mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Norbert errötet leicht, während Dolly Dame mit der ihr eigenen Formlosigkeit Hand entgegenstreckt.
Doch Madame scheint dieselbe nicht zn merken.
längere Lebensdauer zuerkannt war als den Kreuzern, die für die Flotte immerhin eine geringere Bedeutung als jene haben."
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Neclainen: die stelle 80 Bm-
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Ein Diener bringt eine Violine herbei und reicht sie Madame, die fie wiederum Mercedes htnhält.
„Hier, teures Kindl"
Mercedes ergreift ungeschickt die Molinr und legt die Hand an den Bogen.
Eine seltsame Hand! . . .
Auffallend schlank, mit kräftig ausgebildeten nervi sen Fingern — eine unruhige Hand, bit zu ktcn, zu atmen scheint--eine Hand, aus
der das Leid erbebt und deren heißen Druck m.t« nie vergißt, auch wenn sie längst entschwand ie graue Ferne. . .
Langsam hebt bet Arm die Violine empor . . . nun setzt die Rechte den Bogen an . . .
Und jetzt durchzittern Töne den Raum, Töne, so weich, so schmelzend, so herzfassend — Norbert, der sich aerade mit Dolly unterhält, tritt überrascht näher. »
Kaum scheint der Bogen die Saiten zu Le« rukren, so leicht geht et auf und nieder. Das weint und schluchzt und fauchet und jubiliert --die Zuhörer in einem Bann festhaltend.
Die Geigerin vergißt, wo sie sich befindet. Sie vergißt alles um sich her. Sie vergißt die ganze Welt. Der unsterbliche Genius der Musik leuchtet von ihrer braunen Stirn, leuchtet aus ihren emporgewandten schwarzen Augen, leuchtet auf ihrem lächelnden Mund.
Er umschwebt ihre ganze Gestalt .. .
Ist dies dieselbe Mercedes von vorhin?
Norbert starrt und starrt. Er begreift nicht mehr, wie er das Mädchen häßlich finden konnte.
Nein — schön ist sie, erhaben schon in de« verklärenden Lichte reinster, edelster Kunst ..«
Und Mercedes spielt — und spielt — — und spielt---
Ihre langen Hände scheinen zu leben — st» atmen, sie jubeln, fie weinen--lebendig gewordene Musik »,» ,
(Fortsetzung folgt.)'
Einbringen von Interpellationen zurückhaltender als bisher zu sein und in jeder Hinsicht darauf Rücksicht zu nehmen, daß die dem Reichstage zugemesiene Zeit haushälterisch und zu positiver Arbeit verwertet werde.
— Britische und deutsche Marine. Auf einem zu Ehren des englischen Ministerpräsidenten veranstalteten Festmahl hat sich Lord Charles Beresford über Aufgabe und Durchführung der großen Herbstmanöver der britischen Flotte in bemerkenswerter Weise geäußert. Die Uebungen waren durchaus den Umständen angepatzt, mit denen im Falle eines Krieges mit Sicherheit zu rechnen ist. Die Kommandanten der beiden gegnerischen Geschwader hatten, unter Berücksichtigung gewisier Aenderungen in den Formationen ihrer Streitkräfte, eine mehrere hundert Meilen lange Fahrt ohne Lichter zurückzulegen und dabei in steter Fühlung bezw. Beobachtung des Gegners zu bleiben. Lord Beresford sagte u. a. „Schon das allein genügte um dem Nichtbeteiligten eine Darstellung zu geben von dem Grade der Anspannung, der Verantwortlichkeit und von den schweren Aufgaben, die Offiziere und Mannschaften zu erfüllen hatten. Wenn man sich dazu vergegenwärtige, daß ein einziges kleines Versehen, eine Verwechselung von Strich und Punkt in den Funkentelegrammen zwei große Schlachtschiffe in Kollision bringen und einen Materialverlust von 60 Millionen M hätte führen können, und daß, was noch schlimmer wäre, zahlreiche Menschenleben zu Grunde gehen konnten, so laste sich daraus entnehmen, wie aufmerksam, entschlossen und pflichtgetreu jeder einzelne Mann der Besatzung .sein müste. Deshalb sei es für ihn eine ganz besondere Frertde und eine stolze Genugtuung, sagen zu können, daß dank der seemännischen Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit der Offiziere und Mannschaften auch nicht ein einziger Mann der Besatzung eine Beschädigung erlitten habe. Die Uebungen wurden vollständig geheim gehalten; nur den höheren Führern wurde die angenommene Kriegslage und die militärische Aufgabe, deren Lösung verlangt wurde, bekannt gegeben. Die Uebungen hatten ein ganz ausgezeichnetes Ergebnis, sie werden für die berufenen Kom- mandostcllen Gegenstand ernster und eingehenden Studiums sein." — Was Lord Beresford von den englischen Seeleuten und ihrer Führung sagt, kann erfreulicher Weise ohne Einschränkung auf die deutsche Marine übertragen werden. Auch bei uns liegt die oberste Leitung der Flotte in bewährten Händen und Offiziere und Mannschaften geben an Tüchtigkeit und Hingebung den englischen Besatzungen gewiß itichts nach. Das hat der Kaiser in seinem bekannten Telegramm an den Prinzen Heinrich ausdrücklich anerkannt.
Deutsches Reich.
— Kaiserlicher Glückwunsch an den Herzog von Meiningen. Wie das Meininger Tageblatt meldet, sandte der Kaiser gestern an den Herzog von Meiningen anläßlich von destem 60jährigen militärischen Jubiläum folgendes Telegramm: „Eurer Hoheit spreche ich am heutigen Tage, an dem Sie Ihres vor 60 Jahren erfolgten Eintrittes in die preußische Armee gedenken werden, meinen herzlichsten, aufrichttgsten Glückwunsch aus. Ich verbinde hiermit meinen besten Dank für das warme Jntereste, welches Eure Hoheit auch im besonderen den zu Ihnen als ihrem erhabenen Chef in engerer Beziehung stehenden Truppenteilen allezeit entgegengebracht haben, (gez.) Wilhelm I. R."
— Der Wrederzusammsntritt des Reichstages. Der Termin, an dem der Reichstag seine Arbeiten wieder aufnehmen wird, rückt immer näher; keine drei Wochen trennen uns mehr von ihm. Die Rei^rboten werden also bald ihre Vorbereitungen für eine recht arbeitsreiche und anscheinend auch ziemlich schwierige Session treffen wüsten. In den ersten Sitzungen wird vermutlich die Aufarbeitung alten Stoffes, zunächst der Berichte der Petitionskommission vorgenommen werden; dann aber wird an die ernsthafte und intensive Arbeit herangegangen werden wüsten. Es steht fest, daß dem Reichstage sofort bei dem Wiederbeginn der Tagung u. a. vorliegen werden: der Neichshaushaltsetat, die Börsengesetznovelle und der Entwurf zum Reichsvereins- gesetze. Es liegt im Jntereste bei Sache, daß diese drei Vorlagen, so ziemlich die wichtigsten der ganzen Session, noch vor Neujahr in erster Lesung erledigt und an Kommissionen verwiesen werden. Gelingt dies — wie das bei allseitigem guten Willen und besonders bei Geschlossenheit der Blockparteien mit leichter Mühe möglich ist —, so hat der Reichstag nach der Neujahrspause freie Bahn und kann seine Leistungsfähigkeit dem übrigen nicht geringen Material gegenüber beweisen. Hoffentlich wird nicht wieder wie in der vorigen Sessum ein großer Teil der ersten Sitzungstage durch I ^rnellationen in Anspruch genommen. Die Annahme, daß durch Besprechungen von Interpellationen die Etatsberatung entlastet sterbe, hat sich nicht als zutreffend erwiesen. Lei dem ungeheuren Redevedürfnis gewißer Kreise unserer Volksvertretung wird regelmäßig in den Etats-Debatten auch auf den Gegenstand etleblytet Interpellationen wieder zurückge-viffen. Es ist deshalb geraten, mit dem
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag: Jo h. Au g. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerci 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Mittwoch. 8. November 1907.
— Zur Entlastung der Minderbemittelte». Einer stärker als bisher progressive» Einkommensteuer redet die „Magd. Ztg." das Wort. Sie schreibt: „Ein Staatsbürger, d« über ein jährliches Einkommen von 100 000 4t und darüber verfügt, kann sicher leichter 5 pCt. davon als Steuer aufbringen, als ein dicht am Existenzminimum stehender auch nur 1 pCt. Dieser Tatsache ist nun in dem bestehenden Einkommensteuer-Gesetze schon in erheblichem Matz« Rechnung getragen. Die Steuersätze beginne» in der untersten Stufe mit % pCt. des Einkommens (6 M von 900) und erreichen erst in bet dritten Stufe 1 qCt., sie steigen dann langsam und erreichen erst in der 25. Stufe 3 pCt., erst bei einem Einkommen von etwas weniger al» 100 000 M 4 pCt. Daß hier eine etwas schnellere Steigerung und ein um y4 höherer Endsatz durchaus durchführbar ist, kann gegenüber de» in anderen deutschen Staaten gemachten Erfahrungen nicht in Abrede gestellt werden. Auch der Satz von 3 pCt. kann früher, als es jetzt geschieht (bei zirka 9000 Einkommen) erreicht werden. Wenn bei 50 000 M Jahreseinkommen 4 pCt., bei 150 000 M 5 pCt. erreicht werden, fo würde darin kein Einsichtiger eine übermäßig« Belastung erblicken, auch wenn man in Betracht zieht, daß sich nach den staatlichen Steuersätzen auch die Gemeinden zu richten haben. Die Steigerung um ein geringes, also etwa y4 pCt., könnte getrost schon bei dem Einkommen von 3000 Ji beginnen, die jetzt nur mit 2 pCt. belastet sind. Diese geringfügige Anziehung der Steuerschraube, welche die untersten Stufen gar nicht, selbst die höchsten aber um nicht mehr als ein Viertel der bisherigen Steuer steigern würde, darf im allgemeinen schon als ausreichend für den nächsten Zweck betrachtet werden. Sie könnte aber, auch im sozial ausgleichenden Sinne, noch dadurch verstärkt werden, daß man in den einzelnen Stufen nicht innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen eine gleiche Steuersumme, sondern stets einen bestimmten Prozentsatz des Einzeleinkommens erhebe. Nach dem jetzt bestehenden Gesetze zahlen z. B. Einkommen von mehr als 200 000 M bis zu 205 000 M den gleichen Satz von 8000 M\ d. h. das geringe Einkommen zahlt einen höheren Prozentsatz als das höhere. Der Besitzer eines Einkommens von 205 000 M zahlt nicht mehr als bet von 200 000 eK, d. h. et ist für 5000 M gleich 200 M steuerfrei. Das Einkommensteuersoll würde sich als« sofort wesentlich erhöhen, wenn man statt bet Steuerstufen mit festen Sätzen ben gleichen Prozentsatz für die Einzeleinkommen innerhalb bestimmter Grenzen festletzte."
— Die Eetreidezölle vor der zweiten stichst» fchne Kammer. Dresden, 5. Nov. Di«
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Fmnenhönde.
Roman von Erich Friesen.
„Tut mir von Herzen leid, Frau Mackay," lautet die höfliche, aber kühle Entgegnung. »Ich habe diesen Tanz nicht mehr frei."
„Wie —? Ein scharfer Blick unter gerunzelten Brauen hervor mustert das reizende
Zur Lebensdauer der Linienschiffe ergreift die halbamtliche „Nrdd. Allg. Zig." das Wort und schreibt: „Schon bei den Verhandlungen über das erste Flottengesetz im Jahre 1898 ist von dem Vertreter der verbündeten Regierungen darauf hingewiesen worden, daß die -Lebensdauer der Linienschiffe mit 25 Jahren möglicherweise zu hoch bemeffcn sei. Die 25- sjährige Erfatzfrist rechnet im Sinne des Gesetzes von der Bewilligung der ersten Rate des zu ersetzenden Schiffes bis zur Bewilligung der ersten Mate des Ersatzschiffes. Für dis Lebensdauer der Schiffs im militärischen und technischen Sinne kommt aber ein erheblich größerer Zeitraum in Betracht. Der militärisch-technische Geburtstag eines Schiffes ist nicht der Tag der Bewilligung der ersten Nate, sondern der Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung der der Kon- Ftruktron zugrunde zu legenden militärischen And technischen Anforderungen. Ferner erfolgt die Ausrangierung eines Schiffes nicht dann, wenn die erste Rate des Ersatzschiffes b-uvilligt wird, sondern erst bann, wenn das Ers«tz»chisf fertiggestellt ist und in den Frontdienst eintritt. Infolgedessen sind die Linienschiffe bet ihrer Ausrangierung nicht 25, sondern in Wirklichkeit etwa 30 Jahre alt. Sie sind dann, wie die Erfahrung in allen Marinen gelehrt hat, völlig überaltert und zur Verwendung in der Schlacht in den letzten Jahren nicht mehr brauchbar gewesen. Dies ist begründet durch die schnellen Fortschritte, die auf allen Gebieten der Schiffbau-, Maschinenbau- und Waffentechnik andauernd gemacht werden; ihnen muß jede Marino Rechnung tragen. Nach den Erfahrungen, die seit dem ersten Flottengesetze gesammelt worden sind, muß die Lebensdauer der Linienschiffe verkürzt werden, wenn die Schiffe bis zu ihrer Ausrangierung zur Verwendung in der Schlacht gei^net bleiben sollen. Hervorragende Fachmänner fremder Marinen sind der Ansicht, daß die Lebensdauer eines Linienschiffes 15 bis 20 Jahre nicht überschreiten sollte. Wenn man die Lebensdauer der Linienschiffe in der bisherigen Dsrechnung«veise auf 20 Jahre festgesetzt, beträgt die wirkliche Lebensdauer noch etwa 25 Jahre. Dieser Zeitraum ist in Anbetracht der andauernden Fortschritte der Technik noch so lang, daß an dessen Ende ein Linienschiff für die Verwendung in der ersten Schlachtlinie kaum noch in Frage kommen wird. Es muß a-ich darauf hingswiesen werden, daß durch die Borkür- zung der Ersatzfristen der Linienschiffe lichteren die gleiche Lebensdauer zuteil wird, die für die Kr«zer bereits jetzt festgesetzt ist. Bisher hat ein gewisser Widersinn darin gelegen, daß den Linienschiffen, dem Kerne der Flotte, eine
Mädchen, das so vertraulich an Norberts Arm hängt. „Ist das nicht die kleine Robinson nebenan?"
dringlich zur Schau getragenen Reichtum, bet sein Gefühl verletzt.
Finster blickt Madame dem dahinschwebenden Paar nach.
Sollte etwa eine neue Affäre — ähnlich wie die damalige mit bet Ruth Morton — ihre Pläne durchkreuzen? . . . Und sie hat sich doch solche Mühe gegeben, ben großen brasilianischen Plantagenbesitzer und vielfachen Milliardär Rodus Aristides, der vor einigen Wochen erst aus Rio de Janeiro nach Newyork gekommen, zu dem heutigen Feste nach bei Rose-Farm zu lotsen! Und sie hat selbst Mercedes' Toilette ausgewählt, weil die rote Farbe das dunkle Gesicht der Kreolin noch am wenigsten häßlich erscheinen läßt! . . .
Madame ballt die kleine Faust, während sie den rechten Arm schmeichelnd um Mercedes' Taille legt und flötet:
„Kommen Sie, mein teures Kind, wir wollen Ihre Violine holen! Sie haben mir doch versprochen, daß Sie nach dem Esten--“
Mercedes nickt.
Das Sprechen scheint ihr zuwider zu sein.
Puch bei Tisch — Madame hat Norbert neben die Kreolin plaziert — ist es diesem unmöglich, aus ihr mehr herauszuholen, als das stereotype „ja", „nein". Dabei blicken die schwarzen Augen so scheu vor sich nieder, daß das arme Mädchen ihm fast leid zu tun beginnt Wozu hat Frau Mackay diese Leute nur hrerher gebracht? . . .
Als nach dem Esten sich alles wieder im Mu- sikfaal versammelt und eine kleine Pause in oet Unterhaltung eintritt, ruft Diana Mackay zu Mercedes hinüber, die still neben ihrem lebhaft schwadronierenden und von seinen Riesen-Plantagen erzählenden Vater fitzt:
„Darf ich jetzt bitten, meine liebe Mercedes?"
Die Kreolin erbebt sich mit bet ihr eigenen Schwerfälligkeit und schreitet nach der Mitte de» .SoabH
ten, mein Püppchen, wie?" . . . Ah. ich sehe, Du hast Dein neues Collier um. Recht so! Kleide Dich famos! Kostet mich auch —“ er beugt seinen dicken Kopf ganz zu Diana Mackay herab und flüstert in ihr Ohr, jedoch laut genug, daß alle Umstehenden es hören müsten — „kostet mich eine halbe Million. Pab, was ttrt's! Hab' genug von dem Zeuas!" Und er klopfte behäbig auf seine Rocktasche.
Madame ist innerlich empört über die taft- lose Prahlerei des „Plebejers". Nach außen hin jedoch lächelt sie ihr süßestes Lächeln.
„Aber gewiß, mein verehrtester Herr Aristides. Wir kennen ja Ihre weitgerühmte Generosität. Und wie reizend die liebe Mercedes aussieht! Wie eine vollerblühte Noss!"
Dolly hat sich inzwischen Mercedes genähett und versucht, ein Esiptäch anzuknüpfen.
Unmöglich. Es ist nichts aus ihr heraus- zubringen, wie ein mürrisches „ja" oder „nein".
Norbert beobachtet die beiden Mädchen. Welch ein Unterschied!
Die untersetzte, breithüftige Figur der Kreolin ist in eine tiefdekollettiette Toilette aus grellrotem Atlas gezwängt. Ueberall glitzern und funkeln Diamanten — an Brust und Armen, um die breite Taille, im kohlschwarzen. Haar... ja sogar die meterlang« Schleppe ist mit gleich Tautropfen hingehauchten Brillanten benäht.
Und über dieser glänzenden knallroten Pracht ein nichtssagendes dunkles Gesicht mit niedriger Stirn, einer etwas stumpfen Nase und aufgeworfenen Lippen — ein Typus, der deutlich ihre Abstammung von den Mulatten verrät.
Daneben erscheint die rosige, schlanke, hochgewachsene Dolly in ihrem schlichten weißen Tüll- kleid mit ben Vergißmeinnicht- und Heckenrosensträußchen wie ein Bild des Frühlings . . .
Norbert drückt den Arm feiner Begleiterin etwas fester an sich und zieht sie bin in die Reihen der Tanzenden — fort von jenem auf
Hoch steckt Madame Mackay die Nase in die Luft und ruft halb befehlend, halb schmeichelnd:
„Also den nächsten Tanz! Fräulein Aristides rechnete bestimmt darauf. Dort ist sie schon, das liebe Kind, mit ihrem guten Vater und meinem Thomas . . . Ah, teuerste Mercedes —" wendet fie sich süß lächelnd an die junge Dame in Knallrot, die gleichgültig um sich blickend und sich heftig mit einem Riesenpfauenfederfächer Kühlung zuwedelnd, langsam näher kommt — „Herr Norbert Douglas, unser verehrter Gastgeber, bittet um die Ehre des nächsten Tanzes. Sie haben ihn doch noch frei?"
Mercedes Aristides nickt.
Ihre schwarzen Augen suchen ben Boden.
Jetzt tritt auch Thomas Mackay hinzu, an feiner Seite ein auffallend starker, vierschrötiger Mann mit rundem, glattrasiertem Vollmondgesicht, einer entsetzlich dicken goldenen Uhrkette «uf dem Schmerbauch und kirschgroßen Diaman- tenlnöpfen in Manschetten und Hemdenkrause.
„Eh — Mercedes," lacht er, seiner Tochter I •ie Wanmm üreichelstd. .wirst Dich nicht erkäl- j