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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckbaiu. - Sotttttaasbeilaae: AUustrirtes GonrrtaaSblätt. ' ' -

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LierteljShrlicher Bezugspreis: bet der Expedition 8 VL, bet allen Postämtcm 2,25 M. (excl. Bestellgeld).

ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile über deren R3unt 15 Pfg.

Reclanien: die Zeile 30 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 2. Oktober 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag' Joh. Slug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 42. Jahrg. Marburg, Markt 21. Telephon 55*

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Erstes Blatt

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mit dieser Heldentat waren die fanatischen Geg­ner der Vorlage noch nicht zufrieden. Cie ver­leugneten lachend ihr eigenes Kind und lehn­ten den von ihnenverbesserten" Entwurf in der Eesamtabstimmung ab. Damit ist denn eine Steuer, deren Berechtigung der Freisinnige Alexander Meyer schon im Jahre 1866 nachgewiesen hat, vom Berliner Kommu- nalfreistnn vorläufig begraben worden. Daß sie wiederkommt, ist ganz sicher,' denn die Wert­zuwachssteuer ist eine der gerechtesten Steuer­arten, die es gibt. Sie entspricht auch dem so­zialpolitischen Zuge der Zeit, indem sie einen Wert steuerlich erfaßt, zu dessen Bildung der betr. Zenfit nichts beizutragen hat, der ihm viel­mehr sozusagen in den Schoß gefallen ist, ledig­lich infolge von kommunalen Maßnahmen, die auf Kosten der Gesamtheit der Steuerzahler ausgeführt find, Heber eine solche Forderung der Gerechtigkeit kann sich auch der Freisinn, der in der Berliner Stadtverordnetenversammlung den Ton angibt, nicht dauernd Hinwegsetzen. Der Berliner Oberbürgermeister Kirschner, der sich für die Wertzuwachssteuer stark erwärmt, hat den Tag der entscheidenden Schlutzabstim- mnng klagend einen schwarzen Tag genannt, und Profesior Adolf Wagner, der sich auch als Verfechter einer gesunden Bodenpolitik hohe Verdienste erworben hat, wird seinen vielbeach­teten Straßburger Ausspruch wiederholen:In sozialen Fragen ist Berlin die rückständigste Stadt." Die Freisinnigen haben dieses herbe Urteil in der Presse und namentlich auch in ihrer Zirkus Busch-Versammlung mit vielen Worten bestritten, durch die Tat haben sie es nur bestätigt.

Eine freisinnige Heldentat.

Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat, wie bereits mitgeteilt wurde, am vergan­genen Donnerstag die vom Magistrat bean­tragte Wertzuwachssteuer mit 119 gegen 2 Stimmen abgelehnt. An diesen befremdlichen Beschluß knüpft dasBerl. Tagebl." mahnende Betrachtungen über die Beziehungen des so­zialen Gedankens zur Bodenpolitik:

Das siegreiche Vordringen der Wertzu­wachssteuer hängt mit dem Vordringen des so­zialen Gedankens zusammen. Je mehr der Standpunkt des starren Individualismus preis­gegeben wird, umsomehr kommt der Anspruch der Allgemeinheit an den Grund und Boden zur Geltung. Denn der Grund und Boden ist spe­zifisch von allen anderen wirtschaftlichen Gütern verschieden. Er kann nicht beliebig vermehrt werden, und er ist doch die unentbehrliche Grundlage der Existenz. Deshalb kann auch die Muttererde nicht als Ware im landläufigen Sinne aufgefaßt werden; sie muß der Speku- latioit entzogen werden, weil sie eine bestimmte Größe ist, von der nichts genommen, der auch nichts hinzugefügt werden kann. Es ist nicht willkürlich, wenn gerade beim Grund und Bo­den eingesetzt wird, um dis Jnterssien der All­gemeinheit gegenüber den Jnteresien der Ein­zelpersönlichkeit geltend zu machen. Daß am Privateigentum an Grund und Boden nicht ge­rüttelt werden darf, versteht sich nach der Ent­wickelung unserer heutigen Gesellschaftsordnung gAUtds in Deutschland von selbst. England ist mit seinem Erbpachtrecht vielleicht bester daran, aber wir können die Dinge nicht plötzlich um- ^rempeln. So mußte die Bodenreform in den großen Städten einsetzen, die auf beschränktem Weichbild große Menschenmasten unterzubrin- gen hatten, und den Wert wie die Begrenzung von Grund und Boden besonders einschneidend kennen lernten. So war es auch erklärlich, daß man nicht in den Besitz an sich eingriff, sondern sich mit einem einem Grundstück nur dann be- fasten wollte, wenn es den Besitzer wechselte. Die Wertzuwachssteuer spricht es mit aller Ent­schiedenheit aus, daß die Gesamtheit ein gewistes Anrecht an Len Grund und Boden hat, weil sie Len größten Teil seines Wertes erst schafft. Und sie wirkt derart, daß sie wohl einen Teil des Zu­wachswertes für allgemeine Zwecke flüstig macht, ohne doch aber das Privateigentum selbst änzutasten. Wir bedauern aufrichtig, daß die int roten Hause dominierenden Haus- und Grundbesitzer nicht mehr Weitblick besitzen, als sie in der Debatte über die Wertzuwachssteuer bewiesen haben."

S Diesem Bedauern werden sich alle diejenigen anschließen müssen, die da wissen, wie lähmend das rückständige Verhalten des Berliner Kom­munalfreisinns auf die Initiative zahlreicher deutscher Kommunen seither immer wieder ge­wirkt hat. Die Ablehnung der Wertzuwachs­steuer im intelligenten Berlin erscheint aber noch weit befremdlicher, wenn man weiß, wie lange Zeit man imroten Hause" der Reichs- hauptstadt gebraucht hat, ehe man den Mut sand, Farbe zu bekennen. Ursprünglich erklärte sich die Mehrhett der Berliner Stadtverord­netenversammlung grundsätzlich für den Ent­wurf. Dieser ging dann an einen Ausschuß und hier zeigten sich dann die Freisinnsleuchten fast zwei Jahre hindurch als Meister der Verschlep­pungskunst. Und damit noch nicht genug. Unter dem Vorwande, die Verlage verbessern zu woh- len, hat man sie im Dunkel des Ausschusses völ­lig durchlöchert und verstümmelt. Die von ihr erwartete finanzielle Wirkung wurde unter­graben, indem man den 1. April 1907 als Stich­tag für die Berechnung des von der Differenz zwischen Erwerbspreis und gemeinem Wert des Grundstücks zu erhebenden Zuschlags festsetzte, während die Magistratsvorlage es verständiger­weise als belanglos betrachtete,ob der frühere Eigentumswechsel vor oder nach dem Jnkraft-^

Ordnung stattgefunden hat. Und Ft x1bet Vorlage wurde weiter noch dadurch illusorisch gemacht, daß die Wertzu­wachssteuer nach einem Zusatz der Kommission nur insoweit erhoben werden soll, als sie dtt Umsatzsteuer übersteigt. So wurde dem Aus­schuß eine von verständigen sozialen Erwägun­gen diktierie Vorlage überwiesen, und eine Kar« rikatur kam an das Plenum zurück. Aber selbst.

mann für die evangelischen Gemeinden Worm^ Lizentiat Waitz für den hessischen Hauptverein und Pfarrer Collin-Tuchel für die Protestanten der Ostmark. Für alle Begrüßungen dantte im Namen des Vorstandes Wächtler-Halle. Am Montag setzte die Generalversammlung ihre Be­ratungen in mehreren nichtöffentlichen Sitzun­gen fort, die sämtlich im Festhause stattfanden. Nach dem Mittagsmahl fand die erste Mit- glieder-Versammlnng hn Festhaus« statt, bei welcher Bundesdirettor Reichstags­abgeordneter Lic. Everling den Jahresüber­blick erstattete, der zugleich eine program­matische Erklärung des Evangelischen Bundes betr. Wahrung berechtigter deutsch-protestan­tischer Interessen brachte. Eine.Aussprache über den Jahresbericht, der mit stürmischem Beifall ausgenommen worden war, fand nicht statt« Nach Absendung von Huldigungstelegramme« an den Kaiser, an den Großherzog von Hesse« und den Großherzog Friedrich II. von Bade« hielt der Professor des Strafrechts an der Uni­versität Königsberg Dr. Kohlrausch «inen Vortrag über § 166 des Strafgesetzbuches, wel­cher die Beschimpfung von Religionsgesellschaf­ten unter Strafe stellt: Dieser Paragraph hab« den Zweck, den religiösen Frieden zu schützen, könne dies aber nicht erreichen; denn er nenne zwar die Beschimpfung als strafbare Handlung, treffe aber tatsächlich ganz andere Dinge, da bet Begriff des Schimpfens völlig vag und undefi­nierbar sei. Redner erNärte zum Schluß: Ma« müsse, wenn man keine anderweitige Aenderung des § 166 erreichen könne, den Mut haben, bte Streichung des zweiten Tatbestände» (Beschimpfung von Religionsgesellschaften, so­wie ihrer Einrichtungen und Gebräuche) zu för­dern. Nach äußerst lebhafter Aussprache ge­langte folgende vom preußischen Landtagsabg« ordneten v. Campe-Hildesheim formulierte Re­solution zur Annahme:Die Mitgliederver­sammlung richtet an den Zentralvorstand die Bitte, tunlichst bald eine Erklärung abzugeben, durch die sie im Sinne der heutigen Ausführun­gen des Professors Kohlrausch und der Aeußer- ungen der Mitgliederversammlung die Stellung des Evangelischen Bundes zur Frage, wie weff der § 166 St. E. B. aufzuheben sei, kundgibt/ Am Abend fand eine evangelische Volksver­sammlung in der Dreifaltigkeitskirche statt, die vom Oberrealschuldirektor Lahm-Worms gelei­tet wurde.

Die Stellung der süddeutschen Bolkspartei zum Block. Konstanz, 30. Sept. Auf dem 27. Parteitag der Deutschen Dolkspartei, der unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung hier abgehalten wurde, gab Reichstagsabgeord­neter Payer über die Stellung der Volkspartei zum Block eine Erklärung ab, in der er unter großen Beifall u. a. folgendes ausführte: Es sei ein Fortschritt, daß zu diesen Vorbesprechun­gen in Norderney auch liberale Polittker heran­gezogen worden seien. An dem guten Willen des Fürsten Bülow bei der konservativ-liberalen Vereinigung sei nicht zu zweifeln. Wie weit es gelingen werde, sein Programm durchzuführen, werde die nächste Zukunft lehren. Die Fraktton der Deutschen Volkspartei im Reichstage sei sich bewußt, daß sie auf dem Boden ihres Pro­gramms stehen bleiben und dem nächsten Par­teitag Rechenschaft ablegen müsse (stürm, lang­anhaltender, oft wiederholter Beifall). Rach der lebhaften Erörterung dieses Themas in der Versammlung erNärte Abg. Payer im Schluß­wort, daß s a ch l i ch sich alle Redner auf den Boden der Politik der Reichstagsfraktton ge­stellt hätten. Niemand habe eine andere Tattik vorgeschlagen. Das Zertrümmern des Blocks würde nur dem Zentrum und der Sozialdemo­kratie Freude machen. Die Sozialdemokratte würde jubeln, was für elende und erbärmliche Kerl« die Freisinnigen seien, noch unfruchtbarer als bte Sozialdemokratte, und das wäre ein grausamer Vorwurf (große Heiterkeit).

Deutschland und di« Frage eines stün­dige« Schiedsgerichtshofes. Dem Haager Ver- treter desPettt Parisien" gegenüber hat sich der Botschafter Freiherr Marschall von Bieber« gn dahin geäußert, daß bisher immer noch er­

liche Schwierigkeiten der Schaffung des iedsgerichtshofes entgegenständen. Wolle pran die Wünsche aller Staaten berücksichtigen, die vertreten sein wollen, so käme man zu dex Zahl 46, während bisher 17 als die Maximal­ziffer angenommen wurde. Der Botschafter be­tonte, daß der deutsche Standpunkt unabänder­lich seft Deutschland wolle und könne nicht mit allen Staaten der Welt in ein pflichtgemäße SchiÄKA.rMsverMtnis eintreten. Di« üffenb

Deutsches Reich.

vom Reichskanzler. Verlin, 30. Sept. Die Teilnahme des Reichskanzlers an dem Be­such des Kaiserpaares in England steht zwar im Prinzip fest. Es ist dabei jedoch Voraussetzung, daß der Zeitpuntt des Besuches nicht durch an­derweitige kaiserliche Dispositionen verschoben wird. Zu der auf den 21. November festgesetzten Eröffnung des Reichstages will Fürst Bülow in Berlin anwesend sein; sollte der Besuch in Eng­land daher in diese Zeit fallen, so wäre die Teilnahme des Reichskanzlers unmöglich.

Das königliche Staatsministerium trat, wie aus Berlin berichtet wird, gestern zu einer Sitzung zusammen.

Zum Tode des Großherzogs Friedrich I. hon Baden. Ein anläßlich des Hinscheidens des Großherzogs von Vaden erlassener Armeebe­fehl des Kaisers vom 29. Sept, ordnet an: Sämtliche Offiziere der Armee legen Trauer auf 3 Tage an. Bei dem Ulanen-Regiment Großherzog Friedrich von Baden, Rhein. Nr. 7, währt die Trauer 14 Tage. Für die Offiziere im Standorte des Großherzogtums Baden und den anderen badischen Truppenteilen bleibt die Anordnung der Trauer detm Großherzog von Vaden überlasten. An den Beisetzungsfeier­lichkeiten haben die kommandiereiwen Gene­rale des 15. und 16. Armeekorps und eine Ab­ordnung des Ulanenregiments Nr. 7 teilzuneh- men. In dem Armeebefehl heißt es:

Mit mir und meinem Hause ttauert das gesamte deutsche Vaterland in tiefftem Schmerze um das Hinscheiden dieses edlen Für­sten, der in nimirer rastender Arbeit über ein halbes Jahrhunden fiir das Wohl seines Lan­des und zum Segen des deutschen Reiches ge­wirkt hat und dessen ehrwürdige Persönlichkeit eins lebendige Mahnung an die große Ver­gangenheit war. Unzertrennlich bleibt sein Name verknüpft mit jenem denttvürdigen Tag« in den Spiegelsälen des Versailler Schlosses, wo es ihm vergönnt war, vor den Fahnen der sieg­reichen Regimenter und in Gegenwart der deut­schen Fürsten das erste Hoch auf den deutschen Kaiser auszubringen. Auch in Meiner Arme«, die i« dem DahingeschiÄ>enen ein leuchtendes Vorbild ritterlicher Gesinnung und soldatischer Pflichttreue verehrte, wird sein Andenken un­vergessen fortleben.

In dem aus dem gleichen Anlaß ergangenen Marinebefehl d«H Kaisers heißt e^: Der schwere Verlust, deck mit mir das gesamte Vaterland durch den Tod dieses hochherzigen Bundesfürsten erlitten hat, wird auch in meiner Marine fief empfunden. An bett Beischungs- seierlichkeiten hat eine Abordnung des Linien­schiffesZähringen" teilzunehmen. Die Schiffe tjrt der Heimat haben Halbstock zu flaggen unb 6h Beisetzungstage mittags 12 Uhr einen Trauersalut von 21 Schutz zu feuern. ..

Wie aus Berlin berichtet röitb, ließ der Oberzersmonienmeister, Graf A. EulettbutL eine Ansage ergehen, nach der der, köttioftchi Lok beute fiir Leu GrÄLeuoa SoßtL

Trauer auf vier Wochen und zwar bis einschließlich den 26. Oktober anlegt. Der Karlsruher Hof legt eine Trauer von 24 Wochen an bis einschließlich 13. März nächsten Jahres. Die Truppen der Karlsruher Garnison lei­steten gestern den Eid auf den neuen Landes- Herrn. Die Beif^ung der Leiche des Eroß- herzogs findet am Montag um 11 Uhr vor­mittags statt.

Kultusminister Dr. Zolls an bte Lehrer. Wie der ...Köln. Ztg." unter dem gestrigen Da­tum aus Berlin gedrahtet wird, hat Minister Dr. Holle bei der Grundsteinlegung für das Vsrsinshaus des Berliner Lehrsrvereins nach­stehende Ansprache gehalten:Ich danke dem Berliner Lshrerverrin für die Einladung zur Erunfteinlezung seines Vsrsinshauses. Sie gibt mir sine willkommene Gelegenheit, es auszu« sprechen, daß ich mit warmem Interesse den An­gelegenheiten des weitaus größten Standes meines Geschäftsbereichs gegenüberstehe. Ich bin gern bereit, dis Bestrebungen der Lehrer zu fördern, die auf dis Erfüllung berechtigter Wünsche für ihre Essamtlags gerichtet sind, so­weit sie sich in den berechtigten Grenzen halten und in den Rahmen der Entwicklung unseres preußischen Staates einfügen. In langer Ge­schichte hat sich die durch zwei seiner hervor­ragendsten Fürsten angebahnte Volksschulpolttik Preußens bewährt. Die Heranwachsende Ju­gend im Wissen, im Denken, im Gemüt und im Glauben zu tüchtigen Menschen zu erziehen, ist die große Aufgabe der Volksschule. Nur uner­müdlicher, stiller, pflichttreuer Arbeit geschickter Lehrer kann es gelingen, diese Aufgabe der Volksschule zu lösen. Der ernste, von Religiosi­tät und Vaterlandsliebe erfüllte Lehrerstand früherer Geschlechter hat diese Arbeit geleistet. Ich habe die feste Zuversicht, daß es auch seinen jetzigen und künftigen Gliedern, von demselben Geist erfüllt, gelingen wird, sie unter den er­höhten Ansprüchen der Gegenwart zu vollbrin­gen. Gegenstand meiner ernsten Sorge ist es, dafür die nötigen Voraussetzungen zu erhalten und zu schaffen durch Förderung der bereits be­gonnenen Vertiefung der Vorbildung sowie auch durch Hebung der Gesamtlage des Volksschul­lehrerstandes in wirtschaftlicher und sozialer Beziehung. Ich hoffe zuversichtlich, daß die er­fahrenen, bewährten Elemente des Lehrerstan­des in ihm und in seinen freien Organisationen stets kräftig wirksam sein und ihm das Gepräge geben werden als einem Stande, dessen sämt­liche Glieder durch ihre Pflichttreue und Be­sonnenheit, durch ihre Religiosität und Vaters landsliebe, durch ihren Eifer und ihre Tüchtig­keit sich bestreben, rechte Vorbilder und Er­zieher der Kinder unseres Volkes und kräftige Stützen unseres Staatswesens zu sein. Auch dieses neue Lehrervereinshaus soll den Bestreb­ungen Ihres Stand« und damit dem preußi­schen Staate dienen. Darum ist der Staat auch gern bereit gewesen, an seiner Fertigstellung mitzuwirken. Mttn herzlichster Wunsch ist, daß es immerdar eine Statte erfolgreicher Arbeit zur Hebung der beruflichen Tätigkeit, zur Pflege guter, edler, nationaler Gesinnung sei und daß auch die Freude und die Erholung in ihm nicht fehlen. Reicher Segen ruhe auf diesem Vereins- Hause und auf allem, was in ihm zum Nutzen unserer Volksschule, zum Heile unseres Vater­landes geschieht!"

Lehrerbesoldungsgesetz. Die auch von uns wiedergegebene Mitteilung eines Berliner Blattes, wonach Kultusminister Dr. Holle dem Vorstande des preußischen Rektorenvereins in einer Audienz erklärt habe, daß das neue Lehrerbesoldungsgesetz in der nächsten Session noch nicht vorgelegt werden könne, entbehrt nach Aeußerung derNordd. Allgem. Ztg." jeder Grundlage und ist völlig unzutreffend. Die Verhandlungen zwischen den Ressorts we­gen der Aufbesserung der Gehälter der Volks­schullehrer siind in vollem Gange.

Evangelischer Bund. Wie aus Worms berichtet wird, fand nach der Feier am Luther« denkitzal am Samstag abend die Eröffnung der 20. Generalversammlung des Evangelischen Bundes statt, welcher «. a. Hofprütiger Rogge- Herlin beiwohnte sowie von Reichstagsabgeord- yeten: Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Dr. Arning, Everling und Dr. Hieber. Die Reihe der Be­grüßungsansprachen eröffnete Pfarrer Walther« Motms, her vor allem betonte, daß der Evan« äelisch« Bund den Frieden wolle. Präsident Nebel-Darmstadt überbrachte bte Grüße des- hes« stkcheji Oberkonsiftoriums. Oberbürgermeister Köhler überbrachte bte Grüße der Stadt Worms und zog einen Vergleich mit btt 9. Generalver­sammlung des Bundes 1896 in Darmstadt. Da­mals hätten bte Verhandlungen fast rein einen Aademischest Tharatter getragen, während jetzt bet Evangelische Bund unb keine Bestrebungen Gemeingut, be« deutschen Volkes geworden seien. Professor Krüger sprach für bte theologische Fa- ndittt .dLr .llnwerütät Gießest. Kircheyr« Bene« .