mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
San-taarbetlaa«: SXuKtfrte. eeeefMBMott.
252
Vierteljährlicher BezugspreiSr btt ver Expedition 2 SRt, bet allen Postämtern 2,25 M. (excl. Bestellgeld).
AnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder berm R«ntt 15 Pfg.
Neclamen: die Zei^c 3D Ma-
Marburg
Somabend. 26. Oktober 1907.
Erscheint wöchentlich siebe« mal. »
Druck Md Verlag» Joh. Slug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Bestellungen
die Monate November und Dezember aus die
«OSerhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition '(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Neustadt und Wetter, sowie von Men Postanstalten und Landbriefträgern ent« Hegengenommen.
Nachklänge zur Friedenskonferenz
\ Die Haltung der deutschen Regie« it nng auf der Haager Konferenz, insbesondere ,t>as Auftreten des ersten deutschen Delegierten erfährt auch in maßgebenden Organen Eroß- hritanniens und Frankreichs rückhaltlose Anerkennung und Billigung. So bemerkt die „Times" am Schluffe einer den Ergebniffen der ^Konferenz gewidmeten Betrachtung: „Den sog. Fricdensbestrebungen mußte ein befriedigender Erfolg versagt bleiben, weil keine Nation in Angelegenheiten, die ihre Ehre und ihre Le- bensintereffen berühren, sich Vorschriften machen jassen kann und weil keine Großmacht Staaten von der Bedeutung der kleinen, in jeder Beziehung völlig rückständigen Republiken Süd- und Mittelamerikas als gleichberechtigte Faktoren Oei entscheidenden Abstimmungen anerkennen kann. Der erste deutsche Delegierte Freiherr jv. Marschall hat daher mit seinem „Gesetz der ^Tatsachen" durchaus Recht behalten und alle gegnerischen Stimmen zum Schweigen gebracht." 3« ««betracht der Haltung, die die „Times" seit Jahrzehnten gegenüber dem deutschen Volk« be- gbachW'hat, — wofür auch aus den Aufzeichnungen der Königin Vikoria bezeichnende Belege zu Tage gefördert sind — darf man sicher fein, daß das Urteil dieses Blattes von Schmeichelei und Schönfärberei völlig ftei ist.
Dieselbe Anerkennung des deutschen Standpunktes in Frankreich. Der Pariser „Temps" schreibt u. a.: „Durch die Schuld des britischen Premierministers Sir Henry Campbell-Banner- man konnte die zweite Konferenz nicht einmal von den Erfahrungen der ersten Konferenz Dor« /teil ziehen. Alle Verhandlungen des Jahres 1899 schrieen einem sozusagen die Unmöglichkeit "einer Verständigkeit über die Verminderung ■'»bet auch nur über die Beschränkung der Rüstungen entgegen. Sehr viel klüger als die britische Regierung, hatte die russische Regierung Abstand genommen, dieses heikle Thema in ihr Programm aufzunehmen Der leitende englische Minister wollte nicht, daß es dabei bliebe. So izwang er die erste Konferenz, die Frage anzuschneiden. Und diese nahm die Erörterung vor "unter Bedingungen, die nicht einmal eine niitz-
18
lRachdruck verboten.),
Frauenhände.
Roman von ErichFriesen.
V ? (Fortsetzung).
Dr. Berry mietet sich ein kleines Landhaus fit kleinen, herrlich inmitten Buchenwaldüngen gelegenen Flecken unweit Rewyorks und verbringt die Zeit zumeist mit weiten Spazier- Hängen.
Bei einem dieser Ausflüge passiert er ein kleines, holzgezimmertes Häuschen, vor welchem In einem Korbsofa ein junges Mädchen, halb Kind,noch, langausgestreckt liegt.
Das Mädchen hat die Hände über der Brust gefaltet und blickt mit den übergroßen blauen Augen starr nach dem Himmel hinaus, während die tieftoten, eigentümlich aus dem bleichen Ee- pchtchen hervorglühenden Lippen leise vor sich hin singen.
Plötzlich, beim Anblick des näherkommenden »infamen Wanderers, unterbricht das Mädchen feinen Monotonen Singsang. Langsam richtet ; sich der Oberkörper ein wenig auf.
„Bist Du der Engel des Lichts"? ruft eine keife, matte und doch unendlich liebliche Kinderstimme.
Dr. Berry bleibt überrascht stehen. Er zögert einige Augenblicke, bevor er freundlich erwidert:
„Sfcin, mein kleines Fräulein. Ich bin nur «n ganz gewöhnlicher Sterblicher. Aber darf Ich nur eine Frage gestatten?"
'swillst^"^ Wenn Du mich nicht auftegen ,z" -Aein, sicherlich nicht. Wie heißest Du"?
'„Ada? . . . Und wie noch5« - ‘
t' „Ada Morton."
i Gin freudiger Schreck durchzuckt Dr. Derry. L„Ada Morton?" wiederholt er in fragendem
liche Besprechung erhoffen ließen, da mehrere große Mächte im Voraus erklärt hatten, daß sie sich an einer Debatte nicht beteiligen würden. Tatsächlich hat denn auch eine ernsthafte Debatte überhaupt nicht stattgefunden. Resigniert begnügte man sich schließlich, einen „Wupsch auszusprechen, den man bann „Resolution" taufte, um ihm etwas mehr Beachtung zu erwirken. In Wahrheit ist diese Resolution aber nichts anderes als ein Zeugnis der Ohnmacht, des Unvermögens. Wir wenigstens gestehen, nicht zu wiffen, was man zu dem Ergebnis der Konferenz, von 1899 in dieser Angelegenheit hinzufügte, als man diese „Resolution" aussprach. Rull plus Rull gibt immer noch nicht eins."
Der „Temps" verwirft denn auch seinerseits den von Herrn v. Marschall mit Entschiedenheit und Erfolg als absurd bezeichneten Gedanken eines für alle Streitfälle zuständigen Weltschiedsgerichtes, das niemals imstande sein würde, wirklich ernste Zerwürfniffe und Gegensätze aus der Welt zu schaffen. „Sagen wir es so laut als möglich, weil es die Wahrheit ist und weil es verbrecherisch wäre, in diesem Fall etwas zu verbergen: Es gibt auch nach der Haager Konferenz genau soviele Kriegsgefahren wie vorher .... Man hat die Errichtung eines internationalen Prisengerichtshofes als einen wertvollen Fortschritt bezeichnet. Aber wenn man sich erinnert, daß die Abmachungen von 1899, insbesondere die Abmachungen über die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges, durchkreuzt und durchbrochen worden sind durch Vorschriften, die in einem der damaligen Signaturstaaten Annahme gefunden haben, welchen Wert kann man bann nach ähnlichen Abmachungen beilegen? . . . Mit ihrem Präsidenten haben die Mitglieder bet Konfetenz erklärt, daß der Eindruck moralischer Solidarität, den die Konferenz hinterlaffen hat, genüge, um sie gegen den Vorwurf, nichts für den Fortschritt des Friedens getan zu haben, erfolgreich zu schützen. Bei aller Achtung vor den Persönlichkeiten der Bevollmächtigten und vor ihrer unbestechlichen Wahrheitsliebe glauben wir, daß sie sich mit dieser Behauptung in einer Täuschung befinden. Der Friede ist heute nicht mehr und nicht weniger gesichert als vordem. Der Friede findet eine wirkliche Bürgschaft nur in bet Stärke. Der Friede ist für biejenigen und nur für diejenigen gesichert, die als Gegner auf dem Schlachtfelde zu fürchten wären."
Danach scheinen für die Frage der Beschränkung der Rüstungen, mit der die britische Regierung nicht nut völlig Fiasko gemacht, sondern sich auch die Mißbilligung bet ftanzöfischen Fteunbe zugezogen hat, auch auf einet etwa zusammentretenden dritten Haager Konferenz recht wenig günstige Aussichten zu bestehen.
- ।
Tone. „Hast Du nicht eine Schwester, die Ruth heißt, mein liebes Kind?"
Das Mädchen nickt.
„Ja. Aber nicht hier,"
„Wo ist sie denn?"
„Dort!"
Und der kleine dünne Zeigefinger weist hinauf nach dem blauen Himmel.
Dr. Berry prallt zurück.
„Tot?" ruft et entsetzt.
Das Mädchen schüttelt den Kopf.
„Nein, nicht tot. Ich sehe sie jede Nacht und untethalte mich mit ihi. Und sie steht ganz anbets aus wie stützet — viel glücklicher und zufriedener. Hier bei uns hat sie immer geweint. Und da tzabs ich gebetet. Tag und Nacht, daß der Engel des Lichts kommen möge und sie holen — —"
„Und — et hat sie geholt, mein Kind?"
„Ja, et hat sie geholt. Et hat mein Gebet erhört."
Und Ada faltet die durchsichtigen Händchen und blickt mit schwärmerischer Verzückung zum Himmel empor, während die Lippen eine leise Melodie summen.
Der Mann da vor ihr ist augenscheinlich bereits ganz ihrem Gedächtnis ents^vunden.
Langsam, den ernsten Kopf etwas gebeugt, schreitet Dr. Berry weiter. Die Nachricht vom Tode des Wesens, welches ihm — er fühlt es mehr denn je — das Teuerste auf Erden war, hat ihn mächtig ergriffen.
Ruth Morton — tot!
Er vergegenwärtigt sich die hohe kräftige Gestalt, das jugendfrische Antlitz, den elastischen Gang, die festen starken Hände — und er kann' cs nicht fassen, daß dies alles vorbei fein sollte für immer.
Und ein Zweifel beginnt sich in seiner Seele zu regen.
Sprach jenes eigentümliche Kind die Wahrheit? Litt es nicht vjzlmehr an Halluzina-
Deutsches Reich.
— Reichskanzler Fürst Bülow empfing in Klein-Flottbeck die Abordnung des Deutschen Arbeiter-Kongreffes, die ihm die Beschlüffe desselben überbringt. Sprecher der Abordnung war nach dem „Reich", Reichstagsabg. Behrens.
— Vom Bundesräte. In der gestrigen Sitzung des Bundesrates wurde über die Resolution des Reichstags zum Reichshaushaltsetat und zum Haushaltsetat bet Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1907 Beschluß gefaßt.
— Abschied des Statthalters Fürsten Hohenlohe-Langenburg. S t r a ß b u t g i. E., 24. Okt. Zu Ehren bes scheidenden Statthalters Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg fand gestern Abend ein Festmahl statt, an welchem die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden des Reichslandes teilnatzmen. Der kommandierende General des 15. Armeekorps, General der Infanterie Ritter Hentschel von Eilgenheimb dankte dem Fürsten, daß et dem Militär in den Reichslan- ben stets ein warmes Interesse entgegengebracht habe. Staatssekretär v. Köller sprach im Namen bei Beamten unb sagte, daß die Geschichte einst Zeugnis ablegen werde für die Wirksamkeit des dritten Statthalters, dem die Bevölkerung der Reichslande für seine Wirksamkeit stets Dank wiffen werde. Fürst Hohenlohe erwiderte, seine Erinnerungen an Elsaß-Lothringen, wo er sich stets wohl und glücklich gefühlt habe, und deren Wohl ihm stets am Herzen gelegen habe, werden unauslöschlich sein. Er bitte, auch ihm ein freundliches Andenken zu bewahren und schloß mit einem Hoch auf Elsaß-Lothringen, das seinem Herzen auch ferner immer nahe stehen werde.
— Zum 150. Geburtstag des Freiherr« vom Stein. Als ein nationaler Gedenktag ist der morgige Samstag anzusehen, der bei allen Vaterlandsfreunden die Erinnerung wachruft an einen der besten Deutschen aller Zeit, an den Reichsfreiherrn vom Stein, deffen genialer und zielöewußter Tätigkeit das deutsche Volk in erster Linie den Wiederaufbau des von dem korsischen Eroberer zertrümmerten preußischen Staates zu danken hat, wodurch zugleich der Grund für den später nach Bismarcks Plänen geschaffenen Reichsbau gelegt wurde. Der.Freiherr Heinrich vom und zum Stein, geboren am 26. Oktober 1757 als Sohn eines kurmainzi- schen Geheimrats auf dem Familienstammschloß zu Nassau an der Lahn, war der letzte männliche Sproß eines alten fränkischen Reichsfteiherrn- geschlechts. ließet seinen Lebensgang sei nur kurz folgendes in Erinnerung gebracht. Nach beendeter Studien an der Universität Göttingen und nach verschiedenen Reisen trat Reichsfreiherr vom Stein in preußische Dienste, wo er sich auf den verschiedensten Gebieten der Derwal-
tionen? Sein äußeres wie fein ganzes Wesen deutete darauf hin, daß sein Geist getrübt ist. . Am nächsten Morgen beschließt er, in dem kleinen Vlockhause nähere Erkundigungen einzuziehen.
Wieder liegt Ada auf ihrem Korbsofa im Sonnenschein. Freundlich wie einem alten Bekannten nickt sie ihm bei seinem Nahen zu.
„Ist Deine Mutter zu Hause, mein Kind?"
„Ja."
„Darf ich eintreten?"
„Wenn Du die Mutter nicht aufregen willst — — sie ist immer sehr traurig, seit der Engel des Lichts Ruth geholt, weißt Du —*
Dr. Berry blickt nach der niedrigen Haustür, auf deren Schwelle soeben ein in tiefes Schwarz gekleidete, verkümmert aussehende, weißhaarige Frau erscheint.
„Habe ich die Ehre, Frau Morton vor mit zu sehen?" fragt Dr. Berry, den Hut ziehend.
Die Frau nickt, während ein erstaunter ängstlicher Blick den fremden Mann streift.
„Mein Name ist Dr. Berty. Hier meine Karte. Ich kannte ihre Tochter Ruth. Sie hat meinen Namen wohl nie zu ihnen erwähnt?"
„Nein. Ich entsinne mich nicht."
Ein leiser Seufzer hebt Dr. Bettys Brust. Er weiß nur zu gut, daß feine Person in Ruths Leben keine Rolle spielte.
„Gleichviel," führt er bewegt fort. „Ich hörte gestern von Ihrer jüngsten Tochter, daß Ihre Tochter Ruth, die stets so ftäftig und gesund aussah, gestorben sei. Ich wollte es nicht glauben —"
Frau Mortons eingefallene Züge wurden noch um einen Schatten bleicher. Ja, es ist dem sie beobachtenden Manne, als überfliege ein Zittern ihren schmächtigen Körper.
„Ja, sie ist tot."
Frau Mortons Sttmme klingt hart und kalt — unnatürlich kalt für eine Mutter, die von dem Tode ihres Kindes spricht.
tung so sehr hervottat, daß er auf Hardenberg« Rat 1807 mit der Leitung der preußischen Zivil- Verwaltung betraut wurde. In dieser Stellung hat Frhr. vom Stein die Verwaltung von Grund auf reorganisiert und dadurch die Erneuerung und Gesundung des preußische« Staatswesens ermöglicht. Sein Hauptziel «6e« war die Befreiung Preußens und Deutschland« von der französischen Herrschaft, für welche et s« eifrigst tätig war, daß et zum Feinde Frankreichs erklärt wurde und ins Exil gehen mußte. Im Befreiungskriege übernahm er den Vorsitz in der für die Verwaltung aller von den Verbündeten besetzten Länder eingerichteten Zen- tralkomission. Leider war es ihm nicht vergönnt, die Früchte seines Lebenswetkes zu ernten. Tief verstimmt über die für Preußen kläglichen Bestimmungen des Wiener Kongreffes zog er sich ins Privatleben zurück. Am 29. Juni 1831 verstarb Frhr. vom Stein in Kappenbetg.
— Zur Lage bet konservativen Partei f« Sachsen wird uns aus Dresden geschrieben: Dü Nachricht von einer Spaltung der konservativen Partei Sachsens ist unrichtig. Innerhalb der Frattion und der Partei waten schon seither alle konservativen Richtungen, insbesondere auch die freikonservative, vertreten. Richttg ist nun, daß sich innerhalb- der konservativen Fraktion einige Abgeordnete insofern zu einer freikonservativen Gruppe vereinigt haben, al« sie in besonderen Fragen, wenn sie es für nötig halten, zunächst für sich eintreten werden. Eine solche Gruppe hat bereits früher einmal in der konservativen Frattion Sachsens bestanden und bedeutet auch nicht das Vorzeichen einer künftigen Spaltung. Die Partei bleibt eine Einheit wie bisher.
Allöland.
= Das Befinden Kaiser Franz Josephs. Aus Wien wird dem „B. L. A." vom Donnerstag berichtet: Sehr viel Publikum erschien gestern im Schönbrunner Parke, um den Kaiser bei seinem Spaziergange in der Eallerie zu sehen. Um 12 Uhr wurde die Balkontür geöffnet, um frische Luft Einbringen zu lassen. Nachdem die Tür wieder geschloffen war, erschien der Kaiser im braunen Mantel mit Offiziersmütze. Er ging etwas gebückt und langsam, aber sicher. Wiederholt nahm er in einem Fauteuil Platz, um auszuruhen. Er erwiderte die ehrerbietigen Grüße des Publikums mit freundlichem Lächeln.
= Rückritt der tschechischen Minister. Wien, 24. Ott. Wie die „Slavische Korrespondenz" meldet, teilten zu Beginn der heutigen Sitzung des Jungtschechenklubs die Minister Pacak und Forscht.mit, daß sie sich entschlossen hätten, von ihrem Amte zurückzutreten.
„Würde cs Sie zu sehr angreifen, wenn Sie mir etwas über die letzten Stunden Ihrer Tochter mitteilten, Frau Morton?" fragt Dr. Berry eindringlich. „Ihre Tochter stand meinem Herzen sehr nahe, obgleich sie es nicht wußte, Mein heißester Wunsch war, sie zu meiner Gattin zu machen, wenn nicht--“
Er bricht ab.
„Danken Sie Gott, daß Sie es nicht taten, mein Herr!" murmelt Frau Motton. „Sie wiffen ja nicht--jetzt ist sie tot. Lassen Sie
sie ruhen! Und vergessen Sie mein unglückliches Kind!"
Frau Morton hat den'Kopf tief gesenkt. Ihre Augen suchen den Boden.
„Vergessen? Nein!" erwidert Dr. Berry. „Dazu war sie mir zu teuer. Wer — darf ich mir noch eine Frage gestatten — wo starb ihre' Tochter?"
Mutter.
„Hier bei mir. Sie wurde todkrank von
Florida, wohin sie vom Arzt wegen eines plötzlich aufgetretenen Lungenleidens geschickt worden war, hierher transportiert."
„Und wurde auch hier begraben?"
„Ja."
„Ist das schon lange her?"
„Nein, kaum ein Vierteljahr."
Pause.
„Ich möchte ihr Grab sehen," sagte Dr. SBerrt nach einer Weile mit feierlichem Ernst. „Wolle« Sie es mir gestatten?"
Frau Morton zögert. Ihre leise bebenden Hände zupfen nervös an dem Taschentuch, mit dem sie sich von Zeit zu Zeit den Schweiß vou bet Stirn wischt.
Dann sagt sie tonlos:
„Wenn Sie durchaus wollen — — komme»! Siel"
(Fortsetzung folgt.)
—. "Vt '-4