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Marburg
Freitag 1. November 1907.
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck ttttb Verlag: Joh. Aug. Koch, UmverfitätS-Duchdruckerä
Marburg, Warft 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Das Ende des Talers.
Am 1. Oktober hat, wie schon mehrfach er« wähnt, der alte gute Taler aufgehört, gesetzliches Zahlungsmittel zü fein. Schon einige Zeit vorder war er im öffentlichen Verkehr ziemlich selben geworden. Jetzt aber braucht ihn niemand j»ehr anzunehmen. Es ist auch bester, man ver- »veigert grundsätzlich die Annahme der Taler; ben« mtm hat davon nur Unbequemlichkeiten, Hs man Liese Münze nur noch in öffentlichen Lasten loswerden kann. Und auch diese Kasten nehmen den Taler nur an, um ihn zur Um« Schmelzung nach der Königlichen Münze zu schicken. Am 1. Oktober 19C8 hört selbst dieses Huf. Dann ist der Taler nur noch ein Stück weißes Metall, das nach dem Marktwerte be- tzahlt wird. Silber ist aber bekanntlich ziemlich stark entwert^ • Taler hat gegenwärtig nicht viel mebr '' »»s eine Mark. Deshalb ist es
gut, sich beizeiten etwaiger Talervorräte in Cpattöpfen oder Sparstrümpfen. zu entledigen. Was die Geschichte des Talers anlangt, so ist er gar nicht so hohen Alters, wie vielfach angenom« men wurde. Er hat nämlich seinen Ursprung in dem böhmischenDarie Joachimsthal, wo die Herren von Schlick eine Münze als Joachimstaler Euldengroschen schlagen liehen. Diese Münze wurde kurzweg „Joachimstaler" und dann noch kürzer Taler genannt. Das war zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts.
Erst zweihundert Jahre später ist der Taler — allerdings von anderem..Geldwerte al die ursprünglich gleichlautende Münze — in Prcu- ßen und darauf in ganz.Norddeutschland Münz- eisheit geworden; ita geschah dies durch das Münz-Edikt vom 14. Juki 4750. Danach ist es dem Taler nicht einmal vergönnt gewesen, sein zSeiyundertjähriges Jubiläum zu feiern. Im Jahrs 1857 wurde in Wien ein Münzvertrag abgefchlosten, nach dem der Taler auch in Oesterreich und in den norddeutschen Staaten, außer Sachsen - Meiningen, Sachsen - Koburg, Nastau, Hesten-Homburg, Frankfurt a. M. und Schwarzburg-Rudolstadt, in denen der süddeutsche Eul- denfutz bestand und beibehalten wurde, zur Einführung gelangte. Er erhielt damals den Namen „Perernstaler".
Nach dem Reichsmünzgesetz von 1873, durch das die Markwährung festgesetzt wurde, wurden die Taler vorerst als Kurantmünze mit allgemeinem Annahmezwang als Dreimarkstücke beibehalten. Es war aber schon damals die Absicht, den Taler nach und nach einzuziehen und außer Kurs zu setzen; diese Absicht aber konnte nicht so bald ausgeführt werden, weil eine starke Cilberentwertung cingetreten war; der Taler behielt also seine Vollwertigkeit. Erst im Jahre 1900 wurde er aus einem gesetzlichen Zahlungs-
13 Machbruck verboten.),
Frauenhände.
, Roman von E r i ch F r i e s e n. (Fortsetzung).
. «Norbert Douglas!" murmelt Dr. Berry vor Ähin, die Stirn kraus ziehend.
Verstimmt geht er zurück vom Fenster. Er hat den Zungen Mann seit Jahren nicht gesehen; aber sein Anblick weckt trübe Erinnerungen in Ihm.
®ffnj£ sich die Tür und Frau Robinson Tritt ein. Sie hat Arthur in sein Zimmer gebracht und verlangt nach einer Aussprache mit dem alten freunde, den sie gebeten hatte, an ihrer Stelle dem geliebten Sohne entgegen zu fahren.
Draußen im Garten Helles Lachen aus frischem Mädchenmund. Hier drinnen das ernste Gespräch zweier bekümmerter Herzen.
„Sie sind ein wahrer Freund unserer Fa- d:ilie. Darf ich Ihnen etwas anvertrauen?" fragt Frau Robinson ernst, die feine Hand auf seinen Arm legend.
Eine schlichte, vornehme Hand! . . .
Einfach in ihren Linien, ohne Prätenfion — eine Hand, die alles Unedle, Häßliche von sich fern zu halten weiß, die doppelt fest im Leid halt und unentwegt durch dts Lebens Ungemach fuhrt--eine opferfreudige Mutterhand . . .
Dr. Berry ergreift die edelgeformts Frauenhand und führt sie ehrfurchtsvoll an seine Lippen.
„Sie erweisen mir die größte Ehre, liebe Freundin," erwidert er fast feierlich.
Frau Robinson deutet zum Fenster hinaus.
„Sehen Sie dorthin I Was meinen Sie zu •cs beiden?"
„3u Dolly und Norbert Douglas?"
. ^a. Er besucht uns öfters. Und da ich dicht der Anziehungspunkt fein kann, so bleibt m»r Dolly übrig."
mittel mit unbeschränkter Zahlungskraft in eine Siheidemünze umgewandelt. Der Annahmezwang für die Talerstücke hörte auf; der Taler war als Dreimarkstück auf die Stufe der übrigen Reichssilbermünzen gesunken. Nicht lange und unser allbeliebter Taler wird nur noch Wert für Münzsammler und zur gewerblichen Bearbeitung zu Gefäßen, Schmucksachen usw. haben.
Es ist nun die Frage, ob an Stelle des eingebürgerten Talerstückes nicht eine andere ebenso handliche Münze geprägt werden soll. Gegen die Ausprägung eines Dreimarkstückes sind vielfache Bedenken erhoben worden, namentlich dieses, daß dadurch das Dezimalsystem unserer Markwährung durchbrochen werden würde. Dieser Einwand ist allerdings nicht sehr erheblich, aber man wird annehmen können, daß er maßgebend bleibt und die Ausgabe von Dreimarkstücken verhindert. An Stelle dieses soll aber, wie verlautet, ein Fünfmarkstück her- gestellt werden, das nicht wesentlich größer, aber etwas dicker als der alte Taler Jein soll. Versuche mit solchen Münzen sind bciM» Mgestellt, Probestücke hstben BeteftS tm letzten Winter tm Reichstage kursiert. Bis jetzt ist jedoch endgültig über die neue Form eines handlichen Fünfmarktalers noch nicht entschieden. Dabei macht sich aber das Bedürfnis danach schon recht stark geltend. Man wird nach neuerlichen Mitteilungen zu der Annahme berechtigt sein, daß im nächsten Prägungsjahre uns neue Fünfmark- stücke beschert werden. Der Vorschlag, sie „Reichstaler" zu nennen, ist aber mit Recht zurückgewiesen worden, da aus dieser Bezeichnung leicht Irrtümer und Verluste entstehen könnten.
- Deutsches Reich.
— Der Kaiser empfing am Dienstag nachmittag den großherzogkich badischen Gesandten Graf v. Bergkheim zur Ueberreichung seines neuen Beglaubigungsschreibens, den Rektor der Universität Berlin, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Stumpf, den P. Schmidt aus Jerusalem in Gegenwart des Ehefs des Zivilkabinetts Dr. v. Lucanus, nahm die Meldung des Probstes von St. Petri, Dr. Kawerau, entgegen und empfing den Gesandten Grafen Tattenbach. Gestern mittag empfing der Kaiser den Prinzen Max von Baden, der am Vormittag in Berlin eingetroffen war und im konigl. Schlöffe Wohnung genommen hat.
— Botschafter von Schoens Abschied vom Zarenhofe. St. Petersburg, 29. Okt. Der Zar empfing heute in Peterhof den bisherigen Botschafter v. Schoen zur Ueberreichung seines Abberufungsschreibens in feierlicher Audienz und zeichnete ihn durch die persönliche Ueberreichung des Alexander Newski-Ordens
Dr. Berry schweigt.
„Sie haben Norbert Douglas nicht gesprochen, seit er seine Erbschaft antrat, lieber Berry?"
„Nein."
"Er ist ein durchaus anziehender Mann!" „Wohl möglich."
Frau Robinson wendet, sich etwas erstaunt dem einsilbigen Freunde zu.
„Was haben Sis, Berry? Ist Ihnen Norbert Douglas unsympathisch?"
„Durchaus nicht."
„Es täte mir auch leib; denn ich hege die stille Hoffnung, daß er und Dolly--“
„Sie glauben, Dolly liebt ihn?"
„Das weiß ich nicht. Ihr Herz ist wohl noch zu kindlich dazu. Aber der Mann ist aus guter Familie . . . sehr reich . ,. hat ein angenchmrs Aeußeres —"
Silberhelles Lachen vor der Tür — Dr. Berry meint, niemand wie Dolly könne so melodiös auflachen — unterbricht die vertrauliche Unterhaltung.
Die Tür fliegt auf.
„Mama, goldenste Mama! Besuch ist ge- kommen — Herr Douglas! Und er bleibt den Abend über da! Er will Arthur begrüßen, wenn der liebe Junge von der weiten Reise ein wenig ausgeruht hat von der weiten Reise . . . Ah, Onkel William! Nicht böse sein, daß ich Sie jetzt erst sehr! Die Herren gestatten, daß ich Sie einander vorstelle —*
Und mit kindlicher Vertraulichkeit legt sie die Hand auf Norberts Arm.
Welch liebe kleine Hand! ...
Weich und rosig wie ein Blumenblatt, gemahnend an die frisch erblühte Pracht des Frühlings — eine Hand, treu und anschmiegend, welche, wie kaum eine andere, die Fähigkeit besitzt, das frohe Leuchten des wahren Glücks um sich zu verbreiten ...
„Gin Vorstellen ist unnötig, Dolly," fällt Dr.
aus. Im Anschluß daran empfing die Zarin den Botschafter und Frau v. Schoen in überaus gnädiger Weise. Morgen findet zu Ehren des Botschafters eine Tafel Bei dem Zarenpaar statt.
— Eine Konferenz der deutschen Finanzminister in Berlin. Wie aus guter Quelle verlautet, weilen die Finanzminister der deutschen Bundesstaaten zu einer Konferenz seit Dienstag in Berlin. Es handelt sich offenbar um die Reichsfinanzen und ihre endgültige Regelung.
— Graf Moltke hat nach Meldung des „Berl. Tagebl." Berufung gegen die Freisprechung Hardens eingelegt.
— Auch eine Folge des Harden-Moltke-Pro- zeffes. Wie aus Berlin berichtet wird, sind dem Grafen Kuno Moltke mehrere Erpreffungsbriefe zugegangen, in denen ausgeführt wird, daß, wenn er nicht selbst zugebe, sich strafbarer homosexueller Handlungen schuldig gemacht zu haben, sie vor Gericht bezeugen würden, daß er sich gegen Paragraph 175 vergangen habe. Graf Moltke hat diese Erprefferbriefe dem Staatsanwalt übergeben. .
a-t- Das Börsengesetz. Wie aus Berlin verlautet, haben die Ausschüsse des Bundesrates den Entwurf der Novelle zum Börsengesetz einer eingehenden Beratung unterzogen. Die Verhandlungen dauern noch fort und werden noch diese Woche zum Abschluß gelangen.
— Der polnische Schulstreik, der in den letzten Wochen nur noch mühsam aufrecht erhalten werden konnte, ist jetzt tatsächlich beigelegt. Seit voriger Woche verweigerte auch in der Provinz Posen kein Kind mehr auf deutschen Fragen im Religionsunterricht die Antwort. Man hat also doch klein beigegeben.
— Zur Neuregelung der Diensteinkornmen der Geistliche«. Wie der „Kreuzztg." ,zu entnehmen ist, zeigen die Verhandlungen über die Neuregelung der Diensteinkommen der Geistlichen neuerdings einen so aussichtsvollen Verlauf, daß es nunmehr nicht ausgeschloffen erscheint, daß die Ceneralsynode noch im Laufe des November in den Stand gesetzt sein wird, über einen neuen Gesetzentwurf zu beraten. Die Hoffnung, daß das neue Gesetz am 1. April 1908 in Kraft treten tonn, braucht vorläufig nicht aufgegeben zu werden, selbst wenn der Zusammentritt der Ceneralsynod« sah doch etwa bis in das nächste Jahr hinein verzögern sollte.
— Die Auslieferung der Prinzeffin Pia Monica. Rom, 29. Okt. Der „Meffagero" meldet aus Bologna: Frau Toselli übergab aus dem Bahnhofe in Modena die Prinzeffin Pia Monica dem Vertreter des Königs von Sachsen, Rechtsanwalt Grafen Mattaroli, der mit der Prinzeffin sowie einer Wärterin in der Richt- ung nach Ala abreiste. Frau Toselli ist nach Florenz abgereist. — D r e s d e n, 30. Okt. Von
Berry etwas brüsk ein. „Ich habe Herrn Douglas vor Jahren oft gesehen — in Newyork, im Hause seines Stiefvaters."
Norbert verbeugt sich zustimmend und schüttelt Dr. Berry die Hand.
Die Blicke beider begegnen sich.
In beiden Aügenpaaren Brennt dieselbe Bange Frage:
„Ruth!"
13.
Norbert Douglas hat sich in den zwei Jahren sehr verändert.
Zwar war sein Gesicht stets scharfmarkiert und ernst; jetzt jedoch liegt ein Hauch von Schwermut über seinen Zügen ausgebreitet, der ihn weit älter erscheinen läßt, als er ist.
Als vollendeter Weltmann trägt er stets ein zwangloses Benehmen zur Schau, plaudert et leicht und fließend. Doch ein scharfer Beobachter merkt gar bald, daß die kleinen Scherze und Bonmots ihm nicht von Herzen kommen, daß sie nur den Deckmantel für ein tief verwundetes Gemüt bilden.
Vielleicht gerade um des Gegensatzes willen beschäftigt sich die lustige übersprudelnde Dolly in Gedanken viel mit ihm, und es ist jedesmal ein Festtag für sie, wenn der reiche „Märchenprinz" die kleine Behausung ihrer Mutter mit seinem Besuche beehrt.
Und auch Norbert fühlt sich eigentümlich an» gezogen von Dollys ursprünglichem, formlosem Wesen. Es berührt ihn wie eine erfrischende Brise nach drückender Gewitterschwüle.
In den Augen des gereiften Mannes ist das achtzehnjährige Mädchen noch ein Kind; kein anderer Gedanke taucht in seinem Herzen auf, das noch immer von dem Bilde seines entschwundenen Weibes erfüllt ist.
Als er vor etwa zwei Monaten — nach mehr denn anderthalbjährigem Weltreisen — seine „Rose-Farm" bezog, hörte er durch Zufall, daß die kleine, unscheinbare „Villa Tuskulum",
amtlicher Seite wird die in Modena erfolgt» llebergabe der Prinzeffin Pia Monica an be< Vertreter des Königs von Sachsen, Grafen Mat« taroli, bestätigt. Die Prinzeffin wird aus Wunsch des Königs zunächst dem Kammerherril v. Schönherr in Pallaus bei Brixen zugeführt werden, da man vermeiden will, das Kind jetzt in der rauhen Jahreszeit nach Deutschland zff bringen.
— Verbrechen ausländischer Arbeiter. Anl Dienstag abend kam es in M.-Eladbach zwischen einigen Italienern und anderen am Kanalbatz beschäftigten Ausländern zu Streitigkeiten, i« deren Verlauf drei Italiener durch Dolch st iche und Schüsse verletzt rout# den. Einer erhielt einen Stich in die Leber und dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Al« die Raufbolde abends gegen 10 Uhr auch Einheimische . durch Drohungen und Schimpfwort« belästigten, kam es abermals zu einem Zusarn- menstoß, wobei zwei weitere Italiener Verletzungen davontrugen. Die Polizei nahm O Ausländer wegen Verdachts der Täterschaft fest und verhaftete 4 Italiener zu ihrer eigene« Sicherheit. — In Solingen stand ein kroatischer Revolverheld vor dem Schöffengericht. Am 13. Oktober d. I., nachmittags, feuerte der Erdarbeiter Johann Tantowitz vor der Wirtschaft Plümacher einen Revolverschuß ab. Er tourt vertrieben; am Abend erschien er aber nochmal- vor dem Wirtschaft, öffnete die Tür zum East zimmer, um ohne jede Veranlassung zwei weitere Schöffe abzugeben. Der eine Schuß ging unmittelbar über den Köpfen bei Gäste hinwez und blieb in der Wand stecken. Als der Sohn der Wirtin den Kroaten vertreiben wollte uni einen blinden Schuß abgab, wurde er von dem gefährlichen Menschen angegriffen und bedroht i ” indem ihm dieser den Revolver auf Bie Brust ' ■ “ setzte. Als er Hilfe bekam, rückte der Kroatt aus, er wurde aber bald darauf an seiner - Wohnung verhaftet. Vor Gericht bestritt er. der Täter zu fein, er wurde jedoch überführt und zu 6 Wochen Gefängnis und 5 Wochen Haft verurteilt. Die Kroaten, so heißt es in der Urteilsbegründung, würden hier zu einer wahre« Landplage; gegen ihr verbrecherisches Treiben müßte mit aller Strenge vorgegangen werden. — Wegen eines ähnlichen Vergehens wird sich demnächst ein weiterer Kroate zu verant» Worten haben. — Gegen 4 Kroaten, die i«- Mayen polizeilich angemeldet sind, soll mit Rücksicht auf die Durbuscher Mordaffäre di« Landesverweisung beantragt werden.
Anssgiid.
= Meuterei auf einem russischen Torpedo- bootszrrstörer. W l a d i w o st o k, 30. Ott. Dir Sä" ' .
die direkt an seine Besitzung stößt, einer rev, witweten Frau Oberst Robinson gehört.
Da fiel ihm ein, daß die liebste Jugend- freundin seiner Mutter, die er als kleine« Knabe in Newyork gar oft gesehen, an einte Offizier verheiratet war, welcher nach Washington versetzt wurde. Da seine Mutter bald darauf den Thomas Mackay heiratete und in ganz andere Gesellschaftskreise kam, hörten die Freundinnen nur noch selten voneinander, bis di« spärliche Korrespondenz ganz einschlief.
Jetzt erinnert sich Norbert auf einmal wieder der sanften und des kaum zweijährigen, braunäugigen munteren Mädchens, mit welchem er als halbwüchsiger Junge so gern gespielt.
Und er suchte die Besitzerin von „Villa Tuskulum" auf, um festzustellen, ob sie jene Fra« Elisa Robinson sei. Er hat sich nicht getäuscht.
Frau Oberst Robinson ihrerseits war hocherfreut, den Sohn ihre lieben Jugendfreundin wiederzusehen — zumal er seiner Mutter auffallend ähnelt. Sie Bat ihn, so oft wie möglich in ihrer bescheidenen Häuslichkeit vorzusprechen, und ihr zu erzählen von seiner Kindheit, seinen Jünglingsjahren, und wie es ihm und seiner Mutter, ihrer teuren Nelly, später, nachdem sie nichts mehr von einander gehört, ergangen.
Sehr mitteilsam war nun Norbert allerdings nicht. Aber die feine alte Dame, der muntere Backfisch und die ganze schlichte Einfachheit des Hauses zog ihn an, so daß er öfter kam, als er eigentlich wollte.
Daß die brave Witwe auf seine häufige» Besuche Hoffnungen für die Zukunft ihrer Tochter aufbauen könne, kommt ihm nicht in de» Sinn. Er hat sich so mit der Tatsache vertraut gemacht, daß er gebunden ist fürs ganze Leben, daß er gar nicht mehr daran denkt es könne ih» jemand für eine begehrenswerte Partie halten- !- (Sortierung folgt.)
A —. ■ - * --