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mit -em Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckk^r«

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Erstes Blatt

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Gesichtsfarbe aus, tüchtig verbrannt

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obgleich sie durch die Sonne

ist. Wie merkwürdig!"

Lasten wir das!"

Schwester Virginias Ton

waltung die in einer wertvollen Kasteite gende Adresse, in der es u. a. heißt:

Wir freuen uns, Euer Majestät nicht als nahen Verwandten und East unseres

nigerode dem Lordmayor und den Sheriffs di« ihnen vom Kaiser verliehenen Dtben über­reichte. Als der Kaiser den Saal betrat, er» tönten Fanfarenklänge. Der Kaiser, der die Gemahlin des Lordmayors führte, wurde z» dem Thronsitz zur Linken, die Kaiserin zum Thronfitz zur Rechten des Lordmayors geleitet. Der Kaiser trug die Uniform der Zietenhusaren. Er sah wohl aus, augenscheinlich befand er sich in heiterer Stimmung. Der Lordmayor über­reichte dem Kaiser namens der städtischen Ver»

Der Kaijerbesuch in England.

Bei der Festtafel im Schlosse zu Windsor wurden, wie bereits mitgeteilt, zwischen den Herrschern herzliche Trinksprüche ausgetauscht, bie nachstehenden Wortlaut hatten. Der König von England brachte folgenden Toast aus:

Frauenhände.

: Roman von Erich Friesen, üß (Fortsetzung).

Inzwischen ist Arthurs Befinden ein derartig gutes geworben, daß Schwester Virginia daran denkt, wieder abzureisen. Aber jedesmal, wenn sie davon spricht, tritt ein Keine Verschlim­merung in dem Zustand des Patienten ein. Krampfhaft packt er ihre Hände und bittet und fleht und bettelt:

Noch ein paar Tage, liebe gute Schwester! Ich fühle, ich bin noch nicht aus jeder Gefahr!"

Und Schwester Virginia bleibt. Liebt fie doch den schönen, bleichen Knaben wie ihr eige­nes Kind!

Heute geht es Arthur besonders gut. Er hat sich lange mit Schwester Virginia unterhalten, sie nach allem Möglichen gefragt nach dem lieben Florida, nach dem Oberarzt, nach der kleinen Schwester Anastasia--

Plötzlich richtet er seine großen braunen Augen forschend auf Schwester Virginias Ee- stcht.

»Wissen Sir auch, daß Sie sehr merkwürdige Augen haben, Schwester?"

Wieso?"

Ihre Augen sind sehr, sehr schön. Aber viel zu hell für Ihr schwarzes Haar!"

Leise Röte steigt in Virginias Wangen. Hastlg setzt sie die Brille wieder auf, die fie vor einiger Zeit abgenommen hatte.

Dabei verschiebt sich ihre Haube und ein Terl der schweren schwarzen Haarmassen.

Was ist das?" ruft Arthur, der sie beständig beobachtet.Da schimmert etwas Eoldigblondes unter Ihrem Haar hervor!"

Schwester Virginia lacht ein forciertes «acyen, wie es Arthur noch nicht bei ihr ver» Ucvrmen hat.

' »Sie täuschen sich, liebes Kind!" I

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck unb Verlag: Joh. Äug. Koch, Umvcrsitäts-Buchdruckerei 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon öS.

Rein, nein. Ich täusche mich nicht. Und jetzt fällt mir auch ihre zarte

klingt strenge, ganz gegen ihre Gewohnheit. Und der Knabe fügt sich.

liebten Königs, sondern auch als berühmten Herrscher der großen deutschen Nation bewill­kommnen zu dürfen. Wie sind glücklich, bei dieser Gelegenheit in unserem Namen, im Na­men der Bürger Londons, den Gefühlen der Hochachtung, Freundschaft, Sympathie Ausdruck zu geben, welche das Volk des vereinigten Kö­nigreichs gegenüber dem deutschen Volke beseelt. Wir geben der zuverlässigsten Hoffnung Aus­druck, daß die Gefühle von Achtung und Wert­schätzung, welche schon so lange bestehen zwischen der großen Nation, über welche Euer Majestät regiert, und der unsrigen, sich immer stärker und dauerhafter gestalten mögen, zum Wohle und Glücke beider Völker."

Bei Entgegennahme der Adresse schüttelte der Kaiser dem Lordmayor, der inzwischen die ihm vom Kaiser verliehenen Orgen angelegt | hatte, die Hand und erwiderte mit vernehm­licher Stimme:Bitte meinen Dank für die Adresse und die prächtige Kassette, sowie ben; glänzenden Empfang entgegennehmen zu wol­len. Inmitten all der Ausschmückungen sah ich die Inschrift:Blut ist dicker als Was­ser!" Möge dies immer so zwischen beiden Ländern bleiben, möge die große Stadt London sich unter den Auspizien meines geliebten On­kels, den Gott schützen möge, immer erfolgreich weiter entwickeln."

Beim Festmahl im alten Bankettsaal der Guildhall saß der Kaiser zur Rechten, die Kai­serin zur Linken des Lordmayors, die Gemahlin des Lordmayors zur Rechten des Kaisers, wäh­rend die Kaiserin zu ihrer Linken den Prinzen von Wales hatte. Der deutsche Botschafter saß neben Lord Lansdowne, Staatssekretär v. Schön zwischen Botschafter Lascelles und Staatsfekre- tär Grey. Während der Tafel brachte der Lord­mayor zuerst einen Trinkspruch auf den König und die Königin und dann auf den Kaiser und die Kaiserin aus. In dem letzten Trinkspruch sagte der Lordmayor u. a.: Mancherlei Ereig nisse und Aenderungen haben fich zugetragea seit Eure Majestäten zuletzt in dieser Hall»

........ wwüosgüaa ihr ernstes Antlitz und ihre schönen klare, Augen.

Dr. Berry fährt zurück, als habe er einet Schlag erhalten.

Großer Gott! Täuscht ihn ein Truggebild» seiner erregten Phantasie?... Es kann ja niÄ anders sein! Kann nicht!!

Aber diese Augen! Diese Haltung! Dieses -c Da treffen ein paar Worte an sein Ohr: Gewiß, Herr Doktor. Es wird alles nack Ihrem Wunsch geschehen." ,

Eiskalt überläuft es Dr. Berry.

Auch die Stimme!... Also doch!... Bar« Herzigkeit!!

Rasch bringt er Frau Robinson das a* wünschte Buch. w

Dann reißt et in fliegender Hast ein Blatt aus seinem Notizbuch, schreibt einige Seile* darauf und eilt dem fich enffernenden A«tz nach.

,Serr Doktor einen Moment!" Der Arzt bleibt st^en.

»Nun?" r^Tf

Geben Sie, bitte, diesen Zettel g: ich meine der Schwester Virginia!"

Jetzt gleich?"

Ja, sofort! Es hat die größte Eile!"

Kopfschüttelnd kehrt der Arzt um und h&| den zusammengefalteten Zettel ins Kranken­zimmer.

Bei der Begrüßung Eurer Majestät des 'Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin an den britischen Gestaden sei es mir vergönnt, im Namen der Königin und für mich selbst der großen Freude und Genugtuung Ausdruck zu geben, die es uns gewährt, Eure Majestäten hier in diesem alten, historischen Schlosse zu be-

Jmmerhin Schwester Virginia ist noch vorfichtiger geworden, und sie nimmt sich fest vor, baldigst abzureisen, um nicht länger der Gefahr einer Entdeckung ausgesetzt zu sein.

O, welche Seelenkämpfe hat es sie gekostet, überhaupt zu kommen! . . .

Und gar erst, als sie aus Arthurs Munde er­fuhr, daß der Bräutigam seiner Schwester Nor­bert Douglas heiße da glaubte sie, umsinken zu müssen vor Herzweh.

Und doch ist nicht das eingetreten, was fie stets erhoffte? Muß nicht Ruth Douglas tot fein? Tot für ihn, für die ganze Welt? Ist fie nicht jetztSchwester Virginia", die nur noch auf Erden wandelt, um Schmerzen zu verscheu­chen, Leiden zu mildern, Ruhe zu bringen?

Während der ganzen Woche bildet die ge­heimnisvolle Pflegeschwester das Hauptgesprächs- thema in der Villa Tuskulum. Mau bestürmt den Arzt mit Fragen über sie.

Besonders Dolly, die damals, als sie ihr das Tor öffnete, vor Aufregung die Pflegeschwester gar nicht recht angesehen hatte.

Doch der Arzt plaudert nichts aus. Er, gleich dem Priester der Mitwisser so mancher Geheim­nisse, ahnt, daß auch hier eine Tragödie verbor­gen liegt, von der man den Schleier lieber nicht hebt.

Nach und nach gewöhnt man fich daran, Schwester Virginia wie einen Schutzengel, eine Art überirdisches Wesen zu betrachten, das be­reits zweimal seine Fittiche über Arthurs Leben gebreitet.

Und mtt innigem Dankgebet zu Gott ver«

Dann entfernt er sich wieder. Der erfahren« Menschenkenner ahnt, daß eine Katastrophe tm Anzuge ist und inniges Bedauern durchwallt sein Herz.

Den ganzen Nachmittag über befindet fich Dr. Berry in furchtbarer Aufregung.

Was wird fie tun?" .'

Dies sein einziger Gedanke.

Wiederholt ruhen seine Blicke mtt ganz etg# nem Ausdruck auf Dolly, die in glückseligst« Unbefangenheit durch Hau» und Gatten toltt,

Arme Dollys . ., '<

nimmt die liebende Mutter jeden Tag aus dem Munde des Arztes die Mitteilung:

'Es geht besser!" -»<

18.

Kuckuck! Fang mich!" t

Wo bist Du, Dolly?"

«Hier, mein gestrenger Herr Bräutigam!«.

Nein, hier kuckuck!"

Und Dolly steckt ihr lachendes Köpfchen hin­ter einem Jasminstrauch hervor , ,. dann wie­der hinter einem Fliederbusch , . , dann aus dem Rosenlaube...

Kuckuck! Kuckuck!"

Und Norbert springt mit einem Satze über die blühenden Blumenbeete und hascht die fliehende Mädchengestalt und drückt sie an feine Brust und preßt den bärtigen Mund auf die rhm willig dargebotenen frischen Lippen.

Und Dolly errötet unter diesem Kuß. Sie ahnt, es ist nicht der ruhige, gleichsam brüder» licye Kuß, wie vor wenig Wochen es ist ein anderer Kuß, wärmer, inniger, stürmischer--

und ein ganz eigenes, beseeligendes Gefühl durch» zittert ihr junges Herz.

Drinnen im kleinen Wohnzimmer, sitzen Frau Robinson und Dr. Berry in ernstem Gespräch. Sie hat den Freund noch so gar manches zu fragen vor der Vermählung ihrer Tochter.

Gerade will sie ein Buch aus dem Neben­zimmer holen, in welchem fie sich eine diesbe­zügliche Notiz gemacht.

Dr. Berry kommt ihr zuvor. Er nimmt im Nebenzimmer das bezeichnete Buch an fich und will wieder zurück zu Frau Robinson.

Da öffnet sich die gegenüberliegende Tür und der Arzt tritt aus dem Krankenzimmer. I

Er muß etwas vergessen haben, denn er ruft leise hinein:

Schwester Virginia!"

Eine hohe Frauengestalt erscheint auf der Schwelle. Sie hat die Brille abgesetzt. Ei* hereinbrechender Sonnenstrahl beleuchtet hell 1

die irgend einer anderen Macht Anlaß zu Be­fürchtungen geben könnte. Nichts liege ihm ferner als das und seine Hoffnung sei nur, daß die Beziehungen zwischen den Regierungen der beiden Länder den nicht nur korrekten, sondern herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Herrscherfamilien immer ähnlicher werden möchten. Diese Bemerkung des Staatssekretärs gab Veranlassung zu einer Besprechung der Presse-Methode in England und Deutschland, an deren Schluß Herr v. Schoen seiner aufrichtigen Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß die Presse beider Länder aufhöre, Dinge zu sagen, die nur darauf berechnet seien, eine Verbitter­ung hervorzurufen. Herr v. Schoen erkannte an, daß sich immer mehr das Bestreben geltend mache, wirklich freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. Man möge gewisse Mißverständnisse, die aus beiden Seiten vorgekommen seien, ver- aessen und dessen eingedenk sein, daß beide Völ­ker, Schulter an Schulter auf dem Wege der Kultur und der Förderung von allem, was dem Menschengeschlecht am dienlichsten sei, marschier­ten. Zum Schlüsse könne er versichern, daß der Besuch des Kaiserpaares unter den glücklicysten Anzeichen begonnen habe. Die Wärme des Em­pfanges habe die Herzen des Kaisers und der Kaiserin tief gerührt und es liege kein Grund vor, daran zu zweifeln, daß diese glückliche An­gelegenheit die schönen Hoffnungen, von denen er gesprochen, verwirklichen werde.

Am Mittwoch kam der geplante Besuch des Kaiserpaares in London zur Ausführung. Wie aus Windsor berichtet wird, verließ der Kaiser mit der Kaiserin das Schloß um 11 Uhr 15 Minuten und fuhr unter einer Eskorte der berittenen königlichen Leibwache in einem of­fenen Landauer, von der Menge begrüßt, nach dem Bahnhof. Auf dem Bahnhof schrttt der Kaiser unter den Klängen der deutschen Natio­nalhymne die Front der Ehrenkompagnie ab. Mit den Majestäten fuhren der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Herzog und die Her­zogin von Connaught, Prinz Arthur und Prin­zessin Patricia von Connaught. Der Zug mit den Majestäten traf um 11 Uhr 45 Minuten auf der Station Paddington ein. Die Musik spielte die deutsche Nationalhymne. Nachdem der Kai­ser und der König die Front der Ehrenkom­pagnie abgeschritten hatten, überreichte der Mayor von Paddington eine Adresse, in welcher den Gästen ein herzliches Willkommen entboten wird. Der Kaiser sagte in seiner Erwiderung: Wir danken Ihnen für Ihren überaus freund­lichen Empfang. Wir find glücklich, wieder in London zu fein. Der Kaiser und die Kaiserin trafen unter fortwährenden Kundgebungen der Bevölkerung ur. 12y2 Uhr in der prächtig ge­schmückten Guildhall ein, wo schon vorher die Mitglieder der deutschen Botschaft eingetroffen waren, die mit lautem Beifall begrüßt wurden, besonders als Prinz Wilhelm zu Stolberg-Wer-

Piertcljährlichcr BczugspreiSr bet oer Expedition 3 PU,

M 269 bei otten Postämtern 2,25 Mt. <ejel. Sestcllgeld). 5WdlrVllt(|

* ZnsertionSgebuhr: bie gespaltene Zeile oder deren Nrum 15 Pfg.

Neclamen: die Zeile 80 Pfg. 15. v?Oi)Ctttl)Cr 1907,

halb der Wälle dieses großen, alten Windsor- schlosses zugebracht habe. Die Reize alter Er­innerungen sind jetzt erhöht durch den warmen Empfang, den Eure Majestäten uns aus Anlaß unseres gegenwärtigen Besuches bereiten. Es if: auch mein ernstester Wunsch, daß die enge Ver­wandtschaft, welche zwischen unseren beiden Fa­milien besteht, sich wiederspiegeln möge in den Beziehungen unserer beiden Länder und so den Frieden der Welt bekräftigen möge, dessen Auf­rechterhaltung ebensosehr Eurer Majestät bestän­diges Bestreben, wie es mein eigenes ist. In diesem Sinne danke ich Eurer Majestät sehr warm im Namen der Kaiserin und für mich selbst für die freundlichen und huldvollen Worte, mit denen Sie uns begrüßt haben, und in diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf das Wohl Eurer Majestät und Ihrer Majestät der . ..... ..... , Königin und auf das Wohlergehen aller Mit­

wirten. Seit langer Zeit hatte ich gehofft, die- I Glieder des Königlichen Hauses, meiner nahen [en Besuch zu empfangen, und noch kürzlich be- und geliebten Verwandten."

fürchtete ich, daß er infolge der Unpäßlichkeit Nach der Tafel fand Cercle statt, an dem nicht stattfrnden könnte. Glücklicherweise sehen auch der englische Premierminister Sir Camp- Eure Majestäten jetzt beide so voller Gesund- bell-Bannermann und der Staatssekretär Sir beit aus, daß ich nur hoffen kann, Eurer Maje- Edward Grey teilnahmen. Das Programm für Räten Aufenthalt in England, wenn auch nur I den weiteren Aufenthalt des Kaisers in Eng- werde Euren Majestäten recht wohltun. I land hat insofern eine Aenderung erfahren, als Ich habe die verschiedenen Besuche, welche Eure I der Kaiser den Besuch der Insel Wight aufge- Majestät hier von frühester Jugend an abgestat- I geben hat und sich, wie bereits mitgeteilt wurde, tet haben, nicht vergessen. Es ist mit schmerz- zur Erholung auf 14 Tage nach Highcliffe Sich, daran zu denken, daß Eurer Majestät letzter I Castle begeben wird. Das Schloß, welches dem Besuch so traurig war. Ich werde niemals, so Kaiser vom Oberst Wortley für diesen Aufent- lange ich lebe, die Güte und Sympathie ver- I halt zur Verfügung gestellt worden ist, liegt bei gessen, welche mir von Eurer Majestät erwiesen Christchurch, an der Mündung des Avon, in wurden in der Zeit, als die große verehrte I nächster Nähe der durch ihr mildes Seeklima be- Königin verschied. Eure Majestäten mögen ver- I kannten Insel Wight.

sichert bleiben, daß Eurer Majestäten Besuche Die Kaiserin aber wird sich Ende dieser rn dreiem Lande stets eine aufrichtige Freude Woche an Bord derHohenzollern" nach Hol- find sowohl für die Königin und für mich, als I land begeben.

auch für mein ganzes Volk. Ich hege nicht nur I In der schon erwähnten Unterredung des 'n .n8en das Gedeihen und das I deutschen Staatssekretärs vom Auswärtigen

Gluck des großen Reiches, über das Eure Maje- I Amt mit dem Vertreter de- Reuterschen Bure- stat herrschen, sondern auch für die Erhaltung aus im Schlosse zu Windsor betonte Herr von des Friedens. Ich trinke nun auf die Gesund- Schoen ausdrücklich, daß keine Absicht hett Seiner Majestät des Kaisers und Ihrer bestehe, in Windsor irgend eine bestimmte po- Majestät der Kaiserin und bitte dabei noch ein- I litische Frage zu erörtern. England und Deutsch­mal der aufrichtigen Freude Ausdruck geben zu land seien in der glücklichen Lage, keine dürfen, welche uns dadurch gewährt wird, daß aktuellen politischen Fragen vor sich zu haben, wir Eure Majestäten als unsere Gäste em» die der Erledigung harrten. Natürlich gebe es pfangen." I zwischen zwei großen Nattonen immer eine An-

Der Kaiser antwortete mit folgendem I zahl geschäftliche Fragen zu behandeln, aber .Trinkspruche: I dies fei Sache der beiderseitigen Botschaften.

Die überaus freundlichen Worte des Will- An diesen Glück verheißenden Besuch würden kommens, die Eure Majestät an die Kaiserin I große Hoffnungen geknüpft. Man hoffe und «nd mich gerichtet haben, haben mich tief ge- I glaube, daß er eine Erneuerung der herzlichen rührt. Bande enger Verwandtschaft und viele Beziehungen, wie sie zwischen den beiden Län- teuere Erinnerungen an vergangene Tage ver- I dein von alters her bestanden hätten, herbei­binden mich mit Eurer Majestät Familie. Unter führen werde. Diese Beziehungen seien zwar

diesen Erinnerungen steht an erster Stelle die I immer korrekt gewesen, aber dies sei nicht ge-

Gestalt meiner verehrten Großmutter, der nügend, und in beiden Ländern wurde der großen Königin, deren Bild meinem Herzen un- I Wunsch immer stärker, daß fie etwas herzlicher

auslöschlich eingegraben ist, während die Er- werden möchten. Er wolle durch diese Bemerk-

innerung an meine geliebte Mutter mich zurück- ung nicht sagen, daß man in Deutschland ein versetzt in die frühesten Tage einer glücklichen I besonderes, genau bestimmtes politisches Ab- Kindheit, die ich unter dem Dache und inner- I kommen oder irgend eine Vereinbarung erstrebe,