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Erscheint wüchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Iah. Aug. Koch, UnivcrsitLtS-Buchdnlckerri 42. Jahrg Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbaim

Sonntaasbeilaae: Alluttrirtes Gtmatag-blait, * *

Marburg

Sonntag, 8. Dezember 1907.

Drittes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 8 Blätter.

Burgfriede,

Die konservativ-liberale Paarung, durch Ivelche Fürst Bülow die zur Durchführung der großen, gegenwärtig auf Tagesordnung stehen­den nationalen Aufgaben erforderliche Mehrheit im Reichstage zu sichern bemüht ist, hat gleich zu Beginn ihrer praktischen Wirksamkeit eine schwere Probe zu bestehen gehabt; denn schneller, als man ahnen konnte, ist dem Block dieKabi­nettsfrage" gestellt worden. Das Ueberraschende an den Vorgängen, die zur Gefährdung de: innerpolitischen Situation führten, war der Um­stand, daß die Gefahr für den Block nicht von seiner äußersten Linken kam, wie man hätte ver­muten können, sondern gerade von der Partei, die von ihrem Führer erst kürzlich als derKern des Blocks" bezeichnet worden ist, von den Nationalliberalen. Was Herrn E o t h e i n, dem freisinnigen Doktrinär, nicht gelang, der als Eesinnungsgenosie eines deutschen Hochschul­lehrers an der Lahn der Polenpolitik des Reichs­kanzlers in den Rücken fiel, und durch die Frage «ach dem preußischen Wahlrechts innerhalb der Blockparteien Verwirrung zu stiften bemüht war, das brachte Herr P a a s ch e, der national- liberale Vizepräsident des Reichstages zu Wege mit seinen Angriffen auf den preußischen Finanzminister und seinem sensationellen Vor­stoß gegen den preußischen Kriegsminister. Man kann nur annehmen, daß die leidenschaftliche Erregung des Wortkampfes den Mann, der von jeher als treuer Vorkämpfer der nationalen Sache angesehen wurde, zu jenen unglückseligen Aeußerungen hingerissen hat, die ihm zudem, tote vorauszusehen war, wegen der verwandt­schaftlichen Beziehungen, in denen er zur Fa­milie Harden-Wittkowsky steht, persönliche An­feindungen und Verdächtigungen eintrageir mußten. So ist denn im letzten Grunde der Ber­liner Skandalprozetz, der so lange schon die Ge­müter in Aufregung hielt und der so recht an­getan erscheint, dem Ansehen des Reichs im Auslände zu schaden, diö eigentliche Ursache der plötzlichen Krisis gewesen, durch die mehr als durch die Machenschaften der blockfeindlichen

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Der Einzug Königs Jerome in Marburg

am 7. Dezember 1807

5 Don L. Müller.

Im Anfang Dezember 1807 traf die Nachricht in Marburg ein, der König werde mit seiner ^Gemahlin auf seiner Reise nach Cassel in Mar­burg einen kurzen Aufenthalt nehmen. Diese Nachricht rief unter den Einwohnern gerade nicht ck>ie beste Stimmung hervor, denn aus der Seite waren keine Sympathien für den aufge­drungenen Herrscher vorhanden, auf der anderen Seite waltete das Bedenken, daß bei der gering­sten Feindseligkeit gegen den neuen König dre Aufhebung der Marburger Universität keinem Zweifel unterliegen dürfte. Die Antipathie gegen die Franzosenherrschaft war in Marburg keine ungerechtfertigte, war doch die Stadt durch die Kosten der langandauernden Einquariier- ung sie hatte in vier Monaten 100 000 Mann verpflegen müssen vollständig erschöpft. Und , ,ttls in diesem Punkte die Häupter der Stadt im August 1807 bei dem Eeneralgouvernenr Lagrange vorstellig waren und die Bitte ausge- | sprachen hatten, der Staat möge einen Teil der durch die Einquartierung verursachten Kosten übernehmen, hatten sie von jenem die ableh­nende Antwort erhalten,es sei Brauch in den okkupierten Ländern, daß die französischen Trup­pen in den Plätzen, durch welche sie passierten, verpflegt würden." Deshalb erkundigte sich der Bürgermeister Bauer bei der französischen Re­gierung, ob es angezeigt erscheine, daß die Stadt durch eine angemessene Festlichkeit (man I nahm hier Rücksicht auf die Universität) bei der Anwesenheit des Königs, sich der Gnade dessel- | sen empfehle. Der Intendant Martelliere in I kassel resolvierte darauf kurz, daß es beit Mar- purgern überlassen bliebe, nach erhaltener offi- fteller Nachricht über die Ankunft Sr. Maj. des Königs Höchstdentselben diejenigen Beweise shrer Zuneigung und Zuvorkommenheit zu »eben, welche sie selbst für schicklich halten wür­den. Unter diesen Umständen erkannte der Ma-

Parteien und durch die sachlichen Gegensätze innerhalb der gegenwärtigen Reichstagsmehr­heit selbst Fürst Bülows Einigungswerk in Frage gestellt wurde.

Auf des Messers Schneide standen dir Dinge, und die außergewöhnliche Situation erforderte außergewöhnliche Maßnahmen. Unter diesen Umständen griff der Reichskanzler zu einem Mittel, das nur im äußersten Notfälle zur An­wendung kommen darf, wenn es nicht seine Wir­kung verlieren soll, er gebot in strengem Tone Burgfrieden" und stellte seinen Rücktritt in Aussicht für den Fall, daß die im Dezember des vorigen Jahres zum Zusammenwirken im Reichstage berufenen Parteien fortfahren soll­ten, gegen einander oder gegen die Regierung zu kämpfen. Das wirkte; denn auch den tempera­mentvollen Herren auf dem linken Flügel des Blocks wurde die Gefährlichkeit der Lage klar. Auch die nächsten Freunde des Herrn Paasche er­kannten die unbedingte Notwendigkeit, den Schnitzer des Neichstagsvizepräsidenten wieder gut zu machen. Hauptentscheidend war jeden­falls, wie ein freisinniges Blatt, disFrkf. Ztg." richtig hervorhebt, daß niemand in der gegen­wärtigen Situation die Verantwortung über­nehmen wollte, einen Kanzlerwechsel und damit vielleicht eine völlige Umgestaltung der inneren Politik, eine neue Herrschaft des Zentrums her- beizuführen, bevor noch der Blockvsrsuch praktisch fortgesetzt war. So mußte denn das Ultimatum des Reichskanzlers die Vertrauenskundgebung zur Folge haben, die ihm von den Blockparteien der vorgestrigen Reichstagssitzung ausgestellt wurde.

Zweifellos ist es dem Fürsten Bülow da­durch, daß er den Burgfrieden unter seiner Ge­folgschaft wiederhergestellt hat, gelungen, seine Position zu stärken, weil er nicht allein das Ver­trauen des Kaisers genießt, sondern sich auch das Vertrauen der Reichstagsmehrheit zu erhalten gewußt hat. Die finstere Wolkenwand, die am vergangenen Dienstag den innerpolitifcheil Ho­rizont verdüsterte, ist gewichen und demWin­ter des Mißvergnügens" ist für's Erste der Ein­zug in dasLand der Blockpolitik" verwehrt worden. Hoffen wir, daß dies keinen bloßen Augenblickserfolg bedeutet, sondern daß sich bi«; Parteien der gegenwärtigen Reichstagsmehrheit aus der Drangsal dieser sturmbewegten Tage die notwendigen Lehren ziehen, um nach dem Grundsätze:Erst das Vaterland, dann die Partei,, dis vom Reichskanzler eingeleitete Politik zum Siege zu führen.

gistrat von Marburg und der Senat der Hoch­schule die Notwendigkeit, daß nicht nur alle Feindseligkeiten aufs peinlichste zu vermeiden seien, sondern auch, daß dem Königspaare bei seinem Einzuge eine entsprechende Feier bereitet werde. In diesem Sinne berichtet der Ma- ! gistrat zu Marburg auf Anforderung des Gene­

rals Lagrange an diesen:Da die hiesige Stadt und das Land bekanntlich arm ist, so schmeicheln wir uns, daß Se. Majestät mehr auf dis Treue der Gesinnungen, als auf ein Kosten verursachen­des Gepräge sehen werde." Für den kurzen Aufenthalt des Herrscherpaares wurden dis Räumlichkeiten desDeutschen Hauses" für das­selbe in Stand gesetzt. Am Abend des 7. De­zember langte der König in Marburg an. An der äußersten Grenze seines neuen Reiches hatte ihn der Amtmann des Bezirks, Metz, mit einer jungen berittenen Mannschaft empfangen. Bon dem Oberforstmeister von Wildungen nebst rei­tenden Förstern wurde er nach Marburg gelei­tet Nach Vorschrift des kaiserlich-französischen Zermoniells, wurde in jedem Dorfe an dem der Hofzug vorüberkam, mit den Glocken geläutet, der Ortsvorfteher stand an der Grenze des Orts jeder Amtmann stand an der Amtsgrenze und der Pfarrer mit den Schulkindern standen vor der Kirche. Eine Bürgergarde zu Pferde und eine Abteilung Studenten von 36 Mann ritten aU5.~^ar^ut9 dem König entgegen. Vor dem Barfüßertor, durch das er kommen mußte denn die Frankfurter Straße war noch nicht vorhan- i den, war eine Ehrenpforte errichtet worden und vor dieser fand die Begrüßung des Königspüares durch den Senat der Universität, den Magistrat die Behörden und die Dikasterien statt. Die städtischen Behörden überlieferten dem König den Schlüssel von Marburg. Die provisorischen Verwalter des Reiches hatten sich in Marburg zum Empfang des Königs eingefunden; bei die­ser Gelegenheit wurde dem Generalgouverneur I Lagrange seitens des Marburger Regierungs- I Kollegiums der verbindlichste Dank für seine I bisher bewiesene Protektion ausgesprochen. I

Von feiten der Universität war für die Stu- I dirrenden ein allgemeiner Fackelzug angeordnet |

Druischcr Reichstag.

Der Reichstag hielt am Freitag bei schwachem Besuche einen Schwerinstag ab. Auf der Tages­ordnung stand der Jniativantrag des Zentrums zwecks Erhaltung und Förderung des Handwerkerlichen und kauf­männischen Mittelstandes. Abg. Trimbsru (Zentr.) bot eine ausführliche Be­gründung des Antrages, wobei er namentlich auf die klare Umgrenzung von Fabrik und Hand­werk, auf die Heranziehung der Fabrikbetriebe mit handwerksmäßig ausgebildeten Arbeitern zu denjenigen Kosten, die den Handwerkerorga« nisaiionrn für die gewerbliche Ausbildung des Handwerkerstandes erwachsen, auf »ie freiwillige Invalidenversicherung und auf eine gute Sub­missionsordnung Wert legte. Abg. Pauli (kons.) konnte sich im wesentlichen mit dem Zentrumsantrage einverstanden erklären, wenn er auch die, Frage der Schaffung eines beson­deren Reichshandwerkerblattes offen ließ. Abg. Findel (nl.) war mit dem Zentrumsantrage gleichfalls in der Hauptsache einverstanden. Abg. Schmidt-Berlin (Soz.) suchte nachzuweisen, daß das Handwerk von der Industrie immer mehr verdrängt werde. Der Antrag des Zentrums sei zwar gut gemeint, habe aber keine praktische, sondern nur eine agitatorische Bedeutung. Abg. Frhr. Eamp (Rp.) wandte sich gegen die im Zentrumsantrag enthaltene Forderung der Schaffung eines Reichshandwerkerblattes und die Anstellung besonderer Handelsinspektoren. Die Abgg. Doormann (frei?. Vp.) und Kulerski (Pole) standen gleichfalls dem Zentrumsantrage freundlich gegenüber.

Darauf trat Vertagung ein.

Deutsches Reich.

Zur Jubelfeier der Deutschen Kolonial- Sesellschaft. Frankfurt, 6. Dez. In Er­widerung auf das vom Festmahl der Kolonial­gesellschaft an den Kaiser abgesandte Huldig­ungstelegramm traf aus Highcliffe fol­gende Antwort des Kaisers an den Herzog Jo­hann Albrecht von Mecklenburg ein:Sehr er­freut über die freundliche Begrüßung der Deut­schen Koloirialgesellschaft anläßlich der Feier ihres 25jährigen Bestehens, ersuche ich Ew. Ho­heit, der Kolonialgesellschaft meinen wärmsten Dank und meine besten Wünsche für ihre fernere treue Arbeit zu des Vaterlandes Gluck und Größe zu übermitteln." Die Verlesung des Telegramms des Kaisers wurde stehend angehört und mit jubelndem Beifall aufgenommen, worauf die Versammlung in das dreifache Hoch einftimmte, das Herzog Johann Albrecht auf den Kaiser aus­brachte. Auch vorn Fürsten zu Hohenlohe­

worden. Auf dem Marktplatz fand die Auf­stellung statt, von hier zogen gegen 400 Studen­ten mit Wachsfackeln und Musik durch die Stadt nach dem Deutschen Hause. Der König und seine Gemahlin nahmen diese Ovation besonders günstig auf und empfingen die vier Zugführer aus das freundlichste, erkundigten sich nach den Verhältnissen der Universität und nach etwaigen Wünschen; sie sagten, als die Studenten um die Erhaltung der Hochschule baten, dieses gnüdigst zu. Der König sprach den Wunsch aus, von den im Hofe versammelten Studenten ein Lied zu hören; sofort wurde dieses verkündet und die fenoren Klänge des ehrwürdigenGaudeamus igitur" schallten zu den Fenstern empor. Da das Lied außerordentlich gefiel, mußte noch ein zwei­tes StudentenliedVom hoh'n Olymp herab ward uns die Freude" gesungen werden. An dem Empfang und dem Aufzuge der akademi­schen Jugend hatte Jerome seine besondere Freude gefunden, er nahm eine günstige Stim­mung von Marburg mit sich fort, als er am anderen Tage die Stadt verließ. Von hier be­gab sich der König mit seiner Gemahlin nach Wilhelmshöhe, das sie aber in verwahrlostem Zustande, verwüstet und ohne Möbel antrafen.

Don Wilhelmshöhe, das nun zu Ehren des I großen KaisersNapoleonshöhe" genannt wurde, hielt Jerome am 11. Dezember feinen feierlichen Einzug in Cassel. Er nahm Woh­nung in dem alten Landgrafcnschlosse an der Fulda, auf welchem von da ab eine große blau I und weiß gestreifte Fahne die Landesfarben des Königsreichs Westfalen wehte. Kurz I nach fernem Einzug erließ der König feine Pro­klamation an seine Westfalen. I

Die Marburger Festlichkeiten besang ein I Marburger Bürger namens S. A. Schleenstein I in folgenden Versen: I

Merkt auf! Ihr Leser und laßt Euch erzählen, I Es soll hier an Raritäten nicht fehlen. I Vernehmt, was man erzählet hat: I

Der König wird kommen in unsere Stad-^ ^1

Langenburg ist ein Dank- und Glückwunschteks» Stamm eingegangen. Im weiteren Verlauf der Beratungen bewilligte die Gesellschaft 10 00t Mark zur Erhöhung des Anfiedelungssonds für Ostafrika; diese Summe ist zur Unterstützunß rrnd Förderung der deutschen Ansiedelung am Meruberg bestimmt. Um 5y3 Uhr übergab der Herzog Johann Albrecht den Vorsitz bei den fer­neren Verhandlungen des Vorstandes der Kolo­nialgesellschaft an Admiral Strauch, nachdem er im Namen der Gesellschaft für die glänzend« Gastfreundschaft sowohl seitens der Stadt Frank­furt, als der Abteilung Frankfurt gedantt hatte. Graf Dürkheim widmete Worte der Anerkenn­ung dem Herzog Johann Albrecht für die Lei­tung der Verhandlungen und schloß mit einem Hoch auf den Herzog, der seinen Dank aussprach.

Die Polenvorlage in der Kommission in erster Lesung abgelehnt. In der Mittwoch­sitzung der Polenkommission wurde nach langer' Debatte die Vorlage in erster Lesung abgelehnt..' Die Mitglieder der konservativen Fraktion! stimmten mit gegen den Kern der Vorlage, gegen' die Enteignung. Sie erklätten aber, sie würden bis zur zweiten Lesung versuchen, eine Fassung für ihre Anträge zu finden, die in der Kommis­sion eine Mehrheit erzielen könnte. Man wird sich also der Hoffnung hingeben dürfen, daß die vom Finanzminister in der letzten Kommissions­sitzung bargelegten Gesichtspunkte die konser­vative Fraktion bewegen werden, der Gewäh­rung des Enteignungsrechtes an den Staat zu­zustimmen, ohne diese Zustimmung mit zur Zeit wenigstens unerfüllbaren Forderungen zu be­lasten. j

Zum Ablauf der Tarifverträge im Deut­schen Baugewerbe im Jahre 1808. Sämtliche, demDeutschen Arbeitgeberbrrnde" angehörigen Unterverbände, in welchen die Tarifverträge mit den Arbeitnehmern im Jahre 1908 ablaufen, haben die Kündigung dieser Verträge eingc- reicht, unter gleichzeitiger Uebersendung von neuen Vertragsentwürfen. Diese Vertragsent­würfe sind einheitlich auf einem normalen Ver­tragsentwurf aufgebaut, welcher von demDeut­schen Arbeitgeberbunde" vorgeschrieben und wörtlich in dem Vertrage wiederzugeben ist. Auch derMitteldeutsche Arbeitgeberverband für das Baugewerbe mit dem Sitze in Frankfurt a. M." und derVerein der Arbeitgeberver­bände für das Baugewerbe in Rheinland und Westfalen", die ebenfalls Verbände des Deut- schon Bundes sind, haben die Kündigung der Verträge am Sonabend den 30. November be­wirft. Die beiden oben genannten großen Ver­bände werden für die in Betracht kommenden

Da gab es ein Laufen und ein Rennen, j Als wie es in der Wettergass' tat brennen. *) ! Die jungen Mädchen, alte Weiber in dem Nest Putzten sich zu dem großen Fest. , >

Nicht lang', da hat sich's im Osten gerötet, " Durch dis Gassen ward ein Marsch trompetet; Man sah auf ihren rüstigen Kracken /

Durch's Tor einreiten ein Korps Polacken.

Die Männer in grün und goldnem Habit Rüsteten sich zum stattlichen Ritt.

Der Oberforstmeister saß hoch zu Roß, Ihm folgte der ganze Jägertroß.

Um zwölf Uhr mit dem Elockenschlag, Als man gegessen zu Mittag: z

Unter Paukenschall, in Parade schwer, Auf Gäulen kamen die Bürger daher.

Aus den Fenstern steckten die Weiber die Safe,. Zu sehen den Zug da in der Straße. ,, i Der blaue Keßler war Kommandeur, P- -* Monsieur Bott u. Nicolai chapeaux d'honeur, Gar stattlich auf der braunen Stute Galoppierte mit gehobenem Mute, Den blanken Säbel in der Hand, _ Monsieur Weiß, der Adjutant.

Die Jungfern hoben sich an zu rühren, Vor's Barfüßertor. So wollt' sich's gebühren: r Angetan mit weißem Gewand, Kissen und Carmen wohl in der Hand, - Die schönsten Jungfern sind's gewesen. Jeder stand's auf der Stirn zu lesen.

Des Postmeisters Bücking Gartenhaus Sah just wie ein Nonnenkloster aus.

Es schritten daher Bürgermeister und Rat

Gar feierlich im schwarzen Ornat, '

Dem König zu reichen die Schlüsse! der Stabt Wo die Ehrenpforte gebauet man hat. Dort hoch auf der Mauergärten Rand Eine Masse geputzter Frauen stand;

Sie hielten alle grüne Sträußchen, Exaltiert, ganz aus dem Häuschen.

*) >785 brannte die Eleim'kche Apotheke ßA'