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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkaiu.

SonntaasbeUaae: AUustrirles So»«t«asLlatt. *

251

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AnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren R riM 15 Pfg.

Ncclanien: die Zeile 30 Vfg.

Marburg

Freitag^ 25. Oktober 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

42. Jahrg.

Erstes Blatt.

£ie Notwendigkeit der inneren Kolonisation.

f"" Gelegentlich des deutschsozialen Parteitages Hat unser Reichstagsabgeordneter Dr. Böhme Aber dieses Thema einen Vortrag gehalten, der jetzt im Druck erschienen ist*). Zunächst wird die Notwendigkeit einer zahlenmäßigen Ver­stärkung der Landbevölkerung hervorgeleitat aus den Schattenseiten großstädtisch-industrieller Entwicklung. Während die Manchesterschule Und mit ihr die freisinnigen Parteien kritiklos dem Industrialismus gegenüberstehen, einen möglichst raschen Uebergang zum In­dustriestaat befürworten und das Schlagwort prägten:Wir muffen Waren exportieren öder Menschen", ist gerade von rechtsstehenden Nationalökonomen der Nachweis erbracht wor- hen, daß der einseitige Industriestaat zu einem Pevölkerungsftillstand und wohl auch zu einem Bevölkerungsrückgang führen werde. Von die­sen Tatsachen geht der Vortrag aus. Er zeigt, paß heute bereits Berlin einen Rückgang der Eingeborenen Bevölkerung aufweist, daß in rasender Eile unter dem Einfluß des Jn- dustrialisnms andere stark bevölkerte Gegen­den denselben Verhältnissen zustreben, so die Provinz Brandenburg, das Königreich Sachsen, Hamburg usw. Das Sinken der Sterbeziffern, das bisher den gewaltigen Geburtenüberschuß schuf, hat schon ein sehr langsames Tempo ange­nommen und bald ist die äußerste Grenze er­reicht. Die ländlichen Gegenden, besonders der Osten, die bisher dem Menschen verzehrenden Industrialismus die Arbeitskräfte lieferten, be­ginnen unter dem Einfluß einer übermäßigen .Abwanderung der kräftigsten Altersklassen zu versagen. Auch dort sinken die Geburtenziffern in erschreckender Weise, weil von Jahr zu Jahr )te Zahl der Eheschließungen zurückgeht.

i So hat Ostpreußen nur noch 6,7 Ehen auf J000 Einwohner pro Jahr, das Reich 8,1, Ber­lin 11. Trotzdem ist seine Geburtenziffer noch immer eine gewaltige, verglichen z. B. mit Ber­lin, bei 6,7 Ehen 34 Geburten, Berlin bei 11 Dur 25,3. In diesen wenigen Zahlen liegt aus- .tzedrückt die nationale Bedeutung des deutschen .Landvolkes. Aber die Ansprüche, die der In­dustrialismus der Gegenwart an die Landbevöl­kerung stellt, gehen über die Kräfte des Land­volkes und der kleinstädtischen Bevölkerung

^1

f) Dr. Böhme,Kolonisation und Land- ftrbeiterfrage." Verlag der deutschnationalen Buchhandlung. Hamburg 36.

s .^^.--^=17

17 kSkachdruck verboten.),'

Frauenhände.

' ", Moman von Erich Friesen.

'(Fortsetzung)'.

£ Dr der ihr eigenen rücksichtslos spöttischen Art und mit vielen spitzen Nadelstichen versehen, /teilt Madame diese Neuigkeit bei Tisch ihrem ..Stiefsohn mit.

s Norbert erwidert nichts. Er glaubt jetzt, Nutbs gestriges Benehmen zu verstehen.

[ Gewiß ist sie zu dem Entschluß gekommen, Haß sie noch das halbe Jahr warten will, ehe .ihre Verheiratung mit ihm aller Welt bekannt wird. Und da es ihr zu schwer erschien, mit dem Gatten unter einem Dach wohnen und ihm noch fernerhin als Fremde zu begegnen, ist sie vorläufig zur Mutter zurückgekehrt.

; Natürlich so wird es sein!

Norbert überlegt gerade, ob er sich mit ihrem Entschluß einverstanden erklären oder seinen Wunsch durchsetzen soll da trifft ein Brief von Muth für ihn ein.

- Freudigen Herzens öffnet er das Kuvert.

! Doch merkwürdig zwei Briefe fallen Heraus.

i Der eine kurze ist von Ruth. Der andere längere zeigt ihm eine fremde, ungeschickte Handschrift. t

' ' Er nimmt zuerst Ruths Brief vor.

Mein Einzig-Geliebter!

Wenn Du den anliegenden Brief meiner Mutter gelesen hast, wirst Du mich verstehen.

Als ich mich Dir vor dem Altar zu eigen gab, wußte ich nichts von dem furchtbaren Verhängnis, das übe, unserer Familie schwebt. Ich beklage tief, daß Du an eine Frau gebunden bist, die nach Lage der Sache nie Dein Weib sein, nie die Mutter Deiner Kinder werden tonn.

hinaus. Im Jahre 1871 waren 8 Großstädte mit über 100 000 Einwohnern vorhanden und einer Eesamtbevölkerung von rund 2 Millionen. Was diese Städte an Bevölkerung verzehrten, vermochte die Landbevölkerung leicht zu ersetzen. Jetzt sind 41 Großstädte vorhanden mit liy2 Mill. Einwohnern, da vermag das Land nicht mehr die Menschen zu schaffen. Es versagt und an den steigenden Massen ausländischer Arbeiter erkennen wir den Arbeitermangel in Industrie und Landwirtschaft selbst dann, wenn uns dis überaus zahlreichen Klagen über Arbeiter­mangel nicht zu Ohren gekommen wären. Der Staat steht unter dem Einfluß der industriel­len Entwicklung vor der Gefahr der Ent­nationalisierung.

Diese Schäden sind von den freihändlerischen Parteien stets übersehen worden und den Mit­teln zur Heilung haben sie sich versagt. Es soll hier nicht davon geredet werden, daß sie den Schutzzoll, der zur Kräftigung der gesamten Landbevölkerung notroenbig war, stets bekämpft haben, sie haben auch bei den Fragen der An­siedlung und inneren Kolonisation versagt. Er­bitterte Feinds des Großgrundbesitzes, haben sie den einzig praktischen Weg zu seiner Vermin­derung, die Vermehrung des Bauernstandes des Ostens auf dem Wege der inneren Kolonisation nie beschritten. Wer waren die Vorkämpfer auf diesem Gebiete, nicht Manchesterleute, son­dern Männer wie Schmoller und Gering, also konservative, staatssozialistisch gerichtete Ge­lehrte» Schutzzöllner. Das vom Großgrundbesitz beherrschte königlich preußische Landesökonomie­kollegium war eine Haupttriebkraft in dieser Richtung, die rechtsstehenden Parteien des preu­ßischen Abgeordnetenhauses haben die notwen­digen Gesetze geschaffen, der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Freiherr v. Wangen­heim, hat unaufhörlich in dieser Richtung ge­wirkt. Freilich Phrasen wie das Schlagwort Bauerngut an Bauerngut von Berlin bis zur russischen Grenze" sind nicht von diesen Poli­tikern geprägt worden, dies bleibt den Frei­händlern überlassen, die durch die Verwirklich­ung ihrer Wirtschaftspolitik zu den alten Lati­fundien des Ostens noch neue des Westens ge­fügt hätten. Aber nicht auf Redensarten kommt es im politischen Leben an, sondern auf die Tat und die ist nie die Stärke des Freisinns gewesen. Auch der Vorschlag der Aus­dehnung des Rechtes der Ent­eignung auf den ganzen Osten, wie ihm einstimmig der deutschsoziale Parteitag zu- stimmte, ist nicht so ungeheuerlich, wie vielfach von freisinniger Seite behauptet wird. In Dänemark war es die konservative Partei des dortigen Parlaments, die lediglich aus wirt­schaftlichen und sozialen Gründen diese Forde­rung erhob, bei uns sprechen außerdem ge­wichtige nationale Gründe mit.

Meine Liebe zu Dir wird stets dieselbe bleiben treu, unwandelbar, bis über das Grab hinaus. Aber nie dürfen wir uns wieder begegnen im Leben!

Ich ermatte von Dir, daß Du nicht nach mir forschest. Es wäre vergebens, mich um» stimmen zu wollen.

Leb wohl, mein Norbert, mein heißgelieb­ter Gatte für immer!

Ruth."

Norbert liest den Brief zweimal. . . dreimal. Es ist, als könne er den Inhalt nicht fassen.

Dann erst greift er zu dem anderen Brief.

Als er auch diesen gelesen, ist sein Gesicht todesbleich.

. Sein ganzes Glück sieht er zertrümmert zu feinen Füßen liegen fein eigenes Glück und das der Geliebten.

Was wird er tun, ob Ruths Wunsch ge­horchen oder sie zurückholen als sein Weib er ist sich noch nicht klar darüber^ Seine Vernunft sagt ihm, daß sie recht getan hat, und er be­wundert ihre» Heldenmut und ihre Opferfreu­digkeit. Sein Herz jedoch verlangt gebieterisch das Gegenteil.

Er grübelt und grübelt tagelang . . .

Sein Stiefvater drückt ihm wiederholt seine Befriedigung darüber aus, daß die unliebsame Angelegenheit sich rasch derart erledigt hat. Fräu­lein Morton habe gewiß eingesehen, daß aus einer Verbindung zwischen ihr und dem reichen Erben doch nichts werden könne.

Und Madame fügt gnädig hinzu, sie hätte wahrhaftig dem Mädchen gar nicht so viel Tatt zugttraut.

Norbert erwidert nichts. Was soll er den beiden Menschen sagen, die seinem Empfinden so unendlich fern stehen! Die nicht einmal wissen, wie fest und unlöslich das Band ist, welches ihn bereits mit Ruth verbindet! , < Er grübelt und arübelt ,

Gegenüber gegnerischen Verdrehungen sei festgestellt, daß nicht das Recht der Ent­eignung für Besitzungen Über 500 ha bezüg­lich ihres gesamten Landes verlangt wird, son­dern lediglich des Landes, das der einzelne Be­sitzer über 500 ha besitzt. 500 ha sollen ihm bleiben, außerdem sein Forstbesitz und für diesen Fall würden 1127 548 ha für die Ko­lonisation zur Verfügung stehen. Würde das gesamte Gebiet der Besitzungen über 500 ha ent­eignet, so würden über 3y2 Millionen ha frei werden. Wenn die Gegner darin eine sozia­listische Forderung erblicken, so sollen sie wissen, daß nahezu unsere gesamte Gesetz­gebung feit dem Jahre 1878 immer wieder von gewissen Seiten als sozialistische Maßnah­men denunziert wurde. Das hat aber die rechts­stehenden Parteien nie davon abgeschreckt, auf diesem Wege fortzufahren und so wird es auch in Zukunft sein. In den sozialistischen Forde­rungen auf wirtschaftlichem und sozialem Ge­biete hat gar manches Berechtigte gesteckt, es ist herausgeschält und verwirklicht worden von rechtsstehenden Politikern, sie haben dabei auf das allerschärfste die revolutionären, antinatio­nalen Bestrebungen des Sozialismus bekämpft. Der Linksliberalismus begnügte sich mit freiheitlichen Phrasen, mit oberflächlichen Schlagworten, mit unwürdiger Umschmeichelung der Sozialdemo­kratie, er gelangte nach einem politischen Lehr­meister wie dem Fürsten Bismarck zu der Weis­heit letzten Schluß für die Politik, wie ihn Pro­fessor Schücking aussprach:Mehr Schiller als Bismarck."

Tenisches Ncrch.

Das Ausländertum und der medizinische Doktortitel der Berliner Universität. Eine sehr beachtenswerte>»»Zuschrift von hervorragender ärztlicher Seite veröffentlicht dieDisch. Tages- ztg." Es heißt darin: Schon seit einer Reihe von Semestern fällt es auf, daß bei einem er­heblichen Rückgänge der Gesamtzahlen der me­dizinischen Promotionen ein auffällig hoher Prozentsatz von ausländischen Medizinern dieser akademischen Würde teilhaftig wird. Das Sin­ken der Gesamtzahl der Promotionen deutscher Mediziner an der Universität Berlin hängt zum Teil mit der Einführung der neuen Approba­tions-Ordnung zusammen, wonach es den an­gehenden Ärzten zwar erlaubt ist, vor Beendig­ung der Praktikantenzeit, die bekanntlich ein Jahr nach vollendetem Staatsexamen ' dauert, ihr Rigorosum abzulegen, nicht aber, den Dok- tortitel zu erwerben und zu führen. Um so er­staunlicher ist es, daß diese Bestimmungen den Ausländern gegenüber völlig außer Acht gelassen werden, daß ihnen vielmehr schon nach ganz kurzem Studium

Bis er schließlich zu dem Entschluß kommt, einen berühmten Irrenarzt um seine Meinung zu fragen.

Die Folge dieser Upterrebung ist, baß Nor­bert sich unglücklicher benn je fühlt.

Der Irrenarzt stand auf Ruths Seite!

Trotzdem nicht bringt es Norbett übers Herz, sein Weib so ohne weiteres aufzugeben.

Er schreibt an sie. Seine ganze Seele legt et in die wenigen Zeilen, sein ganzes Empfin­den, sein ganzes Herz.

Der Bttef kommt zurück mit dem Vermerk: Adressatin verzogen. Aufenthalt unbe­kannt."

10.

Zwei Jahre find hinabgesunken in den Strom der Zeit.

Norbert Douglas hat längst fein Erbe an­getreten,' aber sein Reichtum freut ihn nicht. Ruhelos zieht er in der Welt umher, von Sehn­sucht nach seinem Weibe verzehrt.Rose-Farm", das herrliche, ihm von seinem Onkel hinter­lassene Besitztum unweit Washington, hat et noch gar nicht aufgesucht. Ihm graut davor, sich irgendwo fest niederzulassen, Gesellschaften be­suchen, wohl gar selbst Feste arrangieren zu müssen.

Ja, wenn seine Ruth an seiner Seite wäre!

Aber so---

Und noch ein anderer leidet tief unter Ruths plötzlichem Verschwinden, ohne daß et es sich eingestehen will: der ernste, allgemein für kalt und unempfindlich geltende Rechtsanwalt Berry. Sein lebhaftes Interesse für die junge anmutige Gesellschafterin seiner Cousine hatte sich bald zu tiefvetbotgener, leidenschaftlicher Zuneigung gesteigert, sodaß et schon daran dachte, das Mädchen als seine Gattin heimzu­führen.

Da wurde dieser Plan durch jene Mitteilung feiner Cousine, daß Ruth ihren Stiefsohn liebe.

an der Universität Berlin der Doktortitel »et, liehen wird, ohne daß das Staatsexamen gee schweige das praktische Iaht von diesen Studie« renden geleistet worden wäre. Folgende Zahlest aus dem soeben verflossenen Sommer-Semester werden dies illustrieren: es wurden zu Dotierest der Medizin seitens der Berliner Fakultät pro» moviett: 29 Mediziner, hiervon Inländer 18- Ausländer 21! Es entfielen mithin 55 Prozent aller Doktortitel auf Ausländer! Von diefest Exoten stammte je einer aus Spanien und Sans Salvador, je zwei aus Bulgarien und Livlands der Rest von 15 aus Rußland. Unter den letz­teren finden sich wiederum auffällig viele 9JIe^ dizinettnnen. So wenig es diesen wissensdur- fügen Personen zu verdanken ist, wenn sie die s« freigebig verliehene Ehre seitens der ersten preußischen Universität mft leichter Mühe ein« hennsen, so schwere Bedenken müssen dagegen et« hoben werden, daß diese Studierenden nicht nu« alle hiesigen kostspieligen Lehrmittel ohne ir­gend eine besondere Vergütung an den Staat genießen dürfen, sondern auch den begehrens­werten und ehrenvollen Doftortitel mit leichte­ster Mühe erlangen, dessen Erwerb unsere« eigenen Landeskindern durch Gesetzesbestimm­ung erst nach schwierigsten Prüfungen im Staatsexamen und nach Absolvierung eines gänzlich diätenlosen praktischen Jahres mög­lich ist.

Zur Einkommensteuerveranlagung. Dich sozialdemokratische Presse ereifert sich darüber, daß nach Paragraph 23 der Einkommensteuer­gesetznovelle in Preußen die Einkommen der An­gestellten bei der nächstjährigen Veranlagung gerechter als früher herangezogen werden sollen, und daß bei den Vorbereitungen für die nächst­jährige Veranlagung schon fett die dazu not« wendigen Vorkehrungen getroffen werden. Als iw Preußen die Frage der Einfübrung bet De­klarationspflicht bei bei Einkommenbesteuerung erörtert würbe, wat es bie Sozialdemokratie in erster Reihe, die bie Behauptung aufstellte, daß die Deklarationspflicht vom preußischen Land­tage nicht angenommen werden würde, weil dis Gelbsackinteressen" daae"en spräcken. Als dann doch mit dem Einkommensteuergesetz vom Jahr« 1891 bie Vorschrift Geltung erkannte, daß all» Zensiten mit einem Einkommen über 3000 M, die eine entsprechende Aufforderung erhalten, ihr Einkommen nach bestem Wissen sckriftlich ober mündlich kundgeben müssen, damit darauf­hin ihre Veranlagung voraenommen würde, haß sich bie sozialdemokratische Prelle nickt entblödet, zu behaupten, daß diese Deklarationen meist falsch erfolgten, Beweise dafür aber bat sie nickst erbringen können. Immerhin hat sie auf dem Standpunkte verharrt, daß eine gerechte Besteu- etung nur dann möglich sei, wenn den Veran­lagungsbehörden bie Einkornen der Zensiteft möglichst genau bekannt würden. So ist es auch. Nur bann, wenn möglichst ge­naue Angaben über bas wirkliche Ein« kommen vorliegen, ist der Grundsatz der Be-

mit einem Schlage zunichte gemacht. Und Ruths Bekenntnis, sie sei bereits Norbert Douglas! heimlich angetraute Gattin, tat noch ein übri^ ges, um Dr. Berry's Herzenswunsch ein-< allemal zu ersticken. 1

Doch Dr. Berry ist nicht der Mann, dessest Ernpfindunaen sich ändern wie das Wetter. |

Zwar klärte seine leidenschaftlicke Liebe zst Ruth sich nach und nach zu innigen freundschaftt lichen Gefühlen ab. Aber immer und immer wieder taucht jenes liebliche Mädchenbild vor seinem geistigen Auge auf, das ihm, dem ttockenen Bureaumenschen, erschien wie eine Lichtgestalt aus einer anderen Welt. \

Durch den plapperfroben Mund seiner Cou- fine Diana Mackay erfuhr er selbstverständlich alles, was diese brave Dame wußte über Ruth, und ihre Angehörigen. Und dieses, verbunden! mit seinem eigenen Wissen, läßt ihm das plötz­liche Verschwinden der Familie Motton begreif­lich erscheinen.

Zuerst forschte er noch, ob sich doch nicht viel«! leicht ein Anhaltepunkt für Ruths jetzigen Aufenthalt böte. . i'

Dann gab er es auf. 51

Nie wieder kommt ihr Name über seine Lip­pen,' aber in seinem tiefsten Innern bewahrt et der geliebten und ach, so unglücklichen Frau ein treues Andenken.

Dr. Berrys Ruhm als überaus geschickter Rechtsanwalt und glänzender Redner vergrößert sich von Tag zu Tag. Kaum kann et die Masse seiner Klienten mehr bewältigen.

Auch heute mieber hatte er einen überaus aifr strengenden Termin wahrzunehmen, von dem er müde und abgespannt nach Hause zurückkchtt. Da er sich vor kurzem mit einem jungen, streb- samen Rechtsanwalt assoziiett hat, dem er eine« Teil feiner Klienten überweist, so beschließt et,. ein wenig auszuspannen. *

(Fortsetzung folgt)