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JnsertlonSgeblihr: die gespaltene Zeile Jt>er oereie 'Ji rum 15 Pfg.
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Marburg
Mittwoch. 18. September 1907.
Erscheint wöchentlich ßebcn mal.
Druck und Verlag- Joh. Slug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerel
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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Ein Erinnerungstag der deutschen Marine.
/ Am gestrigen Montag waren es 25 Jahre, feit in Wilhelmshaven das dem Prinzen Adalbert. Gründer der deutschen Flotte, von der kaiserlichen Marine gestiftete Denkmal enthüllt wurde. Dieses Jubiläum weckt erneut die Erin- rserung an den Prinzen Adalbert von Preußen, der im Jahre 1848 durch seine „Denkschrift über die Bildung der deutschen Flotte" der damaligen Zentralgewalt bei Herstellung einer deutschen Flotte praktische Vorschläge machte. Zwar ging der Traum von der „Deutschen Reichsflotte" damals in jenen Tagen des Sturmes und Dranges rasch wieder zu Ende, dafür aber trat Preußen tatkräftig für die Schaffung einer eigenen Flotte ein. Die Seele dieser Bewegung aber war Prinz Adalbert, der bereits im Jahre 1853 mit dem Titel eines „Admirals der preußischen Küsten" an die Spitze der neuerrichteten Admiralität trat. Am 7. August 1856 erhielt die preußische Marine ihre Feuertaufe und zwar — was im Hinblick auf die gegenwärtige marokkanische Krisis besonders denkwürdig erscheint — im Kampfe mit den Rif Kabylen. Um Eenug- OMöSefür den Ueberfall eines preußischen Schiffes durch Angehörige eines Berbcrstammes zu s fordern, landete nämlich der Prinz an der ma- | rokkanischen Küste mit 68 Mann von der Korvette „Danzig" an steil aufsteigender Stelle beim Kap Tres Forcas, stürmte eine Anhöhe und pflanzte nach blutigem Kampf gegen eine mehr als zehnfache Uebermacht oben die preußische Flagge auf. ?r' ' hatte das todesmutige Vorgehen der h. ,..<u Schar in dem überaus zer- t klüfteten Terrain auch auf preußischer Seite er- । ' hebliche Opfer gefordert. Das Landungskorps " verlor 1 Offizier und 6 Mann, während 22 ver- | wundet wurden, darunter Prinz Adalbert selbst V durch einen Schuß am Vein. Prinz Adalbert war es auch, der unausgesetzt die Verstärkung der kleinen preußischen Kriegsflotte betrieb, und diesen seinen Bemühungen war es zu danken, daß int Jahre 1864 — trotzdem sich ein beträchtlicher Teil der preußischen Seemacht fern der Heimat befand — den Dänen in verschiedenen Gefechten, besonders bei Jasmund, empfindliche Verluste beigebracht werden konnten. Nachdem
1 tNachvruck »erboten.);
In den Fluten.
Roman von Jenny Hirsch,
<■*- setzung)'.
„Was wollen -in?" . - .» -
„Wie Sie mb' ?r sehen, bin ich im Begriff, nach Berlin zu reisen und jene Frau aufsuchen. aber ich kenne nicht ihren Namen, nicht ihre Wohnung. Ein Brief ist nicht mehr vorhanden. der vielleicht Aufschluß geben könnte, denn Gertrud hat sie alle verbrannt. Sie sind der einzige, von dem ich Auskunft erwarten darf, deshalb komme ich zu Ihnen."
„Sie vergessen Ihren Bruder!" versetzte der Konsul, aber er bereute beinahe dieses Wort, als sie mit bleichen Wangen und zitternden Lippen rief:
„Er kennt sie nicht, das hat er mir bei dem Andenken unseres Vaters geschworen! — Nennen Sie mir also den Namen!"
Sie stand vor ihm, die Hände bittend erhoben, aber mit finsterem vorwurfsvollen Blick.
„Und wenn ich es tue? Was wollen Sie damit beginnen?"
„Die Fälschung aufdecken, jene Frau zu dem Geständnis zwingen, daß sie sich zum Werkzeug eines schändlichen Betruges gemacht hat."
Der Konsul schüttelte den Kopf. „Sie sind es, welche sich einer Täuschung hingibt, mein armes Kind!" ,
„Nein, nein!"
„Nun wohl, nehmen wir an es sei so, nehmen wir selbst an, cs gelänge ihnen, ein solches Eingeständnis zu erhalten, was würde Ihnen da? nützen?"
„Wenn mir das gelänge, dann hätte ich den ersten Faden des Netzes in der Hand, das man Am meinen Bruder und um Gertrud gesponnen
infolge des siegreichen Krieges Kiel in preußischen Besitz übergegangen war, wurde 1865 die Marinestation der Ostsee von Danzig dorthin verlegt und Stadt und Hafen befestigt. Als dann mit dem Friedensschlutz von 1866 die preußische Marine zur Marine des Norddeutschen Bundes wurde, begann eine Periode fröhlichen Schaffens. Im Jahre 1867 kam der erste von allen beteiligten Faktoren anerkannte Flot- tengründungsplan zustande, zu dessen Durchführung allerdings die Zeit, bis die Marine vor eine neue Feuerprobe gestellt wurde, zu kurz war. Die Verfassung des neu geschaffenen Deutschen Reiches aber wiederholte für die Marine die Bestimmungen der Norddeutschen Verfassung, damit wurde sie zu einer Institution des Reichs. Prinz Adalbert, der nach dem Kriege zum Eene- ralinspekteur der Marine ernannt worden war, fand leider keine Gelegenheit mehr, seine Tatkraft und seine reichen Erfahrungen in den Dienst der vaterländischen Sache zu stellen. Am 6. Juni 1873 setzte in Karlsbad ein Lungenschlag seinem unermüdlichen Wirken im Dienste der Marine ein unerwartetes Ende.
Die neuen Postbestimmungen.
Infolge Inkrafttretens eines neuen Weltpostvertrags und sonstiger neuen Vereinbarungen für den internationalen Postverkehr treten vom 1. Oktober ab zahlreiche Aen- derungen im Postverkehr Deutschlands mit dem Auslande ein, von denen die hauptsächlichsten folgende sind.
1. Für Briefe aus Deutschland nach anderen Ländern gilt — soweit nicht schon niedrigere Sätze bestehen — eine Gebühr von 20 Pfg. für die ersten 20 Gr. und von je 10 Pfg. für jede weiteren 20 Er. fbisher 20 Pfg. für je 15 Er.). Die Gebühr für Postanweisungen nach einer großen Zahl von Ländern wird auf 20 Pfg. für je 40 herabgesetzt. Die Taxen für Postpakete und die Versicherungsgebühren für Wertsendungen erfahren im Verkehr mit einer Reihe von Ländern eine Ermäßigung.
2. Die Versendungsbedingungen für Postkarten, Eeschäftspapiere, Warenproben und Drucksachen werden in mehrfacher Beziehung geändert: Bei Postkarten ist die Ueberschrift „Postkarte" oder eine gleichbedeutende Bezeichnung in einer anderen Sprache nicht mehr erforderlich. Der Absender kann außer der Rückseite die linke Hälfte der Vorderseite zu Mitteilungen usw. benutzen, auch können daselbst Verzierungsbildchen oder Photographien aus sehr dünnem Papier aufgeklebt werden; im Verkehr mit den deutschen Schutzgebieten, Luxemburg, Oesterreich-Ungarn nebst Liechtenstein und Bosnien-Herzegowina sowie der Schweiz sind auch andere Aufklebungen gestattet. Die Aufklebung sogenannter Wohltatigkeitsmarken auf die Vorderseite ist jedoch nicht erlaubt. Als
hat. Dann könnte es mir vielleicht gelingen, sie zurückzuführen und ihn zu befreien."
Die Augen des Konsuls wurden feucht. „Kleine, liebe Enthusiastin," sagte er, „sie ruht im Kauffelschen Gewölbe auf dem Marienkirch- hof."
„Nein, da ruht ste nicht!" rief Seraphine eifrig. „Es ist ja möglich, daß sie nicht mehr lebt, id> fürchte es sogar, denn sonst würde sie doch geschrieben haben, oder, da das Ausbleiben meines Bruders ihre Pläne vereitelt hat, zurückgekommen sein; aber sie ist lebend von Sege- feld fortgegangen, mein Bruder hat sie in den Eisenbahnzug steigen sehen, mit dem sie nach Kiel gefahren ist."
„Liebes Fräulein, Sie sind Herrn Eltesters.. Schwester, Ihre Liebe, Ihr Vertrauen zu Ihrem Bruder ehrt Sie, aber Sie können nicht erwarten, daß man seiner Erzählung Glauben schenkt," sagte der Konsul und begann ihr alle Unwahrscheinlichkeiten in Georgs Darstellung auseinan- derzusctzen.
Sie hatte wieder Platz genommen, hörte ihm geduldig zu und begleitete seine Worte mit beistimmendem Nicken, dann sagte sie: „Das ist alles sHr richtig, und ich habe cs unzählige- male so vorgestellt, wie sie es soeben getan haben. Aber Georg lügt nicht, und noch weniger tut das meine Mutter. Deshalb steckt hinter der ganzen Geschichte iroch ein Geheimnis, das aufgeklärt werden muß."
„Und das wollen Sie tun?"
„Ja; auf die eine oder andere Weise. Darum sehen Sie mich im Begriffe, nach England zu reifen, um Gertrud aufzusuchen."
„Auch das wollen Sie tun?“ ries der Konsul, von einem so festem Glauben tief gerührt.
„Das will ich tun," erwiderte sic. „Gelingt es mir, Gertrud bis zur Schwurgerichtsverhand- lung zur Stelle zu schaffen, dann bedarf es nichts weiter, dayn zerfällt die Anklage in sich
Geschäftspapiere werden auch angesehen offene Briefe oder Postkarten älteren Datums, die ihren ursprünglichen Zweck schon erfüllt haben, sowie nichtkorrigierte Schülerarbeiten. Gegen die Taxe für Warenproben werden neu zugelassen einzelne Schlüssel, abgeschnittene frische Blumen, Tuben mit Serum und pathologische Gegenstände, die durch die Art ihrer Zubereitung und Verpackung unschädlich gemacht worden sind; die Versendung darf aber nicht zu einem Handelszwecke erfolgen. Die Vorschriften über die Verpackung von Warenproben, die Gegenstände aus Glas, abfärbende oder nichtabfärbende Pulver enthalten, sind geändert worden. Gegen die Taxe für Drucksachen können auch versandt werden: Anzeigen über die Absendung von Waren, in denen der Tag der Absendung, ferner Anzeigen über die Abfahrt und Ankunft von Schiffen, in denen der Tag der Abfahrt und Ankunft sowie die Namen der Schiffe handschriftlich angegeben sind. Auf den als Drucksachen zu versendenden Weihnachtsund Neujahrskarten kann der Absender mit höchstens fünf Wörtern oder den üblichen Anfangsbuchstaben gute Wünsche, Glückwünsche usw. handschriftlich hinzufügen. Karten mit der lleberschrM „Postkarte" oder einer gleichbedeutenden Ueberschrift in einer anderen Sprache sind zum Drucksachentarif zugelassen, wenn sie sonst den Bedingungen für Drucksachen entsprechen.
3. Die Bestimmung, daß die Postverwaltungen außereuropäischer Länder unter gewissen Voraussetzungen die Uebernahme der Haftvflicht für den V e r l u st von eingeschriebenen Brief- sendungen ablehncn durfte, ist fortgefallen.
4. Im Verkehr mit verschiedenen Ländern ist der M e i st b e t r a g der Postanweisungen sowie der Meistbetrag der bei Brief- oder Paketsendungen zugelassenen Nachnahmen auf eine dem Betrage von 800 dl entsprechende Summe erhöht roorden. Im Verkehr mit Dänemark sind Postaufträge bis zum Betrage von 720 Kronen neu zugelassen worden.
5. Bei Wertbriefen und Wertkästchen ist die Befugnis zur nachträglichen Aenderung der Aufschrift nicht mehr auf Sendungen mit Wertangabe bis 10 000 Fr. beschränkt. Bei Postauftragssendungen ist die Zurückziehung der ganzen Sendung oder einzelner Wertpapiere sowie die Berichtigung irrtümlicher Angaben auf dem Postauftragsformular gestattet.
6. Postanweisungen können auf Verlangen des Absenders oder Empfängers auf telegraphischem Wege nachgesandt werden, wenn »zwischen dem ersten und dem neuen Bestimmungsland ein Austausch von telegraphischen Postanweisungen besteht; die Gebühr für die telegraphische Nachsendung wird von dem zu überweisenden Betrag abgezogen. Die Ueber- weisungstelegramme zu telegraphischen Postanweisungen werden kürzer abgefaßt; dadurch verringert sich die Höhe der Gebühren.
7. Beim Paketverkehr sind bezüglich der Erhebung der Zuschlagtaxe für Sperrgut und bezüglich der Verpackung erleichternde Bestimm
selbst; gelingt es aber nicht, dann muß ich noch andere Eisen im Feuer haben. Die Frau, welche Georg beschuldigt, jene Briefe geschrieben zu haben, muß ich sprechen, und endlich muß ick entdecken, wie die Unglückliche im Leben hieß, beten Uebetteste unter dem Namen Gertrud von Kauffel im Gewölbe der Familie ruhen."
„Sie wollen zunächst nach Berlin?" fragte der Konsul überlegend.
„Ja, von dort gehe ich nach England, ich habe ja noch vierzehn Tage Zeit."
„Und wenn ich Ihnen den Namen jener Frau nun nicht nenne?"
„Cie werden, Sie müssen cs tun!" bat ste, seine beiden Hände ergreifend. „Ich habe so großes Verttauen zu Ihnen, Sie werden es nicht täuschen, ich bitte Sie auch gar nicht noch besonders, alles, was ich Ihnen gesagt habe, geheim zu halten — Sic wissen, daß viel, sehr viel davon abhängt."
Ihre Blicke -rasen sich; der Name Melnik ward zwischen ihnen nicht ausgesprochen, und doch wußten sie, daß sie sich vollständig verstanden hatten. Seraphine sah in Melnik den Feind, der den Untergang ihres Bruders beschlossen hatte, und dem von dem völlig unter seinem Einfluß stehenden Untersuchungsrichter dabei in die Hände gearbeitet worden wat. Sie hielt ihn für denjenigen, der durch seine Jntri- guen Zwietracht zwischen Georg und Gertrud gesät hatte, sie erachtete auch seine Trauer um Gertrud für Heuchelei, und auch den Konsul hatte Mißtrauen gegen Melnik erfaßt. Er hatte in seiner Seele gelesen seit dem Tage, an welchen! er, nachdem sich kaum das Grab über Gertrud geschlossen, schon die Ausanttvortung von der Hinterlassenschaft verlangt hatte, und das Mißtrauen war jetzt unter Seraphinens Reden emporgeschossen wie ein Keim, der unversehens die Bedingungen für sein Wachstum gesunden. i
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ungen getroffen worden. Mitteilungen auf dem Abschnitte der Postpaketadresse sind bei Paketen nach allen am Vereins-Pakerverttage teilnehmenden Ländern zugelassen worden. Der Ad- sender eines unbestellbaren Pakets kann verlangen, daß die Sendung auf seine Rechnung und Gefahr verkauft wird.
8. Nachnahmesendungen jeder Art nach und vom Ausland, ausgenommen Post- frachtstücke im Verkehr mit Frankreich, unterliegen dem Frankierungszwange. Die Zulassung der nachträglichen Streichung oder Ermäßigung von Nachnahmen ist auf eine größere Zahl von Ländern ausgedehnt worden; eine Erhöhung des ursprünglichen Nachnahmebetrags ist in keinem Falle mehr statthaft. Im Verkehr mit Oesterreich wird für Wertbriefe, die mit Nachnahme belastet sind, vom Absender dasselbe Porto erhoben wie für Wertbriefe ohne Nachnahme; von dem eingezogenen Betrage wird eine Einziehungsgebühr von 10 Heller und die Postanweisungsgebühr abgezogen. Die Nachnahmebeträge auf Wertbriefen nach Oesterreich sind in der Kronenwährung anzugeben.
9. Für Postauftragssendungen nach dem Auslande wird ein neues, aus zwei Teilen bestehendes Postauftragsformular aus- gegeben. Der erste Teil des Formulars entspricht dem bisherigen Postauftragsformular, während der zweite, vom Absender nach dem Vordruck auszufüllende Teil dazu bestimmt ist, als Abrechnung über die Erledigung des Postauftrags zu dienen. Das neue Formular, dessen Verkaufspreis auf 5 Pfg. für 10 Stück festgesetzt ist, kann schon jetzt an den Postschaltern bezogen, darf aber erst vom 1. Oktober ab benutzt werden. In den Händen des Publikums befindliche alte Postauftraasformulare für den Verkehr mit dem Auslande sind vom 1. Oktober ab nicht mehr zu benutzen; sie werden an den Postschaltern gegen neue Formulare umgetauscht.
10. Km im Verkehr mit anderen Ländern, --7 die Voraüsfrankieruna von: Antwortbriefen zu ermöglichen, werden Antwortscheine für das Ausland ausgegeben. Die Einrichtung ist so gedacht, daß derjenige, der einem anderen die Zahlung des Portos für einen Antwortbrief ersparen will, einen Antwortschein kaust und dem anderen int Briefe übersendet. De" Empfänger des Antwortscheins hat diesen bei einer Postanstalt vorzulegen und erhält von ihr ein dem Werte von 25 Cent, entsprechendes Landes-Postwertzeichen. Die Teilnahme an dem neuen Dienste ist den Vereinspostverwaltungen freigestellt; weihe Länder an dem Austausch« von Ankwortscheinen teilnehmen, kann an den Postschaltern erfragt werden. Der Verkaufspreis eines Antworttckeivs ist in Deutschland auf 25 Psg. festgesetzt. Die Antwortscheine werden im Reichspostgebiete nur bei einigen großen Postämtern vorrätig gehalten, können aber auch bei anderen Postanstalten bestellt werden. Es dürfen nur solche Antwortscheine benutzt werden, die von der Postanstalt vor dem Verkauf mit dem Tagesstempel bedruckt worden sind. Vom Ausland eingegangene Anwortscheine
„Sie werden nicht nach Berlin reisen, ich werden Ihnen die Adresse nicht geben," sagte * er nach kurzem Stillschweigen und fuhr, al»; Seraphine ihre Bitte erneuern wollte, fort:. „Das ist keine Aufgabe für eine junge Dame,. ich selbst werde sie übernehmen."
Seraphine glaubte nicht recht gehört xu haben. „Sie, Herr Konsul?" fragte ste.
„Ja, ich. Sie haben den schweren Zrveife« auf meine Seele gelegt, ob ich nicht, selbst getäuscht, mich zum Werkzeug einer Täuschung gemacht habe. Damit kann ich nicht weiter leben; ich muß Klarheit zu schaffen suchen. Morgen reift ich nach Berlin. Wollen Sie mir vertrauen?"
„Unbedingt. Ich danke Ihnen." Sie ffilme seine Hand an ihre Lippen, sodaß er sie ihr beinahe beschämt wieder entzog. „Sie glaube« mit auch in den anderen Stücken?" fragte sie.
„Möge Ihr Glaube Ihnen helfen," enlgea- nete er ausweichend. „Der glücklichste Tag uet- nes Lebens würde der sein, an welchem ich de» Sarg, der Gertruds Namen trägt, wieder cu; dem Gewölbe entfernen lassen könnte; aber ich furchte —"
„Rein, hoffen wir," unterbrach sie ihn mit einem leuchtenden Blick, „was ich beute bei Ihnen erreicht habe, ist mir eine Verheißung. Jetzt aber lassen Sie mich gehen." .
„Mit Nichten. Ich bin ein alter Praktikus und werde Ihren Reiseplan ganz genau entwerfen, zunächst aberfrühstücken Sie mit mit, meine Haushälterin würde cs mir nie verzeihen, ließe ich einen East wie Sie fortgehen, ohne daß sie ihn mit Speise und Trank erquickt hätte. Auch müssen Sie noch meine Blumen ansehen, um sie mit denen Ihrer Mutter zu vergleichen."
Er bot ihr den Arm, um sie ins Haus zu führen, und sie legte den ihrigen hinein, in dem erhebenden Gefühl, «inen Freund gewonnen z» habe» 1
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