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stände sehen wir denn auch den eigentlichen Kern der ganzen Baumwollfrage, da er nicht nur für jene Südstaaten, sondern auch für Ost­indien gilt, wo bei der großen Bevölkerungs­dichte des Landes ein sehr bedeutender Teil des anbauwürdigen Bodens für Brotfrüchte und Reis reserviert bleiben muß.

Im Jahre 1903 wurden im ganzen 15,0 Mill. Ballen (zu je 500 englische Pfund) erzeugt, wozu noch etwa 1,6 Millionen nach Schätzung auf China und Korea kommen. Von der erstgenann­ten Menge wiederum kamen 10,2 Millionen Ballen auf die Vereinigten Staaten, 2,7 Mill, auf Ostindien und 1,2 Mill, auf Aegypten. Ins­gesamt also 36 Prozent. Die fehlenden Mengen entfallen auf die verschiedensten Länder der Baumwollzone, unter denen das asiatische Ruß­land mit 0,4 Millionen Ballen die erste Stelle einnimmt. Welche Monopolstellung die Ver­einigten Staaten auf dem Weltmärkte in Baum­wolle einnehmen, zeigte sich besonders 1903, als die Baumwollernte in den Südstaaten infolge schlechter Ernten um 2,6 Millionen Ballen nied­riger ausgefallen war;, eine schwere Kalamität der europäischen Industrie war die unabwend­bare Folge. Wenn man aber genau die Stati­stik verfolgt, dann zeigt sich, daß diese Kalamität seit dem Jahre 1900 bereits die gesamte In­dustrie in Mitleidenschaft zieht. In den ersten Jahren des Stillstandes der Baumwollerzeug­ung konnte aber der Fehlbetrag aus dem Welt­vorrat gedeckt werden, und so erklärt es sich, daß 1903 zum erstenmal dieser Mangel sich empfind­lich geltend machte, da der Weltvorrat auf 2,4 Millionen Ballen bereits zurückgegangen war. Es herrscht also ein absoluter Vaumwollmangel, der schon 1904 auf dem internationalen Baum­wollkongreß in Zürich und jetzt wieder in Wien Gegenstand lebhafter Sorgen war. Und dieser absolute Mangel an Baumwolle wird noch da­durch wesentlich verschärft, daß in dem Haupt­anbaugebiet, den Vereinigten Staaten, der Eigenverbrauch durch schnelle Entwicklung der Bäumwollindustrie bedeutend vermehrt wird. Die beständig drohende Gefahr einer Baumwoll- krists mußte aber noch um so gefährlicher erschei­nen, als die natürliche Monopolstellung der Union noch verstärkt wurde durch die Bemüh­ungen, den Markt zu beherrschen, was an­dauernde Preissteigerungen und Schwankungen zur Folge hat. Und die deutsche Baumwoll- industrie nimmt lebhaften Anteil an den Preis­schwankungen, da sie noch zu % von den Ver­einigten Staaten abhängig ist. Welche Folgen dies Verhältnis hat, zeigt die Tatsache, daß 1899 Deutschland für seinen Vaumwollbedarf 228 Millionen Mark bezahlte, 1900 aber für eine so­gar kleinere Menge 318 Millionen Mark. Eine

Erscheint wöchentlich sieben mal,

Druck mb Verlag'. Joh. Aug. Koch, UmversiMS-DuchdruckerÄ 42. Jahrg.

Marburg, Markt 2t. Telephon 55.

solche wirtschaftliche Abhängigkeit unserer Baumwollindustrie von Amerika ist also sehr be­denklich.

Angesichts dieser Umstände verdienen die Vorschläge Beachtung, welche eine Bebauung bisher ungenutzten Bodens in den europäischen Kolonialgebieten bezwecken und neuerdings wie­der von H. Koch (Köln) in den Conradschen Jahrbüchern ausgestellt wurden. Für den Welt­markt haben vor allem, und wohl diese allein, die Versuche Deutschlands, Frankreichs und Eng­lands in ihren betreffenden Kolonien wirklichen Erfolg gehabt. Man ist hier zu Ergebniffen ge­kommen, welche für die Zukunft viel erwarten lasten. Und das ist sicher, wenn Deutschland, Frankreich und England ihre Schutzgebiete in erreichbarem Maße zur Vaumwollkultur erst ausnutzen werden, wird der größte Schritt zur Lösung der Vaumwollfrage getan sein. Das rühmlichst bekannte Kolonial-Wirtschaftliche Ko­mitee in Berlin und entsprechende wirtschaft­liche Vereinigungen in Frankreich und England sind die Urheber und Träger dieser Bestreb­ungen. Alle Hoffnungen der Baumwollindustrie dieser drei Länder richten sich auf Afrika. Aber noch sind zwei gewaltige Hindernisse zu besei­tigen: die Arbeiter- und Verkehrsfrage. Die Frage der Produktionskosten kommt erst als Folge dieser beiden ersten in Betracht, obwohl die Bestrebungen nach dieser Richtung hin nur dann wirklich von Erfolg begleitet sein werden, wenn die in den neu erschlossenen Gebieten er­zeugte Baumwolle nicht teurer ist, als die des Weltmarktes und sich mit den Wettbewerbern der jetzigen Erzeugnngsländer an Güte mesten kann. Aber es genügt, vorerst -die Ergebniste zu sehen, welche vor allem der Baumwollbau i n T o g o gestattet. Denn von der Möglichkeit, einst ganz Europa von Afrika aus mit Baum­wolle zu versehen, was Lord Palmerstons Traum war, sind wir noch unendlich weit entfernt. Im Vergleich zur Welternte sind die Ernten in den europäischen Schutzgebieten noch äußerst gering. Aber die Erträge wachsen von Jahr zu Jahr, und die Qualität der afrikanischen Ware ist gut. Die Erwartungen, welche man auf diese Bestreb­ungen setzte, sind, wie dieDeutschs Kolonial­zeitung" schreibt, durchaus in Erfüllung ge­gangen. Allerdings wird es noch lange Jahre dauern, bis die afrikanischen Ernten auf den Weltmarkt irgendwelchen Einfluß ausüben wer­den. Das aber mag uns beruhigen, daß nach Ansicht der meisten Fachleute die Lösung der Baumwollfrage auf diesem Wege und auf diesem Wege allein kommen kann und kom­men wird.

sagte Seraphinc. Nachdem sie dies getan und auch die schon bereitstehende Lampe angezündet hatte, nahm Gertrud wieder das Wort:

Die Furcht vor Melnik veränderte auch mein ganzes Wesen und drückte meinem Tun den Stempel auf. Die Vorstellung, ohne Georg von hier abreisen zu wüsten, war mir schrecklich, noch schrecklicher war mir aber die, warten zu sollen, bis er sich frei gemacht haben würde, und der Gefahr ausgesetzt zu sein, hier entdeckt zu wer­den. Auch seinen Vorschlag, ihn in Hamburg zu erwarten, wies ich zurück, ich hielt mich auch da nicht für sicher, und so entschloß ich mich denn, allein bis Liverpool vorauszureisen.

Wie mich Georg bis zur Station gebracht hat, das hat er bereits erzählt, ich füge deshalb nur noch hinzu, daß meine Reise ohne Unfall von statten ging. Als ich englischen Boden betreten

Zum Stande der Baumwollfrage.

Zu den einschneidensten Faktoren unserer ge­samten deutschen Volkswirtschaft gehört unstrei­tig die Frage nach der Versorgung mit Baum- ßvolle. Man pflegt heute von den in einem «Haushalt zur Lebensunterhaltung notwendigen stlusgaben ein Fünftel bis ein Sechstel auf die Bekleidung zu rechnen, von denen der größte An­teil auf KÄrmwollzeuge fällt. Die Baumwoll- ßS«rW MMen schon heute wegen ihrer relativen Mohlseilheft zu denjenigen Artikeln, welche dem "Massenverbrauch dienen und bei allen Kultur­völkern unentbehrlich sind. Von 0,50 kg in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ist der Verbrauch an Rohbaumwolle auf den Kopf der Bevölkerung im Durchschnitt auf 2,04 kg in den «Jahren 187175 und auf 6,5 kg im Jahre 1905 gestiegen. Das Anwachsen des Verbrauchs ist (dfo in einem schnelleren Tempo gestiegen als die Wevölkerungszunahme; denn von 18701905 wuchs die deutsche Einwohnerzahl im Verhältnis f' > pon 2:3, die Ziffer des Baümwollverbrauchs da­gegen von 2:6. Die deutsche Baumwollindustrie, welche der Spindelzahl nach derzeit noch hinter England und den Vereinigten Staaten zurück­steht, übertrifft hierin alle übrigen Nationen Europas und die Spindelzahl von ganz Asien.

Was nun die Baumwolle selbst betrifft, so führt Deutschland Rohbaumwolle und etwas Baumwollgarn ein und führt Vaumwollwaren aus. In unserer Eesamtausfuhr stehen diese dem Werte nach an erster Stelle. Der Wert der ausgeführten Vaumwollwaren ist von 101 Mill. Mark im Jahre 1898 auf 300 Mill. Mark im Jähre 1905 gestiegen. Anderseits nimmt der Wert der nach Deutschland eingeführten Roh­baumwolle ebenfalls die erste Stelle ein, und zwar sowohl nach Millionen Mark (398 im Jahre 1905) als auch nach Prozenten des Ein­fuhrwertes (5,4 in demselben Jahre).

Bei einem solchen Anwachsen des Verbrauchs an Rohbaumwolle müßte naturgemäß die Frage stach der Beschaffung des Rohstoffs an Bedeu­tung gewinnen, und das um so mehr, als die Industrie in einem außerordentlich schnellen Tempo zugenommen hat. Für die Versorgung unserer deutschen Industrie mit Baumwollroh­stoffen kommen hauptsächlich Ostindien, Aegyp­ten'llnd vor allem die Vereinigten Staaten in Betracht, deren Südstaaten heute in der Erzeug­ung der Baumwollrohstoffe eine führend: Stelle einnehmen. Ob wir aber für immer auf diese Quellen rechnen können, erscheint äußerst zwei­felhaft, da mit zunehmender Bevölkerungsdichte jener amerikanischen Staaten eine Zunahme der Getreidekultur auf Kosten der Baumwoll­kultur zu erwarten sein wird. In diesem Um­

Denlj'ches Reich.

Som Krankenlager des Großherzogs v0» Baden liegt folgender ärztlicher Bericht auß Mainau, von gestern Vormittag vor:Im Lauf« des gestrigen Tages und auch heute früh ist 6et dem Eroßherzog die Temperatur unter der Fie­bergrenze geblieben. Die Herztätigkeit zeigt aber die gleiche Erregung und Schwäche wie in bet letzten Tagen. Das Bewußtsein ist wieder gan- klar. Die heutige Nacht war sehr unruhig, durch Herzklopfen und Atemnot unterbrochen. Erst gegen Morgen traten mehr Ruhe und einige Stunden Schlaf ein. (gez.) Dr. Fleiner. Dr, Dreßler." M a i n a u, 26. Sept., 9 Uhr vorm. (Eigene Drahtmeldung). Bei Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog ist nunmehr die Affektion der Darmes, mit welcher die jetzige Krankheit be­gonnen hat, endgültig abgeheilt. Die Schmer­zen haben aufgehört, das F i e b e r ist ver­schwunden und das Bewußtsein ist wieder ganz klar; auch die Ernährung ist wieder in ausreichendem Maße möglich. Da­gegen beherrscht jetzt die als schwere Komplik«^ tion aufgetretene Herzschwäche das Kranb- heitsbild und gestaltet dasselbe sehr wechselnd. ~ Kurzatmigkeit tritt häufig ein und steigert sich bisweilen zur Atemnot. Jnfolgedeffen ist der Zustand des Eroßherzogs nach wie vor ernst. Di« heutige Nacht wurde einmal durch Atemnot und Schweißausbruch unterbrochen, war aber von 2 Uhr ab ruhig.

Gegen die Asnderung des Landtagswahk- rechts äußert sich dieVolkswirtsch. Korresp* folgendermaßen:Die Sozialdemokratie hat sich bei der letzten Reichstagswahl eine tüchtige Schlappe geholt. Der kleine Zuwachs von Stim­men wird durch den großen Mandatenverlust nicht aufgewogen. Das räumt notgedungen die Partei selber ein. Das Resultat konnte nur da­durch erzielt werden, daß die bürgerlichen Par­teien gegen die Sozialdemokraten ziemlich einig waren. Noch größere Einigkeit hätte noch bester« Resultate gezeitigt. Der Erfolg der Ordnungs- parteien aber hat die Arbeiterschaft hier und da stutzig gemacht. Die Führer der Sozialdemo­kratie haben Mühe, die Arbeiterbataillone bei­sammenzuhalten. Einige weitere Mißerfolge können für die Partei sehr verhängnisvoll wer­den. Gelingt es nun, bei der nächsten Wahl zum preußischen Landtage durch ein abgeändertes Landtagswahlrecht der Sozialdemokratie auch nur kleine Erfolge zu erzielen, so wird das den Mut und das Selbstvertrauen'der Genossen he­ben, und es wird die Arbeiter wieder fester an ihre Fahnen ketten. Da halten wir es den» wirklich für zweckmäßiger, den Kampf gegen die Sozialdemokratie weiter zu führen. Ist die

ein Schauer durch die Glieder, Und ich fühlte mich sehr elend, aber ich ächtete nicht darauf. Ist üenigen Minuten hatte ich meinen Beschütze; neben mir, ex erwartet« mich gewiß schon, bmtfi mußte sich alles, alles wenden, --------

Ich hatte den Hafen erreicht, spähend über­flog mein Auge die daselbst versammelten Grup­pen, hoffend, die geliebte Gestalt zu erblicken. Georg war jedoch nicht da; es war die erste Täuschung, aber sie entmutigte mich nicht!Er wartet deiner auf dem Schiffe!" tröstete ich mich. Ich bestieg eines der Boote, welche zur Ueber- führung der Reisenden nach derEtruria" bereit lagen und ließ mich nach dem Schiffe rudern, gewiß, daß er mich ankommen sehen und mir entgegen eilen werde. Wir legten an, mit pochendem Herzen und fliegenden Pulsen flog ich die Schiffstreppe hinauf Georg war nicht da!

Ich durchlief alle den Pastagieren zugäng­lichen Räume, ich blickte in die Kajüten, überall fremde Gesichter, die mich neugierig und ver­wundert anstarrten oder sich gleichgiltig von mir abwandten. Den Heißersehnten fand ich nicht, und nun ergriff mich eine namenlose Angst.

Noch einmal sprach ich mir Mut zu; ich war früh gekommen, bis zur Abfahrt des Schiffes war noch eine Stunde Zeit, Georg konnte noch anlangen.

Auf dem Verdeck, stand ich und beobachtete die vom Lande abstoßenden und ihren Kurs nach derEtruria" nehmenden Boote; sie kamen eins nach dem anderen, legten an der Schiffstreppe an, entledigtc.r sich ihrer Jnsasten und kehrten zum Hafen zurück. Mehr und mehr füllte sich das Schiff mit Reisenden; schon hatte ein Teil derselben sich in den Kajüten eingerichtet, voller und voller ward es auf dem Verdeck, und das «infam stehende, den angstvoll gespannten Blick in die Ferne richtende Mädchen ward mehr und mehr zum Gegenstand der Beobachtungen.

Jetzt kommt das letzte Boot," hörte ich eine Stimme neben mit sagen. Das letzte Boot dje letzte Hoffnung! Und da, da sah ich auch eine Gestalt, die aufrecht im Boote stand und mit dem Taschentuch wehte. Täuschte mich eine Aehnlichkeit, fpiefte meine erregte Phantasie mir vor, wär ich zu sehen wünschte, oder befand

ich mich bereits in den ersten Stadien des De­liriums ich glaubte Georg erblickt zu haben! Schleunig verließ ich das Verdeck und eilte beit Ankommenden entgegen! Grausame Täuschung? Fremde Gesichter starrten mich an, er war nicht darunter, er war nicht gekommen!

Und jetzt begann das Rasteln der Ketten, man machte das Schiff klar, um in See zu gehen; nur noch kurze Zeit und ich schwainm hinaus in den Ozean, allein, verlosten, ohne Georg, ohne daß ich wußte, wo er war, ohne die Möglichkeit, ihm Nachricht zu geben.

War es Verzweiflung oder Fieberwahn, was mich da ergriff, ich weiß es nicht. Auf die Ge­fahr hin, in das Meer zu fallen oder mir den Kopf an einer Planke zu zerschellen, ohne auf die Zurufe der Schiffsleute zu achten, mit Zu- rücklastung meines Gepäcks sprang ich in das ab­stoßende Boot!Nehmt mich mit zurück, ich kann die Reise nicht mitmachen!" rief ich den erschrockenen Bootsführern zu und sank in die sich mir entgegenbreitenden Arme des einen von ihnen. i

Aber ich war in die Hände meiner Feind« geraten, der Verfolger, die Melnik abgesandt hatte, um mich zu fangen. Sie banden mir Hände und Füße, wie ich auch um mich schlug, sie knebellen mich, um mich am Schreien zu hin­dern und schleppten mich auf ein Schiff, das mich auf ein wüstes Eiland brachte. Dort schmiedeten sie mich an einen Felsen und mir gegenüber war Georg an einen anderen Felsen geschmiedet. Wir konnten einander nicht erreichen, einander nicht helfen; eines mutzte sehen, wie das andere ver­schmachtete, wie die Vögel die herbeigeflogen kamen, ihre Krallen und Schnäbel in unser Fleisch'schlugen, wie ekles Gewürm an uns empor kroch, o, es waren entsetzliche Qualen! Die Verzweiflung gab mir endlich Riesenkrafh ich zerriß meine Fesseln, da stürzte ich aber tiet tief in «inen Abgrund und blich bewußtlol liegen, ' .. <

In den Fluten.

Roman von Jenny Hirsch.

'(Fortsetzung).

Wie, Sie wußten, und Sie konnten schwei­gen, als man Sie selbst beschuldigte?" tief der Konsul.

Ich wußte nicht, ich ahnte, ich vermutete nur," erwiderte Georg;durfte ich auf eine un­begründete Anklage mit einer anderen unbe­wiesenen antworten? Wer würde mir geglaubt haben? Erinnern Sie sich nur, welche Entrüst­ung es heute noch hervorrief, als meine Mutter sich von ihrem Schmerze fortreißen ließ, es zu tun."

Wahr, wahr," murmelte der Konsul,aber warum mußtest Du zu einem so abenteuerlichen Plan Deine Zuflucht nehmen, liebe Gertrud? Lag es nicht viel näher, zu mit zu kommen?" Das junge Mädchen schlug die Augen nieder. Sie waren ein Gegner meiner Verbindung mit Georg

Ich bin es nicht mehr!" fiel der Konsul schnell ein.

Georg eilte zu ihm und ergriff voll warmer Dankbarkeit seine Hand, Gertrud lohnte ihm mit einem glänzenden Blick ihrer seelenyollen Augen, dann fuhr sie schnell fort:Und ich hätte doch auch Ihnen nicht alles sagen können! Die Furcht vor Melnik beherrschte mich ganz; ich wollte ihn nicht verraten, mich aber gleichzeitig »uch seinen Anschlägen entziehen, denn ich hatte ®eota wieder, ich wollte leben und glücklich ., Sj« jnttdjte hier eine Pause und lehnte sich in die Krsten zurück. Seraphine reichte ihr ein Glas Wem, die anderen baten, sie möge sich Schonen und die Fortsetzung ihrer Erzählung auf den nächsten Tag verschieben. Sie jedoch be­harrte dabei, dies noch heute tun zu wollen.

So laß mich erst die F«nst?x schließen, die Rachtlüst wird kalt und könnte Dir schadest,"

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der ExpHition 2 3Rt,

TM» bet allen Postämtern 2,25 Mk. (ejcU Bestellgeld).

M 66 Freitag, 27. September 1907

hatte, fühlte ich mich sicherer, aber immer noch nicht aller Gefahr entronnen, deshalb setzte ich keine Vorsichtsmaßregeln außer Augen. So gern ich Georg und seiner Mutter meine glückliche An­kunft gemeldet, und eine Antwort von ihnen er­halten hätte, unterließ ich es doch, ein Tele­gramm abzusenden, aus Furcht, es könne auf meine Spur leiten. Unter dem Namen Eerhar- dine von Keren nahm ich in einem kleinen be­scheidenen Hotel in Liverpool Wohnung^ und ging nur aus, um mir die notwendigsten Gegen­stände für die Reise zu kaufen und mir einen Platz auf dem am 15. Juli absegelnden Schiffe der White Star-Linie, es war dieEtruria", zu besorgen. Wir hatten ja berechnet, daß Georg an diesem Tage in Liverpool sein könne.

Es war ei» feuchter nebliger Morgen, als ich mit meinen geringen Habseligkeiten vom Hotel ngch b«m Hafen fuhr. Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und wie im Fieber gelegen. Als mich Je^t die kalte scharfe Luft traf, fuhr mix