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SottnIaLsbeilaaer 9HnftrlrM Gan«iaasblatt.

J« 284

Erscheint wüchcntlich siebe» mal.

Druck mck Verlag- Joh. Aug. Koch, UnivrrsttLtSÄuchdruckerel 42. 3(11)1(1. Marburg. Marft 2t - Telephon 65. ö

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Neclamen: die Zeile 30 Pfg. Mittwoch. 4. Dezember 1907.

Zweites Blatt.

Bestellungen für den Monat Dezember auf die »Oberhessische Zei tung* nebst ihren Beil-Jen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Lan>brkeftrLgern ent« gegengenommen.

Rotationsdruck.

die 20 000 M, die Herr v. Cerlach erhalten zu haben bestreitet, habe ich mich schon mehrfach in den Versammlungen geäußert. Zu dem Leiter meines Wahlbureaus kam kurz vor der Stich­wahl ein Marburger Handwerker, ließ sich Dis­kretion über seinen Namen versprechen und teilte mit, daß er mit mehreren Kollegen zu einem Parteigenossen des Herrn v. Eerlach beschieden sei. Dieser habe ihn aufgefordert, seine Jn- llungskollegen zu fleißiger Agitation zu veran­lassen, sie sollten liquidieren, was sie wollten, Geld sei wie Heu da, ein einziger habe 20 000

Dr. Böhme.

Anmerkung: Herr Dr. Böhme teilt uns gleichzeitig mit, daß er derzeit wichtigere Dinge zu tun habe, als auf die Ausführungen eines Herrn Otto Nuschle einzugehen.

, Verantwortlich für die Redaktion:

Dr, Johanne» Otto in Marbnr-,

noch oft solche Reinfälle erleben, wie bei dieser Gelegenheit.

5. Eine andere Unterschlagung leistet sich Herr v. Eerlach an meiner Begründung der Zu­stimmung zum Viehseuchenübereinlommen. Ich rechtfertigte diese nämlich nicht nur mit feiner Handhabung durch den Minister v. Podbielski, sondern vor allem auch damit, daß das neue Uebereinkommen eine Sperre bereits zuläßt, wenn nur die Gefahr der Einschleppung besteht, während das alte dies nur bei bereits ge­schehener Einschleppung gestattete.

Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Böhme * übersandte uns nachstehenden Artikel, der sich mit den Angriffen des Herrn v. Eerlach beschäf­tigt, und den wir hiermit zum Abdruck bringen:

National-sozialer Silbenstechen.

Herr v. Eerlach suchte den mißlungenen Nach­weis für seine Behauptung, daß meine politi­schen Freunde Gegner der Erbschaftssteuer seien durch die naive Ansicht zu ersetzen, ich sei Kan­didat des Bundes der Landwirte, und da der Bund gegen die Erbschaftssteuer sei, bestehe seine Auffassung zu recht. Herr v. Eerlach irrt sich in der Hauptsache ich bin nämlich nicht Kandidat des Bundes, sondern deutschsozialer Kandioar der lediglich vom Bund unterstützt wird. In oer Erbschaftssteuerfrage nehmen meine Freunde und ich weder den Standpunkt des Bundes noch den des Herrn v. Eerlach ein. Wir halten die Erbschaften von Eltern an Kinder bereits bei einem Werte der Erb- 10 000 <41 treffen soll, für außerordent- tlky harr, weil dadurch zahlreiche kleine Existen­zen, die noch durchaus an der unteren Grenze des Mittelstandes stehen, schwer getroffen wer­den würden. Deshalb stimmten meine Freunde gegen diesen Vorschlag des Herrn v. Eerlach Wir sind aber nicht prinzipiell Gegner einer Steuer bei Erbschaften an Kinder überhaupt, halten dieselbe bei größeren Vermögen für ange­bracht, ja sogar für das einzige Mittel, um der allzuftarksn Kapitalanhäufung entgegenzuar- britsn.

2. Es bleibt meine Behauptung, daß der frei­sinnige Antrag gelegentlich der Reichsvermö­genssteuer lediglich Demonstrationsantrag war, bestehen.

Tatsächlich war nach der Erklärung des Bun­desrats nichts zu erreichen. Deshalb soll natür­lich nicht jede Opposition verworfen werden, ich furchte, infolge des Entgegenkommens der Re­gierung an liberale Dörfenwünsche, in nächster Zeit ebenso in der Opposition stehen zu müssen, wie das beim amerikanischen Vertrage der Fall war. Aber eine zwecklose Opposition ver­werfe ich.

3. Herr v. Eerlach schreibt ferner:Seine Partei sei mit Ausnahme eines Mitgliedes ge­schlossen von vornherein für die Tantiemen­steuer eingetreten." Ob das wahr ist, weiß man Nicht,' denn es gab nur eine Abstimmung. Bei btc.'er aber stimmte nicht nur e i n Mitglied da­gegen, sondern vier andere drückten sich um die Ao'titzzDung. Diese fehlenden Herren waren bei den' Abstimmungen am Tage vorher und am lolgenden Tage zum größten Teil im Reichstage anwesend. Schlußcrgebnis: Fünf dafür, einer dagegen, vier schwänzen, eine wahrhaft ge­schlossene Abstimmung. Dazu die Erklärung des Herrn Eothein über die ungerechte Steuer. Aebcr den Vorschlag der Steuern auf Einkünfte aus Pachten läßt sich reden. Aber ganz trifft der Vergleich mit den Tantiemen nicht zu,' denn viclfachi verbleibt dem Verpächter die Sorge für die Instandhaltung der Cebäude usw., während der Tantiemenempfänger keine Lasten zu tragen hat. Der Freisinn wird ja aber auch im neuen Reichstage Gelegenheit -fen, seine Volks- sreundlichkeit bei der $ii>u<.. -msteuer zu zeigen. .

' 4. Herr v. Eerlach scheint nicht lesen zu kön­nen, wenn er behauptet, ich hätte unsere Stellungnahme zu den Futtermittelzöllen ver­schwiegen. Ich habe sie nicht verschwiegen, son- i Dein gerechtfertigt und zwar damit, daß sie als Kompensationen zu dienen hatten, d. h. sie wur­den zunächst hoch festgelegt, damit die deutschen Unterhändler etwas hatten, bei dem sie Herab­setzungen vornehmen konnten, als Entgelt für fremde Zollermäßigungen. Außerdem sagt Herr v. Eerlach direkte ÜnWahrheit, wenn er behauptet, ich hätte die Erhöhung des Mais- Solles verschwiegen. In meinem Artikel steht direkt der Satz:Praktisch liegen die Verhält­nisse denn auch so, daß der Maiszoll eine geringe Erhöhung, dafür der Futtergersteilzoll eine Er- lnaßrgung erfahren hat". Herr o. Cerlach sollte Mne gewiß große Virtuosität dem Gegner das Wort im Munde herumzudrehen, nicht auf das schriftliche Gebiet übertragen, jonst könnte er j

Tätigkeit der Handwerkskammern wiedergeben können, sondern sie würde in dieser Hinsicht in wesentlichen Teilen als veraltet gelten müssen. Bei der Bedeutung aber, die den Handwerk»« kammern in der Organisation des Handwerk» zukommt, wird die Oeffentlichkeit gerade den si» betreffenden Teilen der Erhebung besondere»

I Interesse zuwenden. Infolgedessen soll durch I eine neue Erhebung nach dem Muster der alten I Enquete von 1905 das damals gewonnene Mate« I rial nach dem jetzigen Stande der Tätigkeit der | Handwerkskammern ergänzt werden. Ein als« | bald an die Handwerks- und Eewerbekammern I zu diesem Zwecke zu versendender Fragebogen I wurde im einzelnen vereinbart. AlsStichtag für I die erneute Erhebung soll der 31. Oktober d. I. I genommen werden. Die Ergebnisse sollen im I Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht I werden.

I * Klavier- und Liederabend. Unser bekann« I ter Marburger Baritonist Herr Philipp Strö« I bei hatte unter Mitwirkung von Frau Beil« I ley-Apf elbeck aus Wien, die sich gerade auf I einer Konzertreise befindet, einen Klavier- und I Liederabend gestern abend in den Stadtsälen I veranstaltet. Das Konzert, das leider recht schwach besucht war, wurde eingeleitet mit einer I Beethovenschen Sonate, op. 57, der sog. Ap» I passionata. Die Größe der Auffassung und I Formen, nicht nur von Beethovens letzten 6o* I nuten, sondern auch der mittleren Schaffenszeit I Sonaten, wie op. 53 (dem Grafen Wald« I [teilt gewidmet) oder die sog. Appassionata- I ist von keinem anderen wieder erreicht worden. I Die Klaviervirtuosin Frau Bailley-Apfelbeck I rechtfertigte den ihr vorausgehenden hervor« I ragenden Ruf vollauf. In der Appassionata I entwickelte sie eine brillante Technik, verbunden I mit feiner Auffassung. Hier zeigte sich ihr künst« I lerisches Genie im besten Lichte. Der letzte Satz I Allegro ma non troppo war vielleicht etwas I rasch. Einen gleich großen Erfolg hatte bte I Künstlerin mit Chopins Ballade G-moll und I Nocturne Fis-dur. Die ganz trefflichen Eigen I schäften ihres technischen Könnens zeigte di« I Künstlerin in der Erlkönig-Paraphrase von I Schubert-Liszt. Eine solche Technik sucht ihres« I gleichen. Aber vor allem trat hier ihr tiefe» I Ausdrucksvermögen am besten in die Erschein« I ung. Kaum endenwollender Beifall folgte die» I fein meisterhaften Vortrag, sodaß sich die Kunst« I lerin zu einer Zugabe entschließen mußte I Chanson triste von Tschaikowsky, bi« eßen» I falls dankbarste Aufnahme fand. Mil den I Klaviervorträgen wechselten gesangli^o Dar« I bietungen des Herrn Philipp Ströhe' Her I Ströbel verbindet mit seinem wohlklingenden I Darriton-Organ eine verständnisvolle Auf« I fassung in der Wiedergabe Schubertscher, Wolf« I scher, Vrahmsscher ' und Schumannscher Lieder. I Besonders gelang ihm die Wiedergabe von I Schuberts LiedAn die Leyer".

* Gartenbau-Verein. Die für Sonnabend abend im Restaurant Freidhof anberaumte Sitzung war gut besucht und wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Dr. Hesse um halb 9 Uhr eröffnet. Nach Absolvierung des Geschäftlichen gelangte die Frage wegen Hausierhandels mit Blumen- und Eemüsesämereien zur Erörterung. Es wurde festgestellt, daß in den letzten Jabre» auch im Kreise Marburg ein solcher Handel 6e« | steht, durch welchen oftmals die Käufer geschädigt werden, indem die in bunten Düten feilgebote« nen Sämereien gewöhnlich nicht volle Keim« kraft besitzen und andererseits in vielen Fälle« nicht der Sorte entsprechen, die auf den Düten angegeben ist. Man beschloß, gegen den Hau­sierhandel mit Blumen- und Eemüsesämereien bei der Handelskammer in Cassel vorstellig zu werden. Bei Besprechung der Frage über Pflanzenschutz wurden zunächst die Krankheiten namhaft gemacht, die gewöhnlich die Gartenge­wächse heimzusuchen pflegen und gegen welche in erster Linie gemeinsam angekämpft werden muß. Die im vergangenen Sommer nicht zur Befrie­digung ausgefallene Eurkenernts wurde den kalten Tagen zur Last geschrieben, die sich gleich nach dem Aufgehen der Eurkenkerne, aber auch später, in dem Monat Juli, einstellten. Als eine besonders widerstandsfähige Eurkenvarietät wurde die Naumburger Gurke bezeichnet, mit welcher im nächsten Jahre Kulturversuche ge­macht werden sollen. Ueberhaupt hielt es der Vorsitzende für nötig, im kommenden Jahre durch zahlreiche, exakt ausgeführte Kulturen von Erbsen, Bohnen und Gemüse festzustellen, welch« Varietäten sich besonders für die Marburger Bo­den- und klimatischen Verhältnisse eignen. Für Herbstdüngung wurde außer dem Stallmist das Thomasmehl und das 40proz. Staßfurt« Kalisalz empfohlen. Als neue Mitglied« wurden die Herren Kaufleute Hering und Brett» stadt in den Eartenbauverein aufgenommen.

scheu Artikel aber kenne ich überhaupt nicht. Dagegen kenne ich zahlreiche lügenhafte Aeußer- ungen, die mir in den Mund gelegt worden sind, mit denen man in manchen Orten mir nicht ohne Erfolg Stimmen abtrieb,- mag sich Herr v. Eerlach z. B. in Haine, Erfurtshausen und anderen Orten erkundigen. Es ist ein systemati­sches Lügengewebe gewesen, mit dem meine Stellung zur Arbeiterklasse verdächtigt wurde. In drei Fällen wäre es mit möglich gewesen, wie im Fall Nuschle, gerichtliche Bestrafung R «'s. -/Er'«;- r , ., herbeizuführen,- ich mochte nach dem Siege den

6. u. 7. , In der Einhauser Angelegenheit I Schmutz nicht noch weiter auf rühren.

kommt es nicht auf einzelne äußerliche Begleit« Wenn, um nun zum Schluß zu kommen, Herr umstände, sondern lediglich darauf an, wie feine I v. Eerlach meine Anwesenheit in seinen Det- Stellungnahme zur Sozialdemokratie von der I sammlungen wünscht, so werde ich ihm die großen Zahl der Anwesenden aufgefaßt wurde. Gründe sagen, weshalb das nicht geschieht. So- Rach erneutet Erkundigung erhielt ich folgende I lange et und seine Partei nicht den Mut haben, O^teilung von einem Ohrenzeugen:Die be- I über ihre Stellung zur Sozialdemokratie Farbe rrl^e /st. allerdings überhaupt nicht I zu bekennen, solange hier anders geredet wird, gestellt worden, sondern Herr v Eerlach hat die als in den großen Städten, werde ich ihm nicht ftagliche Aeußerung ganz von selbst tn feinet I die Ehre meines Besuches erweisen. Ich würde Rede getan. Et suchte auszufühten, daß seine I es als eine Herabwürdigung meiner Person wie d"rtei diejenigen Wählet, welche aus llnzuftie- I meiner Stellung ansehen, wenn ich mich dem denhett mit den bestehenden Mißständen sozial- Schlußworte eines Herrn aussetzen würde, der, demokratisch wählten, von der Sozialdemokratie I wie es aus den vorangegangenen Darlegungen abziehen könne. Bei einer Wahl zwischen einem erhellt, sich nicht scheut, bei schriftlicher Polemik Bundler und einem Sozialdemokraten würden durch Silbenstechereien und teilweise direkte Un- dlese Waylet jedoch s e lb st v e t st a n d l i ch das I Wahrheiten ernsthafte Einwände zu widerlegen, kleinere Ileoel, den Sozialdemokraten wählen. 1 2 3 Ebenso ist es höchst gleichgültig, ob Herr v. Eer­lach in Jena der Sozialdemokratie Stichwahl- hülfe auf deren Parteitag oder in einer libera­len Versammlung versprochen hat. Daß dies in der liberalen Versammlung der Fall war, be­streitet er selbst nicht, wirft sich aber mit Betset- urwut auf die naä) meinen Erkundigungen tat­

sächlich im Ftankenberget Kreisblatt befindliche I Marburg UPt) ttmaekrevd.

Behauptung, es sei der sozialdemokratische Par- m u "ngrgkuo.

teitag gewesen. Es ist dies ein Irrtum der I <Rachdruck aller Origmalarniei Ist gemäß g 18 bei dortigen Lokalorganisation gewesen, der mir erst I Urheberrecht» nur m*t der deutlichen Quellenangabe jetzt bekannt geworden ist, und ebenso dem Mar- I .Qberhesi. Ltg. gestattet)

bürget deutsch-sozialen Wahlausschuß nicht be- I «tfriUfi, 3. Dezbr.

kanut war. Daß dieser Satz aber auf einem j * Verjährung von Forderungen. Wie uns von Flugblatt steht, ist wieder unrichtig. In zuständiger Seite mitgeteilt wird, häufen sich

den beiden Flugblättern, in denen davon die gegen Ende des Jahres bei Gericht die Anträge

Rede ist, heißt es lediglich:Wen wollt Ihr I auf Erlaß von Zahlungsbefehlen derart, daß ihre waylen, den Mann bet in Jena, Weimar und prompte Erledigung vielfach unmöglich ist. Viele

Leipzig der Sozialdemokratie Wahlhülfc ver- Cefchäftsleute denken gar erst am 31. Dezember

sprach". Diese Tatsachen bestreitet auch Herr v. daran, die Verjährung ihrer Forderungen durch

Eerlach nicht, er will cs nur nicht auf dem sozi- schleunige Zustellung von Zahlungsbefehlen zu aldemoktatischen Parteitag gesagt haben. unterbrechen. In vielen Fällen ist dieser Zweck

8. Herr v. Eerlach regt sich ferner darüber I trotz der größten Beschleunigung nicht erreicht auf, daß am Fußende eines Flugblatts zwischen worben, da sowohl das Gericht wie der Eerichts- ^P<t,roa^t,un? Stichwahl folgender Satz stand: vollziehet bei der am Jahresschlüsse eintretenden Mahler, soeben wird uns mitgeteilt, daß I Arbeitsüberhäufung die Ausfertigung und Zu- Stimmzettel mit dem falschen Vornamen von stellung der Zahlungsbefehle am 31. Dezember Dr. Bvyme herumflattern sollen,' der richtige nicht mehr besorgen konnten. Es wird deshalb Name ist Dr. Karl Böhme." Ich will Herrn allen Gläubigern empfohlen, Anträge auf Erlaß v. Cerlach verraten, daß beim Lesen der Kor- von Zahlungsbefehlen s ch o n j e tz t bei Gericht rektur die-cs Flugblattes uns von solchen angeb- zu stellen und nicht erst bis zum letzten Augen- lichen Stimmzetteln Mitteilung gemacht wurde; I blick zu warten. Ferner wird darauf auf- es war nicht mehr möglich, der Sache sofort nach- merksam gemacht, daß es sehr ratsam ist, sich bei zugehen, ich entschied mich dafür, eine Warnung den Anträgen der in allen Buchhandlungen und in das Flugblatt hineinzubringen, die aber Druckereien käuflichen Zahlungsbefehlformu- natürlich niemand beleidigen durfte und cs auch lar» zu bedienen, da diese, wenn sie orbnungs- andeuten mußte, daß die Tatsache noch nicht mäßig ausgefüllt sind, eine rasche Behandlung ganz festftand. Das geschah in der vorliegenden j erfahren.

Form, die niemanden beleidigt, die aber als * Handwerkerftagen. Am 13 November d Vorsichtsmaßregel geboten erschien. Ich selbst I. fand im Reichsamte des Innern eine Be­höbe mich gefreut, daß solche Zettel bei den sprechung über die Frage statt, in welcher Weise durch mich veranlaßten Ermittelungen nicht auf- die in Kürze dem Reichstage vorzulegende Denk­zutreiben waren. Jedoch wurde mir gerade in schrift über die Wirkung des sogenannten Hand- diesen Tagen von einem Erfurtshäuser Wähler werkergesetzes vom 26. Juli 1897 einer Ergänz- mitgcteilt, daß er in Kirchhain Zettel ohne ung hinsichtlich der Erhebung über die Hand- meinen Vornamen gelegentlich der Wahl ge- I werkskammern bedürfe. An der Besprechung sehen habe. Bekanntlich wären auch solche Zet- | nahmen außer den Referenten des Reichsamts tel ungiltig gewesen, da gleichzeitig mit mir ein I des Innern, Geheimen Oberregierungsrat Spiel- Arzt Dr. Böhme in Marburg lebte. Weshalb hagen und Regierungsrat Dr. Paehler, sowie i entrüstet sich aber Herr v. Eerlach über diese des Kaiserlichen Statistischen Amtes, Direktor Flugblattbemerkung, die nicht den mindesten I Dr. Zacher und Regierungsrat Dr. Poensgen,

Vorwurf gegen »eine Partei enthält, und ferner noch teil als Vertreter der deutschen

schweigt zu meiner Frage nach dem Zen- I Handwerks- und Gewerbekammern der Vor-

trttmstelcgramm, das angeblich die Parole des sitzende und der Geschäftsführer des Deutschen

^.enirums zu fetnen_ Gunsten änderte? lieber | Handwerks- und Gewerbekammertages, Ober- I meister Plate und Dr. Mensch-Hannover, der I Vorsitzende der Handwerkskammer Darmstadt, I Gewerberat Falk, Mainz, der Vorsitzende der | Cewerbekammer Lübeck, Eerichtschemiker Scho- | rer, Lübeck, und der Vorsitzende der Handwerks- I lammet München, Kommerzienrat Nagler, Miln- | chen. Bei der Besprechung ergab sich Einigkeit I darüber, daß es wünschenswert und leicht durch- I fuhrbar sei, für die Handwerkskammern auch die I t ... - Gestaltung der Verhältnisse in der Zwischenzeit I

lafitii, sie foUien liquidieren, was sie wollten, I seit dem Stichtage der Erhebung von 1905 zu I Gelb fei wie 5eu da, ein einziger habe 20 000 I ermitteln und bei der bevorstehenden Vetöffent- ?* fUI-Aier-°ttort3fc^ begeben. Ich habe nicht I lichung der Denkschrift über die Ergebnisse der den mindesten Anlag, an ^^r Wahrheit dieser | Enquete von 1905 zum Vergleich heranzuziehen, imr durch ven Leiter meines Bureaus ubermtt- I Das dieser Denkschrift zugrunde liegende Ma- e^eifeln. Sollte die Summe I terial stützt sich ja auf die von den Handwetks- nicht stimnien, so liegt eine Ikbertieibung des I kammern tm Iahte 1905 veranstalteten Frage- Parteigenossen des Herrn v Eerlach vor für bogen. Seit dieser Zeit haben sich die Han­dle mein Wahlbureau nichts kann das durchaus werkskammern nach Abschluß ihrer Organisa- )?. 6utem Glauben gehandelt hat. Keinerlei I tionsarbeiten außerordentlich entwickelt, inson- Schimpfercien aber werden mich bewegen, den detheit eine Reihe von Einrichtungen getroffen, Flamen des Handwerkers, nachdem ihm Schwei- dis bei der Beantwortung der Enquete von gen versprocyen worden war, anders als mit I 1905 noch nicht vorhanden waren. Die Denk« feinep Genehmigung zu nennen, Einen Kültzkft j schrift würde also nicht de» wahre» Sta»d der