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Die GewerbeaufsichL in Preußen.

R' Wie die letzten Jahresberichte der preußi- {hen Eewerbeinspektoren, so bieten auch die Be­ichte für das Jahr 1906 von der Entwickelung Unserer industriellen Verhältnisse ein durchaus günstiges Bild. Nicht nur hat die gute Kon­junktur im allgemeinen angehalten, sondern auch der Kreis der Industrien sowohl wie der Bezirke, bei denen man von einem starken Auf- jchwung sprechen kann, hat sich erweitert.- Die einzige Klage, die heute seitens der Unternehmer kaut wird, ist die über einen empfindlichen Mangel an Arbeitskräften, die es verhinderte, die vorteilhafte Lage voll auszunützen.

In Wechselbeziehung zu diesem Aufschwünge tbet Industrie steht das aus allen Aufsichtsbe­zirken gemeldete Steigen der Löhne, das freilich leider in den meisten Bezirken durch ein em­pfindliches Steigen der Lebensmittelpreise und teilweise auch der Wohnungsmieten ausgeglichen wurde. Infolgedessen haben im vergangenen Jahre noch weit mehr Arbeitgeber sich veran­laßt gesehen, ihren Arbeitern Teuerungszulagen zu gewähren oder ihnen auf andere Weise, na- ntentlich durch Einkauf im großen und Ueber- lassung der Waren zum Selbstkostenpreise, Vor­teile zu gewähren. Die sich aus der günstigen Entwickelung der industriellen-Lage für die Ar­beiter ergebenden Vorteile beruhten in erster Linie auf der andauernden sicheren Arbeitsge­legenheit und auf der Verbesserung der Arbeits- bedinguilgen, die neben den gesteigerten Löhnen auch in einer fortschreitenden Verkürzung der Arbeitszeit' zum Ausdruck kam.

Bemerkenswert ist, daß trotz der starken Be­schäftigung der Industrie die Ueberarbeit für Arbeiterinnen und Ausnahmen von der Sonn­tagsruhe seitens der Aufsichtsbehörde nicht un­wesentlich eingeschränkt worden sind. Ferner hat auch das Bestreben der Arbeiter nach Ver­kürzung der täglichen Arbeitszeit im Berichts­jahre vielfach Erfolg gehabt, so dah man nicht zuviel sagt, wenn man behauptet, dah die zehn­stündige Arbeitszeit jetzt schon in den meisten «Industrien, auch in der Textilindustrie, die sich bisher der Verkürzung der Arbeitszeit weniger geneigt zeigte, die Regel bildet, und dah in vie­len Industrien eine weiterasüende Arbeitskürz- üng Platz gegriffen hat. Nicht zum wenigsten haben dabei die Tarifverträge eine Nolle ge­spielt, deren erhebliche Zunahme, allerdings

88 lNachdruck verboten.)

In den Fluten.

Roman von Jenny Hirsch. '(Fortsetzung).

- Weshalb hatte Gertrud, als Georg sie aus dem Wässs gezogen, darauf bestanden, dah nie­mand vyWhrem Unfall und von ihrer Rettung erfahre: Sfe hatte das sonst so verständige Mäd­chen den abenteuerlichen Plan einer gemein­samen Flucht mit Georg fassen können, für die Seraphine gar keine zwingende Notwendigkeit cinzusehen vermochte? Wie hatte Georg so schnell darauf eingehen können? Und wenn sie dafür eine Erklärung in seiner grenzenlosen Liebe zu Gertrud fand, wie hatte ihre Mutter, ihre besonnene, allem Extravaganten abholde Mutter, ihre Zustimmung geben und die Hand zur Ausführung bieten können?

Sie hatte, wenn sie der Mutter eine solche Frage vorgelegt, immer Antworten bekommen, bei welchen sich ihr die Wahrnehmung aufdrän­gen wollte, jene wisse etwas, das sie nicht sagen hürfe oder das sie sich zu sagen scheue. Die gleiche Bemerkung hatte sie zu machen geglaubt, .10 oft sie ihre Vermutungen darüber aussprach, auf welche Weise Gertrud in den See geraten sei, und ihre Verwunderung äußerte, daß Mut­ter und Bruder sich darüber nicht Gewißheit ver­schafft hätten. Die sonst so sanfte Försterin Konnte dann geradezu heftig werden und mit einer gewissen Anzüglichkeit, über welche die >rochter im Stillen lächeln mußte, erwidern, sie fet nicht unzart genug gewesen, in das zum Tode .erschöpfte Mädchen zu dringen, um Dinge zu er- fahren, über die sie einen Schleier zu breiten wünschte.

Allen diesen Fragen gesellte sich die weitere zu, wie es gekommen sei, daß Gertrud, die nach Georgs Aussage kaum eine Stunde vorher noch pom tiefsten Mißtrauen gegen ihn erfüllt acwe- Itw war und ihn schroff zurückgewiesen hatte,, st

zunächst noch außerhalb der eigentlichen Großin­dustrie, die Eewerbeauffichtsbeamten auf Grund spezieller Erkundigung zumeist mit Genugtuung feststellten.

Die Durchführung der Arbriterschutzgesetz- gebung begegnet bei den Arbeitgebern im allge­meinen einer genügenden Bereitwilligkeit, nur in Kleinbetrieben wird hier und da auf Wider­stand gestoßen. Dagegen haben die Aufsichts­beamten häufig über Gleichgültigkeit der Ar­beiter gegenüber der Unfallgefahr, über mangelndes Verständnis für die Unfallverhüt- ungsvorschriften seitens der Arbeiter auch im neuen Jahresbericht zu klagen. Erfreulicher dagegen lauten die Mitteilungen über die"Er- folge des Kinderschutzgesetzes, namentlich da, wo Behörden ttnb Schule Hand in Hand arbeiten. Die Unfälle scheinen im allgemeinen keine über die Zunahme der Arbeiterzahl hinausgehen.de Vermehrung erfahren zu haben, weniastens nicht die schweren Unfälle. Die den Aufsichtsbeam­ten zur Pflicht gemachten besonderen Erheb­ungen über die sanitären Verhältnisse in den Glashütten und Glasschleifereien haben über­wiegend ein besonderes Einschreiten nicht not­wendig gemacht. Die Besserung der sanitären Verhältnisse in den Fabriken im allgemeinen tnacht nach den Berichten wohl langsame, aber doch erfreuliche Fortschritte. Auch die frei­willigen Wohlfahrtseinrichtungen zugunsten der Arbeiter, die sich namentlich auf die Wohnungs­frage, Pensions- und Untersiützungskassen und Gewährung von Urlaub beziehen, haben im Be­richtsjahre in erfreulicher Weise zngenommen. An Streiks und Aussperrungen hat es im Be­richtsjahr nicht gefehlt, aber nur in wenigen Bezirken, namentlich in Düsseldorf und Berlin, haben sie eine größere Ausdehnung angenom­men, von verschiedenen industriereichen Bezir­ken konnte ausdrücklich festgestellt werden, daß die Arbeitsstreittgkeiten im Berichtsjahr« an Schärfe und Ausdehnung erheblich abgenommen haben.

Deutsches Reich.

Der Kaiser hört« gestern Vormittag um ftya Uhr in Wilhelmshöhe den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts, unternahm da­rauf einen Spaziergang und empfing sodann den japanischen Botschafter. Zur Frühstücks- tafel bei den Majestäten waren geladen: der japanischen Botschafter, der gestern früh einge­troffene Staatssekretär des Auswärtigen von Tschirschky und Graf Lanza-Mazzarini und Ee- mahlin. Am Nachmittag unternahm der Kaiser und die Kaiserin eine Spazierfahrt int offenen Zweispänner im Habichtswald. Wie aus Lad in en gemeldet wird, gedenkt der Kaiser im Anschluß an seinen dorttgen Besuch am 5. Oktober in Langfuhr bei Danzig einzutteffen, um die Leib-Husaren-Bngade zu besuchen.

plötzlich ihr Unrecht eingesehen, ihn um Verzeih­ung gebeten und nun im Gegenteil bereit ge­wesen war, in schrankenlosem Vertrauen ihr Schicksal mit dem seinigen zu vereinigen? Ihr klarer Verstand sagte ihr, daß hier vielleicht das Rätsel liege, von dessen Lösung Freiheit und Leben ihres Bruders abhänge.

Aber wo diese Lösung finden? Die Mutter und Georg mußten sie doch nicht geben oder wenigstens doch nicht genügend geben können, denn es war nicht anzunehmen, daß nur ein Gertrud gegebenes Versprechen ihr die Zunge binde: die Notwendigkeit war viel zu eisern, nm hier nicht den Bruch des verpfändeten Wor­tes zu rechtfertigen. Je mehr Seraphine sann, desto mehr verschürzten sich die Fäden, sie sah keinen Ausweg aus dem Wirrsal.

Rur eine könnte diesen Kttoten lösen: Ger­trud! Aber wo ist sie geblieben? Was ist aus ihr geworden?" sagte sie fast mft denselben Worten die sie von Georg gehött hatte, aber wie sie sich nicht ohne Beschämung eingestand aus weit egoistischeren Beweggründen. Sie hatte Gertrud von Kauffel stets sehr gern ge­habt, die Vorstellung, daß sie hier dem Tode in den Fluten entgangen sei, um in der Ferne einem finsteren Schicksal anheim zu fallen, be­drückte sie tief, dennoch sehnte sie sie in erster Linie herbei um des Bruders willen.

. Aber Gertrud von Kauffel, immer voraus­gesetzt, daß sie wirklich noch lebte, war wie vom Erdboden verschwunden.

Sobald die Anklage dem Gefangenen zuge­stellt worden war, hatte er sich den Doktor Pfeiffer, einen jüngeren Rechtsanwalt, der sich vor nicht langer Zeit in Eutin niedergelassen, zum Verteidiger erwählt. Dessen nächstes Ge­schäft war es nach seiner ersten Unterredung mit seinem Klienten gewesen, einen Auftuf an Ger­trud von Kauffel in deutschen und englischen Zeitungen zu erlassen, durch welche sie ersucht wurde, sich zu melden, und durch welchen güch an alle Leser die Aufforderung erging, sofern

Ministerbesuche in Norderney. Der Vize­präsident des Staatsministeriums und Staats­sekretär des Innern von Bethmann-Hollweg, der Minister des Innern von Moltke und der Unterstaatssekretär von Loebell sind, wie ange- kündigt, heute in Norderney zu Besprechungen mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow einge­troffen.

Ministerialdirektor Althosf. Berlin, 12. Sept. Ministerialdirektor Althoff ist gestern von seinem Urlaub zurückgekehrt und hat seine Dienstgeschäste wieder übernommen. Dem Mi­nisterialdirektor ist der Aufenthalt in Schierke, wie man hört, ausgezeichnet bekommen.

Beschränkung der Manöver. Auf Befehl des Kaisers fallen beim 1. Armeekorps die Bri­gademanöver aus. Die Divistons- und Korps­manöver worden auf 6 Tage beschränkt und en­digen am 24. d. M. Während der Manöver bis zum Entlassungstermin werden von jeder Kom­panie 15 bis 20 Mann zu Erntearbeiten abge­geben.

Reichsapsthekengesetz. Bremen, 11. Sept. Der Deutsche Medizinalbeamtenverein trat hier zu seiner 6. Hauptversammlung zu­sammen, auf der Fachfragen verhandelt wurden. Auch der Entwurf eines Reichsapothekengesetzes wurde besprochen. Es berichteten über ihn Me­dizinalrat Prof. Dr. Eumbrecht-Weimar und Geh. Ober-Medizinalrat Dr. Hauser-Darmstadt. Es gelangte folgende Entschließung zur An­nahme:Der vorliegende Entwurf eines Reichs­apothekengesetzes ist annehmbar: er bedarf je­doch der Abänderung verschiedener Einzelbestim- mungen und einet Ergänzung dahin, daß die Verleihung von Apothekenberechtigungen auch an Gemeinden, Kreise oder kommunale Zweck­verbände zulässig ist."

Kongreß für innere Mission. Essen, 12. Sept. Der 34. Kongreß für innere Mission wird vom 23. bis 26. September in Essen tagen. Von bekannten Persönlichkeiten werden der Reichstagsabgeordnete D. Stöcker und Ober- Hofprediger D. Dryander an den Veranstal­tungen teilnehmen.

Internationaler Friedenskongreß. Mün­chen, 12. Sept. Der Internationale Friedens­kongreß nahm eine Reihe von Resoluttonen an, unter ihnen auch eine, die sich mit der Marokko­frage beschäftigt. Diese Resolutton spricht den Wunsch aus, daß sich die Unternehmungen Frankreichs und Spaniens in Marokko aus­schließlich auf die Wiederherstellung der Ord­nung und auf den Schutz der Fremden beschrän­ken möchten, und daß die Einrichtung der Polizei in Marokko, selbst wenn sie einer begrenzten An­zahl von Mächten übertragen bleibt, stets einen ausgesprochen internationalen Charakter beibe­halte.

man was von ihr wisse, es an zuständiger Stelle anzuzeigen.

Doktor Pfeiffer hatte manche Neckerei und manche Stachelrede wegen seines Appells an eine längst Gestorbene und Begrabene hinneh­men müssen, er ließ sich das wenig anfechten, Viel schlimmer war es, daß diese Maßregel sich als völlig unwirksam erwies.

Könnten wir die Verschwundene zur Stelle schaffen," hatte er zu Seraphine gesagt, die ihn, nachdem sie ihren Bruder verlassen, aufgesucht hatte,so brauchte Herr Eltester keinen Vertei­diger, so fiele die Anklage gegen ihn in nichts zusammen, können wir das nicht, dann, fürchte ich, wird ihm auch die scharfsinnige Verteidigung nicht viel helfen können."

Sie und der Förster hatten eifrig nach jenem Fremden geforscht, der wie Dorn seiner Zeit dem jungen Mädchen berichtet hatte in der Gegend gesehen worden sein und nach einer ver­schwundenen jungen Dame geforscht haben sollte. In der Tat erklärten auch verschiedene Personen, damals einen älteren Herrn gesehen zu haben, und von ihm ausgefragt worden zu sein bann mit einemmale aber war er verschwunden gewe­sen. Jedenfalls mußte er also doch wohl ein Beamter der Polizei gewesen sein, der nach Ger­truds Verbleib Nachforschungen angestellt hatte. Bon einem zweiten verschwundenen weiblichen Wesen war ja nirgendwo die Rede gewesen.

Und wenn man nun bewiese, daß die auf­gefundene Leiche nicht die Gertrud von Kauffels war?" fragte Seraphine weiter.

Das wäre wenigstens ein negativer Beweis, aber wie ihn erbringen?" lautete die Antwort, da alle bis auf die Beteiligten die Identität anerkannt haben."

Man müßte nachforschen, ob man nicht ent­decken könnte, wer die Tote gewesen sei," be- Mertte Seraphine.

Ich habe auch dafür schon meine Maßregeln getroffen, (cher bis jetzt leider ohne den gering­sten Erfolg," hatte der wenig trostreiche Bescheid

Deutscher Forstverein. Straßburgs 12. Sept. Die hier tagende Hauptversammlung des Deutschen Forstvereins nahm bezüglich der Einrichtung des höheren forstlichen Unterrichts folgende Resolution an:Der gesamte höhere forstliche Unterricht hat an der Universität zu erfolgen und ist auf eine Dauer von wenigstens 4 Jahren einzurichten." Für Angliederung der Forstschulen an die Universität sprach nament­lich Prof. Weber-Gießen. Landforstmeister von Freyer-Berlin erklärte im Namen der preußi­schen Forstoerwaltung, daß diese bezüglich der Frage der Verlegung des forstwirtschaftliche« Studiums an die Universität noch keinerlei Ent­scheidungen getroffen habe. Als süddeutsche Ein­heitsuniversität für die Forststudierenden wurde neben Freiburg, Straßburg empfohlen.

Lothringer Lehrerverband. Straß­burg, 12. Sept. Der erste Verbandstag des jetzt gegründeten Lothringischen Lehrerverban­des wurde unter sehr großer Beteiligung abge­halten. An den Kaiser ist bei dieser Gelegen­heit ein Huldigungstelegramm gesandt worden.

Beschränkung der Sonntagsarbeit. Auf Veranlassung des Reichsamts des Innern fin­den gegenwärtig an den maßgebenden Stellen Erwägungen darüber statt, ob und in welchem Umfange eine Einschränkung der Sonntags­arbeit in industriellen Betrieben durchgeführt werden kann. Im Zusammenhangs damit wer­den bereits seitens der Eewerbeaufsichtsbeamten in verschiedenen Betrieben Erhebungen ange­stellt. Veranlaßt sind diese Erwägungen durch wiederholte Anregungen und Anträge des Reichstages.

Kreditbank-Gründung. Zur Gründung einer Kreditbank für den deutschen städtischen Haus- und Grundbesitz mit bedeutenden staat­lichen Hilfsmitteln in den von Polen zumeist bedrohten Provinzen Westpreußen und Posen findet Ende September die konstituierende Ver­sammlung in Posen statt. Das Kreditinstitut soll ein Seitenstück zu der vor Jahresfrist ge­gründeten deutschen Bauernbank, E. m. b. werden, die für das deutsche ländliche Kreditbe- dürfnis bestimmt ist.

Konkurrenz der Schiffahrtsgesellschaften. N e w y 0 r k, 12. Sept. Die Cunard-Linie gibt bekannt, daß der neue Passagierpreis au,f der Fahrt nach Osten für die SchiffeCampania" Lucania",Caronia" undCarmania" 72% Dollars, fürUmbria" undEtruria" 57% Dollars beträgt. Für ihre Ostlinien kündigen die White Star und Atlantic Transport Lines eine Ermäßigung von 22% Dollars auf die erste Kajüte an.

Bon der Reichspost« und der Telegraphen, Berwaltung. Es muß auffallen, daß die Reichs- post- und Telegraphenverwaltung, trotzdem sie

gelautet, mit dem das junge Mädchen entlassen wurde, und diese Worte klangen ihr auf dem Heimwege noch immer in den Ohren.

Es steckt etwas anderes, etwa« ganz anderes dahinter," flüsterte sie, während sie den Regen­schirm, den sie geschlossen in der Hand trug, fester auf den aufgeweichten Boden setzte.Die Mutter ahnt es, Georg ahnt es, doch keines traut sich mit der Sprache heraus. Ich will cs ans Licht bringen!" rief sie plötzlich laut, indem sie sieben blieb und mit tiefen, durstigen Zügen den würzigen Odem des Waldes einsog.Ich will Gettrud zur Stelle schaffen, ich will"

Was Seraphine sonst noch wollte, blieb für diesmal unausgesprochen, denn es ertönte Hun­degebell, in großen munteren Sprüngen kam Diana daher, ihm folate eilfertig Förster Dorn int Jagdrock, die Büchse über der Schulter, die geflochtene Jagdtasche an der Seite.

Er schwenkte schon von ferne den grauen Hut mit dem bunten Federstutz, sein hübsches, gebräuntes Gesicht war wie verklärt beim An­blick des jungen Mädchens.

( bot ihr die Hand und sagte, ihr mit den treuherzigen grauen Augen unter den Hut blickend:Willkommen Fräulein Seraphine. Gott sei Dank, daß Sie wieder zurück find. Ich konnte die Zeit gar nicht erwarten und hab« mich aufgemacht, Ihnen entgegenzugehen."

Vielen Dank, Herr Förster," antwortete Se­raphine, deren Wangen sich unter seinen heißen Blicken höher gefärbt hatten. Um ihre Verle­genheit zu verbergen, schlug sie wieder ihren neckischen Ton an und fügte hinzu:Sie sind doch im Forsthause so lange ganz gut ohne mich fertig geworden."

Ja, da wußte ich's eben nicht besser," ant­wortete Dorn mit rührender Offenherzigkeit, aber jetzt kommt es mir gar zu öde und leer vor, wenn Sie nicht da sind. Man gewöhnt sich nur zu gern an das Gute und Schöne."

Hortsetzung folgt.^