mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckkaiu.
'___ Sormtaasb-Uaaer ftHhiftrirM Eov«taasblatt. ”
63 000 M
139 000 Jk
Fürsten Alexander von Teck.
Poiis-
gu Lbev
Doktor?
150 000 M.
14 000 M
3. Zinsgewinn durch Zollkredit
4. Fracht-Ersparnis auf der Eisenbahn
Deuisches Reich.
— Das Kaiserpaar in England. Windsor, 12. Nov. Nach dem Diner gestern abend fand Cercle statt, an dem auch der Premier
betriebe nichts nach. Die technische Einrichtung der Eroßmühlen besteht nur in einer Vervielfachung derselben Maschinen und die Kleinbetriebe könnten aller großkapitalistischen Konkurrenz die Spitze bieten — wenn die Erotz- mühlen nicht ungerechte Vergünstigung durch Zollvergütung und Frachttarifvorteile hätten. Eine Hafenmühle, die jährlich etwa 60 000 Tonnen ausländisches (Betreibe einführt, hatte 1899 folgende Vorteile gegenüber den binnenländischen Mühlen:
1. Zoll-Ersparnis durchReinigung im Transit-Lager
2. Ueber-Vergütung beim Mehl-Export
ren!" sagt Schwester Virginia ernst, und die ruhige Gelassenheit ihrer Stimme bildet einen eigentümlichen Gegensatz zu Dollys Heller Begeisterung.
Ganz eingeschüchtert, ohne noch einen Blick auf die Pflegeschwester zu werfen, schreitet Dolly voran ins Haus.
„Wer ist bei dem Kranken?" fragt diese aufs neue.
„Der Arzt."
„Cut. Ich will mit dem Kranken und dem Arzt allein sein."
Schwester Virginias Ton klingt so bestimmt — Dolly wagt nicht zu widersprechen. Schwei-
vierteljährlicher Bezugspreis da oer Expüition 2 AL, bet allen Postämtern 2,25 M. (qd. Bestellgeld).
ZnsertlonSgebühr: die gespaltene Zeile oder vercu Skrum 15 Psg.
Reclamen: die Zelle 30 Pfg.
Minister Sir Campbell-Bannermann und Staatssekretär Sir Edward Grey teilnahmen, die beide bis Mittwoch im Schlosse verweilen werden. Sir Frank Lascelles und Graf Wolff- Metternich bleiben bis Freitag im Schlosse. Kurz nach 10 Uhr morgens kam Felix Semon im Schlöffe an, um Dr. Jlberg seine Aufwartung zu machen; beide , fuhren später im Automobil nach Frogmor, um das königliche Sanatorium dort zu besichtigen. Der große viereckige Hof des Schlosses, um den die königlichen Gemächer liegen, bietet einem lebhaften Anblick. Die Majestäten nahmen das Aufziehen der Wache von den Fenstern aus in Augenschein. Kurz vor 11 Uhr fuhren zwei geschlossene königliche Automobile in den Hof und hielten vor der königlichen Pforte. Hier stieg König Eduard ein: er ließ sich zum Hauptportal fahren, wo der Kaiser und der Herzog von Connaught zu ihm stiegen. Die Majestäten fuhren zur flämischen Farm im Walde von Windsor, wo der Prinz von Wales, Prinz Arthur von Connaught und Prinz Christian von Schleswig-Holstein sie erwarteten. Später kam auch die Kaiserin mit der Herzogin von Albany und dem
Jetzt erst zieht die Pflegeschwester die Hand fort von der Stirn des Knaben.
Dann stellt sie sich rasch dem Arzt vor.
Dieser hat mit Verwunderung den außerordentlich günstigen Einfluß der Frau auf den Kranken beobachtet und macht zu ihr eine Bemerkung darüber.
Schwester Virginia hat den Schleier abge- nommen, eine blaue Brille aus der Tasche gezogen und sie aufgesetzt.
„Ich habe gewöhnlich einen beruhiaep^n Einfluß auf meine Patienten," erwiderte sie. „Bei Arthur Robinson vielleicht noch in höherem Maße."
»Und Ne wollen die Pflege des Kranken übernehmen?"
„fsa. Unter einer Bedingung!"
„Hie wäre?"
„Daß während meiner Abwesenheit niemand ins Krankenzimmer kommt, außer Ihnen."
„Aber doch die Mutter?"
„Nein. Auch nicht die Mutter."
Der Arzt schüttelt den Kopf.
„Ich weiß nicht, ob ich das versprechen darf. Die Mutter vom Krankenbett ihres einzigen Sohnes zu verbannen--“
Ruhig bindet Schwester Virginia sich den Schleier wieder vor und ergreift die Handtasche.
.Mas wollen Sie —"
„Ich reise sofort wieder ab. Sie erfüllen meine Bedingung nicht, Herr Doktor — mir bleibt nichts weiter übrig."
Der Arzt schwankt. Dann sagt er lebhaft:
„Warten Sie noch einige Augenblicke, liebe Schwester!",
Und zur Tür hinaus ist er.
Schwester Virginia tritt hin vor den schlafenden Knaben.
„Du liebes, liebes Kind!" murmelte sie.
^Vehüte Dich der allmächtige Gott!"
Inzwischen ist der Arzt wieder eingetreten. ,yJhr Wunsch wird «füllt werden," sagt er
gend öffnet sie eine Tür und entfernt sich dann, um der Mutter und dem gestern eingetroffenen Vormund die Wundermär von der Sn^nrt der sehnlichst erwartet-» Psfogeschwefter ' bringen.
. Tis Schwester Virginia eintritt, hört sie eine matte Stimme klagen:
mouth, 12. Nov. Bei dem von den Marinebehörden zu Ehren der deutschen Seeleute veranstalteten Mahle wurden Trinksprüche auf Kaiser Wilhelm und König Eduard, sowie aus die deutsche Marine ausgebracht. Während des Mahles konzertierte die Artillerie-Musikkapelle, mit der die deutschen Mannschaften abgeholt und nach dem Festlokal geleitet wurden. — Windsor, 12. Nov. Das Programm für das weitere Verweilen des Kaisers in England nach der Beendigung des offiziellen Besuches am Montag steht noch nicht fest. Die Kaiserin dagegen wird sich am Samstag oder Sonntag auf der „Hohenzollern" nach Holland begeben. Der Staatssekretär von Schoen kehrt am Montag nach Berlin zurück. — Portsmouth, 12. Nov. 250 englische und deutsche Matrosen wurden heute Mittag von den Marinebehörden in den Schiffsbaracken bewirtet: bei dem Festmahle wurden unter allgemeiner Begeisterung freundschaftliche Reden gehalten. — Windsor, 12. Nov. Der Nebel verschwand heute früh vollständig und die vom herrlichen blauen Himmel scheinende Sonne ließ den in den Heröstfarben prangenden Wald von Windsor wie ein Märchenland erscheinen. Nach erfolgreicher Jagd fuhren der Kaiser und der König nach Cranborne Tower zum Frühstück, an welchem auch die Kaiserin und die Damen der königlichen Familie teilnahmen. — Nach dem Frühstück kehrte die Königin mit der Kaiserin und den Prinzessinnen von Cranbourne Tower hierher zurück, während der König und der Kaiser mit den anderen anwesenden Herren die Jagd bis zum Eintritt der Dunkelheit fortsetzten und sich dann nach dem Schlosse zurückbegaben. — Durch die Angaben des nunmehr vollständig vorliegenden Programms für den Besuch des deutschen Kaiserpaares in England wird bestä-
jährlich zusammen 366 000 M
Diese Vergünstigungen genießen die Eroß- mühlen hauptsächlich auf Kosten des Staatssäckels. (Der Staat hatte einer Posener Export- Mühle in einem Jahre 200 000 «.H an Zollvergütung aus feiner Tasche zugezahlt.) Durch neuere Gesetze ist diesen Uebelständen zwar etwas abgeholfen, aber nur in ungenügender Weise. Rechnet man dazu die schwere Steuer« belastung der Kleinmühlen, so ist es wohl erklärlich, warum diese zu Grunde gehen.
Ein weiterer Vorteil der Eroßmühlen besteht in der „spekulativen Ausnutzung des Weltmarktes", wie die „Zitt. Morg.-Ztg." so schön sagt. Da aber l^ffeßlich bei jeder erfolgreichen großkapitalistischen Spekulation ein Teil des Volkes — sei es nun Käufer oder Verkäufer — der betrogene ist, so halten wir den Schutz aller ehrlich schaffenden Tätigkeit für wichtiger als dis Begünstigung der Spekulation.
Aber die linksliberale und freisinnige Presse ist gegen alle diese Beweisgründe taub, sie will speziell nichts von einer Bekämpfung der Auswüchse des Großkapitals wissen. Die „Zitt. Morg.-Ztg." rät den Kleinmüllern kaltblütig, sie sollten ihre Betriebe eingehen lassen und sich anderen Berufen zuwenden! Das „eherne Schicksal" der Kleinmühlen sei nun einmal besiegelt und das Weltrad lasse sich nicht aufhalten. — Wunderbare Weisheit und Volksfreundlichkeit! —
Die Männer des Mittelstandes mögen hieraus erkennen, wie übel sie beraten find, wenn ste den Versprechungen der im Dienste des Großkapitals stehenden freisinnigen Presse noch immer Glauben schenken. Sie werden endlich lernen müssen, zwischen Freund und Feind ehrlich zu scheiden und nicht länger Zeitungen und Parteien zu unterstützen, die nur aus den Ruin des Mittelstandes hinarbeiten.
„Sie hat wirklich nicht geschrieben. So kommt sie doch wirklich nicht? .... Ach, fie hat mich vergessen, meine liebe Schwester Virginia! Ach —!" •
Und der Knabe bricht in heißes Weinen aus, bas Jemen gebrechlichen Körper hin und her „Aber beruhigen Sie sich doch, mein junger Freund —" tröstete der Arzt.
Vergebens. Der Knabe weint und weint, als solle ihm das Herz brechen.
Da legt sich eine kühle Hand auf seine Stirn. Und eine tiefe, ach so wohlbekannte Stimme sagt:
„Ich bin da, mein lieber Junge!" > „Schwester Virginia!!"
Ein einziger, tief dankbarer Blick, ein langer, befreiender Atemzug — mit glückseligem Lächeln finkt der Knabe in die Kiffen zurück und ist in wenig Sekunden «ingeschlajen — tiej und
Der Freisinn und das Meingewerbe.
■ Von unterrichteter Seite wurden uns nach- fiehende Darlegungen übermittelt, die wir in folgendem wiedergeben:
. Die freisinnigen und linksliberalen Blätter Haben noch immer Anhang in breiteren Volksschichten, denn sie verstehen es nur zu gut, diesen Kreisen nach dem Munde zu reden und ihre Lolkssreundlichkeit ins beste Licht zu setzen. Doch, wenn es sich darum handelt, wirklich für bie Interessen der kleinen Leute einzutreten, fo versagt diese Presse völlig.
1 Charakteristisch ist das Verhalten der fteifin- »igen Presse gegenüber der neuen Mittelstandsbewegung. Sie wird mit allen Mitteln zu verdächtigen gesucht. Auch die aus gewerblichen Kreisen erhobenen Forderungen zum Schutze des Kleinbetriebes gegen seine übermächtigen Groß-Konkurrenten finden in der genannten Presse keinerlei Verständnis. Das zeigte dieser Tage wieder das Verhalten der „Zittauer Morgen-Zeitung" gegenüber den Interessen der Kleinmüller. Wie die meisten linksliberalen Blatter hat auch diese Zeitung wiederholt Artikel gebracht, in denen sie sich gegen die von den Klein- und Mittel-Mühlen gewünschte Umsatzsteuer wendet. Das Blatt nahm dabei in gewohnter Weise Partei für die Großbetriebe und das Großkapital und stellt alle anderen Bestrebungen als rückschrittlich hin. Die Darstellung der Verhältniffe im Mühlengewerbe war dabei vielfach eine falsche und unzutreffende, und die „Zitt. Morg.-Ztg." wurde deshalb aus Müller- kreisen wiederholt ersucht, die Darstellungen zu berichtigen. Man bat sie um Aufnahme einiger Mitteilungen über die geplante Umsatz-Steuer. Die „Zitt. Morg.-Ztg." lehnte das aber ab mit ber Begründung ^;,einHslches Vorgehen im Interesse der Kleinmüller wäre gegen ihr Prin- zip." Und dabei nennt sich bie „Zitt. Morg.- Ztg^ „Organ für Volksinter essen". —
Es ist schon oft nachgewiesen worden, daß bie Umsatz-Steuer keine Brotverteuerung, sondern nur eine Entlastung der Kleinmühlen bezwecken soll. Heute zahlt manche Klein- und Mittelmühle für die Tonne vermahlenes Getreide 1 bis 1 M 50 Steuern, die Eroßmühlen im Durchschnitt für die Tonne dagegen nur 8—10 4. (!) Trotzdem liefern bie 38 000 Klein- und Mittel- Kühlen noch heute 75 Prozent des deutschen Mehlbedarfes. Da bie Kleinmühlen aber erwiesenermaßen imstande sind, bei voller Veschäf- ttgung aber gut das Doppelte ber heutigen Enenge zu leisten, so ist gar. kein Bedürfnis für »re Schaffung neuer Großbetriebe vorhanden; iunb mit der Entlastung ber Kleinmühlen durch »ie Umsatz-Steuer würde eher eine Verbilligung »es Brotmehles eintreten, als eine Verteuerung, wut^ das Gerede von der technischen lleberlegen- helt der Eroßmühlen und der hefteten Qualität ihrer Erzeugnisse ist längst als unwahr widerlegt. Die meisten Kleinmühlen haben heute dieselben Maschinen wie bie Eroßmühlen und gie Güte ihrer Erzeugnisse läßt denen ber Erotz-
3mei Tage später, morgens aegen 9 Uhr, Halt ein Wagen vor ber Villa Tuskulum.
Dolly, die ans Fenster geeilt ist, sieht eine Pftegefchwester mit einer kleinen Reisetasche in ®«r Hand, aussteigen.
* Von einem freudigen Schreck durchzuckt, rennt hinaus, um das Tor zu öffnen.
„Bin ich recht bei Frau Robinson?" fragt me Pflegeschwester, welche die Haube tief in die «tim gezogen und außerdem das Gesicht mit "Nem dichten grauen Reifeschleier bedeckt hat i »Ja, ja!" erwidert Dolly, ihr die Reisetasche Abnehmend. „Und, Sie sind Schwester Virginia, nicht wahr? O, wie gut von Ihnen, daß Sie •ommenl“
»Bitte, mich sofort zu dem Patienten zu füh-
ernst. Niemand wirb während Ihrer Anwesem heit das Krankenzimmer betteten — wedel Mutter noch Schwester, noch der Vormund, «och der Bräutigam von Fräulein Dolly —"
Der Arzt bricht ab, ihm ist, als wollte bis Pflegeschwester etwas fragen. j
Doch gewiß täuschte er sich. Schon hat ßß ihre Reisetasche a^rfsNet unb beginnt, sich Häusl lich einzutt^ien."
„Hier nebenan bie kleine Kammer ist RE Schlafkabinett," bemerkt er noch, auf eine Tapetentür beutend. Sie hat keinen anderen Aus- gang als diesen."
Schwester Virginia nickt unb ber Arzt entfernt sich.
Von bieser Stunbe an bessert sich Arthur« Zustand ersichtlich. Wenn et einmal nicht schlafen kann, ntmmf Schwester Virginia seine ab« gezerten Finger zwischen bie ihren — unb er schläft ein. Wenn Fieberphatasien ihn quälen, legt sie ihre kühle Hand auf seine Stirn — ba« Fieber weicht. Wenn bet Nuls matt unb trägt schleicht unb bas arme schwache Herz beinahe aufhören will, zu klopfen, lieft sie ihm mit ihre» tiefen, ruhigen Stimme vor — bie Herztätigkeit nimmt zu, die Atemzüge werben tiefer.
Der Arzt berichtet Wunber von dem fast übermenschlichen Einfluß bet Schwester Virginia auf ben Kranken.
Unb Mutter unb Schwester unb Vormund harren erwartungsvoll des Moments, wo ihnen gestattet sein wird, endlich das Krankenzimmer zu betreten und den teuren Kranken zu sehe« und auch die wundersame Mlev^ch^esret.
Nur Notbett fg nicht neugierig. Et weißtz mig es Menschen gibt, die einen seltsame« Einfluß auf andere auszuüben imstande sind, llutz unwillkürlich gedenkt er wieder seiner Ruth, bie damals vor Jahren, in jener glücklichen Zeit f* wer ersten Liebe, durch einen Druck ihrer fest« Hand, aufkeimende Leidenschaft und heiße« BW», lange« iu zähme« wußte,
Fortsetzung solgi.^
Mochdruck verboten.),
Frauenhände.
Roman von Erich Friesen.
- . , „ (Fortsetzung).
’ Die Erregung hat Arthur mächtig angegriffen - Kraftlos sinkt er in die Kissen zurück.
Ter Arzt schüttelt den Kops.
„Der Knabe wird schwächer und schwächer," lagt er ernst. „Wenn ich wüßte, daß diese Schwester Virginia--“
„Schreiben Sie an sie!" drängt Norbert. „An ste selbst und an den Oberarzt des Sanatoriums! Mieten Sie ihnen, was Sie wollen! Meine Kasse steh^ganz zur Verfügung. Nut lassen Sie die ps-egefchwester kommen, so schnell es geht! Vielleicht steht Arthurs Leden auf dem Spiel!"
| Und ber Arzt schreibt.
Von diesem Tage an ist Arthur beruhigt. Dft liegt er ganz sttll da, ein rührend-; Lächeln in den schmerzverzogenen ZllZön.
„Sie kommt! . .. Sie f^mt!“"”
b ftin einziger Gedanke Tag und
tigt, daß ein zweiter Besuch de« Kaiser« ich London in Aussicht genommen ist. Dieser Besuch soll am 16. ds. Mts. stuttfinden und wirft privaten Charakter tragen. Die Kaiserin dürst« ihren Gemahl bei diesem zweiten Besuch nicht begleiten. Am letzten Tage de» Aufenthalt des Kaiserpaares in Schloß Windsor erfolgt, Wick bas offizielle Programm in Bestätigung früherer Meldungen ankündigt, die Begegnung mit dem König unb bet Königin von Spanien. Am 18. trifft bet Kaiser zu längerem Ausenh» halt auf der Insel Wight ein. Der mit Rücksicht auf diesen Erholungsaufenthalt hinausgescho- bene Besuch in Amsterdam dürfte, wie sich Londoner Blätter aus dem Haag melden lassen, «U 11. ober 12. Dezember abgeplattet werden.
— Anerkennung einer Seemannstat. S tt< men, 12. Nov. Der Kaiser hat dem Kapitän Polack, dem Führet des Lloyd-Schnelldampfer« „Kaiser Wilhelm ber Große", bet kürzlich auf hoher See in einem schweren Sturm das ruder- los gewordene Schiff glücklich übet eine 1700 Meilen lange Ozeanstrecke und weiter übet die noch schwierigere 800 Meilen lange Kanal» unb Nordseestrecke ohne fremde Hilfe nach Bremerhaven brachte, in Anerkennung dieser hervom ragenden seemännischen Leistung den Kronen« erben dritter Klaffe verliehen.
— Prinz Arnulf von Bayer« erkrarM München, 12. Nov. Nach den nachmittag« im Palais des Prinzen Arnulf, Sohne« de» Prinzregenten, aus Venedig eingetroffenen Telegrammen übet bas Befinden des Prinzen ist die Verschlimmerung im Fortschritt begriffen. Der Kranke ist noch immer bewußtlos.
— Berkehrskonfetenz. Serif«, 12. Ron, Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Nachträglich hören wir, daß am vergangenen Sonnabend der bayrische Verkehtsministet v. Frauendorfer in Berlin war und mit dem Staatsministet Breitenbach eine längere Unterredung über schwebende Verkehrsfragen hatte. Die Verkehrs- Minister beider Staaten sollen sich von vornherein über die Behandlung wesentlicher Punkt« in erfreulicher Uebereinstimmung befunden haben. Am Nachmittag fand beim Staatsminister Breitenbach zu Ehren Frauendorfers ein Esse« statt, an dem v. a. auch der Vizepräsident de« Staatsministeriums, der Handelsminister 1* der bayrische Gesandte teilnahmen.
— Ehren-Doktor-Jngenieure. Berlin, ft Nov. Die Technische Hochschule zu Berlin-Charlottenburg hat dem Ministerialdirektor «. Du Wirk!. Geh. Rat Dr. Friedttch Althoff und dem Wirkl. Geh. Dberregierungsrat Dr. Otto Naumann die Würde eines Dr.-Jngeniuers ehrenhalber verliehen.
— vortrags-Berbot. Breslau, 12. No«. Herrn Dr. Magnus Hirschfeld, bet in Breslau einen Vortrag übet „Homosexualität" hatten
Marburg Erscheint wöchentlich sieben mal.
p, . jvj . , 1 _ Druck und Anlage Joh. Ang. Noch, UniversttätSÄnchbnrckerrf 42. Jahrg.
L>0nnerslag, 14. November 1907. Marburg, Mar» 21. — Telephon 65. !