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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und

.- Sonntagsbeilaaer JArrftrirtes OsuurDMM.

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beiten am Vahnbau Weilmünster-Ufingen rüstig voranschreiten, darf gehofft werden, daß die Bahn am 1. Okt. 1908 dem Verkehr übergeben wird.

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Tausendfach bewährte

[ Nahrung hei;

Brechdurchfall,

Diarrhöe, Darmkatärrh,etc.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UmvcrsitLtSAuchbruckerei 42. IllÜka. Marburg, Mar» 21. - Telephon 55. M y u

Verantwortlich für die Redaktio»; Dr. Johannes Otto in Marburg. \

HochschirlnachrichLen.

' X Professor Schrörs in Bonn hat den rhm von der Studentenschaft zugedachten Fackel­zug abgelchnt und setzt den Beginn seiner Vor­lesungenaus persönlichen Gründen" vorläufig

X B res lau, 26. Okt. Wie wir hören, ist Professor Dr. Kurt von Rümker, Ordi­narius der Landwirtschaft und Direktor des Jn- stttuts für Landwirtschaftliche Pflanzenproduk- tronslehre an der Universität Breslau vom Kultusministerium für mehrere Semester von der Verpflichtung zur Abhaltung von Vorlesun­gen entbunden worden, um sich ganz wissenschaft- lrchen Arbeiten und der Leitung des genannten Instituts widmen zu können.

Mitteilungen aus dem Leserkreise.

Liir die unter tiefer Rubrik veE-ntttchtcn Artikel über, nimmt oie ^tebafttOTt nur ble t?erantn*oi?

tung, nicht aber die dem Publikum gegenüber.

Nochmalsdie Zerstörung Marburgs". '

-für die Monate November und Dezember 7g 4^'T<W- ;s auf die E

^VVerhessische Zei tung" nebst ihren Deilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hl»in,. Neustadt und Wetter, sowie von Men Postanstalten und Landbriefträgern ent« itzegengenommen. -

Hessen-Nassau imd NachbargMete.

Eaffel, 26. Okt. Am Donnerstag nachmittag stürzte, wie gemeldet, der jugendliche Sohn einer in der Kastenalsgasse wohnhafte Familie aus der im zweiten Stockwerk Gelegenen elter­lichen Wohnung. Er trug bei dem Sturze 'schwere Verletzungen davon und ist gestern im Landkrankenhause gestorben. Die Todesursache ist in einer erlittenen Gehirnerschütterung zu suchen.

Aus dem Kreise Limburg, 26. Okt. In Carn- «erg überfuhr ein Radfahrer einen Taubstum- 'rnen; dieser erlitt einen Schädelbruch. Rach­em der Durchstich des Tunnels bei Weilmünster Mm 22. Oktober vollzogen wurde und die Ar-

zum Verdienst wie zum Vorwurf gereichen Das über den Stadtpark gefällte Urteil ist wohl schon anderwärts zur Genüge gekennzeichnet wenn noch erwähnt wird, daß jüngst imDa- herm" ein anderes, dem Schillerdenkstein im übrigen fast ganz gleiches Denkmal abgebildet war, in einer Stadt errichtet, in der es doch wohl auch Kunstverständige gibt, so ist damit wohl die hierüber gesagteAlbernheit" (mit dem Worte des Verfassers) abgetan.

Aber wo bleibt die Zerstörung, die dem Ver­ein zur Last fallen soll?

Da ist der kleine Friedhof am Barfützertor, er ist durch private Opferwilligkeit unter Mit­hülfe der Stadt unter pietätvoller Schonung alter Gräber und des Baumbestandes zu einer kleinen, gern besuchten Parkanlage umgewan­delt, einige schöne in der Mauer sitzende Denk­mäler warten noch der Ueberführung an einen geeigneten anderen Platz, eins derselben war zu- sammcngefallen und sind die Stücks einem aus­wärts wohnenden Nachkommen des Verstor­benen, dem hiervon Mitteilung gemacht wurde, auf sein Ersuchen hin zugesandt worden. Es ist ein still-beschauliches Fleckchen Erde, und das wird es wohl auch bleiben, bis es der Zer­störung anheimfällt, wie alles Irdische; die Vereine haben hieran kein Teil.

Damit sind wir am Etrde der dem Verschöner­ungs-Verein in der Broschüre von Emanuel Benda zum Vorwurf gemachtenZerstörungen", betrachten wir uns nun noch den von Franz Vock geschildertenVandalismus", mit dem das Stadtbild zerstört wird.

Zunächst die beigegebsnen Bilder. Gegen­über dem von der Südostseite vom Berge aus aufgenommensn früheren Gesamtbild von Mar­burg wird ein von der Ostseite in der Ebene aus aufgenommenes Bild mit der das Stadt­bild an dieser Stelle bis auf das das Schloss ver­deckenden Läuferreihe der Biegenstraße als Be­leg gestellt; ehrlicherweise hätte das Bild von der gleichen Stelle aufgenommen werden müssen, aber da hätte cs freilich seinen tendenziösen Zweck völlig verfehlt, da sich das Stadtbild dann ebenso malerisch, durch die Häuserreihe am Tie­gen, deren Entstehung gewiss lebhaft zu be­dauern iit, nur wenig beeinträchtigt, zeigte. Das zweite Bild zeigt das am Markt stehende alte Majerus'sche Haus noch ohne Bewurf, sowie das alte, seiner Baufälligkeit wegen abgerissene Schott'sche Haus neben ersterem ein den ältesten Leuten wohl in dieser Gestalt ganz unbekanntes Gebäude, dem gegenüber nun der allerdings schon vor 15 bis 20 Jahren errichtete wenig glückliche Schott'sche Neubau und mit anderen das Kratz'sche Eckhaus gestellt wird; das an dieser Stelle früher gestandene alte Klse'sche Haus würde freilich wenig in das malerische erste Bild gepaßt haben und ist deshalb wohl fortgelassen. Das dritte Bild zeigt die Refor­mierte Kirche und Universität, davor die alte Vopp'fche Scheune, von dem Ausgang der Bie- gcnstrasse aus ausgenommen.

Anstatt nun von gleicher Stelle aus das sich jetzt nach Freilegung der Universität durch Weg­fall der Bopp'fchen Scheune darstellende Bild zu zeigen, wird nur die Stelle, an der dieselbe stand, dem ob solchem Vandalismus staunenden I Publikum vorgeführt. Das vierte Bild zeigt die Mühle mit dem jetzt abgerissenen Vorbau und I Stall vor den beiden Giebelseiten, mit der Uni- I versität im Hintergrund, von der Brücke aus I ausgenommen, während das Eegenbild, vom I Rudolfplatz ausgenommen, besonders die noch in I altem Zustande belassene vordere Eiebelwand I und das Bedürfnishäuschen daneben zeigt, wel- I chss, von der gleichen Stelle wie ersteres Bild I ausgenommen, überhaupt kaum in Erscheinung I getreten wäre, es hätte sich dann aber auch das I durch Wegfall des Stalles freier gelegte Bild I der Universität gezeigt, was natürlich nicht er- I wünscht und beabsichtigt war. So geht denn I aus sämtlichen Bildern die einseitig tendenziöse I Färbung dieser Aktion hervor, die durch ein I näheres Eingehen auf die angeführten weiteren I Beispiele für dieZerstörungen" noch näher be- I leuchtet werden soll. I

Zunächst die Viegenstrasse; für dieselbe ist der I Bebauungsplan 1897 entworfen und durch die I Kgl. Regierung in Eassel festgestellt, dieselbe I trägt somit auch die Verantwortung hierfür I gemeinsam mit der Stadt; ein Protest gegen die I Ausführung ist nicht erfolgt, sah doch niemand, I wohl auch dieKunstverständigen" nicht, voraus, I welche bedauerliche Beschränkung des Stadtbil- I des dadurch hervorgerufen würde. Erst nachdem I die Häuserreihe entstand, sah man den Echo- I den, und haben deshalb die beiden angegriffenen I Vereine, wie bereits anderwärts erwähnt, schon I vor etwa 2 Jahren durch eine Eingabe an den I Magistrat eine Aenderung des Bebauungs- I planes zu erreichen versucht; die betreffende I Eingabe liegt noch unerledigt bei der Regierung I in Cassel, Wie es kommt, dass der Kunstver- I ständige Franz Bock erst jetzt mit seinem Protest I an die Öffentlichkeit tritt und sich als Retter I des Kapitols ausspielen will, das entzieht sich I dem Laienverstagde; jetzt weiß jeder .gleich wie |

.« Ausland.

<£-=' Wieder eine Spionageaffäre in Frank- f»eich.. In Toulon ist der französische Schiffs- Fähnrich Ulmo wegen Spionage verhaftet wor- ;hen, weil, er dem französischen Marinemini- gterium wichtige Schriftstücke angeboten und gleichzeitig gedroht hat, er würde sie andern­falls einer fremden Regierung verkaufen. Es Handelt sich um Dokumente, die sich auf die Ver­teidigung von Toulon beziehen. Das Mini­sterium ging scheinbar auf den Handel ein, und fder Fähnrich bestimmte Ort und Stunde für die sUebergabe der Dokumente. Ein Unteroffizier Miurde damit betraut, die Schriftstücke zu über- iNehmen. Ulmo bedrohte den Unteroffizier zuerst mit dem Revolver. Er wurde jedoch rasch ent- Dvassnet und festgenommen. Er erklärte, er Habe Geld gebraucht, um die Wünsche seiner Ee- fliebten zu befriedigen. Die Staatsanwaltschaft /beim Seine-Tribunal hat bereits angeordnet, stllmo nach Paris zu schaffen. Dis beschlagnahm- iten Dokumente zerfallen in drei Serien; sie Le­ckanden sich au Bord eines Torpedojögers und Haben Bezug auf die Verteidigung von Toulon. iGs ist keine Spur von etwaigen Komplizen Ul- jmos gefunden worden. Ulmo hat dem Marine­iministerium außer den genannten Dokumenten autf) noch Material über die Rolle der Torpcdo- bootszerstörer und Unterseeboote im Kriegsfälle Entwendet. Als das Marineministerium die Kerhandlungsn in die Länge zog, richtete Ulmo Än den Marineminister Thomson einen Droh­brief, in welchem es heißt: Versuchen Sie mich ffestzunehmen, meine Helfershelfer würden sich ,schcn an Ihren Töchtern rächen.

Der Konflikt zwischen Japan und Kanada, '86er den jüngst zu lesen war, hat in folgendem Notenwechsel zwischen dem kanadischen Premier- iminister Saurier und dem Mikado seinen vor« läufigen Abschluss gesunden. Saurier ersuchte sauf telegraphischem Wege den britischen Bot­schafter in Tokio, Sir Claude Macdonald, dem ^Kaiser die Versicherung zu geben, daß die kana­dische Regierung alles aufbieten würde, um einer Widerkehr der bedauerlichen Ereignisse vorzu­beugen. Der Botschafter kam diesem Ersuchen -nach und erhielt darauf aus dem Kabinett des Mikado folgende Antwort:Der Kaiser hat die Erklärung des Gsneralgouverneurs von Kanada Und der kanadischen Regierung mit grösster Dankbarkeit und Freude empfangen und et -nimmt mit Genugtuung Kenntnis von der ernst­lichen Absicht der kanadischen Regierung, die herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu fördern, die zwischen dem britischen Reich und Japan bestehen." Herr Lemieux, der kanadische Arbeitsminister, hat Montreal verlassen und ist nach Japan abgereist, um dort in Gemeinschaft mit Vertretern der japanischen Regierung die Einwanderungssrage zu regeln. Wie Herr Le­mieux seinen Auftrag ausfasst, geht daraus her­vor, dass er in einer Abschiedsrede, die er in Montreal hielt, erklärte, Eigenart und Trag­weite seiner Mission lägen darin, dass eine der jüngsten und am meisten demokratisch gerichteten 'Rationen offen und vertrauensvoll an eines bet ältesten und berühmtesten Völker Annäherung suche, in dem Bestreben, eine Grundlage zu schassen, auf der die Interessen der beiden so verschieden gearteten Nationen zu ihrem Rechte . kommen können.

Dr. Franz Vock, Privatdozent der Kunstge­schichte, antwortet auf die an ihn seitens des Vereins zur Hebung des Fremden-Verkehrs und Verschönerungs-Vereins gerichtete Auffor­derung, feine im Kunstwart ausgesprochene Be­schuldigung, daß die Naturschönheiten in und um Marburg unter eifriger Mitwirkung dieser Vereine zerstört würden, im einzelnen zu be­gründen oder zurückzunehmen, dass dieser Aus­druck hinsichtlich des V. z. H. d. Fr.-Verk. nicht ganz korrekt sei, was er bedauere und dahin berichtige, daß von einer attiven Mitwirkung drefes Vereins bei besagter Zerstörung keine sei, wohl aber von passiven Unterlassungs­sünden; bezüglich des Äerschönerungs-Vereins sche er keine Veranlassung, etwas zu berichtigen; denn die den interessierten Kreisen allgemein bekannten Tatsachen seiner Mitwirkung an der Zerstörung" der Naturschönheiten finden sich in der Schrift des Herrn Benda. Greift man sich ba nicht unwillkürlich an die Stirne, wenn man solches liest; vergegenwärtige man sich Mar­burgs Umgebung vor 20 Jahren und jetzt, z. V. den Schloßberg mit Stadtpark und Eötzenhain, Augustenruh, Weintrautseiche und Umgebung, denke man an dis vielen neu geschaffenen Ruhepunkte mit Schutzhütten, Sophienblick Runder Baum, Elisabethhütte, Philippsruh' Srchteküppel, Bismarckweg, Ortenberg, die vielen Neuanlagen und Verbesserungen von Wegen und Vermehrung der Ruheplätze usw, usw., und dann spreche man noch vonZerstörung"; frei­lich ist genanntem Herrn ein solcher Rückblick aus längeren Zeitraum nicht möglich und könnte dieses sie einigermaßen entschuldigen. Sehen wir uns nun einmal die von Franz Vock als Schwurzeuge angezogene Bendasche Broschüre mit ihrem Verzeichnis der angeblichen Zerstör­ungen noch einmal näher an, obgleich diese un­zweifelhaft von unfehlbarem Kunstverständnis eingegebenen Aufzeichnungen schon einmal eine Abfertigung in satirischer Form gefunden haben; da werden zunächst auf 4 Seiten die Ausforstungen im Dammelsberg und Kirch­spitze und die damit verbundenen neuen Weg- anlagen, welche die Stadt unter sachkundiger Leitung hat vornehmen lassen, alsSchändung" der Natur undMissgeburten mangelhaften Na­tursinns" bezeichnet. Hätte sich der Verfasser die Mühe genommen, einen der hier wohnenden pensionierten Forstmeister als Sachverständigen zu hören, so würde ihm dis Notwendigkeit der Wegnahme des überständigen Holzes zum Ver­ständnis gekommen fein; dis zu fällenden Stamme .wurden durch eine Kommission be­stimmt, nicht wurden die schönsten, sondern die Wipfeldürren und schadhaften, wie zu dicht stehenden Eichen gefällt; dass einzelne schöne in die Wege fallenden Stämme darunter waren, liess sich nicht vermeiden und kann auch bei dem noch immer reichlich dichten Bestand kaum in Betracht kommen. Die Tätigkeit des Verschöner­ungs-Vereins beschränkt sich hierbei lediglich auf Wiederherstellung beschädigter Fußwege und Befestigung steiler Böschungen durch Erotten- steine, und gesteht, sich in dieser Weise an der Zerstörung" der Naturschönheiten beteiligt zu haben. Die Unterstellung, dass die Ausholzung seitens der Stadt eine Eeldspekulation gewesen sei, muß entschieden zurückgewiesen und mit den Worten des Verfassers als skandalös bezeichnet werben. Ferner die Mooseiche, dieser dürre und hohle Baumriese, dessen kahle Aeste einen traurigen Anblick gewährten, und der in kurzem der Axt oder vielleicht den Flammen zum Opfer gefallen wäre, ihn durch eine Einfriedigung vor bet Zerstörung geschützt unb durch Immer­grün, Epheu und wilden Wein wieder Leben geaeben zu Laben, bäri hem Verein wohl eher

I er, daß hierbei ein Fehler gemacht worden ist. I und ist es da leicht, den Entrüsteten zu spiele» I und Kritik auszuüben. Was weiter die Häufe,. I am Markt anlangt, so sind dieselben in Privat». I besitz, unb hatte deshalb die Stadt keinen maftü I gebenden Einfluss auf deren anbermeite $et» I stellung. Zu bem in Aussicht genommenen Sum I Bau des Rathauses ist als Sachverständiger Her, Professor v. Thiersch zugezogen, bem Herr Fran», I Bock doch wohl ein Kunstverständnis nicht» I sprechen wird; es darf der Lösung dieser Frag, I deshalb mit Ruhe entgegengesehen werden. $te I Scheune am Pilgrimstein war schon seit Jahre, I sowohl ihres vernachlässigten Aeußern wie bet I durch dieselbe bedingten Verengung bet Strotzt I wegen ein Erunb bes Aergernisses nicht nut ffl, die Stadt im allgemeinen, sondern für die llnfr versität im besonderen, für die sie eine Feuers^ gesahr bildete unb den Blick auf das Univerfl» tätsgebäude beschräntte. In wiederholten Ein« gaben hat die, llniversitätsbehörde die Beseitig* ung dieses, jeden künstlerischen Wertes ent» Lehrenden Gebäudes seitens der Stadt gefotbetf und hierzu einen vom Kultusministerium be* willigten Zuschuß zu den Kosten in Höhe von 5000 M angeboten, der nach Erwerb der ScheunL dann auch an die Stadt ausgezahlt wurde,

I An derZerstörung" dieses Teils des StadtbiL des ist deshalb neben der Stadt das Kultusmtt nisterium wie die Universität beteiligt, die aut Gerechtigkeitsliebe Herr Franz Bock nun wohl auch in seiner Kritik gewiss mit einschließeq wird, aber bann auch nicht übersehen möge, ztz bemerken, dass in den letzten Jahren an Stellt dieses einen alten Holzhauses deren eine gangi Anzahl stylvoller Holzbauten entstanden sind, die dem Stadtbild zu weit grösserem Votteil ge* reichen, z. B. in der Wettergasse drei groß«, at* chitektonisch reich ausgestattete unb eine Anzahl einfacher Holzhäuser, das Bopp'sche und Keß* ler'sche Haus in der Marktgasse, bas Berbux'sch, und Dietrich'sche Haus am Hirschberg, da, Strauss'sche in bet Barfüsserstrasse, ferner in de, Augustinergasse, in Weidenhausen, am Stein« weg, an der Ritterstrasse usw. eine Anzahß schöner Häuser, auch hat neuerdings die Stadt und das Stift St. Jakob noch einen erhebliches Geldbetrag für stylgerechte Herstellung des alte« Stifthauses bewilligt. Was die Bedrohung bet Elifabethkirche durch Freilegungs-Fanatiker be* trifft, so scheint dem vorerwähnten Verfasser btt Phantasie einen Streich gespielt zu habens denn von Entfernung Zweierseiner" Häuser am Steinweg und einer prächtigen alten Weid, am Chor der Kirche ist nichts bekannt; za ersterem hätte die Stadt auch schwerlich Geld, Ebensowenig richtig ist, daß eine ganze Alle, von schönen alten Bäumen bedroht sei. Vo« dieser Allee an der Frankfurter Straße, die allerdings wegen zu tiefer Lage erhöht unti reguliert werden soll, steht noch auf einer Geiti eine geschlossene Reihe von etwa 15 Eschen, dis übrigen Bäume bis zur Friedrichstraße stehe« nur noch vereinzelt, unregelmäßig weite Lucke« lassend; nur für diesen Teil der Straße wirb' eine Regulierung gevlant, der übrige Teil vo« der Friedrichstraße bis zum Grün bleibt auf, alle Fälle unangetastet. Der Entscheid über bet ersteren Teil steht noch aus und wird habet auf alle Fälle nur nach reiflicher Erwägung ge*] handelt.

Damit wären wir am Ende der bet Stadt zum Vorwurf gemachten .Zerstörungen" ange* langt, was bleibt hiernach von biefen Vorwür­fen übrig? Die gegen bie Vereine erhobene« beleidigenden Beschuldigungen fallen in nicht« Zusammen, diejenigen gegen bie Stadt stelle« sich teils als gegenstandslos, meist aber ins Un- geheuerliche übertrieben dar; bem Sensations* Bedürfnis der Herren ist genügt, die Stadt trägt für deren unverantwortlich leichtfertige An* fchuldigungen den Schaden davon! Hoffen wir. daß niemand wieder das Bedürfnis hat, b^it Stadt und den Vereinen in solcher Weise nahc! zu treten.

Der Redaktion des Kunstwart wird dies« Erklärung unter Beifügung von Abbildungen, welche den gebrachten Bildern in WiEchkelt] gegenüberzustellen sind, mit dem Ersuchen zu* gehen, den von ihm aufgenommenen Artikel Die Zerstörung Marburgs" entsprechend zu be­richtigen, und war deshalb eine eingehende Er­widerung erforderlich. Es steht zu hoffen, daß auch die sonstigen Blätter, welche die ungerecht­fertigten Angriffe auf die Stadt aus bem Kunstwart aufgenommen haben, ebenfalls eine Berichtigung erfolgen lassen. B.

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Vierteljährlicher Bezugspreis- btt der Expedition 2 M,

btt Mm Postämtern 2,25 W. (ejtU Bestellgeld). |

ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder bereu Si rum 15 Psg. nn t ....

Neclamen: die Zelle M Via. Drenstag' 29. Oktober 1907.

Zweites Blatt