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Marburg

Dienstag, 1. Oktober 1907.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UmverfitätS-Buchdruckerel 42. Jahrg.

' Marburg, Markt 21. — Telephon ob.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,26 Mk. (excl. Bestellgeld). 1 Znserttonsgebühr: die gespaltene Zeile jfcer bereu Raum 15 Pfg. Reclamm: die Zeile 80 Pffl.

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Zweites Blatt.

gum Thronwechsel in Baden.

Die schmerzliche Kunde aus der Mainau vom Heimgange des Eroßherzogs Friedrich I. von Baden hat in der nationalen deutschen Presse etw einmütige Klage hervorgerufen, durch welche die tiefe Ergriffenheit des deut­schen Volkes in seiner Gesamtheit zum Ausdruck gelangt, das an der Bahre des verewigten —. Fürsten vom alten Zähringer Stamme den Verlust eines der letzten Großen aus Deutsch­lands größter Zeit betrauert. Und das mit Recht; denn ein Bahnbrecher unserer natio­nalen Einheit, ein begeisterter Herold des Kaisertums und ein treuer Freund des deut­schen Volkes ist von uns geschieden. In seiner langen Regierungszeit, die ein halbes Jahr­hundert überdauerte, hat Friedrich I. von Baden als Fürst, wie als Mensch sich die ehr­lichsten Sympathien aller derer errungen, denen die Macht und Größe des deutschen Va­terlandes am Herzen lag. Ein echt deutscher Mann, von durchaus selbständiger Art ist Groß-. Herzog Friedrich in einer Zeit zum Herrscher er­wachsen, wo die deutsche Sache von den schwer­sten Gefahren bedroht wurde. Die Entwick­lungsgeschichte des deutschen Reiches zeigt deut­liche Spuren seines staatsmännischen Wirkens. Er war es, der in der Ueberzeugung, daß allein her kleindeutsche Gedanke, d. h. der Zusammen­schluß aller deutschen Staaten unter Preußens Führung und unter Ausschluß von Oesterreich, zur erstrebten Einheit des Vaterlandes führen könne, auf dem Frankfurter Fürstentage die von österreichischer Seite fein gesponnenen Jntrr- guen durchkreuzte und den Beschlüssen seine Zu­stimmung verweigerte, die Oesterreich den Vor­sitz im Bunde einräumen wollten. In einem Brief an den ihm persönlich befreundeten Kai­ser Franz Josef begründete er seine ablehnende Haltung auf der Frankfurter Tagung mit dem, so ganz Bismarckschen Geist atmenden Satze: »,Die wirkliche Erneuerung des Bundes, den unsere Väter schlossen im Geiste unserer Epoche, ist nicht der alte deutsche Staatenbund, sondern der neue B undesstaat." Für seine preußenfreundlichen Anschauungen fand her Großherzog allerdings in seinem eigenen Lande anfänglich herzlich wenig Verständnis, sodaß er sich Jahre 1866 gezwungen sah, das Schwert gegen dis besten Freunde seines Hauses zu ziehen und gegen den Staat Krieg zu führen,

Marburger Studenten - Erinnerungen.

Von L. Müller, .(Sortierung.);

■5 1839—1844.

<• Aus seinen Studentenjahren erzählt I. Schwenk, Mitglied der .Hasso-Rassovia: Im Sommer 1839 und 1840 war unser Kneiplokal im „kalten Frosch". Das Bier wurde aus Mine- ralwasserkrügen eingeschenkt und aus Schoppen- gläsern getrunken; int Winter kneipten wir berm David Lederer, dem jetzigen Hause Lederer gegenüber. Mittwoch und Sonnabend hatten wir spezielle Kneipe. Vom Wintersemester 1840 an nahm das Corps regen Anteil an den öffent­lichen Vergnügungen der besseren Gesellschaft, man nannte sie die „Dienstags-Gesellschaft", die sich lebhaften Zuspruchs der Professoren erfreute. Die Dienstags-Gesellschaft hatte ihre Zusammen­künfte bei Eurich (Markees) und im Dämmels- berg auf der oberen Terrasse, um die Abende mit Musik, Tanz und Picknick zuzubringen. Diese Gesellschaft hatte früher als Donnerstags-Gesell­schaft eine Ebene weiter unten am Dammels- berg inne, da wo die Schaukel stand. Vor dem Parfüßertore war der sog. List, das Klubhaus mit Garten, wo die Honoratioren verkehrten, während dis Studenten im akademischen Mu­seum ihre Zusammenkünfte hatten. Es Wurdest Landpartien gemacht, im Winter hielt man Bälle ab und spielte Theater. Die in den Stücken vorkommenden Frauen stellten die Corpsbrüder dar. Im Sommersemester 1842 tarn es zu Uneinigkeiten im Corps, wobei eine Anzahl Burschen austraten; es entstanden nun -wtschen diesen und den Aktiven Paukereien. Um btese Zeit kam der Frühschoppen recht in SchWUng. Obgleich schon von Göttingen und Hetdelberg kommende Studenten Zigarren rauchten, gebrauchte man doch ausschließlich Viersen; an der langen Pfeife waren die Litzen und Quasten nach den Farben grün-weiß-blaü. Als kurze Pfeife hatte man den sog. Schwan- Hals, eine Pfeife, deren Kopf und Wassersack eil» einem Sttick waren. Als Abendbrot wprde

von dem er das meiste für die Zukunft Deutsch­lands erwartete. Allein diese Periode der Irrungen und,Wirrungen ging schnell vorüber: als die wahrchroZiele der bismarckschen Politik im Volk richtig erkannt und gewertet wurden. So konnte denn am 5. September des folgenden Jahres der Großherzog unter der begeisterten Zustimmung seines Volkes die bekannte Er­klärung abgeben: „Mein Entschluß steht fest, dieser nationalen Einigung unausgesetzt nachzustreben, und gern werde ich und wird mit mir mein getreues Volk die Opfer bringen, die mit dem Eintritt in dieselbe verbunden sind." Seinem Worte getreu hat dann Eroßherzog Friedrich mit seinen Badensern freudig zum Schwerte ge­griffen, als es galt, dem Angriffe des Erb­feindes zu begegnen. Großherzog Friedrich war es auch, der bekanntlich bei der Kaiser­proklamation in Versailles das erste Hoch auf den deutschen Kaiser ausbrachte. Dieser Tag bildete den Höhepunkt im Leben des verewigten Fürsten, dessen segensreiches Wirken im natio­nalen Geiste damit jedoch noch nicht zu:n Ab­schlüsse gelangte. War er vorher der Herold und Vorkämpfer des deutschen Reichseinheits­gedankens gewesen — was Kaiser Wilhelm II. 1889 bei seinem Besuche in Karlsruhe rühmend hervorhob —, so ward er später nicht müde, das deutsche Volk vor den Gefahren der Zukunft zu warnen und es zu ermahnen, das Schwert scharf zu halten und die Tugenden zu bewahren, durch die es zur Größe gelangte. Seinem Badener Lande aber hat Großherzog Friedrich I. alle Segnungen der fortschreitenden Kultur zugäng­lich gemacht und sich als ein wahrer Landes- vater und als das Vorbild eines konstitutionel­len Fürsten erwiesen.

Der „Reichsanzeiger" widmet dem verewig­ten Eroßherzog folgenden Nachruf: Dis Schat­ten wehmütiger Trauer senken sich mit dieser Todesbotschaft auf Deutschland herab. Was Eroßherzog Friedrich seinem badischen Lande und dem deutschen Reiche gewesen, haben ihm die Kundgebungen dankbarer Liebe und Ver­ehrung bezeugt, als er am 24. April 1902 das fünfzigjährige Jubiläum einer mit Erfolgen reich gesegneten Regierung, am 9. September 1906 die Feier seines achtzigsten Geburtstages und noch in demselben Monat das Fest der gol­denen Hochzeit beging. Diese Kundgebungen, dis sich jetzt an der Bahre des edlen Entschla­fenen erneuern, gelten nicht bloß Badens Eroß­herzog, der sein Land aus trüben Zeiten zu blühender Wohlfahrt geleitet, nicht bloß dem

auf der Kneipe ein belegtes Butterbrot für zweieinhalb Silbergroschen gegessen; fetter Braten und Kartoffelsalat wurde warm ge­gessen.

An befreundete Corps wurden Bierzettel geschickt. Die anwesenden Corpsburschen tranken dann der anderen Hochschule 12—14 Schoppen vor. Einst tranken wir drei Chargierte jeder 12 ganze Schoppen auf einen Zug aus. Auf den speziellen Kneipen wurde oft ein Rundgesang angestimmt, wobei jeder die Strophe eines Liedes sang nach der Melodie des damals bekannten Liedes:

„Es ging ein Mädchen in die Stadt, Das Aepfel zu verkaufen hat.

Du armes Mädchen dauerst mich, Deine Aepfel sind ja säuerlich."

Unsere Farben waren bei Abend denen der Westfalen sehr ähnlich, dunkelgrün-weiß-dunkel- blau. Die Westfalen hatten nur helleres Grün. Unsere Mützen hatten bis zum Sommer 1841 blau-weiße Streifen. Damals wählten wir helleres Grün und helleres Blau und trugen um die Mützen blaue Streifen mit weißer Ein­fassung. Auf der Straße und- offen war das Tragen von drei Farben verboten. Deshalb trugen wir die grünen Mützen mit weißen Streifen um den unteren Rand, die Westphalen hatten schwarze und die Teutonen dunkelblaue Mützen mit Perkussion über dem Schild. Bis 1841 wurden die grünen und blauen Mützen ohne jedes Abzeichen gytragen. Auch gab es keine Fahnen mit dreifarbtgen Abzeichen bei öffentlichen Aufzügen. Nur bei Beerdigungen entsinne ich mich derer.

Im Winter 1838/39 kamen zwischen Hessen und Teutonen auf dem Marktplatze Reibereien pyr, die in Tätlichkeiten ausarteten und die Auflösung beider Korps zur Folge hatten.

Im Sommer 1889, sm 14. Juni, taten sich Itun die Teutonen, die früher himmelblau-weiß- gold trugen, mit den Farben dunkelblau-roi- gold wieher auf; die Hessen-Nassauer desglei-

am 13. .3nli 1831 Ds fräliie Droftllor

ritterlichen Feldherrn, den das deutsche Heer als Generalobersten der Kavallerie und als Armeeinspekteur mit Stolz den seinigen nannte, dem sinnigen Förderer der Werke des Friedens, der Künste und Wissenschaften; sie huldigten vor allem dem hochverdienten Bundesfürsten, der als einer der letzten aus der Heldenzeit des jungen Reiches, als Eidam des ersten großen Kaisers, als Schwager Kaiser Friedrichs, als Mitstreiter und Mitarbeiter für Deutschlands politische Einigung allen Patrioten ans Herz gewachsen war. Den getreuen Eckatt unseres Volkes hat man ihn genannt, weil er nicht müde wurde, dem jüngeren Geschlecht die Mahnungen einer großen Vergangenheit leben­dig zu erhalten durch sein Wort, durch sein Walten, durch seine ehrwürdige Herrscher­gestalt. So lebt er in den Herzen seiner Ba­dener, die ihren Eroßherzog Friedrich nicht ver­geßen werden, und im Gedächtnis der gesamten Nation. Möge cs in ernsten Stunden dem deutschen Volke nie an Fürsten von der Hin­gebung an die nationale Sache, von der Treue, Tatkraft und Weisheit fehlen, als deren Ver­körperung Friedrich von Baden in unserer Ge­schichte leuchtet.

lieber den Lebensgang des Verstorbenen ist noch folgendes zu bemerken: Eroßherzog Fried­rich I. war am 9. September 1826 in Karlsruhe geboren als der zweite Sohn des nachmaligen Eroßherzogs von Baden und feiner Gemahlin Sophie, einer Tochter des Königs Gustav IV. Adolf von Schweden. Er schien nicht für die Regierung bestimmt; hatte er doch einen älte­ren Bruder, den 1824 geborenen Erbgroßherzog Ludwig. Mit ihm ward er in dem kinder­reichen Elternhause gemeinschaftlich aufs sorg­samste erzogen, und mit ihm bezog er 1843 zu längerem Studium die Universität Heidelberg. Soldatische Ausbildung folgte der wissenschaft- lichen Beschäftigung. Eine entscheidende Wen­dung int Leben des Prinzen Friedrich trat ein, als sein Bruder Ludwig in Geisteskrankheit verfiel. So mußte er sich auf den hohen Beruf des Regierenden vorbereiten, und zu diesem Zwecks besuchte er 1847 zum zweiten Male die Universität, und zwar die in Bonn. Als der Aufstand von 1848 in Baden ausbrach und auch die Truppen ergrifft, entkam Prinz Friedrich mit knapper Rot den Händen der Meuterer. Am 24. April 1852 schloß Eroßherzog Leopold seine Augen. Der Erbgroßherzog Ludwig be­stieg dem Namen nach den Thron, Prinz Fried­rich aber wurde statt seiner zum Regenten er­nannt. Den. großherzoglichen Titel nahm er, nachdem die Unheilbarkeit des Leidens seines

Ludwig an der hiesigen Anatomie, ein geborener Hanauer, veranlaßte, daß bei den Hessen-Nas­sauern die Farben grün-weiß-blau angenommen wurden, waren sie doch die der 1827 bestanden habenden Hanovia, nur mit dem Unterschied, daß diese himmelblau-weiß-hellgrün trugen. Die Landesfarbe des Hessen ist rot-weiß und die der Nassauer orange-blau. Anfangs der fünf­ziger Jahre wechselten die Teutonen ihre Farbe und trugen anstatt der dunkelblauen nun ein helleres Blau an ihren Mützen.

Eine Damenbegrüßung.

Marburger Mädchen Mit fröhlichen Sinnen, Tausend Fädchen Zum Netze sie spinnen. Lachende Augen, Wangen wie Rosen, Lippen, die taugen Zum Küssen und Kosen, Füßchen bewegen Beim Tanz sie ahn' Ende, Fleißig sie regen Daheim auch die Hände, Arbeit nicht minder Geltung hier hat; So sind die Kinder Der Musenstadt.

Dir für mein Leben, Marburger Kind, Bleib ich er geben Und treu gesinnt.

Eine nutzlose Mahnung.

Im Hause des Töpfer Schuhmacher an der Ketzerbach wohnte anfangs der sechziger Jahre tzin Student namens Seelig, bei welchem Ueber- fluß an Geldmangel immer vorherrschend war. Nachdem alle seine Sachen den Weg zum großen Kleiderschrank auf dem Rathause gefunden Latten unbAtots tetbtdu midtai war.

Bruders erkannt war, am 5. September 1856 an, — am 22. Januar 1858 erlöste der Tod desi Eroßherzog Ludwig von seinem umnachteteß Dasein. Am 20. September 1856 hatte sich der Croßherzog, wie bereits erwähnt, mit der Ptin- zessin Luise von Preußen vermählt, der Tochter des späteren Kaisers Wilhelm I. In seiner Ge-' mahlin fand der Großherzog Friedrich eine treue Gefährtin. Sie schenkte dem Eroßherzoge zwei Kinder: den Erbgroßherzog Friedrich unk' eine Tochter Viktoria, die am 20. September! 1881 die Gattin des Kronprinzen von Schwede»' wurde; durch sie wurden der Eroßherzog uni die Großherzogin Großeltern und Urgroßeltern^ An den deutschen Fürstenhöfen war die Kunde von der Erkrankung des nunmehr ver4 ewigten Eroßherzogs mit wärmster Teilnahme ausgenommen worden. Bei der Nachricht vom' Ableben des Eroßherzogs liefen von alle» Höfen herzliche Beileidsdepeschen ein. Wie au4 München vom Samstag gemeldet wurde, hat der Prinzregent von Bayern anläß­lich des Todes des Eroßherzogs von Baden a^ den Kaiser folgendes Telegramm gesandt: i

Seiner Majestät Kaiser Wilhelm, Berlin, Von tiefem Mitgefühl ergriffen, drängt « mich, Dir anläßlich des Ablebens Deines ge^ liebten Onkels, des um des geeinten Vater­landes Ruhm und Eröße so hoch verdiente»' Eroßherzogs von Baden, meine innigste und' aufrichtigste Teilnahme auszusprechen.

Luitpold.

Darauf ist vom Kaiser folgendes Ant­worttelegramm eingegangen:

Seiner Königlichen Hoheit Prinzregent Luitpold, München.

Für Deine gütige Teilnahme anläßlich des Ablebens Meines hochverehtten Onkels spreche Ich Dir Meinen herzlichen Dank aus.' Der Tod des Eroßherzogs ist für Mich und Unser deutsches Vaterland ein schmerzlicher großer Verlust. Wilhelm LR.

Wie aus Karlsruhe berichtet wird, ist der dortige Profeffor Moeß telegraphisch zur Ab­nahme der Totenmaske des Eroßherzogs nach der Mainau befohlen worden.

Nach vorläufiger Bestimmung soll die Ueberführung der Leiche des Eroßherzogs Mitt­woch mittag stattfinden und zwar von der Jtm fel Mainau aus mit dem Dampfer „Kaiser Wil­helm" nach Konstanz, von wo der Sarg in feier­licher Ueberführung von Militär nach de« Bahnhof getragen wird. Von hier wird der Sarg mit einem Sonderzug nach Karlsruhe ge­bracht, wo vor Eintritt des Abends die Ankunft

et sich an den alten „Hoppch", welcher den Stu­denten gegen hohe Zinsen kleine Darlehen gab- Ein Augenzeuge erzählt folgendes darüber; Eines Morgens im November, wir saßen gerade bei dem Morgenkaffee, klopfte jemand an, unk' auf das „Herein" des Hausherrn erschien bewaff­net mit der Schnupftabakdose in der einen Hank' und rotem Taschentuch in der anderen Hank der alte „Hoppch" auf der Bildfläche, resp. in der Stube. Mit den Worten: „Unkel, eß he da drowe? Ech muß zeitig komme, sonst fliegt bet Vogel aus," redete er meinen Meister an. „Ja wen meinen Sie denn?" worauf der „Hoppch^ antwortete: „Aech meene den Seelig, äch will emol sih, obe bezahle will oder nitt, allswett holt ihn e Donnerwetter, den Lompehond, »ernt er kee Geld gibt." Der Hausherr sagte: „Herr Seelig ist um 2 Uhr erst nach Hause gekommen^ bet schläft noch." „Da will äch emol die Trepp enoff zieh. Mädche, leicht met doch emol bi< Trepp enoff, daß äch nit stolpere." Nun hörte» wir vor der Stubentüt foglendes Gespräch. „Gl Motge Herr Seelig" — keine Antwort. „El Morge Herr Seelig" — abermals keine Antwort. „Eu Marge hun äch gesaat!" Jetzt klopfte bet! „Hoppch" an der Türe, „gu Marge Herr Seelig." „Wer ist draußen, bet mich so frühe stört?" „Der H. ist brauße, ber will sei Geld hun; wann Se mich nitt bezahle, bann holt Ihne e Dunner- wetter, bis morge will ich mei Geld hun unk bezahlt sei." Hierauf ertönte aus dem Zimmer zurück: „Scheren Sie sich zum Teufel, ich will schlafen. Ich gebe Jhüen mein Ehrenwort, mor­gen bekommen Sie Ihr Geld." Hovpch er­widerte: „Ihr Ehrewort das hängt lm A....»," — Als Antwort erwiderte der Student: „Nun ist es aber genug, wenn ich Sie nicht bezahle, dann bezahlt Sie mein Vater." „Ehr Dotter, der efc grod so e Lamp on so schlächt wäk Sie" Mit diesen Worten hatte die Unterhaltung ein Ende erreicht. Der Alte stolperte zur Treppe herunter und zum Hause hinaus, verfolgt von dem Ge­lächter der Hausbewohner.

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