mit dem KreisbLM für die Kreise Marburg und Kirchkain.
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Marburg
Sonntag, 6. Oktober 1907.
Erscheint wSchentlich siebe» mal.
Druck imb Verlag' Joh. Aus. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 2t. — Telephon 55.
42. Jahrg.
gemacht
nend biederherziges Nachgeben im Kleinen um so größere Vorteile zu erreichen. Aus Kapstadt nämlich wird vom letzten Mittwoch folgendes gemeldet: Die Kapregierung hat angeordnet, daß vom 15. d. M. an auf Waren von der Kap- kolonie nach Deutsch-Südwestafrika über Land nur ein Durchfuhrzoll von drei Prozent ad valorem zu zahlen ist; ausgenommen Weine, für die der Zoll achtzehn Pence und Spirituosen, für die er drei Schillinge für die Gallone beträgt. Bisher trugen alle Transitwaren den vallen Kapeinfuhr- zoll. Die Verpflegung der Truppen in Südwestafrika wird dadurch bedeutend verbilligt. — Aus Menschenfreundlichkeit für unsere braven Südwestafrikaner tun dies die Engländer ganz gewiß nicht, ebensowenig, wie sie den Hererobastard Mo- renga zur Strecke' brachten, um uns ehrliche Hülfe als gute Nachbarn zu leisten; denn der geriffene Brite tut nichts leicht um Gotteslohn. Die Rechnung für diese beiden Gefälligkeiten wird uns schon noch präsentiert werden, und vermutlich wird dies um die Zeit des Abschlusses des neuen Handelsabkommens geschehen. Fürst Bülow hat sich leider in Marokko und Persien zu wohlwollend lächelnd und nachgiebig gezeigt, sodaß es angebracht erscheint, ihm zuzurufen: „Herr Reichskanzler, Seien Sie vorsichtig?"
Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.
Deutsches Nerch.
— Der Kaiser will, wie verlautet, nach den Beisetzungsfeierlichkeiten in Karlsruhe nach dem Bodensee fahren, um dort einem Aufstiege des Zeppelinschen Luftschiffes beizuwohnen. Anfangs November wird der Kaiser, wie es heißt, beim Fürsten von Fiirstenberg in Donaueschingen zur Fuchsjagd erwartet.
— Der deutsche Kronprinz spanischer Ehren- major. Barcelona, 4. Okt. Wie eine hiesige Zeitung meldet, ist der deutsche Kronprinz zum Ehrenmajor des Dragonerregiments Nu- mancia ernannt worden, welches seinen Standort in Barcelona hat. Wie die Zeitung weiter meldet, übermittelte König Alphons dem Kaiser seine Glückwünsche telegraphisch. Der Kaiser und der Kronprinz hätten darauf dem Könige ihren Dank ausgesprochen.
— Am Sarge des Eroßherzogs von Baden. Aus Karlsruhe wird von gestern berichtet: Ueber 20 000 Personen aus allen Kreisen des Volkes, vom einfachsten Taglöhner und Bauersmann bis hinauf zum Geheimrat, sind gestern am offenen Sarg des Großherzogs vorbeigezogen, an dem der badische Gesandte in Berlin, Graf Berkheim, die Ehrenwache hielt, und noch stehen abends um 6 Uhr Tausende auf dem Schloßplatz, um dem toten Großherzog den letzten Gruß zu senden. Ihr Verhalten ist durchaus würdig. Alle sind schwarz oder wenigstens dunkel gekleidet. Der Menschenzufluß nimmt von Stunde zu Stunde noch zu. Der Verein für den Fremdenverkehr fordert die Einwohner auf, ihre Zimmer zur Unterbringung der Fremden zur Verfügung zu stellen. Die Veisktzung des Eroßherzogs scheint sich zu einer Massenkundgebung zu gestalten, wie sie Karlsruhe noch nie erlebt hat.
— Zum 80. Geburtstage des Ministers a. D. v. Hammerstein. Osnabrück, 4. Okt. Der Kaiser sandte gestern dem früheren Landwirt-
Rückblick.
. Der Heimgang des ehrwürdigen Eroßherzogs pou Baden, dessen sterbliches Teil am Montag |ui letzten Ruhe geleitet werden wird, beschäftigt noch immer die gesamte bürgerliche Presse, hie sich ohne Unterschied der Parteirichtung 6e< jmüfjt, durch Nachrufe und Berichte über Bei- leidskuudgebungen und Trauerfeierlichkeiten ihre aufrichtigste Anteilnahme zu zeigen. Das Bild des letzten Paladins Kaiser Wilhelms I. wird uns in allen Betrachtungen der Deutschen Blätter immer wieder vor Augen gestellt, wobei mannigfache Züge aus dem Leben des Ero,jherzogs in Erinnerung gebracht werden, die seinen Wert als Fürst und Mensch deutsch erkennen lassen. Zwei Aussprüche des Verewigten vornehmlich, die so recht des Eroßher- ^ogs Eigenart wiederspiegeln, verdienen unvergessen zu bleiben; denn sie zeigen den stolzen und mannhaften Sinn eines deutschen Fürsten, der zugleich ein wahrer Vater seines Volkes war. Als der politische Himmel von den fin- ' fieren Wolken verdunkelt wurde, die jenseits des Wasgenwaldes aufstiegen, da war es der Eidam Wilhelms L, der die deutschen Bundesfürsten zu treuem Festhalten an der deutschen Sache mahnte, indem er den Ausspruch tat: .Lieber das Brot der Fremde essen, als Nheinbundfürst von Napoleons Gnaden werden!" Und ein Jahrzehnt später, nachdem auf den französischen Schlachtfeldern das geeinte deutsche Re?ch erwachsen war, dessen begeisterter Herol) Croßherzog Friedrich I. gewesen, da faßte er anläßlich seines 25jährigen Regierungsjubiläums fein Glaubensbekenntnis als Landesfürst und Volksfreund in die schönen Worte zusammen: „Heute poch bin in der Ansicht, daß kein feindlicher Gegensatz bestehen dürfe zwischen Fürstenrecht und Volksrecht, wenn nur immer von allen Seiten .verstanden wird, sich zu mäßigen, wenn snur das Wort richtig verstanden wird, daß Freiheit Selbstbeherrschung ist."
- Diesen Ausspruch sollten sich auch jene Poli- tiker zur Richtschnur nehmen, die so viel von t>er Freiheit schwärmen, ohne sich klar zu machen, daß die wahre Freiheit, wie sie heute verstanden Werden muß, kein zügelloses Schalten und Walten gestattet, sondern auch Pflichten auferlegt, Nmlidj Pflichten gegen unsere Mitmenschen Md die zeitgenössische Gesellschaft. Zu dieser Kochedlen Auffassung hat sich jedenfalls der Vizepräsident des badischen Landtags, „Genosse" Geck, noch nicht durchgerungen, der sich, wie schon erwähnt wurde, in unglaublichem Parteifana- ’tismus weigerte, die Beileidskundgebung des badischen Landtags zu unterschreiben, obgleich es auch unter der badischen Sozialdemokratie .nicht an Stimmen fehlte, die dem im wahrster finite volkstümlichen Landesfürsten aufrichti. Sympathien" entgegenbrachten. Vielleicht abe: hat die unglaubliche Herzensroheit, die sich in dem Verhalten des „Genossen" Geck offenbarte, das eine Eure, daß es Männer von ehrlichem, deutschem Empfinden empört und über den brutalen Charakter der Sozialdemokratie aufklärt. Die Weigerung des sozialdemokratischen „Volksvertreters" kann jedenfalls — trotz feiner verunglückten Ausrede, daß es doch augenblicklich, da der Landtag geschlossen sei, gar kein Kammer- Präsidium gebe — nicht anders gedeutet werden, als ein jammervoller Versuch, bas erhabene Andenken des verewigten Fürsten herabzusetzen, ein völlig sinnloses Bestreben, das den kläglichen Parteifanatiker dem Fluche der Verächtlichkeit überliefern müßte.
In Ermangelung selbstgestellter wirklich praktischer Aufgaben, durch deren Lösung eine ersprießliche Mitarbeit zur Förderung der Volkswohlfahrt und der Machtstellung des Reiches geleistet werden könnte, kommen di« Herren von der linksliberalen Couleur immer und immer wieder mit ihrem „Wahlrechts- rummel" an, in dem sie, wie's scheint, das einzige Mittel erblicken, ihrem abgeblaßten Wappenschilds wieder etwas Glanz zu verleihen. Gegen das Dreiklassenwahlrecht und für die Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen, das ist die alte, bis zum Ermüden und Er- Mitten vorgedudelte Melodie, durch welche die
freisinnigen Rattenfänger die politische Jugend in Preußen hinter sich her zu locken suchen. Die preußische Wahlreform soll das Allheilmittel darstellen für alle möglichen Schäden und Gebresten an unserem Volkskörper, vor allem aber soll sie nach dem stillen Herzenswünsche der freisinnigen Führer, denen Herr Naumann als Rufer im Streite vorangeht, als Verjüngungs- mittel für die nachgerade lendenlahm gewordene linksliberale Sache dienen? In ihrem weltfremden Idealismus aber übersehen die linksliberalen Parteigrößen ganz und gar, daß sich unter den 236 in Preußen auf Grund des allgemeinen und gleichen Wahlrechts gewählten Reichstagsabgeordneten nur 26 Freisinnige befinden, während im preußischen Abgeordnetenhause — dank dem, so scharf bekämpften Dreiklassenwahlrechte — unter 433 Abgeordneten 33 Mitglieder der beiden freisinnigen Parteien sitzen. Diese auffällige, schon früher betonte Tatsache verdient jetzt abermals, besonders gegenüber der Frankfurter Protestversammlung wider das preußische Dreiklassenwahlrecht hervorgcho- ben zu werden, um die Aussichtslosigkeit der linksliberalen Hoffnungen darzulegen. Wenn man der Sache auf den Grund geht, so wird man eben, wie schon oben bemerkt, erkennen, daß das fortgesetzte Kampfgeschrei gegen das Dreiklassenwahlrecht nur als A g i t a t i o n s m i t t e l zur Kräftigung des in den letzten Jahren so stark abgemagerten Freisinns dienen soll. Das können wir auch hierzulande an der Lahn recht deutlich wahrnehmen, wo von national-sozialen Sendlingen in Marburg und „umliegenden Weichteilen" so eifrig der Boden für künftige Wahlen beackert wird, wo man jetzt unter dem harmlosen Titel „Bürgerverein" Organisationen zu schaffen bemüht ist, um Proselyten für den national-sozialen Freisinn zu gewinnen. Der gesunde Sinn unserer Landbevölkerung aber wird sich von den tönenden Phrasen nicht berauschen lassen; denn unsere Bauern zumal werden wissen, in welchem Mißverhältnis die Reden und Versprechungen der linksliberalen Agitatoren zu den Taten der freisinnigen Abgeordneten stehen.
Was die auswärtige Politik anlangt, so scheint ein Zeitalter der Verständigungen angebrochen zu sein, die leider teilweise auf Kosten wichtiger deutscher Interessen erfolgt sind. Bedeutete schon das englisch-französische Einvernehmen über Marokko eine offenkundige Benachteiligung des so rasch erblühten deutschen Handelsverkehrs mit dem scherifischen Reiche, so sind durch das englisch-russische Abkommen über Mittelasien der deutschen Unternehmungslust in Persien die Schwingen gebunden worden; denn ein unter englischer und russischer Herrschaft geteiltes Persien würde ein schlechtes Arbeitsfeld für deutsche Kaufleute und Industrielle bieten. Dieses stillschweigende Uebergehen offenkundiger deutscher Wünsche muß lebhaft beklagt werden, umso mehr, als wir in unseren eigenen Schutzgebieten schon vielfach unter hohem wirtschaftlichen Drucke infolge der englischen Nachbarschaft zu arbeiten gezwungen sind. Dies haben wir bekanntlich in Deutsch-Ostafrika erfahren müs- sn, woselbst sich dem deutschen Handel und blantagenbau die von Sansibar aus wirkende anglo-indtschs Konkurrenz sehr unliebsam fühlbar macht. Auch auf den deutschen Südseeinseln müssen unsere deutschen Pflanzer und Kaufleute gegen den britischen Wettbewerb ankämpfen, der dort von Australien ausgeht, wo man die His- sung der deutschen Flagge aus verschiedenen Südseeinseln ja von Anfang an mit unverhohlenem Mißvergnügen wahrgenommen hatte. Unter diesen Umständen gewinnen die durch Ablauf des gegenwärtigen deutsch-englischen Handelsprovisoriums sich in nächster Zeit notwendig machenden Verhandlungen besonderes Interesse. Die von verschiedenen Blättern gebrachte Notiz, daß bereits eine Vorlage fertig- gestellt sei, durch die der Bundesrat wiederum ermächtigt werden soll, Großbritannien und seinen Kolonien die Rechte der meistbegünstigten Nationen zu verleihen, ist inzwischen als unzutreffend bezeichnet worden, da die Reichsregierung, jedenfalls durch oben angedeutete Erfahrungen gewitzigt, nicht daran dentt, di« wichtige Angelegenheit wieder über das Knie zu brechen. Dieses zögernde Verhalten der deutschen Regierung scheint denn auch die beabsichtigte Wirkung nicht ganz zu verfehlen. Wenigstens könnte ein Fall bisher ungewohnter englischer 9^a<^0iebi0feit in Zollangelegenheiten dahin gedeutet werden, daß sich die Engländer noch vor dem Zusammentrift des deutschen Reichstages „Freund« mit dem ungerechten Mammon" schaffest möchten, jim durch änschei-
schastsminifter Freiherr von Hammerstein-Loxten zu dessen 80. Geburtstage folgendes Telegramm: „Zum heutigen Tage, an dem es Ihnen durch Gottes Gnade vergönnt ist, Ihr 80. Lebensjahr zu vollenden, spreche ich Ihnen in dankbarer Erinnerung an Ihre ausgezeichneten Dienste meine wärmsten Glückwünsche aus. Möge Ihnen noch ein langer, fteudiger Lebensabend in Glück und Gesundheit beschieden sein." — Reichskanzler Fürst v. Bülow telegraphierte: „Ich gedenke Eurer Exzellenz am heutigen Tags mit dem herzlichsten Wunsche, daß Ihnen durch Gottes Güte nach so erfolgreicher Lebensarbeit noch ein langer und gesegneter Lebensabend beschieden sein möge." Weitere Telegramme sandte der Großherzog von Oldenburg und Herr v. Podbielski.
— Staatssekretär v. Tschirschky amtsmüde? Das „Berl. Tgbl." bringt folgende Notiz: „Immer aufs neue taucht in der Presse und in diplomatischen Kreisen das Gerücht auf, der Staatssekretär des Aeußern, Herr von Tschirschky und Bögendorff, werde demnächst von seinem Posten zurücktreten. Die Gerüchte — die heute der Abwechslung halber von Paris hierher gelangen r- sind insofern nicht völlig unbegründet, als Herr v. Tschirschky schon seit mehreren Monaten den Wunsch !jegtz sein jetziges Amt niederzulegen. Es ist kein Geheimnis — und Herr v. Tschirschky hat selber kein Geheimnis daraus gemacht daß er seinen Mangel an parla-
empfinbet Dieser Mangel an theoretische Kunst hat unserer Meinung nach dazu geführt daß die Persönlichkeit des Staatssekretärs ft parlamentarischen Kreisen vielfach falsch beurteilt wurde. Man mutz Herrn v. Tschirs^y und Bögendorff nachrühmen, daß et mindestens bei ernsten Willen mitbrachte, in den oft unerquicklichen Verhältnissen des Auswärtigen Amte» Ordnung und Einheitlichkeit herzustellen. Daß ihm die Verwirklichung seiner Absicht nicht voll
. gelungen ist, mag zum Teil an ihm, aber keineswegs nur an ihm liegen."
— Dernburg in Deutsch-Ostafrika. Dar« es -Salam, 4. Okt. Staatssekretär Dernburg ist heute mit einem Regierungsdampfer hter eingetroffen. Bet dem gestrigen Empfang bet Abordnung der wirtschaftlichen Vereinigung in Usambara, die aus den Herren von Saint Paul Reichel und Wiese bestand, erklärte der Staatssekretär sich bereit, in Zollfragen einige Zn» gestandnisse zu machen. Zur Regelung der Beziehungen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern werde ein Eingeborenen-Kom- missar für Usambara eingesetzt werden, ferner sei eine Neuordnung bet Anwerbungen vo« Arbeitskräften int Seengebiet in Aussicht genommen. Dem regellosen Treiben gewisser Agenten werbe durch Erhebung starker Lizenzen ein Riegel vorgeschoben werden. Eine stärkere Belastung der Eingeborenen sei nicht angängig, da diese schon jetzt den größten Teil der Steuereinnahmen aufbrächten; auch würde eine Erhöhung des Steuerdrucks die Neigung zur Abwanderung über die englische Grenze verstärken. Die Regierung sei sich bet Pflichten bewußt, bi« sich für sie aus bent den Eingeborenen ausge- - stellten Schutzbrief ergeben. Im übrigen werb« eine ßinbetung bes Mangels an Arbeitskräfte» eintreten, wenn Arbeiter durch das Eingehen \ völlig unrentabler Kaffeeplantagen in Usambara frei würden. — Der Staatssekretär wirb vom 9. bis 11. Oktober die Morogorobahn und die benachbarte Elimmetbrücke besichtigen und dann die Heimreise «ntreten.
— D«r nationalliberale Vcrtretertag, der in Wiesbaden zusammengetreten ist, beriet über die Kaiserslauterer Beschlüsse des Reichsverbandes der nationalliberalen Jugend. Der Vorsitzende dieses Reichsverbandes, Dr. Fischer, erklärte sofort nach Eintritt in die Tagesordnung, er betrachte die Kaiserslauterer Beschlüsse als gegenwärtig nicht aktuell, weil die Vorbedingung dieses Beschlusses, nämlich die Einigung mit den süddeutschen Jungliberalen infolge der bekannten Vorgänge noch nicht erzielt sei. Die im Zusammenwirken mit der Eesamtpartei fortgesetzten Verhandlungen sollen im Sinne einer von dem geschäftsführenden Ausschuß des Zentralvorstandes vorge^lagenen Resolution geführt werden, der zufolge grundsätzlich nur solche Organisationen in die Gesamtpartei ausgenommen werden können, die sich satzungsge» mätz zu den Grundsätzen der nationalliberale« Partei bekennen, und der Reichsverband soll als solcher in der Gesamtpartei eine Beriretung nach Maßgabe der Innehaltung der Altersgrenze erhalten. Auf Grund dieser Erklärungen setzte die Versammlung den Gegenstand von ihrer Tagesordnung ab unt übertrug die weiteren Verhandlungen mit dem Reichsverbande der nattonalliberalen Jugend dem geschäftsführenden Ausschuß des Zentralvorstandes. Es wurde noch eine Reihe von Problemen besprochen, die, wie der Ausbau der Flotte, Schaffung eines einheitlichen und moderne« Vereins- und Versammlungsrechtes, Strafpro« zetzreform und die Polenfrage, im Vordergrund bes politischen Interesses stehen. Der übrige Teil bet Verhandlung galt der Erörterung organisatorischer Fragen.
— Später Widerruf. München, 4. Oft Im „Bayrischen Kurier" veröffentlicht defle» früherer Chefredakteur, Siebertz, eine Erklärung, in der er sagt, er habe sich überzeugt, daß seinem seinerzeittgen Gewährsmann für fein« persönlichen Angriffe auf den General Keim jede tatsächliche Grundlage fehlte. Siebertz nimmt die beleidigenden Aeutzerungen gegen Keim mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.
— Die Rücktransport« ans Deutfch-Südweft- afrika haben nunmehr begonnen. Mit dem am 1. Oktober von Swakopmund abgefahrene« Dampfer kehren 5 Offiziere, 1 Sanitätsoffizier, 1 Oberbeamter, 71 Unteroffiziere und 849 Mannschaften in die Heimat zurück.
— Di« Mecklenburg« «nd di« Preußisch- Hessische Eisenbahngemeinschaft. Wie die Bläü ter melden, hat die in Rostock abgehaltene Eisen- bahnkonferenz zwischen Preußen und Meckle«^ bürg die Bereitwilligkeit Mecklenburgs (m einen Anschluß an die Preißisch-Hessische Eise« -ahngemeinkchast .«bracht, Ueber 6»? bftdftf/