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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, Univcrsitäts-Buchdruckerri 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon ab.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und

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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet oer ExpÄition 2 ML,

JK 244 ... bet allen Postämtern 2,25 M. ^excl.Bestellgeld). MhIIU0 w

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oderderettKrrmllöPfg. AH 1nAr,

Reelamen: die Zei^ 80 Pfg. D0NNersM. 17. OlfODCr 1907.

Zweites Blatt

Reisebriefe eines deutschen Matrosen.

Deutsches Reich.

Englische und deutsche Kolonisation. Die Zeit rückt immer näher heran, wo die Beschlüsse gum Eisenbahnbau in den Kolonien nach großen und weiten Gesichtspunkten gefaßt werden müffsn. Als Beispiel können uns die Engländer dienen, und zwar ist in dieser Beziehung der Be­schluß der englischen Regierung bemerkenswert, eine Bahn nach Kano in Nigerien von 600 Km. Länge in der Zeit von 4 Jahren zu erbauen. Mit dieser Bahn im westlichen Süden wird Eng­land dasselbe erreichen, was mit der Uganda- bahn in Ostafrika erreicht worden ist. Der ganze Verkehr in jenem Teile Afrikas ist in erstaun­licher Weise entwickelt worden und der ganze Handel, auch aus unserer ostafrikanischen Kolo­nie, hat sich dahin gezogen; ebenso wird es mit dem deutschen Tschadseegebiet geschehen, nach Vollendung der Bahn in Nigeria. Von besonde­rem Interesse ist dabei, daß die Mittel für den Bahnbau, die im ganzen auf etwa 26 Millionen Mark geschätzt sind, von der Nigergesellschaft be­schafft werden. Diese Gesellschaft weiß ganz genau, daß die Kolonie die Summe voll verzin­sen wird, aber außerdem wird das Land außer­ordentlich gehoben, namentlich der Baumwollen- Lau bekommt erst durch die Bahnlinie die rich­tige Grundlage. Vor allem verdient Beachtung, daß man den Bau in der kurzen Zeit von 4 Jah­ren zu vollenden gedenkt. In der Schnelligkeit des Baues liegt ein wichtiger Hinweis auch für «ns. Dabei drängt sich ein Vergleich auf. Wa­rum, so fragt man sich, kommt nicht in der glei­chen Weise die Ostafrikanische Gesellschaft der deutschen Regierung mit Vorschlägen für Eisen- Lahnbauten in Ostafrika entgegen und bringt das nötige Kapital auf? Die Gesellschaft hat eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie die Nigergesellschaft, sie hat die gleichen Gerechtsame kn der Kolonie wie jene. Außerdem ist das deutsche Schutzgebiet mindestens ebensovielver- sprechend wie das englische. Alle Erzeugnisse geben einen guten Ertrag, hauptsächlich auch Baumwolle. Das Kapital würde unbedingt ver­zinst, und andere große Vorteile stehen in Aus­sicht. Trotzdem geschieht kein Schritt in dieser Richtung, man überläßt das ganze der Regie­rung. Wenn diese für die Hebung der Kolonie «ichts tut, geschieht nichts.

Die Aufreizung zu Gewalttätigkeiten. De; Strafrecktslebrer Professor Dr. Hippel in Göttingen ist kürzlich für eine durchgreifende klenderung des § 130 des Strafgesetzbuches, fy>r mit Gefängnis bis zu zwei Jabren bedroht, wer in einer den öffentlichen Frieden gcfäbr- .denden Weife verschiedene Klassen der Bevöl­kerung zu Gewalttätigkeiten gegeneinander öffentlich aufrcizt", eingetreten. Er" behandelte die Frage, ob eine Erweiterung des Tatbestan­des wünschenswert erscheine, und gelangte zur Bejahung dieser Frage. Zunächst sei der Aus­drucks des heutigen RechtsKlassen der Bevöl­

kerung" zu eng. Es müsse so führte einer der hervorragenden Hochschullehrer aus ge­nügen, wenn sich die Aufreizung nicht gegen eine ganze Bevölkerungsklasse, wie Bürgertum, Beamte, Arbeiterstand und dergleichen mehr richte, sondern gegen bestimmte Einzelper­sonen als Repräsentanten dieser Klasse; auch sei zu erwägen, ob man nicht, um auch vorüber­gehende Parteiungen, wie sie bei Streiks und politischen Unruhen vorkämen, mitzutresfen, lieber den AusdruckTeile der Bevölkerung" wählen wolle. Sodann aber erscheine es gerecht­fertigt, einen hinsichtlich des angewendeten Mittels gekennzeichneten Auswuchs des Klassen­kampfes unter Strafe zu stellen, nämlich die öffentliche Aufreizung verschiedener Vevöl- kerungsklasscn gegeneinander zu feindseligem Verhalten mittelst Behauptung unwahrer Tat­sachen wider besseres Wissen. Im Kampfe, so führt er aus, fei es, da oft sofortiges Auftreten erheischt werde, auch für den gewissenhaften Mann nicht immer möglich,-die Tatsachen, die er in gutem Glauben vorbringe, vorher gründlich auf ihre Erweislichkeit zu 'prüfen. Es würde daher verfehlt sein, etwa schon das Vorbringen unrichtiger Tatsachen bestrafen zu wollen. An­ders aber stehe es mit der Behauptung un­wahrer Tatsachen wider besseres Wissen. Ein derartiges Verhalten erscheine auch bei einem an sich begründetem Kampfe als moralisch ver­ächtlich und sozial gefährlich. Eine hiergegen gerichtete Strafvorschrift sei durchaus begrün­det; sie treffe auch keine berechtigte Freiheit der Meinungsäußerung und habe keinerlei politi­schen Charakter. Die Worte des Tatbestandes: in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise" will Hippel gestrichen wissen, da sie im Hinblich auf die Judikatur des Reichsgerichts, das jede, auch noch so fern liegende Gefahr für genügend erachtet und eine solche Gefahr sei im Zweifel stets vorhanden ohne weiteres entbehrlich erschienen. Bei der bevorstehenden Strafrechtsreform werden diese Anregungen ohne Zweifel in Erwägung gezogen werden.

Hrffen Nassan imb Nachbargebiete.

Cassel, 15. Okto. Der Verein der Gerichts­vollzieher im Oberlandesgerichtsbezirk Cassel hielt seine diesjährige regelmäßige Zusammen­kunft am Sonntag, den 13. Oktober, im Saale des Caf6 Verzett (Inh. I. Weitzel) ab. Der Besuch war ein recht zahlreicher.

Vom Eichsfelde, 15. Okt. Wie in der zu Worbis abgehaltenen Versammlung des Ver­eins für eichsfeldische Heimatkunde mitgcteilt wurde, hat der Plan, denk Komponisten Heinrich Werner, der die allgemein bekannte volkstüm­liche Melodie zu dem Goetheschen LiedeSah ein Knab' ein Röslein steh'n" schuf, in seinem Geburtsorte Kirchohmfeld bei Worbis ein Denk­mal zu setzen, greifbare Gestalt angenommen. Man hofft, diese Ehrung eines halb vergessenen Komponisten 75 Jahre nach feinem Tode im kommenden Frühjahr zur Ausführung zu bringen. Bei der Enthüllungsfeier ist ein Massengesang der cichsfeldischen Männerchöre geplant. Ein authentisches Porträt Werners hat sich vorgefundcn, so daß die am Geburts- Hause des Komponisten anzubringende Gedenk-

Ein aus hiesiger Gegend stammender Leh­rerssohn, der gegenwärtig als Matrose der Kai­serlichen Marine an Bord des in der ostasi­atischen Gewässern stationierten Kreuzers , Ja- stuar" seine Dienstpflicht erfüllt, schildert in einigen Briefen an seine Eltern seine Ein­drücke während der weiten Reise nach Ostasien und während seiner ersten Dienstfahrt an Bord 6. M. S.Im uar". Der erste Brief, der wie die nächstfolgenden von Bord des Dampfers Borussia" datiert, behandelt die zunächst schon dft beschriebene Abfahrt aus dem Hamburger Hafen und die Fahrt durch die Nordsee. Im Meerbusen von Biscaya hatte man Gelegenheit, das englische Kanalgcschwader, die sog.^home sleet (Heimatsflotte), in Stärke von 82 Schiffen zu bewundern. Dann heißt es in dem Briefe weiter: Dienstag 6 Uhr früh Cap Flnisterre und somit Spanien erreicht. Grünes Seewasser, dunkles Festland mit üppigen grünen gewachsen und dazwischen die verstreut liegen­den prächtigen weißen Häuser und Dächer der ppanrer. Die Dächer der Gebäude find alle flach. Es wird schon so warm wie bei uns zu Hause im Hochsommer. Mittwoch 1 Mai L Uhr mittags kommt die spanische Festung stadtx und Afrika tn Sicht. >- - ^»gen wir in die Straße von v,tvtuuut eui Welches auch bald in Sicht kam. Um 6 Uhr'

ba.r. Mauersteile Felsenküstc! Bespickt mit Forts, Kasernen und Kasematten. Am Fuße des Felsens die prächtige Stadt Gibraltar. Jin Hafen das englische Mittelmcer-Ee- schwader, 16 Schiffe. Tanger macht einen prächtigen Eindruck unter den Eoldstrahlen der Abendsonne. Ueppiges Grün wie überall hier zu Lande. Dazwischen die blendend weißen Häuser und Kuppeln der Stadt. Alle Dächer sind flach. Unvergleichlich schön war der An­blick, als wir Gibraltar passierten. Die Strah­len der Abendsonne beleuchteten den Felsen feenhaft und spiegelten sich in dem tatsächlich himmelblauen Wasser des Mittelmeeres. Hun­derte von Schweinsfischen tummelten sich in den Fluten. Drei Tage lang haben wir dauernd die Küste von Afrika in Sicht gehabt, welche heute morgen verschwunden war.

Am 9. Mai frühmorgens erreichten wir Port Said. Es ist eine schöne große Stadt. Besonders gut gehalten sind die Straßen und ausländischen Konsulate am Hafen. Gegen 8 Uhr morgens liefen wir unter den Klängen unserer Kapelle, welche abwechselnd die deutsche tznd englische Nationalhymne spielte, in den Hafen ein, umschwärmt von Hunderten bunten Booten, die von Negern und Arabern besetzt waren. Wir machten ungefähr 68 Meter vom ar, - ~ Land an zwei Bojen fest. Der erste Offizier

Abends 8 Uhr I ging an Land zum Konsul von Port Said und Etbraltar ein, I fragte an, ob dieser nichts gegen «nsers Beur?

Zra- in Land und h°tt«n !,s bl- - Uh- A ter zu sehen. 3.®» kann man I mittags. Währenddessen kamen auch schon die

«al eine Festung sehen. Sozusagen uneznnehm-! Kühlenprähme und die .Boote mit bftt KohM«

täfel mit dem Bildnis des zu Ehrenden ge­schmückt werden kann. Heinrich Werner ist im Jahre 1800 zu Kirchohmfeld als Sohn des dor­tigen ev. Lehrers geboren und int Jahre 1833, also erst 33 Jahre alt, als Musiklehrer zu Braunschweig gestorben.

Niederschelden, 14. Okt. Gestern Abend ver­schluckte eine frischmelkende Kuh des Schreiner­meisters B. beim Füttern ein Stück Kartoffel, das sich in die Speiseröhre festsetzte. Dem Hir­ten war es nicht möglich, den Fremdkörper zu entfernen, und so wurde das Tier durch Schlach­ten von seinen Schmerzen erlöst.

Siegen, 14. Okt. In der Frühe des heutigen Tages ist der Direktor unseres Realgymnasiums, Herr Prof. Utgenannt, unerwartet verschieden.

Wissenschaft, Kunst und Leben.

# Erinnerungen an Alfred Reisenauer. Aus Leserkreisen wird derN. Fr. Pr." geschrieben: Alfred Reisenauer, der vor einigen Tagen in Libau plötzlich an Herzschlag gestorben ist, war gewiß ein hervorragender Musiker. Wer ihn aber nur int Konzcrtsaal gehört hat, weiß bloß vom Virtuosen, nicht aber vom Künstler und Menschen. Reisenauer war ein liebenswürdiger, gutherziger und gebildeter Mensch, der Jus studiert hatte, trotzdem er schon in Kinderjah­ren Konzerttourneen unternehmen mußte. So viele Pianisten nennen sich den Lieblingsschülcr Liszts, er aber war es. Er hatte von Liszt vieles gelernt, leider auch das Talent, das der Weimarer Meister noch in deik letzten Jahren seines Lebens besaß eine Flasche Kognak über Nacht zu leeren. Trotzdem sind die Gerüchte, die über Neisenauer hartnäckig im Umlauf waren, daß er in England Konzerte absagen mikßte, weil er betrunken aufs Podium kam, unrichtig. Wieso diese Gerüchte entstehen konnten, ist aller­dings leicht zu erklären. Wer Neisenauer näher kannte, wußte, daß er vor jedem Konzert von den schrecklichsten Ilebelkeiten befallen wurde. Obwohl er in seinem Leben gewiß an zweitau­send Konzerte gegeben hatte, die ihn bis nach Sibirien und in die entlegensten Teile der Welt brachten, litt er, wie wohl selten ein anderer Künstler, an unüberwindbarem Lampenfieber. An Konzerttagen nahm seine Nervosität oft be­denkliche Dimensionen an. Waren die Anfälle vorüber, ging er ruhig aufs Podium und spielte; aber manchmal war es äußerst schwierig, ihn überhaupt aufs Podium zu bringen, und wohl die wenigsten im Publikum hatten eine Ahnung davon, daß der beleibte Mann mit dem im Nacken dichten Haupthaar, der soeben die Tok­kata. die Waldstein-Sonate oder die Sin­fonischen Etüden mit orchestralem Pathos ge­spielt hatte, vor kaum einer Viertelstunde von seinem Impresario mit Gewalt aus dem Künst­lerzimmer und aufs Podium geschoben, worden war. Im Gegensätze zu anderen Pianisten, die keinen Tag im Jahre vorübergehen lassen, ohne sechs bis sieben Stunden täglich zu spielen, übte Neisenauer wenig. Am Tage vor einem Kon­zert ließ er sich sein Programm geben und übte dann die schwierigsten Passagen eine Stunde lang durch: das war aber auch alles. Natürlich griff er während des Konzertes oft daneben.;

trimmern und zwar unter höllische Spektakel und Geschrei, wie es dort übern Mode ist. Wir kamen also in die Stadt, welche Flaggen­parade anlegte; cs kam nämlich der Vizekönig von Aegypten um 12 Uhr mittags von Kairo mit der Bahn. Am Bahnhof hatte sich eine un­geheuere Menschenmenge angesammelt. End­lich kam der Khcdive unter großem Pomp an. Das Volk schrie wie wahnsinnig seinem Fürsten zu. So was fanatisches gibts überhaupt nicht mehr. Ich habe mir dann die ganze Stadt an­gesehen. Auch im Araberviertel war ichs dort war es ziemlich schmutzig. Ließ mir dort für 2 Pfg. die Stiefel putzen und habe nachher eine tadellose Flasche Wein in einem französischen Restaurant getrunken; denn es war eine un­bändige Hitze 35 Grad im Schatten. Das Re­staurant war hübsch kühl und nach der Straße zu offen. Ging man auf der Straße, so zupften einem dauernd kleine Schwarze, welche um einen Pfennig bettelten. Sie schlugen, wenn rnan's verlangte, für einen Pfennig so viel Räder, als man haben wollte. Als wir um 2 Uhr an Bord kamen, waren von den Schwarzen 500 Tonnen Kohlen dorthin gebracht worden, und was be­kam so ein Kerl dafür? Ich habe gestaunt: 8 Pfg. für sechsstündige schwere Arbeit in glühen­der Sonnenhitze. Billige Arbeiter, was? Ge­gen 4 Uhr machten wir los und fuhren in den Suez-Kanal, in welchem wir gerade 24 Stunden fuhren.

Abxr die Hitze! 45 Grad unter dem Sonnen- segel im Schatten. Kein Lüftchen. Jrn Hei­zerraum 68 Grad. Die Sonne steht direkt senk­recht über uns. Alles trägt nur Hemd und Hofe und weiße Mütze, und trotzdem läuft der

wenn man ihm dies jedoch vorhielt, verwies d lächelnd auf Rubinstein, der auch sehr häufiß danebengeschlagen hatte. In den letzten Iah? ren, nach seiner schweren Nervenkrankheit, ver< ließ ihn manchmal während des Spiels plötzlich' das Gedächtnis, das in früheren Zeiten alle« dings stupend gewesen war, aber er zog sich' selbstverständlich immer höchst geschickt aus bet Affäre, und dann war es feine große und fast kindische Freude, wenn niemand im Saal öet| Schnitzer, die Lücke oder seine eigenen, ausfiillen- den Takte gemerkt. Er war schreckhafter Natur und mußte oft wie ein Kind behandelt werden; er hatte die Eigentümlichkeit, niemals Briefe zu beantworten, und es wird wohl nicht viele Menschen geben, die eine längere geschrieben« Mitteilung von ihm besitzen. Das Schreibe« machte ihm nämlich viel Beschwerden; denn seine Hände zitterten zu sehr beim Halten der Feder. Mit seiner Mutter, die et abgöttisch liebte, stand er nur telegraphisch in V bind« ung. Vor jedem großen Konzerte sandte fie eick Beruhiqungstelegramm von ihrem kleinen Be- sitz in Ballenstedt im Harz, und nach dem Kon­zerte antwortete er auf gleichem Wege. An der Wiener Hofover wird jetzt bald ein Künstle wirken, der über diesen kindisch guten, bärenh.ft ten Menschen mehr zu erzählen wüßte; er trat lange Jahre herzlich mit Neisenauer befreundet, und die gemeinsam in Berlin v u rächte Zeil wird ihm wohl kaum aus dem Gedächtnis ne- schwunden sein. Dieser Freund Reisenan.e.j heißt Felix Weingartner.

# Adolf Furtwängler. Die deutsche Wissenschaft, im besonderen die Archäologie ist durch den Tod des Münchener Professors Dr. Adolf Furtwängler schwer getroffen worden. Furtwängler, der in einem Hospital zu Athen an Dysentrie starb, die et sich bei seinen Aus­grabungsarbeiten zugezogen hat, war im Jahr« 1853 zu Freiburg i. B. gehör«:. Von besonderer Bedeutung für seins Zukunft war seine Stu­dienzeit in München, wo er einer der hervor­ragendsten Schüler des großen Meisters der Altertumswissenschaft Heinrich Brunn war. Seine Tätigkeit als Ilniversitätslehrer begann er als Privatdozent in Bonn, habilitierte sich dann in Berlin und wurde, als Brunn arbeits­unfähig geworden war, nach München berufen. Nach dessen Tods übernahm er seinen Lehrstuhl und wurde gleichzeitig Direktor der königlichen Glyptothek.

# Eins Frau als Chefarzt eines Kranken, Hauses. Ein Fräulein Lina Schiemann aus In- sterburg hat, derOstd. Volksztg." zufolge, nach bestandenem Staatsexamen cum laude an bet Universität Freiburg i. B. die Leitung eines großen weiblichen Krankenhauses in Pforzheim übernommen.

......

Hochschnlnackrichten.

X Dresden, !1. Okt. Der Kunstmaler Professor Ernst Erwin Oehme, Ehrenmitglied der Kgl. Akademie der bildenden Künste in Dresden, ist am Donnerstag nachmittag im 77. Lebensjahrs zu Vlasewitz gestorben.

-.: UL___L

Schweiß nur so. Doch die Sehenswürdigkeiten lassen die Stunden verstreichen. Zu beiden Seiten ewiger Sand mit kleinen Oasen. Wan­dernde Karawanen. Beduinendörfer. Das Bild wechselt stetig. Schlafen konnte man in der Nacht nicht. In meinem Leben habe ich nicht so viel geschwitzt wie die>e 24 Stunden. Unter Deck war der Aufenthalt unmöglich. Wir be­kamen im Kana! 6 Fieberkranke. Am folgenden Abend langten wir in Suez an. Der Loths« ging an Bord. Es war dunkel. Etwa 20 Mir, von der Pier entfernt passierten wir die Stadt. Es müssen dortselbst viele Deutsche wohnen; denn wir hörten an Bord Zurufe von der Pier wie:Spielt malBerliner Luft"! Unsere Ka­pelle spielteHeil Dir im Siegerkranz". Ein Hurra sckoll vom Lande herüber, das von uns erwidert wurde. Schneller ging die Fahrt. Wir hörten noch in stiller Nacht die Abendklängs einer Kirchenglocke, genau, wie in der Heimat wie eigenartig dies uns berührte. Wir haben dann 4 Tage durchs tote Meer gebraucht, wobei uns der Berg Sinai und die Stelle, wa das Volk Israel durchgewandert ist, gezeigt wurde. Im roten Meer haben wir auch durch­schnittlich 3540 Grad Hitze gehabt. Das ganz« Deck war mit Sand bedeckt, den der Samum aus der Sahara mitbringt: auch das Meer wat ganz gelb mit Sand bedeckt. Aden haben wir nachts passiert. Vor Aden kann man allabend­lich dasKreuz des Südens" sehen. Tagsüber sieht man hier int Indischen Ozean ganze Schwärme fliegender Fische. Augenblicklich ist sehr schlechtes Wetter, welches man en der Schrift des Briefes erkennt. - 1

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