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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. SonntaasbeUaaer Alluttrirtes GonuEaaSbratt. 7

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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet ver Expedition 2 Mk^ btt allen Postämtern 2,25 ML l«$cL Bestellgeld).

Znsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder Bereu Raum 15 Pfg.

Reclamen: die -leile 80 Vfg.

Marburg

Freitag. 4. Oktober 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck intb Verlag' Joh. Slug. Koch, UnibcrsitätS-Buchdruckerei 42. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

. Das Abonnement ßuf dieOberhefsifche Zeitung", das größte, meistgelesenste und weit­verbreitetste Blatt Marburgs und per Umgegend kostet vierteljährlich nur 18.25 Mk. Inserate haben beste« Erfolg.

Kornzoll und Brotpreis.

Nicht nur von sozialdemokratischer Seite, sondern vielfach auch von liberaler Seite wird ses stets als feststehende Tatsache hingestellt, daß per Brotpreis in Deutschland um den vollen Be« frag des jeweiligen Vrotkornzolles gesteigert sei. Nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch Liberale haben bei den Neichstagswahlen die ^,Brotkonsumenten" stets mit diesem Hinweis, oaß ihnen von den Schutzzöllnern jedes Pfund Brot um den genauen Betrag der Zollpfennige zugunsten der Agrarier verteuert werde, auf- türegen und auf ihre zollgegnerische Seite zu bringen versucht. Als von Seiten der Land- wirtschaftskammern dieser Agitation gegenüber earauf hingewiesen wurde, daß nach Angaben siner englischen Arbeiterkonsu" genossenschast die Brotpreise in London trotz der Zollfreiheit für ftorn höher wären als bei uns hinter den Lchutzzollschranken, da wurde diese Mitteilung picht nur von sozialdemokratischen, sondern auch hon liberalen Blättern als unwahr und utu glaublich hingestellt. Nun aber gab kürzlich die .Köln. Ztg." aus den Schriften des wisienschaft- !ich gebildeten Genossen Calwer folgende Sätze Iber die Zollwirkung auf Getreide und Brot­sreis wieder:

Daß der Zoll den Getreidepreis beeinflußt, » er entweder gesteigert oder durch sein Fallen gegenüber dem Weltmarktspreis verlangsamt tnd aufgehalten wird, das ist eine Tatsache, die richt bewiesen zu werden braucht. Die Schwie­rigkeiten beginnen erst bei der Feststellung der kragweite der Zollwirkung auf Getreide-, sifthl- und Brotpreis. Hier bietet sich aber dem Forscher ein solcher Komplex von Fragen, daß »an sich über die Naivität derer verwundern , die im Handumdrehen gleich die Lösung befunden haben..... So kann man sehr häufig

lesen, daß der englische Arbeiter billigeres Brot rsse als der deutsche. Warum? Weil bei uns ras Brot durch den Zoll verteuert werde, wäh­lend in England Getreide zollfrei sei. Diese Feststellung entspricht keineswegs den Tatsachen, sondern in Wirklichkeit verhält cs sich etwa um- ftkehrt; nicht der deutsche, sondern der englische Konsument hat einen höher» Vrotpreis zu be- ;ahlen. Das beweist Calwer an vier Schicht­igen im Jahre 1905 und bemerkt dazu: Wir jühren diese Unterschiede an, um die üblichen oberflächlichen Preisvergleichungen zwischen In­

land und Ausland in ihrer Haltbarkeit dar­zutun:

Dazu bemerkt das große liberale Blatt:

Das ist eine derbe Lektion, die da der So­zialdemokrat Calwer namentlich auch den sozial­demokratischen Wirtschaftsgeschichtsklitterern an­gedeihen läßt. Naivität und Oberflächlichkeit ist so ziemlich das schlimmste, was man jemand nachsagen kann."

Nach unseren vorherigen Ausführungen ist es klar, daß diederbe Lektion", die der wissen­schaftlich gebildete Genosse Calwer austeilt, nicht nur die sozialdemokratischen, sondern auch manchesterliberalen Agitatoren undWirt- schaftsgeschichtsklitterer" trifft. Auch liberale Politiker, die derKöln. Ztg." sehr nahe stehen, oder auch wohl dieses Blatt selbst, haben den Agrariern sehr oft vorgehalten, wie schwer zu ihren Gunsten die Vrotkonsumenten, besonders die Industriearbeiter belastet wurden. Jetzt schlägt die liberale Kölnerin ihren nächsten Freunden durch zustimmende Wiedergabe der Calwerschen Wahrheiten so auf den Mund, daß sie ihn hoffentlich so bald nicht wieder zu solchen verhetzenden Reden öffnen werden.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und die Kaiserin beabsichtigen, wie aus dem Haag gemeldet wird, die Königin Wilhelmine in der zweiten Hälfte des November in Holland zu besuchen.

Trancrkundgebungen beim Heimgang des Eroßherzogs Friedrich I. von Baden. Berlin, 2. Okt. Anläßlich des Ablebns des Großher- zcgs von Vaden hat der Präsident des Reichstags, Dr. Udo Graf zu Stolberg- Werningerode, an den Großherzog Friedrich II. von Baden und die Großherzogin Luise. von Baden nachstehende Beileidstelegramme ge­richtet:

An Seine königliche Hoheit den Eroßherzog von Baden! Eure königliche Hoheit wollen den Ausdruck des ehrfurchtsvollsten Beileids des Reichstages und des deutschen Volks an dem Verlust, der das ganze Vaterland betroffen hat, gnädigst entgegennehmen. Mit dem hohen Ent­schlafenen ist der letzte Mitbegründer des Deut­schen Reichs dahingeschieden! Von Liebe zum deutschen Volk und zum deutschen Vaterland von Jugend auf erfüllt, war er als hervor­ragender Vundesfürst dem deutschen Volke vor allem teuer. Eure königliche Hoheit wollen gnädigst gestatten, daß das Präsidium des Reichstags, um dem Schmerz des deutschen Volkes über den schweren Verlust äußeren Aus­druck zu geben, den Beisetzungsfeierlichkeiten für den hochseligen Herrn beiwohne.

Udo Graf zu Stolberg-Werningerode, Präsident des Reichstags.

An Ihre königliche Hoheit die Großherzogin- Witwe? Eure königliche Hoheit wollen gnädigst gestatten, daß der ehrfurchtsvoll Unterzeichnete in Vertretung des deutschen Reichstages der tiefen Trauer über das Hinscheiden des Groß­

es

(Nachdruck verboten.),

In den Fluten.

N§man von Ienny Hirsch.

(Schluß.)'

Gertrud und Eltester mußten die Erfüllung ihrer Herzenswünsche auf bessere Zeiten ver- schieben; Gertrud konnte die Schwester nicht verlassen. Melitta war launisch, weinerlich, unartig wie ein kleines Kind geworden. An jtinent Tage schalt und verwünschte sie Melnik, der sie um Vermögen, Ehre, Stellung und An­sehen in der Welt gebracht, sie und ihre Kinder j.u Vertriebenen gemacht habe, die sich in der Heimat nicht mehr blicken lasten dürfe, zu Bettlern, die von der Gnade ihrer Schwester sibhingen, die es ja bald genug müde werden würde, ihnen Wohltaten zu spenden. An einem qnderen Tage beklagte sie ihn, sehnte sich nach ihm und machte Gertrud die bittersten Vor­würfe, ihn verraten und ins Verderben gestürzt iti haben; immer aber verwünschte sie ein Da­sein, das ihr keine Freude mehr zu bieten hatte.

\\ Vergeblich verschwendete Gertrud Vorstellun­gen, Ermahnungen und Bitten: sie blieb ihnen evenio unzugänglich, wie dem Plaudern und

L^-'ungen ihrer Kinder. Der grenzen- der sich früher mehr versteckt harte und als gutmütiges Sichgehenlasten auf- cketreten war, zergte sich nun int steten Jammern nttb Klagen über das thr zuteil gewordene Los in dem Hadern mit Gott Und der Welt. ' In Nervi, umgeben von einer herrlichen ßkatur, wollte sie nichts sehen vom lachenden sblauen Himmel, vom Glanze des Meeres, von der Vrackt der südlichen Vegetation. Während

draußen der Sonnenschein lachte, lag sie ganze Tage im Bett, weigerte sich, Speise zu sich zu nehmen, vernachlässigte ihr Aeußeres und setzte allen Bemühungen ihren stummen, starren Widerstand entgegen.

Hatte sie zuerst Zimmer und Bett nicht ver­kästen wollen, so konnte sie es später nicht mehr; ihre Kräfte schwanden dahin. Sie starb, wie der deutsche Arzt, den Gertrud noch in den letz­ten Tagen zurate zog, sich ausdrückte, an hoch­gradiger Herzschwäche.

Mit der Leich« der Schwester, begleitet von den verwaisten Kindern, kam Gertrud nach Han­nover zurück und richtete sich nun doch wieder in ihrer Stadtwohnung eick. Noch war ihre Trauer zu tief, um an eine Verbindung mit dem Ge­liebten zu denken, und auch der Trost, ihn zu sehen, ward ihr nicht sogleich nach ihrer Ankunft zuteil, denn Georg befand sich auf einem großen Gute in Mecklenburg, wo er sich mit Eifer der Landwirtschaft widmete.

Auf den Rat und Wunsch des Konsuls war ein Teil von Gertruds großem Vermögen in Ländereien angelegt woÄen die dergestalt er­worben worden waren, daß der Eodenberg nun den Mittelpunkt einer staatlichen Herrschaft mit fruchtbaren -Felder«, Hotz- und wildreichen For­sten und einem klaren See bildet«, wo Georg und Gertrud als Gutsherrschast walten sollten.

An einem ftaren, milden Septembertage fand in der kleinen Kirche zu Malente endlich die Trauung des vielgeprüften Paares statt, und es war eins kleine, tief bewegte Hochzeits­gesellschaft, welche den ländlichen Altar um­stand und nun an dem Mahl« teilnahm, Has Dorn und Zeraphine den Neuvermählten in ihrem Forsthause bereitet hatten. Nm die mit den Blumen det Fyrstenn Mester reich

Herzogs schmerzlichen Ausdruck gibt. Mit der Tochter des großen Heldenkaisers trauert das deutsche Volk an der Bahre des verewigten Bundesfürsten.

Udo Graf zu Stolberg-Werningerode, Präsident des Reichstags.

Reichskanzler Fürst Bülow, der sich enger persönlicher Beziehungen zu dem verstor­benen Eroßherzog erfreute, hat an Großherzog Friedrich II. von Baden folgendes Telegramm gerichtet:

Eurer königlichen Hoheit bitte ich, anläßlich des Heimgangs des Eroßherzogs mein innigstes Beileid aussprechen zu dürfen. Tief bewegt gedenke ich der steten Güte und des großen Ver­trauens, mit denen mich der verewigte Groß­herzog während vieler Jahre ausgezeichnet hat. Ich gedenke vor allem der unvergänglichen Ver­dienste, die sich Eroßherzog Friedrich um das deutsche Volk erworben hat. Sein Name bleibt für immer verknüpft mit der Wiedererrichtung des Reichs. Er hat die nationale Einigung vor­bereitet, hat mitgeholfen, sie herbeizuführen und seitdem unermüdlich seine treue und weise Hand über sie gehalten.

In Ehrfurcht und Ergebenheit Reichskanzler Fürst von Bülow.

Eroßherzog Friedrich II. hat für diese Bei­leidskundgebungen, zugleich im Namen der Großherzogin-Witwe, durch herzliche Antwort­depesche seinen Dank ausgesprochen.

Ein häßlicher Laut aber störte den Frieden an der Bahre der verewigten Eroßherzogs. Der sozialdemokratische Vizepräsident des badischen Landtags, Abg. Geck, hat das Beileids­telegramm an den Eroßherzog nicht un­terzeichnet, obwohl er bei seiner Wahl versprochen hat, sich in taktvoller Weise mit seinen Repräsentationspflichten abzufinden. Die bürgerlichen Blätter geben über diese Taktlosig­keit ihre lebhafte Entrüstung kund.

Die Ueberführung der Leiche des Eroß- herzogs Friedrich I. nach Karlsruhe. Nach einem erhebenden Trauergottesdienste in der Schloß- kirche zu Mainau fand am gestrigen Morgen die Ueberführung der Leiche des Großherzogs statt. In feierlichem Zuge wurde der Sarg von der Insel nach dem schwarz ausgeschlagenen Dam­pferKaiser Wilhelm" geleitet, woselbst der preußische Gesandte v. Eisendreher im Namen des Kaisers und der Kaiserin zwei Kränze am Sarge niederlegte. Um 8% Uhr erfolgte unter allgemeinem Trauergeläut und dem Gesang der vereinigten Männergesangvereine die Landung in Konstanz. Um 9y4 Uhr fuhr der Trauerzug unter dem Geläute aller Glocken von Konstanz ab und nahm in mäßiger Geschwindigkeit den Weg über Singen und Waldshut nach Freiburg, indem er nur Singen, Emmendingen, Waldshut, Lörrach und Leopoldshöhe anhielt. Schulen, Vereine und Bewohner der Ortschaften hatten Aufstellung längs des Bahngeleises genommen, überall wurde der Zug mit Glockengeläuts, Choralgesängen und Trauermusik empfangen. Die Arbeiter auf den Feldern entblößten das Haupt. Die Fahrt durch das Land machte einen

geschmückte Tafel reihten sich ihre Kinder, denn auch Konstanze, Seraphinens Zwillingsschwester, war zu dem Hochzeitstage des geliebten Bruders gekommen, der Förster Dorn und der Konsul Bauer, der an der anderen Seite Gertruds Platz genommen hatte, während die Försterin neben ihrem Sohne saß. Außerdem befanden sich am Tische Melniks und Melittas beide Töch­ter, die mit dem glücklichen Leichtsinn der Ju­gend der Mutter und des Vaters nur noch im Traume gedachten und in der kranzgeschmückten Braut jetzt ihre Mutter sahen.

Als heiliges Vermächtnis einer Dahinge­schiedenen sollten sie mit einziehen in den neuen Haushalt; Gerttud und Georg hatten einander gelobt, Elternstelle an ihnen zu vertreten. Sie hielten diese Gelübde auch, als in der zu einem stattlichen Herrenhause erweitetten Villa auf oem Eodenberge Kinder heranwuchsen, die noch nähere Anrechte an ihre Liebe und Fürsorge be­saßen. Hatte sich Gertrud das ausschließliche Recht auf die kleinen Elternlosen doch auch noch durch ein nicht ganz unbeträchtliches Geldopfer erkauft.

Melnik war zu einer mehrjähttgen Zucht­hausstraft verutteilt worden. Nachdem er sie verbüßt hatte, ließ ihm Eettrud eine ansehnliche Summe bieten, unter der Bedingung, daß er jedem Rechte auf seine Kinder durch einen notariell beglaubigten Akt entsage und ohne jeben Versuch, sie wiederzusehen, Deutschland verlasse.

Melnik ging mit großer Bereitwilligkeit darauf ein und beeilte sich, sobald die Tore des Zuchthauses sich ihm geöffnet hatten, eine mög­lichst große Entfernung zwischen sich und Europa zu legen. Gr war nämlich nicht sicher, ob seine Gläubiger nicht noch Ansprüche an ihn erheben

überwältigenden Eindruck. Eroßherzog Fried« rich II. begrüßte auf den großen Stationen per­sönlich die Spitzen der Behörden. Bei der Bei­setzungsfeier in Karlsruhe am nächsten Montag wird der Reichskanzler die Führung der Abord­nung des Bundesrats übernehmen. Dieser Ab­ordnung werden außerdem angehören: der bay­rische Gesandte Graf Lerchenfeld-Köfering, bei mecklenburgische Gesandte Freiherr v. Branden­stein und der Bevollmächtigte der thüringische«! Staaten, Dr. Paulsscn.

Prinz Heinrich von Preußen ist heut« abend, wie aus Darmstadt berichtet wird, zu mehrtägigem Besuch im Jagdschloß Wolssgarten eingetroffen.

40 Jahre unter deutscher Kriegsflagge. Prinz Heinrich bringt in einem Flottentages­befehl den Besatzungen der Schifft in Erinner­ung, daß mit dem 1. Oktober 40 Jahre verflossen sind, seitdem unsere Kriegsflagge gurt ersten Male in ihrer jetzigen Form damals al» Flagge des Norddeutschen Bundes gehißt wurde. Bei Bildung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 wurde sie dessen Kriegsflagge. U. l heißt es in dem Tagesbefehl: Vierzig Jahre hat die Flagge über deutschen Schiffen geweht, rein und unbefleckt, auf ernste Arbeit, treue Pflicht­erfüllung und opferfreudige Hingabe herab- geblickt. So soll sie weiter wehen zum Stolz be» einzelnen, zum Ruhme unseres obersten Kriegs­herrn, zum Schutz des Reiches.

Eine Puttkamerstistung. Aus Kame­run wird berichtet: Anläßlich des zwanzig­jährigen Torpedodienstjubiläum» des Gouverneurs v. Putt kam er hat die Handelskammer in Duala eine Sammlung ver­anstaltet, um ihm in Anerkennung seiner Ver­dienste um den Handel in Kamerun ein Ehren­geschenk zu überreichen. Herr v. Puttkamer hat jedoch gebeten, von einem Geschenk abzusehen; den eingegangenen Bettag möge man zu einer Stiftung verwenden. Die Handelskammer hat daraufhin eine Puttkamer-Stiftung ins Leben gerufen; die Zinsen der Stiftung werden jähr- lich an die besten Schüler der hiesigen Schulen verteilt.

Teuerungszulage und Wohnungsverbes­serung. Den mittleren Beamten, Zeichen- und Kanzlerbeamten der preußisch-heMichen Staats- eisenbahnen, die nach dem Stande am 1. Juni d. I. ein festes Einkommen an Gehalt, bezw. Diäten von mehr als 1800 M bis einschließlich 3600 JA. bezogen und Familie haben, soweit sie nicht durch die diesjährige Gehaltsaufbesserung eine Gehaltserhöhung von 100 .W und darüber erhielten, wird nunmehr, nach einet Verfügung der königlichen Eisenbahndirektionen, eine Teuerungszulage von 100 JA., oder ein die Ge­haltsaufbesserung auf 100 JA ergänzender Be­trag in den nächsten Tagen ausgezahlt werden. DerStaatsanzeiger" veröffentlicht das Ge­setz vom 12. August 1907 betreffend die Bewil­ligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die

und sich des ihm soeben erst zuteil gewordenen Vermögens bemächtigen könnten. Herr Kretsch­mann fett, hatte freilich aus Verzweiflung über die bei Melnik verlorenen Hunderttausende Hand an sich gelegt, man hatte ihn eines Mor­gens auf dem Boden feines Hauses erhängt ge­funden; aber Kretschmann jun., sein Sohn und Nachfolger, setzte das Geschäft ganz im Sinne seines würdigen Vaters fort.

Er dachte indes nicht daran, Melnik weiter zu behelligen. Unangefochten kam dieser nach Amerika. Dott aber verschwand er im großen Strom; man hat nie wieder etwas von ihm gehött.

Die Försterin Eltester ward, wie der Konsul Bauer, der einen Teil des Jahres auf einer in der Nähe des Godenberges erworbenen Be­sitzung verlebte, lächelnd zu sagen pflegte, ein Zankapfel in den beiden Familie« Dorn und Eltester. Jede wollte sie habe«, und sie drohte zuweilen scherzend, wen« man es gar zu arg treibe, so gehe sie zu Konstanze, welche die Gattin eines Kaufmanns in Hamburg gewor- den war.

O, damit schreckst Du uns nicht," erwiderte Georg bann lachenb,Du kannst Deinen Wald und Deine Blumen nicht entbehren."

Und beides hatte sie am schönsten in Sege- feld," triumphierte Dorn,denn habt ihr auf dem Eodenberg auch größere Gärten und Treib­häuser, so blüht und gedeiht es doch nirgends s» schön, wie im Forsthause."

Ob hier, ob dort," schlichtet gewöhnlich Ger­trud den Streit,gleichviel, wir besitzen sie, wir besttzen uns alle durch die Liebe, welche uns ver­bindet, und die sich bewährt hat in Not und Trübsal."