mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckkaim
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Reel-wien: die Dcllc M Pstr.
Marburg
Sonntag, 6. Oktober 1907,
Erscheint wöchentlich sieben mal. j
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Umvcrsitats-Buchdrucktrei 42. Jahrg. •
Marburg, Markt 21. — Telephon 65. ‘
Erstes Blatt.
Das Avonaemeat auf die „Obertzefsische Zeitung", daS größte, meistgelesenste nnd weitverbreitetste Blatt Marburgs und der Umgegend kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate haben besten Erfolg.
Die Wirkungen des britisch-rujsischen Abkommens.
Der größere Teil der deutschen Presse ist durch das am 31. August unterzeichnete englisch- russische Abkommen in eine behagliche Stimmung versetzt worden. Der Weltfrieden sei gesicherter denn je; alte Neibungsflüchen, die es wiederholt zum Kriege zwischen Rußland und England hätten kommen lassen, seien nunmehr 'für absehbare Zeit beseitigt. Weniger zufrieden zeigen sich sozialdemokratische Organe. Ihnen will es naturgemäß nicht begrüßenswert erscheinen, daß der Zar, einigen Sorgen der internationalen Politik enthoben, seine Kraft mehr !«ls bisher auf die Ordnung im eigenen Lande und die Wahrung seines Thrones verwenden tfann. Aber auch in gut nationalen Kreisen erheben sich besorgte Stimmen, die es nicht als Befestigung des europäischen Friedens betrachten können, daß Rußland bei seinem Expansionsbedürfnis nach Lage der Dinge wieder mehr nach dem Westen verwiesen wird.
Der russisch-englische Vertrag regelt,-wie schon dargelegt wurde, das Verhalten beider Reiche gegenüber Persien, Afghanistan nnd Tibet. Selbstverständlich haben die schlauen Briten die gegenwärtig geschwächte Machtstellung des russischen Reiches weidlich ausgenutzt, und so herrscht denn zur Stunde in England wieder einmal Zufriedenheit über die frisch gepflückten Erfolge. Das einzige Gebiet, von dem England, das gleiche von Rußland erlangend, feinen Handel zurückzieht, ist Tibet. Dieses bleibt dem Namen nach ein der Souveränität des Kaisers von China unterworfener, in der Tat aber selbständiger Priesterstaat, und wird mit Vergnügen hören, daß es für die nächsten drei Jahre noch nicht einmal durch wissenschaftliche Expeditionen heimgesucht werden soll. Aber während so gegenüber Tibet die beiden Staaten das gleiche Entgegenkommen üben, muß Rußland Afghanistan als außerhalb seiner Einflußsphäre befindlich anerkennen. Dieser Verzicht
wird den russischen Diplomaten blutsauer geworden sein. England aber frohlockt, daß durch diese Anerkennung Afghanistan als Pufferstaat unter englischer Kontrolle das indische Reich gegen das russische Vordringen nunmehr geschützt ist, zumal ja zugleich auch der Süden Persiens als englische Einflußsphäre anerkannt ist. In Persien selbst haben die beiden Reiche scheinbar brüderlich geteilt. Wohl ist Rußland in dem reicheren nördlichen Teile die wirtschaftliche Freiheit bei der Erwerbung von Handelskonzessionen, Bahnbauten und Kohlengruben gesichert. Aber Rußland bleibt doch vom persischen Golf abgeschnitten, dem sein Sehnen so viele Jahrzehnte gegolten hat. Inzwischen ist ja das Abkommen von London auch noch dahin erläutert worden, die griechische Regierung habe bei England die vollste Anerkennung der englischen Sonderstellung im persischen Golf erreicht. Persien ist jetzt jedenfalls mit seinem Latein zu Ende. Bisher hat es bald Rußland, bald, England bevorzugt und damit auch erlangt, sich beide Reiche vom Halse halten zu können. Nun aber ziehen ihm die beiden gemeinsam das Fell über die Ohren. Gewiß soll die Unabhängigkeit und Integrität des Landes gewahrt werden und es wird auch von der dauernden Einführung von Vorteilen für den Handel und die Industrie aller Völker gesprochen. Man wird aber abwarten müssen, wie das Abkommen in dieser Beziehung später ausgelegt und ausgeführt werden wird. Das Deutsche Reich z. B. hat in Persien nicht unbeträchtliche wirtschaftliche Interessen. Die vielgerühmfe Bagdadbahn wird ja dereinst bis zum persischen Golf gehen, in diesem Busen ist der Handelsverkehr durch die Schiffahrtsunternehmungen der Hamburg-Amerika-Linie bereits jetzt neu belebt und die deutsche Orientbank hat in Teheran bekanntlich eine Zweiganstalt begründet. Da wird ja bald zum Ausdruck kommen, ob das Prinzip der offenen Tür für Persien fortan nicht bloß auf dem Papier stehen soll.
Auch die Franzosen freuen sich des neuen Abkommens. Insbesondere begrüßen die Pariser Zeitungen, daß der neue Vertrag die verbündete Nation für lange Zeit von jeder Besorgnis um die asiatischen Verhältnisse befreie und ihm dadurch gestatte, sich tätiger seiner traditionellen Politik in Europa zu widmen. Aber gerade dieser Erfolg des Abkommens kann dem Deutschen Reiche nicht erwünscht sein, und so ziehen wir Deutschen aus dem russisch-englischen Vertrage nur die Moral, wegen der Sicherung unserer Machtstellung in Europa künftig noch mehr als bisher auf der Hut zu fein.
2 lNachdruck verboten.)
Frauenhände.
Roman von Erich Friesen.
(Forts etzring).
„Kleine Empfindsame? Nicht jedermann kann glücklich fein auf dieser Welt. Nur gut, daß Du gesund bist, Ruth. Ich könnte keine kranken Menschen um mich sehen. Der beständige Anblick eines Leidenden würde mich selbst krank machen. .... Aber Du bist gesund, mein Lieb — gesund an Leib und Seele. Man sieht es Dir ja an!“
„Ja, ich bin kerngesund!“
Und im Vollbewußtsein ihrer Jugendkraft reckt und streckt sie die schlanken Glieder, indes sich ihre Brust in tiefen Atemzügen hebt, als wolle sie das ganze frischpulsierende Leben ringsum in sich aufnehmen.
O, wie schön, wir herrlich schön ist doch die Welt!
Dunkelheit senkt sich herab und noch immer wandelt das junge Paar in seiner Weltvergessenheit am Strande aus und ab, rosige Pläne schmiedend für die Zukunft.
Spat am Abend.
In den weiten Sälen des Kurhauses wirres Durcheinander: Uniformen glänzen, weiße Schultern und Arme leuchten, feurige Augen sprühen mit glitzernden Diamanten um die Luette. . . . Ein Hin- und Herbewegen edel- '^ngeschmuckter Fächer, ein Neigen und Wie- $'In Ut?br Flüstern, ein Scherzen und Kokertwren stolze amerikanische Schönheit, vermischt mit der graziösen Verve und Nonchalance einer vornehmen lebenslustigen Lurus- -adgesellschast.
Metert Douglas ist soeben eingetreten.
’ M«ch feuriger Blick aus schönen Frauen- ’Mg* grüßt die elegante Männergestatt.
W «chtet nicht darauf. De« tiefbrünette«
der kräftig hervorspringenden Nase und den über ernsten braunen Augen fast zusammengewachsenen Brauen hoch erhoben — so schreitet er froh bewegt durch die bunte Menge. Jede Miene des interessanten, scharfgeschnittenen Gesichts drückt innerste Zufriedenheit aus.
Obgleich ihm feine ganze Umgebung unendlich gleichgültig ist, obgleich feine Gedanken ganz wo anders weilen — dort draußen am Meeresstrand in dem kleinen Fischerhäuschen bei dem blonden Lieb--so gibt er doch gutmütig
Antwort auf all die an ihn gerichteten neugierigen Fragen, warum er sich seit einiger Zeit so auffällig von der Kurgesellschaft zurückziehe, hört er lächelnd die verschiedensten Neckereien mit an.
Ja, er folgt sogar der Aufforderung einiger jungen Schönen, sich an der Quadrille zu beteiligen.
Das innere Glück läßt ihn, den sonst ernsten, zurückhaltenden Mann, fast lebhaft erscheinen. Er plaudert, lacht, scherzt — genau wie all die anderen.
Da sieht er plötzlich einen gallonierten Diener mitten durch das Menschengewirr direkt auf sich zukommen.
„Der Zettel wurde soeben für sie abgegeben, mein Herr. Es wäre eilig.“
Schnell öffnet Norbert das mehrfach zusammengefaltete Stückchen Papier.
„Mein Vater ist tot. Niedergefahren von einem Automobil. Ich kehre sofort nach New- Pork zurück. Leb' wohl!“
Keine Unterschrift, kein herzliches Wort. Nur flüchtig mit Bleistift bingeworfene Zeilen auf ein aus einem Notizbuch gerissenes Stück Papier!
Norbert starrt und starrt auf die Buchstaben. Sein Gesicht ist geisterbleich.
Kurz schneidet er die teilnehmenden Fragen ringsum ab.
Er habe eine unangenehme Nachricht erbal- £n und bäte um Entschuldigung, wenn et das
Deutsches Reich.
— Die Arbeit des Bundesrats. Nach einer dreimonatigen Pause nimmt jetzt der Bundesrat seine Arbeiten wieder auf. Unter den Gesetzentwürfen, die ihn alsbald beschäftigen werden, stehen das Börsengesetz und die Neuregelung des Vereins- und Versammlungsrechts in erster Reihe. Ferner findet er bereits die Novelle zur Gewerbeordnung vor, die nach den bisherigen Dispositionen vor allem gesetzliche Vorschriften über die Nachtruhe der Arbeiterinnen in Ee- werbetrieben und die Herabsetzung der elfstündigen Höchstarbeitszeit für erwachsene Arbeiterinnen, als die Einführung des gesetzlichen Zehnstundentages enthält. Mit ihrem weiteren Ausbau in der Richtung eines besseren Schutzes der Jugendlichen haben wir uns dieser Tage bereits eingehend beschäftigt. Ferner soll der bereits Mitte Juli veröffentlichte Entwurf eines Scheckgesetzes dem Bundesrat alsbald zugehen. Als weitere Vorlage wird sich der Gesetzentwurf anschließen, der dem § 63 des Handelsgesetzbuchs, wonach der Handlungsgehilfe im Falle einer unverschuldeten Erkrankung Anspruch auf ein Gehalt für sechs Wochen haben soll, den Charakter zwingenden Rechts beilegt. Fertiggestellt ist ferner der Gesetzentwurf betreffend die Reform des amtsgerichtlichen Verfahrens, der indessen, bevor er an den Bundesrat gelangt, veröffentlicht und der allgemeinen Kritik unterbreitet werden soll. Binnen kurzem muß auch dem Bundesrat die Novelle zum Gesetz über den Servistarif zugehen, da im letzten Gesetz hierüber vom Mai vorigen Jahres bestimmt worden ist, daß die nächste Neuregelung des Servises und der Klasseneinteilung der Orte mit Wirkung vom 1. April 1908 an zu erfolgen hat. Weiter befindet sich unter den im Reichsamt des Innern nahezu fertiggestellten Vorlagen auch ein Entwurf über die Errichtung von Arbeitskammern. Ob dieser aber in der laufenden Tagung Bundesrat und Reichstag beschäftigen wird, ist noch fraglich. Der Reichshaushaltsetat, an dessen Aufstellung schon seit vielen Wochen gearbeitet wird, ist noch immer im Rückstand und wird kaum vor Anfang nächsten Monats dem Bundesrat zugehen können. Dem Reichstag soll der Etat so rechtzeitig vorgelegt werden, daß die erste Lesung noch unter allen Umständen vor den Weihnachtsferien stattsinden kann. Außerdem ist im Reichsamt des Innern ein Gesetzentwurf über die Ausdehnung der llnfallfürsorge auf die Schutzleute und sonstige Exekutivbeamte bereits fertiggestellt worden. Ebenso ist eine Novelle zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, worin gegen die Mißstände im Ausverkaufswesen vorgegangen werden soll, ziemlich spruch-
Jn fliegender Hast eilt et nach dem über eine Viertelstunde entlegenen Fischerhäuschen.
Fräulein Ruth Morton sei vor einer Stunde mit dem Zuge nach New-Bork abgereist, erklärt die alte Fischersfrau.
„Fort!“
Norbert Douglas erscheint es plötzlich, als entschwände ihm sein Lebensglück in weite Ferne. Wie tief, wie leidenschaftlich er Ruth liebt — er empfindet es in diesem Moment so recht aus vollstem Herzen.
Ja, er liebte das schöne, blonde Mädchen vom ersten Anblick.
Vor etwa vierzehn Tagen war es, als er gegen Abend am Strand spazieren ging und das Näherkommen der Flut beobachtete — ein Schauspiel, das ihn jeden Tag aufs neue in Entzücken versetzte.
Da gewahrte er weit draußen auf einer kleinen Anhöhe eine weiße Gestalt, die, nicht ahnend der steigenden Flut, im Sande lag und in einem Buche las.
Schon war die kleine Anhöhe durch die schäumenden Wasser vom Festland abgeschnitten. Das Mädchen schien es gar nicht zu bemerken.
Norbert tief und versuchte auf jede Weise, die Aufmerksamkeit der einsamen Frauengestalt zu erregen.
Vergebens. Das Brausen des Meeres übertönte seine Stimme.
Jetzt mußte auch das Mädchen die Gefahr bemerken, in der sie schwebte; denn plötzlich sprang sie auf. Ein rascher Rundblick auf die Wasserwogen ringsum--großer Gott, was
wird sie tun? Wird sie das Land noch erreichen? Ist es nicht bereits zu spät?
Er sieht, wie sie hastig das weiße Gewand zusammen nimmt und blindlings vorwärts eilt
Kurz entschlossen wirft Norbert Stiefel und Strümpfe von sich und watet hinein ins Wasser dem Mädchen entgegen, das auf sein lebhaftes Zurückwinken stehen bleibt
Gleich darauf ist er bet ihr. Ohne ein Wort LU Imedien. umfafet er J>ie Itienle weiöe Gestalt
reif. Erheblich vorgeschritten sind auch die Bor« . arbeiten zur Pensionsversicherung der Privat« 1 angestellten. Aber es ist schwerlich beabsichtigt, auch hier schon in der kommenden Session zu ge» setzgeberischen Vorschlägen zu gelangen. Natür» ; lich handelt es sich hierbei nur um einen vorläu-' figen Rahmen der Bundesrats-Arbeiten.
— Die politischen Rednerschulen, dank deren der R e i ch s v e r b a n d zur Bekämpfung der Sozialdemokratie dem Umsturz während der letzten Reichstagswahlen so empfindlich Abbruch tun konnte, sind jetzt ihrem Zwecke noch besser angepaßt, und ihre Organisation ist wesentlich ausgedehnt worden. Frankfurt a. M., Dresden,. Cassel, Hannover kommen neu hinzu oder erweitern ihren Geschäftsbereich. Die abzuhaltenden Kurse umfassen sehr zahlreiche Themen, wie aus folgendem Programm der Korrespondenz des Verbandes hervorgeht: Es sollen nicht nur Volkswirtschaft, Rechtskunde, Geschichte gelehrt, sondern so ziemlich alle Zweige der Wissenschaft, Literatur, Technik, Koloniälgeschichte, Militär-' Wissenschaften usw. vorgetragen und ein wohl- < abgerundetes Pensum allgemeiner Bildung den' Teilnehmern vermittelt werden. — Aus diesen i Angaben dürfte ersichtlich sein, daß mit der Ein-: richtung der fliegenden Rednerschulen der; Reichsverband abermals eine Neuerung getrof-. fen hat, die für den Kampf gegen die Sozial-' demokratie von einschneidender Bedeutung werden dürfte. Der Reichsverband hat diese flie«: genden Rednerkurse nur dadurch zustande 6rin«' gen können, daß sich ihm als Lehrer eine ganze Reihe von hervorragenden Männern der Wis-1 scnschaft und des öffentlichen Lebens zur Verfügung gestellt haben, ein neuer Beweis dafür,' daß sich seine Ideen mehr und mehr in den wei-. testen Schichten unserer Bevölkerung durchzu- . setzen beginnen und daß seiner praktischen Arbeit: von den verschiedensten Seiten aus die nach- ‘ haltigste Unterstützung und Förderung zuteil' wird.
— Die deutsch-russische Schule in Legangiff (Merngebiet). Nachdem am 31. März d. I. die deutsche Schule in Daressalam angeblich! wegen ,$u. geringer Schülerzahl geschlossen ' wurde, ist jetzt die einzige deutsche Schule in; Deutsch-Ostafrika, die weiße Kinder unterrich-' tet, die in ßeganga, so wird die 20 Kilometer! von Aruscha liegende Dcutschrussen-Ansiedelung' genannt. Ende d. I. betrug die Zahl der Kin-i der 13, die in der Zeit von 8 bis 1 Uhr vorn' Lehrer Johannes Milske, der seit September' v. I. im Anfiedelungsgebiet wirkt, in den' Fächern einer deutschen Volksschule unterrichtet werden. Die Kinder sind sämtlich deutsch-russischer Abkunft und evangelisch-lutherischen Glaubens, doch ist die Anstalt an sich konfessionslos. Der Schulbesuch ist regelmäßig. Dass Schulhaus ist ein einfacher Stein- bezw. Lehm--
mit beiden Armen und watet mit feinet Last- wieder zurück durch die höher und höher ftei< gende, schäumende Flut. —
Es war die höchste Zeit.
Als er drüben das Mädchen sanft aus seinen Armen gleiten läßt, ist die kleine Anhöhe bereits in den Wassern verschwunden. ‘ ,
Von diesem Augenblick an trafen die beiden, jungen Menschenkinder sich täglich drunten am' Strand. Ihre Herzen flogen einander zu, ohne daß sie es wußten.
Bis jedes glaubte, nicht mehr existieren zu, können ohne den anderen. '
Keines von beiden fragte nach der Familie oder den Verhältnissen des anderen. Ruth: wußte nur, daß Norbert schon vor langer Zeit seine ihm über alles teure Mutter verloren, nachdem der Vater bereits vorher gestorben, und daß er in zwei Jahren in den Besitz eines großen, ihm von einem entfernten Verwandten hinterlassenen Vermögens kommen werde. Und, Norbert erfuhr noch weniger von Ruths Fa-' milie. Ihren Vater schien sie innig zu lieben. Von der Mutter und der kleinen Schwester sprach sie fast nie; es war stets, als ob eine geheime Scheu sie davon abhalte..... '
Dies alles vergegenwärtigt sich Norbert, als- er gesenkten Hauptes dem Kurhause wieder zuschreitet. _ .
Ruth fort! ■
Großer Gott, wie jäh ist er aus seinen» Clückstaumel erwacht! ...
Seine Ruth — fort! x
Ihm bleibt nichts übrig, als ihr nachzureisen. Morgen schon — ganz früh, wenn die Badegesellschaft noch schläft.
In aller Form wird er sich Frau Morton als oen Bräutigam ihrer Tochter vorstellen und', den plötzlich vereinsamten Frauen als Stütze inj den kommenden trüben Tagen zur Seite stehe«
Arme, geliebte Ruth! Wie innig sie woh» verlangen mag nach ihm in dieser schwereG Zeit! ------- , . ,3t;
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