mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kircklrarn.
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Marburg
Freitag. 6. Dezember 1907.
Erscheint wöchentlich siebe» mal.
Druck und Verlage Joh. Äug. Koch, UmversitätS-Auchdruckeni
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Deutscher Reichstag.
Die Reichstagssitzung voin Mittwoch nahm keinen eigenartigen und schließlich das Haus Leidenschaftlich erregenden Verlauf. Die Sitzung bestand in der Hauptsache aus einer längeren -Rede des preußischen Kricgsministers v. Einem, 'an die sich nach einer lärmenden Geschäftsord- znungsdebatte die — Vertagung anschloß. Unter dem stürmischen Beifall der Rechten machte Mi- i lüftet v. Einem dem Abg. Paasche den Vorwurf, jdaß er ihn von seiner Rede nicht durch einen der anwesenden Räte habe verständigen lassen. Er Habe von einer Mitteilung Paasches, auf den ^Prozeß Haarden zuriickkoinmen zu wollen, nichts ^gehört. Es sei nicht richtig, daß beim Grafen Lynar die Verfehlungen gegen seins Untergebenen offen klar gelegen haben. Der Kaiser habe hefohleir, das ehrengerichtliche Verfahren gegen den Grafen Hohenau auszusetzen. Es haben sich aber die beiden dem Gericht gestellt und der Prozeß werden seinen geordneten Verlauf nehmen. Bei seiner letzten Rede habe er (der Mi- ' Nister) von den Buben gesprochen, die unsere Soldaten verführen. Ob das Offiziere, Grafen oder Prinzen seien, gleichviel, sie mögen dieses Wort auf sich beziehen. Wenn Abg. Paasche behaupte, hohe Offiziere haben von den Verfehlungen der Grasen Hohenau und Lynar gewußt, so möge er die betreffenden Namen dem Ge- zustellen. Der Kriegsminister richtete hiernach vn jedermann die Bkahnung, mitzuhelfen, daß wir aus dieser ekelhaften und schmählichen Affäre herauskommen. „Herr Paasche," schloß der Kriegsminister, „tun Cie cs weiter! Tun Sie es nicht bloß mit Worten hier im Reichstag! Tun Sie es durch direkte Anzeige. Ich würde Ihnen dankbar fein, die Armee würde Ihnen dankbar sein. (Stürmischer Beifall rechts.) Ich kann nur wiederholen: wir muffen dafür sorgen, daß dieser Tratsch ein Ende nimmt, daß mit titen Mitteln Gesundheit geschaffen wird, daß, wo ein kranker Teil sich an einem sonst gesunden Körper befindet, er entfernt wird. Meine Herren, helfen Sie mit!" (Stürmischer Beifall rechts, große Bewegung.)
Präsident Graf Stolberg verlas nunmehr unter großer Bewegung einen von den Blockparteien ausgehenden Vertagungsantrag und stellte feine Annahme fest.
Abg. Singer (Soz.) (zur Geschäftsordnung) vermißte die Begründung dieses überraschenden Antrages und meinte, es werde hinter den Ku- liffen gearbeitet.
Abg. Dr. Wremer (Freis. Vp.) hielt in diesem Augenblicke einen Streit um Eeschüftsord- nungsfragen nicht für angebracht. (Lärm bei den Soz.) Zu Beginn der Sitzung seien den Unternehmern des Vertagungsantrages Mitteilungen gemacht worden--von wichtigen politischen Vorgängen. (Hört! hört! bei den Soz. und im Zentrum.)
Abg. Bassermann (Ntl.) meinte, von Geheimniskrämerei könnte hier keine Rede sein. Seine Freunde wollten lediglich den stenographischen Bericht über die heutige Rede des Kriegsministers in Händen haben, bevor sie über die Angelegenheit weiter diskutieren.
13 (Nachdruck verboten.),
" 'W Unter der Maske.
^^WKMan von Lady Georgina Robertson.
/ tFortzetzung.)
Allseitiges Bedauern gab sich kund bei der Nachricht, daß er am nächsten Tage abreisen wollte.
„Wann besuchen Sie uns wieder?" fragte Ellen, „ich wollte, Sie blieben immer hier."
„Ich bleibe nicht lange fort," erwiderte Lord Brendon, „dis Reise ist nicht weit; wenn Ihre Eltern es erlauben, werde ich öfter Herkommen."
Ellen sah ihn mit einem ihrer freundlichen Blicke an, denen so leicht niemand widerstand, und sagte: „Sie haben etwas mit Mathilde gehabt!"
„Ja, ich liebe Ihre Cousine von ganzem Herzen, Lady Chesleigh, wollen Sie ein gutes Wort für mich einlegen bei ihr, wenn ich fort bin?"
„Gewiß, ich begreife nicht, daß Mathilde Ihre Liebe nicht erwidert, ich denke, cs müßte ihr gar nicht schwer werden."
Er lächelte über Ellens Offenheit.
„Sie sind die Sonne des Hauses, Lady Ches- leigh, Sie haben für jeden ein freundliches Wort. Ich wollte, Sie könnten Miß Burton etwas bon Ihrer guten Meinung über mich abgeben."
„Ich will es versuchen," entgegnete Ellen. Cie konnte es wirklich nicht begreifen, daß Mathilde den jungen frischen Offizier nicht liebte, der mit allen liebenswürdigen Eigenslbaften eusgestattet war.
Lord Chesleigh war der einzige, der die Abreise des Gastes nicht bedauerte. Er konnte M* Mnßjgchk gege» de» Mas» nutzt über« I
Abg. Gröber (Ztr.) verwies auf den Widerspruch, daß Abg. Wiemer von wichtigen politischen Vorgängen spreche, während Abg. Baffer- mann für die Vertagung einen ganz anderen Grund habe.
Abg. Singer (Soz.) schloß sich dieser Kritik an und meinte, es sei hier eine Kamarilla des Parlaments in Tätigkeit. (Gelächter keim Block.)
Präsident Graf Stolberg stellte nunmehr die Unterstützung des Vertagungsantrages fest und läßt die vom Abg. Singer beantragte namentliche Abstimmung über den Vertagungsantrag vornehmen. Der Vertagungsantrag wurde mit 169 gegen 134 Stimmen bei. einer Stimmenenthaltung angenommen.
Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr.
Schluß 2i/3 Uhr.
Lettisches Reich.
— Gefährdung der Blockpolitik. Berlin, 4. Dez. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler begab sich heute vor der Eröffnung der Sitzung nach dem Reichstage, wo er die Führer der Mehrheitsparteien zu einer Besprechung bitten ließ. Anlaß boten dem Reichskanzler die Vorgänge in der gestrigen Sitzung. Es erscheint aussichtslos, die Geschäfte im Sinne der am 13. Dezember des Vorjahres inaugurierten Politik zu führen, wenn die zum Zusammenwirken berufenen Parteien in ihrem parlamentarischen Auftreten nach dem gestern gegebenen Beispiel fortfahren, gegeneinander oder gegen die Regierung zu kämpfen. Jnfolgedeffen wurde die heutige Sitzung nach einer gegen die gestrigen Bemerkungen des Abg. Paasche gerichtete Rede des Kriegsministers abgebrochen und auf morgen vertagt.
— Die Petitionskommisfion des Reichstages verhandelte über dis Petition des wiffenschaft- lich-humanitären Komitees in Charlottenburg auf Aend erring des § 175 und beschloß in längerer Erörterung einstimmig, dem Plenum den Uebergang zur Tagesordnung sowie die Annahme einer Resolution zu empfehlen, die die Regierung ersucht, die Zivil- und Militärbehörden anzuweisen, den bestehenden Eesetzesvor- schriften ohne Ansehen der Person unnachsichtlich Geltung zu verschaffen und alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Ausnutzung des Anhängigkeitsverhältniffes zu unsittlichen Zwecken nach § 175 unter erhöhter Strafe gestellt wird, sowie das Schutzalter auf achtzehn Jahre zu erhöhen.
— Dr. Böhme und die „Liberale Korrespondenz". In einigen törichten Bemerkungen wendet sich das Organ der Freisinnigen Vereinigung, die „Liberale Korrespondenz", mit ihren Ablegern gegen den von Dr. Böhme in seiner Reichstagsrede angestellten Vergleich, betreffend die Viehpreise in verschiedenen europäischen Städten. Sie stellt es so dar, als ob Dr. Böhms die Preise für Lebendgewicht in der einen Stadt
winden, der frei war, um das Mädchen zu werben, welches ihm verloren war.
Nachdem Lord Brendon fortgefahren war, suchte Ellen ihre Cousine auf und fand sie, anscheinend in ein Buch vertieft, in ihrem Zimmer sitzend.
„Mathilde," begann sie, „ich möchte Dich etwas fragen, wenn Du mich nicht für sehr aufdringlich halten willst."
„Das, glaube ich, kannst Du nie sein," war die freundliche Entgegnung. Das junge Mädchen hatte ihre Cousine sehr lieb, obgleich sie ihr unbewußt ihr ganzes Lebensglück gestohlen hatte.
„Höre mich nur erst an. Ich möchte -gerne wissen, warum Du Lord Brendon nicht liebst."
„Ich glaube, für Lieben und Nichtlieben kann man keine Gründe angeben," bemerkte Mathilde. „Vielleicht kenne ich ihn schon zu lange als guten Bekannten, die Liebe soll doch schnell und plötzlich über die Menschen kommen."
„Ja, das ist wahr," sagte Ellen. „Ich könnte auch nicht angeben, wann ich Artur zuerst liebte, ich weiß nur, daß meine Liebe mir mit einem Male voll zum Bewußtsein kam. Warum wendest Du Dich ab, Mathilde?"
Sie ahnte nicht, daß nur die Erwähnung ihrer Liebe eine Qual für ihre Cousine war. Diese nahm sich aber zusammen und sah Ellen lächelnd an.
„Ich fürchte Deine Strafpredigt," entgegnete sie.
Ellen legte die Hand sanft auf ihre Schulter und sagte: „Du bist seit meiner Krankheit so verändert, Mathilde, haft Du Dich bei der Pflege überanstrengt? Ich höre Dich nie mehr singen oder lachen, und Deine Augen sprechen von schwerem Kummer. Hast Du Dir damals zu viel zugemutet?"
mit denen für Fleischgewicht in einer anderen und mit denen für Schlachtgewicht in einer dritten verglichen habe, weil er nicht gewußt hätte, daß eine derartige verschiedene Notierung stattfinde. Tatsächlich hat aber Dr. Böhme diese Ziffern nicht verglichen, vielmehr sind die Preise für Schlacht- und Fleischgewicht in Lebendgewicht umgerechnet worden und zwar bereits von der Zentralstelle der preußischen Landwirtschaftskammern und diese ungerechneten Ziffern sind verglichen worden. Die „216. Korr." hätte, bevor sie derartige leichtfertige Vorwürfe gegen einen Abgeordneten erhebt, sich zunächst selbst genauer über die Ziffern orientieren muffen.
— Frauen, die Börsengeschäfte treiben wollen. Dem Reichstage ist eine Eingabe des Deutschen Vereins für Frauenstimmrecht zugegangen, worin die Zulassung der Frauen zur Börse verlangt wird. Diese Forderung geht denn doch wohl etwas zu weit. Es ist auch nicht einzusehen, weshalb schematisch in jedem Berufe eine Gleichberechtigung mit dem Manne erstrebt wird, selbst in Fällen, wo kaum eine einzige Frau unter Millionen von einem solchen Rechte Gebrauch machen würde.
— Im neuen Moltke-Harden-Prozeß wird sich, wie die „Nat.-Ztg." hört, in der Verhandlung vor der Berliner Strafkammer am 16. Dezember die Beweiserhebung in viel engeren Grenzen bewegen, als in der Verhandlung vor dem Schöffengericht. Als Zeugen werden nur Personen geladen, die dem Kläger, Grafen Moltke, in den verschiedenen Stellungen besonders nahe kamen, so Frau von Elbe, eine Gesellschafterin und die Dienerschaft: nicht geladen sind Polizeibeamte. Auch der Kronzeuge der ersten Verhandlung, der nunmehr sattsam bekannte Herr Vollhardt, hat keine Vorladung erhalten, ebensowenig andere Zeugen, die dem Prozeß eine sensationelle Wendung geben.
— Die Befreiung der Arbeiterschaft vom Fahrkartenstempel kommt nach einer von dem Finanzminister im Einverständnis mit dem Reichsschatzamt getroffenen Entscheidung nicht allein ausgelernten Arbeitern zugute, sondern auch Lehrlingen solcher Erwerbsgeschäste, bei denen es sich nur um die Erlernung von mechanischen oder Handarbeiten handelt, so daß der Lehrling nach Beendigung der Lehrzeit zu den Arbeitern im engeren Sinne des Worts gehört. Was als mechanische oder Handarbeit anzusehen ist, läßt sich nicht erschöpfend angeben. Näherinnen, Wäscherinnen und Plätterinnen gehören zu denjenigen Personen, an die Arbeiterfahrkarten steuerfrei abgegeben werden können.
— Einheitliche Kurzschrift. Von den Vertretern der bedeutendsten deutschen Stenographieschulen ist dem Neichsamte des Innern eine Denkschrift über die Schaffung einer einheitlichen Kurzschrift vorgelegt worden, in welcher angeregt worden ist, zunächst einen Ausschuß, bestehend aus 23 Sachverständigen der verschiedenen Stenographieschulen, mit der Ausarbeitung eines Entwurfes für ein einheitliches System zu betrauen. Dieser Anregung entsprechend.
„Nichts, was ich nicht gleich noch einmal für Dich tun würde," erwiderte Mathilde.
Ach, wir traurig, ahnte Ellen, welches Opfer sie ihr gebracht hatte?
„Ich könnte mir einbilden. Du hättest Sorgen, die Dich drücken," fuhr diese fort. „Ich fange jetzt an zu verstehen, daß jedes Menschenleben seine Freuden und Leiden hat, Du meinst vielleicht, daß ich die Deinigen doch nicht begriffe, aber ich habe Dich so sehr lieb und möchte Dir so gerne helfen."
Mathilde schloß sie fest in die Arme.
„Ich kenne Dein gutes Herz," sagte sie, „aber Du kannst nichts für mich tun, mir fehlt nichts."
„Das möchte ich doch bezweifeln. Wenn Du doch Lord Brendon heiraten könntest und so glücklich werden, wie ich es bin."
„Wie freut es mich, daß Du glücklich bist," entgegnete Mathilde leise. „Aber solches Glück werde ich nie finden, ich werde niemals heiraten."
Die großen Kinderaugen sahen sie erstaunt an.
„Nie heiraten!" rief Ellen aus. Dann habe ich doch recht, Du hast Kummer und willst ihn mir nur nicht mitteilen."
„Ja, ich habe Kummer, aber ich habe ihn selbst verschuldet und mutz ihn auch nun allein tragen. Ich teile Dir das mit, Ellen, damit Du mein Geheimnis achtest und nicht wieder mit mir von Liebs und Heiraten sprichst; das sind Dinge, die es für mich nicht gibt. — Aber Kleine, weshalb weinst Du?"
„Ich habe Dich so sehr lieb, und es tut mir weh, Dich unglücklich zu sehen."
„Ich bin nicht ganz unglücklich, und wenn ich Dich so strahlend und gesund vor mir sehe, so ist das ein großer Trost für mich. Laß mich
sind die Unterzeichner der Eingabe ersucht wov den, dem Ausschüsse jene Aufgabe zur tunlichst baldigen Erledigung zu übertragen. Die Einberufung der in Aussicht genommenen Konferenz bleibt bis zum Eingangs der ausgearbeiteten Vorlage ausgesetzt.
würde.
(Fortsetzung folgt.) \
Ausland.
** Kaiser Franz Joses begann am vergang«, nen Montag das 60. Jahr seiner Regierung.
** Die Franzosen in Marokko. Paris, 4. Der Dem „Temps" wird aus Tanger gemeldet, das die Nachrichten über dieKämpfe an der algerisch, marokkanischen Grenze und über die Niederlage, welche der Schaujäh-Stamm der Mahalla des Maghzen beigebracht hat, auf die Eingeborenen einen bedenlichen Eindruck gemacht hat; diese feien überzeugt, daß die Franzosen genötigt gewesen seien, lldschda zu räumen, und daß ganz Süd-Oran bedroht sei. Man müffe sich auf schlimme Nachrichten aus Casablanca gefaW machen. — Der französische Gesandte in Tanger» Regnault, wird nächstens nach Paris kommen, um mit dem Minister des Aeußern, Pichon, über die marokkanischen Angelegenheiten zu ver- handeln. — Zwei Torpedoboote sind aus Toulon an die marokkanische Küste abgesandt worden, um den Waffenschmuggel zu verhindern. Diese Maßnahme dürfte mit der Meldung in Zusam- menhang stehen, daß die Beni Snaßen von der Küste aus mit Waffen und Munition versorgt werden. Ferner erhielt der Torpedojäger „Cassini", welcher gegenwärtig im Brester Krieashafen ausgebessert wird, den Befehl, gegen den 10. Dezember nach Marokko adzu- gehen.
** Eine Botschaft des Präsidenten Roose« velt. Washington, 3. Dez. Der Senat und das Repräsentantenhaus wurden heute mit „eruer Botschaft des Präsidenten Roosevelt eröffnet, welche folgendes besagt: Keine Nation hat größere Hilfsquellen als unsere, und ich gumb^ man kann wahrheitsgemäß sagen, daß die Burger keiner Nation größere Tatkraft und industrielle Geschicklichkeit besitzen. In keiner Nation sind die Grundlagen de» Geschäftslebens gesünder rtis in de, unseren, auch in diesem Augenblick (!). Wenn das der Fall ist, so ist es töricht, Geld aufzu. sammeln, anstatt es in gesunden Banken zu lassen; denn solches Ansammeln ist die Veranlassung zu der Geldknappheit. Ueberdies fuhrt unser Volk seine Geschäfte in der Regel in ehrlicher Weise, was in gleichem Maße für dr« Farmer und Faktoreien, für Eisenbahnen und Banken und für alle unsere gesetzlichen Handelsunternehmungen gilt. In jeder Gruppe gibt es indeffen sicherlich einige, die unehrlich sind, und wenn es sich so verhält, daß diese Erfolg Habern oder ihre Uebeltaten ungestraft begehen, so ist ihr Beispiel sehr Übel für die Gemeinschaft, Wenn die Uebeltaten solcher unehrlichen Menschen entdeckt werden, so haben auch Unschuldig« darunter zu leiden, die von ihnen verfuhrt worden sind. Darüber, daß es nötig ist, erfolgreich« Unehrlichkeit mit fester, entschlossener Beharr« lichkeit zu bekämpfen, kann teine^Jfctnungso^ d^Eefühl haben, daß Du völlig zufrieden unb. glücklich bist." . .
„Das kannst Du, und das einzige, was mich betrübt, ist, Dich nicht ebenso zu sehen. Wem, wir auch nicht Schwestern sind, so hangen wlr doch als solche aneinander. Ach, und das Lebe« ist mir erst so weit durch meine Liebe. Wie gtog diese ist, das empfinde ich jedesmal, wenn ich Artur einige Stunden entbehren muß, dann kommt es mir vor, als sei das Licht meines Lebens erloschen." .
Das Licht ihres Lebens, dachte Mathiwe unb schauderte. Ja, Ellens Leben war Hell und . licht, und auf ihr eigenes waren tiefe G^rtte«- gefallen. Sie sah das junge Wesen »or Mim«, dankenvoll an, sie neidete ihm fern Gluck aber mit jener edlen Entsagung, zu der nur eine edl« Seele sich nach schweren Kämpfen durchringt.
Als im September die scharfen Winde an- fingen, das Klima rauh und kalt zu machen, kam Doktor Eibson wieder nach Southwold, um nach seiner Patientin zu sehen. Er hrelt.es für dringend nötig, das Lady Chesleigh jetzt so baL» wie möglich nach dem Süden ginge, um jebetj neuen Erkältung vorzubeugen.
Das junge Paar kann jetzt seine Hochzeitsreise antreten,“ sagte er zu Lady Marston^ und ich garantiere, daß Ihre Tochter rm Frühjahr vollkommen gesund und kräftig zu Ihne»! zurückkehrt."
Und in Der Meinung, daß die Neigung gaq! gegenseitig sei, bemerkte er beim ^»1^1116 V» Lord Chesleigh, er habe heute em Rezept »eu schrieben, mit dem dieser sehr zufrieden j#«