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Marburg
Donnerstag. 26. September 1907.
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, UnivcrsitätS-Buchdruckerek 42. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon a5.
Erstes Blatt
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Deutschen Reiches. Der Grundstein, der in schwerer Zeit zusammengehämmert wurde, wurde
Eine Kaiserrede in Memel.
r Bei dem Ehrentrunk im Rathause zu Memel «nläßlich der Einweihung des dortigen Nationaldenkmals hielt der Kaiser eine bemerkenswerte Ansprache. Nachdem er dem Oberbürger- nieifter vollste Anerkennung für die würdige, schöne und zu Herzen gehende Feier, mit welcher das Andenken seiner erlauchten Urgroßeltern geehrt worden sei, ausgesprochen und der Bürgerschaft für den schönen, warmen Empfang und für die Ausschmückung der Stadt gedankt hatte, fuhr der Kaiser also fort:
„Das Zahr 1807 lehrt uns, daß die Bewegung des Volkes ihren Grund und ihre Quelle fand, als das Volk sich auf sich selbst besann.
Als die schweren Schicksals sch läge es trafen, hat es nicht, wie sonst wohl in der Geschichte der Völker geschehen, sich emporgebäumt in Undankbarkeit gegen' das Herrscherhaus, sondern hat sich, dem Beispiel des hohen Königs- paarss folgend, unterworfen und hat in seiner Ergebung anerkannt, daß die strafende Hand Gottes ihm eine Prüfung auferlegt habe. Diese Erkenntnis hat das Volk zur Einkehr geführt, und die Einkehr hat zur Folge gehabt, daß es sich auf das Wort Gottes besann, mit einem Wort, daß es zur Religion zurückkehrte. Unsere Väter haben Gottes Wort gelauscht haben r ' ' •
den Schloßdiener, die achselzuckend antworten, I da sie selbst kaum mehr wissen, als die Harrenden. Drinnen in den Gemächern ängstliche Sorge und Todesstille. Die Großherzogin wacht, nach dem „Verl. Tagebl.", ständig am Krankenbett; nur den Besuch des Abcndgotrcs- disnstes und einen Gang in die frische Lust gönnt sie sich. Von allem weiß der kranke Fürst nichts. Der Patient wird stündlich schwächer, die Nahrungsaufnahme ist kaum nennenswert, und der Zustand des Eroßherzogs läßt jede Hoffnung auf Wiederherstellung schwinden.— Konstanz, 24. Sept. 8.50 N. Die Prinzessin Max ist aus Gmunden hier eingetroffen, ebenso aus
------- ------ ---- sie ihm gehorcht und haben ihm vertraut, und er hat sie dafür nicht im Stich gelassen. Das.ist in kurzem die Lehre, die wir aus dem Jahre 1807 zu ziehe» haben: Das gemeinsame feste $5s11ueitt_a,u= eiL.&e.& Königshauses und seines Volkes, das Erkennen des göttlichen Willens einst in der schwersten Zeit hat uns wieder emporgeführt, lind nun denke Ich: Wie steht das Jahr 1907 dazu? Luisens herrlichem Sohne, dem großen Kaiser, ist es inzwischen durch göttliche Gnade vergönnt worden, das Werk zu Ende zu führen, zu dem in schwerer Zeit in herrlichen Kämpfen die Vorfahren den Grundstein gelegt haben. Wie sie freudig zum Schwerte gegriffen haben, um ihre heilige Mutter Erde wieder frei zu kämpfen, so hat er dem Wunsche der damaligen Zeit endlich entsprechen können und unser großes deutsches Vaterland geeinigt. Memel ist nicht mehr die Grenzstadt Preußens, sondern des
I Frau Eltester war sonst gar nicht unempfindlich gegen das Lob ihrer Gartenkunst, heute ging sie aber spurlos daran vorüber. Ihre ganze Seele war erfüllt von dem Glücke, den geliebten Sohn, den sie schon verloren gegeben hatte, frei, reingewchchen von aller gegen ihn erhobenen Anklage, wieder neben sich zu sehen und das Mädchen seiner Wahl, ihre geliebte Gertrud, unter ihrem Dache zu wissen. Zudem hatte die Gegenwart des Konsuls etwas Beunruhigendes * für fie; war et gekommen, um trotz alledem den Bund, welchen diese beiden Herren geschlossen hatten, zu trennen?
Die Mahlzeit, welche Seraphine bereitet hatte, war verzehrt, Gertrud hatte gewünscht, daß der Tisch in dem Zimmer, wo sie ruhte, gerüstet würde und mit weichem, stillem Lächeln den Schmausenden zugesehen. Als dann der Tisch abgerüuml war, und ganz leise Dämmerung das Gemach erfüllte, bat fie: „Setzt Euch hier alle um mich herum, laßt uns beim letzten Scheine dieses denkwürdigsten Tages in meinem und Georgs Leben zufammentücken und unsere Erlebnisse austauschen. Es bleibt doch noch manches zu berichten und zu erklären."
„Nicht heute, Geliebte," bat Georg, ihre zarte blasse Hand an feine Lippen drückend, „Du bist noch zu schwach, Du sollst ruhen."
„Ich finde keine Ruhe, bis es ganz klar zwischen uns geworden ist, und ich habe ja weniger zu erzählen, als zu hören," sagte fie.
Es war nicht so: der Löwenanteil des Berichtes fiel ihr zu, aber fie schien wirklich, während sie sprach, immer frischer zu werden. Es war, als wälze sie mit der Schilderung dessen, was fie erduldet, auch die Schwäche ab, die ihr von der Krankheit noch angehaftet hatte.
„Lassen Sie mich so kurz wie möglich fein," begann sie, „und erlassen Sie mir vor allen Dingen, das zu widerholen, was ich heute im Eerichtssaal erzählt habe. Nur eines will ich hinzyfügen: es war nicht weit her mit meinem viel berufenen Trotz und Starrsinn. Wohl hatte ich unter der Wucht der mit vorgelegten Beweise mit Georg gebrochen, und es war Mir heiliger Ernst mit dem Gelübde, nie wieder mit ihm zu
wir nun im Stolz, um nicht zu sagen, im Heber- .. — Kaiser und Landwirtschaft. Verschiedene I mut über diese unbegrenzte Entwickelungsfähig- I königliche Domänen sollen an die Ansiedelungs- keit unseres Volkes anfangen, den Urquell der I kommissio» verkauft werden. Wie die „Post" I Stärke zu vergessen? Ich meine, nein! Je mehr I hört, hat der Kaiser hierzu selbst die Anregung I wir in der Lage sind, eine hervorragende Stelle I gegeben in dem Bestreben, durch Aufteilung der I auf allen Gebieten in der Welt zu erringen, um I Komplexe zahlreichen Landwirten die Gelegen«
so mehr soll unser Volk in allen seinen Ständen I beit zu bieten, eine kleine Besitzung zu günstigen I und Gewerben sich daran erinnern, daß auch I Bedingungen zu erwerben. Erst vor einiger ! hierin das Walten der göttlichen Vorsehung zu I Seit wurde zu diesem Zwecke die königliche Do- I erkennen ist. Wenn unser Herrgott unserem I möne Althausen in Westpreußen an die Kom- I Volke nicht noch große Aufgaben gestellt hätte, i Mission verkauft, die sie im Interesse der kleinen I dann würde er ihm auch nicht so herrliche Fähig- I Landwirte austeilte. Für eine solche Aufteilung keilen verliehen haben. Wir wollen, also im Hin- fallen vorläufig insgesamt neun königliche Do-
I blick auf diese Entwicklung unseres Volkes zum | mänen vorgemerkt sein.
I Himmel emporblicken, dankbar für die Gnade, I — Der Reichskanzler empfing am gestrigen I die er uns erweist, indem er uns für gut hält, Dienstag auf Norderney den Grafen Wedel, I feine fürfergenben Zeichen uns zuteil werden zu I deutschen Botschafter in Wien. — Wie die „Voss. I lassen. Wir wollen aus alledem lernen, daß auch j Ztg." mitteilt, wird der Reichskanzler Anfang heute, in einer hohen Blütezeit, mir an den I Oktober wieder in Berlin eintreffen. Nach der- aiten Quellen festzuhalten haben. Auch heute I selben Quelle befindet sich Fürst Bülow z. Z. gilt es wie vor hundert Jahren: Erst den ! recht wohl.
Blicknachoben emporzurichten in dem Ver- — Das Befinden des Eroßherzogs von Baden, stehen, daß alles, was uns blüht und was uns I K o n st a n z, 24. Sept. Auf Mainau ruht gelingt, durch F ü g u n g von o b e n bewirkt ist. | stiller Gottesfriede: es ist noch ruhiger geworden, ! lind so wollen wir im Erkennen der gött- I seit Terrasse und Echloßhof abgesperrt sind, da- . lichen Fügung Lutschlossen wirken, so lange cs | nrit der ehrwürdige Patient nicht das geringste Tag ist. Dann kann jeder an seine Beschästiaunq GeräiM vernehme. Das Publikum wallfahrtet gehen, der Gelehrte an seine Bücher, der Schmied I <1 öunberten herbei. Auf aller Mund liegt die en. feinen her Bauer etn feinen i tyrcige ned) bem 93efmven bes
treiben und so fuhren, wie es einem braven 1 • ---■ ■- ■ -
Christen und Deutschen ziemt. Dann werden wir
Männer der Tat fein, ein entschlösse- nesV olk, den Blick nach oben gerichtet, vorwärts strebend mit dem Bewußtsein, daß eine große Pflicht und Aufgabe uns zugeteilt ist."
„Die hiesige Stadt" — so schloß der Kaiser, — „der es durch des Himmels Fügung, befchieden gewesen ist, so große Momente zu erleben, und die, wie ich mit Freude konstatieren kann, mit warmer Hingabe und warmem Patriotismus das Andenken jener Tage heilig hält, möge blühen und gedeihen, sie möge auch, was an ihr
durch Gottes Gnade auch der Grundstein des I liegt, dazu tun, daß ihre Bürger und Kinder in Deutschen Reiches. Wenn nun das Jahr 1907 I diesen Grundsätzen leben und erzogen werden, und seine Zeit dem Jahre 1807 gegenüber wohl I Dann wird es auch mit der Zukunft von Memel friedlich geworden ist, so können wir doch mit I gut bestellt fein, dem ich Gottes Segen von gan- Bestimmtheit sagen, daßauchwirineiner | zem Herzen wünsche."
großen Zeit leben. Die kräftigen, über- | .—
raschenden und fast unverständlich schnellen I ' ‘ ‘ ----- l(
Fortschritte unseres neugeeinten I Deutsches Kelch.
Vaterlandes auf allen Gebieten, die er- ! ~ . , . ' Ä .. ,. „
staunliche Entwicklung in unserem Handel und T ®in «*** ?°L"^^-mFürsten Verkehr, die grotzattigen Erfindungen auf dem S-E von ^nnersmarL Wie die „Köln. Ztg.«
Gebiete der Wissenschaft und der Technik sind ,öu® ber Kaiser Ende November zur
eine Folge der Wiedervereinigung der deutschen '>a9b bes Fürsten Henckell von Don-
Stämme zum gemeinsamen Vaterlande. Sollen I nersmftI^ bös Schloß Neudeck besuchen.
«Nachdruck verboten.), I Bestimmungen so über seinen Kops hinweg ge-
cy.f I troffen wurden, er sah jedoch ein, daß er am
ulll ?ylluuu I bepen tun würde, sich zu fügen. . „Wenn Sie
Roman von Jenny Hirsch. I mein Mündel nach Segeseld schicken, so müssen
... .. I «re mich auch schon mit in den Kauf nehmen,
. (Forgehuna). I Herr Förster, ich werde sie so leicht nicht wieder
. Er war nach der letzten Kraftanstrengung, zu I aus den Augen lassen," hatte er gesagt und von
der er sich ausgerafft, gänzlich gebrochen. Als er I Dorn die lachende Antwort erhalten:
wahrnahm, daß Dietel Vorsichtsmaßregeln ge- Sebr aern Herr Konsul das Rnrrtfiaus ift tu^hfnbeni^ii-ate1 er mit I geräumig' und hat noch für mehr Gäste
zu mnoern, fugte er mir seinem alten ironischen I Platz "
Lächeln: „Seien Sie ganz unbesorgt, ich wußte, I ■ <3' . „. . , , , .
daß ich va banque hielte, als ich zu der Schwur- I <n ber nächsten Minute saß Bauer den bei- gerichtsverhändlung hierher kam und ich habe I ^en jungen Mädchen im Wagen gegenüber und verloren. Der Verlierende bezahlt die Zeche I fotzte sich an Seraphinens munterem Grplau- das ist in allen Verhältnissen dasselbe" ' I "er, wahrend Gertrud schweigend in der Ecke
Als man ihn durchsuchte und ihm mit feinem I lehnte und mit den jetzt unnatürlich groß aus Taschenbuch, der Uhr und dem Portemonnaie I ie;n schmalen bleichen Gesicht heroorschauenden auch das Messer nahm, lachte er wieder und gab I „~9en u.n^ ^?e glitzernden Wasser-
die Versicherung: „Befürchten Sie nicht, daß ich I flachen blickte, teren eine beinahe ihr Grab ge- niich töte, ich fühle mich noch jung genug, um I KtoI*,en F?.1- ^tcht viele Wochen waren ver- Irotz alledem vom Leben noch etwas zu hoffen." I Langen, Jett sie an jenem ^ultnachmittag zum
I Spaziergang die Villa auf dem Godenberg oer-
16. I lassen hatte, und welche Welt von Ereignissen
Als Bauer und Seraphine die wankende I »wischen jenem Tage und dem heutigen. Gertrud aus demEerichtsgebäude führten, folgte I In Segefeld angekommen, trug Seraphine ihnen der Förster Dorn schnellen Schrittes und I mit der ihr eigenen Umsicht Sorge für die Gäste tief: „Ich besorge sogleich einen Wagen." I welche sie mitbrachte, wie für die bald zu erwar- „Wozu?" fragte Bauer, „das Viktoriahotel I tenden lieben Hausgenossen. Gertrud war mit 'st ja in wenigen Minuten zu erreichen, dorthin I einem leichten Imbiß und einem Glas Wein erb'.-age ich mein Mündel." I guickt und dann in einem stillen kühlen Zimmer
Aber mit einer Entschiedenheit, die im voll- | sorglich gebettet. Während sie dort ruhte, sten Gegensätze zu ihrer Schwäche stand, hatte I schaffte Seraphine mtt Hilfe der Magd, um aus Gertrud geantwortet: „Nein, ich will nach Sege- 1 den Vorräten, welche sie in der Speisekammer fald dort werde ich gesunden. Ich mag nicht ! gefunden, eine Mahlzeit zu bereiten, es dem
^fannoüer, wo — wo man mich begraben I Konsul überlassend, sich so gut es gehen wollte, hat. fügte fie mit einem leichten Schauder I zu unterhalten. Es war dies dem alten Gar-
■ # , I tenfreunde nicht schwer. Die Rosen der För-
~ famn der Förster mit einem I sterin, die sich soeben zur zweiten Blüte entfalte»
®2e 7nt Fräulein von Kaussel I ten, ihr herrlicher Nelkenflor und die pracht- yinaus ^erapchine, sagte er und machte schon I vollen Verbenen nahmen seine ganze Aufmerk« Ansiatt, den Damen beim Einfteigen behilflich I famfeit gefangen, und mit einem Gefühl der Be- ru sein. „Ah mochte auj Ihre Mutter warten, I wunderung, dem eine kleine Dosts Neid beiqe- die schwerlich früher vom Platze weichen wird, I mischt war, gestand er der trefflichen Frau, als »!s bis man ihr den Sohn mitgibt. | sie endlich heimkam, daß et in ihr feine Mei-
Konsul Bauer stand etwa, bestürzt, als diese sterin gefunden habe
Karlsruhe Minister von Marschall und Hof« Prediger Fischer. — Karlsruhe, 24. Sept. 7 Uhr abends. Im Befinden des Eroßherzogs ist keine Besserung eingetreten. Neuesten» nehmen die Kräfte bedenklich ab. Hunderte umstehen die Plakatsäulen der Zeitungen, um di« neuen Nachrichten zu lesen.
— Staatssekretär Dernburg in Ostafrika. T a n ga, 24. Sept. Staatssekretär Dernburg ist gestern Abend aus Mombassa wohlbehalten hier eingetroffen und unternimmt heute eine Fahrt über die Eesamtstrecke der llsambarabahn, an die sich in den nächsten Tagen ein Besuch von Pflanzungen und des Versuchsgartens in Amani anschließen soll. — Wichtige paläontologische Funde sind dieser Tage als erste ihrer Art in Afrika acht Tagereisen von Lindi gemacht worden. Prof. Fraß-Stuttgart hat dott ein großes Lager fossiler Riescnechscn in einer Kalkschichi festgestellt.
— ZuM japanischen Botschafter in Berlik wurde nicht Aoki sondern Aimaro Satt ernannt.
— Reformen im Justizwesen. Köln, 24, Sept. Aus sicherer Quelle erfährt die „Köln. Ztg." aus Berlin, daß die Vorlage über die Abänderung des amtsgerichtlichen Verfahrens voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Oftober veröffentlicht werden und gleichzeitig an den Bundesrat gelangen wird. Von der Reform der Strafprozeßordnung wird angenommen, daß sie im Februar 1908 dem Bundesrat vorgelegt und gleichzeitig durch Veröffentlichung zur allgemei- neu Diskussion gestellt wird. Wenn nicht besondere Hindernisse eintreten, wird die Vorlage über das amtsgerichtliche Verfahren dem Reichstage im Januar 1908 zugehen -können, während bei der Reform der Strafprozeßordnung noch mit längeren vorbereitenden Verhandlungen zu rechnen ist, die einer Vorlage noch in dieser. Reichstagssession hindernd im Wege stehen.
— Aufbesserung der Postbeamtengehälter. Wie der „Verl. Lokalanzeiger" erfährt, hat das Reichspostamt die Oberpostdirektionen mit Ermittelungen beauftragt, wie hoch sich die jährlichen Mehrkosten belaufen, wenn a) die folgenden neuen Eehaltsskalen der Postbeamten eingeführt würden: für Postassistenten und Oberpostassistenten 1700 bis 3400 M (jetzt 1500 bis 3000 -ll), für Postsekretäre und Oberpostsekretäre 2100 bis 4200 cK (jetzt 1700 bis 3500 und 2100 bis 4200 dl), für Oberpostpraktikanten und Post- inspektoren 2500 bis 5000 J< (jetzt 2500 bis 4200 -ll), und b) ein nichtpenstousfähiger Erziehungsrostenzuschuß von 6 Prozent denjenigen Beamten gewährt roü*, die mehr als drei Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren haben.
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reden, ihm nie zu verzeihen, aber ich litt unsäglich dabei. Meine Seele schrie nach ihm, ich konnte sein Bild nicht aus meinem Herzen reißen, und der Gedanke marterte mich, ob ich ihm nicht doch unrecht getan habe. Melnik hätte ich vielleicht nicht so unbedingt Glauben geschenkt, aber er hatte das Zeugnis meines Vormundes für sich, und den kannte ich als einen unbestechlichen Ehrenmann."
„Armes, liebes Kind," murmelte Pauer, „Du dachtest nicht daran, daß auch Dein Vormund getäuscht worden sein könne durch eine Echutterei, die noch ihre Aufklärung finden wird."
„Doch, ich dachte auch daran," erwiderte Gertrud, „und ich ging aus in der Absicht, Georg zu " begegnen und seine Verteidigung zu hören. Wenn ich ihn dann aber kommen sah. erhielten Trotz und Groll wieder die Oberhand, ich wandte ihm den Rücken, ich floh ihn, um mich, sobald ich seinem Gesichtskreis entschwunden, zu Boden zu werfen und laut aufzuschreien in bitterem, unsäglichem Weh."
Eine schwache Röte färbte ihre Wangen, leise dttickte sie die Lippen auf Georgs Hand, in der die ihre ruhte, dann fuhr sie fort: „So war es auch gewesen an jenem Tage, an welchem er mich aus dem Obersee zog, in den^mich eine mörderische Hand geschleudert harte. Damals sammeltet Ihr, Du, Georg, und Du, gute Mutter, feurige Kohlen auf mein Haupt. Mir, die Dich durch so schnöden Verdacht gekränkt hatte, schenktet Ihr Vertrauen, ich bat Euch, mich nicht zu fragen, wie ich in die Fluten geraten sei uni weshalb ich nicht zu meinen Angehörigen zurück- kehren wollte, und Ihr ehrtet und schontet mein Geheimnis mit einer rührenden Zartheit." , ..Weil wir es so ziemlich durchschauten," sagte Georg, und seine Mutter fügte hinzu:
„Du haft es in der Verstellung nicht so wett gebracht, um uns gänzlich täuschen zu können, Dein Mund schwieg, Deine angst- vollen Blicke, eine ganze Reihe von unwillkütt zfcher Neußerungen wurden zu Verrätern,". - ^Fortsetzung _ fda£L