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mit dem Kreis blatt für die Kreise Marburg und Kirckbaiu.
SonutaaSbeUaaer AlluttrirteS Eouvtaas-lsU.
229
Vierteljährlicher Bezugspreis; bei der Expedition 2 MH, bei allen Postämtern 2,26 M. (egeu Bestellgeld).
Jnsertionsgebnhr: die gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 Pfg.
Reclanien: die steile 80 Pfg.
Marburg
Sonntag, 29. September 1907.
Erscheint wächentlich siebe« mal.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitLtS-Buchdruckerck
Marburg, Mmckt 21. — Telephon 55.
42. Jahrg.
Erstes Blau.
Das Aboauemeat auf die „Oberhefsifche Zeitung", das größte, meistgelesenste und weitverbreitetste Blatt Marburgs und per Umgegeud kostet vierteljährlich nur 2.25 Mk. Inserate habe« besten Erfolg.
Zur Verlängerung der Brüsseler Konvention.
/ Das Zusatzabkommen zum Zuckervertragr vom 5. März 1902 — der sogenannten Brüsseler Konvention — wurde vor einigen Tagen an einer Stelle behandelt, die tii ihrer Zusammenlegung dazu besonders kompetent erscheint. Im Älrschufse des Vereins der Deutschen Zucker- Industrie haben bekanntlich alle zuckerproduzierenden Gegenden Deutschlands ihre Vertretung. Dieser Ausschuß hat am 18. d. M. das Zusatzabkommen einer gründlichen Prüfung vom Standpunkte der deutschen Zucker-Industrie unterzogen. Wie zunächst mitgeteilt wurde, ist dasselbe inzwischen von den Regierungen der sämtlichen beteiligten Staaten unterzeichnet worden. Die deutsche Regierung hat mit der Unterzeichnung gleichzeitig die ausdrückliche Erklärung abgegeben, daß die Entschließung über die Ratifikation vorbehalten bleibt, sofern nicht Rußland Unter annehmbaren Bedingungen der Konvention beitritt. Das Vorgehen der deutschen Regierung erfolgte nach wiederholten Beratungen mit Sachverständigen aus der Zucker-Industrie, der Landwirtschaft und dem Handel, und im Einverständnisse mit diesen Sachverständigen. Durch das Zusatzabkommen wird die Brüsseler Konvention vom 1. September 1908 ab auf weitere 5 Jahre verlängert. Unter gewissen Voraussetzungen wird jedoch die Möglichkeit des Rücktritts schon nach 3 Jahren gegeben, dann nämlich, wenn die permanente Kommission in Brüssel durch Mehrheitsbeschluß festgelegt bat, daß die Umstände es notwendig macken, diese Befugnis einzuränmen. England wird durch das Zusatzabkommen von der Verpflichtung zum Strafzoll oder Verbot des Vrämienzuckers be- Freit. verpflichtet sich allerdings zu Maßregeln, durch die ein Eindringen der in England aus Prämienzucker hergestellten Raffinaden nach« - den anderen Vertragsländern ausgeschlossen wird: der in Großbritannien raffinierte Zucker soll beim Export dorthin von einem Zertifikat begleitet werden, welches besagt, daß kein Teil dieses Zuckers aus einem Prämienlande stammt. Eine gleiche Verpflicktung bezüglich der mit Prämienzucker hergestellten zuckerhaltigen Waren hat England wegen der Schwierigkeit der ........... ■—- ' ----------- —=g
51 (Nachdruck verboten.)
In den Fluten.
Roman von Jenny Hirsch.
Fortsetzung')'.
„Nicht wir mußten, sondern Du zögertest, obwohl mir der Boden unter den Füßen brannte," versetzte Gertrud vorwurfsvoll. „Ge- trg gefangen unter der Beschuldigung, mich ermordet zu haben, Melnik sein vornehmster Ankläger, meine Leiche im Kellersee gefunden und in unserem Familienbegräbnis beigesetzt — es war ja, um den Verstand zu verlieren."
„Du mußtest Dich selber dementieren, wie der alte Wrangel sagte, als man einmal die fälsche Nachricht von seinem Tode verbreitet hatte," scherzte Seraphine, „das kam nun doch auf einen Tag nicht an."
„Wohl kam es darauf an," antwortete Gertrud eifrig. „Wären wir nur einen Tag früher eingetroffen, so würde die Schwurgerichtsvek- handlung nicht stattgefunden haben, und wie konnte sie überhaupt stattfinden, da Du doch ein Telegramm abgeschickt hattest, das unser Eintreffen nieldete? Das fällt mir erst jetzt wieder ein," fügte sie hinzu.
„Weil ich dieses Telegramm nicht abgeschickt habe," erklärte Seraphine mit einer Gelassenheit, die sehr drollig war.
„Weshalb nicht?" fragte Gertrud und die anderen mit ihr.
„Weil ich die Gerichtsverhandlung nicht ver- hmccrn wollte," war die Antwort In der ersten Empörung hattest Du mir Deines"Schwa- gers Schurkenstreich verraten, dann aber bereutest Du es, legtest mir Stillschweigen auf und wolltest ihn schonen. Das aber durfte nicht sein. Ein Frevel, wie er ihn begangen hat, erheischt Sühne,' einer Natter muß man den Kopf zer-
Durchführung nicht übernehmen zu können erklärt. Es ist in dieser Beziehung eine gewisse Besorgnis laut geworden, der gegenüber aber darauf hinzuweisen ist, daß der bei uns bestehende Zollschutz von 60 Mark pro Doppelzentner genügen dürfte, um eine erhebliche Zunahme der Einfuhr zuckerhaltiger Waren aus England zu verhindern.
Mit der Unterzeichnung durch die betreffenden Regierungen ist das Zusatzabkommen aber nicht rechtsverbindlich geworden. Zur Gültigkeit bedarf dasselbe noch bet Ratifikation der gesetzgebenden Faktoren, in Deutschland durch den Reichstag. Die Ratifikations-Urkunden müssen vor dem 1. Februar 1908 in Brüssel im Ministerium des Aeußeren hinterlegt sein. Von den Staaten, welche die Ratifikation bis dahin nicht vollzogen haben, wird angenommen, daß sie die Konvention vertragsmäßig rechtzeitig gekündigt haben. England hat, falls nicht allseitig und rechtzeitig ratifiziert wird, das Recht, auch dann noch die Konvention per 1. September 1908 zu kündigen. Also die Zeit ist gemessen, innerhalb deren über die Ratifikation in den einzelnen Vertragsstaaten entschieden werden muß. Die Organe des Vereins der Deutschen Zucker-Industrie haben daher gewiß im Interesse der deutschen Zuckerindustriellen gehandelt, wenn sie mit der Erwägung ihrer Stellungnahme zur Ratifikation nick "iten.
Einmütig wurde betont, daß durch die englische Forderung das Interesse Deutschlands an dem Fortbestände der Konvention stark gefährdet werde. Dadurch sei es erklärlich, daß nach dem Bekanntwerden der englischen Forderung die Beseitigung der Konvention als kleineres Hebel betrachtet werde. Durch die während der Verhandlungen eingetretene Möglichkeit des Beitritts Rußlands fei diese Ansicht jedoch in etwas revidiert. Es müsse angestrebt werden, durch die Beseitigung der russischen Prämien dem deutschen Zucker die Wettbewerbsmöglichkeit auf dem englischen Markte zu erhalten. Alsdann würde, zumal bei der starken Steigerungsfähigkeit des russischen Konsums die Gefahr der Erschütterung des Marktes vermindert werden, die sonst in Rücksicht auf die hohen russischen Bestände und die Ausdehnungsfähigkeit der russischen Produktion zu befürchten sei. Durch den Fortbestand der Konvention unter Einschluß Rußlands würde der Befreiung Englands von der Strafklausel auf prämiertem Zucker die scharfe, gegen die derzeitigen Konventionsstaa- ten gerichtete Spitze genommen, während die Vorteile der Konvention bestehen blieben. Als solche seien zu betrachten: einerseits die Verpflichtung Englands, 1. den Rohr- und Rübenzucker gleichmäßig zu behandeln, 2. keine Prämien in seinen Kronkolonien, die einzig als Zucker-Ausfuhrländer in Betracht kämen, zu gewähren, 3. bei der Einfuhr keine differentielle Behandlung des Zuckers eintreten zu lassen, insonderheit Den Zucker der Vertragsstaaten zum niedrigsten Satze des englischen Einfuhrtarifes zuzulassen, 4. die Verarbeitung von Zucker im
treten, wenn man sie in seiner Gewalt hat: läßt man sie frei, so ersieht sie die Gelegenheit, sich für die ihr erwiesene Großmut zu rächen. Ich rechnete auf die gewaltige Wirkung, die Dein plötzliches Erscheinen hervorbringen würde, und habe mich nicht betrogen."
„Wenn aber durch irgend ein Ungefähr Eure Reise verzögert und bei Eurer Ankunft schon das Schuldig gesprochen gewesen wäre?" fragte Georg.
„So wäre das Urteil noch nicht rechtskräftig gewesen; man hätte Dich nicht sogleich ins Zuchthaus gesteckt," antwortete Seraphine.
„Das nicht, aber Melnik hätte möglicherweise mit Gertruds Vermögen über alle Berge fein können," bemerkte der Konsul. „Wäre Herr Cltester heute verurteilt worden, so würde Melnik noch in der Nacht mit mir nach Hannover gereist sein, wo ich es ihm hätte müssen ausbezahlen müssen, denn er besaß die Generalvollmacht seiner Fran, der einzigen Erbin."
Er erzählte nun, wie Melnik am Tage nach dem Begräbnis der vermeintlichen Gertrud das Vermögen feines Mündels von ihm verlangt habe, und daß dadurch bei ihm zuerst ein gewisser Verdacht erwacht fei. „Hätte ich es ihm damals ausgezahlt," fügte er hinzu, „so würde er sich damit unverzüglich aus dem Staube gemacht haben, denn et wußte doch, daß über seinem Haupte das Schwert hing. Er konnte unmöglich Eltesters Erzählung für ein Märchen halten."
„Hätte er doch gesprochen, wenn es ihm nur um Geld zu tun gewesen wäre, ich hätte ihm gegeben —“
„Aber ich nicht, mein Kind," fiel der Konsul ein. „Ich hätte nickt noch das Deinige in Len Schlund geworfen, der schon Deiner Schwester ganzes Erbe verschlungen hat. Vergiß nicht, daß sie mit ihren Kindern jetzt gänzlich auf Deine Hilfe angewiesen ist ". —■^6-.
Entrepot aufrecht zu erhalten, und andererseits 5. die Unmöglichkeit für die Konventionsstaaten, wieder Prämien einzuführen. Wenn auch Deutschland nicht an eine Wiedereinführung der Prämien denken würde, so bestände doch die Möglichkeit in den anderen Staaten.
Unter Berücksichtigung dieser Umstände gelangte der Ausschuß des Vereins der Deutschen Zucker-Industrie zu der Ueberzeugung, daß die jetzt mit Rußland angebahnten Verhandlungen nicht von der Hand gewiesen werden dürfen, und zunächst das Ergebnis dieser Verhandlungen abgewartet werden müsse. Der Beitritt Rußlands unter annehmbaren Bedingungen ist nun nicht die einzige Voraussetzung, an die unbedingt die Annahme des Zusatzabkommens geknüpft werden mutz. Schon als seinerzeit im Reichstage über die Brüsseler Konvention selbst verhandelt wurde, erklärte sich ein Teil der Abgeordneten für die Konvention nur dann, wenn gleichzeitig eine erhebliche Herabsetzung der Verbraucksabgabe vorgenommen würde, und wenn diese Herabsetzung fortgesetzt würde, sobald der Jnlandsverbraüch zunehmen und die Reichseinnahmen auch bei der verminderten Verbranchsabgabe steigen sollten. Damals wurde die Zuckersteuer von 20 Mark auf 14 Mark herabgesetzt. Inzwischen ist die Zuckersteuer-Einnahme des Reiches gestiegen. Es ist daher vollberechtigt, zu fordern, daß bei einer Ratifikation des Zusatzabkommens, die seinerzeit in Aussicht gestellte weitere Herabsetzung der Zuckersteuer gleichzeitig gesetzlich gewährt werde. Der Ausschuß des Vereins der Deutschen Zucker-Industrie hält diese Herabsetzung der Zuckersteuer für eine Bedingung, ohne deren Erfüllung von einer Ratifikation des Zusatzabkommens nicht die Rede sein darf. Es dürfte außer Zweifel sein, daß in dieser Frage die Auffassungen der landwirtschaftlichen und industriellen Kreise sich decken, wie denn die Interessen beider Erwerbskreise nach dieser Richtung hin vollkommen identisch sind.
Nach vielstündigen Verhandlungen kam der Ausschuß des Vereins der Deutschen Zucker-Industrie zu folgendem Ergebnis:
„Der Ausschuß hält die Ratifikation des Zusatzabkommens für ausgeschlossen,' wenn nicht Rußland der Brüsseler Konvention unter annehmbaren Bedingungen beitritt und wenn nicht spätestens gleichzeitig für Deutschland ein Gesetz verabschiedet wird, welckes die Zuckersteuer auf höchstens 10 Mark pro Doppelzentner herabsetzt."
Welche Bedingungen bezüglich des Beitritts Rußlands zur Brüsseler Konvention für Deutschland annehmbar sein möchten, das ist eine Frage, die auf Grund eingehender Prüfung beantwortet werden wird. Darüber aber sind alle beteiligten Kreise bereits jetzt einig, daß der von Rußland bisher gemachte Vorschlag nicht annehmbar ist. Indessen scheint es wohl zutreffend zu sein, daß die russische Regierung zunächst nur Vorschläge gemacht hat und sich auch ihrerseits zu Verhandlungen geneigt zeigen wird. Der Ausschuß des Vereins der Deutschen Zucker-
„Meine arme, arme Melitta, die unschuldigen Kinder, ich habe ihnen den Gatten und Vater entrissen, ich hätte doch schweigen sollen!" sagte Gertrud, sich anklagend.
„Richt Du, er selbst hat das getan," entgegnete der Konsul fest, „wie auch die Verhandlung geendet hätte, er wäre doch nicht zu ihnen zu- rückgekehrt, und es ist gut so, wie es gekommen ist."
Es entstand ein feierliches Schweigen, jedes war mit seinen Gedanken beschäftigt, bis Gertrud plötzlich rief: „Wen haben sie statt meiner an der Seite meiner Eltern begraben? Wer ist die Unglückliche, die man aus dem Kellersee gefischt hat?"
„Auch dieses Rätsel wird noch seine Lösung finden," beschwichtigte sie die Försterin. — „Es ist spät geworden," fügte sie hinzu, „wir alle bedürfen der Ruhe, Seraphine soll Dich in Dein Schlafzimmer führen, schlafe sanft, mein Töchterchen."
Sie küßte Gertrud auf die Stirn, und von Georg geführt, verließ diese in Seraphinens Begleitung das Zimmer.
Eine Viertelstunde später herrschte tiefe Stille im Forsthause. Alle hatten sich auf ihre Zimmer zurückgezogen — alle bis auf ein junges Paar.
Seraphine war vor die Tür getreten, um ihr glühendes Gesicht noch einmal im Nachtwind zu kühlen, und leise war ihr Dorn gefolgt. Er stahl sich an ihre Seite und ergriff ihre Hand, aber sie erschrak nicht; hatte sie vielleicht sein Kommen erwartet?
„Seraphine," begann et in gedämpftem Ton und versuchte iht trotz der Dunkelheit in die Augen zu sehen, „darf ich jetzt die Frage wiederholen, die Sie mir vor Wochen vom Munde ab- schnitten, weil es nicht an der Zeit war, heute .....
Industrie hat sich daher auch für solche Verhand« lungen ausgesprochen. Möchten diese zu einem annehmbaren Ergebnis führen! Andernfalls dürfte der Fortbestand der Brüsseler Konvene tion vom 1. September 1908 ab in Frage ße* stellt sein.
Deutsches Reich.
— Reichskanzler Fürst Bülow wird voraus« sichtlich Norderney in der nächsten Woche verlassen. Ein bestimmter Tag ist, wie es scheint; noch nicht ins Auge gefaßt worden.
— Die bei der Enthüllung des Rational« denkmals in Memel als N a ch k o m m e n der in den Hermen am Denkmal dargestellten und auf den Inschriften erwähnten Männer Anwesenden waren, wie die „Tägl. Rundschau" mitteUt, folgende:
Familie Stein: 1) Unico Graf von d. Eröben- Neudörfchen, kaiserl. Gesandter, Urenkel, 2) Gräfin von der Gröben, geb. Gräfin Kielmanns- egg, Schloß Pappenberg, Enkelin, 3) und 4) Graf von Kanitz, Generalleutnant z. D. und Gemahlin, geb. Gräfin von der Gröben-Saskoschin, Urenkelin.
Hardenberg: 5) Graf von Hardenberg, Generalmajor und Kommandeur der 14. Infanterie- Brigade (Seitenlinie).
Schröiter: 6) und 7) Freiherr von Schrötter« Wohnsdorf, königl. Kammerherr und Gemahlin, geb. Gräfin von Lehndorff, Urenkel.
Schön: 8) bis 9) Major Robert von Schön- Insterburg und Gemahlin, Enkel, 10) Graf Roland von Brünneck-Bellfchwitz, Burggraf von Marienburg, Enkel, 11) bis 12) Dr. Bobrick. Generalarzt in Königsberg i. Pr. und Frau Gemahlin geb. von Schön, Enkelin, 13) von Brünneck, Regierungsassessor, Verwalter des Landratsamts Königsberg i. Pr., Urenkel.
von Porck' 14) Dr. Heinrich, Graf Porck von Wartenburg auf Klein-Oels, direkter Nachkomme.
Erolmann: 15) Frhr. von Richthofen-Erae- bersdorff, Enkel.
Dohna: 16) Burggraf zu Dohna auf Kanthen, Seitenlinie.
Klewitz: 17) Klewitz, Direktor int kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung-Berlin.
Niebuhr: 18) verw. Frau Geh. Hofrat Professor Anton Preller, geb. Rathgen-Dresden- Blasewitz, Enkelin, 19) Geh. Medizinalrat Professor Dr. Olshausen und Frau Gemahlin, geb. Rathgen-Berlin, Enkelin.
Hippel: 20) Kapitän zur See a.D. von Hippel- Dessau, Enkel, 21) Eugen von Hippel, Rittergutsbesitzer auf Croß-Kuglack, 22) Landrat von Hippel-Labiau.
Consentius: 23) Eonsenfius, Hauptmann a. D. Köslin, Seitenlinie, 24) Fräulein Mary Plaro- Memel, Urenkelin, 25) Frau Stadtrat Pitcairn.
„Sie dürfen," unterbrach sie ihn, „oder vielmehr, Sie brauchen nicht erst zu fragen."
„Seraphine, darf ich das Wort nach meinem, Herzen deuten?" Sie nickte. „Der schlicht« Förster ist Ihnen nicht zu gering?"
.Mein Vater und Großvater waren dasselbe." „ *
„O, ich bin ein so plumper Gesell —"
„Der mir gerade so gefällt, wie er ist," fiel sie ein, ihre Arme um seinen Hals schlingend und ihr Gesicht an seiner Brust verbergend, „ich kann keinen besseren Gatten bekommen, als den Nachfolger meines Vaters, der meiner Mutter, schon ein zärtlicher Sohn, meinem Bruder ein treuer Freund ist." l
„Und den Du auch ein wenig lieb hast?" fragte er zaghaft. ; -.
„Von ganzem Herzen."
Er küßte ihr die Worte von den Lippen. „Meine Seraphine, mein Schatz, meine süße Braut, ich will Dich auf Händen tragen!" rief er in seiner Freude ganz laut und hob sie rote eine Feder in seinen starken Armen tn dte $°^StiIf, still," bat sie, „Du weckst unsere Gäste laß uns ins Haus gehen, auf morgen, Liebster.
Noch eine Umarmung, dann gingen sie Hand in Hand in das Haus zurück. Sie ahnten nicht, daß der Auftritt einen Zeugen gehabt hatte.' Konsul Bauer hatte im Dunkeln am offenen Fenster seines Zimmers gestanden und alles mit angehört. !
„Sieh, sieh" murmelte er lächelnd', „das war noch ein hübscher Schluß dieses wechseloolle« Tages." 1
Behutsam schloß er das Fenster und suchte ohne Licht anzuzünden, sein Lager auf. .
.(Fortsetzung folgt)'