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mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg und Kirckbaim Sonntaasbeilaae^ MuttrirteS SsnrrLaaSLlatL *

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Vierteljährlicher Bezugspreis, »et oer ErpÄtion 2 Ltü, btt Men Postämtern 2,25 M. <qcl. Bestellgeld).

JnsertionSgebühn die gespaltene Zelle »-der seren Rrum Pfg.

Neclauicn: die Zelle 30 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 13. Nooember 1907.

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UnwerjitätS-Buchdruckerci 42. Jahrg.

Marburg, Mackt 21. Telephon 55, j

Erstes Matt.

Die Halbwelt der Börje.

Die Börse soll das Herz des Arbeitskörpers einer Nation bilden. An der Börse werden die Erzeugnisse des Volkes verkauft, um an anderen Stellen des Arbeitskörpers wieder in andere Arbeitswerte produktiv umgesetzt zu werden. In der Börse konzentriert sich der Kreislauf der Ar­beit einer Nation.

Aber auch internationale Werte werden an der Börse verkauft und gekauft. Die Erzeugnisse des einen Volkes werden mit den Arbeitspro­dukten des anderen Landes dort umgetauscht, so dass für die Preise der Massenprodukte der Welt heute die Börsen massgebend sind. Alle mensch­liche Arbeit aber ist Versuchswerk, und es ist nicht zu verhindern, dass alle unsere Einrichtun­gen Auswüchse zeitigen, die der Korrektur bedürfen. Kein Wunder, wenn auch der inter­nationale Handel Auswüchse gezeitigt hat. Der internationale Terminhandel zuinal ist in den letzten Jahrzehnten in einer Weise entartet, dass man seinen Differenzhandel geradezu als eine Demimonde" des Handels bezeichnen kann, denn es handelt sich bei ihm nicht mehr um die Grundlage alles Handels, um den Austausch von Erzeugnissen und Werten, der von jeher die Basis aller Börsenumsätze bildete und auch heute noch bilden sollte, sondern es wird in den Dis- ferenzgeschäften um Geldgewinn in wilder Lei­denschaft gekauft und verlauft, ohne dass wirk­liche Erzeugnisse in Frage kommen. Ernten werden im Terminhandel zehn bis fünfzig Mal verkauft und gekauft, Effekten in demselben Massstabe. Eine auf diesem Scheinhandel ba­sierende Preismache treibt die Preise auf und ab, nicht wie die Grösse der Ernten, Politik, Konjunktur und vorhandene Vorräte es bedin­gen, sondern wie Berechnungen und rücksichtslose Kapitalkraft den Markt an der Börse vergewal­tigen können. So wurde der internationale Terminhandel ein Dorado für das Großkapital, die Spekulanten und deren Gefolge, aber eine Misere für alles, was arbeitet. Wer die Preise macht, macht sie im eigenen Interesse und schnei­det seinen Gewinn als Preisdifferenzen aus dem Lohn der Arbeit anderer. Ganze ruinierte Ar­beitsfelder, verkrachte Industrien, zur Arbeit unter Selbstkostenpreis verurteilte Produzenten, finanziell künstlich hinabspekulierte Staats­finanzen sind die Folgen des modernen, inter­nationalen Halbwelthandels.

Der Freihandel ist mit Schutzzöllen eingeengt worden, und zwar zum Vorteil des deutschen Arbeitskörpers. Ein Segen für die Menschheit wird es sein, wenn wir die Freiheit des Han­dels auf Termin, auf die Möglichkeit des Lie-

83 (Nachdruck verboten.),

Frauenhände.

? Roman von Erich Friesen, M (Fortsetzung). "V

Du warst in der letzten Zeit so still, mein Herzblatt! Bist Du auch glücklich?"

Dolly hebt die Lider. Ihre offenen Augen blicken die Mutter voll an.

Ja, Mama. Ich bin vollkommen glücklich. Das Geschenk jener unheimlichen Kreolin hatte mich einige Zeit verstimmt. Aber ich sehe, dass es grundlos war. Ihre mich beängstigenden Worte hatten keinen Sinn. . . Ach, Mama, liebes, gutes Mamachen" sie springt auf und beginnt, mit erhobenen Armen im Zimmer um­herzutanzen, wie sie es früher stets tatich bin ja so froh! Norbert ist so gut zu mir! Und ich glaube" sie errötet heftig und blickt ver­schämt zu Bodenich glaube, er liebt mich auch! Mercedes Aristides, auf die ich zuerst ein bischen eifersüchtig war, ist ihm ganz gleich- Sültig. Ich hab's gemerkt, wenn ich wie zu­fällig von ihr sprach... Und auch jene" pe stocktjene Tote, der sein ganzes Herz gehörte, fürchte ich nicht mehr. Sie ist ja tot, dre Arme, und ich ich lebe! Lebe!!"

Und sie breitet die Arme weit aus--*

Da horch draußen auf der Landstrasse er­regtes Stimmengemurmel. Schwere Tritte, als db Männer mit einer Last daherkeuchten. , Dann lautes Pochen an der Tür.

Von Unruhe gepackt, öffnet Frau Robinson.

Draussen stehen zwei Männer mit einer aus «rettern und Reisigen hergestellten Bahre.

Und auf dieser Bahre liegt allmächtiger »ott! Die arme Mutter glaubt niedersinken zu müssen vor Entsetzen liegt ihr Sohn, toten­bleich, bewegungslos, mit geschlossenen Augen.

Dis beiden Männer stellten die Bahre nieder «nd nehmen die Mützen ab.

ferns und Empfangens, also aus seine natürliche Basis einschränken. Der Kauf und Verkauf ohne Erzeugnis ist Halbweltarbeit. Die kommer­zielle Halbwelt herrscht heute durch ihre Masscn- umsätze an allen Börsen. Ihr Lob singen die sog. liberalen Pressorgane. Das WortFrei-

muss immer mit der Möglichkeit rechnen müssen, dass ihn der Börsenkommissar zum Liefern oder Empfangen zwingt. Die Banken müssen den Register- und Differenzeinwand weiter fürchten. Es muß dafür gesorgt werden, daß ev. nicht zehn bis hundert Mal dieselbe Partie alls Liefer-

heit" tönt so schön an alle Ohren, und doch haben die Verkünder solcher Freiheit stets die Absicht, die Menschen in ihre Fesseln zu legen. Die Erfahrung lehrt, daß die Plutokratie die Men­schen in die schlimmsten Fesseln legt und die Staaten ruiniert.

Der moderne Staat soll alles kontrollieren, was in seinem Bereich vor sich geht. Unsere kon­stitutionellen Staaten sollen die Herrschaft der Einzelnen und einzelnen Klassen verhindern, und die Aufgabe unserer Gesetzgebung müsste sein, die Herrschaft der kommerziellen Halbwelt zu brechen. Alle Stände werden durch Examen kontrolliert, nur der Börsenhandel ist davon frei. So möge man wenigstens den Handel jener Halbwelt auf die Möglichkeit wirklicher Lieferung beschränken, damit nicht die Produk­tionspreise der Arbeitswelt durch das tolle Börsenspiel auch fürderhin vergewaltigt werden. Auch nach dem Gesetz von 1896 blieb die Arbeits­welt ungeschützt, weil seine Bestimmungen von den Vörsenroutiniers umgangen wurden.

Etwas aber hat das Gesetz doch schon genützt. Die Börse fürchtete den Differenz- und Register­einwand, und ihre Tätigkeit würde dadurch ge­hemmt zum Segen des Arbeitskörpers und der Sparbüchse des Volkes. Deshalb verlangt die Börse in ihren Organen jetzt wieder Freiheit für den Effekien-Terminhandel und Freigabe eines grösseren Kreises derjenigen, dis den Ein­wand nicht erheben können. Darum fordern dies die linksliüeralen Blätter für alle Personen des Handelsregisters, obwohl man recht gut weiss, dass das deutsche Handelsregister viel­fach Namen von Personen enthält, die sich als Nachfolger von Vollkaufleuten in das Handels­register eintragen ließen, damit der Betrieb weiter geführt werden kann: Witwen, Kinder, Unmündige, viele Personen, die vom Geschäft keine Ahnung haben! Seltsame Freiheit, mit der Elemente beglückt werden sollen, denen die Wirkung de: Freigabe zumeist ganz unbekannt ist, also daß sie gar nicht nach ihr verlangen!

Den falschen Freiheitskündern gegenüber aber ist festzustellen, dass das B ö r sen­ke g i st e r sehr gut gewirkt hat und daß es ver­dient im vollen Utnfange aufrecht erhalten zu werden. Mehr Licht an der Börse! Diese ist so wichtig für das Volksleben, daß alles, was dort geschieht, in vollster Oeffentlichkeit vor sich gehen muß. Also Deklaration aller Geschäfte, Strafe für den, welcher seinen Lieferungs- und Em­pfängerpflichten ohne Störung durch höhere Ge­walt nicht nachkommt! Der Terminspekulant

Wir fanden den jungen Herrn im Walde liegend vor. Wir kannten ihn; es ist ja der Bruder der Braut von unserm guten Herrn."

Frau Robinson ist an der Bahre ihres Soh­nes niedergesunken. Mit wahnsinniger Hast reißt sie seine Kleider auf und legt das Ohr an sein Herz.

Mama! Mama!" schreit Dolly auf. Tot?!"

Nein, Gott sei gepriesen er lebt!!"

Und die zitternden Hände der armen Mutter falten sich zu stillem Dankgebet.

17.

Tage vergehen .. . und auch Wochen . . .

Todesbleich, zum größten Teil besinnungs­los, liegt Arthur Robinson auf dem Kranken­bett.

Er hat beim Sturz vom Perd den Fuß ge­brochen. Doch das wäre noch dgs wenigste, ob­gleich er starke Schmerzen leidet. Was den Arzt am bedenklichsten macht, ist die beängstigende Herzschwäche, welche durch die furchtbare Auf­regung und das starke Wundfieber immer mehr zunimmt.

. Siom 9iobxn[on leistet fast llebermenschliches m der Pflege ihres mit dem Tode ringenden Kindes. Mit niemanden will sie die Nacht­wachen teilen, obgleich Norbert sie wiederholt gebeten hat, eine Berufspflegerin zu Hilfe zu nehmen.

Dolly hatte sich zu Anfang angeboten, bei dem Bruder zu wachen und es auch einmal versucht.

_Aber der Kranke wurde darnach nur noch kränker. Ihre lebhaften Bewegungen, ihre helle Stimme steigerten das Fieber, so daß der Arzt i sie ein- für allemal vonr Krankenzimmer ver­bannte.

Dolly war darüber tief unglücklich.

Zu nichts bin ich nutze," klagte sie ihrem Bräutigam weinend.Wenn Du krank werden folltest nicht einmal pflegen kann .ich Dich!^ I

ungsobjekt dient. Unter dieser Kontrolle kön­nen wir gesunde und starke Börsen bekommen.

Es gilt, den Arbeitskörper des Volkes zu stärken und zu schützen und seine Vertreter durch das Börsenregister zu mahnen und zu warnen, wenn sie in die Welt der Böxfe eintreten wolle».

Als einen Grund zur Börsenreform führt die Börse auch die momentaneEoldnot" an. Aber wer hat denn die Eoldnot durch die reine Gold­währung etabliert? Das sind ja eben dieselben Kreise, welche den Terminhandel pflegen! So­dann werden die internationalen Beziehungen für die Börsenreform ins Treffen geschickt. Diese internationalen Wertaustausche bedürfen mehr als alles andere der nationalen Aufsicht, schon im Interesse der eigenen Anleihen. Wenn wir nicht überschwemmt würden mit ausländischen Effekten, würden unsere eigenen Anleihen nicht so niedrig stehen, und wenn man uns keine grie­chischen, argentinischen, portugiesischen und ame­rikanischen Werte importiert und aufgedrungen hätte, so besäße das deutsche Volk verschiedene Milliarden mehr. Es ist besser, wir rechnen mit den internationalen Geldkräften für den Fall der Not nicht. Unsere Börsen sind am stärksten, wenn sie sich auf arbeitendes, natio­nales Kapital gründen und dieses ordentlich ge­schützt wird.

Wenn die Börsennovelle zur Annahme ge­langt, durch welche die Personen des Handels­registers der Spekulation preisgegeben und der Terminhandel in Effekten freigegeben wird, dann würde ein Eckstein aus dem Fundament unserer gesellschaftlichen und finanziellen Ord­nung hinausgeworsen werden, wodurch nur die Sozialdemokratie gestärkt werden kann; denn das durch Spekulation erworbene Großkapital wirkt auf das arbeitende Volk wie das rote Tuch auf den Stier. In richtigem Instinkte würdigt der große Haufen das durch Arbeit erworbene Kapital anders, als das Verdienst ohne Arbeit auf Kosten anderer.

Der Zusammenbruch der fingierten Werte in Amerika und der Bankenkrach dort dürfte man­ches zu denken geben. Auch läßt sich die letzte Erhöhung des Diskonts heute nicht den gut gehenden Industrien aufbürden. Wie sagt das arabische Sprichwort?Die letzte Feder bricht dem Kamel den Rücken." Eoldnot herrscht heute überall und verhältnismäßig vor allen anderen europäischen Kulturstaaten in Deutsch­land! Finanziell können wir von Frankreich lernen, dort steht der Diskont noch immer aus 31/2 Prozent.

I Wider Willen mußte Norbert lächeln.

IVorläufig bin ich gesund und werde hoffent- I lich noch recht lange gesund sein. Bleibe nur so, I wie Du bist, meine Dolly!"

I Und er küßte ihr die Tränen von den lieben Augen mit mehr Inhalt und. Wärme, wie je zuvor.

Doch trotz der aufopfernden Pflege mit dem Knaben will's nicht besser werden.

Seine arme Mutter, deren Gesundheit nie die kräftigste war, ist derart ermattet, daß sie sich kaum noch auf den Füßen halten kann.

Endlich besteht Norbert, der jeden Tag viele Stunden in der Villa Tuskulum zubringt, dar- auf, dass sie einmal gehörig ausschlafe. Er werde ! selbst die Nachtwache übernehmen.

Arthur schläft, als Norbert sich, mit einem Buche in der Hand, ins Krankenzimmer begibt.

Ein paar Stunden vergehen, während wel­cher der Patient sich in unruhigem Halbschlum­mer hin und her wirft. Sein Atem geht rasch und unregelmäßig.

Norbert!" haucht es plötzlich matt zu dem Lesenden hinüber.

Sofort ist Norbert an feiner Seite.

Gib mir die Schreibmappe, die dort in der obersten Schublade liegt. Aber nicht auf« machen!"

Norbert hielt das Gewünschte und nimmt aufs neue sein Buch vor, um weiter zu lesen.

Doch seine Blicke schweifen über die Blätter fort nach dem Kranken.

Er sieht, wie Arthur mit seinen matten dün­nen Fingern den kleinen, an einem Bändchen befestigten Schlüssel in das Schloss der Schreib­mappe steckt und dieselbe öffnet; wie er eine Kabinettphotographte herausnimmt, sie lange anblickt und dann mit einem tiefen Seufzer wieder in die Mappe zurücklegt, und wie er die Mappe sorgfältig verschliesst.

Hier, Norbert! Lege sie wieder in bU Schublade!"

Deutsches Reich.

Die Englandfahrt des Kaiserpaares. 9BN schon mitgeteilt wurde, hat sich die Ueberfahrt des Kaiserpaares von Vlissingen nach England dadurch verzögert, dass dieHohenzollern" in­folge dichten Nebens Sonntag nacht genötigt war, bei Kap Selsea Hill Anker zu werfen. Erst gestern früh konnte die Weiterfahrt nach Ports­mouth erfolgen, wo dieHohenzollern" um t Uhr 3 Min. nachmittags einlief. Bei der Ein­fahrt in den Hafen von Portsmouth führte Hollenzollern" die deutsche Flagge im Vortopz und den Unionjack im Besanstopp. Der Kaiscks trug die Uniform des großbritannischen Flottem admirals, der Prinz von Wales, der mit deq Feldmarschall Lord Roberrs dem Kaiserpaaff entgegengefahren und kurz vorher an Bord bet Hohenzollern" gekommen war, trug die deutsch« Admiralsuniform. Als dieHohenzollern" unteß dem Salut der Schiffs im Hafen und auf der Reede von Spithead landete, brach die Gönne durch und die Nebel stiegen in die Höhe. Der Mayor von Portsmouth überreichte eiiM Adresse, in welcher der Freude über den Besuch des Kaiserpaares auf Englands Boden mit bei besonderen Genugtuung Ausdruck gegeben wird, daß es den Stad^behörden von Portsmouth ver­gönnt sei, als erste das Kaiserpaar willkommen heissen zu dürfen. Der Kaiser dankte mit einfc gen Worten. Um 2 Uhr 30 Min. erfolgte dir Weiterfahrt des Kaiserpaares nach Windsoh woselbst die Ankunft um 4 Uhr 50 Min. erfolgte, Der Empfang des deutschen Kaiserpaares ge­staltete sich trotz des dichten Nebels äusserst glänzend. Der Mayor begrüßte die Majestäten mit einer Ansprache, in der er an die früheren Besuche des Kaisers erinnerte und darauf hin­wies, dass er es tief empfinde, wie die zwischen Deutschland und England bestehenden verwandt­schaftlichen Beziehungen nicht allein der Festig­ung des Weltfriedens dienen, sondern auch den stetig wachsenden Handelsaustausch zwischen den beiden Völkern in hohem Maße stärken, von dem ihr Gedeihen so abhängig sei. Der Kais« erwiderte hieraus, er danke herzlich für die ihm zuteil gewordene Begeisterung, die in ihm dan Gefühl erwecke, als ob er in Wncvsor, das en stets gern besucht habe, zu Hause fei. 15 Mi­nuten vor der Ankunft des Kaiserpaares war König Eduard in der Uniform eines Obersten des ersten preußischen Earde-Dragonerregi- ments auf dem Bahnhofe angekommen, dessen ganze Front von Ehrenwachen und hohen Dffi« zieren besetzt war. Zum Empfange waren fer­ner die Königin, der Herzog und die Herzogin von Connaught, Prinz Arthur von Connaugtzt, die Prinzessin von Wales und andere Mitgli», der des königlichen Hauses, sowie die Mitglied« der deutschen Botschaft erschienen. Sobald der kaiserliche Zug in Sicht war, begann die MusE

Abermals tut Norbert, wie ihm geheissen.

Dann setzt er sich an das Bett und streichel! die fieberglühenden Hände des Kranken.

Das arme Herz pocht immer rascher und im­mer unregelmässiger und immer matter.

Glaubst Du, dass ich sterben muss?" fragt Arthur plötzlich leise.

Norbert zwingt sich zu einem aufmunternden Lächeln. Er weiss, in welcher Gefahr der Knabe schwebt. Doch antwortet er zuversichcklich:.

Ich glaube nicht, mein Junge."

Ein tiefer Seufzer. '

Und dann wieder der matte Ruf:

Norbert?"

Ja, mein Junge"

Ich wüßte, wie ich wieder gesund werden , könnte."

Norbert beugt sich über den kranken Knabe«,

Nun, mein Junge?"

Wenn meine Schwester Virginia hi« wäre und mich pflegte."

Schwester Virginia? . . . Wer ist das?"

Und der Knabe beginnt von ihr zu erzählen. Seine müden Augei beleben sich. Seine Lippen lächeln. Seine matte Stimme wird klangvoller.

Norbert fühlt ihm den Puls. Er ist kräf­tiger und regelmäßiger.

Am nächsten Morgen teilt Norbert dem Arzt den Wunsch des Kranken mit.

D« zuckt die Achseln.

Eine Pflegeschwester in einem Sanatorium kann nicht so ohne weiteres fort, namentlich wenn die Reise so weit ist."

Der Kranke hat die Unterhaltung, obgleich sie im Flüsterton geführt wurde, verstanden.

Sie wird kommen, wenn sie hört, daß ich sterbenskrank bin!" ruft er erregt dazwischen.

Wirklich, mein Junge? Glaubst Du? Ich nicht."

-Doch. Denn sie hat mich lieb!"

K (Fortsetzung folgt.) !

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