mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkain.
Sonutaasbeilaae: AllußtrirteS Tonvtaas-latL. " *
JO. 287
vierteljährlicher Bezugspreis^ bet der Expidition 2 SJltv bet allen Postämtern 2,25 M, <ejcl. Bestellgeld).
Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg.
Neclamen: die Zeile 80 Pfa.
Marburg
Somabend, 7. Dezember 1907.
al
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, UmversMs-Äuchdruckerei 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
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«Nachdruck verboten.),
auch ihnen sei die baldige Besprechung dies« Antrages erwünscht.
Schluß 314 Uhr. '
Abg. Graf Schwerin-Löwitz (kons.) gibt seiner Genugtuung über die freundlichen Beziehungen Ausdruck, die sich in letzter Zeit zwischen den beiden germanischen Mächten herausgebildet hätten und die ihre Bekräftigung in den letzten Wochen durch die Kaiser-Reise gefunden hätten. Wenn seine Freunde auch Einwendungen gegen die Vorlage hätten, wollten sie doch lenes Einvernehmen nicht stören, sie würden daher der Vorlage auch ohne Kommissionsberatung zustimmen.
Abg. Singer (Soz.): Auch wir werden der Vorlage zustimmen.
Hierauf wird die Vorlage in zweiter Lesung genehmigt.
Freitag 1 Uhr: Antrag Graf Hompesch betr. Förderung des Handwerks und des kaufmännischen Mittelstandes.— Schluß 142 Uhr.
Unter der Maske.
Roman von Lady Georgina Robertson.
iFortletzung.)
Als der Arzt wieder abgereist war, ließ Lady Marstone ihren Schwiegersohn zu sich bitten. So schwer es ihr wurde, sich von Ellen zu trennen, so mußte es doch einmal sein, und sie fand, diese Reise sei ein guter Uebergang. Nur war es ihr peinlich, daß der Vorschlag von ihr ausgehen sollte: cs wäre Lord Chesleighs Sache gewesen, ihn anzuregen. Cie hatte sich schon öfter gewundert, daß er so gar nicht den-Wunsch zu haben' schien, seine Fran für sich allein zu haben. Er hatte nie etwas dergleichen angedeutet. Stets war er derselbe aufmerksame, liebenswürdige Kavalier, immer bereit, Ellen zu unterhalten, ihr vorzulesen, mit ihr auszugehen oder zu fahren, aber nie gingen solche Pläne von ihm selbst aus. Lady Marstone hätte nie erwartet, daß ihre Tochter einer so starken Leidenschaft fähig wäre, aber es kam ihr nicht in den Sinn, daß dieselbe nicht erwidert werden könnte. Artur war gegen sie stets der zuvorkommendste Sohn — weshalb war es ihr also peinlich, jetzt mit ihm zu reden? Und doch konnte sie nicht leugnen, daß dem so war. I
Während Lady Marstone noch darüber nach- dachte, stand Lord Cheslcigh vor ihr.
„ „Du hast mich rufen lassen," sagte er mit einer Verbeugung. J
■ „3°, ich habe eine gute Nachricht für Dich," | entgegnete sie. „Doktor Eibson meint, es sei I Tür Ellen nötig, den Winter in einem warmen Klima zuzubringen, und schlägt vor, daß Ihr Eure Hochzeitsreise damit verbindet. Was sagst Du dazu?"
.Er schwieg einige Minuten,
I „Soll ich ihr sagen, daß ich ihre Tochter nie I lieben kann?" dachte er, „daß mir schon der Ee- I danke an eine Hochzeitsreise mit ihr entsetzlich I ist?" Dann fiel ihm ein, was Mathilde ihm I gesagt hatte, als er die Nachricht von Mr. Lu- I bank erfuhr. „Wir wollen das, was Gott uns I auferlegt, tragen, und nicht andere mit unschul- I big darunter leiden lassen." Nein, er wollte sie I nicht kränken, die freundliche, alte Dame, die um I ihres Kindes willen so schwer darunter leiden I würde. Er sah, wie ängstlich sie zu ihm auf- I blickte.
I „Was für Ellen gut und nötig ist, bin ich stets gerne bereit, auszuführen," sagte er. „Welcher Aufenthalt ist ihr verordnet?"
„Wir dachten an das südliche Frankreich," erwiderte Lady Marstone — dann übermannte sie ihr Gefühl, sie streckte ihm ihre Hand hin. „Ich weiß mein Kind bei Dir in guten Hän-
! den, und bin Dir so dankbar, Artur. Ich fürchtete. — ich weiß selbst nicht, was, aber Deine Worte haben eine Last von meiner Seele genommen. Bist Du auch glücklich, Artur?" •
Er antwortete nicht, sondern beugte sich auf die Hand der alten Dame und küßte sie. Ein trauriges Lächeln spielte um seine Lippen, aber sie bemerkte cs nicht, sie dachte nur an ihr Kind.
„Je eher Ellen aus dieser rauhen Luft fortkommt, um so Lesser wird es für sie sein," begann Lady Marstone wieder. „Das Packen ihrer Sachen wird nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Sollen wir nächsten Dienstag festsetzen?"
„Gewiß, wenn der Tag Dir und Ellen paßt." Die Worte und der Ton waren freundlich und doch vermißte Lady Marstone etwas. Wäre es der gänzliche Mangel an Wärme, das Fehlen jedes Zeichens der Freude? Sie würde beruhigt gewesen fein, wenn er etwas mehr gesagt haben würde.
.es. besser, sonst würde ich mein Kind nicht von mir lassen. Du wirst gut gegen sie sein nicht wahr, Artur? Ellen ist von ihrer Kindheit an mit Liebe umgeben und in jeder I Weise verwöhnt, willst Du Geduld mit ihr haben? Ein hartes, unfreundliches Wort von Dir wurde sie so tief kränken."
„Sie soll kein einziges hören, verlaß Dich Ä“!’ r8te ■2orb Thesleigh. „Du scheinst besorgt, sie mir anzuvertrauen aber fürchte
Sie soll gesund und kräftig zu Euch zuruckkehren Und wenn Freundlichkeit und Fürsorge sie glücklich machen kann, soll es daran nicht fehlen."
Lady Marstone gab sich Mühe, sich voll- kommen beruhigt zu fühlen, aber im Herzen wünschte sie doch, Artur hätte von seiner Liebe zu Ellen auch gesprochen.
Sie suchte gleich nach der Unterredung Ma- thilde auf, die in allen häuslichen Einrichtungen ihre Stütze war.
„Mathilde," sagte sie, „Artur und Ellen reisen Dienstag ab, wir müssen uns beeilen, daß alles fertig wird."
Das junge Mädchen sah entsetzt auf.
„Wohin Tante?" fragte sie.
„Nach dem südlichen Frankreich. Doktor Eibson wünscht, daß sie die rauhere Jahreszeit nicht mehr hier abwartet. Es wird mir sehr schwer, mich von Ellen zu trennen, aber ich habe Dich ja, Mathilde, Du bist mir wie eine liebe Tochter. Glaubst Du, daß Artur sie so sehr lieb hat?"
»Wer sollte Ellen nicht lieb haben?" war in« *
„Ich würde Euch am liebsten begleiten" I ausweichende Antwort. Lady Marstone war zu* bemerkte sie, „aber ich weiß, daß man junge I frieden, sie fuhr fort, über die Vorbereitungei« Leute allein lassen muß. . Sie leben sich dann r 8ut Reise zu reden und verließ ihre Nichte, um besser ein." I mit der nächsten Post noch verschiedenes zu eeu
»Du magst recht haben," antwortete er liebe- I schreiben.
voll, denn er hörte, wie ihre Stimm- I Als Mathilde allein war, brach ihre mühe* zitterte. I sam bewahrte Fassung zusammen. Jetzt «lsq
1 war die schwerste Stunde gekommen, die, in I der der Mann ihrer Liebe sie verließ mit seiner jungen Frau, die sie ihm fast auf« genötigt hatte. Sie weinte bitterlich uni; kämpfte den alten Kampf wieder auf» neue durch.
Die Reisevorbereitungen wurden in großem Umfange betrieben, und Lord Cheslcigh war gerühtt, welche Sorge die Eltern für Ellen» Bequemlichkeit zeigten. Der Gedanke, der ihn. diese Tage erfüllte, war der, daß er seiner Liebe zu Mathilde jetzt endgültig entsagen mußte, daß sie in dem Leben, welches vor ihm lag, keine Rolle mehr spielen durste, und nur das Wort „Pflicht" seine Devise sein mußte. Er ging am Tage vor dem zur Abreise bestimmten Dienstag auf die Terrasse und hing diesen Gedanken nach, die sein Herz so ganz er« füllten. Plötzlich gewahrte er Ellens blaues Kleid durch die Büsche schimmern. Sie saß auf einer Bank, die einen weiten Ausblick über den Fluß und die Wiesen hatte, der am Horizont durch einen Wald begrenzt war. Er beobachtete sie einige Minuten und war erstaunt über de« Ausdruck sinnenden Ernstes, der auf ihren Zügen lag.
„Ellen," sagte er freundlich, „worüber sinnst Du nach?"
Mit einem Schlage ändette sich ihr Aussehen, und helle Freude leuchtete ihm aus ihr« Blicken entgegen.
„Du bist es, Artur," rief sie. „Ich glaubt^ Du seiest mit Papa ausgegaugenl"
fFortjetzung folgt)
Deutsche Kolomalgesellschaft.
Die Tagung der Deutschen Kolonialgesell« schäft in Frankfurt a. M. wurde am 4. Dezember abends durch einen Herrenabend, zu dem di« Stadt Frankfurt eingeladen hatte, eröffnet Staatssekretär Dernburg traf erst um 11 Uhr aus Berlin ein. Etwa 500 Herren nahmen daran teil. Oberbürgermeister Adickes hielt eine Begrüßungsansprache.
Gestern morgen um 9 Uhr begann die Hauptversammlung, die von dem Präsidenten Herzog Joh. Albr. zu Mecklenburg eröffnet wurde. Zur Verhandlung stand eine Satzungsänderung, die den Zweck verfolgt, der Gesellschaft größere I Ausbreitung und festere Organisation zu sichern.
™ k I Der Inhalt der „Kolonialzeitung" soll ander»
Abgeordnetenhaus. I ausgestaltet werden. Eine Enblocannahme der
Das Abgeordnetenhaus nahm am Donners- I neuen Statuten machte Schwierigkeiten. Bei tag zunächst Stellung zum Entwurf eines I der Besprechung der einzelnen Paragraphen Quellenschutzgesetzes. Nachdem Handelsminister I wurde über die Frage der außerordentlichen Dr. Delbrück die Vorlage kurz begründet hatte, | Mitglieder länger debattiert, die Annahme der wurde sie nach kurzen zustimmenden Bemerkun- I Satzungsänderungen erfolgte jedoch mit großer gen der Abg. v. Treskow (kons.), Dr. Cerschel I Mehrheit. Der Nachmittag gehörte der Jubi- (freis. Vp.), Stull (Ztr.) und v. Pappenheim I läumsfeier der Deutschen Kolonialgesellschaft (kons.), die vorwiegend bemängelten, daß die I Dieselbe begann um 4y2 Uhr nachmittags mit Beschlüsse der Kommission der vorigen Session I einem glänzenden Festakt im Hippodrom. Saal im Entwurf nicht berücksichtigt seien, einer Kom- I Logen und Galerien waren bis auf den letzten Mission von 21 Mitgliedern überwiesen. Es I Platz gefüllt. Auf dem erhöhten Podium hatte» folgten Initiativanträge. Ein nationalliberaler I der Vorstand und die Ehrengäste Platz genoitu Antrag forderte die im Artikel 98 der Ver- I men, unter letzteren Kolonialdirektor Dern« fassung versprochene einheitliche gesetzliche Rege- I bürg, Oberpräsident Hengstenberg, Polizeipräsi- lung der Verhältnisse der nicht zum Richterstand I deut Scherenberg, sowie Oberbürgermeister Dr. gehörenden Staatsbeamten und gelangte ohne I Adickes. Herzog Johann Albrecht eröffnete den grundsätzlichen Widerspruch zur Annahme. Ein I Festakt mit einer Ansprache, in der er zunächst Antrag des Abg. Hammer (kons.) verlangte die I seiner Freude Ausdruck gab über die stolze Ver- Besteuerung der Warenhäuser nach dem Jahres- | sammlung, die zur Feier des 25jährigen Be« Umsatz und unter Berücksichtigung der Höhe des I stehens der Gesellschaft zusammengeströmt ist. Anlage- und Betriebskapitals. Nach Begrün- l Redner warf einen eingehenden Rückblick auf düng des Antrags durch den Antragsteller I die Geschichte, die Entwicklung und die bisherig« äußerten sich die Abg. Eckert (freikons.), Marz I Tätigkeit der Deutschen Kolonialgesellschaft. An (Ztr.) und Lusensky (nl.) zustimmend, während I den Erfolgen, die das Reich in kolonialen Din- Abg. Dr. Cerschel (freis. Vp.) die Klagen über I gen unleugbar erricht hat, darf sich die Deutsch« die „Erdrosselungssteuer" erneuerte. Der An- I Kolonialgesellschaft ihren guten Anteil beitrag ging an die Handels- und Eewerbekommis- I messen. Redner erläuterte dann die ferneren
sion. — Die nächste Sitzung findet erst Mittwoch, I Aufgaben der Gesellschaft in der Zukunft, in
den 11. Dezember» 2 Uhr statt. Auf der Tages- | erster Linie die Aufklärung der großen in kolo- ordnung steht die Interpellation über die Be- I nialrn Dingen stumpfen oder irregeführten
amtengehälter, Polizeikostengesetz. I Massen, den Nachweis, daß Kolonialpolitik
Auf eine Anfrage des Abg. Fischbeck (freis. I keine Frage der Parteipolittk, sondern eine rein Vp.) erklärt I wirtschaftspolitische, ja eine Lebensfrage fei,
Präsident v. Kröcher, die Staatsregierung I daß das Deutsche Reich ohne Kolonien nicht wünsche sich zum freisinnigen Wahlrechtsantrage I mehr bestehen kann, ohne von seinem Platz al» erst nach Weihnachten zu äußern. I Weltmacht und als Großmacht herabzusinken.
Die Abg. v. Pappenheim (kons.), Dr. Fried- j Redner schloß mit der Hoffnung, daß die Deutsche berg (nl.) und Dr. Porsch (Ztr.) versichern, I Kolonialgesellschaft auch in wieder 25 Jahren
HMrftätair I kchauungen zu erreiche«, zum Besten des Vater- 't'CUlfu)"* JlVlufvlUß« I landes. (Lebhafter Beifall beim Block, Geheul ö6. Sitzung vom 5. Dezember, 1 Uhr.) I Antiblock.)
T «r s. e i . I Abg. Singer (Soz.): Zur Geschäftsordnung!
Am Bundesrats tische: v. Stengel, v. Rhein- I Präsident Graf Stolberg: Der Abg. Gröber b-ben v. Bethmann-Hollweg Kraetke, v. Einem hat das Wort. (Lärm bei den Soz.) j &un«Tn“ 6*”9 "* »9. (3tt.): DI- gange SUuatton I(t
Di- Generaldebatte über den bil: der Sans licht die Stele, und es ist
G tat wird fortgesetzt oIIes wieder gut!“ (Stürmische Heiterkeit.)
' Abg v. Normann' (kons)' Mit $cAua auf 33311 wollen diese Unterhaltung nicht stören, ich die Rtttteilungen""ii" den gestrigen SbtS verzichte daher aufs Wort. (Große Heiterkeit.) lern habe ich zu erklären, und zwar namens I Abg. Dr. Müller-Meiningen: Im Hinblick meiner Fraktion: Wir haben in der Debatte auf die jetzige Situation verzichte ich aufs Wort, durch unsere Freunde erklären lassen, daß wir I (Beifall.) entschlossen sind, die Blockpolitik, soweit es mit Abg. Bebel (Soz.) zur Geschäftsordnung: unseren Grundsätzen vereinbar ist, aufrichtig I Wir befinden uns in einer sehr merkwürdigen' und ehrlich zu unterstützen. Wir sind auch ser- I Situation. Das „Tageblatt" wußte schon das ner gewillt, in diesem Sinne zu arbeiten. Ich I ganze Programm des heutigen Tages voraus, erkläre danach, daß wir unsere vertrauens- Ist cs zulässig, daß Parteien dieses Hauses hin-
volle Stellungnahme zur Politik ter verschlossenen Türen Beschlüsse fassen, von
des Reichskanzlers beibehalten I denen die Minorität nichts weiß? (Lärmende und demgemäß auch in unserer Stellung zum I Zustimmung beim Antiblock. )
Block verharren werden. Diese Erklär- Ein Schlußantrag gelangt zur Annahme, ung habe ich gleichzeitig abgegeben im I Abg. Singer (Soz.): Das Zentrum sieht jetzt, Namen der Reichspartei und der Wirt- I welche unheilvolle Politik es getrieben hat, als fchaftlichen Vereinigung. (Beifall.) I es die Geschäftsordnung ändern half. Der jetzige
Abg. Bassermann (nl.): Im Auftrage mei- I Präsident ist nur ein Präsident der Mehrheit, ner politischen Freunde habe ich folgende Er- I (Große Unruhe beim Block, lärmende Zustimm- klärung abzugeben: Wir erkennen in dem 1 ung beim Zentrum und bei den Soz.) Zusammenwirken der Konservati- Präsident Graf Stolberg: „Herr Abg., ich ven und Liberalen nach wie vor I muß mir jede Kritik meiner Geschäftsordnung eine p 0 l r 11 s ch e N 01 w-e n d r g k e r t, und verbitten. Ich erteile das Wort dem Abg. wlr vertrauen daß der Reichskanz- I Müller-Meiningen. Derselbe verzichtet.
e^^ Tn Hierauf werden die üblichen Etatsteile der
NeuwahlenvomÄaEißen?»o?iNk Dudgetkommission überwiesen. Die Opposition (Großer Lärm beim Antiblock) nachwievorl nieniflen
unter stützen wird. (Lebhafter Beifall beim I DOn Spa$n unb ctnt$)€n wenigen
Bloch) Ich habe dieser Erklärung noch folgen- I “ v-.
dos chinzuznfügen: Auf die Erörterung, die der I _ die erste Beratung bcs Hande ls-
Mg. Paasche mit dem Kriegsminister hatte, I
komme ich nicht zurück. Der Abg. Paasche I des bestehenden um zwei Jahre, also
wirb das in seinen Händen befindliche Material I 5/, , „
zur Verfügung des Kriegsministers stellen. Wie Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg nimmt er schon ausgeführt hat, hat er nicht b e a b - unter größter Unruhe im Hause das Wort. Die sichtig t, dem Kriegsminister per- j Erregung im Hause, bei Zentrum und Sozial- sönlich zu nahe zu treten. (Gelächter demokraten ist jedoch so groß, daß seine ersten beim Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Worte ungehört im Hause verhallen. Präsident Ich entledige mich dieses Auftrages unter Hin- | Stolberg schafft mit Not und Mühe vorüber- zufügung, daß wir unbeschadet einzelner Dif- I gehend Stille, worauf der Staatssekretär kurz ferenzen volles Vertrauen zu der Person des erklärt, er könne in dem gegenwärtigen Augen- Kriegsministers und seiner Verwaltung haben. I blick nichts anderes tun, als die Vorlage zur (Lebhafter Beifall beim Block, Gelächter beim Annahme zu empfehlen.
Zentrm und bei den Sozialdemokraten.) I Abg. von Heyl (nl.) gibt unter fortdauern-
Abg. Dr. Wirmer (freis. Vp.): Im Namen I der Bewegung im Hause die Erklärung ab, daß der Freisinnigen Volksparte j, der seine Freunde mit der Genehmigung der Vor- Freisinnigen Vereinigung und der I läge, und zwar ohne Kommisstonsberatung ein» Deutschen Volkspartei habe ich zu er- I verstanden seien.
klären, daß wir einmütig gewillt sind, | Abg. Wirmer (freis. Vp.) gibt eine gleichar- getreu unserer bisherigen aus sachlichen Grün- I tige kurze Erklärung ab.
den beobachteten Haltung die Blockpolitik I Abg. v. Dirksrn (Rp.) stimmt dem namens weiter zu unterstützen (Lebhafter Bei- seiner Fraktion zu, äußert aber zugleich die fall beim Block), und zwar, um unter Wahrung I Hoffnung, daß die diesmalige Verlängerung die unserer politischen Grundsätze (Stürmisches Ee- I letzte sein werde, und daß es gelingen möge, nach lächter beim Antiblock) durch unsere Einwirk- I zwei Jahren zu einem definitiven Vorschläge zu ung Fortschritte in der Richtung unserer An- I gelangen.