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■ Erscheint wöchentlich fieben mal. -
Druck mü> Verlag: Joh. Äug. Aoch, UrriverfitAS-Buchdruckerei 42« Jllhkg» Marburg, Mark 2t. — Telephon 55.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain.
SonntaasbeilLLer Allustrirtes SonntaEr^
Vierteljährlicher Bezugspreis; bet öer Expedition 2 ML,
' - TM 9/ltt bei allen Postämtern 2,25 M. (-xcl. Bestellgeld).
yi* “’v InsertionSgebnhr^diegespalteneZe^^rvereitRaumISPfg. ^fcitSfdg, 22. OffübCT 1907«
Erstes Blatt.
Eine ernste Aufgabe.
- 5 Daß auch das Reichstagswahlrecht nicht voll- komen ist, wird in den ernst zu nehmenden Kreisen heute wohl nirgends mehr bestritten. Selbst der-vfLshrteste „Genosse" mutz schließlich zu- geben, daß die Stimme eines Mannes, der sich hingehend mit den innerpolitischen Angelegen- jheiten beschäftigt hat, mehr Wert besitzt als die Eines der ewig Eleichgiltigen, die sich von allem Politischen fernhaltend, am Wahltage bei hartnäckigem Widerstreben zur Urne geschleppt werden und keine Ahnung haben, warum sie den Einen Kandidaten gewählt haben und den andern nicht. Diese mechanische Gleichmacherei, die höhere politische Einsicht ebenso wenig zur Geltung bringt wie die härtere Steuerpflicht, ist meist der Hebel, mit dem die Gegner des allge- ineinen, geheimen und direkten Wahlrechts einsetzen, und vor dieser und ähnlichen Schattenseiten des Reichstagswahlrechts brauchen auch diejenigen das Auge nicht zu verschließen, dis dieses Wahlrecht lediglich als eine Gegenleistung für die großen Opfer betrachten, die namentlich im Kriege von 1870/71 die Glieder aller Stände freudig gebracht haben, und die daneben noch glauben, daß einmal gewährte Freiheiten nicht wieder gekürzt und geschmälert werden dürfen. Aber während nun einzelne Gegner des Reichstagswahlrechts trotz des Ausfalls der jüngsten allgemeinen Wahlen eins Aenderung dieses Wahlrechts in der Richtung befürworten, die den höher gebildeten und den seßhaften Elementen größeren Einfluß im Reichstags gewährleistet, sucht jetzt Prof. Apt in der „Deutschen Wirtschaftszeitung" das Problem von einer anderen Seite zu fassen; er möchte zu dem allgemeinen Wahlrecht den Segen des all» gemein en Wissens hinzufügen und denkt sich das auf folgendem Wege:
Für die große Masis des Bürgertums, die Mr die Zusammensetzung des Parlaments maßgebend ist, wird nicht gesorgt. Während des Wahlkampfes werden die Bürger mit Flugblättern aller Parteien überschüttet, und binnen wenigen Wochen soll sich der Wähler klar werden, ob er agrarisch, freihändlerisch, schutzzöllnerisch, sozialistisch, mittelstandspolitisch sich entscheiden soll. Hier besteht eine Lücke. Hierin liegt auch der Grund, weshalb der Mähler so leicht dcn Extremen anheimfällt, weshalb Irrlehren und Uebertreibungen so leicht Erfolge erzielen. Diese Lücke müßte ausgefüllt werden durch Gründung Einer Vereinigung zur Verbreitung wirtschaft
licher Kenntnisie, welche über ganz Deutschland verzweigt, ohne Abhängigkeit von einer bestimmten Partei, durch Broschüren, Wanderredner und dergleichen die Ergebnisse wirt- schaftswisienschaftlicher Forschung jahraus, jahrein in das Volk hineinträgt. Die Fähigkeit zur Kritik, zu welcher dadurch der einzelne Bürger herangezogen wird, wird nicht ohne Einfluß bleiben auf die Zusammensetzung der Parlamente und auf die Gesundung unseres politischen Lebens. Die Fragen, die bei der Organisation einer solchen Vereinigung auftauchten, sind schwierige, aber doch zu lösende. Und gerade für diejenigen Gebildeten, welche der Politik müde sind, würde sich ein reiches Feld fruchtbringender Tätigkeit im Dienste des öffentlichen Wohles erschließen. Insbesondere die Lehrer der Wirt- schaftswisienschaften an unseren Hochschulen werden nicht mit verschränkten Armen zusehen wollen, wie Irrlehren, mögen sie von sozialistischer, agrarischer, mittelstandspolitischer oder anderer Seite kommen, der weltpolitischen Entwickelung Deutschlands entgegenarbeiten."
Prof. Apts Ziel ist groß und schön; es zu erreichen wäre des Schweißes der Edelsten wert. Unleugbar bringt die Notwendigkeit, sich bei den Wahlen für einen bestimmten Kandidaten« und damit für eine bestimmte Partei zu entscheiden, nur allzuviele in eine gewisie Verlegenheit. Mancher von ihnen ist noch gewisienhaft genug, zu seiner Orientierung die Versammlungen verschiedener Parteien zu besuchen, aber der politischen Schulung entratend kommt er gewöhnlich zu dem Ergebnis: Genau genommen haben sie alle recht! Diese Partei der Parteilosen, deren erster Grundsatz die politische „Wurschtigkeit" ist, schon in der Zeit, da Reichstagswahlen nicht winken, für die Politik zu interessieren, ist unleugbar eins tiefernste Aufgabe.
Bietet Prof. Apt aber den Schlüsiel zu ihrer Lösung? Schwerlich! Auch wenn man sich mit ihm darüber verständigen könnte, wer nun eigentlich auf dem Gebiete wirtschaftswisien- schaftlicher Forschung den allein echten Ring an der Hand trägt, könnte doch auf dem von ihm rorgeschlagsnen Wege die Beeinflusiung der politisch Eleichgiltigen nicht in der wünschenswert intensiven Weise erreicht werden. Welche Rir- sensumen wären auch notwendig, um die in Betracht kommenden Kreise immer wieder mit Broschüren zu überschwemmen, und wer würde dafür bürgen, daß der Stab von Wanderrednern allerorten stets eine hinlänglich große Gemeinde fände? Nein, man gehe dem Hebel an die Wurzel! Wie kommt es denn, daß heute so viele zu politischem Denken nicht erzogen werden? Die Ursache liegt letzten Endes in der Verbreitung der farblosen Blätter, die den Leser um ihres
eigenen Fortbestandes willen von Sensation zu Sensation führen und ihn durch diese auf oberflächliche Eindrücke berechnete Lektüre von ernsthafter Beschäftigung mit den wichtigen politischen Tagesfragen abhalten. Gelingt es, dieser charakterlosen Presse den Boden zu entziehen und dazu müßte jeder Einzelne in Freundesund Bekanntenkreisen wirken, dann sei im Sinne des Aptschen Zieles schon viel erreicht. Und wie die gute Parteipresie so müßte auch dis Parteiorganisation sortgesetzt sorgfältig gepflegt werden. Wird doch bei den Wahlen naturgemäß die Partei am besten abschnsiden, die ihrs Organisation in den voraufgegangenen Jahren am besten ausgebaut hat. Wer damit aber erst kurz vor der Wahl beginnt, darf des Mißerfolgs in der Regel sicher fein. Hoffentlich werden sich gerade die rechtsstehenden Parteien des Ernstes der Aufgabe überall bewußt fein, fü" ihre Presse zu sorgen und ihre Organisation weiter auszugs- stalten, ehe es zu spät ist.
Deutsches Reich.
— Der Bundesrat hat in seiner letzten Sitzung beschlosien, den Brennsteuervergütungs- satz vom 20. Oktober d. I. ab von 8 M auf 6 JL für das Hektoliter Alkohol herabzusetzen.
— Der preußische Landtag wird voraussichtlich zum 3. Dezember einberufen werden.
— Rsichsetat und Besoldungsgesetze. Aus Berlin wird geschrieben: Daß der Reichstag bet feinem Wiedsrzufammentritte den Reichshaushaltsetat vorfindet, entspricht den Absichten der Regierungen. Die Vorlage über die Aufbesserung der Beamtenbesoldungen und der Wohnungsgeldzuschüsse aber wird bis dahin nicht fertiggestellt sein lenen; die verbündeten Regierungen legen jedoch, wie es heißt, gegenüber anders lautenden Meldungen nach wie vor hohen Wert darauf, daß auch diese Entwürfe in der bevorstehenden Session verabschiedet werden. Anfang nächsten Jahres soll dje entsprechende Vorlage dem Reichstage zugehen.
— 50-Jahrfeier der 1. Matrosenartillerie- abteilung. Berlin, 19. Okt. Das Kommando der 1. Matrosen-Artillerie-Abteilung ine Fried- richsort gibt bekannt, daß die Abteilung am 31. Oktober d. I. die 50-Jahresfeier ihres Bestehens begeht. Die ehemaligen Unteroffiziere und Deckoffiziere der Abteilungen, die beabsichtigen, an der Feier als Gäste teilzunehmen, werden gebeten, dies bis zum 25. Oktober dem Kommando der Abteilungen mitzuteilen. Für die Unterkunft der Gäste vom 31. Oktober bis 1. November wird gesorgt.
— Die Ueberfüllurrg der juristischen Laufbahn zeigt wieder eine amtliche Zusammenstellung, die vom Jahre 1880 bis 1907 reicht.
iNnchdruck verboten.^
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Frauenhände.
Roman von Erich Friesen.
(Fortsetzung),
' Eine Weile liegt das Kind mit schmerzhaft zusammengezogenen Brauen ganz still da.
V Dann öffnet es plötzlich die Lider.
M „Jetzt kenne ich Dich. Nein, Du bist nicht der Engel des Lichts. Du ziehst einen Schatten Nach Du bist —“
Sie bricht ab. Mit einem leisen Ausruf ist Diana Mackay aufgesprungen.
„Du bist der Dämon der Finsternis!" schreit die Kinderstimme schrill auf. „Geh hinaus! Ich mag Dich nicht mehr sehen!"
Gebieterisch deutet der kleine Zeigefinger nach der Tür. Die Rosen gleiten berab von der weißen Gestalt und gleiten zu Boden.
Eisiger Schreck durchzuckt Diana. .
Wie gehetzt stürzt sie hinaus ins andere Zimmer.
Als sie, am ganzen Körper bebend, auf einen Stuhl sinkt, kommt gerade Frau Morton mit einem kleinen Tablett und einer Teetaffe.
Ein ängstlicher Blick streift die erregte Dame, die sich mit dem Taschentuch über das erhitzte Gesicht fährt.
i: „Wo — wo waren Sie, Frau Mackay?" Diana ist noch zu entsetzt, um antworten zu können. So deutet sie nur in der Richtung nach dem anderen Zimmer.
„Bei Ada?" '
kZ „Ja, ja.« " '
.L „-as war sehr unrecht von Ihnen, Frau Mackay. Sie hätten meinen kleinen Engel nicht «Usregen sollen. Ada ist so zart!"
„Zart—?“ Schneidend lacht Diana auf. '»Zart? ... Verrückt — wollen Sie sagen!" > „Ooh —!"
’■ Das Tablett zittert in Frau Mortons Händen. Die Beine versagen ihr plötzlich den Dienst, ■eie sinkt auf einen Stuhl, '
„Ja, verrückt!" wiederholt Diana mit wiedergewonnener Ueberlegenheit. „Sie bat mich einen „Dämon der Finsternis" genannt! Mich! . . . Ihre Ada ist wahnsinnig, meine gute Frau, direkt wahnsinnig!"
Auch Frau Morton hat ihre Schwäche überwunden.
Totenbleich, aber gefaßt, tritt sie der Frau gegenüber, die mit höhnisch lachendem Munde solch schreckliche Anklagen hervorbringt.
„Mein Kind sieht mehr als andere sehen," sagt sie mit ernster, feierlicher Stimme. „Wenn Sie dies — Wahnsinn nennen wollen--“
„Mutter! Liebe Mutter!" ruft es aus dem Nebenzimmer. „Ist die Frau fort? . . . Bitte, schicke sie weg! . . . Wo bist Du, Mutter?"
Frau Morton eilt zu ihrem Kinde.
Gleich darauf zittert wieder jener eigentümliche, schwermütige Gesang bis zu Diana herüber....
Die leichtfertige Weltdame erbebt. Ihr ist, als greife eine kalte Faust an ihr Herz. Etwas wie die Ahnung von einer höheren Gewalt, welche die armen Menschenleben hier auf Erden lenkt, regt sich in ihr.
Fluchtähnlich verläßt sie das ihr Entsetzen einslötzende Haus,
„Fort! Fort. Jack. So rasch wie möglich! Nur weg von hier!"
Die Equipage rollt davon,
8. - ’
MK „Mein liebes armes Kind! .Mtzj <■’ iWF' * Meine gute Ruth!
Ich Habs Dir ein Geständnis zu machen. Sei nicht böse, daß ich es nicht schon früher tat! Ich würde auch jetzt noch schweigen. Aber heute mittag war Deine Frau Mackay bei uns und hat Ada gesehen, Unser lieber kleiner Engel war sehr aufgeregt und itanntg Deine schöne Frau Mackay den „Dämon der Finsternis". Du
-SÄ
Mackay hörte Ada auch singen. Und — und--
Liebste Ruth mein teures Kind, ich vermag es Dir kaum zu schreiben. Meine Hände zittern. Deine Frau Mackay nannte unseren lieben Engel eine — Wahnsinnige.
Erschrick nicht zu sehr! Ich hoffe immer noch, daß sie sich täuscht. Aber ich fürchte, ich fürchte--
Und jetzt kommt mein Geständnis:
In meiner Familie herrschtf der Irrsinn. Mein Vater starb im Irrenhaus, und auch eine meiner Schwestern ist wahnsinnig. Ich selbst bin frei davon, und so Gott will, auch Du. Aber unsere kleine Ada —--
Ich bin nur glücklich, daß Du ein solch kluges vernünftiges Mädchen bist und auf eigenen Füßen stehst. Denn es ist für einen Mann immer eine böse Sache, sich eine Frau zu nehmen aus einer Familie, in welcher der Wahnsinn erblich ist. Dein guter Vater hätte mich nie geheiratet, wenn er gewußt hätte--aber ich hatte es
ihm verheimlicht. Du stehst die Folgen: unsere arme kleine Ada!
Ich bin froh, daß Deine Frau Mackay heute da war, sonst hätte ich nie den Mut gefunden, Dir dies zu schreiben. Aber von mir solltest Du es hören, nicht aus ihrem hämischen Munde.
Und nun lebe wohl, mein teures Kind? Du bist stark, Du wirst das Traurige, Unabänderliche überwinden. Und bete für unseren armen kleinen Engel! Bete auch für Deine
unglückliche Mutter."
Der Brief enfällt Ruths Händen und gleitet zu Boden.
Starr blicken die großen Augen ins Leere.
■i’- Kein Zeichen des Entsetzens. Kein Aufseuf- ' zen. Keine Träne.
Nur Totenblässe des wie erstarrten Gesichts und ein schwaches Zucken der Lippen.
Rubig, wie Itets, geht Ruth den ganzen Tag über ihren Obliegenheiten nach. Niemand be- Wtet as, M sie bleiHer att gewöhnlich ist und
Es geht daraus hervor, daß seitdem die Zahl b<8 preußischen Studierenden der Rechte und bet Referendare sich mehr als verdoppelt, dis detz , Eerichtsaffefforen versechsfacht und bi» bet Rechtsanwälte imVerhältms von 2 auf 5 gewachsen ist, während sich dis Zahl der etatsmägigetz Stellen für Richter und Staatsanwälte nur »W die Hälfte vermehrt hat. Im Studieniaht 1906/07 studierten die Rechte auf preußisch« Universitäten 5648 Studierende. Arn 1. AuguF 1907 waren 7160 preußische Referendare 8* Händen, nur 20 weniger als die doppelte Za» wie 1880. Die Zahl der Eerichtsaffefforen H gar von 431 auf 2470 gestiegen. Im Laufe detz Jahres 1906 sind 815 Eerichtsaffefforen in Abgang gekommen. Es wurden 353 im höhere- Justizdienst, 319 als Notare angenommen «bef als Rechtsanwälte zugelaflen, während 143 an» verschiedenenEründen ausgeschieden sind, insbesondere durchUebergang zu andernVerwaltunge» und durch Tod. Rechtsanwälte sind jetzt 531T zugelaffen, während es jetzt 6069 etatsmäßig« Stellen für Richter und Staatsanwälte gibt.
— Der auswärtige Handel Deutschlands erreichte in den ersten neun Monaten des Jahre» 1907 an Einfuhr rund 6 565 Millionen <K, an Ausfuhr 5134,9 Millionen M. Auf Edelmetalle entfallen hiervon in der Einfuhr 154,4 Mill. M., in der Ausfuhr 64,7 Mill. M. Gegen da» Vorjahr nahm die Einfuhr rrm 453,2, die Ausfuhr um 620,6 Mill. JL zu.
— Zur Briefdiebstahlsgeschichte im Flotte«, verein, die nach den Reichstagswahlen groß«» Aufsehen erregte, hat nach Mitteilung eine» Berliner Blattes der jüngst verstorbene Kapla« Dasbach kurz vor seinem Tode die Mitteilungemacht, daß der Reichstagsabgeordnete Erz« bergsr in der Lage sei, Aufklärung zu gebens Der vom Untersuchungsrichter als Zeuge ver- nommene Reichstagsabgeordnete Erzberger Hal die Angaben Dasbachs bestättgt. Bezüglich bef Herkunft des Materials zu den Artikeln tffl „Bayerischen Kurier" und der Täterschaft be< Janke beim Briefdiebstahl aber seine Aussag« verweigert, weil er durch die Aussage der Wahr« beit sich selbst die Gefahr strafrechtlicher Ve« folgung zuziehen würde.
— Ein politischer Prozeß. Der Prozeß bef Grafen Moltke gegen den Herausgeber der „Zukunft", den Schriftsteller Harden, nimmt am nächsten Mittwoch vor dem Schöffengericht Ve« lin (M.) seinen Ansang.
— „Genößchen".. Eine von der Jenaer fw zialdemokratischen Jugendorganisation einte» rufene Versammlung verfiel der polizeiliche« Auflösung. Die Teilnehmer, etwa 25 an bet Zahl, standen im Alter von 15 bis 17 Jahren, Fünf von ihnen drücken noch die Bänke bet Fortbildungsschule. — Hierzu wirft die „Deutsch« Tageszeitung" sehr richtig die Frage auf, man« denn endlich die Gründung einer sozialdemokratischen Säuglingsorganisation vorgenommen werden wird.
daß ihre Augen von dunklen Schatten NM« geben sind. '>
Am Abend erhält Norbert einen kurze» i Brief, in welchem sie ihn bittet, morgen mit ihr ] einen kleinen Ausflug zu machen. Herr unb Frau Mackay verreisten für ein bis zwei Tage,! sie fei deshalb frei. Gegen elf Uhr vormittags werde sie an der Fahre, welche nach Hoboker?' überseht, sein. Auch er möge sich dort einfinbe«,
Norbert frohlockt. Einen ganzen Tag mii seinem Weibe zu verbringen — welch unerwartetes Glück! Auch hofft er, bei dieser Gelegenheit ihre bindende Erklärung zu erhalten, bafr sie einwilligt, das unwürdige Verstettspiel z«! beenden. " •
Kürz nach 11 Uhr treffen beide von verschie-j denen Seiten an der verabredeten Fähre zu-« sammen.
Mit raschen energischen Schritten sieht Ruth' den Gatten auf sich zukommen. Die Silhouette, seiner hochgewachsenen Gestalt hebt sich scharf ab vom klaren Himmelsblau. ‘
Ruth verlangsamt ihren Schritt und preßt« die Hand auf die Brust. Ein Stich wie mm' einem scharfen Messer in der Herzgegend nimmt, ihr fast den Atem. Ihre Augen verdunkel« sich. Die soeben noch so klare Figur des eilig! Näherkommenden verschwimmt vor ihre»« Blicken. . '!
Jetzt ist er bei ihr, faßt ihre schlaff herab«; hängende Hand und drückt sie an seine Lippein.
Sie wehrt ihm nicht. Niemand kennt sie i» dieser Gegend. _
„Meine Ruth! Wie glücklich bin 1ch!*^^i Sie nickt. . , /X
„Wir wollen nach Hoboken hinuberfahreü vnd dort im Park miteinander zu Mittag essen,« Geliebter. Ist es Dir recht?" i
Ob es ihm recht ist. Alles will er tun, wa» sie will! Alles!!»,» J
"vsfry -Ä‘ '(Fortsetzung folgt.; ,
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