zeichen Ein hehres Denkmal schlichter, edler Pracht Dein irdisch Teil in stillem Domesschweigen, Von altem Stammessitz so traut bewacht, — Jndeß Dein Geist aus grauer Vorzeit Ferne. O Fürstin, — heilige Elisabeth, —
3m milde strahlend Licht der ew'gen Stern« Aus Himmelshöhen segnend uns umweht! —
Earl Aumüller.
# Alte Stammbücher. Das städtische Museum zu Quedlinburg ist vor einiger Zeit in den Besitz mehrerer alter Stammbücher aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und in der Zeit des siebenjährigen Krieges gelangt. Diese enthalten Beiträge von Lessing, Mendelssohn, Gleim und anderen Berühmtheiten der damali. gen Zett. Ein neuerdings erworbenes Stammbuch enthält neben vielen Eintragungen aus Handelskreisen verschiedene kulturgeschichtlich wertvolle Handmalereien eines Quedlinburger Künstlers, sowie zahlreicheSilhouetten bekannter Persönlichkeiten der damaligen Zeit.
Kirche und Schule.
'+ Lehrer und Schüler in den deutschen Volksschulen. Rach einer Statistik, die in der „Gesundwarte der Schule" enthalten ist, kommen auf je einen Lehrer beziehungsweise eine Lehrerin folgende Schlllerzahlen: in Lübeck 35, in Hamburg 38, in Mecklenburg-Strelitz 42, in Elsaß-Lothringen 43, in Mecklenburg-Schwerin 46, in Bremen 47, in Anhalt 54, in Oldenburg 55, in Sachsen Koburg-Eotha 56, in Württemberg 58, in Bayern 59, in kessen 60, in Sachsen- Weimar 60, in Waldeck 60, in Schwarzburg- Rudolstadt 61, in Sachsen-Meiningen 62, in Preußen 63, in Braunschweig 63, in Schwarz- burg-Sondershausen 64, in Reuß j. L. 64, in Sachsen 66, in Baden 67, in Sachsen-Altenburg 67, in Reuß ä. L. 73, in Lippe 92 und inSchaum- burg-Lippe 99 Schüler. Es marschieren somit die freien Städte Lübeck und Hamburg an erster, Lippe und Schaumburg-Lippe an letzter Stelle. Von den größeren Staaten kommt zuerst Württemberg an 10. Stelle, Bayern an 11. Stelle und j das Königreich Sachsen an 21. Stelle. Das Königreich Preußen steht an 17. Stelle und dabei kommt zuerst Berlin, das durchschnittlich 47 Schüler hat, und zuletzt kommt die Provinz Posen, in der 74 Schüler auf einen Lehrer kommen. I
I sind, weil davon ein Ilebergreifen der polnischen Bewegung in die an die Ostmarken angrenzenden Landesteile infolge von Eutskäufen der durch Enteignung depossedierten Polen zu befürchten sei, so dürften diese Bedenken wohl jetzt schwinden. Denn es liegt in der Absicht
1 der Staatsregierung, die den deutschen Grundbesitz stärkende und erhaltende Tätigkeit, wie sie von den beiden Landbanken für Posen und Westpreußen so erfolgreich ausgeübt wird, auch für die angrenzenden Landesteile zu organisieren und dafür erhebliche Geldmittel aus der Staatskasse aufzuwenden. Insbesondere soll eine solche Einrichtung auch für die Provinz Schlesien getroffen werden. Und zwar sind die Vorbereitungen dafür bereits soweit gediehen, daß dem Landtage noch in dieser Tagung eine bezügliche Vorlage wird unterbreitet werden können. Werden so die schwächsten unter den deutschen Grundbesitzern wirksam gestützt und als Gegenleistung das Verbleiben ihres Besitzes in deutscher Hand ausbedungen, so wird die Gefahr eines starken Eindringens polnischer Elemente sehr vermindert, wenn nicht ganz beseitigt. In derselben Richtung werden Bestimmungen wirken, die sich gegen die verderbliche Tätigkeit der polnischen Ansiedlungsüanken richten.
— Dis deutsche Post ist die größte Europas. Während die beförderten Postsendungen in Deutschland 79203^ Millionen 1906 erreicht haben, sind in Großbritannien und Irland nur 4797i/i, in Frankreich 3460V1, in Oesterreich 1753, in Rußland 1481, in Italien 1040 Mill Sendungen befördert worden. Alle übrigen Länder haben weniger als 1 Milliarde Postsendungen. Die meisten Briefe, 2707 Millionen werden in England, die meisten Postkarten' 1559 Millionen, in Deutschland geschrieben. Ueber 1 Milliarde Briefe hat außerdem nur noch Frankreich mit 1324 Millionen. Bei den Postkarten überschreitet kein Land Europas außer Deutschland die Milliarde. Selbst England hat deren nur 800 Millionen. Auf den Einwohner kommt der dichteste Verkehr aber in der Schweiz I wo jeder Bewohner 153,8 Sendungen aufgibt' I An zweiter Stelle steht Deutschland mit 1214 I Sendungen im Jahr, an dritter Dänemark mit I 101,8. Alle übrigen Europäer schreiben weniger I als 100 mal im Jahr. Bemerkt muß werden, daß I uon England Angaben über die aufgegebenen I Vriefsendungen fehlen. Die Zahl der Postau- statten ist ebenfalls am größten in Deutschland mit 39 623. Es folgen Großbritannien mit I 23 283, Frankreich 12 447, Rußland 12 991 usw. Die Dichtigkeit der Postanstalten ist aber am I größten in der Schweiz, wo eine auf 10,9 I Quadratkilometer kommt. Es folgt Eroßbritan- I nien mit 13,5 Quadratkilometer und Deutsch- I land mit 13,6 Quadratkilometer, Verhältnisse, | die von keinem anderen Lande Europas erreicht I werden. Die meisten Postbriefküsten hat eben- I falls Deutschland mit 141259. Kein Land über- I schreitet die 100 000. I
— Ein englisches Elektrizitätsmonopol. Die I „Korrespondenz Hoffmann meldet aus München: I Durch verschiedene Blätter ging das Gerücht, I daß die Einführung eines Rcichs-Elekttizitäts- I Monopols in Erwägung gezogen werde. Viel- I fach wurde hieran die Bemerkung geknüpft, I daß cs besonders die bayerischen Wasserkräfte I feien, auf welche es hierbei abgesehen fei. Die I bayerische Staatsregierung hat Veranlassung | genommen, zuständigen Ortes über die Ange- I legenhsit Erkundigungen einzuziehen. Das Er- I gebnis derselben geht dahin, daß das Gerücht I fiöet die Einführung eines Monopols völlig unbegründet ist. I
Durch die wirtschaftliche Entwicklung unseres Vaterlandes in den letzten Jahrzehnten wird Mfete deutsche Jugend mehr denn je aus dem Schoße der Heimat herausgerissen und auf den . »-Markt des Lebens geworfen. Schweren Herzens fchauten manche Eltern beim Abschiede dem Sohne nach. Richt mit Unrecht:
An den Bahnhöfen der Großstädte lauern gewöhnlich licht- und arbeitsscheue Menschen auf die Ankömmlinge. Geschickt verstehen sie es, sich unter irgend einem Vorwande dem Fremden zu nähern und ihm Geld, Papiere und Koffer abzunehmen. Auf den Straßen breiten Bierhäuser, Tanzlokale bis herunter zu den gewöhnlichsten Häusern ihre Arme aus und locken die Fremden mit großem Aufwande an sich. Gerade an die jungen Männer werden vorwiegend gedruckte Einladungszettel verteilt, dis zum Besuche solcher Lokale einladen,. in denen alle Sittlichkeit in den Schmutz gezogen wird. Die Wohnung der jungen Leute steht unter dem Zeichen der großstädtischen „Wohnungsnot". Nur wenige Berufsklassen können von ihrem Verdienst ein eigenes Zimmerchen erschwingen. Die meisten müssen mit einer „Schlafstelle" vor- , lieb nehmen, die ihnen eigentlich nur des Nachts zur Verfügung steht. In der arbeitsfreien Zeit ; geht's darum wieder ins Wirtshaus, auf die Straße und zum Vergnügen. Nur wer Arbeit finbet und behält, vermag sich überhaupt über Wasser zu hatten. Die Zahl derjenigen, welche beständig arbeitslos in den Großstädten umherlaufen, zählt nach Tausenden. Nur gegen hohe Vermittlungsgebühr ist Arbeit zu bekommen. Manche private Stellenvermittler verlangen i- S. für eine Hausdienerstelle 8—10 Mark. Gewöhnlich sind dann die Stellen noch so minder- wertig, daß ein baldiger Stellenwechsel unvermeidlich ist. Auf den öffentlichen Arbeitsnachweisen ist gewöhnlich alles überfüllt. Häufig finken darum junge vielversprechende Leute in den Grüßstädten von Stufe zu Stufe. An den Äsern der Großstädte, den Wohltätigkeitsver- einen, Krankenhäusern, Stadtmissionen usw. treiben so manche Jünglinge alsWrack an, welche mit so stolzen Segeln den Hafen der Heimat verstießen.
1 Von der Erkenntnis dieser Rot der Jugend Kn den Großstädten geleitet, schlossen sich vor 10 Lahren in Berlin Freunde der Jugend zu einer »Gesellschaft zur Fürsorge für die ;uziehende männliche Jugend" zusammen. Die Gesellschaft bezweckt: 1. den un- Äüerlegten Zuzug junger Leute nach den Grotz- pädten zu verhindern: 2.die in Berlin Ankommenden auf den Bahnhöfen zu empfangen, sie zu {beraten und zu führen und vor Ausbeutung und Verführung zu schützen: 3. die polizeilich ange- jinelbeten Jünglinge im Alter von 14—21 Jähsten zu besuchen und sie persönlich auf christlich Md vaterländisch gesinnte Kreise aufmerksam zu machen. Die Gesellschaft erhält die Adressen der [jungen Leute durch das Königliche Polizei- Iäsidium, sie hat mehrere Berufsarbeiter, eine ;ene Geschäftsstelle und etwa 400 freiwillige itarbeiter welche an der Durchführung oben- nannter Ziele Mitarbeiten. Die Gesellschaft t ihren Sitz in Berlin, aber sie beschränkt sich ihrer Arbeit nicht auf die Reichshauptstadt.
1 zirka 150 größeren Städten hat sie mit Er- ge Anregung gegeben zur Inangriffnahme ihrer Arbeit.
,. Den jungen Männern empfiehlt hie Gesellschaft: 1. Gib nie deine alte Stellung auf lind zieh in die Großstadt, wenn du nicht mit Sicherheit auf eine andere rechnen kannst. t. Hast du Arbeit, so siehe zu, daß du bei ordent- fichen Leuten eine Wohnung findest. 3. Wahre -eine Ehre! Tritt einem vaterländischen ober Christlichen Verein bei.
> Die Eltern bittet die Gesellschaft um flnterstützung. Die Sache ist es wert. Man ^dressiere Generalsekretär Schröder, Berlin, ssophienstraße 13.
cn Aberzerizheim, 5 Dez. Als in vergangener Nacht der Nachtwächter Eeoro Horn von hier dle Ortsstraße passierte, wurde aus einem Hinterhalte auf ihn geschossen und H. im Gesicht und am t>uß derart verletzt, daß er noch in der Nacht ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Als mutmaßlicher Täter wurde heute früh ein hier xur Zeit bediensteter Knecht aus Herborn ver- hAt 1!nb tus Gefängnis nach Hadamar ge-
Medenbach, 5. Dez. In der vergangenen Nacht wurde dem „Rh. K." zufolge in unserer Kirche der Opferstock erbrochen und seines Inhaltes beraubt. Die Diebe nahmen ihren Weg durch ein Kirchenfenster, das sie zertrümmerten. Bis jetzt fehlt von dem Täter jede Spur.
' Wissenschaft, Knust und Leben.
# Prinz Friedrich Karl von Hessen, der als Gatte der Prinzessin Margarete von Preußen der Schwager des Deutschen Kaisers ist, hat, wie die „N. G. E." meldet, das Protektorat über den Verein Herold in Berlin übernommen. Der Verein ist der älteste der sogenannten heraldischen Vereine in den Ländern deutscher Zunge; er zählt gegenwärtig mehr als tausend Mitglieder und widmet sich der wissenschaftlichen Pflege der Genealogie, der Siegel- und Wappenkunde, sowohl in Bezug auf adlige, wie auf bürgerliche Familien. Erster Protektor des Vereins war her Prinz Georg von Preußen. Seit dessen Tode war das Protettorat verwaist. Prinz Friedrich Karl von Hessen, der als Oberstleutnant beim Stabe des 1. Kurhessifchen Infanterie- Regiments Nr. 81 in Frankfurt a. M. steht, interessiert sich lebhaft für die historische Forschung auf dem Sondergebiete der Genealogie und Wapvenkunde und verfügt, wie man erzählt, über besondere Kenntnisse In diesen Fächern,