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Marburg
Donnerstag. 23. November 1907.
Erscheint wSchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmverfitätS-Buchdruckerei Marburg, MarS 21. — Telephon 55,
■55SSÄS
42. Jahrg.
Erstes Blatt
würde. Bülow letzten Boden
(Sehr richtig.) Im weiteren erörtert die polnische Eüterspekulation. In den Jahren habe der Verlust an deutschem ungefähr 100 000 Hektar betragen.
gierung durch Annahme der Vorlage und durch Zustimmung zu den ganzen Maßregeln ein Stück vorwärts zu helfen. (Lebhafter Beifall; Zische« bei den Polen.)
Nach kurzer Eeschäftsordnungsdebatte wird die nächste Sitzung auf Freitag vormittag 11 Uhr anberaumt. Tagesordnung: Erste Lesung der Ostmarkenvorlage.
Schluß gegen y2Z Uhr.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 26. November.
Am Ministertische: v. Bülow, v. Bethmann- Hollweg, v. Rheinbaben Holle, v. Moltke, Dr. Beseler, v. Arnim und Breitenbach.
Präsident v. Kröchet eröffnete die Sitzung mit einem Hoch auf den König, in das die Polen nicht einstimmten. Der Präsident teilte mit, daß Dankestelegramme des Kaisers und des Kronprinzen auf die Geburt des Prinzen
(Hört!
Hört!) Er erkläre offen, daß er nicht wisse, wie
und wann er gegessen sein wollte!" Weiter prach der Landgraf: „Wenn das Gewölbe ein» iel, würde alle Welt sagen, St. Elisabeths Hei« igtum hat hier sichtlich gewirkt, und wenn jetzt ein des Landkomturs Vorfahr noch lebte, der würde brummen wie ein Bär," worauf der Landkomtur entgegnete: ,Menn brumme« hälfe, wüßte er der Sache zu raten, hier aber wäre Gewalt."
Barfüßermönche freiwillig ihr Kloster und die Stadt verlasien hatten, und der evangelische Kultus bereits in der St. Elifabethkirche eine Stätte gefunden hatte, so blieb nur noch die Entfernung der Reliquien der heiligen Elisabeth aus ihren Behältern Sarg und Schrank übrig. Die Beseitigung der Reliquien geschah in folgender Weise:
I Freitag den 16. Mai 1539 ließ Landgraf ■ Philipp durch Georg von Collmatsch, Statthalter in Marburg, dem Landkomtur Wolfgang Schutzbar, genannt Milchling — der alte Landkomtur Daniel von Bauerbach hatte 1529 das Zeitliche gesegnet — sagen, er wolle am Sonntag Exaudi (18. Mai) die Predigt in der St. Elifabethkirche hören, wonach sich sein PrÄ>ika»t zu richten habe.
An jenem Sonntag Exaudi, morgens zwischen 6 und 7 Uhr, erschienen in der St. Elisabeth- krrche Georg von Collmatsch, Krafft Rau von Holzhausen und der Superintendent Magister M>am Krafft, ließen den Landkomtur zu sich bescheiden und verlangten von ihm, im Auftrag des Landgrafen, daß er die Sakristei und den Sarg der heiligen Elisabeth öffne und die darin besindlichen Reliquien der Heiligen an sie verabfolge. Der Landkomtur aber weigerte sich । besten, ging selbst auf das Schloß und machte dem Landgrafen allerhand bewegliche Gegenvorstellungen, die sich jedoch als fruchtlos erwiesen.
Landgraf Philipp kam darauf mit dem Herzog von Lüneburg-Erubenhagen, einem Herrn I von Bevern und vielen anderen von Adel, auch I im Beisein der Räte, in die Elifabethkirche und | wohnte dem Singen und der Predigt bei, die I vom Superintendenten Magister Krafft aehal- I ten wurde. I
Der Landgraf hatte dem Landkomtur sagen I
I auch mit Amerika; denn je größer unsere industrielle Ausfuhr, um so mehr steckt darin auch Kohlenmaterial! Alle diese Momente spielen viel mehr mit als unser Kohlenexport; denn dieser ist relativ gering. Kohlenausfuhrverbote würden uns nichts nützen. Denn wir könnten dadurch die gleiche Maßnahme im Auslande, in Belgien, in Oesterreich, veranlasten. Die Kohlen find aber nicht gleichwertig, die verschiedenen Industrien bedürfen verschiedener Kohle! Run bleibt ja noch zu erwägen die Frage der Eisenbahntarife für Kohlen. Diese Frage ist noch im Stadium der Erwägung, es wird darüber im Landeseisenbahnrat am 6. Dezember Beschluß gefaßt werden. Auf die Kartelle hat das Reich bis jetzt keinen Einfluß. Ablehnen muß ich es ferner gegenüber Herrn Molkenbuhr, hier Aufschluß zu geben über die preußische Bergverwaltung, ihre Stellung zu den Syndikaten und ihr Verhalten zu den Arbeitern. Rur soviel mutz ich sagen: Unrichtig ist Herrn Mol- kenbuhrs Behauptung, daß der preußische Derg- fiskus lediglich geleitet fei von fiskalischen Rücksichten. Unrichtig auch die Behauptung, daß der preußische Bergfiskus ein noch schlimmerer Ausbeuter seiner Arbeiter sei, als andere Arbeitgeber. Ich lege entschieden hiergegen Verwahrung ein. Wir sind auch weit entfernt, die Arbeiter in ihren politischen Rechten zu beschränken. (Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Aber ich lege auch überhaupt Verwahrung dagegen ein, als seien die herrschenden Klasten und die Regierung geneigt, einer Unterdrückung anderer Klasten Vorschub zu leisten. Das tun wir nicht. Solche Bestrebungen sind tatsächlich nicht da. -
In der Besprechung der Anfragen richtete Abg. Giesbert» (Zentr.) scharfe Angriffe gegen die Verteuerungspolitik des Kohlensyndikats, während Abg. Kämpf (frf. Vp.j die Ausfuhrprämien und die preußische Tarifpolitik mißbilligte. Abg. Stresemann (natl.) lehnte vom Standpunkte der sächsischen Industrie die Einführung eines Ausfuhrzolles ab und befürwortete dafür die Fortführung des Rhein-Weser- Kanals bis zur Elbe. Abg. Behrens (wirtsch. Vgg.) machte dem Syndikat zum Vorwurf, daß es dem jeweiligen Bedarf weder feine Lieferungen noch seine Preise anzupasten verstanden habe j und mit seiner Tarifpolitik das Ausland begünstige. Abg. Hoeffel (Rp.) wandte sich gegen die bestehenden Ausfuhrbegünstigungen. Rach einer weiteren Debatte trat Vertagung auf Mittwoch 1 Uhr ein.
Das Deutsche Haus St. Elisabeth.
Ei« geschichtliches Bild aus Marburgs Vergangenheit.
Von Dr. W. Bücking.
y (Forllctzung.)
r. Landgraf Philipp hatte seinen Oheim Wilhelm von Hessen, Freiherrn von der Landsburg, einen außerehelichen Sohn seines Großvaters, des Landgrafen Ludwig II. von Riederhesten, rum Prokurator des Deutschen Hauses ernannt. Am 8. September 1527 erschien der Freiherr in Begleitung fürstlicher Räte in der Wohnung des Landkomturs Daniel von Bauerbach im Deutschen Hause, um demselben den Befehl des Landgrafen zu eröffnen. Der Landkomtur protestierte dagegen und nahm sofort in Gegenwart von Zeugen eine Rechtsverwahrung auf, worin er gegen das Vorgehen des Landgrafen, als einen Eingriff in die Rechte des Deutschhausmeisters, Einsprache erhob, da dieser gleich dem Landgrafen ein Reichsfürst und ein Bundesgenoste tm schwäbischen Bunde sei. Trotzdem aber ver- j vlreb Wilhelm von Hesten im Deutschen Hause. Rach geschehener Mitteilung dieses Vorfalles seitens des Landkomturs an den Deutschmeister in Mergentheim sandte letzterer den Ordens-Mar- schall zum Landgrafen mit der Bitte, doch von dieser Neuerung abzustehen, widrigenfalls er sich veranlaßt sehe, bei Kaiserlicher Majestät und dem schwäbischen Bunde Beschwerde zu führen. I Nachdem sich auch der Kurfürst von der Pfalz I M Veranlassung des Deutschmeisters ins Mittel gelegt hatte, trat Philipp vorläufig von der Durchführung seines Planes zurück. Nachdem der evangelische Kultus in der hiesigen Pfau- I •»oje eingeführt war, die Predigermönche und I xeugelherren sich hatten abfinden lassen, die >
Deutscher Reichstag.
/ Der Reichstag beschäftigte sich am Dienstag mit den von konservativer Seite einerseits und sozialdemokratischer Seite andererseits gestellten Kohlenpreis tnterpellationen. Nachdem sich Handelsminister Delbrück zur sofortigen Beantwortung der beiden Anfragen bereit erklärt Hatte, begründete Abg. Molkenbuhr (Soz.) die Interpellation seiner Partei und erklärte nach längeren Ausführungen, solange das Kohlensyndikat mit seiner Preissteigerung bestehe, werden die Kohlenpreise steigende bleiben. Abg. Graf Könitz, der die konservative Interpellation begründete, wünschte eine Herabsetzung der fiskalischen Kohlenpreise. Diese lasteten gleichfalls als ungeheuere Schädigung nicht nur auf unserer Industrie, sondern auch aus der Landwirtschaft mit ihren Nebenbetrieben.
In Beantwortung beider Interpellationen Erklärte Handelsminister Dr. Delbrück: Unsere Kohlenpreise haben zwar die höchste Höhe erreicht, die wir jemals früher gehabt haben. Aber — und das ist die Hauptsache, sie haben «och nicht erreicht die Preishöhe der englischen Kohlen. Zuzugeben ist, daß die Kohlenpreise eine unerwünschte Höhe erreicht haben, namentlich auch für Hausbrand. Der Reichskanzler verfolgt auch diese Fragen mit Aufmerksamkeit, aber es ist doch nicht so leicht, sie zu lösen, wie man glaubt. Die Preissteigerung ist auch kei- - neswegs bloße Folge der Profitwut des Kapitals. Die Kohlenpreise sind vielmehr abhängig erstens von den Produttionskosten und zweitens von den Verhältnissen des Marttes, d. h. von Angebot und Nachfrage. Diesen Faktoren können sich auch die Händler nicht entziehen, die durch- Syndizierung eine gewisse Monopolstellung gewonnen haben. Der Minister legt dann dar, wie die Produktionskosten gestiegen seien, unter Mitwirkung auch der sozialen Lasten. Und was den zweiten Faktor anlangt, I die Nachfrage, so ist diese eine dauernd steigende. Und zwar hängt das nicht bloß mit der Konjunktur zusammen, sondern es wirken vor allem stabile Fattoren mit, nämlich die wachsende Bevölkerung, die Verbesserung unseres Verkehrsnetzes, der Bau von Eisenbahnen, Klein- und Straßenbahnen, die Benutzung der Elektrizität im Dienste von Verkehr und Beleuchtung. Die Exportmöglichkeit muß aufrecht erhalten bleiben; denn gerade auf der Ausdehn- I ung des Exports beruht erst zum Teil die enorme Entwicklung unseres Kohlenbergbaues. I Wenn die Produktion an Kohlen dem Bedarf I nicht ganz gefolgt ist, so trägt dazu mit bei, daß I die durchschnittliche Förderleistung pro Arbeiter I geringer geworden ist, und daß es auch mehr I und mehr an geeigneten Arbeitskräften fehlt. I Auch noch andere Momente hindern die Pro- I duktionssteigerung. So eine gewisse Erschöpfung I an abbaufähigen Flötzen infolge vorausgegange- I ner Hochkonjunktur. Auch die Handelsbeziehun- I gen mit dem Auslands wirken mit, namentlich I
in den Ostmarken eine Stärkung des Deutsch- I .........
tums ohne Großgrundbesitz möglich sei. Die hoch I Herrenhaus
gesteigerten Eüterpreise, die die Ansiedlungs- Sitzung vom 26. November,
komnnssron zu zahlen habe, machten besondere I 9fm . ~
Maßnahmen nötig. Nach allem stehe für ihn ner?™ affi? 9 W * SRtniftet bes 3n*
außer Zweifel, daß die Ansiedlungskommission | . ,,
große geschlossene Gebiete brauche, da nur solche I dlNamatton das b^»
biaen Verkau/^könI se"' Manteuffel und Wirklichen Geh.
drgen Verkauf könne der Bedar nicht gedeckt I Rat Becker wieder. Es folgt die Wahl der werden, deshalb müsse die Enteignungsbefugnis I Schriftführer
«eletzNch festgelegt werden (Rufe bei den Po- Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr: Geschäftlich, len: Unerhört!) Der Gedanke sei nicht neu: I Mitteilungen.
teiiunm>n9en sind' foIstcn geschäftliche Mit- I wenn der Staat zugunsten der Eisenbahn expr« , . . .. I Pieren könne, weshalb solle er nicht zu viel grö-
fä ®a":ÄS“ Sä’jÄfeÄtM r‘Ä “T“
wurf betreffend die Maßnahmen zum Schutze I P“nft ß*
des Deutschtums in Westpreußen und Posen be- I Regierung habe reiflich erwöge«,
weise, daß die Regierung entschlossen sei, in den 06 ni$* einem milderen Gesetz auszukon, Bismarck'schen Bahnen weiterzuwandeln Er I men sie sei aber zu der lleberzeugung gck habe schon vor Jahren sein Programm bezügl. I kommen, daß mit keinem anderen Mittel del der Polenpolitik klargelegt. Redner rekapitu- I gewünschte Erfolg zu erreichen sei. Die Regier» liett seine damaligen Ausführungen. Fürst Bü- I ung lege übrigens Wert darauf, solche tieft ww betont dabei besonders, sein Programm be- I gehende Eingriffe nicht ohne ein besonderer darin, durch wirtschaftliche Hebung der Gesetz herbeizuführen. Um alle Hätten bei des Bitterung dem Beamtenstande das I Ausführung des Gesetzes zu vermeiden (Heile« macken 8U keit bei den Polen), solle eine Kommission vo«
möglich gewesen, die Besiedelung stark zu för- I unparteiischen Leuten bei der Enteignung hindern. Von 1902 ab sei die Zahl der ange- Sugezogen werden. Nicht von deutscher, sonder« setzten Bauern und Arbeiter stettg größer ge- üon polnischer Seite werde die Verdrängung-« | worden. In den letzten 6 Jahren seien etwa I Politik getrieben. (Widerspruch bei den Polen.) 9000 Familien angesetzt worden. Mit der dem I Daß die Regierung im Hause auf Widerspruch Hause zugegangenen Denkschrift wolle die Re- I stoßen werde, sehe er voraus. Sie würde aber gierung nicht nur die Erfolge der Siedelungs- I ihre oberste Pflicht, die Selbsterhaltungspflicht, tatrgkeit darlegen sondern dem Hause auch Ee- I versäumen, wenn sie die Anfiedlungspolitik i« flch Über die nötigen wirtschaft- I dem Augenblick aufgeben wollte, wo diese Er- 4SÄÄ ÄZ LL-7'V & LL le™®„btinÄnbtef^'$“rt«o7 ÄumÄig« «»sthnung d-i Teuk
Polemiken vermieden werden. Bülow wieder- ^en und Polen geiordett werden. Der preu- holt dann die im Jahre 1902 von ihm dargeleg- I stische Staat würde aber alle Lehren der ffie» ten Zahlen über die Vermehrung der Deutschen I schichte vergessen, wenn er es täte; denn er sei und Polen. Diese Zahlen seien nicht mehr zu- I immer schlecht gefahren, wenn er den national» treffend, da die statte Vermehrung der Polen I polnischen Aspirationen entgegengekommen fei« 311 Gunsten der Deutschen zum Stillstand ge- (Sehr richtig! rechts.) Wir halten an be« tommen ser. ■. I Grundsätzen Friedrichs des Großen fest, der so«
Fürst Bülow fährt fort: Die Stärkung des I fort nach dem Erwerb der polnischen Landes- Deutschtums in den Städten der Ostmatten sei teile eine nachhaltige Besiedelung einleitete. Ist schwieriger, als auf dem platten Lande. Aber f erst das deutsche Uebergewicht in len Ostmarke« auch d-r Rückgang des Handwerkes in den festgestellt, dann werden auch mildere Maß- Stadten komme allmählich zum Stillstnd. Der I regeln angebracht sein; aber bis dahin ist noch Reichskanzler berührt dann die wirtschaftliche ein weiter Weg. Für die Regierung gibt es i« Stärkung des Deutschtums und die Entschuldung I dieser Frage k e i n R ü ck w ä r t s. An die Mit- des Grundbesitzes. Trotz der großen bisherigen glieder des Hauses richte ich die Bitte, die Re- Erfolge sei Durchschlagendes nicht erzielt wor- 1 den. Aber er glaube, daß die Regierung, wenn sie ihre bisherige Ostmarkenpolitik abbrechen wolle, sich in Gegensatz zum größten und nicht zum schlechtesten Teil des Volkes setzen
I lassen, er solle sich mit den Schlüsseln bereit I halten und nach geendigter Predigt die Sakristei I aufschließen. Nachdem die drei Türen aufge- I schlossen waren, ging der Landgraf in die Saktt- I stei und es folgten ihm der Herzog von Braun- I schweig-Lüneburg, ein Graf von Eisenberg zu I Büdingen, ein Herr von Bevern, Georg von I Collmatsch, Krafft Rau von Holzhausen, Magi- I ster Adam Krafft, der Amtmann von Gießen, einer von Schönfeld, Konrad Diede einer von I Als nun die Schlosser herbeigekommen wäre«, I Vrencken, Heinrich von Schella, Obrrst Kammer- I konnten auch diese die Schlösser am Eeräms nidtf "ns, der Rektor der Universität Eobamus Hes- öffnen, sondern mußten sie zerschlagen. Als nut sus, di- Doktoren Eichmann und Elsenmann das Eeräms geöffnet war, näherte sich der Land- unb über 100 von Adel, Burger, Handwerker, | graf dem Sarge und verlangte zu wissen, wo di« Landvolk und reisigen Knechten, wodurch d,e Tür zu demselben sich befände. Weil es aber nie, Sakristei so überfüllt wurde, daß wegen des I nun?) wußte und die Goldschmiede auch kein« Gedränges der Landkomtur die äußerste Tür I Tür daran finden konnten, wollte der Landgraf derselben zuichlagen ließ. I on der Langseite, wo das Kruzifix war, ein-
Der Landgraf verlangte nunmehr, daß ihm I brechen lassen. Da bat der Landkomtur, dies« das et ferne Serams, hntter dem der Sarg stand, I Tat zu zeitigem Rat und gutem Bedacht komme« ! ^geschlossen werde Der Landkomtur weigette zu lassen, auch seine als eines armen Geselle« .Er der Aufforderung nachzukommen und Ehre und Gefahr auch Pflicht und Eid zu beden- o»»n^bchlussel ungestüm von sich, und als der ken, und noch acht Tage Zeit zu geben, denn et« ßQnbgrttf dem Küster befahl, aufzuschließen, I armer Geselle nichts mehr hatte als Ehre, bie gellte sich der, zedenfalls aus Angst, als könne I vor Gott das höchste Gut wäre. Es half aber
®Da befahl der Landgraf „Schmiede, | auch dies Bitten nichts und der Landgraf befahl. Schlosser und Schreiner mit großen Hämmern I eine Tür in den Sarg zu hauen. Da sagte bet und Meiseln zu holen". Die ins Schloß ge- | Landkomtur, es wäre doch schade für die schön? worsene äußerste Tur zur Sakristei konnte ober I alte und künstlerische Arbeit daß sie ohne RÄ °!g innen nicht geöffnet werden, infolgedessen zerbrochen und zerstött werden sollte; worauf die Schlussel zum Fenster hinausgeworfen wer- der Landgraf von ihm Rat und Wege begehrte, den mußten, um bte Tür vomEhoraus zu | wie man das, was im Sarge wäre, heraus« offnen. Unterdessen entspann sich zwischen dem 1 bringe, ohne denselben zu beschädigen. Da schlug Landgrafen und dem Landkomtur folgende lln» I der Landkomtur vor, den Sarg vom Boden aus ietI^n»; k t ™ v | öffnen, welchem Vorschlag der Landgraf bei.
Der Landgraf sagte: „Wenn man in der stimmte. Indem man nun den Sarg umlege« Äuftoreifjunger5 sterben müßte, wollten wir I wollte, fand der Landgraf einen Würfel unfc> den Landkomtur zuerst essen"; worauf dieser er. I sagte: „Seht, was man »orten geopfert bet - wrderte: „Es müßte einer ihn erst frage«, ob | habend diedeutschen Pfaffen W§en »ieN i