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Marburg
Dienstag, 19. November 1907.
Erschallt wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Äug. Koch, UniversttätSÄuchdruckerü Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
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«es Blatt.
Der Kaiserbesuch in England.
Der Entgegennahme desEhrendoltor-Diploms der Universität Exford hielt der Kaiser in Beantwortung der Ansprache von Lord Curzon folgende Rede:
„Es wird mir schwer, den paffenden Ausdruck für das Gefühl der Genugtuung zu finden, mit dem ich den Grad eines Doktors of Civil Law der Universität Oxford von Ihnen, meine Herren, empfangen habe. Ich habe sehr bedauert, daß Mangel an Zeit mir nicht erlaubt, Oxford persönlich zu besuchen. Es würde mir aufrichtige Befriedigung gewährt haben, diese ehrwürdige, historische Stätte englischer Gelehrsamkeit wieder zu besuchen. Ich erinnere mich noch gut,' sie gesehen und bewundert zu haben, als ich meine Eltern bei einer früheren Gelegenheit begleitete, wie ich mich erinnere, daß mein geliebter Vater, mein verehrter Großvater und zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Anzahl berühmter Landsleute von mir die gleiche Ehrung empfangen haben. Dies trägt zu meiner aufrichtigen Wertschätzung der heutigen Feierlichkeit bei. Zu allen Zeiten, insbesondere aber in unserem Zeitalter, mutz man den Kultur- und Bildungsstand, der von einem Lande erreicht worden ist, als einen der Hauptfaktoren vnsehen, auf dem die moralische und materielle Entwicklung eines Volkes' beruht. Die Universität Oxford kann stolz darauf sein, daß sie diese erhabene Aufgabe Jahrhunderte lang verfolgt «nd sie für England in wirksamster Weise erfüllt hat. Es ist klar, datz der Einfluß einer Institution, wie es die Universität Oxford ist, weit über die Grenzen des Mutterlandes reichen mutz. Diese Gründe sind es, die mir ein so großes Gefühl der Genugtuung darüber gewähren, datz mit dieser Grad von Ihrer Universität verliehen worden ist. Aber noch ein zweites Band Verknüpft mich mit der Universität Oxford. Die Schenkung Ihrer großen Landsmannes Cecil Rhodes fetzt Schüler nicht nur aus den britischen Kolonien, sondern auch aus Deutschland und den Vereinigten Staaten in den Stand, aus der Oxforder Erziehung Nutzen zu ziehen. Es ist mir ein besonderes Vergnügen gewesen, in Aebereinstimmung mit dem Willen Rhodes' Schüler deutscher Nationalität auszuwählen, die durch seine Großmut in den Stand gesetzt sind, den großen Nutzen der Oxforder Erziehung zu genießen. Die jungen Deutschen gegebene Gelegenheit, während der Studienzeit mit jungen Engländern zu verkehren, ist das erfreuliche Ergebnis des weiten Gesichtskreises Rhodes'. Unter der Obhut der alma mater von Oxford wird den jungen Leuten Gelegenheit gegeben werden, den Charakter und die Eigenschaften ihrer respek- tiven Nationen zu studieren, dadurch gute Kameradschaft unter sich zu fördern und dazu beizutragen, eine Atmospäre gegenseitiger Achtung und Freundschaft zwischen unfern beiden Län
dern zu schaffen. Ich bitte nochmals. Ihnen meine Herren, für die mir heute zuteil gewordene Auszeichnung meinen Dank aussprechen zu dürfen."
Beim Schluß der Feierlichkeit lud Lord Curzon den Kaiser von neuem ein, bei seinem nächsten Besuch Englands auch nach Oxford zu kommen.
Weiter liegen folgende neuere Meldungen über den Besuch des Kaiserpaares aus London vom 16. November vor. Die Kaiserin traf vormittags 10 Uhr 15 Min. aus Windsor auf der Station Paddington ein, wo sie von Lady Alice Stanley, der Gräfin Brockdorff und dem Kammerherrn von dem Knesebeck empfangen wurde. Ihre Majestät begab sich dann im Automobil nach dem Wallace-Museum. Alsdann besuchte die Kaiserin die Geschäftsräume der Firma Waring und Gillows in der Oxfordstreet und wurde dort in den Möbeldekorationen enthaltenden Gallerten umhergeführt. Die Kaiserin sprach ihre Bewunderung aus über alles, was sie gesehen hatte, sowie insbesondere auch über die Einrichtungen der Musterzimmer.
Der Kaiser traf 11% Uhr auf der Station Paddington ein und fuhr von dort mit dem Gefolge nach der deutschen Botschaft. Bei der Abfahrt vom Bahnhofe wurde der Kaiser von dem dort angesammelten Publikum lebhaft begrüßt. Auf der Botschaft wurde der Kaiser vom Botschafter Grafen Wolff-Metternich empfangen und in die oberen Räume geleitet. Der Kaiser, der Zivil trug, empfing hier eine Reihe von Deputationen, nämlich das Wallace-Collection- Komitee, dann den früheren Lordmayor, Sir William Treloar, und dessen beide Sheriffs, mit denen er sich eingehend unterhielt, sodann. die Deputatton des Erafschaftsrats. Auf die Ansprache des Vorfitzenden erwiderte der Kaiser: „Ihre Willkommens-Adresse, meine Herren, gewährt mir großes Vergnügen. Ich danke Ihnen bestens für Ihre Güte und Aufmerksamkeit. Datz eine so wichtige Körperschaft wie der Eraf- sckeftsrat von London Wünsche für freundliche und friedliche Beziehungen zwischen unseren beiden Nationen mit solcher Wärme ausspricht, so ist dies für mich eine Quelle lebhafter Genugtuung. Ich werde stets an den herzlichen und glänzenden Empfang zurückdenken, den die große Stadt London ihrer Majestät und mir als ein Symbol der Freundschaft bereitet hat, die zwischen Großbritannien und Deutschland besteht."
Nach seiner Erwiderung unterhielt sich der Kaiser mit den einzelnen Herren. Es folgte die Deputation des englisch-deutschen Freundschaftskomitees, bestehend aus dem Herzog von Argyll, dem Earl of Lonsdale, Lord Avebury, General- mayor Alfred Turner, Sir Tritton und den Herren Newman und Fox, mit denen der Kaiser lebhaft plauderte; dann folgte die Abordnung englischer Journalisten. Auf die Ansprache des Wortführers erwiderte der Kaiser: „Meine Herren r Ich nehme Ihre Begrüßungs-Adresse gern entgegen. Ich denke mit Freuden daran, daß Ihr Besuch in Deutschland im vergangenen Sommer so erfolgreich war und datz Sie mit dem
£8 (Nachdruck verboten.),
Frauenhände.
Roman von Erich Friesen.
(Schluß statt Fortsetzung.)
Sie benützt die günstge Eelegenhet, als sie sich einmal allein im Krankenzimmer befindet und der Knabe schläft.
Schnell dreht sie den kleinen Schlüffe! um — Arthur hatte ihn aus Versehen stecken laffen — und öffnet die Mappe.
Sie nimmt das obenauf liegende Bild in die Hand und guckt es an.
Lauter Pflegeschwestern in ihrer häßlichen grauen Tracht mit großen Hauben — eine wie die andere! Puh!
Enttäuscht läßt Dolly die Hande mit dem Bild sinken.
Dann blickt sie noch einmal hin.
Welche mag es wohl sein? . . . Gewiß die -rotze in der Mitte!... Die sieht noch am besten aus von allen.
Ganz vertieft in das Studium der einzelnen wesichter merkt sie nicht, wie sich die Tür öffnet Und Norbert eintritt.
Bis er plötzlich sagt:
„Was hast Du denn da, kleines Mädchen? Ern Bild?"
Schuldbewußt fährt Dolly herum. . . Heiße Rote steigt in ihre Wangen.
»Ja," stottert sie.
„Was für ein Bild?"
»Schwester Virginia."
»So —? Arthur wollte doch nicht, es
jemand sieht! Leg es wieder in die Mappe und komm in den Garten, mein Lieb! Die Sonne scheint so herrlich, die Vöglein singen. Komm!"
Er legt den Arm um ihre Taille und will sie fortziehen.
Da fällt sein Blick unwillkürlich auf das Bild, welches Dolly noch immer in der Hand hält.
Er starrt . . . und starrt ...
Seine Pupillen vergrößern sich. Seine Arme sinken schlaff herab.
„Was ist Dir, Norbert?" tust Dolly angstvoll, ihm über die Stirn streichend, auf der kalte Schweißtropfen perlen.
„Nichts, nichts. Ich sah nur ein Gespenst. Kümmere Dich nicht um mich, Dolly! Meine Nerven sind etwas erregt."
Und hastig verläßt er das Zimmer.
Dolly blickt ihm verstimmt nach. Diese unglückselige Schwester Virginia! Alles stellt sie auf den Kopf!
Aergerlich stampft Dolly mit dem Fuß auf und wirft das Bild in die Schreibmappe.
Fort damit! Sie mag es nicht mehr sehen!
Den ganzen Tag über fällt es Frau Robinson auf, daß die Verlobten einander meiden. Dolly läuft mit rotverweinten Augen herum, und Norbert sieht aus — sieht aus--Frau
Robinson findet gar kein passendes Wort.
Erleichtert atmet sie auf, als spät abends Norbert nach seiner Rose-Farm zurückkehrt und le wieder allein ist mit ihren Kindern.--
hviücrt selbst verbringt eine furchtbare -uuyt, .Noch weiß er nicht, was denken, was
Ihnen von meiuen Landsleuten bereiteten Empfang zufrieden waren. Die Macht, die Sie besitzen, ist groß und äußerst wohltätig, wenn.sie in der Richtung ausgeübt wird, unter den Völkern das Gefühl der Freundschaft zu fördern. Ihre Adreffe beweist, datz Ihnen diese Aufgabe am Herzen liegt. Ich danke Ihnen daher für Ihr heutiges Erscheinen hier. Ich freue mich. Sie gesehen zu haben und hoffe, Sie werden Ihre Bemühungen fottsetzen, die für den Frieden Europas so notwendigen freundschaftlichen Gefühle zwischen unseren beiden Nationen zu pflegen. Wir gehören zu derselben Raffe und haben dieselbe Religion; das sind Bande, die sich stark genug erweisen sollten, zwischen uns Harmonie und Freundschaft bestehen zu laffen."
Darauf sprach der Kaiser mit jedem der Herren in heiterster Stimmung. Weiter folgten Generalkonsul Geheimer Legationsrat Dr. Johannes, Konsul Humbert und die Herren des Konsulats, dann die Deputation der deutschen Vereine, die eine Kollektivadresse überreichten. Der Generalkonsul stellte die 23 Herren dem Kaiser vor, der sich mit jedem einzelnen unterhielt. Inzwischen hatte die Kaiserin, von Damen der Botschaft empfangen, in einem andern Raum die Mitglieder des Frauenvereins für innere Mission empfangen, ebenso die Mitglieder der Diakonenvereine, die durch die Baronin von Schröder vorgestellt wurden. Die Kaiserin ließ sich bann, neben den Kaiser tretend, ebenfalls die Vertreter der deutschen Vereine vorstellen. Es folgten die deutschen Offiziere der Reserve und außer Dienst, etwa 30 an der Zahl, die ebenfalls von beiden Majestäten empfangen wurden, darauf die Deputation des Verbandstages der deutschen evangelischen Gemeinden und endlich die Deputation des Ceneralkomitees für die deutsche evangelische Secmannsmission in Großbritannien.
An dem Frühstück auf der deutschen Botschaft nahm außer den Damen und Herren des Gefolges und der Botschaft auch der deutsche Generalkonsul teil. Während des Frühstücks trugen der ,.Liederkranz" und die „Liedertafel" acht Lieder vor, die Profesfor Laistner dirigierte. Die Kaiserin sprach ihre große Freude über den Vortrag aus.
Der Kaiser verlieh folgende Auszeichnungen: Generalleutnant Sir Jan Hamilton den Roten Adlerorden erster Klaffe, den Brigadegeneralen Lloyds Henniker und Robb den Roten Adlerorden zweiter Klaffe, Generalmajor Sir Frederick Stopford den Kronenorden erster Klaffe, Generalkonsul Johannes den Roten Adlerorden zweiter Klaffe mit Eichenlaub, dem Mitglied der deutschen Kolonie, Baron Henry von Schröder, schenkte der Kaiser fein Bildnis nach dem Ettch von Lenbach in einem Florentinerrahmen. Der Kaiser und die Kaiserin haben sich um 3% Uhr nachmittags von der Paddingtonstation wieder nach Windsor begeben. Hier wurde das Kaiserpaar von der es erwartenden Menge lebhaft begrüßt.
Aus Portsmouth wird unterm 16. Nov. gemeldet: Die „Hohenzoll-rn" mit der „Königs
hoffen, was fürchten . . . Wie ein Chaos wirbeln die Vermutungen durch fein Hirn.
Nur das steht fest: jenes Bild war Ruth — feine Ruth!
Wäre doch Dr. Berry da! Er, der kühle, klugberechnende Rechtsanwalt — er würde ihm raten können, was tun!
Datz der auch gerade jetzt auf Reifen sein mutz! Und noch dazu, ohne eine Adreffe zu hinterlassen! . . .
Er soll das Ziel Dr. Berrys Reise nur zu bald erfahren.
Am nächsten Morgen schon hält er eine Depesche aus Florida in den Händen:
„Ruth aufgefunden. Todesnachricht Irrtum. Kommen Sie sofort mit Dolly St. Agatha-Sanatorium. Ruth im Sterben.
Berry."
Abenddämmerung.
Finstere Wolken ballten sich über der Felsen- küste Floridas. Drunten, zwischen spitzem Ee- klipp, kochender Gischt und Schaumgespritze.
Vorboten eines nahenden Gewitters.
Mit Mühe hat sich der von Newyork fällige Dampfer Bahn gebrochen durch die auf- und niesecwogenden Waffermaffen.
Jetzt hat er Anker geworfen, die Paffagiere verlassen das Schiff.
Ringsum hastiges Leben und Gewühl. Lebhaftes Gestikulieren. Schwadronieren in den verschiedensten Sprachen.
Den elegant gekleideten Herrn, der in Be- | gleitung eines junge« Mädchens die Landunas- ]
berg" und dem „Sleipner" find von hier na4 Port-Victoria gegangen. Eine auf dem Hafen- dämm aufgestellte englische Matrosenmusikkapelle spielte beim Auslaufen der Schiffe die deutsche Nationalhymne und die Wacht a« Rhein, während die ebenfalls dort aufgestellte« englischen Matrosen die deutschen Schiffe mit Hurras begrützten, die von den Schiffen aus erwidert wurden. Bei Spithead wurde Salut ausgetauscht. Im Silenz herrscht dicker Nebel,
London, 17. Nov. Die „Hohenzollern" ist i» Sheerneß eingetroffen, um die Kaiserin an Bord zu nehmen und nach Port Victoria zu fahren, von wo die Kaiserin morgen aus der „Hohenzollern", begleitet von der „Königsberg" und, dem „Sleipner", die Weiterreise nach Vlissinge» antreten wird.
Deutsches Reich.
— Eesundheit des Kaisers. Berlin, 16. Roo. Die „Nordd. Allg. Zig." kommt auf die Erkältung des Kaisers zurück, die kurz vor der Englandreife bekannt gegeben wurde und die, wenn sie sich verstärtt hätte, die Fahrt in Frage hätte stellen können. Wie großes Gewicht der Kaiser darauf legte, die Reise weder aufzugeben, noch aufzuschieben, geht daraus hervor, daß trotz des leichten Charakters der Erkältung er sich einige Stunden am Tage ins Bett legte, um sich möglichst rasch von ihr zu befreien; dies gelang ihm. Nun hat der Leibarzt des Königs Eduard, Sir Felix Sernon, Spezialist für Halsleiden, den Leibarzt des Kaisers, Dr. Jlberg, im Schlöffe Windsor, besucht, woran sich mannigfache Vermutungen geknüpft haben. Man nahm an, es handle sich um eine Konsultation über das Befinden des Kaisers; das ist durchaus irrig. Semon besuchte nur Dr. Jlberg als früheren Studiengenossen. Der Kaiser erfreut sich bei besten Wohlseins. Die kleine Indisposition, bei die stimmlichen Mittel unterworfen, ist W reits geschwunden. I
— Dank des Kronprinzen. Berlin, 16. Roo, Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgend« Danksagung des Kronprinzen: Aus Anlaß be< Geburt unseres zweiten Sohnes sind der Kronprinzessin, meiner Gemahlin, und mir aus allen Kreisen der Bevölkerung des deutschen Vaters landes und aus dem Auslands eine Fülle voif Glückwünschen zugegangen, die unsere Herzes mit Dank gegen Gott, sowie mit Freude und Stolz über die allgemeine Anteilnahme ci unserem Glück erfüllen. Ich spreche allen denech die so freundlich unserer gedacht haben, vost ganzem Herzen unseren Dank aus. Potsdarch 15. November. Wilhelm, Kronprinz. -
— Der Bundesrat hat in seiner letzten Sitzung den Entwurf einer Matz- und Gewichts« ordnung den zuständigen Ausschüffen überwiesest und die Vorlage betreffend Ausprägung vo, Denkmünzen zur Erinnerung an den Todestaz des Erotzherzogs Friedrich von Baden angei nommen. \
— Verleihung. Berlin, 16. Nov. Der „Reichs^ anzeiger" meldet: Der Kaiser verlieh de« Staatssekretären der obersten Reichsbehörde« und dem Staatssekretär in Elsatz-Lothringen an seinem Hofe bett Rang unmittelbar nach dest königlich preußischen Staatsministern.
brücke passiert, kümmert all dies bunte, echt süd- liche Treiben nicht.
Suchend spähen seine Augen umher.
Da eilt mit ausgestreckten Händen ein am derer, überaus ernst blickender Herr auf ihn zrt.
„Willkommen, Douglas! Grüß Gott, Dolly!" „Ist es nicht zu spät, Bery?"
Roberts Stimme klingt angstvoll, wie atemlos.
„Nein. Eine schwere Lungenentzündung, verbunden mit Herzschwäche. Unbedingt tödlich. Aber — sie lebt!"
„(Bott sei gedankt!"
Nichts fragt der eine. Nichts erzählt der andere.
Nur hin zu ihr, die so mächtig in das Leben dieser beiden Männer eingegriffen! Hin zu ihr, die dort oben im St. Agatha-Sanatorium mit dem Tode ringt! —
In dem größten luftigsten Zimmer des Sanatoriums ruht, sorgsam in warme Decken gehüllt, im Lehnstuhle, welchen man ans Fenster geschoben hat, Schwester Virginia oder vielmehr — Ruth Douglas.
Sie hat sich ganz in Weiß kleiden laffen.
An ihrer Brust duftet ein Strauß blühender Reseden.
Wie weltverloren blicken ihre übergroße« Augen hinaus auf die herbstliche Landschaft.
Traubenschwer die Weinberge. Knisternde» rotes Laub auf Waldwegen. Halbverwelkte Rosen und Georgine« an Moosbewachsenen Mauern. (
Herbststimmung , „ ,