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mit vsm Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

KonntaasbeUaaerMuttrtrtes Go«nE-»aMratt. * *

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Erscheint wSchcntlich fiebert mal.

Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdrucker« 42.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet ver Expedition 2 AL, bet allen Postämtern 2,25 M. (excl. Bestellgeld).

Donnerstag. 17. Oktober 1907.

Erstes Blatt.

.'Frankreichs Rückständigkeit im Handelsverkehr.

Ä Das republikanische Frankreich nach 1871 hat Leinen Mann hervorgebracht, der es rechtzeitig sauf das M e e r, den U e b e r s e e h a n d e l und leine volkswirtschaftliche Bedeutung hingewiesen stritte. Auch hat in Frankreich der Anstos; zur Kommerziellen Expansion, den eine rasch 'ich mehrende Bevölkerung gibt, so gut wie gc ffehlt. So ist es gekommen, daß ein Land, das durch die Lage seiner Seehäfen Marseille und sPordeaux und durch die Leistungsfähigkeit der dazu gehörigen Stromgebiete des Rhüne und der Loire als Vermittler des mitteleuropäischen Kleberserverkehrs geradezu prädestiniert zu sein ffcheint, diesen ihm von der Natur gewissermaßen Kugedachten Beruf gründlich verfehlt hat. Für die Nückständigkeit des französi­schen Ueberseeverkehrs ist ein Ver­gleich der Verkehrsverhältnisse des ersten fran- szösischen Seehafens mit denen der kontinentalen Häsen anderer Länder bezeichnend. Marseille sstand vor 50 Jahren noch an zweiter Stelle unter den europäischen Häfen und Seehandels- splätzen. Gegenwärtig stehen neben London und Liverpool Hamburg, Antwerpen, Rotterdam, Hremen und Genua in vorderster Reihe und .Marseille muß sich mit dem siebenten oder achten Alatz begnügen. Gewiß ist auch Marseille in Keiner Verkehrsentwicklung nicht stehen geblie- Ken. Aber an den enormen Aufschwung des Warenumschlages, wie ihn Hamburg mit einer ^Steigerung der Güterbeförderung von 9,9 auf t|Ö,4 Mill. Tonnen im einkommenden Verkehr kennt, reicht die Entwicklung des französischen Mittelmeerhafens nicht entfernt heran. Das­selbe gilt von dem Gesamt handel der Republik, der vor einem Menschenalter nur den Vergleich mit dem englischen Handel zu scheuen brauchte, gegenwärtig aber von dein Außenverkehr des deutschen Reichs und der Vereinigten Staaten von Amerika Weit überholt und ungefähr auf der Stufe des holländischen und belgischen Außenhandels «ngelangt ist:

% Mit diesen für die Republik unerfreulichen Tatsachen hat sich, wie ihre Vorgänger, auch der dritte Nationalkongreß für öffentliche Arbeiten beschäftigt, der kürzlich unter dem Vorsitz des Senators Prevet in Bordeaux getagt hat. Auf Mm empfahl der frühere Minister Millerand die -Förderung eAres Projektes, das schon lange die -Oeffentlichkcit beschäftigt, die Autonomie der

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11 X lNachbruck Verboten.)* 1

FrcmenPnde.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung).

Arme Ruth!" murmelt Dr. Berry voll Mit- leibeit.

Papperlapapp arme Ruth!" macht Diana Mackay höhnisch.Ich sagte ihr, sie solle sich nur nicht cinbilden, daß mein Mann seine Ein­willigung zu der Verbindung seines Stiefsohnes niit einem solchen das letzte Wort be­tont sie ganz besondersmit einem solchen Mädchen geben würde."

Dr. Berry fährt zurück.

hast Du ihr ins Gesicht gesagt, Diana?" jNun natürlich!"

*'>' Und Madame entfaltet ihren kostbaren .Pfauenfederfächer und bewegt ihn lebhaft vor dem erhitzten Gesicht hin und her. ch

" Mit einer Art Entsetzen blickt Dr. Berry -seine Cousine an. Bisher hat er sie noch immer .für eine gutmütige, wenn auch eitle und leicht­lebige Frau gehalten. Jetzt zum erstenmal zeigt sich ihm ihr Charakter in seiner vollen Erbärntz- lichkeit.

«fet. Er schweigt. '" . '

i->.Dir scheinen meine Worte nicht zu behagen," spöttelt, Diana Mackay.

?<üNein. Ich begreife nicht, wie man mit den heiligsten Gefühlen zweier Menschenherzen derart umgehen kann."

'MAh bah heiligste Gefühle! Werde doch Glicht sentimental, mein teurer Cousin!"

s? Erregt trommelt sie mit der Rechten auf dem Schreibtisch herum, indes ihr hübscher Mund von einem häßlichen Lachen verzerrt .wird.

Ä Dr. Vetry blickt auf diese kleine nervöse 'Hand, und er hat plötzlich dis Empfindung, als fei es die Kralle eines Raubvogels, die sich jneben einem unschuldigen Lämmchen ausstreckt, jtt'm ihm das.Herz aus dem Leibe zu reiße»

Häfen. Und zwar will Millerand diese For­derung in dem Sinne verstanden wißen, daß alle am Außenhandel unmittelbar interesiierten Kreise, Handelskammern, Stadtverwaltungen, Generalräte, wirtschaftliche Vereinigungen, überhaupt alle Körperschaften, in denen lokale, regionale und nationale Bedürfnisse zum Aus­druck kommen, das Recht erhalten, an der Ver­waltung und Kontrolle der Häfen und der schiffbaren Wasierstraßen mitzuwirken und ihre Ansichten und Wünsche über die nach ihrer Meinung erforderlichen Anlagen, Einrichtungen und sonstige Maßnahmen des Verkehrs zur Geltung zu bringen Millerand hält eine der­artige Neuerung besonders deshalb für geboten, um den schleppenden Geschäftsgang in handelsmaritimen Angelegen­heiten, den Mangel an Energie bei Neuschöpfungen usw. erfolgreich zu bekämpfen. Er erinnerte, um diesen Vorwurf zu rechtferti­gen, u. a. daran, daß man volle 14 Jahre ge­braucht habe, ehe man sich für den Bau neuer Hafenanlagen in Havre entschieden habe. Selbst­verständlich waren die Neuanlagen, als sie in Angriff genommen wurden, bereits unzurei­chend und veraltet. Millerand bezeichnete ein solches Verfahren als selbstmörderische Gewohn­heit und forderte, daß die republikanische Re­gierung mit aller Energie sich dieses notleiden­den und doch so unvergleichwertvollen Faktors der französischen Volkswirtschaft annehmen müße, denn pir eine Nation, die sich im Wett - kamps der Gr-zßmächte behaupten wolle, sei eine starke wirtschaftliche Macht st ellung genau ebenso u n - entbehrli^' wie eine starke militä­rische Macht st ellung.

Dieser zweifellos unanfechtbare Satz, von Millerand in diesem Zusammenhang angewen- det, zeigt, was für die französische Republik auf dem Spiele steht, wenn es ihr nicht gelingt, den Vorsprung, den mehrere ihrer Rivalen in Ueberseebandel und Weltwirtschaft gewonnen haben, wieder einzubringen.

Deutsches Ncich.

Zum Kapitel der Nsichsausgaben. Das Reich hat für die st a a t l i ch e Arbeiter- verficherung an drei Stellen Ausgaben zu leistcjn. Die dem Betrage nach bedeutsamste stellt sich im Reichszuschuß zur Invaliden- und Altersversicherung dar, dann folgt die Ausgabe, die das Reich als Arbeitgeber in seinen ver­schiedenen Verwaltungen auf Grund der drei Versicherungsgesetze zu zahlen hat und schließ­lich sind die Ausgaben für das Reichsversicher- ungsamt, die höchste Instanz in Arbeiterver­sicherungssachen, zu bestreiten. Alle drei Aus- gabekategoricn sind jährlichen Schwankungen

Was wünschest Du also von mir?" fragt er fast schroff.Du bist doch nicht gekommen, um mir nur diese Mitteilung zu machen."

Ah" lacht Diana Mackay auf.Endlich redest Du vernünftig. Natürlich möchte ich Deine Hilfe in Anspruch nehmen."

Inwiefern?"

Du sollst Ruth Morton zureden, daß sie meinen Herrn Stiefsohn freigibt!"

Ich?

Ja, Du. Sie schätzt Dich hoch. Außerdem hast Du das Wort in der Gewalt sie wird ge­wiß auf Dich hören."

Niemals!!"

Nur dies eine Wort entgegnet Dr. Berry. Es drückt feine ganze Empörung aus; aber auch den festen Entschluß, in dieser Sache seiner schönen Cousine nicht zu dienen.

Nicht?" Madame steht auf.Du willst nicht? Und ich glaubte, Dir damit eine Ge­fälligkeit zu erweisen. Wenn Ruth Morton Norbert Douglas aufgibt, so ist sie frei für einen anderen-- ...

Diana!" . ' ' !

Empört springt Dr. Berry auf, während feine Cousine, den Kopf etwas zur Seite geneigt, i ihn aus halb zugekniffenen Augen anblinzelt, den Effekt ihrer Worte beobachtend.

Nun, nun! Erwürge mich nur nicht gleich mit Deinen Augen!,, versucht sie zu spötteln, obgleich es ihr doch etwas unheimlich wird unter seinen verächtlichen Blicken.Wenn Du nicht willst dann nicht. Ich werde auch ohne Dich mein Ziel erreichen, verlaß Dich drauf! Adieu, teurer Cousin! Ich erwarte Mich morgen zum Mittagesien. Aber nicht zu spät. Wir haben gebackene Froschschenkel mit i Trüffelsauce. Adieu!" ,

Ein kurzes Kopfnicken... ein leises Auf- lachen und Diana Mackay ist hinter der Tür verschwunden. .' ,, ;

Dr. Vetry verharrt noch eine Weile auf derselben Stelle. Wie mechanisch fährt er sich mit der Hand über die Stirn.

unterworfen, sie werden denn auch im Reichs­haushaltungsetat für 1908 Aenderungen unter­worfen werden. Dabei dürften die verhältnis­mäßig größte Steigerung die Ausga­ben für das R e i ch s v e r s i ch e r u n g s a m t erfahren. Das Amt ist nun länger als 20 Jahre in Tätigkeit, sein Eeschäftsumfang hat sich von Jahr zu Jahr gehoben, wie dies auch gar nicht anders bei der Unfall- und Invalidenversicher­ung, die jährlich steigende Rentenzahlen mit sich bringen, zu erwarten war. Man hat die Arbeitskräfte im Reichs-Verficherungsamte von Jahr zu Jahr vermehrt, man wird um eine solche Erweiterung auch im Etat des nächsten Jahres nicht herumkommen. Für das laufende Jahr sind die Ausgaben des Rcichs-Versicher- ungsamtes auf 2,1 Millionen Mark normiert. Man wird wohl in der Annahme nicht fehl­gehen, daß diese Summe im nächstjährigen Etat entsprechend den recht stark angewachsenen Anforderungen an die Tätigkeit des Amtes eine verhältnismäßig beträchtliche Steigerung erfah­ren wird. Höher als die Ausgaben für das Reichs-Verficherungsamt sind diejenigen gestie­gen, die das Reich als Arbeitgeber zu leisten hat. Hier kommen namentlich die Bei­träge in Betracht, die die verschiedensten Reichs­verwaltungen auf Grund von Kranken-, llnfall- und Jnvalidenverstcherungsgesetzen zu zahlen haben, aber auch andere den Bestimmungen dieser Gesetze entsprechende Leistungen. Bei einigen Verwaltungen sind die Gesamtleist­ungen dieser Art zu recht beträchtlichen Sum­men herangewachsen. Bei der Heeresverwalt­ung und bei den Reichseisenbahnen machen sie jährlich je 1 Million Mark aus, bei der Marine- verwaliung über % Millionen, bei der Post- und Telegraphenverwaltung etwa y2 Million Mark. Auch hier sind jährliche Steigerungen in den Etats zu verzeichnen gewesen. Der Etat für 1908 wird, wie verauszu- sehen ist, davon keine Ausnahme machen. Auf die Erhöhung der betreffenden Ausgaben hier wirkt nicht nur die Zunahme in der Be­amten- und Arbeiterzahl, sondern auch die Steigerung der Lohnsätze, die bekanntlich bei der Invalidenversicherung der Beitragszahlung zu Grunde gelegt sind. Die wichtigste Ausgabe für die Arbeiterversicherung im Reiche ist aber der Zuschuß zur Jnvalidenversicher- it n g. Er hat sich allmählich bis zu 50 Millio­nen Mark herausgewachsen. Von Jahr zu Jahr ist er gestiegen, meist in einer Höhe von 34 Millionen Mark, aber auch darüber hinaus. Die Invalidenversicherung ist ja seit dem 1. Ja­nuar 1891 in Kraft. Nur vom Jahre 1906 auf 1907 hat man diese Ausgabe im Etat etwas herabgesetzt, und wie recht man damit hatte, zeigte der Umstand, daß nach dem Finalabschluß der Reichshauptkasse an der für 1906 ausgewor­fenen Summe eine beträchtliche Ersparnis ge­macht werden konnte. Man wird wohl in der

Dann setzt er sich an seinen Arbeitstisch und beginnt in den Aktenbündeln herumzublättern. Sein Gesicht erscheint wieder so undurchdringlich wie früher.

6.

Ruth selbst ist tief unglücklich über die pein­liche Situation, in die sie durch ihre Lyr-orpch- tigkeit geraten. Sie hatte sich so fett vcig»- nommen, stark zu sein und durch keinen Blick, durch kein Wort zu verraten, wie nahe Norbert Douglas ihr steht!

Aber als sie gestern nach über anderthalb Jahren den Mann wiedersah, dem sie sich vor dem Altar zu eigen gegeben, da wallte es plötzlich heiß auf in ihr vor Sehnsucht, wenig­stens für kurze Zeit seine liebe Hand in der ihren zu halten, den Kopf an seine Brust zu legen in dem beseligenden Bewußtsein:Du bist nicht allein auf der Welt; du hast einen Gatten, den du über alles liebst, einen Gatten, dem du das höchste Kleinod bist auf Erden!"

Nur dieses eine Mal. Dann wollte sie wie­der ruhig ausharren bis zu dem Tage, an wel­chem Norbert sie frei vor aller Welt fein Weib Nennen kann.

Arme Ruth?

Gerade an diesem Abend kehrte Diana Mackay früher als gewöhnlich aus dem Theater nach Haufe zurück, weil irgend etwas an der | Vorstellung ihrer Laune nicht behagte. Und

i hstes gerade innerhalb -der wenigen Minuten, | toelche Norbert und Ruth zu ihrem kurzen Bei- ; semmenfein gewählt hatten.

Wie beschämt fühlte sich Ruth, "als ihre Herrin sie mit der ihr eigenen rücksichtslosen, spöttischen Art herunterschalt wie ein unge­zogenes Kind, wie sie sogar verletzende und be­leidigende Worte gebrauchte.

Dabei vermag Ruth ihr nicht ganz Unrecht zu geben. Mußte nicht sowohl sie wie auch Norbert in falschem Lichte vor Diana Mackay stehen? ..

SRutfy; stolzes Herz empört sich Plötzlich gegen die Rolle, die sie nun schon feit anderthalb

Annahme nicht fehlgehen, daß, wenn für deck Etat auf 1968 eine Erhöhung in Frage kommt, diese nicht allzu bedeutend sein dürfte. Da dieser Ausgabeposten der entscheidende ist, sch dürfte insgesamt auch diesmal die Ausgabe deck Reichs für die staatliche Arbeiterverficherunß sich bei weitem nicht so steigern, wie dies ick ftüheren Jahren fast regelmäßig der Fall g« wesen ist. \

Die Novelle zum Reichsviehseucherrgefetz^ Wenn jüngst gemeldet wurde, daß dem Bundes« rate eine Novelle zum Reichsviehseuchengese« vorliege und daß Aussicht vorhanden sei, sie de« Reichstage bald nach seinem Zusammentritt zck unterbreiten, so darf daran erinnert werden, daß diese Novelle vom Bundesrate bereits iri Sommer erledigt ist. Sie liegt demgemäß bei Bundesrate nicht mehr vor, wird aber zu deck Vorlagen gehören, die der Reichstag am Atz November vorfinden wird; denn es liegt selbst« verständlich auch im Interesse einer möglichst ge­regelten Erledigung der Geschäfte des Reichs« taaes, wenn diesem die fertiggestellten Entwürfe möglichst frühzeitig übergeben werden. Zu deq Icfeteren gehört auch der Entwurf über die Er­leichterung des Wechselprotestes, auch er wird dem Reichstage bei der Wiedereröffnung der Beratungen vorliegen. Da aus dem letzte« Tagungsabschnitt in den nächsten neun größer« Gesetzentwürfe als unerledigt übernommeck sind, so wird der Reichstag am 22. November ganz sicher elf solcher Entwürfe vorfinden. Wahrscheinlich werden es aber noch mehr sein, da in der Zwischenzeit der Bundesrat weitere Entwürfe verabschieden und dann auch dem Reichstage zustellen wird.

Eine deutsche Zeitung in Aegypten. Kairo. 2. Okt. Anfang Oktober wird zum ersten Mal dieDeutsche Zeitung für Aegyp­ten" erscheinen. Sie soll ein Blatt werden für die Interessen der in Aegypten ansässigen und vorübergehend weilenden Deutschen, deutschspre­chenden Schweizer und Oesterreicher. Die Hanvt- aufgabe des Blattes ist, ein festes Band um r Deutschsprechenden Aegyptens zu schließen und das Selbstbewußtsein der Deutschen zu hebe« indem es gleichzeitig seinen Mann stehen will gegen die deutschfeindliche Presse Aepyptens. Die Zeitung wird einmal wöchentlich, am Samstag, erscheinen und ist von einer *" " 'T< schäft mit beschränkter Haftung gear'"""

Ausland.

= Das Befinden Kaiser Franz Josefs. Wien, 15. Okt. Das Befinden des Kaisers, welcher in letzter Nacht fieberfrei war, war all­gemein nicht ungünstig, wiewohl die Nachtruhe wiederholt durch Hustenanfälle gestört wurde; die katarrhalischen Erscheinungen sind unver­ändert. Der Kaiser verließ das Bett um 5 Uhr früh und arbeitete sodann. Eine um 8 Uhr ein«

Jahren spielt, die sie noch ein weiteres halbes Jahr wird spielen müssen sie, sonst die Offen­heit und Ehrlichkeit selber!

O, wie verlangt ihr Herz nach einer Aus­sprache mit Norbert? Aber sie wagt nicht, ein« neue Bewegung herbeizuführen, da sie mit' Recht annimmt, daß ihre erzürnte Vertin sie scharf beobachtet. Nur bei den Mahlzeiten sieht' sie den geliebten Mann, und auch da nut aus der Ferne, da gewöhnlich Gäste anwesend sind, und dieGesellschafterin" am Ende der Tafel ihren Platz hat. j

Ruth fühlt, daß sie diesen Zustand nichs länger wird ertragen können.

Als Norbert fort war, weit fort, jenseits bei Ozeans da ging es ja.

Aber jetzt? ...

Nein, nein, sie kann ihm nicht täglich wit eine Fremde begegnen! Kann es nicht!! i

Wie gewöhnlich, ist auch heute abend Dianck Mackay auf irgend einem Fest. Sie bedarf als« die Dienste ihrer Gesellschafterin nicht mehr. 1

Ruth schlingt einen dunklen Schal um deck, blonden Kopf und tritt hinaus in den Park, um ein wenig Luft zu schöpfen. '

Voll ergießt der Mond sein fahles Licht ttu| die verschlungenen Wege. Gespenstisch ragt das verworrene Gezweig der Steineichen und Pla­tanen zum Himmel empor. . '

Langsam wandelt Ruth dahin. An einet Vaumlichtung bleibt sie stehen und blickt hick nach dem sich scharf vom Hellen Mondhimmel abi hebenden Gebäude, welches sie soeben verlasse^ darinnen auch e r weilt Norbert, ihr Gatte. ,

Ob auch er jetzt an sie denkt? Ob er sich sehnt nach seinem Weibe, wie sie mit allen Fa­sern ihres Herzens nach ihm verlangt? ... i

Ein, Schluchzen entringt sich ihrer Brust. Auh weinend schlägt sie die Hände vors Gesicht u« sinkt wieder auf eine Bank.

Sa ptzrbarrt sie lange lange (ForffetzunEE,