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«Nachdruck verboten.)

Regierung gegen den deutschen Reichsangehöri­gen Helfeldt statt, der während des russisch­japanischen Krieges das russische SchiffAn­halt" mit einer Artillerieladung im Werte von 2,5 Millionen Rubel aufhielt, sowie der gleich­zeitigen Eegenforderungsklage Helfeldts, die sich insgesamt auf drei Millionen M. bezifferte. Diese Gegenforderung wurde jedoch abgewiesen und die Ladung derAnhalt" als Eigentum der russischen Regierung anerkannt.

zieht, entwickelte sich in ihren Erträgen während des laufenden Etatsjahres noch schlechter als im Vorjahre. Die Einnahmen aus ihr haben in der ersten Hälfte 1907 rund 4,8 Millionen -K be­tragen. Da die auf diese Steuer angewiesenen Ausfuhrvergütungen usw. in der gleichen Zeit aber 10,8 Millionen ausmachten, so war am Ende des ersten Semesters ein Fehlbetrag von 6 Millionen J( zu verzeichnen. An sich ist diese Erscheinung nicht als eine Ausnahme zu betrach­ten. Es liegt in der Natur der Verhältnisse, daß im Sommerhalbjahr die Vergütungen die Steuererträge übersteigen. Die Höhe der Diffe­renz aber gibt zu Befürchtungen Anlaß. Am Ende des ersten Semesters 1906 belief sich der Fehlbetrag auf 3,2 Millionen er war dies­mal also schon um 2,8 Millionen M höher. Der dem Reichstags vorliegende Gesetzentwurf geht von der Idee aus, diese ungünstige Entwickelung der Maischbottichsteuer zu beseitigen. Es ist deshalb durchaus angebracht, ihm in dem bevor- stehenden Tagungsabschnttte Aufmerksamkeit zu­zuwenden.

Der bulgarische Oberleutnant Zostow ist auf ein Jahr zur Dienstleistung bei dem Husa­renregiment Landgraf Friedrich II. von Hessen- Homburg kommandiert worden. Es ist das erste­mal, daß ein bulgarischer Offizier in den Dienst des preußischen Heeres tritt.

Mißstimmung in Schweden entstände. Ob Stet» wegen vor der Unterzeichnung eine Aendernng im Text des Traktates vorgenommen hat, M uns nicht bekannt, da Norwegen uns den Inhalt desselben nicht mitgeteilt hat.

= Ein französisches Gelbbuch über Marovs, I Wie aus Paris berichtet wird, ist am Donners- ! tag im Parlament ein Eelbbuch zur Verteilung gelangt, das die Dokumente über die marokkL» nischen Angelegenheiten bis zum Oktober d. J, enthält. Die französische Regierung bemüht sich, in dem Eelbbuche darzutun, daß Frankreich» Politik in keinem (!) Augenblick von den in Algeciras aufgestellten Regeln abgegangen jei, daß Frankreich sich stets (!) beeilt habe, sich de, Mitarbeit Spaniens zu versichern, und daß te seine Maßregeln stets allen Konferenzmächten mitteilte. Zugleich läßt das Eelbbuch hervor- ' treten, welchen Widerstand Frankreich beim Sultan und seinen Beamten gesunden habe, so- wohl bei der Verteidigung französischer Inter- eßen wie bei der Bemühung, die Beschlüsse von Algeciras zur Ausführung zu bringen. De» Temps" schreibt über das Marokko-Eelbbuch, dieses biete nicht jenes dramatische Interesse, das das Gelbbuch vom Jahre 1906 kennzeichnete. Man müsse die Marokkopolitik, so, wie sie sich in dem neuen Eelbbuche kundgebe, billigen. Sie habe sich als folgerichtig gezeigt und kein wesent­liches Interesse preisgegeben. Was die Haltung der auswärtigen Mächte anbelange, so sei da» Eelbbuch sehr befriedigend. Die französisch« Botschaft in Berlin habe in Herrn v. Tschirschkg einen höflichen und loyalen Mann gefunden, Oestereich-Ungarn habe sich, wie im Jahre 1906, so auch im Jahre 1907 Frankreich gegenüber korrekt und entgegenkommend gezeigt. Die Häl­ftung Italiens sei sympathisch gewesen. Rußland ' habe Frankreich treu unterstützt. England hab- die französische Aktion rückhaltlos gutgeheiße» und nur gewünscht, daß sie energischer sei. Spa­nien habe sich als loyaler Mitarbeiter erwiesen. Man dürfe aber nicht vergeffen, daß diese Situa. tion nur insofern in ihrem vollen Werte zu» Geltung gebracht werden könne, als man fühlen werde, daß die friedliche Diplomatie Frankreich» über eine militärische Kraft ersten Ranges ver­füge.

---Die Unruhen in Mazedonien. Sal«. n i ki, 7. Nov. Eine bulgarische Bande im Ver­ein mit einigen Mitgliedern der rumänische» Propaganda drang am 4. November in das grie­chische Dorf Ano Seli im Bezirk Karaferia, wel­ches die Bewohner während des Winters »er« lasten hatten, um in die Ebene hinabzusteigen. Die Bande zündete das Dorf an, und der ganze Komplex von 200 Häusern fiel mit Ausnahme der Kirche der Feuersbrunst vollständig zu» Opfer. Konstantinopel.7. Nov. Dl»

Deutsches Reich.

Der Kaiser besuchte am Donnerstag Vor­mittag den Reichskanzler und wohnte alsdann um 11 Uhr der, wie üblich, im Lustgarten vorge­nommenen feierlichen Vereidigung der Rekruten der Garnisonen von Berlin und Umgegend bei. Außer den höchsten militärischen Würdenträ­gern und der Generalität waren u. a. zugegen die aus Lützen in Berlin eingetroffenen schwedi­schen Offiziere und Unteroffiziere sowie eine größere Anzahl türkischer Offiziere. Die Kai­serin und die Prinzessin Viktoria sahen die Feier von den Fenstern des Schlostes aus an. Der Kaiser erschien zu Pferde mit dem Kron­prinzen von Schweden, gefolgt vom Kronprin­zen und den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar. Nach der Vereidigung hielt er mit lauter Stimme eins Ansprache. General v. Kessel brachte ein dreifaches Hurra auf den Kaiser aus. Nach einem Vorbeimarsch der Fahnenkompagnie nahm der Kaiser dann auf dem innern Schlotz- hof eine große Reihe militärischer Meldungen entgegen. Das Frühstück nahm der Kaiser beim Offizierkorps des Kaiser Alexander-Regiments «in.

Bom Bundesrat. In der gestrigen Sitz­ung des Bundesrates wurde über den Gesetzent­wurf betreffend die Aenderung des Börsen-Ee- setzes Beschluß gefaßt.

Zum Unglück auf dem deutschen Schul­schiffBlücher". Berlin, 7. Nov. Die Ma- rineattachös Englands, Frankreichs und Japans haben der deutschen Marine das Beileid ihrer Marinen zu dem Unglück auf dem Schulschiff Blücher ausgesprochen. Washington, 7. Nov. Marinesekretär Metcalf hat auf die Nach­richt von der Explosion auf dem Schulschiff Blücher den amerikanischen Marineattach6 Boward telegraphisch angewiesen, den deutschen Marinebehörden das tiefste Mitgefiihl der ame- kanischen Marine auszudrücken.

Unfall bei einer TorpedoschießüSung. DerBerl. Lokalanz." meldet aus Flensburg: Bei einer Torpedoschießübung traf ein abge- schostener Torpedo von 8. 92 den Heizraum von 8.15. Letzteres sprang leck und wurde nach Mür- wick geschleppt. Niemand wurde verletzt. Der Unfall fand vor Glücksburg statt.

Der Entwurf einer neuen Maß- und Ce- »rchtsordnung wird, wie Berliner Blätter mel­den, voraussichtlich dem Bundesrat in den näch­sten Tagen zugehen. Dem Vernehmen nach trägt dis Vorlage den Anregungen, die bei der mehr­maligen Beratung der Gesetzesvorlage in der Kommistion des Reichstages von dieser gegeben | woiiien sind, im weitesten Umfange Rechnung. I

* Die Maischüottichsteuer, auf die sich ein I *em Reichstage vorliegender Gesetzentwurf be- I

MchiW Mm mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und KüM^»» EotttttaasbeUaaer Multrirtes LorrvLmSblaiL» JVWill#

Frauenbünde.

-Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung). 'N'-"' erwidert erregt, daß er nie daran »adacht hatte, zu heiraten, am allerwenigsten ler Mercedes Aristides. Madame entgegnete mit gut gespielter Empörung, alsdann sei sein Benehmen unverantwortlich, er habe das arme Mittier" °Ot ganzen Gesellschaft kompro- . Ein Wort gibt das andre, bis Madame, über das Fehlschlägen ihres Planes ergrimmt, mit davonsiür't op^ Unb 3"i""Engepreßten Zähnen Norbert fühlt sich tief verletzt. Was fällt ^"7 Strefmutter nur ein? Ist es wieder eine ihrer bekannten Jnrrrguen, ohne welche sie nicht ff können scheint? Oder sollte er m^klich Mercedes Aristides mehr als die ge- Höflichkeit des Gastgebers erwiesen Gewiß, ihr eminentes musikalisches Ta- tent Welt ihn mächtig. Aber ihre Person--

» ganz mit diesen unliebsamen Gedanken Mastigt, vernimmt er ein leises, zaghaftes jochen an der Tür.

Mercedes ist es, die Violine in der Hand. (Äi.rfu ^ncn etwas vorspielen?" fragt sie )uchtern, indem sie langsam näher tritt.

Norbert blickt das Mädchen an. hnS)te ?!?"u Mackay doch am Nrde Recht rintt,^ Nicht mit der unliebenswürdigen r ^^gen Kreolin in den letzten Tagen eine sonit Äk Veränderung vor sich gegangen? Ihre üw ni°"? u Augen strahlen, den großen Mund Umspielt ein sanftes Lächeln.

? unbehagliches Gefühl beschleicht Norbert Pathie aJtltIeiben und zugleich eine Art Anti-

»Darf ich spielen?" fragt sie abermals, ihn

Ausland.

Zur Frage des Beitritts Rußlands zur Zuckerkonvention. Paris, 7. Nov. Die auf der hiesigen österreichisch-ungarischen Botschaft unter dem Vorsitz des Botschafters Grafen Khe- venhüller abgehaltene vertrauliche Besprechung der österreichisch-ungarischen, deutschen und fran­zösischen Vertreter über die Bedingungen betr. den Beitritt Rußlands zur Brüsteler Zuckerkon­vention wurde heute beendigt. Wie verlautet, führte sie zu einer Einigung in Betreff der an Rußland zu erstattenden Vorschläge, die den all­gemein gewünschten Beitritt Rußlands zur Zuckerkonvention ermöglichen sollen.

Norwegen und Schweden. Stockholm, 7. Nov. Der Minister des Auswärtigen v. Trolle lleberklvä an cm:- s. -» I übersandte der ZeitungStockholms Dagblad"

liner Taaeblatt" untm- keinon I wegen der verschiedenen Versionen über die

am 5 November mitteUt ^? Stellung Schwedens zu den Verhandlungen be-

flnnpnZ nm J f b \n ber. "er- treffend den Novembertraktat folgende Erklä-

auf^dem 'städtiscken^Niebkws- e^enden Woche rung: Anfang 1906 erhielten wir die Mittei-

.' ®em, städtischen Vrehhofe tn Verlrn nicht we- luna dah R o r w e a e n Beahfirfifm«. iint«.

worden D^0 Schweine MM Markte gebracht Handlungen über die ^Ersetzung d2 Rovember-

£mlb?5 traktats durch eine allgemeine Garantie für das

des StLÄ fU-cy21 ?neb gestehen genannte Land einzuleiten/ Bei dem damali- Woch^nch^ laufenden 44 j gen Stand der Sache konnte unsererseits Über-"

cheNdurchschnitt ^StÄ'gegengloL Ich

e"ne"Mehra?ftrkeb^°von^2??7 folgenden Zeit ein Meinungsaustausch mit ge-

Die Nach icht des fre ännioen wissen Mächten betreffend Inhalt und Zweck des

gtoTtbr s*meintiiei'we? axsxx» . ^udweftafrrka. Aus Windhuk wird I tat gefunden hätten, desten Inhalt uns mitae-

derDeutschen Kolonialzeitung" geschrieben: I teilt wurde. Wir hielten uns dann für berech- Sert vielen Zähren haben wir in diesem Jahre I tigt, Bemerkungen zu machen, zu denen die Ver- ^enma.e wieder Frühregen. Möge auch I hältnisse uns Grund zu geben schienen, und auf dieser Umschwung tn der Natur ein gutes Omen | eine Anfrage erklärten wir uns bereit, als Mit­sui die En,Wickelung unserer Kolonie sein. garantiemacht an dem Abschlüße des Traktates »Ä. e,n ^',il des deutschen Gerichts in teilzunehmen, eine Erklärung, von der wir zu 57*7* ^?E"tsk 8. Nov. (St. Pet. Tel.- vermuten den Anlaß hatten, daß ihr von allen fand am 13. Oktober die ent- | Earantiemächten Folge geleistet würde. Eleich- scheide^>s Verhandlung des deutschen Gerichtes I falls glaubten wir, Norwegen unsere Auffassung in Sachen der Forderungsklage der russischen I mitteilen zu müßen, um zu verhindern, daß eine

bli-md"" «ugm bittend an. SPmm-, üb-rhauch-nd, Di- Sing--. Er ttm hinan- >n d°n Wi»t-,g»tt-n. des

L~S?iirÄ.e «Ä -«°d- .n

wöhnttches Mädcken^u kin*e0e= oJ^A5 W auf unb M mit hartem Orchideen sind Norberts Lieblingsblumen. »enS Sachen: Doch heute empfinden seine gespannten Nervet

I Etwas wie h?5ed^n ? I wu^de ^hnen antworten: Mein Herr, I ihren süßlichen, schwer betäubenden Dust fast

GeMt 4 81 b uBer braunes Mercedes Aristides liebt nur ihre Kunst. Mit peinlich.

I ar>' ,< . . , . . I i?* 1. kfk sie vermählt unzertrennlich, bis zum | Rasch verläßt er den Wintergarten wiÄieL

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ISa, Ihre herrliche Mnsil!» I gunli -ih-rrnn-n Hohen hehrster I Hande des Rädchens und hält |it fest.

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I Fräulein Aristides> sn?nn , I hraüberblickt, sind seine Augen I Er hält sie umso fester.

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bleich. 8 wird sehr I hm und betrachtet ihn lange. Sie weiß, sie I nicht gerade jene unheimliche Kreolin zu sein.

Ich danke Fbnen is>, . I aücin besitzt die Macht, ihn glücklich zu machen, IDolly sagt er herzlichwir haben

unumwundenen Antwor? darf ich Jh^n Ä" die^A nur^u kurze Zeit - glücklich durch noch eine Viertelstunde bis zum Abendeßen, trauen schenken Fi-äni-in r via I I Wollen wrr einen kleinen Spaziergang durch den

bin keiner I nieder und berührt die I Park miteinander machen?"

fähig Mein He7aehört einer^ 7nien'"^^ 6hi>n bes S^Idtters E ihren Lippen. Sie nickt und senkt die Lider. Zum erste»

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ttmlä Äsİä'K Ä d8en Itidk/unfL","^ 16e* is älitebM ari' U"b °'°d» bli« =. ft-an Diesmal »»

__9« | zuckend, das käme bet ihr öfters vor. Merce- IDolly" beginnt er abermals und w Senn ich trotzdem nachdem Sie willen dnb I *ei eben etn ®ente* zittert leise Bewegung in seiner Stimme nach,

ich /rotzdem"m 7^ zu' vergeben habe ^ wenn Als Norbert aus dem Traumschlaf erwachs ^^Wo^° 8ef°nt C* 3§nCtt - mas mürSei? SA wurde in welchen ihn Mercedes herrliches Violinfpiel 'hier in Rose-Farm."

KreZ? L« Deiche Gesicht der » WS Äuft - Irlich. Ich xieoim, es plötzlich wie nut einem rosig-ver- 1 genommen, als wüchsen seiner Seele Flügel I t^onsetzung fotgu,

vierteljährlicher Bezugspreis, tia oer ExpLition 2 ML, «nTZTTTTTTT ~ ----

7&O bei allen Postämtern 2,25 ML {.ejcU Bestellgeld). wtHlvUlfl Erscheint wöchentlich sieben maL

,1^ 6A3-t. JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Sirum 15 Pst. n 1nA- Druck und Berlagr Joh. «ng. Koch, UnivcrfitStS-Buchdrnckmk 42.

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