Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbairn

4 Sonutaasbeiläaer - MuttrkteS TouulsaSbratt. '

Ä Drittes Blatt

19

(Nachdruck verboten.),

Als er

Men ruhig.

kJ

geirrt, dessen Festigkeit er weit überschätzt hat.

Aber nicht in allen Stücken ist der menschen­klügste Mann auch der weiseste. Daß Bismarck

| schäumende Wildbäche, anmutige Weingelände, I weithin schimmernde, üppig schwellende Blüten- I teppiche so erschimmert die wonnevolle Halb- I in sei Florida: ein Blumengefilde an der wilden I Brandung des Atlantischen Ozeans . . .

I In stiller Bucht, weitab wom Stödtegewühl I mit ihrem Hasten und Treiben, liegt, urndäm- I wert von bläulichem Duft, ein einsames, schloß- I ähnliches Gebäude.

I , Ueppige Gärten und blumenvolle Terrassen I ziehen sich die sanft ansteigende Höhe hinan.

I Es ist das Sanatorium St. Agatha, eine I weithin bekannte Heilanstalt für Lungenkranke. I Der zweite Stock des langen, geräumigen I Hauses ist für mittellose Kranken bestimmt, die I hier gemeinsam in großen weiten Sälen liegen. I Der erste Stock, sowie das hohe Erdgeschoß I enthalten Einzelzimmer verschiedener Größen, | in welchen diejenigen untergebracht werden, I welche über genügend Mittel verfügen, um jede I Dienstleistung gut bezahlen zu können.

I In einem dieser Zimmer es ist nicht groß, I aber freundlich eingerichtet liegt ein Knabe I von etwa fünfzehn Jahren.

I Die Augen sind geschlossen. Das schmale Ee- I sicht ist sehr bleich, der feingeschnittene Mund

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet oer Expedition 2 AtL, wer allen Postämtern 2,25 Mr. (excl. Bestellgeld). , Anserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg. Neclauien: die Zeile 80 Pfg.

Wieder überfliegt jene verräterische Böte da» zart« Knabengesicht.

, ^das »ohl. Aber »en« Ich «ach Haus«

(Fortsetzung fofat) j

Marburg

Sonntag. 27. Oktober 1907.

Frauenhände.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung)'.

Bald darauf stehen beide auf dem kleinen Dorffriedhof vor einem schmucklosen, rasenbe­wachsenen Erdhügel.

In tiefes Sinnen versunken, betrachtet Dr. Derry das schlichte Grab. O Menschenschicksal, wie eigenartig sind deine Wege.

Wollen Sie einen Grabstein setzen lassen, Frau Morton?"

Es fehlt mir an Geld dazu, mein Herr."

So gestatten Sie mir, dafür zu sorgen, Frau Morton!"

Aber, mein Herr ich weiß nicht--

Ich würde es als eine besondere Gunst be­frachten, Frau Morton. Ein schlichtes Marinor- kreuz mit einer Inschrift. Welch« wünschen Sie? Rur den Namen? Ruth Morton oder--*

$ Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag'. Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« 42. Jahrg. Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Nre Freundlichkeit, Frau Mor- »ohl!" toetbe "lies arrangieren. Leben Sie

k 11* . 11 - Xi; \ v

^Nachdruck verboten.)^

Stein und Bismarck.

j Zum 26. Oktober, Steins 150. Geburtstage. 'M Von Dr. Hans Hasselkamp.

Rein, keusch, überirdisch und dabei fest und kraftvoll--ein Hand, deren Berührung

Schmerz verscheucht, Leiden mildert, Ruhe

I ***Wft **

deutschen Namens abhängt, vereinigt würdet' das bezeichnete Stein schon in seinem berühmtes Briefe an den Fürsten von Nassau-Usingen ° eine Notwendigkeit, als em Gluck, das er noch erleben möchte. Es ist erst Bismarck beschieden gewesen, diesen Wunsch bis zu einem gewisses Grade zu verwirklichen. Indessen lag es i» Steins ganzer Entwicklung, daß er zu dem <5e« danken eines Deutschland mit preußischer Spitz« nicht kommen konnte. Vergegenwärtigen wir. . . , uns nur auch, daß er aufwuchs in der Nähe de»

gründen, die soziale Reform in Angriff nehmen I alten deutschen Rheins, unter alten Ritter» konnte. Umgekehrt steht es bei Stein. Die | schlössern und romantischen Ueberlieferunge« aus alter Zeit. Bismarck aber wurde groß i« der Ebene des jüngeren Ostens, dessen Geschichte wie auch die seines eigenen Geschlechtes, seit Jahrhunderten preußische Geschichte war. Wir treffen hier auf einen Hauptunterschied in bei» Charakter der beiden großen Männer. De» Reichsritter von Stein nämlich war nicht freß von romantischen Vorstellungen; insoweit waH er doch der Sohn seiner Zeit, der Zeit der mantik, daß sein Blick voller Liebe und Be­wunderung am Mittelalter haftete, wo, wie et sich vorstellte,der mächtigste Mann Untertan des Kaisers war und der kleinste freie Eigen­tümer unmittelbar von ihm abhing", wo et« Reich bestanden habe, dasalle sittlichen «n» physischen Bestandteile der Kraft, Freiheit und Aufklärung enthielt." Bismarck war das ganz« Mittelalterwurst", in ihm floß kein Tropfen romantischen Blutes, was auch darauf zurückzu­führen fein mag, daß er von seiner Mutter Mencken den Äusklärungsgeist geerbt habe« wird' unbeirrbar nüchtern, scharf und klar, sah er in der Welt, die der Reichsfreiherr vom Rheine durch die Farben der Vergangenheit und die Schleier der Ueberlieferung geschmückt sah. Und so standen auch beide den Menschen überhaupt grundverschieden entgegen. Stein, so oft er auch getäuscht worden ist, hatte Vertrauen zu den Menschen und hat dies Vertrauen bis an das Ende seines wechselvollen Lebens sich erhal­ten. Bismarck ist stets von Grund aus miß­trauisch gegen die Menschen gewesen. Als Men­schenkenner ist Bismarck seinem großen Vor­gänger unzweifelhaft weit überlegen gewesen. Er vermochte sie schnell zu durchschauen, ihre Schwächen zu erkennen, sie zu benutzen, die Menschen nach ihrer Art zu behandeln. Stein hingegen suchte die Stärken der Menschen, und sah sich freilich darin oft getäuscht. In seiner hochsinnigen Art wußte er doch die Menschen oft nicht richtig zu nehmen. Bekannt ist der verhängnisvolle Fehler, den er in der Behand­lung Friedrich Wilhelms III. beging und der ihm die Liebe dieses auf seine königliche Würde im höchsten Grade eifersüchtigen Fürsten Jflt immer gekostet hat. Hat er sich doch auch später in dem Charakter Alexander I. von Russland

Er schlägt die Augen auf. Seine Lippen gehe, muß ich . .. fort von Ihnen, Schwester umspielt ein glückliches Lächeln. I Virginia'"

Schwester Virginia! Wie froh bin ich, daß Leises' Lächeln huscht gleich Sonnenschein 6tebaI über die ernsten Züge der Pflegerin.

Kopfschüttelnd fühlt die Pflege,chwester den ISie können doch nicht immer hier bleiben, Puls des Patienten. I lieber Arthur. Sie sind jetzt ziemlich wieder

Wieder aufgeregt, Arthur? Der Puls geht hergestellt. Ein Rückfall ist kaum zu befürchten, schnell und unregelmäßig. Was ist los?" I Und zu Hause werden Sie viel Vergnügen

Nichts, nichts, Schwester Virginia!" I haben."

Der Knabe dreht sich der Wand zu, um die I Nachdenklich wiegt Arthur den Kopf hin und brennende Röte zu verbergen, die ihm in die I her.

bleichen Wangen schießt. IVielleicht . . . Dolly schreibt ja, der neue

Doch, mein lieber Junge! Sie haben irgend I Herr von Rose-Farm, unser nächster Nachbar,

etwas! Heraus damit!" I habe sich als der Sohn der Jugendfreundin

Langsam zieht Arthur einen Brief unter I meiner Mutter entpuppt und gäbe nächstens ei«

dem Kopfkissen hervor und reicht ihn der I großes Fest auf seinem Schloß! .. . Ueber- *

Pflegeschwester. I Haupt scheint Norbert Douglas so heißt er

Soll ich ihn lesen?" . I nämlich Dolly's Interesse zu erregen. Und

Bitte!" I das will schon etwas heißen; denn nicht jeder­

mann gefällt Dolly!"

Schwester Virginia tritt vor den kleinen Spiegel an der Wand und rückt an ihrer große« weißen Haube herum, die das schlicht gescheitelt« tiefs^varze Haar fast ganz verdeckt und an der plötzlich etwas in Unordnung geraten sein muL

Als sie sich wieder dem Kranken zuwendet, ist sie auffallend bleich und um ihren Mund lagert ein tiefschmerzlicher Zug.

Ist Ihnen nicht wohl, Schwester?" fraßt de« Knabe, seine großen braunen Augen angstvoll auf ihr blasses Gesicht richtend.

Schwester Virginia lächelt ein wenig et« , . . a , , wehes, müdes Lächeln, welches dem wannher»

, r3a, ~~ ^der - bet Knabe stockt, um I zigen Jüngling in bie Seele schneidet.

&aftiß fortzufahren ,/rber ,,, ich solf nach ISorgen Sie sich nicht um mich, liebes Kindl Haus« kommen. I 5$ habe manchmal etwas Brustschmerzen. Da»

Freuen Sie sich nicht darüber? I kommt vom vielen Nachtwachen. Es geht scho«

,, t Ä ' I wieder vorüber . .. Ah, da kommt der Doktork

Dre Pflegerin schüttelt den Kopf. Gr wird Ihnen gleich sagen, ob Sie kräftig

Das ist nicht recht von Ihnen. Ihre Mut- I genug find, um nach Hause zurückkehren M

ter und Ihre Schwester scheinen Sie doch sehr | können" 9

zu lieben!" I

Herrgottsfrühe ein Schriftstück präsentierte, als I Deichgraf. Dann aber strebt freilich ihr Le- Stein im Begriffe war, zu entscheidenden Kon- I bensweg auseinander. Denn Bismarck war der ferengen aufzubrechen. Wütend fuhr ihn da I geborene Diplomat, der natürliche Meister der Stein an, wie et ihn jetzt mit diesem Quark I auswärtigen Politik; auch in die innere Pott« behelligen könnte, den er doch zuvor als eilig I tik hat er die diplomatischen Methoden ost bezeichnet und für die Morgenstühe bestellt I hineingetragen, und vielleicht darf man sagen: hatte. Es lebte in Stein und in Bismarck ein 1 nicht immer zum Glück. Es bleibt ein unge« ungeheurer Wille zur Macht; sie waren beide ge- I heurer Beweis seiner Genialität, daß er, der borene Könige des Geistes, und die Widerstände, I Mann der äußeren Politik, auch in der inneren die Hemmungen, die ihrem großen Willen ent- I Politik so Außerordentliches leisten, die Jnnen- gegentraten, empfanden beide aufs bitterste. I einrichtung des neuen Deutschen Reiches be- In einer Zeit wie der gegenwättigen, wo I Die Kleinen waren ihnen zuwider, und zu- | 1 ~ '

-roße Charaktere und geniale Persönlichkeiten I wider war ihnen das Kleine. Beide hatten

Immer seltener zu werden scheinen und der Zeit- I einen starken Sinn für das Große und Ganze, I Diplomatie war ihm fremd, ja verhaßt. Ungern

Heist im ganzen bie allgemeine Verflachung be- I beide liebten die großen Mittel. Kalmierende hat et noch in des alten Friedrichs Tagen eine

Wnstigt, haben wir Deutschen wohl Ursache, Mittel anzuwenden lag Stein wie Bismarck Gesandtschaft an'den Mainzer Hof Lbernom-

keine Gelegenheit unbenutzt vorüber gehen zu fern; aber freilich durften sie das Ungeheuerste I men, und später hat er hochbedeutende Bot- -lassen, um uns der mächtigen Gestatt des Frei- nur wagen, weil sie beide ein tiefes Vertrauen I schafterposten, wie z. B. den in Petersburg, ab- Derrn von Stein zu erinnern und an ihr uns I auf die Kraft und Gesundheit des deutschen I gelehnt. Er folgte dabei einem ganz gesunden aufzurichten. Seine Persönlichkeit und sein Le- I Volkes hatten. So sagte Bismarck, man solle I Instinkte. Hervorgegangen aus dem Verwatt- 'venslauf gehören zu den interessantesten, die das deutsche Volk nur in den Sattel setzen, dann I ungsfache, war er der geborene innere Politiker sdie deutsche Geschichte aufweist. An Großartig- werde es schon reiten können, und so wagte I der Organisator des Staates, der Erschließer Mit des Charakters, an sittlicher Reinheit, Stein in den entscheidenden Jahren 1807 und I seiner Hilfsquellen, und das größte seiner Le­s-Kraft und Tiefe wird er überhaupt von keinem I 1808 den Aufbau eines ganz neuen Preußens. I bensleistung liegt doch auf diesem Gebiete. ^Deutschen überwunden; auch nicht der Schatten Alles daran zu setzen, um alles zu gewinnen, I Aber so ist ihm denn auch vergönnt gewesen, in eines-Zweifels oder Makels haftet an ihm. Als I entsprach dem Charakter beider Männer. Vis- I den Jahren 1812 bis 1814 eine mächtige diplo- Mtaatsmann zählte er zu den durchaus genialen | marck wagte die drei großen Kriege, in denen I matische Leistung zu vollbringen: die Wendung Maturen; weit eilte er seiner Zeit voraus, und I er die ganze Existenz des Staates aufs Spiel I in der russischen Politik durchzusetzen und den kin wenigen Jahren löste er Aufgaben, die zuvor setzte, und Stein wagte den Volkskampf gegen I großen deutschen Volkskrieg, unendlichen Wider­s-Jahrzehnte, ja Jahrhunderte selbst nickt batten Napoleon, obgleich er lange glaubte, daß es I ständen zum Trotze, zu organisieren. So ist im bewältigen können, indem er zugleich auch der M) eigentlich nur um ehrenvollen Untergang, I Grunde das natürliche Vetätigungsgebiet der lZukunft Aufgaben hinterließ, zu deren Erledig- nicht aber um Sieg handeln könne. Auch bei I beiden Männer ein verschiedenes gewesen; gleich ,png sie wiederum Jahrzehnte bedurft hat. ihren Gesetzentwürfen haben Stein wie Vis- I aber war der Trieb, der ihre Betätigung regelte Pebcn Bismarck ist Stein unzweifelhaft als der marck immer nur die großen Leitgedanken ange- I und erfüllte: eine tiefe unerschütterliche mit größte deutsche Staatsmann der nachfriderizi- I gebeifT'die Einzelheiten aber von den Räten I ihrem innersten Leben verwobene Vaterlands-

ünischen Zeit anzusehen; und so oft ich mich in I ausarbeiten lassen. I Hebe. Stein, der alte Reichsritter, ein reichs-

toteins Leben vertieft habe, bat es mich gereizt, I Geborene Politiker sind beide gewesen. Die I unmittelbarer Herr von Hause aus, besaß von diese "erden Männer in . Parallele zu I Politik war ihre Leidenschaft, ihr Beruf, ihr I Anfang an ein starkes deutsches Eemeingefühl;

steilen. In ihrem Charakter, in ihren Schick- I Lebenselement. Ihr Verständnis und ihre I bann, durch den Glanz des Namens und der

falen und rn ihren Ansichten findet man erstaun- Neigung gehörten dem praktisch Anwendbaren, I bet Taten des großen Friedrich begeistert, tritt liege innere Verwandtschaften, während doch I und sie hatten beide Mißtrauen gegen das, was I et in preußische Dienste ein und durchdringt sich auch roteber bie tiefen Verschiedenheiten, die sie sich in der Sphäre des rein Geistigen hielt und I mit dem Geiste dieses kernigsten deutschen kennzeichnen, für das Verständnis der beiden | auf den ersten Blick ohne Zusammenhang mit I Staatswsens. So ward er Preuße- doch als Manner durchaus lehrreich ist. So mögen dem prattischen Leben zu sein schien. Also hat I nach dem Jahre 1807 Preußen seinen Erwart- .denn zum heutigen Erlnnerungstage die Um- I Stein, der Zeitgenosse Kants, oft und bitter die I ungen nicht entsprach, da ist er von tiefem Miß- tiRe einer solcken Parallele versucht sein. Preußen getadelt, die sich an metaphysischen I trauen gegen diesen Staat erfüllt gewesen und

L ötetn rote Bismarck beide gehörten zu den Spekulationen vergnügten und darüber die I sein Preußentum trat damals weit hinter fein Feuexgeistern. Beide waren urdämonische, vul- I Kraft tätigen Handelns einbüßten. Daß eben I Deutschtum zurück Erst in seiner letzten Le- kanische Naturen, beide hatten Ueberschuß an diese Kantiche sowie die Fichteicke Philosophie | bensperiode erfolgte ein Ausgleich zwischen den Leidenschaft und waren gleichsam stets elektrisch | später zu einer der großen Schwungkräfte wur- I Gegensätzen in ihm. Anders entwickelte sich Bis- tzeladen. Zuweilen bedurften sie der Ableitung I den, die das preußische Volk zu seinen unge- I marck. Der Junker von der E^be war Preuße für dce in ihnen aufgespeicherte elektrische Kraft. I Beuren Taten beflügelten, das lag außerhalb I pur sang mit allen Beschränkungen eines sol- Von Bismarck weiß man, daß er nach aufregen- seiner Sehweite. Und ähnlich stand es auch mit I chen, und es ist eine der größten «eirtunaen «en Audienzen manchmal so erregt war, daß er Bismarck. Bismarck hat z. B. für das deutsche feines Lebens, daß er vom preußischen Junker ein Ckas zerbrechen oder sich auf irgend eine I Lied insoweit Schätzung gehabt, als es ein I sich zum wahrhaft deutschen Vatriotci? und ähnliche Weise Luft machen mußte. Bei Stein Einigungsmittel bildete, aber für die Musik Staatsmanne entwickelt hat Es erklärt aber äußerte, sich dieser Ueberschuß von Leidenschaft Wagners, die auch als solches zu beurteilen ist, diese verschiedenartige Entwicklung auch die ab- oft dann, daß er in gesteigerten Augenblicken I hatte er kein Interesse, weil er eben in deren I weichende Stellung der beiden Männer zur U.ibft gegen die treuesten Freunde hart, zornig, I praktische Bedeutung keine Einsicht gewann. So I deutschen Frage Sie trafen sich hier in der ja grob werden konnte So geschah es einmal liegt hier eine Grenze, die dem Geiste dieser bei- entschiedenen Verurteilung der deutschen Klein- in jenen Reichenbacher Tagen 1813 da die Fort- den. Großen gezogen war. Begonnen haben staaterei mit ihren Jämmerlichkeiten. Daß die ftihrung des Kampfes gegen Napoleon an einem Stein und Bismarck mit prattischer Tätigkeit int kleinen Staaten mit den beiden großen Monar- Haar hing und rhrn der getreue Arndt in aller I engeren Kreise: jener als Ber.grat, dieser als chien, von deren Existenz die Fortdauer des

Schwester Virginia liest und der Knabe be- merft mit Verwunderung, daß plötzlich die kräftige, weiße Hand, welche den Brief hält, leise Nein, nein!" ruft Frau Morton angstvoll, I "on etwa fünfzehn Jahren. I ^eVSatren Ausdruck^ ann^ebmen^^^ 2tU9Cn

die Hände ringend.Nicht den Namen!" I .Die Augen sind geschlossen. Das schmale Ee- tn ®5 an"e0men'

iVielleichtHeimgegangen!"?," r-:^- I ficht ist sehr bleich, der feingeschnittene Mund Doch nur wenige Sekunden.

i.Ja, ja!Heimgegangen"." I fest aufeinandergepreßt. I Dann liest Schwester Virginia anscheinend

tGut." '*" ** I Der Knabe leidet augenscheinlich; denn von I weiter.

Dr. Berry wendet sich ab und fähtt sich I ßeit zu Zeit ziehen sich die dunklen Braunen I , ."Nun?" fragt sie, als sie *ben Brief beendet

Über die Augen. I schmerzlich zusammen und die schmale Rechte I yut.Worüber haben Sie sich denn aufgeregt?

Als er gleich darauf Frau Morton die Hand I fährt nervös durch das kastanienbraune lockige I Der Brief ist sehr hübsch geschrieben. Ihre

-um Abschied reicht, ist sein Gesicht zwar ernst, I Saar. I Schwester muß ein liebes Mädchen sein, so frisch

--------- " 1 Geräuschlos öffnet sich die Tür. | und ursprünglich!"

Eine hohe Frauengestalt in der grauen An­staltstracht mit Schürze und Haube tritt ein.

Geht es besser, mein Junge?" fragt ste mit tiefer, wohltönender Stimme, während st« bie Hanb auf die heiße Stirn des Kranken legt.

Eine Madonnenhand I . . .