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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain.

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Vierteljährlichrr Bezugspreis: bet bet Ext^ition 2 ML, bet allen Postämtern 2,25 M. (,e$cL Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespalteneZeüe oder deren Siamu 15 Pf-, Reclamen: die 80 Pfg.

Marburg

Sonntag. 13. Oktober 1907.

Erscheint wöchentlich fteben mal.

Druck und Berlagt Joh. Arg. Koch, UmverjitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon ob.

42. Jahrg.

Erstes Blatt,

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Fürst Bismarck und das preußische Wahlrecht.

! Von demokratischer und sozialdemokratischer Veite wird im Ansturm gegen das preußische Lvahlrecht besonders mit dem bekannten Aus- Iptudje des Fürsten Bismarck von demelende» Ren aller Wahlsysteme" Stimmung zu machen »esucht. Verdächtig an und für sich ist es schon, wenn so scharfe (Segnet Bismarcks und seiner Gesamtpolitik sich nun auf die Autorität des großen Kanzlers berufen. Aber auch in der Sache selbst ist diese Ausnützung der unter ganz bestimmten Verhältnissen und zu ganz besonde­ren taktischen Zwecken gebrauchte Wendung voll- .fontmen unzulässig. DieHamburger Nachrich­ten", das Organ des Fürsten Bismarck, schrei­ben inbezug hierauf:

Das beste an der Sache ist, daß die Berufung iber Gegner des preußischen Wahlrechts auf den ^Fürsten Bismarck überhaupt zu Unrecht erfolgt: benn der letztere hat seine hier fragliche Aeuße- tung tatsächlich als irrtümlich zurückgenommen iund desavouiert. Und zwar ist die Zurücknahme Sim Jahre 1893 geschehen aus folgendem Anlaß: '5)et damalige preußische Ministerpräsident, Graf »von Eulenburg, hatte kurz vorher im preußischen Mbgeordnetenhause bemerkt, die Abneigung des ^Fürsten Bismarck gegen das Dreiklassen-Wahl- iverfahren sei eine mehr platonische gewesen. An- ifniipfenb an dieser Aeußerung ließ Fürst Bis- Marck in der Morgenausgabe derHamburger -Nachrichten" vom 18. Januar 1893 erklären:

Der preußische Ministerpräsident hat mit »feiner Aeußerung insoweit recht, als der ehe­malige leitende Staatsmann (Fürst Bismarck) feine Verurteilung des Dreiklassensystems we­sentlich als ein Argument verwertete, um zu einem Wahlgesetze mit Interessenvertretung zu gelangen. Die Möglichkeit dazu hatte er auf ^rund der damaligen und späteren statistischen Aufnahmen über die verschiedenen Gruppen der wirtschaftlichen Interessen im Auge; es lag da­mals in der Absicht der Regierung, die Bildung von Gruppen anschaulich zu machen, innerhalb deren die sozialpolitischen Aufgaben, in epecie diejenigen der Altersversorgung, ihre genossen- schastliche Lösung finden könnten und die, wenn sie erst genauer definiert seien und der innere Verband jeder derselben durch die Gesetzgebung hergestellt wäre, die Unterlage für die Wahl- torper der Landesvertretung hätten bilden kön­nen. Das Streben nach diesem Ziele wird den Reichskanzler zu der scharfen Kritik der bestehen­den Einrichtungen, an deren Stelle er die Inter­essenvertretung erstrebte, veranlaßt haben."

Danach hat die BismarckscheVerurteilung" des preußischen Wahlgesetzes natürlich einen ganz anderen Sinn als den, welchen ihr die heutigen Gegner desselben unterschieben. Aber damit nicht genug, hat Fürst Bismarck auch im weiteren Verlaufe des Artikels derHamburger Nachrichten" feine völlige Lossagung von dem zu Tode gehetzten geflügelten Worte des elende­sten Wahlsystems" aussprechen lassen. Es hieß nämlich am Schluß des Artikels:

Der Abg. Rickert hält dem Fürsten Bismarck vor, er habe seinen Ausspruch über das Drei- klaffen-Wahlsystem niemals widerrufen. Wenn jemand ein Menschenalter hindurch die verschie­densten landesgeschäftlichen Phasen öffentlich vertreten hat, so ist es doch wohl zu viel ver­langt, wenn man beansprucht, daß er jeden Zwi­schensatz und jedes Argument einer Rede, welches sich in der weiteren Entwicklung der Dinge nicht bewährt hat, ausdrücklich widerrufen soll. Wie wir oben angedeutet haben, hat Fürst Bismarck seine Aeußerung über das Dreiklassen-Wahl- system J. 3. getan, weil er sie zur Erreichung dessen, was er damals anstrebte, Jnieressen-Ver- tctung, rhetorisch für nützlich hielt, ohne sich des­halb fiir alle Zukunft darauf einschwören zu wollen."

So Fürst Bismarck wörtlich in denHam­burger Nachrichten". Jeder objektiv urteilende und einsichtsvolle Leser wird finden, daß seine Ausführungen, und namentlich deren letzter Ab­satz den damals vom Abg. Rickert vermißten Widerruf des Wortes vomelendesten aller Wahlsysteme" vollauf enthalten.

Es wird zwar nicht anzunehmen sein, daß die Vorkämpfer für die Einführung des Reichstags­wahlrechts ine Preußen von einer ferneren Be­rufung auf den Bismarckschen, von ihm selbst desavouierten Ausspruch nunmehr Abstand neh­men werden. Aber trotzdem ist die Feststellung derHamburger Nachrichten" wervoll und wich­tig und verdient deshalb der Verbreitung in weiten Vevölkerungskreisen.

Deutsches Reich.

Born Bundesrate. Wie aus Berlin mit­geteilt wird, liegen gegenwärtig auf legislato­rischem Gebiete dem Bundesrate zwei wichtige Entwürfe zur Entschließung vor. Einmal die Novelle zum Börsengesetz. Der Bundesrat hat sie bereits im Juni den zuständigen Ausschüssen zur Vorberatung überwiesen, da er aber inzwi­schen ein Paar Monate hindurch keine Sitzungen abgehalten hat, so ist es begreiflich, daß es zu einer Entscheidung darüber int Plenum noch nicht gekommen ist. Im Sommer ruhen ja auch die Arbeiten in den Bundesratsausschüffen. Es ist also aus der Länge der Zeit, die die Ausschuß- beratung beansprucht, nicht darauf zu schließen, daß diese Novelle besonderen Schwierigkeiten be-

8 Nachdruck verboten.)

Frauenhände.

Roman von Erich Friesen.

E (Fortsetzung). . .

- Ruth Holt ein Märchenbuch und beginnt langsam vorzulesen. Die Augen des Kindes hängen unverwandt an dem Gesicht bet Schwe­ster: die Sippen formen die einzelnen Satze »ach.

Unbeweglich liegt Aba ba, mit über der Brust gefalteten Händen.

; Ach, was für Hände! ....

4 Winzige, schmale durchsichtige Händchen, so zart, daß man die blauen Adern burchschimmern sieht gleichsam atherische Hänbe, wie die Hände eines Seraphs.

Ruth läßt bte Hänbe in den Schoß sinken und blickt bas Kinb an.

-Woran benkst Du, Ada?"

*An den Vater. Er ist jetzt glücklich droben in dem schönen, schönen Himmel!" V"?_ Wieder durchzuckt es Ruth schmerzlich.

Liebst Du das Leben denn gar Nicht, kleine Ada?"

Verwundert hebt das Kind den blonden Kopf ein wenig.

iWarum sollte ich das Leben lieben? . . . Es geht so schnell vorbei . . . Warum soll ich etwas lieben, was ich nur kurze Zeit besitze? Der Vater ist glücklich: ihn hat der Engel des Lichts unter seine Fittiche genommen ich sah es ganz deutlich heute NaHt... das Weiße lange Gewand ... die schönen goldenen t^- fiel--«

Das Kind hat sich etwas aufgerid^et. Die {»roßen, blauen Augen starrten ins Weite, als ehen sie eine Vision.

Dann sinkt der Kopf mit einem leisen Seuf« Her zurück. Die Augen schließen sich. Das Ge­

sichtchen ist totenbleich, fast so weiß, wie das weiße Gewand. ,,, , .

Ruth ergreift eines bet beiden schlaff herab» hängenden Händchen, die sich rote Samt von Rosen anfühlen, und streichelt es sanft.

Du mußt jetzt effen, Ada. Ich werde Dir etwas holen." ,

Die langberoimperten Lider zucken ein wenig.

Nein, nein! Nichts offen!"

Doch, Kind!"

Nein, ich will nicht! Der Vater ißt auch nichts."

Der Vater weilt nicht mehr auf Erden, Ada. Er ist im Himmel!"

Ja, und ich will auch in den Himmel! Ich mag nichts offen!" ruft das Kind erregt, die feinen Braunen zusammenziehend.

Doch nur wenige Augenblicke.

Dann breitet sich wieder jenes eigene Lächeln über das zarte Gesicht. Die Sippen bewegen sich.

Sie singt

(Eigenartige, fremde Melodien ohne Worte eine Musik ihres Innern . . .

Seife steht Ruth auf, geht ins Nebenzimmer und Nagt der Mutter, Ada wolle wieder nichts eilen.

Ein schmerzliches Lächeln huscht über Frau Mortons eingekniffene Züge.

Ich selbst werde Aba ihr Abenbeffen geben. Von mir nimgit sie alles. Ich weiß mit ihr umzugehen. Sie ist ja schon seit mehr als acht Jahren so so >--- man muß immerwäh­

rend und ohne Erregung auf sie einreden und sie einlullen ganz sanft, nach und nach . . . und ihr dazwischen immer etwas iy den Mund stecken. Das Muckt sie dann, ohne es zu wissen."

Ruth schüttelt den Kopf. - .

Wie seltsam! "

ünd von einem plötzlichen Schrecken er­saßt, ruft sie gekämpft, vpll heißet Angst:

gegnet ist. Die Schwierigkeiten dürften erst im Reichstage beginnen, indessen hofft man auch in Regierungskreisen, die Novelle zum Börsengesetz so zu gestalten, daß sich schließlich eine Mehrheit im Reichstag aus den Blockparteien für sie er­geben wird. Kürzere Zeit wird voraussichtlich der andere, in der letzten Plenarsitzung behan­delte Entwurf, die Novelle zur Gewerbeord­nung, zur Erledigung durch die Bundesratsaus- schüffe brauchen. Zwar ist diese Novelle wieder recht umfaffender Natur, da in ihr die verschie­densten im Laufe der Zeit als änderungsbedürf­tig erkannten Einzelheiten neu geregelt werden sollen. In der Hauptsache trägt sie aber den Charakter der Erweiterung des Arbeiterschutzes und lehnt sich damit an die Eewetbeordnungs- novelle vom Jahre 1891 an. Da über die ver­schiedensten Neuerungen, die mit der jetzigen No­velle bezweckt werden, die Ucbereinftimmung der Regierungen schon vorher festgestellt ist, so dürfte auch die Vorberatung in den Bundesrats­ausschüssen nicht allzulange dauern, und der Reichstag diesen Gesetzentwurf noch vor Weih­nachten zugestellt erhalten. Man hat früher der Gesetzgebung ^orgeworfen, daß sie gerade die Gewerbeordnung zu häufig Abänderungen un­terzöge. Zuzugeben ist allerdings, daß seit der Wiedererrichtung des Deutschen Reichs an der Gewerbeordnung vom Jahre 1869 eine große Zahl von Ergänzungen und Umgestaltungen vorgenommen worden ist. Einmal aber find durchgreifende und umfaffende Aenderungen doch nur selten gewesen. Man kann als solche wohl nut die von den Jahren 1883 und 1891 an« sehen. Sodann ist in der Gewerbeordnung eine solche Fülle von Einzelmaterien vereinigt, daß es schon deswegen garnicht auffallen kann, wenn hier und ba Besserungen nötig geworben sind. So umfangreich beispielsweise die Novelle vom Jahre 1897 war, so hat sie in bet Hauptsache doch nur der Handwerksorganisation gegolten, und lediglich einen Teil der Gewerbeordnung be­troffen, der ficherlich sehr wichtig ist, immerhin nut einen Ausschnitt aus der in ihr enthaltenen, mannigfaltigen Materie darstellt. Gerade die Gewerbetätigkeit des Deutschen Reiches hat sich in der Zeit seit 1871 außerordentlich schnell ver­ändert, und es ist nicht als ein Nachteil, sondern als ein Vorzug der Eewerbegesetzgebung anzu­sehen, daß sie sich den einzelnen Phasen der Ent­wicklung des Gewerbes in allen seinen Zweigen möglichst schnell anzupassen gesucht hat. Auch die Erweiterung des Arbeiterschutzes, wie sie in der neuesten Novelle geplant wird, entspricht tat­sächlich aufgetretenen Bedürfnissen, die in der Oessentlichkeit, auch im Parlament, schon viel­fach besprochen sind. Deshalb wird auch darauf gerechnet, daß die Novelle zur Gewerbeordnung, die dem Bundesrate vorliegt, im Reichstage eine ziemlich glatte Erledigung finden wird. Es ist sicher, daß dem Bundesrate in nächster Zeit

Mutter! Mutter! Was fehlt eigentlich unserer Ada?"

Frau Morton schweigt einige Augenblicke und macht sich an ihrer Schürze zu schaffen.

Als sie den Kopf wieder nach ihrer Tochter zuwendet, ist sie noch um einen Schatten bleicher als sonst.

Sie ist sehr zart, unsere Heine Ada etwas schwächlich und nervös von Geburt an stößt sie hastig heraus.Sonst fehlt ihr nichts!"

Aber ihre Phantasien, Mutter? Und ihr eigenes, stilles Lächeln? Und ihr merkwürdiges Singen, das einem die Tränen in die Augen treibt? . . . Horch"

Leise zitterten einzelne Töne aus dem Ne­benzimmer herüber bis zu den beiden Frauen.

Das liebe Kind!" schluchzt Frau Morton. Es ist zu gut für diese Welt!"

Ja, ja, zu gut!" wiederholt Ruth nach­denklich.

Auf ihrer Brust liegt es wie ein Alp.

So eigentümlich wie heute ist ihr die kleine Ada noch nie erschienen,

Eine Woche später.

Wieder steht Madame Diana Mackay in ihrem blaudämmerigen Boudoir vor dem hohen Ankleidespiegel sie pflegt einen großen Teil des Tages hier zuzubringen unb überläßt sich den geschickten Händen der Kammerfrau.

Und wieder ist sie mit deren Leistungen nicht zufrieden.

Dis Schleppe des meergrünen Atlaskleides fällt Nicht elegant genug . . . die venezianischen Spitzen an den bloßen Armen find nicht duftig genug hingehaucht... im Rücken der Taille, unterhalb des tiefen Ausschnitts, zeigt sich eine kleine Falte nur eine Ahnung von einer Falte, aber doch eben eine Faste,»,

außer dem Etat noch einzelne weitere Vorlagen zugehen werden. Dazu ist bet Gesetzentwurf übet die Regelung der Handelsbeziehungen zu Groß­britannien und feinen Kolonien zu rechnen, bet ja auch diesmal recht kurz ausfallen wirb, ab«k wirtschaftspolitisch von großer Bedeutung tft, Man durfte aber auch noch damit rechnen flhie neu, daß die dem Reichstage bereits mehrfach unterbreitet gewesene Maß- und Gewichtsorb« nung bald wieder erscheint. Jedenfalls wirb M dem Bundesrate gerade in nächster Zeit an wich» tigern Beratungsstoff nicht mangeln.

Der Außenhandel des Schutzgebietes Retz merun im Jahre 1906. Der Aufschwung in den Zahlen der Kameruner Handelsstatistik bauert an. Der gesamte Handel, der in den Jahren 1903 und 1904 einen Wert von wenig über IT Millionen M hatte, war im Jahre 1905 t«( 22% Millionen M gestiegen und betrug im letz­ten Jahre 23% Millionen <M. Diese Zunahme von mehr als % Millionen «M. kommt der Aus­fuhr zugute, der Wert der Einfuhr ist sogar herabgegangen. Ganz besonders prosperieren die Häfen Duala und Campo; bei allen anderen sind kleine Rückgänge eingetreten. Der Rückgang des Handels im Kribi-Bezirk ist in erster Linie auf das im April 1905 ergangene Verbot der Einfuhr von Vorderladern und Handelspulver zurückzuführen. In den Zahlen für Viktoria macht sich der geringe Ertrag der Kakaoernte geltend. Bei Duala fällt bas erneute Zuneh­men bet Ausfuhr von Palmkernen unb Palmöl ins Gewicht. Die Preise dieses Arttkels sind hoch. Was die einzelnen Produkte betrifft, f» ist die Ausfuhr von Gummi mit Vordringen des Handels bis an die äußersten Grenzen des Schutzgebietes weiter erheblich gestiegen, wäh­rend . die Elfenbeinausfuhr bedeutend zurückge­gangen ist. Bei letzterer ist indessen zu beachten, daß sie im Jahre 1905 ausnahmsweise groß mar; die Ziffern der Vorjahre erreichten die des Jah­res 1905 bei weitem nicht. Zu einer gewissen wenn auch noch geringen Bedeutung ge­langt ist die Ausfuhr von Rindvieh, Kleinvieh, Pferden und Eseln: es sei jedoch darauf auf­merksam gemacht, daß es sich bei den für sie an­gegebenen Ziffern vielleicht weniger um eine entsprechende tatsächliche Zunahme des Exports als vielmehr darum handelt, daß die Ausfuhr neuerdings statistisch erfaßt wird. Wegen der Veränderungen im Export von Oelprobukten unb Kakao ist oben bereits auf die Ursachen hin- gewiesen worben. In den Probuktionsgebieten für bis einzelnen Ausfuhrartikel ist keine Ver­schiebung eingetteten. Der Kakao kommt fast ausschließlich vom Kamerunberg, bie Oelfrüchte kommen überwiegend aus dem Zentrum. Gummi und Elfenbein überwiegend aus dem Süden de, Schutzgebiets: Rindvieh, Kleinvieh und Pferde werden ans Abamaua und den Ttoabfeelänbent nach ben französischen Nachbargebieten verkauft. Der Rückgang in der Einfuhr aus Deutschland rührt im wesentlichen von bet Abnahme des Imports an Jndustriemaschinen, Waffen unb Munition her: indessen zeigen auch andere Wa­rengruppen kleinere Abnahme. Der Import aus

Und Madame dreht ihr zierliches Figürchen vor dem Spiegel hin und her, um dieAhnung von einer Falte" besser inspizieren zu können.

Polly ist in reiner Verzweiflung. Sie hockt neben ihrer Herrin auf dem Boden und zieht und zupft und streicht an der geschmähten Toi­lette herum. Vergebens.

Madame ist heute besonders ungnädig vielleicht, weil ihr Herr Sttefsohn ihr heute mit­geteilt hat, daß er sich morgen wieder aus unbe­stimmte Zeit nach Europa einschifft unb sie in dieser beschleunigten Abreise eine neue Gering­schätzung ihrer höchsteigenen Person erblickt.

Von Tag zu Tag wirst Du ungeschickter, Polly!" zetert sie, das feine Näschen hoch in dir Lust steckend.Werde mich nach einer anderen Kammerstau umsehen müssen!"

Aber Madame schluchzt Polly auf ich bin schon Über sechs Jahre bei Ihnen und --vorher war ich bei einer englischen Her- ^^,Papperlapapp! englische Herzogin!" höhnt die erzürnte Dame.Amerikanische Milli- cnärin ist mir lieber! Mach, daß Du aus dem Zimmer kommst! Du verdirbst mir die Laune!"

Polly steht vom Boden auf unb will mit gesenktem Kopf hinausschleichen.

Da melbet der Diener:

Fräulein Morton, die neue Gesellschaf­terin!"

Madame runzelt die Stirn. Auch die noch! Muß bie geiabe jetzt kommen! Welche Plage man hat mit bem Dienstpersonal!

Mit einer ungnäbigen Hanbbewegung be­fiehlt sie bem harrenden Diener, Fräulein SJiot». ton eintreten zu lassen.

Polly zieht sich rasch in eine Ecke des Zim-s mers zurück in Erwartung der Dinge, btt, da kommen sollen. .»

" i Mrisetzung folgte