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Marburg
Mittwoch, 23. Okiober 1907.
Erscheint wöchentlich sieben «al.
Druck Md Verlag-. Joh. Slug. Koch, Umversitäts-BuchdruckerÄ Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Erstes Blatt.
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iLer neue österreichisch - ungarische e; Ausgleich.
A Soweit sich auf Grund Wiener Meldungen bislang feststellen läßt, haben die am letzten Mittm^-rzreröffentlichten Gesetzesvorlagen über Pen neuen österreichisch-ungarischen Ausgleich in den österreichischen politischen Kreisen einen gu- 4en Eindruck gemacht. Wer auf dem Standpunkte steht, daß die österreichisch-ungarische Reichskrise nur durch die vollständige wirtschaftliche Trennung der beiden Reichshälften gelöst werden könne, der wird die Vorlagen allerdings unbefriedigt beiseite legen, ebenso werden sie Puch alle jene ablehnen, di« ihre Haltung in der Äusgleichsfrage nur nach parteitaktischen Erwägungen bestimmen ohne Rücksicht darauf, Welche Mission die österreichisch-ungarische Monarchie zu erfüllen hat. Zwar auch für jene, die hie Vorlagen ausschließlich vom sachlichen Standpunkte aus betrachten, besitzen sie manchen Schönheitsfehler", allein man darf nicht ver- tzessen, daß sie das Ergebnis eines Kompromisies sind und daß es galt, sowohl im besonderen österreichischen als auch-» im Jnteresie der Ee- samtmonarchie von der wirtschaftlichen Gemeinsamkeit so viel zu retten, als möglich war. Und Has ist jedenfalls gelungen und zwar gelungen bei gleichzeitiger Abstellung der für Oesterreich Drückendsten Bestimmungen des bisherigen Aus- gleichsprovisoriums. Oesterreich h at er - reicht, daß der Beitrag Ungarns zu den gemeinsamen Ausgaben um rund 3,8 Millionen Kronen jährlich erhöht wird, es hat sich endlich die lange gewünschte Eisenbahnverbindung mit Dalmatien über ungarisches Gebiet gesichert und die Regelung der ge- msinsamen Schuld in einer seinen berechtigten Anforderungen entsprechenden Weise erzielt, es hat die seiner Landwirtschaft höchst nachteilige 'allgemeine Bindung der Tarife seiner Staatsbahnen Ungarns gegenüber abgeschüttelt und sich auch für den Fall, daß die Gemeinsamkeit der Notenbank nicht über das Jahr 1910 hinaus verlängertwerden sollte, dadurch gesichert,daß es mit Ungarn vereinbarte in diesem Falle seien die Beiträge zu den gemeinsamen Ausgaben in Gold zu zahlen, weil bei einer Zahlung in Pa- prervaluta Oesterreich infolge des voraussichtlich niedrigen Kurses der ungarischen Währung zu Schaden gekommen wäre. Ungarn dagegen
kann es als Erfolg verzeichnen, daß an die Stelle des bisherigen Zoll- und Handelsbünd- niffes nunmehr ein Zollvertrag getreten ist, daß es der ungarischen Regierung nunmehr freisteht im Jahre 1910 eine eigene ungarische Notenbank zu errichten und daß es eine größere Selbständigkeit hinsichtlich der Gestaltung seiner Verzehrungssteuer erreicht hat, was für Ungarn besonders ins Gewicht fällt, da es im Jneresie der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im ungarischen Staatshaushalte einer Erhöhung seiner Verzehrungssteuern unbedingt bedarf, während die Beseitigung des Blankoterminhandels auch an der Pester Fruchtbörse und die Gestaltung der ungarischen Weinfälschungsgesetzgebung parallel der österreichischen ebenso im Jnteresie Ungarns wie in dem Oesterreichs liegt. Alles in allem genommen ist der neue Ausgleich von beiden beteiligten Seiten annehmbar und im Jnteresie der Herstellung geordneter Verhälnisie in der mit dem Deutschen Reiche verbündeten Doppelmonarchie kann man nur wünschen, daß auf Grund der Vereinbarungen der beiden Regierungen die nunmehr bereits zehnjährige Aus- gl e ich skrise ihren Abschluß finde. Das Deutsche Reich hat ein Interesse daran, daß die habsburgische Monarchie ein starker kräftiger Bundes« genösse bleibe und der politisch-nationale Erneuerungeprozeß im Südosten Europas sich unter der Kontrolle eines Oesterreich-Ungarns vollziehe, das stark genug ist diese Entwickelung in friedlichen Bahnen zu halten. Nur eines ist zu bedauern, daß gleichzeitig nicht auch die Armeefrage im Sinne der Sicherstellung der für die so notwendige Ausgestaltung der österreichisch- ungarischen Wehrmacht erforderlichen Mittel gelöst worden ist. Hierin liegt noch ein Keim für künftige Krisen und man kann nur hoffen, daß die Festigkeit, mit der der greise Verbündete des Deutschen Reiches einer Erschütterung der einheitlichen Wehrmacht der Monarchie entgegengetreten ist, die Magyaren endlich zu der Ueber- zeugung bringen werde, daß alle ihre Bemühungen zu einer sogenannten nationalen Armee zu gelangen, die gemeinsame Armee zu zertrümmern und die ungarländischen Regimenter unter die Disposition des ungarischen Reichstags zu bringen, vergeblich sind.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser hörte am Montag Vormittag den Vortrag des Generalstabsarztes der Armee Dr. Schjerning, empfing den neuernannten chi
nesischen Gesandten Sun Paoki, ferner den türkischen Botschafter, der Geschenke des Sultans überreichte, den Fürsten Pleß, der die Orden seines verstorbenen Vaters zurückgab, und endlich, zum Vortrag über die Zionskirche in Jerusalem, den Prior Kniel, den Wirkl. Geh. Obsr- regierungsrat Dr. Klein und den Domvikar Hütten.
— Des Kaisers Dank an den Fürsten zu Hohenlohe. Straßburg, 2. Okt. Der Kaiser hat den Wunsch des Statthalters Fürsten zu Hohenlohe,-Langenburg, im Hinblick auf sein hohes Lebensalter und aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amte als Statthalter abberufen zu werden, unter dem 18. Oktober genehmigt und an den Fürsten folgendes Handschreiben gerichtet:
Ich habe Sie durch Erlaß vom heutigen Tage von dem Amte als Kaiserlicher Statthalter in Elsatz-Lothringen abberufen. Es ist mir aber ein Herzensbedürfnis, Ihnen für die treuen und erfolgreichen Dienste, welche Sie in den langen Jahren Ihrer Statthalterschaft mir und dem deutschen Vaterlande, insonderheit dem Reichslande, mit unermüdlicher Hingebung geleistet haben, meinen wärmsten Dank noch besonders auszusprechen. In voller Anerkennung Ihrer unvergänglichen Verdienste und als Zeichen meines unveränderten Wohlwollens habe ich Ihnen zugleich das Kreuz der Eroßkomthure meines Hausordens von Hohenzollern verliehen, dessen Abzeichen Ihnen hier neben zugehen. Mit dem innigen Wunsche, daß Gott der Herr Ihnen nach den Jahren schwerer und aufopferungsvoller Arbeit noch einen langen und glücklichen Lebensabend schenken möge, verbleibe ich mit herzlicher Zuneigung Ihr wohlgeneigter und dankbarer Kaiser Wilhelm L B.
— Freiherr v. Hodenberg f. Der frühere hannoversche Staatsminister Frhr. v. Hodenberg ist gestern auf dem Stammgut der Familie Hudemühlen im Alter von 81 Jahren gestorben.
— Minister von Rheinbaben über die deutschen Staatspapiere. Finanzminister Frhr. von Rheinbaben hat, wie der „Berl. Lok.-Anz." mitteilt, vor kurzem Gelegenheit genommen, um gegenüber einem amerikanischen Korrespondenten über die deutschen Finanzverbältnisse auszulassen. Der Minister soll unter anderem folgendes ausgeführt haben:
„Die Geldknappheit in Deutschland ist eine Folge unseres industriellen Aufschwunges. Die Schaffung weiterer Produktionsmittel und die ungeheuere Ausdehnung unserer Handelsoperationen haben das vorhandene Kapital und die neuen, durch neue Unternehmungen geschaffenen
Mittel aufgezehrt. Viele Besitzer von Staat« papieren häben diese verkauft, um Geld für W dustrielle Unternehmungen zu erlangen tte von den höheren Dividenden zu profitiere^ Deutsche Staatspapiere haben darunter nick» mehr zu leiden gehabt als die anderer enropl ischer Staaten, obgleich dies nicht wunderbar M wesen wäre, da in Deutschland die Anlage Depositen der Sparbanken .von Mündelgeld«« und ähnlichen Fonds in Staatspa ien gefel lich nicht in dem Umfange vorges- ieben M wie z. B. in Frankreich und Englano, wo «NDÜ heure Summen beständig in StaatspapievU angelegt werden müssen, in derselben Weise, w§ in den Vereinigten Staaten die Nationalban« zur Deckung ihres Notenumlaufs Staatspapie» hinterlegen müssen. Deutschland sollte eben« handeln, und ich habe einen entsprechenden setzentwurf bezüglich der Sparbanken fertig Obgleich also die Staatspapiere « Deutschland nicht in der Weise geschützt worb« sind wie in anderen Ländern, haben sie doj verhältnismäßig nicht mehr geltß t e n. Englische Konsols sind von 112 im Jahr 1897 auf 89 im Jahre 1906 gefallen und steh« jetzt auf 83, französische Rente von 103 im Jahr 1897 auf 94.30, während deutsche dreiprozentigj die im Jahre 1897 auf 97 standen, jetzt 85.25 gefallen sind. Wenn das Ausland uns«» ausgezeichneten und sicheren Staatspapiere kack fen will, ist uns dies sehr angenehm, aber wr haben keine Veranlassung, Schritte zu tun, u» dies herbeizuführen." Als Beweis für die u nj gewöhnliche Prosperität Deutsch l a n d s bezeichnete Minister von Rheinbabek die Ergebnisse der preußischen Einkorn mensteuer-Erklärungen. Danach stick das der Einkommensteuer unterworfene VermH gen in Preußen von 5 704 000 000 <M im Jahr 1893 auf 10 332 000000 M im Jahre 1906 «rf für 1907 auf 11463 000 000 M. Es hat sich alh in 14 Jahren mehr als verdoppelt und ist i| diesem Jahre um mehr als 10 v. H. gestiegen Dieselben Verhältnisse bestehen in allen andereß deutschen Staaten. Als Sicherheit für die pren ßische Staatsschuld und den Anteil Preußens al der Reichsschuld, zusammen 10100 000 000 verwies der Minister auf das preußische Staat« eigentum, und zwar schätzte er die Forsten uns Ländereien des Staates auf 7 800 000 000 M, bi Staatsbahnen auf 19 500 000 000 und dk Bergwerke und anderen staatlichen Unternehm ungen auf 700 000 000 <4.
— Bülows Heimkehr. In einem Handschrei den, das am letzten Samstag in der ReichskanI lei eintraf, teilt der Reichskanzler mit, daß e seine Heimreise am Dienstag Nachmittag odck. spätestens am Mittwoch Vormittag anzutretek gedenke, um bald alle seine Geschäfte wieder gl übernehmen.
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^Nachdruck verboten.^
FrauenMde.
Roman von Erich Friesen.
(Fortsetzung).
Eine Stunde später sitzen Norbert und Ruth in einem Restaurant des Hobokener Vergnügungsparkes bei einem gewählten kleinen Diner. Sie haben sich in einer Laube decken lassen und sind ganz allein.
Mit Vergnügen bemerkt Norbert die Lebhaftigkeit seines Weibes, bemerkt aber auch, wie ihre sonst etwas bleichen Wangen sich immer röten.
„Wie gut von meiner Stiefmutter, heute zu verreisen," lacht Norbert, während er behutsam Zitronensaft auf eine Auster träufelt. „Ich glaube, es ist das erste Mal, daß sie mir etwas Liebes antut — freilich unbewußt . . . Wohin gehen wir dann?" * .
„Spazieren im Park, wenn es Dir recht ist, lieber Norbert."
„Ja. Spazieren im Park. Und danach? Vielleicht ins Theater?" V .
> Ruth schauert zusammen. ’’ ’
r „Nein, nein. Nicht ins Theater. Wir wollen hier im Park bleiben, bis er bei Dunkelwerden geschlossen wird!"
«, „Auch aut. Und dann?" 1
r: "Dann -dann--"
Ein eigener Ausdruck breitet sich über ihr Gesicht.
i» „Dann?" wiederholt er dringender.
4 Sie lacht — ein leises unnatürliches Lachen, welches ihm in die Seele schneidet.
tz „Fühlst Du Dich nicht wohl, Ruth?" fragt er besorgt.
'■ hoch- Sehr wohl. Ich dachte eben an die schone Zeit als wir uns kennen lernten — draußen tu Lang Island, äm Meeresstrand. Wie Du mich auf Deinen Armen durchs Wasser trugst, wie ich Dich damals schon so lieb hatts, *le diese Liebe immer mehr wuchs, bis —"
»Bis Du mein Weib wurdest!" ■. r< ( »Ja — bis ich Dein Weib wurde," wieder
holt sie tonlos, indem sie sich mit der Hand über die Augen fährt.
Bald jedoch beginnt sie wieder zu plaudern und zu scherzen, als habe nie ein trüber Gedanke ihr armes Herz gequält.
Und Norbert stimmt aus vollem Herzen ein in ihre Fröhlichkeit, die sich fast zur Ausgelassenheit steigert, als die beiden nachmittags im Par? spazieren gehen — Hand in Hand, wie zwei harmlose Kinder. Norbert vergißt ganz die Würde seiner fünfundzwanzig Jahre und sacht und tollt umher wie ein Schuljunge, und Ruth pflückt Feldblumen und Gräser und windet sich einen bunten Kranz ins Blondhaar. Sie lehrt Norbert, aus Papier kleine Böte fabrizieren, die sie dann ins Wasser des Teiches setzt, und beide beobachten mit kindlicher Freude das Fortsegeln der vom Winde getriebenen Schiffchen.
„Sieh nur! Sich!" ruft Ruth plötzlich. „Dort hinten das kleine Boot! Es wird das Ufer nicht erreichen . . . Ach, es kippt schon um — es geht unter . . . Armes kleines Schiffchen! Und es Fegelte so tapfer am Anfang seiner Fahrt . . . . Jetzt ist es verschwunden .... Nein, es taucht wieder auf — aber ganz voll Wasser, auf ein« Seite geneigt, unbrauchbar für die fernere Fahrt--ach, das arme Schiffchen!"
„Es wird sich erholen!" tröstet Norbert. „Es ist ein kleines tapferes Boot. Es wird seinen Lauf von vorne beginnen!"
„Nein," erwidert Ruht mit fast feierlichem Ernst. Es wird niemals wieder das frisch« Boot von früher sein. Noch kurze Zeit — es muß untergehen. Ich mochte beinahe wünschen --"
Sie stockt, indes ihre Augen einen weltentrückten Ausdruck gnneymen.
„Was, mein Liebling?" . y -
„Ich möchte beinahe wünschen, daß auch ich so sterben könnte, -Sie jenes kleine Boot. Ein kurzer, seliger Traünt... der Sonnenschein des Glücks über mir . .. jn meinem Herzen die belebende Brise der Hoffnung , . . Und dann — ein plötzlicher Windstoß — — aus dem Leben jun ich entschwunden . . zur ewigen Ruhe!"
Norbert ist tief beunruhigt durch die seltsame Stimmung seines Weibes. Was hat sie nur? Gewiß quält sie etwas . . . Aber was? Was?
„Liebe Ruth, wollen wir nicht wieder gehen? Vielleicht nach dem Vergnügungplatz ins heitere Menschengetümmel? Die Einsamkeit hier macht Dich traurig."
Sie schüttelt den Kopf und nestelt an ihrem Kleid herum. *
Als Norberts Blick gleich daraus ihrer ausgestreckten Rechten folgt, die nach einem in der Ferne aufziehenden schwarzen Wölkchen deutet, erglänzt an ihrem Finger ein Ring.
„Ruth! Du hast den Trauring angesteckt!" ruft er freudig erregt. ,Zst das Deine Antwort auf meine neuliche Bitte? Willst Du von heute an mein sein — nicht nur vor Gott, sondern auch vor den Menschen?"
Ein wehmütiges Lächeln umspielt ihre Lippen.
„Ich werde Dir darauf antworten, wenn wir uns heute abend trennen, Norbert. Jetzt laß uns nicht daran denken! Laß uns fröhlich sein und lachen und scherzen, so lange es geht! Wir beide: Du, mein geliebter Mann — ich, Dein geliebtes Weib! Komm!"
Und sie zieht ihn mit sich fort nach dem Ver- gnügungsplatz, wo Kinder jubeln, wo Frohsinn lacht, wo heitere Lebensfreude tollt.
Keines von beiden bemerkt, jpie drohende Gewitterwolken sich über ihren Häuptern zusammenballen, wie der Wind sich auftut und der Himmel sich mehr und mehr verfinstert.
Plötzlich — ein greller Blitz!
„Wir müssen heim!" ruft Ruth erschauernd. „Unser Zeit ist gekommen!"
Durch heftig niederplätschernden Regen eilen sie vorwärts, hin zur Fähre.
Run Windstoß auf Windstoß. Gedröhn auf Gedröhn.
Und dazwischen aufzuckende Blitze und das dumpfe Rollen des Donners.
Jetzt sind sie an der Fähre angelangt.
Drunftn wälzt der Hudson sein« purmge- peitschten Fluten
kehrt."
Hier oben wüstes Durcheinanderdrangen d» Menschen, welche dem Gewitter entfliehe wollen. Norbert hält Ruth am Arm fest, trf durch die in immer wahnsinnigerer Hast herah stürmenden Massen nicht von ihr getrennt ß werden.
Da fühlt er auf einmal, wie Ruth sich vck ihm losmacht.
Jn diesem Augenblick ein grell herabzucke^ der Blitz, zugleich mit einem erderschütternd« Krach--
Als Norbert sich umblickt, ist Ruth im Meck schengewühl verschwunden.
Das Gewitter hat sich ausgetobt. Vorbei b3 Cturm, verflogen das schwarze Gewölk.
Stern auf Stern blitzt auf am dunklen Fi» mament. _
Ruhelos wandert Norbert am Hudson-K« hin und her, nach seinem Weibe suchend.
Ihm fällt das eigentümlich Aufgeregte 1 Ruths Wesen ein, das Sprunghafte in ih« heutigen Stimmung, welches ihrer durch an durch harmonischen Natur sonst fremd ist.
Und eine jähe Angst durchzuckt ihn. '
Jn seiner Aufregung verpaßt er die letzk Fähre. , .
Also keine Möglichkeit mehr, heute noch not Newyork zurückzukehren.- _ '
Er ergibt sich in das Unabanderltche «w sucht ein kleines Hotel in Hoboken auf, in M Absicht, morgen früh mit der ersten Fähre n« Newyork überzusetzen. Gewiß ist Ruth scha wohlbehalten daheim angelangt und er hat sit unnötig wegen ihres plötzlichen Verschwinden geängstigt.
Bald schläft er ein — den gesunden Schlck der Jugend. 1
Als er am nächsten Vormittag nach Hatzk zurückkehrt und bett ihm öffnenden Diener rai Fräulein Ruth Morton fragt, erhält er H gleichgültige Antwort: J
Lräulein Morton hat gestern abend M das Haus verlassen und ist noch nicht zurückg»