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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckkaiu.

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brannt. Der deutsche Panzerkreuzer »Schar« horst" landete seine Löschabteilung und leistet» tatkräftigen Beistand, indem er auch jeiN Scheinwerfer auf die Brandstätte richtete.

Riga (Todlebenboulevard 16) ist jedenfalls jeden Augenblick bereit, alle erwünschten Aus­künfte zu erteilen.

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viel die Rede war, gibt eine Liste derjenigen Personen, die im Besitze einiger Milligramm des Metalles sind. Es besitzen demnach: Mme. Curie 15 Milligramm, Sir Wm. Ramsey 20 Milligramm, Sir Wm. Ceookes 20 Milligramm, Prof. d'Arsonval 20 Milligramm, Prof. Bordas 10 Milligramm, N. Becquerel 10 Milligramm, Thomas Edison 20 Milligramm. Verschiedene medizinische und wissenschaftliche Institute der Welt besitzen zusammen ungefähr 30 Zenti­gramm auf Lager, und Privatgelehrte dürften alles in allem kaum weit mehr wie ebenfalls 30 Zentigramm in Händen haben. Der bis­herige Bestand an Radium wurde einzig und allein aus der Pechblende in Joachimsstadt im böhmischen Erzgebirge gewonnen. Von den Schwierigkeiten der Radiumgewinnung kann man sich einen Begriff machen, wenn man hört, daß tausend Tonen Erz verarbeitet werden muß­ten, um das vorhandene eine Gramm reinen Radiums herzustellen. Es wird übrigens be­hauptet, daß in Deutsch-Ostafrika Steine gefun­den worden sind, die eine bedeutend höhere Ra­dioaktivität aufweisen wie die von Joachims- stadt. Im Jnteresie des Wertes unserer jungen Kolonie läge es jedenfalls, wenn sich diese Nach­richt in weiterem Umfange bestätigen würde.

* Die verschiedenen Arten der Tuberkulose. Der soeben veröffentlichte zweite Vorbericht des Ausschusses, der zur Untersuchung der Tuberku­lose in London eingesetzt worden ist, bringt, nach Mitteilung derTägl. Rdsch.", weitere Beweise der Uebertragung der Krankheit durch den menschlichen Tuberkulose-Bazillus auf Tiere, namentlich Rinder, Schweine, Kaninchen usw. Von größter Bedeutung aber ist die ausgestellte Behauptung, daß cs sich bei der menschlichen und der tierischen Tuberkulose um zwei ver­schiedene Formen u n d z w e.i verschie­dene Bazillen handelt. In dem einen Falle verläuft die Krankheit schnell und tödlich, im anderen Falle ist der Krankheitsverlauf langsamer und endet mit Selbstheilung. Dies erklärt, wie der Berichterstatter Dr. Cobbett sagt, die oft rätselhafte Verschiedenheit in dem Krankheitsoerlaufe, die jedem Arzt aufgefallen ist, wie oft ganz unerwartet die Heilung und ebenso unerwartet der Tod eintritt. Mit der Unterscheidung von zwei verschiedenen Tuberkel­bazillen sind also die englischen Forscher auf einen Standpunkt angelangt, der gar nicht mehr so weit von dem Prof. Kochs entfernt ist, der meint, daß der tierische Perlsuchtbazillus, z. B. durch Trinken von Milch, nicht tuberkulös machen könne.

Erscheint wöchentlich siebe« otot

Druck und Verlag' Jo h. Aug. Koch, Umvcrsitäts-Buchdrnckttel «2. Jahr» Marburg, Markt 2L Telephon ob.

Marburg

Freitag, 15. November 1907.

Vermischtes.

Ehrung französischer Krieger. Während des deutsch-französischen Krieges wurde in Neiße ein großes Kriegsgefangenenlager eingerichtet, worin 13 000 gefangene Franzosen eingebracht wurden. 814 von diesen sind in Neiße gestorben und dort bckerdigt worden. Zu Ehren dieser Krieger hatte die französische Vereinigung Souvenir franxais" zwei Kränze nach Neiße gesandt, deren Niederlegung auf dem Franzosen­friedhofe in feierlicher Weise in Anwesenheit zahlreicher Offiziere stattfand. Divisionspfarrer von Bergh hielt eine Ansprache, die mit einem Gebet endete. Die städtischen Körperschaften legten ebenfalls einen Kranz nieder.

Ein deutsches Dorf ohne Sperlinge. Al­tenau (Oberharz), 10. Nov. Unsere Berg­stadt gehört zu den wenigen Ortschaften, in denen kein Sperling vorkommt. Verschiedene Versuche, ihn einzuführen, mißlangen. Der letzte Versuch wurde vor drei Jahren gemacht. Drei Spatzenpärchen wurden hier ausgesetzt. Sie blie­ben hier und nisteten, vermehrten sich bis über 30 Stück. Im Winter wurden sie von barmher­zigen Leuten sorgfältig gefüttert. Sogar durch den letzten strengen Winter, der uns anhaltende Kälte und sehr viel Schnee brachte, find sie gut durchgekommen. Seit einiger Zeit aber find sie plötzlich verschwunden, Nieman- weiß, wo sie geblieben sind.

Kleine Nachrichten. Landau (Pfalz), 12. Nov. In Scheibenhardt feuerte die Frau des Taglöhners Kuntz drei Revolverschüsse auf ihren Mann ab, welcher am Kopf schwer verletzt wurde. Den Beweggrund zur -Tat bilden eheliche Zwi­stigkeiten. B e u t h e n, 12. Nov. Ue6et den gemeldeten Eisenbahnunfall teilt die Klein­bahndirektion mit: Der Unfall ereignete sich heute früh um 5 Uhr 40 Minuten an der Ma- thildengrube bei Schwientochlowitz, anscheinend infolge zu starken Aufrückens zweier Straßen­bahnzüge im Nebel und eines Folgezuges. Ein Motorwagen wurde stark, die beiden anderen wurden leicht beschädigt. Verletzt wurden vier Personen, nicht acht, wie die erste Meldung lau­tete. Portsmouth, 12. Nov. Gestern Nacht brach auf der hiesigen Werft in einem Schuppen, der eine wertvolle Maschinenanlage enthielt, Feuer aus, bei dessen Bewältigung die Feuerwehr von 300 Matrosen unterstützt wurde, Km 8 Uhr morgens war der Schuppe» abge«

Wissenschaft, Kunst und Leben.

* Warum fällt di« Katze stets auf die Füße? Die Katze, mag sie noch so hoch und noch so un­geschickt von einem Dache oder Gemäuer herab- pringen, wird nie auf den Kopf oder Rücken, andern stets auf die Füße fallen. Das liegt >aran, daß das Tier im Augenblick des Ab- prunges seinem Körper eine Drehung erteilt. Die Katze gleicht darin dem Schwimmer, der es beim Sprunge vom Brett auch so einrichtet, daß er entweder mit dem Kopf oder mit den Füßen zuerst im Wasser ankommt. C. Hartmann schildert in derZeitschrift für physikalischen und chemischen Unterricht" seine Versuche, die tt zur Aufklärung dieser alten Beobachtung anstellte. Er band an die Beine der Katze Bändchen, wandte das Tier dann so um, daß es mit dem Kopfe nach unten hing und ließ die vier Bänd­chen zu gleicher Zeit los. Die Katze fiel zu Boden, aber kam mit den Füßen zuerst an. Wäh­rend des Fallens hatte sie nämlich ihren Kör­per blitzschnell gedreht, indem sie mit ihrem Schwänze einen Kreisbogen beschrieb, und mußte somit, nach dem Gesetze von Wirkung und Ge­genwirkung mit den Füßen zuerst den Erdboden berühren. Um diese Tatsache noch besser zu ver­anschaulichen, ferttgte Hartmann einen Pappe- Zylinder an, der einen Katzenkörper darstellte. Diesen versah er mit Pappebeinen und führte durch den Zylinder dann einen Draht, an dessen einem Ende ein Schwanz aus Pappe angehängt wurde. Durch eine Feder im Innern des Zy­linders wurde der einmal im Kreise herumge­drehte Schwanz gespannt und durch einen Hemm- stist festgehalten. Wurde das Katzenmodell mit den Beinen nach oben gehalten, der Hemmstift gelockert und der Papvezylinder gleichzeitig los- gelassen, dann beschrieb der Papppeschwanz einen Kreisbogen, und der Modellkörper fiel mit den Füßen voran auf den Erdboden.

* Der Radiumvorrat der Welt. Wohl noch nie hat ein Metall so großes Aufsehen in der wissenschaftlichen und Laienwelt gemacht, wie das Radium. Es -d''rfte daher interessieren, daß der Eesamtbesiand-! K chemisch reinem Radium beute knapp 1 Gramm beträgt, was aber immer­hin einen Wert von rund 200 000 M darstellt Prof. Bordas, von -em in -en letzten Lagen jo

Hochschulnachrichten.

X Immatrikulation des Prinzen Oskar. Bonn, 12. November. Heute Mittag fand die feierliche Immatrikulation des Prinzen Oskar von Preußen im Senatssaale der Universität statt. Der Prinz wurde am Portal vom Rektor und Kurator empfangen und in den Senatssaa geleitet, wo die Mitglieder des Senates, sowie die Lehrer des Prinzen anwesend waren. Nach einer Ansprache des Rektors gelobte der Vrinn durch denHandschlag", daß er die akademischen Gesetze beobachten werde, und trug sich alsdann in das Album der Universität, sowie in das­jenige der juristischen Fakultät ein. Alsdann erhielt der Vrinz die Matrikel und das Testier­buch, sowie die Erkennungskarte. Kurz darauf verließ der Prinz die Universität.

X Eine beachtenswerte neue Statistik von den preußischen Universitäten teilt der vortra­gende Rat A. Tilmann soeben im Novemberheft derMonatsschrift für höhere Schulen" mit: An den Kursen zur sprachlichen Einführung in die Quellen des römischen Rechts haben im Sommer­halbjahr 1907 im ganzen 211 Studierende teil­genommen, die ohne Ausnahme Rechtswissen­schaft studierten. Von ihnen hatten das Reife­zeugnis eines Gymnasiums 38, eines Real­gymnasiums 119, einer Oberrealschule 52, Zeug­nisse anderer Schulen 2. Preußen waren 202, Deutsche aus anderen Bundesstaaten 8, Aus­länder 1. Nach den einzelnen Universitäten kommen 81 auf Berlin, 25 auf Bonn, 24 auf Marburg, 22 auf Münster, 16 auf Halle, 12 aus Göttingem 11 auf Kiel, je 10 auf Breslau und Greifswald. An den Anfängerkursen im Griechischen für Studierende der juristischen, medizinischen und philosophischen Fakultät haben auf den preußischen Hochschulen im ver­flossenen Sommer im ganzen 174 Studierende teilgenommen, unter ihnen zwei Theologen, 93 Juristen. 4 Mediziner und 75 Angehörige der philosophischen Fakultät, von denen 10 klassische Philologie, 9 Deutsch, 8 Geschichte, 5 Mathe­matik und Naturwissenschaften, 3 Staatswissen­schaften, 11 sonstige Fächer studierten. 7 hatten dar Reifezeugnis eines Gymnasiums, 112 eines Realgymnasiums, 46 einer Oberrealschul« und 9 Zeugnisse anderer Schulen. Preußen waren 151, andere Deutsche 19, Ausländer 4. Nach den einzelnen Universitäten entfallen auf Berlin 71, auf Halle 21, Kiel 18, Bonn 17, Marburg 16, Göttingen 9, Breslau 7, Greifswald und Mün­ster i» 6, Königsberg 3.

Bücherschau.

* Holtorfer Doris vnd ander« Leute im Heidewinkel. Von Wilhelm Jastram. Mit Buchschmuck von C. Oppert, 316 S. Hübsch geb. 4 M. Gustav Schloeßmann» Verlagsbuchhandlung (Gustav Fick), Hamburg Paulstraße 14/16. Ein prächtiges Heidebuchl Traut und freundlich wie das Heidebliimch« selbst mutet uns dieses Buch des neuen Heide­schriftstellers Wilhelm Jastram an. Wir freuen uns auch des gesunden Humors, der die Erzäb» hing durchzieht. Doris, die Hauptgestalt, mit ihrem zwar leichtsinnigen, aber doch sHr liebens­werten Heinrich, ihre Eltern der wackere Heide­pastor und seine Kirchenvorsteher und alle an­dern find Gestalten die aus dem Leben gegriffen find, und die wir lieb gewinnen. Es ist ein uv» gesundes Buch gesund wie die prächtigen Leute, die da hinten im Heidewinkel hausen. Der Buchschmuck schließt sich gut dem Inhalt <ut Zum Vorlesen in Familienkreisen sei holtorfer Doris" besonders empfohlen.

** Friedrich Rückert, der Dichter bet deutschen Volkes und der deutschen Familie. Ein Lebensbild von Agnes Willms-Wildermuch, 212 Seiten mit Bild Rückerts und 14 Kapitefo bildern, fein geb. 4 «M. Verlag von I. F. Stein­kopf in Stuttgart, Marienstraße 11. Keine Bio­graphie im eigentlichen Sinne des Worte«, Aber es möchte alle, die sich an Rückerts Liedern erfreuen und begeistern, näher mit dem Leb« eines Mannes bekannt machen, dessen Lieder noch heute durch alle Gauen unseres Vaterlan­des klingen und wie wenig andere so sehr Eigen­tum des Volkes geworden find, daß über « Liedern selbst der Name des Dichter» gessen wurde) eines Mannes, der tm

Nationaler Aufschwung des Deutschtums in den baltischen Provinzen.

F Man schreibt uns aus Riga:Und sie be­wegt sich doch!" Dieses Wort Galileis könnte Äls Motto für den mächtigen Aufschwung des baltischen, so oft schon totgesagten Deutschtums gelten, das auf allen Gebieten einen kaum ge­ahnten Beweis seiner Kraft ablegt. Wie waren doch unter dem Druck der Rusfisizierung unsere Schulen und die Formen unserer Selbstverwal­tung in Trümmer gegangen, sodaß ein lettischer Stimmführer, Pastor Needra, in einer Bro- jchiireMorituri" den Nachweis zu führen unternahm, bis zu welchem Jahre die einzelnen deutschen Stände und Gruppen ausgestorben jein würden. Und wie regt sich heute dank der patriotischen Arbeit der baltischen Ritterschaften und der deutschen Vereine in Eft- und Kurland gerade auf dem Gebiet der Schule frisches Leben. Zu den vielen deutschen Elementarschulen und Mittelschulen gesellt sich ein deutsches Lehrerin­nenseminar in Dorpat, eine Anstalt zur Ausbil­dung von Elementarlehrerinnen in Reval, deren Ferienkurse in diesem Sommer von mehreren Hundert Lehrern und Lehrerinnen aus ganz Rußland besucht waren, und als Krönung des Ganzen ein deutsches Lehrerseminar in Mitau, das mit Anspannung aller Mittel von den drei deutschen Vereinen unterhalten wird und bei dem Mangel staatlicher Anstalten für Deutsche die Heranbildung deutscher Elementarlehrer, deren wir dringend bedürfen, in die Wege lei- k Neuerdings hat sich das allgemeine Inter­esse auch der Heranbildung von deutschen Land­wirten und Eutsverwaltern zugewendet. Es ist eine der nachdrücklichsten Lehren der lettischen Revolution für den deutschen Großgrundbesitz, auf den Gütern deutsches Beamtenpersonal an- zustellen, das allein in der Lage ist, im Fall- neuer Verwicklungen mit dem Gutsherrn zu­sammen Widerstand zu leisten. So manches Gut stände heute noch, wenn das treulose lettische Dienstpersonal nicht vor den Aufrührern kapi­tuliert, ja vielfach mit ihnen gemeinsame Sache gemacht hätte. Aber auch vom national-volks­wirtschaftlichen Standpunkt ist es notwendig, die deutschen Kräfte im Lande zu behalten, statt fie zur Abwanderung nach Jnnerrußland zu zwingen, indem man die eigenen Stellungen der billigen Löhne wegen an Letten und Esten ver­gab. Heute ist gottlob die nationale Strömung so stark, daß eine grundlegende Wandlung zum Besseren gesichert ist. Wohl schon im Oktober wird in Kurland von der Ritterschaft in Alt- Sahten eine deutsch-landwirtschaftliche Schule begründet werden, nachdem die früher hier fundierte lettische, aus deutschen Mitteln unter­haltene, sich in der Revolution aufgelöst hat. Ganz besonders erfreulich ist daß die Einsicht, -s gelte vor allem die wirtschaftliche Stellung der Deutschen zu stärken und die stark gelichteten Rechen derselben durch neuen Zuzug zu schließen, allgemein geworden ist. Mit großem Erfolge ist namentlich in Kurland, aber auch in Süd- »tvland die Heranziehung deutscher Kolonisten Ms, Wolhynien ins Werk gesetzt worden, die als Ackerknechte, teils als Pächter angesetzt sind, zum Teil aber auch Güter in Kurland auf­gekauft haben, die in größere Parzellen zer­schlagen werden. So beginnt sich erfreulicher­weise ein deutscher Bauernstand zu bilden, der dem Lande bisher so gut wie völlig fehlte und ihm so not tut, wie das tägliche Brot. Ohne ihn ist bei dem Mangel an deutscher Ein­wanderung nach den baltischen Provinzen und bei der heute nur noch in seltenen Fällen statt- ftndenden Assimilierung von Letten und Esten an da» Deutschtum eine Entwicklung der Deut­schen in numerischer Beziehung kaum zu er­warten. Wer sich durch Augenschein davon über­zeugt hat, wie sehr das deutsche Element in den kleinen Landstädten zurückgegangen ist, muß sich sagen es handelt sich um einen Kampf ums Da- fein bet dieser Zuführung neuer Lebenssäfte. Namentlich der deutsche Handwerkerstand ist hier völlig vernichtet. Eben erst sind fruchtlose Versuche gemacht worden, deutsche Lehrlinge heranzubilden, die aus Polen und Wolhynien herbeigezogen werden. Die Nachfrage nach ihnen tst groß, es fehlt aber an Material. Ueberaus lohnen- würde die Einwanderung tüch­tiger Handwerker aus dem Reiche let n cs unterliegt durchaus keinem Zweifel, baß sie mit offenen Armen ausgenommen wer­ben und vortrefflichen Verdienst erhalten wür­ben. In den kleinen Städten haben sie willkom­menen Zusammenschluß, deutsche Schulen für Ihre Kinder und in der städtischen und länd- jllchen deutschen Bevölkerung gute Abnehmer. Die Haupt stelle für Arbeitsnach, j»e» Deutschen Vereins in

(Stinke-Wochenbericht

der Preirberichtstelle des Dentschen Landwirt- schastSrats vom 5. bi» 11. Nov. 1907.

Angesichts der angespannten Lage des Eecht Marktes hat sich der Preisdruck auf dem Welt« markte weiter verschärft. Die Schwierigkeit be| Geldbeschaffung veranlaßt in Amerika Export­bestrebungen, die mit der wirklichen Leistung»« sähigkeit kaum in Einklang zu bringen find, während die Kaufkraft der Absatzgebiete au» finanziellen Gründen gleichfalls geschwächt tte scheint. Diese Verhältnisse lassen die für die Ge­staltung der Marttlage sonst maßgebenden Fak­toren weniger zur Geltung kommen. Auch in Deutschland ist der Geschäftsverkehr durch bett teuren Eeldstand in Mitleidenschaft gezogen, aber es traten andere Momente in ErscheinunL die geeignet waren, den ungünstigen Einbruch der amerikanischen und englischen Kursrückgänge abzuschwächen. Vor allem hat hier der Um­schwung zur winterlichen Witterung die Be­fürchtung erweckt, daß die ohnehin schon seit längerer Zeit behinderte Warenzufuhr durch einen frühzeitigen Schifsahrtsschluß ganz abge­schnitten werden könnte. Der Handel ist schwach versorgt. Vorräte, aus denen der Konsum in den Wintermonaten schöpfen könnte. find nicht vorhanden, und es ist fraglich, ob die in der Pro­vinz vorgäauften Mengen noch rechtzeitig her­angezogen werden können. Ebenso unwillkom­men wäre ein allzu früher Eintritt kalter Wifo terung für die Landwirtschaft, denn es ist noch manche Arbeit auf den Feldern zu erledigen, vor allem aber wäre für eine gedeihliche Ent» Wicklung der späten Saaten noch eine Periodn milder und feuchter Witterung wiinschensweA Außer diesen Erwägungen trugen russische Frost­meldungen und der Umstand, daß die russische Regierung gu. hohen Preisen Verpflegungsan­käufe vornimmt, wesentlich zu der festeren Ver­anlagung des deutschen Eetreidemarktes bet. Während sich Weizen dem Einfluss« des Aus­landes zeitweise nicht zu entziehen vermoiM und den erzielten Kursgewinn wieder aufgab^ lag Roggen durchaus fest und schließt 45 <Ä über letzter Woche. Hafer hatte gleichfalls fem Tendenz, aber stillen Verkehr, da sich der Bedarf in Anbetracht hoher Forderungen nur auf da» Notwendigste beschränkt. Bei den übrigen Futtermitteln gestaltete sich der Absatz seit de« Eintritt kälterer Witterung etwas lebhafter, Auch im Braugerstengeschäft haben Bezugs- schwierigkeiten die Kauflust im Inland« en» geregt.

ES stellten sich heute die (Betreibet)ttife in Mack pro 1000 Kilogr. an den nachgenannten Orten, toobd daS Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Vor­woche in Klammern 0 beigesügt ist, wie folgt5

Weizen Roggen «Hafer Berlin 227 (-) 212 (+7) 188 (+5

Leipzig 228 () 215 (-) 180 (j

Amburg 217 (-) IM (-8) 180 M

Mannheim 239 (4) 217*/» () 190 ()

Sranlfurta.M. 2^2*/,f-7/,)2U7*/, (-7*/.) 190 J-2»M

Vierteljährlicher Bezugspreis; bet oer Expchition 2

Wl OßQ bei allen Postämtern 2,25 M. (.ejcL Bestellgeld).

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