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mit dem Kreisbla« sür die Kreise Marburg Md Kirchhain,

e SonntaasheUaaer Musstrirtss SArr«raäsLLM»

Marburg

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Zweites Blatt.

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lichen amerikanischen Spekulation zu befaßen. Wenn auch in letzter Zeit wohl viel Geld von Amerika nach Deutschland zurückgeflossen ist, so ist doch noch genügend drüben engagiert. Ein Blick auf die für uns doch recht ungünstigen Kurse von Pariser, Londoner, ja sogar italieni­schen Wechseln zeigt, daß wir uns den Luxus amerikanischer Spekulation nicht gut gestatten können.

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stein 80

SLlaudraff, Wilhelm, Leun, meb., Ketzer, buch 15 ____

Schäfer, Fritz. Itter, deut., Worthstr. 3 Spengler, Wilhelm, Bommern, rer. nat, Frankfurterstr. 2a L ,

Sardemann, Gerhard, Köln, meb., Haspel­straße 14 _

i Siebdrat. Moritz, Dresden, phrl., Unrverst

Berzeichnis der an hiesiger Universität für das Winter- Semester 1907/08 immatrikulierten bezw, inskribierten Studierenden.

i Kober, Erich, Liegnitz, phil. Neustadt 1

> Kato, Tokiya, Tokio, meb., Afföller 7

Kreckwitz, Hans, Marburg, meb.. Biege» straße 28

l Könnecke, Carl, Marburg, meb., Schloß

i Kananow, Paul, Moskau, philos., Wilhelm« straße 14

l Kadner, Albert, Hamburg, deut., Neustabt 18 Kaufmann, Paul, Chemnitz, phil., Wörth- straße 15

! Kaupert. Ernst, Schmalkalden, phil., Haspet- straße 16

! Köhler, Erich, Bresben, phil., Frankfurt«» straße 2a

Läszlo, Bodoni, Brad, theol., Grün 23

Lehn, Rudolf, Großalmerode, jur., Haspek»

Rosenhain, Erich, Wormditt, meb., Biegen«

straße 25

Loth, Wilhelm, Greifenhagen, jur., Grün 58 Le^ke, Wilhelm, Sommerfeld, theol. et phist, Steinweg 32

Lazarus, Paul, Duisburg, hist., Grün 9

Molitotis, Carl, Mursna (Siebb.), throl. <i phil., Frankfurterstr. 2b

Mengel, Richard, M.-Eladbach, deut., Wet> tergaffe 23

Müller, Hans, Witzenhausen, jur., Pilgrrm. stein 9 , , ,

Reumann, Paul, Charlottenburg, theol, Haspelstraße 3

Obstfelder, Walter, Steinv. Hallenberg, jur.

Biegenstr. 321

Otto, Curt, Broskau. jur., llferstr. 5

Olshausen, Gustav, Frankfurt a. M., mebn

Lrerteljährlichcr B-zugSpreiS: bet sei ErpÄ-ition 2 Ath, b« allen Postämtern 2,25 Mk. (-x-!. Bestellgeld).

tätsstr. 28

101 Stern, Ludwig, Cassel, phil., Wörthstr. 28

102 Stein, Werner, Er. Lichterfelde, phil., Lin« gelgasfe 13

103 Stern, Moritz, Gilserberg, jur., Grün 40

104 Stulz, Bruno, Frankfurt a. M., jur, Deutschhausstr. 20

105 Sttuckmann, Leopold, Hamborn, meb., un­tere Rosenstr. 3

106 Strahl, Heinrich, Marburg, deut., Ketzer- bxch 52 ,

109 Thomas, Carl, Gönnern, jur, Kasernen, straße 7 .

108 Tollkötter, Ferdinand, Stromberg, jur, Barfüßerstr. 54

109 Tilemann, Walter, Asbach, jur, Friedrich­straße 3

HO Uersfeld, Robert, Trier, theol. Grün 28

HO Wolff, Georg, Schmalkalden, math, Haspel« straße 16

112 Wiebe, Franz, Uslar, theol. et phil. Grün (Harries)

113 Wiegand, Theodor, Cassel, theol, Frankfur« terstr. 56

114 Walper, Oskar, Rotenburg, jur, Haspel-

B5

Alfred, Menado, jur, Biegenstr. 32

116 Millers, Ludwig, Hamburg, jur, Ren» stabt 18

Erscheint wüchmtlich sieben mal.

Druck und Verlage J o h. Au g. Koch, UmvcrsttätS-Buchdruckerä 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

lang im Zuchthaus zu Ziegenhain gesesien und bin vor 14 Tagen entlassen worden und nak Frankfurt gereist. Ich vermochte keine Arbeit zu bekommen und stand infolgedessen völlig mittellos und ratlos da. Da ich auch nichts mebr zu effen hatte, habe ich mich entschloßen, mir das Leben zu nehmen." Ferner gab er an, daß et eine Tochter in Frankfurt verheiratet habe, die er besuchen wollte, aber nicht finden konnte. Da er absolut keine Aussicht auf irgend ein Unter­kommen hatte und einen Diebstahl nicht mehr ausführrn wollte, sei er zum Selbstmord ge­schritten.

Offenbach, 30. Okt. Vorgestern Nachmittag sprach ein Handwerksbursche mit dem Stab in der Hand in einem Hause in der Eeleitsstraße um etwas Mittagsesien vor. Mit tränenerstick­ter Stimme erzählte er von seinem Schicksal, das ihn schon in frühester Jugend hinaus in die Welt getrieben, und versicherte, schon seit meh­reren Tagen kein warmes Mittagsbrot gegessen zu haben. Die junge Hausfrau empfand Mit­leid mit dem Mann, und da noch gerade eine schöne Portion Essen Linsen und Dörrfleisch übrig geblieben war, so reichte sie dem armen Reisenden einen wohigefüllten Teller vor die Tür. Rach einer kleinen Weile erhielt sie das EMesckirr sauber abgegessen wieder zurück. Na­türlich fühlte sich die junge Frau dadurch sehr geschmeichelt und nahm sich fest vor, am Abend ihrem Gatten zu erzählen, daß es doch noch Menschen auf der Welt gäbe, die die Erzeugnisse ihrer Kochkunst gebührend zu würdigen wüßten. Der Bettler aber zog reich beschenkt von dannen. Einige Zeit darauf wurde die Frau von der Hauswirtin darauf aufmerksam gemacht, baß aus dem an der Tür befindlichen Briefkasten et­was heraustropfe. Man schloß auf und das Linsengericht kam zum Vorschein. Nur das Dörrfleisch fehlte, das hatte Bruder Straubin­ger wohlweislich mitgenommen.

Darmstadt, 30. Okt. Das Gesamterträgnis des am Samstag im städtischen Saalbau statt­gehabten Pressefestes zum Besten der Unterstütz­ungskaffe desLanbesvereins hessischer Zeit­ungsredakteure" beläuft sich auf etwa 6300 =.H, wozu noch nachträglich verschiedene Beiträge solcher Persönlichkeiten kommen dürften, die bei dem Feste nicht erscheinen konnten. Die Un­kosten der Veranstaltung dürften etwa die Hälfte der genannten Summe betragen.

Unnau, 30. Okt. Vorgestern früh 11 Uhr wurde Bürgermeister Leonhardt nebst Frau von hier, sowie zufällig anwesender Besuch durch eine» furchtbaren Knall in Schrecken versetzt. Fra» Leonhardt hatte in der Küche im Herd Fever gemacht und ging, nachdem dies geschehen war, bis Wohnzimmer,' kaum hatte sie dieses be­treten, als der Knall erfolgte; nach sah nach dem Geschehenen und fand, als man die Küche be- trot ein« kolsffale Verwüstung. Der Herd war vollständig zertrümmert üib die Eisenteile hat­ten Kücheneinrichtung, Fenster und die Decke be­schädigt. Man vermutet, daß ein Racheakt vor­liegt, indem durch böswillige Hand Sprengstoffe in den Herd gelegt wurden, welche die Explosion herbeigeführt haben.

Hessen-Nassan rmd NachbargeLute.

Baake a. Weser, 30. Okt. Der Ziegeleibesitzer und Kaufmann Wilhelm Lotze von hier wurde von einem Fuhrwerk überfahren. Die Ver­letzungen waren so schwer, daß er gestern daran gestorben ist.

Frankfurt c. M., 30. Okt. Montag abend gegen halb 9 Uhr versuchte sich auf einer Bank am Peron des Frankfurter Hauptbahnhofes der 70jährige Vergolder Karl Gottschalk aus Stutt­gart mit einem 6 Millimeter-Revolver zu er­schießen. Er saß auf einer Bank neben zwei Personen. Plötzlich krachte ein Schuß und Gottschalk fiel bewußtlos herunter. Nach An­legen eines Naiver Landes wurde et nach dem Stadt. Krankenhause gebracht. Auf dem Trans­port hatte sich Gottschalk, demFr. E.-A." zu­folge, wieder soweit erholt, daß er folgende Angaben machen konnte: ,Zch bin ein armer Mann und wollte sterbey, ich war zweimal ver­heiratet und habe in Stuttgart und dann in Köln gewohnt. Als meine beiden Frauen ge­storben waren, bin ich auf schlechte Wege geraten und bin wiederholt wegen Einbruch und Dieb­stahl bestraft worden. Zuletzt habe ich 10 Jahre

Hochschulnachrichten.

X Kiel, 30. Okt. Dem Privatdozenten und Oberarzt an der chirurgischen Klinik der Universität Kiel, Dr. meb. Rudolf Göbell, ist der Profeffor-Titel verliehen worden. 1873 zu Cassel geboren, erhielt Göbell seine Ausbildung auf der Universität Marburg und Kiel, promo­vierte 1897 und trat bald darauf in die Kieler chirurgische Klinik unter Prof. Helferich ein, wo et 1901 auch die venia l-gendi erhielt.

stabt 27

Reinharb, Heinrich, Orb, jur., Kasernen« straße 35

Schmidt Carl, Lixfeld, theol. et phil., Haspel-

straße 17

Schombardt, Georg. Cöln, für., Grün 29

Schnell, Albert, Mülhausen i. Th., jur,

Barfüfatstt. 4 '

95 Schulze, Johannes, Prag, phil., Pilgrim«

Marburg utib UmMeud.

(Nachdruck aller Crißtnalarhtri ist gemäß § 18 del Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Obrrheff. Zig." gestattet)

Marburg, 1. Novbr.

* Der Altweibersommer scheint zu Ende zu fein. Das heitere und warme Wetter, das dies­mal eine Entschädigung für den verregneten Sommer den Herbst so lange verschönte, ist trüben und kühlen Tagen gewichen. So schlecht der Sommer war, so gut wat bet Altweiber­sommer. Er hat spät eingesetzt, ist aber von außerordentlicher Dauer gewesen. Die Wärme des diesjährigen Oktobermonats steht ganz ver­einzelt da. Wie aber wird nach diesem häß­lichen Sommer und diesem schönen Nachsommer der Winter sein? Der Meteorologe Hellmann, der das Vorkommen der milden Winter seit 1720 untersucht hat, ist zu dem Schluffe gekommen, daß die milden Winter meist in Gruppen auf­treten; besonders aber sei dies dann der Fall, wenn längere Zeit kein milder Winter voraus­ging. Der letzte Winter war sehr streng und damit wäre die Voraussetzung für einen zu er­wartenden milden Winter wenigstens zum Teil erfüllt.

* Bauernregeln für November. Wenns an Allerheiligen schneit, lege deinen Pelz bereit. Sankt Elisabeth sagt an, was der Winter für ein Mann. Bringt November Morgen­rot, bet Aussaat bann viel Regen droht. Schaut Sankt Andreas hell und klar, so schenkt er uns ein gutes Jahr. Im November viel Naß, auf den Wiesen viel Gras. Wenn um Martini viel Nebel sind, so wird der Winter meist gelind.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk Caffel sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Hünfeld: Burghaun. Kreis Witzenhausen: Vatterode. Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Caffel. Land­kreis Cassel: Niederzwehren, Ihringshausen, Oberkaufungen, Crumbach. Kreis Eschwege: Herleshausen. Kreis Frankenberg: Schmitt» lotheim. Kreis Fritzlar: Dissen, Fritzlar, Wa­bern, Haldorf, Lohne, Gudensberg, Jesberg. Kreis Fulda: Opperz, Veitsteinbach, Frieseir- hausen. Kreis Gelnhausen: Birstein, Wächters­bach, Schlierbach, Obersotzbach, Hailer, Wettges, Mauswinkel, Meerholz, Kassel. Stadtkreis Hanau: Hanau. Landkreis Hanau: Windecken, Bruchköbel, Ravoldshausen, Langendiebach, Langenselbold, Kinzigheimerhof, Großauheim, Großkrotzenburg, Hüttengesäß, D^nigheim. Kreis Hofgeismar: Calden, Grebenstein, Beber- beck, Immenhausen, Friedrichsfeld, Carlshafen, Hofgeismar, Hohenkirchen, Stammen, Langen­thal, Fürstenwald, Martendorf, Ostheim, Tren­delburg. Oberförsterei Carlshafen. Kreis Hom­berg: Londorf. Kreis Hünfeld: Nnterleim- bachshof. Kreis Marburg: Haffenhausen. Kreis Melsungen: Spangenberg. Kreis Grafschaft Schaumburg: Heßlingen, Rumbeck, Kranken- hagen, Raden. Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Marjoß. Kreis Ziegenhain: Christerode, Wei­ßenborn,Hauptschwenda, Oberaula, Merzhausen. Eeflügelcholera (Hühnerpest): Stadt­kreis Cassel: Caffel.

Sonnabend. 2. November 1907.

füßertor 19

86 Renoldi, Richard, Effen, meb., Caffelerstr. 4

87 Rüge. Ludwig, Zerbst, meb., Hirschberg 5

Rohrschneider, Bruno, Berlin, meb., Marbach

Bestellungen

die Monate November und Dezember V auf die »M

Oberhessische Zeitung" nebst ihren

Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbrieftragern ent­gegengenommen.

straße 40

90 Rufolfi. Ernst, Hilgershausen, jur., Neu-

Kasernenstr. 15

77 Ockel, Helmut, München, meb., Viegenstr. 1

78 Oppenheim, Julius, Marburg, meb.,. Jtafeti. nenstr. 16

79 Vavlinec, Stephan. Javornik (Mähren), theol., Renthofftr. 30

80 Büchler, Max, Elsen, phil., Frohnhof

81 Pape, Hans, Herforb, meb., Kasernenstr. 14

82 Picht. Walter, Hagen, jur., Markt 20

83 Quehl, Hans, Obernkirchen, germ., Hirsch« berg 18

84 Quellborst, Gustav, Artlenburg, meb., Ka­sernenstr. 14

85 Roebiger, Wolfgang, Marburg, phrl., Bar«

straße 5

66 Liebmann, Fritz, Wiesbaden, jur., Wörth-

Bem Wies.

Kleine Nachrichten. Innsbruck, 30. Okt. Zu den Wasserschäden in Südtirol wird noch ge­meldet, daß der Fersenbach bei Canezza eine große Strecke überschwemmte. Zwei Holz auf­fischende Knaben wurden von den Wellen hin- weggeschwemmt. Ein 13jähriges Mädchen ver­lor beim Ueberschreiten eines Notsteiges das Gleichgewicht und fiel den Fluten zum Opfer. Ein 60jähriger Mann ertrank, als er bei Per- gine eine über den Fersenbach führende Brücke überschreiten wollte. Seine Leiche ist geborgen. Das Wasser verursachte an der Lokalbahnstrecktz Trient-Malet großen Schaden. London, 30. Okt. Barbara Lapuschin, ein junge Russin, die vor mehreren Tagen nach einem Theaterbe­such verschwunden roar ist jetzt aufgefunden worden und befindet sich bei ihrem in Londot eingetroffenen Vater. Lahore, 30. Ott. Ans d-.r indischen Nordwestbahn fuhr ein Güter» zug, bet das Haltesignal nicht beachtete, in einen Personenzug. Dreizehn Personen, dar­unter die beiden europäischen Maschinisten, wurden bei dem Unfall getötet «nh elf Per­sonen schwer verletzt.

Dis amerikanische Mllanzkrifis.

... Während in Deutschland der Prozeß Hardcn- Moltke mehr als nötig die Aufmerksamkeit in Anspruch ninllnt, vollzieht sich jenseits des Oze­ans, bei uns nur in Kapitalistenkreisen beachtet, eine der heftigsten und akutesten Finanzkrisen, die bisher da waren, ohne daß man den Eindruck hätte, daß das, was eben vorgeht, die heftige und eben darum endgültige Lösung schon seit langem latenter Schwierigkeiten wäre und sich das gleiche nicht ebenso wieder ereignen könnte. Jeden Tag vernimmt man von neuenruns auf dis Depositenbanken, von Eläubigerhaufen, welche nachts vor dem ober jenem Bankbureau kampieren, von angesehenen Gesellschaften, welche zwar zahlungsfähig sind, aber doch ihre Zahlungen drei Monate aussetzen wollen, von großen Geldmagnaten, welche der Börse Beträge von 100 Millionen zur Verfügung stellen und, obwohl diese Hilfe nicht reicht, mit donnernden Hurras gefeiert werden. Auch Rockefeller, der Angreifbare, gegen den übrigens ein Haftbefehl erlassen ist, erscheint zum Erstaunen aller nach langen Jahren wieder an der Börse.

Die deutschen Börsen haben sich diesmal gegen die Newyorker Ereigniffe sehr wider- .standsfähig gezeigt. Man könnte also meinen, daß wir bei dem Newyorker Schauspiele als kalt­lächelnde Zuschauer fungieren könnten. Das stimmt aber nur zur Hälfte; wenn auch diesmal 'die Börsen widerstanden haben, so weiß man doch nicht, was in einem Wiederholungsfälle, der keineswegs ausgeschlossen ist, sich ereignen würde, zumal wenn etwa London stärker in die Newyorker Verluste hineingezogen würde.

Vorgänge an der" Newyorker Börse pflegen buch in anberne Fällen für den Außenstehenden in ihrer Kausalität gänzlich uneinsehbar zu sein.

Auf und Ab der Kurse drückt ja dort alles etcr aus, als das Auf und Ab des Wirtschafts- leeetu. In je weniger Händen die Macht über ifcie Kurse ist, desto unberechenbarer und gehei­mer sind die entscheidenden Entschlüsse. Die letz- ten Tage haben aber gezeigt, daß die Wirkungen Alcher Börsenvorgänge für uns noch unabseh- "Sssr 'ein könnten, als die Vorgänge selbst. Wer hätte gedacht, daß diese Vorgänge einen so allgemeinen Zusammensturz alles Vertrauens zu den Depositenbanken bedeuten konnten. Nie­mand, der die amerikanischen Banken nach den Unseren beurteilt und die so ganz andere sehr eigenartige und reformbedürftige Bankengesetz- 'gebung in Amerika nicht berücksichtigt. Es läßt sich nur das eine sagen, daß wenn die jetzigen verhältnismäßig geringfügigen Ursachen zu einem solchen Wirrwarr führen konnten, gar picht zu ermessen ist, wenn nun irgend welche wirkliche Krisenursache eintrete, wie z. B. Ver­schärfung des Gegensatzes zu Japan oder gar Ausbruch eines Krieges. Der amerikanische Geldmarkt müßte gegen solche Ereigniffe gänz­lich wehrlos fein. Es wird in Amerika allge­mein angenommen, daß die jetzigen Vorgänge im Laufe des Winters oder des Frühjahrs sich leicht wiederholen könnten, auch wenn keine po­litischen Zwischenfälle eintreten. Man kann deshalb auch kaum glauben, daß, solange das Geld so teuer ist, wie jetzt, Amerika ider Japan, welch' letzteres ja bekanntlich noch weit weniger Geld hat, sich leicht zu gefährlichen Experi­menten hinreißen laffen wird. Man hat wohl in beiden Ländern gegenwärtig andere Sorgen. Und bis wieder eine Periode reicheren Geldes kommt, wird es wohl gelungen sein, die Streit­fragen zwischen beiden Ländern auf diplo­matische Weise zu regeln. Für uns sind die Vor­gänge in New-Pork doch eine gewisse Warnung. Da wir unser Kapital sehr gut im eigenen Lande verwenden können, hätten wir wahrhaft Ursache, uns etwas weniger mit bei jo gefähr­

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