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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Marburg

Sreitafl. 11. Oktober 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck Md Verlag'. Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckers Marburg, Markt 21. Telephon 65.

42. Jahrg.

England und die Friedenskonferenz.

Die Ablehnung des Weltschiedsgerichts auf der Haager Konferenz, über die jüngst berichtet ivurde, ist abermals ein Zeichen dafür, daß unser Zeitalter noch nichtganz" reif ist für die idealen *pber ganz undurchführbaren Bestrebungen der jFriedensschwärrner. Die Abstimmung über den diesbezüglichen Antrag, durch welche nicht cin- M»l eine annähernde Einmütigkeit der auf dem 'Kongreß Mrtretenen Staaten erzielt werden tonnte, ist so recht charakteristisch für die Stimm­ung auf der Konfernz. Der Antrag selbst war nur ein schwacher Versuch, wenigstens etwas praktisches aus dem Wüste theoretischer Erörte­rungen zu retten, allein auch in dieser ver­schleierten Form hat der Weltfriedensgedanke, der den Beratungen im Haag zu Grunde lag, Fiasko gemacht und schon heute kann man mit fast völliger Gewißheit sagen, daß die inter­nationale Behandlung der Abrüstungsfrage auf der dritten Haager Friedenskonferenz, selbst wenn mit den Vorbereitungen und Vorverhand­lungen noch solange vorher begonnen wird, kaum ein anderes Schicksal haben wird. Viel­leicht ist dieses Problem überhaupt längst ver­gessen und aufgegeben, wenn wieder zwei Lustren ins Land gegangen sind. Unvergessen aber wird, weil gleich geheimnisvoll für Kluge wie für Toren, der Widerspruch bleiben, dessen die englische Regierung mit ihrer Theorie der Rüstungsbeschränkung und ihrer Praxis der Rüstungssteigerung sich schuldig gemacht hat. Mr. Balfour, der Führer der Opposition im Unterhause, hat diesen unvereinbaren Gegen­satz, als der Premierminister begeistert von den Segnungen" der Abrüstungsidee gesprochen hatte, mit folgenden Worten treffend beleuchtet: Man kann-unmöglich zwei Pferde zu gleicher Zeit reiten dem eigenen Volk wirksam ein­reden, daß Sie die Stärke von Heer und Flotte erhöhen wollen, und andere Leute davon über­zeugen, daß Sie große Opfer im Interesse der internationalen Abrüstung bringen wollen."

Diese rücksichtslose Kritik war verdient. Wer das s. Z. etwa bezweifelt hatte, könnte sich jetzt von der Richtigkeit der Ansicht überzeugen, daß auch die liberale englische Regierung gar nicht haran denkt, den schönen Worten von der Not- vvndigkeit einer Rüstungseinschränkung die Tat folgen zu lassen. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die Haldanesche Armee-Reform geht von dem Grundsätze aus, daß England Operations­truppen für den Kampf außerhalb Großbritan­niens verfügbar haben müsse. Diese völlig neue Forderung wird mit dem Hinweis begründet, daß der Schutz der Kolonien das Vorhandensein solcher Aktionstruppen bedinge. Aber die ehe-

.....- ...

6 lNachdruck verboten.)

Frauenhände.

Roman von Erich Friesen. '(Fortsetzung).

Mit gnädiger Miene reicht sie Norbert die aalglatte Hand, die dieser nur flüchtig berührt.

Dann nickt sie ihrem Manne zu und läutet nach Polly, damit die Kammerfrau ihre Herrin weiter für die heutige Vorstellung im Metropol- Theater schmücke.

Eine Viertelstunde später sitzt Norbert an seinem Arbeitstisch und schreibt an Ruth, daß er eine passende Stellung für sie gefunden und zwar in dem Hause seines Stiefvaters.

Obgleich Thomas Mackay ohne Zögern in die verlangte Summe für die neue Gesellschaf­terin gewilligt er würde auch noch mehr ge­geben haben als einen Jahresgehalt von acht­hundert Dollars, wenn feineteure Diana" es gewünscht hätte so ist Norbert doch nicht so recht freudig gestimmt.

Zwar weiß er seine Brant jetzt versorgt während der nächsten zwei Jahre, da er noch nicht als ihr Beschützer auftreten kann. Aber er kennt Frau Mackays Charakter zu genau, um die Schwierigkeiten eines beständigen Zusammen­lebens mit ihr zu unterschätzen.

Ach, bestände doch nicht jene kleine Klausel in dem Testament seines verstorbenen Onkels jene unglückselige Klausel, die ihn bis zum vollendeten sechsundzwanzigsten Jahre abhängig macht von d?r Güte seines Stiefvaters!

Norbert stützt den Kopf in die Hand und denkt nach . . .

Seine ersten Jugendjahre waren ruhig und einförmig dahingeflossen. Sein Vater, ein höherer Offizier, starb schon wenige Jahre nach bet Geburt des Sohnes. Die junge Witwe mie­tete sich ein kleines Häuschen in der westlichen Vorstandt Newyorks in der Nähe einer Jugend­freundin, die ebenfalls an einen Offizier ver­heiratet war. Ihre Witwenpenfiost und die

dem am meisten bedrohte Kolonie Indien braucht jetzt weniger Schutz als je, nachdem Ja­pan durch ein Bündnis mit England gewisse Verpflichtungen auch für die indischen Gewässer und Grenzgebiete übernommen und nachdem Rußland in dem soeben abgeschlossenen Vertrag der britisch-indischen Regierung die Neutralität Afghanistans und die Unverletzlichkeit der eng­lischen Interessensphäre im Norden Indiens zu- gestanden hat. Die Wahrheit ist, daß mit der Heeres-Reorganisation eine brauchbare Waffe für den Kampf in Feindesland, für Zwecke der Offensive nach Vernichtung der feindlichen Flotte, geschaffen werden soll. Der Gedanke der Invasion ist so oft in England ausgesprochen worden, daß ihn sich endlich auch das Kriegsamt zu eigen gemacht und sich entschlossen hat, nun seinerseits an den Vorbedingungen einer Inva­sion zu arbeiten. Nicht minder rührig ist die Admiralität. Noch sind die drei im Bau befind­lichen Linienschiffe vom Dreadnought-Typ kaum über das erste Drittel der Bauzeit hinaus, und schon wird gemeldet, daß das fünfte und das sechste Schiff dieser Gattung in Angriff genom­men werden sollen. Sie sollen weitere sehr be­deutende Verbesserungen gegenüber dem bis­her neuesten Fahrzeuge dieser Klaffe, das in Portsmouth gebaut wird, aufweisen. Die Kiel­legung erfolgt auf der Werft in Devonport An­fang November. Die Feuerleistung dieser neue­sten Schlachtschiffe soll auch durch eine Armie­rung von bisher unbekannter Stärke wesentlich gesteigert werden.

Alle diese Maßnahmen zeigen die englische Regierung in dem berechtigten Bestreben, die denkbar besten Bürgschaften für die Sicherheit des Landes zu schaffen; sie zeigen aber auch den ungeheuren Abstand, der in England die theore­tische von der praktischen Rüstungspolitik trennt.

Deutsches Reich.

Der Kaiser übersandte dem Wirk!. Geh. Rat Hinzpeter zu seinem 80. Geburtstage mit einem eigenhändigen Glückwunschschreiben seine Bronzebüste auf schwarzem Marmorsockel, die den Kaiser in Marineuniform darstellt.

Kundgebung des Erohberzogs Friedrich II. von Baden. Karlsruhe, 9. Okt. Die Karlsruher Zeitung" veröffentlicht folgende Kundgebung:

In dem unermeßlichen Schmerze, der mir und den Meinen durch den Heimgang meines : in Gott ruhenden, innigst geliebten Vaters, des" Eroßherzogs Friedrich, auferlegt wurde, ist es für mich ein aufrichtendes und tröstendes Be­wußtsein, mich eins zu wiffen mit meinem Volke in dem Gefühle der tiefen Trauer um den Ver­

zinsen eines kleinen Vermögens reichten aus zum behaglichen, wenn auch einfachen Leben. Norbert wurde in die Realschule geschickt und lernte fleißig. Sein größter Wunsch war, ein­mal ein bedeutender Architekt zu werden.

An seiner Mutter hing er mit leidenschaft­licher Zärtlichkeit. All seine kleinen Beküm­mernisse, seine Sorgen und Hoffnungen er vertraute sie dem liebenden Mutterherzen an. Und bei allem fand er Verständnis. Denn die junge Witwe war nicht nur eine auffallend schöne, sondern auch eine kluge Frau.

Da lernte sie durch Zufall den Bankier Tho­mas Mackay, einen der reichsten Männer New­yorks kennen. Die Aufmerksamkeiten des viel­fachen Millionärs schmeichelten ihrer Eitelkeit, und als er bald darnach um ihre Hand anhielt, sagte sie freudig zu.

Es war dies der einzige Irrtum ihres Le­bens.

Geblendet von dem Glanz eines unermeßli­chen Vermögens, stürzte sich Frau Nelly Mackay Hals über Kopf in den Strudel der Vergnüg­ungen, der über ihr zusammenschlug und alles Innerliche, Vergeistigte in ihr erstickte. Nur noch glänzen wollte sie, glänzen undihr Leben genießen" wie sie sich ausdrückte.

Daß für den ehedem so heißgeliebten Sohn bei diesem Schmetterlingsdasein nicht mehr viel übrig blieb, ist selbstverständlich. Kaum, daß Norbert noch etwas von seiner Mutter sah, außer während der Mahlzeiten.

Nur jede Nacht, wenn die in Atlas und Di­amantenpracht strahlende Weltdame ermüdet und ermattet von den rauschenden Festlichkeiten nach Hause zurückkehrte dann schlich sie, bevor sie sich zur ssiuhe hegah, an das Bett ihres Kindes und drückte die heißen Lippen auf seine klare Stirn.

Wie einen Hauch fühlte der schlaftrunkene Knabe stets diesen Mutterttlß; wie im Traum sah er hie schöne Gestalt mit de» weißen Schul­tern mü5 -M dunklest rrillanten-übersäeteü

ewigten und in der unbegrenzten, unauslösch­lichen Ehrfurcht und Dankbarkeit, die wir ihm bewahren. Diese Trauer hat in allen Kreisen des Volkes und in allen Teilen des Landes, in Mainau und in Konstanz, bei der unvergleich­lichen Fahrt durch die geliebte Heimat, bei dem Zug durch die getreue Haupt- und Residenzstadt zur Schloßkirche, wo dann Tausende dem hohen Verklärten den letzten Gruß andachtsvoll dar­brachten, und endlich bei der Beisetzungsfeier selbst einen ergreifenden und überwältigenden Ausdruck gefunden. Ich bin außer Stande, zu sagen, wie tief im Innern ich alle diese Kund­gebungen empfinde. Ich erfülle eine teure Pflicht, indem ich meinem treuen Volke für diese Teilnahme bewegten Herzens den innigsten und wärmsten Dank ausspreche. Es soll mein ernstes Bestreben sein, die unserm hohen Heimgegange­nen dargebrachte Liebe zu vergelten, indem ich trachten werde, seinem Beispiel zu folgen. Dazu soll Gott mir helfen. Möge der Geist Eroßher- zog Friedrichs allezeit in Segen über dem Lande wstlten, dem er über ein halbes Jahrhundert ein Vater gf&fen ist.

KarlMhe, den 9. OktohßP1907.

gez. Friedrich.

Der Reichstag wird dem Vernehmen nach seine Sitzungen am 22. November nachmittags wieder aufnehmen. In dieser ersten Sitzung werden kleinere Vorlagen und Petitionsberichte beraten werden, alsdann wird man in die wei­tere Verhandlung der am Schluffe des letzten Tagungsabschnittes unerledigt gebliebenen Ge­setzentwürfe eintreten. Wahrscheinlich wird einer der ersten Gegenstände die erste Beratung des Gesetzentwurfs über den Majestätsbeleidig­ungsparagraphen fein.

Luftfchiffmanöver über Berlin. Berlin, 9. Okt. Das lenkbare Luftschiff der Militärluft­schifferabteilung rnanöverierte heute Nachmittag mit völliger Sicherheit über Berlin. Gegen y25 Uhr passierte das Schiff die Linden und fuhr zum Schloß, um nachher in dar Depot zurückzu­kehren. Eine große Menschenmenge folgte den Bewegungen des Luftschiffes.

Jubiläum des Königsberger Oberapella- tionsgerichtes. Königsberg, 9. Ott. An­läßlich des 250. Jahrestags der Errichtung des Oberapellationsgerichts in Königsberg fand mittags im Landeshause ein Festakt statt, dem Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Justiz­minister Hr. Beseler, Geh. tSberjustizrat Greiff- Berlin,,Mr Regierungspräfident, die Vertreter zahlrei^^ staatlicher und städtischer Behörden, sowie viele Justizbeamte der ganzen Provinz beiwohnten. Der Präsident des Oberlandes­gerichts, Wirk!. Geh. Oberjustizrat v. Plehwe. hielt die Festrede, worin er einen Rückblick auf

Lockenhaar sich über ihm neigen und ruhig schlief er wieder ein.

Im übrigen der kalte Millionär Thomas Mackay nebst seiner glänzenden Gemahlin und der ernste, nachdenkliche, kaum zwölfjährige Knabe ---es waren zwei verschiedene

Welten.

Das Herz des nach Liebe verlangenden und so schmerzlich vernachlässigten Knaben zog sich in sich selbst zurück. Er wurde verschloffen und un­zugänglich. Zwar hing er noch immer mit großer Zärtlichkeit an seiner schönen Mutter; aber er zeigte es nicht mehr.

Da trat ein unerwartetes Ereignis ein.

Der einzige, viel ältere, unverheiratete Bru­der von Norberts verstorbenem Vater, der in der Jugend nach Kalifornien ausgewandert war, bort in den Goldminen fein Glück gemacht und später in der Nähe von Washington sich eine pompöse Besitzung erworben hatte, et starb plötzlich und hinterließ sein ganzes, auf mehrere Millionen sich belaufendes Vermögen nebst Herrschaftssitz und Ländereien dem ein­zigen Sohn seines verstorbenen Bruders.

Dies jedoch mit einem Vorbehalt:

Erst mit vollendetem sechsundzwanzigsten Jahre soll Norbett Douglas in den Besitz der Erbschaft kommen. Bis dahin ist Norberts Sttefvater, gleichzeitig ein Jugendfreund des Verstorbenen, zum Vermögensverwalter einge­setzt-

Und noch zwei eigentümliche Klauseln ent- hätt das Testament des Sonderlings:

Der junge Erbe darf keinen festen Beruf er­greifen. Die besten Schulen soll er besuchen, studieren, das Ausland bereifen, sich die Welt anfehen aber sich in keinen Beruf ein­zwangen. Mit dem sechsundzwanzigsten Le­bensjahr hat erRose-Farm", die weitgedchnte Besitzung des Verstorbenen, zu übernehmen, um dort nach Gutdünken zu schalten und zu walten.

Auch darf Norbert vor dieser Zeit nicht hei­raten: dennjung gefreit hat stets gereut!" pflegt« het trlte Sonderung zu sagen. Und

die Entwicklung der Justtz in Ostpreußen warf. Er schloß seine Rede mit einem Hoch auf den Kaiser. Prinz Friedrich Wilhelm Überbracht« die Glückwünsche des Kaisers zum heutigen In« ieltage. Geh. Oberjustizrat Greiff gab daraus die vom Kaiser verliehenen Auszeichnungen be­kannt. Danach ist Oberlandesgerichtspräsident v. Plehwe zum Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit und zum Kronsyndikus ernannt wor­den. Alsdann begann der Eratulattonsakt.

Patriotische Anwandlungen eine« sozial­demokratischen Führer«. In der am Montag in München abgehaltenen außerordentlichen Ge- neralve:ft.n-mlung der sozialdemokratischen Par­tei führte v. Vollmat u. a. aus: So erbittert wir übet die heutige Mißwirtschaft in Deutschland sind, so dürfen wir doch nicht vergeffen, daß es unser Heimatland, das Land unseres Volks­tums ist. Deswegen und weil es niemand gibt, der das ganze Elend einer feindlichen Eroberung so zu kosten bekommen würde, wie gerade bi« Masse des arbeitenden Volkes, sind wir ver­pflichtet und bereit, unser Land gegen Angriff« von außen zu verteidigen und mit Gut und Blut für unsere Kultur und unsere Heimat ein­zutreten. Der aristokratischeProletarier".

Fallende Fleischpreise. Die Korrespondenz des sozialdemokratischen Schrift­stellers N. C a l w e r weist darauf hin, daß viel­fach in Deutschland jetzt die Fleischpreise fallen, indem sie schreibt:In Speyer ist, allerdings in­folge gegenseitigen Wettbewerbes bet Schläch­ter, ein starker Rückgang für fast alle Sorten Fleisches um 10 bis 20 Pfg. eingetreten. In Stuttgart haben die Fleischpreise gleichfalls eine teilweise Ermäßigung erfahren. In Schwetzingen will die Gemeinde durch billigen Verkauf von Seefischen die Fleischpreise beein­flussen. Auch auf dem platten Lande in Nord- deutschland scheinen die Fleischpreise zu weichen. So wird aus der Umgegend von Magdeburg be­richtet, daß auf dem Lande die Schweinepreise in den letzten vier Wochen rapid gefallen sind, während in der ganzen Stadt Magdeburg selbst für das Pfund Fleisch noch immer 90 Pfg. bi« 1 Mark bezahlt werden."

Die Kohlenpteife. Die Preisrückgänge auf den Eisenmärkten machten es wahrscheinlich, daß übet kurz oder lang auch eine Ermäßigung der Kohlenpreise folgen wird. Diese haben gegenwärtig eine Höhe erreicht, welche sogar die­jenige des Jahres 1900 noch übertrifft. Nur an einzelnen Märkten, so in Breslau, und dort auch nur für einzelne Sorten, sind die Preise noch etwas niedriger, als damals, dagegen sind sie an den Märkten in Rheinland und Westfalen durchweg höher, meist um 1 bis 2 Mark pro Tonne. Wie aus Berlin geschrieben wird, hat das Kohlensyndikat die gesteigerte Nachfrage der Industrie, die zeitweise über das Maß der Pro­duktion hinausging, durch Preissteigerungen gründlich auszunutzen verstanden und die Richt­preise im November 1906 gleich für das ganz«

tut er es dennoch und wählt gar ein Mädchen, das seiner irgendwie nicht ebenbürtig oder gar unwürdig ist so fällt die ganze Erbschaft auf den Vermögensverwalter, den Bantter Thomas Mackay... i

So wollte es der Erblasser. *

Zuerst protestierte Thomas Mackay, als et davon hörte, gegen diese letzte Klausel. Et ist ein Ehrenmann durch und durch, trotz feinet* vielen Schwächen und empfand bas Peinliches der ihm aufgebrängten Situation.

Doch feine Gattin, die den großen Besitz für ihren Sohn nicht verloren gehen lassen wollig überrebete ihn zur Annahme des ihm testamen­tarisch überwiesenen Amtes.

Zumal der Verstorbene erklärt hatte, falls Thomas Mackay sich weigern sollte, vermache et fein ganzes Vermögen der Stadt Washington

So willigte Thomas Mackay schließlich ein, Der alte Sonderling starb, und Norberts Stief­vater übernahm sein Amt als Verwalter bet Erbschaft. '

Norbert war noch zu jung, um über das Testament mit seinen Verklausulierungen weite« nachzudenken. ;

In seinem Leben änderte sich dadurch nichts Er lernte ruhig weiter unbekümmert darum, ob er später Besitzer von Millionen sein wird oder nicht. '

Wie weit entfernt erscheint einem zwölf­jährigen Knaben die Spanne Zeit von vierzehn Jahren! Eine Ewigkeit!!

Als Norbert siebzehn Jahre alt war, starb seine Mutter ganz plötzlich an einer Lungen! entzündung, die sie sich nach einem Maskenball beim Nachhausefahren in schneidend kaltem' Ostwind geholt.

Der Schmerz des Jünglings war furchtbar.'

Wenn auch Mutter und Sohn sich in den letzten Jahren äußerlich entfremdet hatten im tiefsten Herzen liebte Norbert noch immer zärtlich fein« schöne glänzende Mutter, der ef im Aeußsren auffallend «Mette. V

^Fortsetzung folgt.) "